Literaturgefluester

2016-03-09

Eigene Bücher lesen

Mich in meine eigenen Bücher wieder einmal ein- und durchzulesen, habe ich mir ja am Wochenende vorgenommen und habe das  am Samstagabend in der Badewanne mit dem „Literarischen Leben der Dora Faust“ auch getan und das war sehr interessant.

Denn „Besessen“ ist ja eines meiner früheren Werke. Das achte oder neunte Selbstgemacht, 2004 erschienen und eines, wo ich, ich glaube unter Eifluß von Sophie Kinsellas „Schnäppchenjägerin“, jedenfalls gibt es immer wieder zum Teil Originalabsage oder Bewerbungsbriefe von mir und die Ich-Erzöhlerein spricht auch eine Person oder den Leser direkt an, über das erfolgsfreie Schreiben geschrieben habe.

Diesen Ausdruck habe ich, glaube ich, Peter Danzinger „geklaut“, der ja gar nicht so erfolgsfrei ist und es beginnt mit dem vierzigsten Geburtstag der Dora. Da will sie vierzig Leute einladen, es kommen aber nur acht und ihre Freundin Hanna, nimmt sie zur Seite und flüstert ihr ins Ohr „Schreib doch nicht immer so viel über das erfolglose Schreiben, weil das ja niemanden interessiert!“.

Das hat mir damals meine Schriftstellerkollegin oder Freudnin Elfriede Haslehner wirklich so gesagt, dann schenkt sie ihr ein LyrikBändchen, die Schriftstellerkollegin Margarete schickt ihr ihr zweites Buch ziurück, weil sie sich darin zu erkennen glaubt, das hat Hilde Langthaler mit den „Schreibweisen“ so getan, die Dora hat schon fünf „Book on Demands“ gemacht, das wird damals bei mir auch so gewesen sein.

Die will sie herzeigen, niemand will sie sehen und ihre euphorische Freundin Lotte schnenkt ihr einen Gutschein für eine Schreibanimation in der VHS Brigittenau. Das habe ich erfunden. Meine Freundin Elfi hat mich damals aber gefragt, ob das tatsächlich so geschehen ist?

Nein, aber 2000  habe ich das erste Mal bei einem der „Luitpold-Sternpreise“, die es nach dem „Bawag-Skandal“ dann nicht mehr gab, gewonnen und bin daraufhin eine Zeitlang in die Schreibwerkstatt der Eveline Haas, zu der ich damals  eingeladen wurde, gegangen.

Die, eine liebe Animatorin, hat mir  auch den Buchtext geschrieben und die Dora schwört am nächsten Morgen hoch und heilig, niemehr eine Zeile zu schreiben. Hält ihren Schwur aber natürlich nicht ein, sondern hantelt sich in weiterer Folge von Geschichte zu Geschichte.

Wow, da hätten wir ja schon die „Wurfgeschichten“ und ich dachte ernstlich, das wäre mir jetzt erst eingefallen oder hätte ich dem Blog von „Federkiel“ entnommen.

Mitnichten, sie bekommt von ihrem Nachbarn, dem Philpharmoniker Johannes Sedelmayer, da gibt es eine eigene Geschichte, die in einem der „Best of Bücher“ enthalten ist, einige erzählt, die vom Clown Carlo Golzi, von dem alten Herrn Max, der nach der Frau Rrezoly fragt. Einen geheimnisvollen Fremden trifft sie auch am Donaukanal und einem Arzt im AKH, wo sie ihre Freunin gerti besucht, der hält sie für eine Praktikantin. Sie erzählt ihm die Geschichte vom Clown Golzi und ihr Nachbar entdeckt sie dann ein paar Wochen später im „Standard“, denn der  Psychiater ist auch Schriftsteller und hat die Dora für seine Muse gehalten, während er ihr Stipendiumansuchen ignorierte.

Ich hab das Manuskript damals, glaube ich, noch sehr herumgeschickt und Andreas Brunner von der literarischen Agentur hat mir, glaube ich, geschrieben, daß das ein sehr seltsamens Genre ist und er nicht wüßte, was er damit anfangen soll?

ich habe das inzwischen auch geglaubt, jetzt beim Wiederlesen aber gedacht, das ist eigentlich wunderbar auskomponiert und diese Erfahrung, daß mir meine Bücher eigentlich gefallen, habe ich beim Wiederlesen schon öfter gemacht.

Um nicht mißverstanden zu werden.Natürlich tut ihnen ein Lektorat sehr gut und wahrscheinlich darf man, wenn man literarisch sein will und nicht Friederike Mayröcker heißt, die alles darf, „daß“ nicht mehr mit scharfen „ß“ schreiben. Ich habe kein Lektorat, so steht es bei mir drinnen und die Reaktion auf meine Texte ist dann gleich null weil „Es gibt ja eh schon so viel, da muß ich mich nicht noch mit dem Selbstgemachten belasten und natürlich gibt es bei meinen jetzt schon an die vierzig Büchern viele Wiederholungen.

Ich schreibe sehr schnell, bin wahrscheinlich ein wenig schlampert, schummle mich auch vielleicht, um die Tiefen herum. Aber bei den Bücher, die ich jetzt wiedergelesen habe, gibt es einige, die mir gefallen und wo ich mir dann dachte „Wow, das ist doch gar nicht so schlecht und warum ist es dann so unbeachtet geblieben?“

Denn bis 2004 habe ich meine Manuskripte noch regelmäßig herumgeschickt und nicht einmal der „Resitenz-Verlag“ hat sie nehmen wollen, owohl mir der Verleger zwei liebe Briefe geschrieben hat und mich auch einmal zu einem Treffen lud, das dann nicht stattgefunden hat.

Seit 2000 mache ich sie selbst, bin damit wahrlich vom Regen in die Traufe gekommen, das steht auch schon in der „Dora Faust“, die erst fünf hat und am Ende mit einem dreitausend Schilling-Honorar für eine Veröffentlichung im „Milena Verlag“, die es bei mir, allerdings ohne Honorar gab, nach Stockholm fliegt, um sich den Nobelpreiswirbel anzusehen.

Seit 2008, wo ich blogge, schicke ich nicht mehr oder so gut, wie nicht herum und denke, der Blog sollte das ersetzen. Tut er aber nicht, denn es hat sich zwar einmal Paul Jaegg bei mir gemeldet und Ju Sophie hat meine „Mimi“ ziemlich verrißen, aber sonst meldet sich bei meinen Gewinnspielen, die ich seitdem mache, kein Schwein.

So denke ich dann selber, ich bin ausgeschrieben, zu schlampert, zu flüchtig, zu schnell, zu wenig abgehoben und was auch immer und habe das auch bei meinem Erstling, meinem Debutroman „Hierarchien oder der Kampf der Geräusche“ der1990 bei Jack Unterweger „Edition Wortbrücke“ erschienen ist, so gedacht.

Der hatte ein paar gute Rezensionen in Bibliothekszeitungen, eine sehr müde paar Zeilen Notiz im „Falter“ und in der „Literatur aus Österreich“ eine vernichtende Kritik von einem, der bei der Bewerbung, gar nicht so ablehnend gewesen ist, mir aber damit sämliche Chancen auf ein Nö-Stipendium, wenn ich welche gehabt hätte, genommen hat.

„Na gut, ein Erstlingswerk!“, habe ich gedacht, Peter Zumpf hat mir ungefähr, wie manche meiner hiesigen Kritker, „Das ist das Unnötigste vom Unnötigsten und man versäumt nichts, wenn man es nicht gelesen hat!“, geschrieben und ich habs vor ein paar Jahren wiedergelesen und habe gedacht „Wow, das ist doch gar nicht so schlecht!“

Vor ein paar Jahren habe ich mir das beim „Wiener Stadtroman“ auch gedacht. Bei anderen denke ich mir das nicht und denke auch, daß es schon stimmt, daß ich manchmal zu schnell, zu oberflächig und zu schlampig bin.

Aber einige Sachen gefallen mir und ich habe auch meine Lieblingsbücher und gestern morgen, habe ich ein anderes Frühwerk, nämlich die „Gloablisierungsnovelle“ gelesen, die ich schon fast vergessen hatte und habe mir auch gedacht „Na so schlecht ist das nicht!“

Zun Weiterschreiben, des „Märzromans“ wenn man es so nennen will, bin ich dagegen noch nicht gekommen, denn da ist der Widerstand in mir nach wie vor da und wenn ich jetzt schon die „Wurfgeschichten“ in der „Dora Faust“ geschrieben habe und in den „Hierachien“ vieles schon enthalten ist, was man auch in späteren Bücher wiederfindet, über was soll ich dann schreiben?

Über eine depressive Schriftstellerin, die zum Psychiater geht, zu einem übrigens, der in der „Frau auf der Bank“ vorkommt und die Sveti inzwischen geheiratet hat und ihm von ihrer Schreibbloacke erzählt und aus „Wurfgeschichten“ einen Roman zusammenbasteln will, während ihre Heldin nicht weiß, ob man in Zeiten, wie diesen, wo alle die „Festung Europa“ stürmen auf Weltreise gehen kann und drei Studenten kennenlernt, die über Anne Frank Forschen und in einem Theaterstück über Heimito von Doderer und Stefan Zweig spielen.

Das kann natürlich etwas werden, wenn man die Geduld hat, es entwickeln zu lassen und ich bleibe auch daran. Ich verspreche es, so leicht gebe ich nicht auf, denn dann würde ich schon vierzig Jahre nicht mehr schreiben. Aber wirklich weiß ich nicht, über das ich da schreiben soll?

Meine anderen Bücher nochmal lesen, um mir auf die Spur zu kommen, habe ich ebenfalls vor. Allerdings komme ich mir da mit meiner Leseliste in die Quere, denn jetzt ist ja das neue Buch der Ronja von Rönne gekommen und das der Emily Walton und meine alten Bücher auf der Liste warten.

Aber das sollte ich tun, denn irgenwie denke ich, so allein, schnell und immer schneller vor mich hinschreibend, stehe ich an, da braucht es Feedback von Außen! Kommt  aber nicht!

Also bringt es mich vielleicht weiter, wenn ich mal ein bißchen erforsche, was ich so schon habe? Die Idee, den neuen Roman im Blog sozusagen, als Schreibbericht zu schreiben, gibt es  auch und sie ist vielleicht gut, weil sie wenigstens mir hilft, mich ein bißchen zu reflektieren und Bücher, an denen ich interessiert bin, jetzt wieder mal nach Jahren anzuschauen, gibt es ja genug, da ist die „Sophie Hungers“, „Die begrenzte Frau“, „Die Widergeborene“, die „Mimi“ und noch an die dreißig andere Bücher.

Ich habe auch schon gedacht, das vielleicht Angerissene und nicht Fertige, nochmals und fertig zu schreiben und dazwschen könnten „Die Berührungen“ wachsen oder auch nicht, wenn das nicht geht und die Sperrungen zu stark sein sollten.

Der „Sommerroman“, der „Winterroman“ und die „Paul und Paula“-Novelle müßen  auch noch fertig werden und eigentlich habe ich am Samstag gedacht „So schlecht bist du nicht!“

Auch wenn das niemand außer mir merkt, ich tue es und weil ich schon an die tausend Bücher besprochen und bewertet habe, bin ich, trotz aller blinden Flecken, die es schon geben wird, vielleicht gar nicht so unqualifiziert dabei, das zu tun, jedenfalls bin ich gespannt, was ich noch so bei meinem Selbstgemachten entdecken werde und werde berichten

Über die „Dora Faust“ hat mir Helmuth Schönauer übrigens eine Rezension geschrieben, die es im Netz aber, glaube ich, nicht zu finden gibt.

Man kann das Buch aber, wem es interessiert, im Internet und, wenn es  nicht vergriffen ist, auch bei mir kaufen.

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