Literaturgefluester

2016-03-13

Der Sommer in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte

Es geht gleich weiter mit den Künstlerbiographen, beziehungsweise mit einem preisverdächtigen Kanditaten für den  längsten oder ungewöhnlichsten Buchtitel.

Hat doch die1984 in Oxford geborene Emily Walton, die mir  2009 oder 2010, als sie noch für den „Kurier“ Rezensionen schrieb, durch ihre Publikationen  in „Ecetera“ oder  der „Wortlaut-Anthologie“ aufgefallen ist, ein Kapitel aus dem Leben des „Great Gatsby-Erfinders“, dem amerikanischen Schriftsteller Scott Fitzgerald, der von 1896 bis 1940 lebte und als knapp Dreißigjähriger mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter seine Sommer an der Cote d` Azur verbrachte, geschrieben.

Emily Walton, die 2012 Stadtschreiberin im Alsergrund war und in diesem Jahr auch ihr „Mein Leben ist ein Senfglas“ herausbrachte, hat inzwischen auch einige Reiseführer, darunter einen über Straßbourg, den wir vor eineeinhalb Jahren brauchen hätten könnten, geschrieben hat, ist für ihr bei „braumüller“ erschienenes Buch, „nach Princetowon, New York, Antibes und Paris“ gereist, wie ich dem Klappentext entnehme und hat ein sehr lebendiges Bild von dem kleinen verschlafenen Fischerdorf an der Cotes d` Azur gezeichnet, das 1926, wo das Buch hauptsächlich spielt, noch keinen Sommertourismus kannte.

Scott Fitzgerald ist zu dieser Zeit, der „Große Gatsby“ war schon geschrieben,  sehr bekannt gewesen, hat auch gut verdient und ist nach Europa gekommen, weil er seinen neuen Roman schreiben wollte und wahrscheinlich auch, weil in Frankreich leichter an Alkohol, als in Amerika heranzukommen war.

Und obwohl man sich damals noch nicht das Meer zum Sonnenbaden legte und es noch keinen Massentourismus gab, hat es in Juan-Le Pins, sowas wie eine Künstlerkolonie gegeben, nämlich, die „Villa America“, wo die Familie Murphy, Gerald und Sarah, mit ihren drei kleinen Kindern, ihre Künstlerfreunde wie Ernest Hemingway, Dorothy Parkers, etcerta einluden.

Die Fitzgeralds waren dabei und der Endzwanziger etravagant und, wie ein Dandy gekleidet, dem Aklohol nicht abhold, obwohl er ihn nicht vertrug, fiel dort, wie Emily Walton, wahrscheinlich recherchierte und dann blendend beschrieb, durch schlechtes Benehmen auf.

Man kann auch excentrisch sagen und Emily Walton meint auch, er war auf Ernest Hemingway eifersüchtig, der gerade von Spanien kam und an seinem „Fiesta“ schrieb. Ein Buch, das ich auf meiner Leseliste habe und heuer lesen will, wenn ich es nicht durch zuviele Neuerscheinungen verdrängen lassen, denn Scott Fitzgerald fiel gerade nicht sehr viel ein, die Murphys waren von ihm aber begeistert, so versuchte er ihm an seinen Verlag zu vermitteln und ihm auch bezüglich seines Mansuskriptes zu beraten. Aber sonst zerbrach er auf den Parties Gläser, stellte sich provokant vor die Gäste auf, fragte, ob sie homosexuell seien oder wieviel Geld sie verdienen und steckte auch einmal einer Prinzessin eine Feige in den Ausschnitt, worauuf er von den Murphys  Hausverbot bekam.

Das mit dem Zersägen des Kellners, hat er wohl in einer Geschichte beschrieben und vielleicht auch wirklich versucht, der Kellner wurde aber gerattet und als der Sommer vorbei war, war der Roman nicht geschrieben, die Frau Zelda krank. Sie hat den Rest ihres Lebens in Nervenheilanstalten verbracht. Die Murpys hatten ihren neuen Schützling und  selber ein paar Scicksalschläge. Die Cote d` Azur zur Modegegend und auf die verrückten Künstler, die sie 1926 dazu gemacht habt, weist heute, wie Emily Walton bei ihrer Recherche am Ort herausfand, ein Fitzgerald Menue hin, obwohl die wenigstens Gäste, eine Ahnung von dem Dichter haben, der 1940 an einem Schlaganfall verstarb, später aber durch die Verfilmung des „Great Gatsby“, ein Buch, das auch auf meiner Leseliste steht, ich glaube sogar auf Englisch, wieder berühmt wurde.

Durch Emily Waltons  dünnes Buch kann man sich eine Vorstellung von dem exentrischen Künstlerleben in den berühmten Zwanzigerjahren machen. Mir ist der gute Scott zwar nicht sehr sympathisch gewesen, aber trotzdem spannend zu erfahren, wie die Avantgardisten ihre Karriere machten oder sich zu Tode soffen, während anderswo Buchhänderlehrlinge für den Sozialismus kämpften und dann überhaupt eine große Krise über Amerika und Europa hereingebrochen ist.

Spannen auch wieder von Emily Walton zu hören, die ich persönlich, glaube ich, bei der „Texthobellesung“ kennenlernte und inzwischen auch in die GAV aufgenommen wurde, die aber nicht mehr soviel bloggt.

 

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