Literaturgefluester

2016-01-21

Romanerweiterungsrecherche, Dichtfestschnuppern und Familienessen

„Paul und Paula“ habe ich jetzt durchkorrigiert, war gar nicht soviel zu ergänzen, denn der Paul hat eigentlich gestimmt, sie läßt sich Pauli nennen, wird aber in der „Villa“ als Paul angeredet und das steht auch in ihren Papieren. Die Kollegin vom „Sigmund Freud Museum“ heißt jetzt Irmi Engländer und der Kollege, Stefan Zöhringer und das Ganze hat jetzt 23.477 Worte und nur einundzwanzig Szenen, denn da gab es einen Nummerierungsfehler und wurde an meine Testleserin Gloria G. geschickt.

Jetzt stellte sich natürlich die Frage, kann ich das irgendwie noch erweitern, damit ein Roman in einer „ordentlichen Länge“ daraus wird und obwohl ich eigentlich skeptisch war, denn erstens war ich darin nie sehr gut, zweites kommt es mir in der Kürze sehr dicht, knapp und klar vor, bin ich am Nachmittag losgezogen, um ein bißchen was einzukaufen und mir vielleicht auch diesbezügliche Gedanken zu machen.

So bin ich in den „Freßnapf“ gegangen, wo ich vor Weihnachten mit der Anna war und dort eine Verkäuferin gesehen habe, wo ich nicht sicher war, ist das jetzt ein Mann oder eine Frau oder war die Frau vielleicht einmal ein Mann und ansonsten in den „Kik“, um mir eine Jeans und zwei leichte Leiberln zu kaufen und dann über die Bücherschränke und den „Thalia“ in die Hauptbücherei, um da vielleicht mein Konzept zu erweitern.

Das ist nicht gelungen, im „Wortschatz“ hat es aber Jonathan Franzens „Unschuld“ gegeben, leider habe ich mir das schon vom Karli zum Geburtstag schenken lassen und dann dachte ich, gehe ich in die „Alte Schmiede“, weil es da wieder ein „DichtFest“ gab, allerdings nur kurz, denn für viertel neun, war ich mit der Anna in einem Restaurant in der Gumpendorferstraße verabredet, weil sie dem Alfred zu Weihnachten einen diesbezüglichen Gutschein für ein „Hotpot-Essen“ zum Geschenk machte.

Auf den Weg in die „Alte Schmiede“ bin ich über die Mariahilferstraße gegangen, wie schon im Oktober und Dezember zu den „Nika-Recherchen“ und da in ein Geschäft hineingefallen, um mir Hose zu kaufen.

„Alles 14.90!“, stand auf dem Tisch, wo sie lag, eine schöne schwarze Strechjeans, also damit zur Anprobe und bei der Schlange warten, dann bin ich draufgekommen, auf dem Stück, das passte, stand 39.90 und nichts von der Ermäßigung, also wieder zurück, eine mit Ermäßigungspickerl suchen, zum Glück gab es die Gleiche in der passenden Größe und nochmals anstellen. Da hatte ich das Pech hinter ein vielleicht syrisches Paar mit Kinderwagen und sehr vielen Stücken zu geraten, die sehr gut Deutsch konnten und mit den Verkäuferinnen verhandelten, weil man nur sechs Stück anprobieren konnte, sie hatten aber achtzehn. Dauerte also eine halbe Stunde, bins ich dann die 14.90 Hose hatte und eine schöne Alltagsbeachtung, die vielleicht in einen meiner Romane kommen könnte und bin damit fast zu spät in die „Alte Schmiede“ gekommen, wo ich mich hinten gleich beim Eingang setzte und Christine Huber zuhörte, die die diesmal fünf Lesenden, die das ohne Pause tuen sollten, vorstellte.

Markus Lindner, Johannes Tröndle, Sonja Harter, Erwin Enzinger und Stefan Schmitzer. Den 1970 geborenen Markus Lindner, der drei Zyklen mit den Namen „Animalia etc“ hatte, wo er zum Beispiel ein Kalendarium 12. Dezember, 20 Dezember etcetera, sowie eine Speisekarte verlas, habe ich gehört und den Beginn von Johannes Tröndles „kurze Gedichte sind besser/ bezahlt“, eine Anspielung an die Tarfpoltik des ORF, wie Christine Huber in ihrer Einleitung betonte.

Sonja Harter hat sich in ihren Gedichten, glaube ich, auch auf die Realbedingungen der Schreibenden bezogen, aber da bin ich schon in Richtung Gumpendorferstraße gegangen, um mich mit dem alfred, der Anna und dem Andreas zu treffen, Dum Sums, Fleisch und Meeresfrüchte Suppenfondue und Kokuskugeln zu essen und am Donnerstag werde ich mir nochmal die Videos, die von Christoph  bzw. Christina Vivenz im Netz gibt, ansehen und dann mit der  intensiven Korrigerarbeit meines ersten Kurzromans oder längeren Erzählung von diesem Jahr beginnen, mit dem ich eigentlich zufrieden bin.

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2016-01-20

Wir sind Cyborgs

Filed under: Bücher — jancak @ 00:45
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Jetzt kommt ein Sachbuch aus dem „Blumenbar-Verlag“ des auf „Grenzgänger-Reportagen“, spezialisierten  Alexander Krütztfeldts zu einem brissanten Thema, die Bindung des Menschen zur Maschine oder, „wie uns die Technik unter die  Haut geht“, beziehungsweise, ob wir unsere Leistung verbessern, wenn wir uns Chips einpflanzen lassen und ob wir das nur tun dürfen, wenn unsere Sehkraft schon im Argen ist oder ob es Sinn macht, sie von hundert auf hundertachtzig Prozent zu verbessern oder, ob wir nicht geradezu verpflichtet sind, das zu tun, weil wir unser Unfallrisiko und das unserer Kinder dadurch stark reduzieren?

Ein bißchen mag das alles noch in der Zukunft liegen und die Wissenschaftler, die Alexander Krützfeldt dazu befragte, wie beispielsweise Thomas Stieglitz, vom Instutut für Molekularbiologie in Freiburg, sehen das auch noch ein wenig skeptisch und abwartend, aber Alexander Krützfeldt, 1986 geboren, nahm sich ein Jahr dafür Zeit, bereiste die USA und Deutschland, befragte Experten und machte auch Ausflüge in Literatur und Film, um dieses Themas umfassend zu erleuchten.

Zuerst vielleicht die Definition, ein Cyborg, ist ein Mensch, der sich Technik, also Implantate, Chips, Magnete, etcetera einsetzen läßt, um seine Leistung zu steigern, Spaß zu haben, Defizite zu beheben und so weiter.

Das unterscheidet ihm vom Roboter, die Maschine, die dazu konstruiert wurde, um beispielsweise, den Haushalt zu steuern, alte Menschen zu pflegen, Kinder zu sitten, etcerta, in Japan sollen Pflegeroboter schon Standard sein.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, beziehungsweise in Amerika auf einer Cyborg-Konferenz. Da hat sich Krützfeldt mit einigen dieser Spezialisten unter anderen mit Tim Cannon „Cyborg, Hacker, Menschmaschine“, getroffen, übernachtet mit ihnen im Motel, resumiert über denamerikanischen Way of life, nämlich, daß man fast schon ein Taxi braucht, um von der einen Seite der Straße auf die andere zu kommen und, daß man Europäer daran erkennt, daß sie das zu Fuß versuchen wollen.

Der Cyborg Cannon raucht E-Zigareten und ernährt sich wahrscheinlich von Pizza aus der Schachtel und interessant, wird diese Konferenz dadurch, weil die Teilnehmer aufgefordert werden, sich einen Chip für fünzig Doller einsetzen zu lassen.

Krützfeldt, ein Brillenträger, lehnt ab, also käme eine Laserbehandlung für ihn in Frage und eine an der Konferenz teilnehmende Ärztin ist entsetzt, daß das von nicht medizinischen Personal durchgeführt werden soll.

Es sind, glaube ich, die Piercer, die das machen und dann wird gleich die Frage diskutiert, ob man schon ein Cyborg ist, wenn man ein Smartphone besitzt?

Nein, denn das kann man theoretisch weglegen, trotzdem beginnen viele ihren Tag damit und beenden ihn auch so.

Krützfeldt fährt nach Deutschland zurück, wo man vielleicht noch nicht so weit entwickelt ist, trifft aber einen Cyborg, der sich einen Magneten ein- und dann wieder auspflanzen ließ, um dieses Gefühl, das man dann hat, kennenzulernen und spricht auch mit einem, der, weil schwerhörig, Besitzer eines Cochlear-Implantates ist.

Da stutzte ich ein wenig, denn mit dieser Technoligie, bin ich schon in den Achtzigerjahren, als ich Assistentin an der  II. HNO-Klinik war, in Berührung bekommen, ja und ein Herzschrittmacher ist auch eine Cyborg-Technologie.

Die Literatur und die Filme kommen vor,  gibt es ja „Matrix“, sowie den“Terminator und Aldous Huxley hat ja schon vor vielen Jahren, die schöne neue Welt beschrieben, Dave Eggers erst vor kurzem, aber sein „Circle“ erinnert mich ein bißchen an die Cyborg-Theorien, beispielsweise an die Frage, ob man sich die Augen lasern muß, weil man damit für seine Kinder sicherer ist?

Krützfeldt beschäftigt sich auch mit den Technikverweigerern, also den Leuten, die Smarthphones, Chips zur Gesundheitsmessung und Leistungssteieigerung für unnötig halten und vergleicht sie mit den „Amish people“, das sind die Leute in Amerika, die immer noch mit Pferdekutschen fahren und altmodische Kleider tragen.

Das würde ich ein bißchen anders sehen und war über die Geschwindigkeit und die vielen Stil- und Perspektivenwechsel des Grenzgänger-Reporters, Krützfeldt bezeichnet auf der Danksageseite sein Buch selbst als „verrückt“, ein bißchen verwirrt, weil mir nicht immer ganz klar war, was ist jetzt real und was gehört in den „Sci Fi-Bereich“?

Aber die Idee mit der freiwilligen Selbstbeschädigung zur Leistungsotimierung, Schönheitsoperationen gehören auch dazu und sind wahrscheinlich schon „State of the Art“, läßt vielleicht ein bißchen an die Borderlineproblematik denken, Selbstverstümmelung scheint es bei den Piercern und Chipseinsetzern ja zu geben oder vorzukommen.

Also sicher ein interessantes Buch für die Handyverweigerin, die auch sehr oft als Erstes am Morgen nach dem Laptop  greift und nach dem sie ihn abgeschaltet hat, schlafen geht und bezüglich, der Zukunft, da stimme ich, Alexander Krützfeldt zu, ist es sehr spannend zu beobachten, was davon Wirklichkeit werden wird und was in der Spekulation verbleibt?

2016-01-19

Drei Geschichten von Ilse Tielsch

Die 1929 im südmährischen Hustopece geborene Tilse Tielsch, die 1945 nach Österreich gekommen ist, kenne ich durch Valerie Szabo. Das heißt, sie hat mir bei unseren Arbeitskreistreffen in den Neunzehnhundersiebziger- frühen Achtzigerjahren von ihr erzählt und mir einmal auch den Tip gegeben einer meiner Texte an sie zu schicken.

Das dürfte sie so beeindruckt haben, daß sie sich immer noch, wenn ich sie bei „Podium-Lesungen“ wo sie Mitglied war und ist, treffe, an mich erinnert kann.

Eine sehr freundliche Frau, die bei „Styria“ einige Romane herausgegeben habe, von denen einige, auch auf meiner Leseliste stehen und jetzt haben die Lesetheaterfrauen unter Hilde Schmölzer, Angelika Raubek, Elfriede Haslehner, Elsiabeth Krön und Gabriela Schmöll drei ihrer Geschichten im Literaturhaus gelesen und die Autorin war auch anwesend und hat zugehört.

Zwei Geschichten „Der Solitär“ und „Mister Hould“ handeln vom Nachkriegswien um 1945, als der „Scheißkrieg“ endlich vorbei war, die Familien sich in Gartenhäuschen im Wienerwald zurückgezogen haben, nichts zu essen hatten, hamstern gingen oder sich den Amis für Zigaretten oder Nylonstrümpfe, Schokolade und Kaumgummi an den Hals warfen und Ilse Tielschs Tante Peppi hat für die Josepha in die Geschichte, die sie über das Jahr 1945 schreiben hätte sollen, Pate gestanden.

Ein Professor wollte diese Geschichten für einen Band, hat die Autorin nach der Lesung noch erzählt, Alois Vogel der Podium-Gründer, sollte über das Jahr 1934, Hannelore Valencak über die Fünfzigerjahre, sie über das Nachkriegswien schreiben, wo alles vorkommt, was es damals gegeben hat.

Also werden die Glocken geläutet, die Tante Pepi wohnt mit zwei Männern in dem Gartenhäuschen, ihr Mann verschwindet, der mit dem Holzfuß bleibt zurück und sie braucht jetzt eine starke Hand zum Ausgraben der Baumwurzeln, also erzählt sie dem Neffen Bruno von einem Solitär den sie zu vererben hat. Gemüse braucht die Familie auch und es gibt eine Nichte mit einer Gärnterei, einen Bäcker gibt es auch, die Tante verspricht und verspricht und nach ihrem Tod suchen alle nach dem Edelstein, allein sie finden ihn nicht.

Die zweite Geschichte ist wahrscheinlich auch autobiopgrafisch, da wohnt die jugendliche Ich-Erzählung mit ihren Eltern in einer Küche mit drei Betten und einem Wasserkrug, die kluge Tante Esther schickt Mister Hould, einen Amerikaner mit Geld, Kaugummi und Nylonstrümpfen, er soll das Fräulein ausführen und möchte ihr ein besseres Leben bieten, sie widersteht und irgenwann ziehen die Amis dann auch ab.

Die dritte Geschichte heißt „Schriftstellerin`- Um Gottes Willen“, denn so hat die Mutter zu Ilse Tielsch wohl einmal gesagt, als sie von ihrem Berufswunsch hörte und die Schuldirektorin war, als sie ihren kleinen Sohn einschulen wollte, genauso entsetzt.

Es ist trotzem etwas aus ihr geworden und sie hat auch verschiedene Preise gewonnen, obwohl ihre Bücher hauptsächlich vergriffen sind. So lagen am Büchertisch auch nur das kleine Podium Heftchen „Lob der Fremdheit“ und ein „Driesch-Band auf.

Es gab aber schöne Gespräche und für die Lesenden auch je eine Bonbonniere und ich freue mich jetzt schon auf das Lesen von „Heimatsuche“, „Fremder Strand“ und „Zirkusgeschichte“ sowie auf den Gedichtband, den mir Ilse Tielsch freundlicherweise signierte und wer es wissen will „Paul und Paula“ ist jetzt bis zur zehnten Szene durchkorrigiert und die Idee für das Nächste ist in der Badewanne heute morgen auch schon gekommen.

Es wird wahrscheinlich ein Erzählband werden, nämlich zwölf, dreizehn oder wieviel auch immer „Buch und Schreibgeschichten“, nämlich, das was in den nächsten Schreibgruppen entsteht und fertiggemacht wird und dann auch das, was passiert, wenn ich aus meinem Bücherstoß ein Buch nehme, es aufschlage und ein Wort oder einen Satz daraus notiere.

Ich bin gespannt und man sieht Jacqueline Vellguths grandiose Schreibidee läßt mich doch nicht so los, auch wenn es für mich ein Rettungsanker ist, aus dem vielleicht Leergeschrieben sein, herauszukommen.

2016-01-18

12 : 13

In der „Alten Schmiede“ gibt es eine „Zeitschriftengalerie“ und seit einiger Zeit auch eine Reihe „Literatur als Zeit-Schrift“, die von Lena Brandauer, Paul Dvorak und Daniel Terkl moderiert und konzeptiert wird und die ging heute in die zwölfte Runde und zwar wurde da das dreizehnte Heft der Zeitschrift „Triedere – für Theorie und Kunst“ zum Thema (Auto) Poetologien und ich muß gestehen, daß ich von dieser Zeitschrift noch nie etwas gehört habe, wohl aber von einigen ihrer Herausgeber und Autoren.

Es geht in ihr aber auch wie Matthias Schmidt, der mir unbekannte Herausgeber, erklärte, auch um die Grenzgebiete, wie Philosophie, bildende Kunst etcetera aber bei einem Heft, das „Poetologien“ zum Thema hat, geht es natürlich schon um Literatur und deshalb waren auch viele mir bekannte Literaten im Publikum und der „Schmiedensaal“ war sehr voll.

Es gab auch einen Büchertisch, wo man die älteren zum Teil unverkäuflichen Hefte bestaunen, die neuen kaufen konnte und da gab es auch ein Sonderheft zur Flüchtlingsfrage, das man gegen eine Spende, für den Deutschunterricht, erwerben konnte und da hat auch Chris Bader einen Text geschrieben und das ist Christiane Zintzens neuer Name, also höchst aktuell.

Peter Clar den ich von den Jelinek-Symposien beziehungsweise den „Volksstimmefesten“ kenne, ist der zweite Herausgeber und der stellte das aktuelle Heft vor und erwähnte die Namen, der darin enthaltenen Autoren, so hat Michael Hammerschmid, glaube ich, geschrieben „Poetologie ist Poetologie ist…. und soweiter und so fort.

Die 1989 geborene Astrid Nischkauer stellte ihre Collage aus Interviews vor, die sie mit Autoren wie Monika Vasik, Elfriede Jelinek, Clemens J. Setz, Ilse Kilic, etcetera, etcetera gemacht hat, wo es um Schreibanfänge, erste Sätze, Schreibblockaden und anderes ging, was zur  Poetologie oder überhaupt zum Schreiben gehört.

Dann folgte der Zeitschriftenmeister und Poetryslamer Markus Köhle mit seinen in dem Heft enthaltenden und auch anderen Texten, die seine Sprach- und Wortgewalt zeigen, „Ich will Sprachingenieuer werden“, beispielsweise, als Antwort auf einen Text von Gert Jonke, der nur Schriftsteller werden wollte, aber das ist dem Performer zu wenig, so bezog sich sein Heft im Text auch auf eine Straßenbahnfahrt und die Poetologie stellt dann in etwa die Haltegriffe da.

Der 1967 in Klagenfurt geborene Romancier, Theaterautor und Fotograf Peter Truschner stellte dann eine andere Seite der Poetologie vor, nämlich die Verbindung von Theorie, Raum Zeit und Form und Fotos aus Bangkog und Burma und eine von den schönen bunten Karten, von Herbert J. Wimmer, die gemeinsam mit Gerhard Jaschkes „Feribords“ zur freien Entnahme beim Ausgang liegen und von denen ich schon eine ganze Sammlung habe, die „volkskarte“ mit der Aufschrift „komplexität für alle!“ passt da auch gut hinzu, wurde er doch auch von Astrid Nischkauer interviewt und hat sich sich, glaube ich, auf seine Kartenproproduktion dabei bezogen, weil er seit 2000 einen Computer besitzt, der das Programm dazu hat, gibt es sie.

Herbert J. Wimmer war im Publikum, wenn ich mich nicht irre Jörg Zemmler, Stefan Gmeiner vom „Standard“, Monika Vasik, Gabriele Petricek, Günter Vallaster und und und..

Und ich kann von meiner vielleicht nicht so ganz poetischen Schreibwerkstatt berichten, der Rohentwurf von „Paul und Paula“ ist fertig.

51 Seiten, 23 896 Worte und 22 Szenen, also knapp und kurz, mein kürzestes Buch, glaube ich, fast, gefolgt von der „Paula Nebel“.

Jetzt gehe ich das Ganze nochmals durch, finde ein paar prägnante Namen und schaue, wo sich die Paula Pauli nennt etcetera, das mache ich vielleicht am Mittwoch und am Donnerstag kann ich dann ganz poetisch durch die Stadt marschieren um herauszubekommen, ob und wie sich der Text vielleicht doch noch erweitern läßt, obwohl ich damit eigentlich nie sehr weit gekommen bin und, die vom Alfred erstellte Fassung vom „Sommerroman“ habe ich heute auch zu korrigieren angefangen.

Ein paar Fehler gibt es noch, dann kann es das Buch vielleicht bald erscheinen, die „Vorschau“ erscheint am Freitag und beim „Morawa“ gibts wieder „Weiße Buch Wochen“ und da habe ich mir ein Buch, um zwei Euro gekauft, das vielleicht auch  gut zum Thema passt, nämlich Martin Mosebachs „Das Rot des Apfels – Tage mit einem Maler“, wo es, glaube ich, Texte zu Bildern von Peter Schermuly gibt.

2016-01-17

Erneuter Schreibbericht

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 12:00
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Wer wissen will, wie es weitergegangen ist? Es ist natürlich, selbstverständlich, am Freitag habe ich die bis dato vorhandenen elf Szenen durchkorrigiert und, um ein paar Worte verkürzt. Die Idee mit dem Vater, der Diabetes hat, operiert werden soll und sich mit der Tochter versöhnen will, ist mir da schon gekommen und auch die, daß es mit dem Vater weitergehen könnte und auch eine Margarita Strähne war vorstellbar.

Dann ging es wieder. Samstags in der Badewanne kamen beim Lesen von Brigitte Konauers „Teufesbruck“, ein sehr anspruchsvolles poetisches Buch, das volle Aufmerksamkeit verlangt, die Idee, daß der Vater, den Paula ja am Abend davor vielleicht an der Kreuzung gesehen hat, anruft, sie legt auf, verschüttet Milch und Kaffe, geht dann wieder Jogen, trifft die Kollegin und den ehemaligen Chef vor dem „Sigmund Freud Museum“, sie wohnt in der Währingerstraße, während Paul inzwischen in seiner Firma sitzt, an Paula denkt, Irene ruft an, mach sich Sorgen um Margarita.

So weit, so what und bis jetzt aufgeschrieben, das heißt vier Szenen sind jetzt wieder dazu gekommen und wir halten bei 18 144 Worten, 39 Seiten und 15 Szenen und dann war es wieder aus.

Das heißt ein paar Blogs von sehr jungen Frauen, die dort selbstbewußt Schreibtips geben, von  Stufenplänen, Heldenreisen und, wie man an Material für seine Texte kommt, schreiben, habe ich inzwischen auch entdeckt.

Man geht in eine Bibliothek, greift blind nach dem ersten Buch und schreibt, sich einen Satz oder Wort heraus. Das tut man vier, fünf Mal, dann hat man vielleicht  den Plot der nächsten Geschichte.

Daran habe ich auch schon gedacht, es bisher aber noch nicht ausprobiert, denn, daß der Kurt nach der Operation im Koma liegen könnte oder stirbt, war mir schon eingefallen.

Dann bin ich mit der Brigitte Konauer wieder in die Badewanne gegangen und habe weitergedacht, ihre poetisch schönen Sätze, die von Vogelvolieren und vieles anderen handeln und  an Valerie Fritsch erinnern, dazu laden dazu und eigentlich ist es auch ganz einfach.

Der Paul singt wieder in der „Villa“ Margarita hat sich mit ihrer Freundin Jana hingeschlichen, die Mutter erlaubt es ja nicht und erzählt, sie probt mit ihrer Freundin für die Faschingsparty in der Schule auch einen Zarah Leander Auftritt. Paul bringt die Beiden heim und dann auch Paula, die sich ja vor einer Begegnung mit Kurt fürchtet.

Dabei treffen sie seinen Arbeitskollegen Stefan Slopetzky, der prompt „Ist das deine Freundin?“, den Singel fragt. Und das könnte das Bonmot sein, der Aufhänger und das, was alle fragen werden, Frau Huber, Dr. Scherzer, die Typen am Donaukanal, etcera.

Bei der Jause am Samstag bei Irene kommt ein Anruf von Paulas Mutter, Kurt liegt auf der Intensivstation.

„Willst du ihn nicht besuchen?“

Sie will eigentlich nicht, aber Paul bietet sich als Begleiter an, weil sie vielleicht nur so wirklich abschließen und später keine Schuldgefühle haben braucht.

Sie kommen dann von dort zurück, gehen zur Magaritas Faschingsparty, Dr. Scherzer fragt „Ist das ihr Freund, Fräulein Paula?“, er sagt fröhlich ja und sie fügt zu seiner Kondulation „Das macht mir nichts aus, Herr Doktor!“ hinzu und richtig, Elektrotechnik wird sie ab dem Sommersemester auch studieren.

So weit, so what und eigentlich sehr gut, nicht wahr? Hat nur einen kleinen Haken. Das Ganze wird, wenn es so bleibt, keine dreißigtausend Worte und etwa fünfzig Rohseiten haben, ein halber Nanowrimo also, für den ich für das Aufschreiben, an die zwei Wochen brauchte, wo bleibt der Vorsatz ein Jahr dafür zu brauchen, Frau Dr. Jancak?

Scheint wieder nicht zu gehen, weil ich vielleicht eine Kurze und Schnelle bin und natürlich ein wenig ausgeschrieben, aber es sind neue Wege und nicht sehr viel Abgelutschtes schon zig Mal Angeschriebens drinnen. Der offene Bücherschrank kommt zum Beispiel kein einziges Mal vor und es wird, glaube ich, auch kein Buchtitel erwähnt.

Bei der „Paula Nebel“, das habe ich vor ein paar Jahren schon geschrieben, ist es mir auch so ergangen. Fott dahin geschrieben, dann war ich nach fünfzig Seiten Rohtext fertig. Das fertige Buch hat vierundachtzig und  „Miranda Schutzengelchen“ hundertvier.

Das geht mir manchmal so, daß ich schnell fertig bin und daß es kürzere Geschichten oder Erzählungen werden.

Muß nicht schlecht sein und wenn ich mich so bei meinen vierzig Büchern umblicke, habe ich einige recht dünne und dann auch sehr dicke, wie die „Radiosonate“ oder „Das Literaturgeflüster-Texte-Buch“.

In die Krise werde ich also nicht stürzen, sondern die geplanten Szenen aufschreiben, dann das Ganze ordentlich korrigieren und auch noch etwas straffen, um beispielsweise die Beziehung der Beiden klar herauszuarbeiten.

„Ist das deine Freundin?“, als Schlüßelsatz, mehr braucht eigentlich nicht sein.

Bei den Namen werde ich auch noch etwas ändern und sie vielleicht klingender und sprechender machen, eine Irmi Engländer vielleicht, einen Dr. Wilfinger, zu dem geht Paula in Hormonbehandlung, Pauli wird in ihren Papieren stehen und Mag P. Billinger oder Pauli Billinger am Türschild und das „Fräulein Paula!“ ist  auch so eine Metapher, beziehungsweise tritt  Paul, als solche in der „Villa“ auf und singt Zarah Leander und Edith Piaf.

Die Krise könnte dann natürlich schon irgendwie wieder kommen, denn erstens ist es nicht gerade lustig, wenn ich mit dem Buch in einem Jahr oder so im „Literaturhaus“ stehe, es herzeigen will und keiner schaut es an und die Frage, was kommt danach?, wird sich auch wieder stellen und wenn ich so weiter mache, komme ich vielleicht wirklich in Jacqueline Vellguths Nähe, mit ihrem zwölf Bücher pro Jahr-Projekt, um damit berühmt zu werden.

Nun, ich werde das sicher nicht und mir wird wahrscheinlich auch nicht so viel einfallen, daß ich 2016 noch elf andere Projekte zusammen bringe, abgesehen davon, daß dann der Alfred durchdrehen würde, der jetzt schon die Nika mit der Sandra und der Selma durcheinanderbringt und „Schreib nicht so viel!“, stöhnt.

Denn da haben wir  am Freitag das Bild für die „Pensionsschockdepression-Promotion“ gemacht und am Samstag, die Vorschau „Für die „Ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen“, wird am Mittwoch, beziehungsweise Donnerstag im „Literaturgeflüster“ erscheinen und ich kann nur schreiben, daß ich ja wieder Ideen für Geschichten sammeln kann, vielleicht ein „Best of III“ herausgeben oder ein weiteres „Literaturgeflüsterbuch“.

Mal sehen, ich bin sehr gespannt und jetzt wartet sowieso noch sehr viel Arbeit auf mich, bevor ich den Rohtext, ganz egal, wieviel Seiten er  haben wird, meinen Probeleser übergeben kann.

Mord im Parlament

Filed under: Bücher — jancak @ 00:00
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Bei dem nächsten Buch „Ein konstruktivistischer Kriminalroman“, von Franz Josef Weißenböck, bin ich mir nicht ganz sicher,  ob ich es im Schrank gefunden habe oder, ob es vom Flohmarkt der „Gesellschaft für Literatur“ stammt, das letztere wahrscheinlich, denn vielleicht hat der 1949 in Niederösterreich geborene Autor, der Thelologie studierte und in verschiedenen Ministerien und Paralment als Pressesprecher, etcetera tätig war, dort einmal gelesen.

Erschienen ist das Buch im der „edition VaBene, die, wenn ich mich nicht irre, etwas mit Zuschuß zu tun haben könnte und das Titelbild weist schon auf vieles, was einem in dem Buch erwartet, hin.

Da gibt es ein rotes Meer oder einen Untergrund, in dem sich das österreichische Paralment spiegelt, eine Gondel auf dem Wasser darüber, gibt es auch und einen Gletscher, wie es sie in Island gibt und wahrscheinlich in den Krimis von Arnaldur Indrasaon und damit ist schon erklärt, daß konstruktivistisch von konstruieren kommt.

Franz Josef Weißenböck, der sich seit 2011 im Ruhestand befindet, ist sehr gelehrt hat hat sich von der „Odyssee“ bis zu Eva Rossmann hochgelesen und wieder zurück, dementsprechend auch ein wenig langatmig, was man den Krimi vielleicht vorwerfen könnte, daß er zu wenig Spannung und Handlung hat. Aber das ist, würde ich vermuten, Absicht und konstruiert.

Die Handlung spielt in einer Woche und beginnt am Samstag danach, da will der Kriminalkommisar, der sehr modern, den Namen seiner Frau nach der Hochzeit angenommen hat, gut frühstücken. Geht einkaufen und wird dann zu einem Toten ins Parlament geholt und die Handlung beginnt am Montag davor mit Thomas Thomas, das ist ein Paralmentsabteilungsleiter, der biografische Ähnlichkeiten mit seinen Autor hat. Hoffentlich nicht alle, wenn ich die Handlung richtig verstanden habe.

Der wird von seiner Sekretärin, sprich „Frau Sakristeidirektor“ gleich zum Parlamentsdirektor gerufen, denn es gibt Probleme.

In der Hofburg sollte nämlich eine große Krimikonferenz abgehalten werden. Aber da sind just dort die Luster von der Decke herabgefallen, wo die israelische Delegation sitzen sollte. Also wird die Tagung ins Paralment verlegt und Thomas Thomas soll sie vorbereiten. Der träumt sich aber während der Sitzung nach Venedig, wo er mit einer Jugendfreundin, er ist natürlich auch verheiratet, Honeymoon machen will und dam Abend oder in der Nacht wird dann ein toter Abgeordneter namens Carlo Malfatti im Möbeldebot gefunden.

Der Kongreß beginnt trotzdem und die Teilnehmer checken durch die Sicherheitsschleuse, durch die ich auch immer gehe, wenn ich zu einer „Ohrenschmaus-Sitzung“ in den Parlaments-Club will und die heißen, höre und staune, Allan Wilton, Guido Brunetti, Mira Valensky schlecht sich als Journalistin eine und eine Schäferin kommt sogar mit einer Reihe von Schafen, Erlendur Einborg,  habe ich schon erwähnt, Proteo Lautretti, Kurt Wallanda,  ein paar der bekannten Namen haben wahrscheinlich auch abgesagt und hatten andere Verpflichtungen.

Dazwischen gibt es immer wieder lateinische Passagen, Untersuchungen und Ränke zwischen den Paralemntsdirektoren und Präsidenten, Geschichten, wie die zu Todfeinden wurden und wie demokratische Entscheidungsfindungen passieren. Diskussionen über die Diskrimierung von Linkshändlern gibt es auch, man sieht schon, wie der Hase läuft.

Dazwischen wird ermittelt, verhört, Fingerabdrücke abgenommen, etcetera. Ein Freund vom Doppel Thomas, auch ein wichtiger Parlamentssprecher hatte just ein Panscherl zu der Zeit bei den Möbeln und daher jede Menge von Fingerspuren dort, die Polizei ermittelt aber ohnehin bezüglich der Maffia, denn der Ermordete hatte einen schlechten Ruf,  ein Frauenheld war er auch.

Aber wenn man die besten Ermittler aller Zeiten, Shelock Holmes und Dr. Watson hatten, glaube ich, abgesagt, am Ort hat, kann man auch die befragen und so finden sich die Protagonisten in der Wohnung von Mira Valensky ein und machen den Shaghettitest, der nicht entschieden werden konnte.

Welche Spaghetti schmecken besser, die, wo zuerst Salz oder zuerst Öl hineingegeben wurde?

Carlo Malfatti, das habe ich vergessen zu erwähnen, wurde mit dem Messer im Rücken erstochen aufgefunden. Selbstmord scheidet also aus oder? Diese Frage wurde auch diskutiert und ein Wachtraum von Thomas, der diese in den Sitzungen regelmäßig träumt, ist der von einer Pankreaskrebsdiagnose.

Ich weiß schon, ich komme jetzt vom hundersten ins tausendste, habe aber neun Zehntel von dem, was im Romna geschrieben steht, noch nicht erwähnt.

Am Freitagabend, als alles geklärt ist, es war wahrscheinlich die Maffia und nicht die Geliebte, die von dem Schuft verlassen wurde, nach dem sie ihren Mann betrogen hat, der dadurch zum Alkoholiker wurde, macht Thomas Thomas Überstunden, aber die Feuerwehrkontrollen gibt es ohnehin nicht mehr, dann nimmt er ein Messer vom seinem Schreibtisch und demonstriert, daß ma sich mit einem solchen im Rücken durchaus selber ermorden kann.

Eine herrliche Persiflage auf sämtliche Kriminalromane und eine herrliche Demonstrration von Franz Josef Weißenböcks großen Wissen, das „Show and not tell- Motiv“, wurde vielleicht nicht immer eingehalten.

Aber das passiert ja mir angeblich auch öfter und so kann ich das Buch, wenn es noch zu kaufen ist, jeden empfehlen, der wissen will, wie es im Paralment zugehen könnte oder vor einigen Jahren wahrscheinlich zugegangen ist und sich auch einen Überblick über die  Kriminalliteratur von  Sherlock Holmes bis zu Eva Rossmann, beziehungsweise das, was man in Stiftgymnasien lernte, machen will.

Hier ein Foto des Autors mit der verstorbenen Parlamentspräsidentin

2016-01-16

Weiter mit der Indie-Front

Jacquelines Vellguths Projekt, zwölf Romane in einem Jahr zu schreiben und zu veröffentlichen, hat mich dazu gebracht, mich weiter mit der „Indie-Front“ zu beschäftigen.

Vor einigen Jahren bin ich ja auf diese Formulierung bezüglich der Selbstpublisher, die damals aufgekommen sind, gestoßen, habe meine zwar gedruckten und nicht bei „Amazon“ erschienenden Bücher ebenfalls so genannt, womit ich wahrscheinlich in Konflikt mit dem sogenannten „Indie-Bookday“ komme, das ist ein Tag im März, glaube ich, wo alle aufgerufen werden in die Buchhandlungen zu gehen und sich ein Buch eines sogenannten unabhängigen Verlags, da sind „Droschl“ und ich glaube auch, „Residenz“ dabei, also alle, die nicht von großen Konzernen abhängen und sich von diesen offenbar in Schatten gestellt fühlen.

Seit einigen Jahren gibt es die „Selfpublisher“, manche von ihnen, wie man hört, höchst erfolgreich, während ich mit meinen fünfzig selbstgedruckten Büchern und meinen Vorschauen im „Literaturgeflüster“ ja höchst isoliert vor mich hinwurschtle.

Die erste, außer den großen amerikanischen Namen, die angeblich Millionen damit verdienen und die Wolfgang Tischer auf seiner Seite regelmäßig vorstellt, war Martina Gercke, die mit ihren „Holunderküßchen“ auch höchst erfolgreich war. Dann ist man daraufgekommen, daß sie viel von anderen Bestsellerautoren, wie Kerstin Gier, Sophie Kinsella, etcetera übernommen hat.

Ein Shitstorm ist losgegangen, sie hat sich aber nicht beirren lassen und hat weitergeschrieben und geschrieben.

Jetzt ist der Shitstorm vorbei und es gibt inzwischen neun Bücher von ihr.

Einige hat sie mit Katja Gschneidt geschrieben und zwei davon, nämlich „Glücksstern mit Schwips“ und „Alles nur (k)ein Mann“ mit Katja Gschneidt geschrieben, habe ich gelesen.

Auf ihrer Facebookseite gibt es immer wieder Gewinnspiele, wo man die Bücher und meistens rosa Sachen, wie sie die jungen Mädels offenbar lieben, gewinnen kann und die 1963 geborene in Hamburg lebende Flugbegleiterin scheint auch ein großes Fanpublikum zu haben.

Da man E-Bücher nicht im offenen Bücherschrank finden kann, beziehe ich mein Indie-Buchwissen nur im Internet und da staune ich über die vielen Schattenautoren, die man im Buchhandel nicht finden kann, über die die Blogger und wohl auch andere Literaturexperten, die Nasen rümpfen, die aber, nicht alle wahrscheinlich, aber  viele, höchst erfolgreich sind.

Stellt sich nur die Frage, wer wird das alles lesen?

Oder wird es gelesen? Aber wenn man auf die „Amazonseite“ geht, gibt es da Fünfstern Rezensionen zu Hauf, auch wenn die vielleicht von Freunden stammen und eine vielleicht etwas weniger euphorische Rezension oft kritisch kommentiert wird.

Vor einigen Jahren habe ich einen anderen Artikel über einen Indie Autor geschrieben, den ich über Anni Bürkls  Seite kennenlernte, nämlich den Krimi Autor und Biographienschreiber Bela Bolten.

Das Biografienschreiben hat er vielleicht schon aufgegeben, nachdem er mit seinen Krimis offenbar ebenfalls sehr erfolgreich wurde.

Inzwischen gibt es, glaube ich, sechszehn Krimis und Bela Bolten, der ja mit Krimis aus dem zweiten Weltkrieg begonnen hat, über die ich in meinem damaligen Artikel auch geschrieben habe, hat inzwischen eine neue Serie, die sogenannten „Berg und Thal Krimis“, die am Bodensee ermitteln und wo es jetzt gerade, wenn ich mich nicht irre, Fall neun, „Mordbrenner“ gibt.

Die Bücher gibt es auch als Taschenbuch, werden aber wahrscheinlich nicht so einfach in den Wiener Bücherschränken zu finden sein und die „Kindle-Bücher“ bekomme ich nicht auf meinen Rechner. Ich habe es versucht, denn ich habe einmal eines bei einem von seinen Gewinnspiele, wo man auch ein Wochenende am Bodensee, um sich den Tatort anzusehen und vom Autor herumgeführt wurde, gewinnen konnte, gewonnen.

Auch er ist sehr erfolgreich und die Krimis, in die ich mich über die Leseproben eingelesen haben, erscheinen mir sehr qualifizert.

Wolfgang Tischer, der sich auch sehr mit den Selbstpublishern beschäftigt und immer wieder Seminare macht, wie man seine Bücher selbst herausgeben kann, hat ja, glaube ich, auch einmal untersuchen lassen, was es für qualifizierte Selbstmacher gibt und Leipzig gibt es inzwischen auch Selbstpublisher-Preise.

Aber da muß man im Internet publizieren und das tue ich ja nicht, also falle ich wieder einmal hinaus und habe mich auch noch immer nicht entschließen können, es auch einmal mit dem „Amazon-Direkt Publishing“ zu versuchen, weil ich da sicher Vorurteile habe, etwas an der großen „Amazon-Kritik“ stimmt ja sicher, obwohl er der erste war, der den Markt für alle geöffnet hatte, während es vorher geheißen hat, wenn du es erst einmal selbst machst, bist du unten durch und kannst nie und und keinen Umständen einen Verlag finden!

Das scheint jetzt vorbei, denn Jacqueline Vellguth meint sogar, daß man durch viel selber publizieren erst dahin kommen kann und einige Autoren, wie Nele Neuhaus, von der ich demnöchst was lesen werde, oder Elke Bergsma, von der ich einen Band gelesen habe, sind erst durch ihre großen Selbsterkäufe zu den Verlagen, beziehungsweise die zu ihnen gekommen.

Bei mir fürchte ich, klappt das nicht, zumindest tut es das nicht im „Literaturgeflüster“, was man vielleicht mit dem großen „Amazon“ nicht vergleichen kann.

Wenn man es nicht versucht, weiß man es nicht, klar, aber die Genres, die dort Erfolg haben sind Krimis, Phantasie, Chiclits, etcetera, das schreibe ich nicht und bleibe daher wahrscheinlich bei meinen selbstgedruckten fünfzig Büchern, die ich versuche, dann im Netz zu vermarkten.

Interessanterweise kommen die meisten Anfragen von meinen Klienten, die mich dort gefunden haben, während die Autorenkollen skeptisch sind und „Eigenverlag wollen wir nicht!“ oder „Wir können nicht alles lesen, es gibt ja schon so viel!“, sagen.

Es ist wie es ist, hat Erich Fried einmal geschrieben und ich versuche mich damit abzufinden, beziehungsweise so weiterzumachen, wie ich es kann und auch weiter hüben und drüben, über den Tellerrand zu schauen, zu dem „Hanser-Experiment“: „Morgen mehr“ zum Beispiel, aber auch zu Jacqueline Vellguth, diezumindestens mir Mut machte, daß man durchaus drei Bücher im Jahr veröffentlichen kann und sich nicht dafür genieren muß und ich bin immer noch gespannt, ob sie die zwölf schafft und habe sogar schon gedacht, ähnlich wie das Buchpreislesen, das auszuprobieren, denke aber, daß ich zwar in einem Monat einen Rohtext schreiben kann. Das aber wahrscheinlich nicht zwölf Mal hineinander und selbst wenn ich es sechs oder siebenmal schaffen würde, würde ich die nächsten Jahre zum Fertigmachen brauchen und das sich Ausschreiben, das Hudeln und sich Wiederholen, ist ja zumindestens ein Thema, das sich bei mir sicher stellen würde und wo ich aufpassen sollte.

Die Idee ist aber sehr interessant und kann sicher etwas verändern und vielleicht die Gräben zwischen hüben und drüben, Qualität und Qualität oder Profi und Amateuere etwas zusammenzubringen.

Mich hat sie dazu gebracht, mich wieder einmal bei den „Selbstpublishern“, von denen ich die meisten wahrscheinlich gar nicht kenne, umzuschauen.

Und wenn ich schon bei den Krimiautoren und bei Anni Bürkl war, ist die auch sehr interessant, die publiziert zwar zumindest ihre Krimis nicht selber, sondern bei „Gmeiner“, da gibt es mittlerweile fünf Berenike Roihtner Krimis, von denen ich mich mit „Schwarztee“ und „Ausgetanzt“ etwas beschäftigt habe. Sie hat  jetzt aber auch eine Selbstmacherschiene und dort einen Liebesroman herausgegeben und zwei historische Krimis, von denen ich die „Spionin von Wien“ auf meiner Leseliste habe, gibt es auch.

Interessant wieder einmal über den Tellerrand zu schauen und sich mit den „Selbermachern“ und anderen Autoren zu beschäftigen.

Und meine Lieblingsbücher, die Satzanfänge und die Vorschau auf das neue Buch, das gerade erschienen ist, gibt es bei mir auch und inzwischen elf Szenen von  „Paul und Paula“,  14.519  Worte, beziehungsweise 32 Seiten und   stehe gerade wieder an.

2016-01-15

Zustands- und Schreibbericht

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 12:41
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„Wie geht es mit dem neuen Schreibprojekt der Transgendergeschichte Paul und Paula?“, werden meine Leser vielleicht fragen.

Nun wahrscheinlich so, wie vor ein paar Jahren mit der „Paula Nebel“, die mich ja in eine Krise stürzte und anschließend zum „Literaturgeflüster-Texte-Buch“, meinem einunddreißigsten Selbstgemachten führte und ansonsten gar nichts änderte.

Das heißt ich habe weiter geschrieben und geschrieben, wurde zum Leidwesen vom Alfred immer schneller dabei und hatte gleichzeitig das Gefühl ausgeschrieben zu sein.

Das hatte ich auch im November und Dezember, als ich am „Adventkalender“ schrieb, beziehungsweise korrigierte. Jetzt kann ich nichts mehr Neues schreiben, jetzt ist alles angeschrieben und dann unbeachtet geblieben, jetzt werde ich vielleicht im neuen Jahr ein paar Skizzen machen, etcetera.

Dann kam die Idee zu „Paul und Paula“,  ich habe, während ich korrigierte, die ersten Notizen gemacht.

Was ich hatte, war eine Einstiegsszene, Paul triff Paula in der „Villa“, er trägt ein rotes Seidenkleid und singt mitllerweile Zarah Leander oder Marlene Dietrich in eben diesen Lokal.

Ob das der Prolog ist oder ab in die Vergangenheit der Beiden, um zu erklären, wie es dazu kam, daß sie wurden, wie sie sind oder die Einstiegsszene war mir lange nicht klar, auch nicht ob die Beiden zusammenkommen?

Die Einstiegsszene, weder Prolog, noch erstes Kapitel genannt, habe ich dann in der ersten Schreibgruppe des Jahres, also letzten Donnerstag geschrieben.

Da hatte ich mich schon ein bißchen in die Transgenderliteratur eingelesen, es gibt ja auch zufällig gerade einen diesbezüglichen Film und mir einige „You-tube-Videos“ angesehen.

Spannend vielleicht auch, daß das Thema der Schreibgruppe Künstler war, denn Transvestiten, sind Kunstfiguren erklärte in der Diskussion Klaus Khittl und schickte mir einiges Material, damit ich mich in das Thema einlesen kann.

Ob ich das will und soll oder die Geschichte frei aus dem Bauch ganz naiv sich entwickeln lassen, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht ganz klar. Aber, daß ich dazu, ähnlich, wie bei der „Mimi“ einen Probleleser brauche, ist schon wichtig und fein, wenn es einen gibt.

Dann habe ich wieder losgeschrieben, ab letzten Freitag, glaube ich und es gibt bis dato 14  711Worte, cirka 32 Seiten und 11 Szenen und ich habe in der letzten Woche zwischen meinen Stunden und am Wochenende geschrieben und geschrieben.

Habe erste Ideen entwickelt und Material gesammelt. Den Prolog weggelassen und es gleich mit Paul beziehungsweise Paula beginnen lassen. Die ersten vier Szenen spielen in der „Valla“, dann besucht Paul seine Schwester, Paula geht laufen, der Paul singt in der „Villa“: „Kann denn Liebe Sünde sein“, mit Küßchen in die Menge und entsprechenden Schwungaufschlag, wiederholt das nocheinmal bei seiner Schwester beim Geburtstagsfest seiner dreizehnjährigen Nichte und freundet sich dazwischen ganz vorsichtig und unverbindlich mit  Paula an, bei der sich die Schatten der Vergangenheit melden.

Die Mutter ruft an, der Vater hat Diabetes und grauen Star, ein Fuß soll amputiert werden und er möchte sich mit seiner Tochter aussöhnen. Sie bekommt wieder Panikattacken und sieht Gespenster auf der Straße.

So weit, so what und klingt eigentlich ganz gut, nicht wahr?

Aber und das ist vielleicht das Problem, so ist es mir mit „Paula Nebel“ vor ein paar Jahren vielleicht auch gegangen. Da habe ich auch ohne Konzept Szene für Szene vor sich hingeschrieben war nach sechzig bis siebzig Seiten fertig und habe gebloggt, ich bin in der Krise.  „Paula Nebel“ ist trotzdem erschienen und hier ist das Problem, daß ich eigentlich noch nicht wirklich weiß, wo ich hin will und auch nicht wie es weitergeht.

Auch kein Problem, könnte man meinen, denn merke dir endlich, liebe Eva, ein Roman schreibt sich nicht in einer Woche, das braucht Jahre und das scheint auch die Profis von den Amatueren und den Gebrauchsschreibern zu trennen.

Also das Ganze noch einmal durchgehen, die Schneeflockenmethode hernehmen, clustern oder ein neuerliches Brainstorming machen, was alles noch passieren kann. Die Handlung von A-Z konzipieren oder mir mögliche Szenarien aufschreiben.

Eine Idee habe ich ja noch,  ins „Sigmund Freud Museum“, wo  Paula gearbeitet hat, könnte ich auch zurückgehen und  Paul hat eine Nichte, die vielleicht magersüchtig ist, also wäre das ja schon Stoff.

Beim Szenarienschreiben und geduldig wieder von vorne anfangen, war ich ja nie gut, aber vielleicht wäre das eine Chance, mich weiterzuentwickeln, statt wieder nur das Nächste anzufangen, den Februarroman zum Beispiel, um bei Jaqueline Vellguts Plänen zu bleiben.

Ich will ja endlich einmal ein Jahr für ein Rohkonzept brauchen und müßte mir vielleicht auch überlegen, wie ich mit dem Material, das ich habe, einen Roman aufbaue.

Am Wochenende korrigieren und plotten und am Mittwoch vielleicht in der Stadt spazieren und Szenen sammeln, in die Theorie kann ich mich auch noch einlesen, mit Betroffenen sprechen, etcetera.

Im Hintergrund lauert, glaube ich, die Angst, daß es wieder nichts wird, bei der „Paula Nebel“ und dem Folgeprojekt „Die Wiedergeborene“ war es so und, ich glaube, inzwischen die Hauptursache der Krise, war das mangelnde Feedback.

Denn was ist, wenn mir der große Wurf gelingt und niemand merkt es und niemand geht hin?

Und da hatte ich gestern in der „Alten Schmiede“ auch wieder deprimierende Erfahrungen, habe ich da ja wieder die Journalistin getroffen, die mir seit zwei Jahren verspricht, daß sie mich irgendwann ganz sicher interviewen wird,“Im Juni melde ich mich, wenn das mit der Radioschiene klappt!“, etcetera und der Journalist oder Autor war auch da, den ich vor ein paar Jahren einige meiner Bücher für eine Literaturhausrezension gegeben habe, was ja auch nicht und nicht zu klappen scheint.

Da hat der Janko Ferk zwar die der „Sophie Hungers“ gemacht, aber wenn ich es versuche, scheint es nicht zu klappen, weil kein Geld oder „Eigenverlag wollen wir nicht!“ oder was auch immer…

Keine sehr rosigen Alternativen also, aber wenn ich nicht zu schreiben aufhören will, bleibt mir nichts anderes über, als weiterzumachen und versuchen aus dem „Paul und Paula-Thema“ einen ultimativen Roman zu machen, ganz egal, ob das jemanden auffällt oder nicht.

Die Verwerfung

Weiter geht es mit der Graphic Novel Schiene des „Zwerchfell-Verlags“,  jetzt mit der „Verwerfung – eine Geschichte aus dem dreißigjährigen Krieg“, des 1988 in Innsbruck geborenen Lukas Kummer,  der 2007 nach Kassel zog und dort Illustration und Comic studierte.

„Lukas Kummer“, steht am Buchrücken „erzählt eine historisch versierte Antikriegsgeschichte, die keine erbauenden Schlachten zeigt oder verklärte Heldenromantik zuläßt, sondern einzig und allein von den Opfern des Krieges erzählt.“

Und das macht der junge Zeichner sehr brutal und höchstwahrscheinlich mehr als realistisch, fast in Michaela Falkners Manier und die Geschichte von den beiden Kindern, Jakob und Johanna, die da Mutterseelen allein durch die Kriegsgebiete wandern, könnte sich wahrscheinlich auch in Syrien oder Afhanistan zutragen und von Kindersoldaten handeln.

Denn das sind die Beiden, die Mutter ist bei der Geburt des kleinen Jakobs gestorben, der Vater war bei den Soldaten und ist umgekommen und die Kinder, Johanna hat sich als Junge verkleidet, nennt sich fortan Harald „um ihre Fut zu schonen“ und ist von den Soldaten, obwohl es dort zu essen gab, geflohen, als denen dort offenbar ihre Brüste auffielen.

Der kleine Bruder schloß sich an und ist nun offenbar offenbar Last der älteren sehr verhärteten Schwester, die mit ihm schimpft, wenn er hustet, seine Sachen nicht tragen will oder so schnell nicht mitkommen kann.

Denn es ist wahrscheinlich nicht lustig im Winter über die verbrannten Felder zu ziehen, die Leichen baumeln von den Bäumen oder liegen von der Pest dahingestreckt am Boden und die alte Frau, die finden, lebt zwar noch, beginnt aber schon ihre eigenen Zehen zu essen….

Furchtbar, furchtbar und nichts wie weg, trotzdem versucht die Schwester, weil sie es dem Vater versprochen hat, dem Kleinen, der, vielleicht nicht ganz so realistisch, wie sie ist, sondern die Sterne beobachtet und auch mal vor sich hinphilosophiert und sich seine Gedanken über das Leben, wie er es kennenlernte „mit jeder Tat ob gut oder böse vernichtet man sich immer mehr ein Stück weit selber“, macht, das Lesen beizubringen, damit er vielleicht später Schreiber werden kann.

Sie will eigentlich bei den Soldaten bleiben und als sie einen ausgehungerten Marketender finden, der zwar noch Gold in seinen Kleidern, aber nichts mehr zu essen hat, nimmt sie ihm ganz brutal das, sein Patent und seine Kleider weg, in der Hoffnung, damit selber ihre Geschäfte zu machen.

Der Kleine warnt sie noch, daß das nicht gut gehen kann, weil ja nicht ihre Namen auf dem Papier stehen. Sie finden ein Nachtquartier und einen Topf mit Wasser, wo sie sich waschen können, dann kommen schon die Soldaten, finden das Gold und das Patent, vergewaltigen das Mädchen „der Soldat muß ja auch was haben für seine Kriegsmüh“ und hacken ihnen am Schluß noch die Daumen ab.

Der kleine Jakob stirbt und das Mädchen zieht weiter durch den Krieg und die Nacht mit verbundenen Händen…

Eine sehr brutale Geschichte, schön gezeichnet und „versiert recherchiert“ wie schon erwähnt.

Wird wohl so  gewesen sein, im dreißigjährigen Krieg, im World war one or two und jetzt in Afghanistan, Syrien, Irak etcetera, denn „Gut und böse das gibt es sowieso nicht. Das ist nur eine Erfindung. Es war immer nur die Mühsal und das Verheizen!“, philosophierte der kleine Jakob, als er noch nicht gestorben war und ich denke wieder an Michaela Falkners Manifeste, an die Flüchtlingsproblematik, die uns das letzte Jahr begleitet und daran, daß ich eigentlich etwas Schöneres lesen will….

Die Titelgebung habe ich nicht ganz verstanden.

2016-01-14

Wien literarisch betrachtet

Unter diesem Motto standen heute die „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“

Renata Zuniga stellte unter diesem Titel Thomas Losch und Peter Campa sowie Ruth Aspöck mit ihrem „Jadran heißt die Adria“ vor.

Thomas Losch und Peter Campa zwei originelle Wiener Typen könnte man meinen, dabei wurde Thomas Losch 1943 in Mumbay geboren und erst später mit seinen Eltern nach Österreich gekommen und hat 2009 auch bei dem von mir organisierten „Tag der Freiheit des Wortes“ gelesen.

Jetzt stellte er sein bei „Sisyphus“ erschienenes Buch „Der neiche Frisör hat ihr die letzten  Hoar ausgrissen“ vor und das ist eine Ansammlung von Betrachtungen, wo sich der Erzähler oder Autor in eine Konditorei oder Gastgarten begibt und dort während er versucht, seine Prosatexte zu schreiben, den Leuten sozusagen auf den Schnabel schaut, das heißt ihre Wienerischen Äußerungen, daß ein Ehemann ein „Hendl in die Mikorwelle schieben soll“, beispielsweise, versucht auf Hochdeutsch übersetzen.

Er fährt auch U-Bahn oder Straßenbahn und begegnet dabei zwei „Giftlern“, die von einenm „Rauberl in einer Trafik“ erzählen. Einze seltsame Formulierung von zwei jungen Burschen und wenn ich mich recht erinnere, hat Heidi Pataki, die verstorbene GAV-Präsidentin, auch einmal ein Gedicht gehabt, das von den Wienerischen Verniedlichungen handelte und dazu passt natürlich der 1954 in Wien geborene Peter Campa, der laut „Wikipedia“ als „Vertreter der österreichischen Genreliteratur“ bezeichnet wird und den ich auch als ausgesprochenes Wiener Original bezeichnen würde.

Kennenglernt habe ich ihm einmal während eines von Ernst Kostal organisierten „Wahnsinnsymposiums“ und habe  seine „Zweite Reise“ gelesen. Er ist auch Stammleser im „Read!!!ingroom“ und hat dort, das hat mir Gabi Rökl am siebzehnten Dezember erzählt, dort schon seinen seinen „Friedrich Kudrna“ vorgestellt. Das ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die, glaube ich, fertig, aber noch nicht erschienen sind und, die, wie Renata Zuniga in ihrer Einleitung erläuterte, von der „Wiener Seele“ handeln.

Friedich Kudrna ist ein sechundfünzigjähriger pensionierter und geschiedener ÖBBler  und Peter Campa las drei Geschichten vor, die so lustig waren, daß er selber dabei mehrmals lachen mußte.

Die erste handelt von einem stichfesten Joghurt, das er in einem Supermarkt zu seiner besseren Verdauung kauft, dann aber wegen verschiedener unglücklichen Umstände vorzeitig, den Supermarkt verlassen muß.

Dann kam eine Geschichte von einem Reihenhausgarten, wo der Herr Nachbar durch ein Loch in seinen Garten blickt und ihn anzeigte, weil er den Rasen nicht genügend mähte und auch sein Fahrrad an den falschen Stellen anlehnt und dann gab es noch die Geschichte von der „Freude an der Arbeit“, die die Mutter dem kleinen Fritzi austrieb, in dem sie ihm anleitete, so lange den Boden aufzukehren, bis man von ihm essen konnte.

Dazu passte dann Ruth Aspöcks Buch über die bosnische Servierin Susana nicht ganz dazu oder doch wahrscheinlich, weil es ja in Wien spielt und die Susana von Bosnien wegen des Krieges in den Neunzigerjahren dorthin gezogen ist und interessant finde ich dazu die Parallelen zu den anderen Texten, insbesondere von dem von Thomas Losch, der  in den Gasthausgärten soviel Wienerisch hört, während Ruth Aspöck von den vielen Sprachen las, die die Flüchtlinge sprechen oder lernen müßen. Die Susana hat in Banja Luka Serbokroatisch oder Bosnisch gesprochen und Russisch in der Schule, aber kein Englisch gelernt und das Deutsche erst in Wien lernen müssen.

Ein paar bekannte im Publikum, die Journalistin, die mich einmal interviewen wollte, Ilse Kilic und auch der Herr, dern ich einmal im Literaturhaus ein paar meiner Bucher zum Rezensieren übergeben habe und dazu passt gut, daß heute im Literaturhaus die Regionalversammlung der IG Autoren gewesen ist, die ich versäumte, weil ich Peter Campa und seinen Herrn Kudrna hören wollte und noch etwas habe ich zu vermelden, das neue Buch ist gekommen und wird hier demnächst vorgestellt.

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