Literaturgefluester

2016-02-02

Im Paradies der Bücher

Jetzt kommt „Eine Plauderei in 11 Kapitel“ oder auch Band 9 der Text-Bildbände meiner Autorenkollegin Margot Koller, die 1941 geboren wurde,  die ich durch die GAV kennenlernte und die ihre Bücher ähnlich, wie ich selbst herausgibt und da wir bei den GAV-Sitzungen und auch sonst unsere Bücher tauschen, habe ich schon einige ihrer Werke in meinem Besitz.

„Flaschenpost an Josy“ , habe ich schon gelesen.

„Alle Wege führen zum Wasser und „Steine lächeln stille“ warten noch auf mich, das ist übrigens der erste Teil der „Text-Bildbände“ und die „Plauderei der Bücher“ beziehungsweise das Exemplar, das mir Margot Koller bei der letzten GAV-GV gegeben hat, ist übrigens etwas ganz besonders, nämlich ein Buch mit ihren Korrigernotizen, das heißt, es könnte einmal noch ganz wertvoll werden, allerdings haben sich inzwischen ihre handschriftlichen Anmerkungen mit meinen vermengt, denn ich streiche beim Lesen auch viel an.

„Die schönsten Dinge des Lebens bekommt man geschenkt! Jede Seite dieses Bändchens handelt davon“ steht am Buchrücken, darunter ist ein „Bild der Autorin beim Bücherflohmarkt vor dem Literaturhaus Salzburg am H. C. Artmann Platz“ zu sehen und am Cover sieht man eine Kiste mit lauter Büchern Colin Forbes „Kaltgestellt“ liegt  oben auf.

Gewidmet ist diese Plauderei „allen Büchernarren“ und es handelt eigentlich im großen und Ganzen vom Salzburger „Recyclinghof“ einem der offenen Bücherschränke dieser Stadt und der, wo sich Margot Koller ihre Buchbestände holt und, wie sie schreibt in dem Keller ihres Häuschen schon ein ganzes Regal davon aufgestellt hat.

Das habe ich inzwischen besichtigt,  mir auch ein paar der Bücher ausgesucht und nach Hause mitgenommen, denn Margot Koller ist sehr freigiebig und verschenkt viele ihrer Schätze.

Sie kommt bei ihren Büchertouren auch ins Gespräch mit anderen „Büchernarren“ und gibt ihre Erfahrungen über den Literatur- und Verlagsbetrieb auch gerne weiter.

So findet man in dem Buch auch ihre Anschrift und Mailadresse, damit man seine Erfahrungen mit ihr austauschen kann und dann geht es los mit den Plaudereien über den Salzburger „Recyclinghof“.

Jedes der elf, eigentlich sind es zwölf Kapitel, denn ein Nachwort, beziehungsweise eine biografische Notiz der Autorin gibt es auch, beginnt mit einem Bildchen aus ihren Bücherschätzen und ein Motto, beziehungsweise jeweils eine Conclusio gibt es auch und so switschen wir uns durch durch Margot Kollers Bücherparadies:

„Die Welt ist nicht größer als das Fenster, das du ihr öffnest“, heißt es da“ oder „Es lebe der Wertstoffhof- es lebe die Umtauschmöglichkeit“, beziehungsweise „Es lebe der Wertstoffhof- es lebe die Physik und das Schneckenstreicheln“ und dann kann man erfahren, was Margot Koller schon alles im Wertstoffhof gefunden hat.

So gab es zum Beispiel eine Überraschung mit „Venedig Recht Kultur und Leben in der Republik 697- 1797“ oder den „1000 Tagen die die Welt bewegen“

Es gab aber auch eine Verwechslung. So hat sie zum Beispiel einmal ein Buch eines Walter Russels statt des bekannteren  Bertrand Russel gefunden und das ist mir auch schon mal passiert, daß ich den Jean Amery mit dem Carl verwechselt habe und so einen Autor kennenlernte, auf den ich vielleicht sonst nicht gekommen wäre.

Margot Koller läßt einen aber auch immer wieder in ihr reiches Autorenleben blicken und erzählt zum Beispiel, wie die Verlage mit unverlangt eingesandten Manuskripten umgehen,  welche Werke sie interessieren und was überhaupt noch verlegt wird.

Sie erzählt auch, was man alles durch das „Impressum“ erfahren kann und lehrt uns, wie wichtig es ist, das genau zu lesen und man kann erfahren, daß die Titel bei den meisten Büchern von den Verlagen und nicht von den Autoren ausgewählt werden, so daß die bei Lesungen oft nur sagen „Ich lese aus meinem Buch mit dem Arbeitstitel XY!“

Bei Selfpublishern ist das natürlich anders, die können sich da freier bewegen und sind nicht so sehr auf Verlagsprognosen angewiesen.

Dann geht es wieder zu den Werkhoffunden und Margot Koller kommt von den Donna Leon Krimis zu den Lyrikreihen.

„Es lebe der Wertstoffhof- Es lebe die Lyrik“, heißt es da und im nächsten Kapitel berichtet sie von den Begegnungen mit anderen Bücherfreunden, die man dort machen kann.

„Es lebe der Wertstoffhof, wo man Gleichgesinnte treffen und Freude tanken kann“

Im zwölften Kapitel erfährt man  viel von den Büchern der Autorin und ich bin mit ihr vor kurzem durch Salzburg gezogen und habe auch die anderen Bücherschränke kennengelernt.

Margot Koller schwört auf den „Recyclinghof“, ich habe auch mit den anderen Salzburger und natürlich auch mit den Wiener Bücherschränken gute Erfahrungen gemacht und wer sich durch das zwölften Kapitel lesen will, kann über Margot Koller und ihre Bücherreihen  viel erfahren.

Wer sie in Wien kennenlernen möchte, dem kann ich ihre Lesung am 6. März  zum internationel Frauentag im der „Galerie Werkstatt Nuu“, in der Wilhelm Exner Gasse 15, um 17 Uhr sehr empfehlen, da liest sie über ihre „Salzburg-Wien Pendlerbewegungen“ und läßt vielleicht auch in ihre Buchpublikationen Einsicht nehmen.

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2 Kommentare »

  1. Liebe Eva, das ist ja eine ganz „liebevolle“ und gründliche Buchbesprechung geworden über „Das Paradies der Bücher“ bzw. die Paradiese der Bücher in Form der „Offenen Bücherschränke“. Herzlichen Dank, auch für den Hinweis auf die Wiener Lesung am 6. 3. Herzliche Grüße aus Salzburg wo das Wetter noch immer frühlingshaft warm ist – Margot

    Kommentar von Margot Koller — 2016-02-02 @ 09:23 | Antwort

    • War ein spannendes Buch, das vor allem für bibliophile Salzburger sehr interessant sein dürfte!
      Ich war ja gestern abend, nachdem ich noch unbedingt in die „Alte Schmiede“ mußte, obwohl es sehr interessant war, von Jochen Jung zu erfahren, daß sich Peter Handke, sofern der Jung in Salzburg wohnt, am Wochenende dort aufgehalten hat, schon sehr müde und erschöpft, als ich meine vier Artikel geschrieben habe, so daß ich mir gar nicht mehr sicher war, ob ich deinem Buch gerecht geworden bin, hat doch schon der Kopf geschwirrt von all den Buch- und Literatureindrücken und an der bibliophilen Völkerwanderung habe ich auch ein bißchen mitgeiwirkt, habe ich doch aus den Schränken vier Bücher genommen, darunter das der Diana Kempf, die schon auf meiner Liste standen, so daß man die wahrscheinlich bald im „Wortschatz“ finden kann.
      Auf deine bibliophilen „Pendlererfahrungen“ freue ich mich schon, bin aber nicht ganz sicher, ob ich an diesem Sonntag in Wien oder in Harland sein werde!
      Alles Gute und vielen Dank für deine kompetente Führung durch das literarische Salzburg, das mich und hoffentlich auch meine Leser sehr bereichert hat!

      Kommentar von jancak — 2016-02-02 @ 09:48 | Antwort


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