Literaturgefluester

2016-02-01

Zwischen Peter Handke und Jochen Jung

Von dem intensiven Salzburger-Literatur-Wochenende ist es gleich in die „Alte Schmied“ gegangen, denn da ist es mit Salzburg  weitergegangen oder eigentlich mit einer „Stunde der literarischen Erleuchung“, wo Andrea Winkler eine frühe Peter Handke Erzählung vorstellte und der hat ja eine Zeitlang in Salzburg gelebt und Jochen Jung der berühmte „Residenz-Verleger“ hat, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erwähnte, zu dem berühmten Dichter, beziehungsweise mit der 1975 entstandenen Erzählung „Die Stunde der wahren Empfindung“ einen besonderen Bezug gehabt und die aus der Andrea Winkler Teile gelesen hat, hat mich an den am Sonntag in Salzburg gesehen Film „Die dunkle Seite des Mones“ nach einem Roman von Martin Suter stark erinnert, geht es da ja um einen Mann namens Gregor Keuschnig, der träumt, daß er jemanden ermordet hat, was dann seit ganzes Leben, beziehungsweise seinen nächsten Tag verändert.

Er sagt seiner Frau, daß er nicht mehr mit ihr leben will, was sie allerdings, da er das in einem Reim tun, nicht glaubt, sondern weiterschläft und steht den ganzen Tag daneben und will sein Leben verändert.

In dem Film nimmt der Held, ein erfolgreicher Wirtschaftsanwalt Drogen, dann wird das Böse in ihm herovrgekehrt, er wird zum Mörder und seiner Frau sagt er ungefähr das Gleiche und eine Geliebte hat er auch.

In der Handke-Erzählung, die übrigens erstaunlich realistisch ist, Andrea Winkler hat es konventionell genannt, ist es nicht so arg und der Name Gregor erinnert natürlich an Kafka und zu einer „Verwandlung“ kommt es auch oder auch nicht und das wurde von Andrea Winkler kommentiert, bezeihungsweise diskutiert und das Buch von dem es noch ein paar Exemplare gibt, konnte man sich in der Pause am Büchertisch anschauen, denn um halb acht, gab es eine zweite Veranstaltung, denn da kam Jochen Jung wahrscheinlich aus Salzburg und präsentierte, sein bei „Haymon“ erschienenes Buch „Zwischen Ohlsdorf und Chaville“, wo es um zweiundzwanzig Portraits oder Episoden über Schriftstellerm geht, die der „Residenz-Verleger“ Jochen Jung im Laufe seines Lebens kennenlernte.

Ohlsdorf ist der Ort wo Thomas Bernhard seinen Bauernhof hatte, Handke hat außer in Salzburg auch in Chaville, gelebt und am Freitag hat Jochen Jung im Radio ein Kapitel über Inge Merkl vorgestellt.

Jetzt hat er nach der langen Einleitung von Kurt Neumann, die ihm, wie er sagte etwas „verlegen“ machte, Kurt Neumann erwähnte dabei, daß der  1942 in Frankfurt am Main geborene, Jochen Jung, am 1. Februar 1975 als Lektor in der Salzburger Gaisbergstraße angefangen hat, am 1. Februar 2000 wurde er dann bei „Residenz“, der inzwischen schon verkauft war, entlassen, hat seinen eigenen Verlag gegründet und zum Schreiben hat er inzwischen auch angefangen.

Kurt Neumann nannte das Buch einen „Episodenroman“, was mich ein bißchen wunderte, ich hätte es Schriftstellerportraits genannt und Jochen Jung begann natürlich mit einem Kapitel über Thomas Bernhard, dann las er eines über Gert Jonke und ein kurzes, wie Peter Handke mit seiner grauen Mütze in Salzburg spazieren geht und gar nicht das, was Kurt Neumann vielleicht erwartet hätte und am Schluß wiederholte er das Kapitel von Inge Merkl und erzählte, daß die inzwischen so vergessen, wie Diana Kempf sei, aber von Diana Kempf habe ich  ein Buch in einem der Salzburger Bücherschränke gefunden und von Inge Merkl warten auch einige Bücher auf meiner Leseliste. Aber es ist sicher interessant, sich durch das Jung-Buch zu lesen und Erinnerungen aufzufrischen, obwohl es, wie Kurt Neumann erzählte, momentan gar nicht zu bekommen, sondern erst neuaufgelegt werden muß, da die im August erschiene Auflage offenbar schon vergriffen ist.

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