Literaturgefluester

2016-03-28

Die sieben Tage des Abraham Bogatir

Weil wir nicht mehr nach Ungarn fahren, habe ich jetzt von den Harland-Büchern, den Roman des 1925 geborenen György G. Kardos, eine DDR-Ausgabe, von 1980, die sich der Alfred wohl von seinen DDR-Besuchen mitgebracht hat, gelesen und auf den Autor bin ich schon im vorigen Jahr aufmerksam geworden, als ich die ebenfalls schon ältere „UngarnAtnhologie“ bei unseren beiden Ungarn-Aufenthalten gelesen haben.

Und der Roman des Autors über den man nicht sehr viel im Netz findet, der „Wikipedia-Eintrag“ ist auf Ungarisch, die DDR-Bücher scheint es nicht antiquarisch zu geben, wurden sie ja, glaube ich, 1989  in großen Stil weggeworfen oder vergraben, nur einen alten „Spiegel-Eintrag“ über den Roman, der 1947während palästinesischen-israelischen Krieges in dem kleinen Dörfchen Beer-Tuvia spielt und György G. Kardos, der 1997 in Budapest gestorben ist, wurde 1944 von den Faschisten in ein Arbeitslager verschleppt. Dann wanderte er in das damalige Palästina aus, kam wieder nach Ungarn zurück, hat über seine dortigen Erlebnisse einen Roman geschrieben, der, wie im Klappentext steht, ein großer Erfolg  und in die verschiedensten Sprachen übersetzt wurde.

„Die sieben Tage des Abraham Bogatir“, sind wahrscheinlich eine biblische Anspielung, der Abraham wird auch mit dem Hiob verglichen und auf Ungarisch scheint das Buch „Abraham Bogatir Wochen“ zu heißen, so wird es jedenfalls von „Google“ übersetzt.

Der Abraham Bogatir ist ein alter Jude, der nach oder vor dem ersten Weltkrieg von Charkow nach Israel auswanderte und nun in dem kleinen Dörfchen eine Landwirtschaft betreibt. Er hat eine Frau, Malka, die als ziemlich zänkisch beschrieben wird und zu der  sonst so gute Abraham, so wird er im Klappentext beschrieben, manchmal ziemlich unhöflich ist.

Einen Sohn hat er während des Krieges verloren, der andere, Dan, ist darüber verrückt geworden und die Mutter leidet mit ihm, eine tüchtige Tpchter rina gibt es auch und eines Nachts läutet oder pocht es und ein Junge mit einer Pistole steht vor der Tür.

Der er wird auch als Terrorist bezeichnet, versucht sich vor den britischen Soldaten, die alles kontrollieren zu verstecken, erzählt Abraham nicht viel von dem woher und dem warum, aber der nimmt ihn bei sich auf, gibt ihm als die von der Arbeitsorganisation geschickte Aushilfe aus und Rina oder Rinele führt ihn auch in die Landwirtschaft ein.

Weil man aber doch seine Papiere sehen will, macht sich Abraham auf den Weg nach Jerusalem, um sie zu besorgen. Er wird dabei verhaftet, ständig kontrolliert und als er mit einer alten russischen Freundin, Anna, in ein Konzert  will, das noch dazu von einem Dirigtenten namens Bernstein, richtig, Leonhard, dirigiert wird und er sich dazu auch noch eine Hose kauft, kann er nicht gehen, denn es gibt eine Ausgangssperre und er muß im Hotel bleiben.

Drei Tage von den sieben dauert die Reise nach Jerusalem und zurück. Dort dringen dann die Briten in das Dörchen ein, machen eine Hausdurchsuchung, der Junge David wird im Schweinstall versteckt und dann in einen Orangenhain gebracht und von dort flüchtet er und läßt den guten Menschen Abraham, der mit allen konnte, den Beduienen, den Arabern, den Briten (nur nicht mit seiner Frau), resigniert zurück und György G. Kardos hat vermutlich seine Israel Erlebnisse in dem Buch verarbeitet, das inzwischen, so gut wie vergessen ist, in Zeiten wie diesen, wo auch sehr viel in Israel und auch woanders passiert, aber sehr interessant ist.

Voriges Jahr war Israel das Schwerpunktthema der Leipziger Messe, einen Rorman von David Grossmann habe ich auch gelesen und einen anderen gefunden und über die israelisch-palästinensiche Konflikte, habe ich vor kurzem in der „Alten Schmiede“ gehört und ganz anders gelagert, ist wahrscheinlich auch Hans Weigels „Unvollendete Symphonie“ zu dem Thema passend, denn da ist ja 1947 oder so, ein Jude aus dem Schweizer Exil zurückgekommen und freundet sich in dem Nachkriegs-Wien mit jungen Künstlern an, um auch eine wichtige Rolle, in diesem Fall in der Kulturvermittlung, zu spielen.

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