Literaturgefluester

2016-04-10

Wie kommt der Parmesan in die Tastatur?

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:13
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Jetzt habe ich ja schon lange nichts mehr vom Holzbaum-Verlag gebloggt, dem kleinen feinen österreichischen Verlag mit Shop im Museumsquartier, der mir den Humor näherbringt und mir so getreulich seine Cartoons über Katzen, Fußball, Hunde, Wien, Weihnachten, Kunst, etcetera, zuschickte.

Da geht einmal der Stoff aus, könnte man so meinen, es gibt zwar auch die Holzbaum-Karikaturisten Daniel Jokesch und Oliver Ottitsch beispielsweise oder Jean La Fleur, von dem man in dem kleinen feinen weißen Heftchen, um wohlfeile fünf Euro, wie ich in einer anderen Besprechung gelesen habe, nicht viel an Information, was für einen Kontrollfreak, wie mich ein wenig schade ist, finden kann.

„Jean la fleur ist die größte Bitch im Cartoon-Business, macht alles für Gelkd z.B. in Titanic, Eulenspiegel und TAZ veröffentlichen.

Der Begründer der neuen Frankfurter Hauptschule (Mitglieder.1) veröffentlicht seine Witzbilder außerdem in dem Hetz-Blog itsjeanbitch.tumbir.com.

Nun ja, „Besser als die Bild-Zeitung!“, steht dann noch am Heftchenrücken und dann geht es los in die fünfzig  schwarz-weißen Bildgeschichten, um die wohlfeilen fünf Euro und man oder frau ist zuerst vielleicht ein wenig verwirrt, bis man sich eingelesen hat, in die neue Tradition, der Frankfurter oder vielleicht auch Wiener Hauptschulbildung.

Denn jetzt muß ja alles schnell und leicht zu lesen sein und so hat  man auf den wohlfeilen achtundvierzig Seiten, die zwei anderen sind wahrschein am Cover und am Back zu finden, sich ruck zuck in  die Geschichten eingelesen, von denen ich einige nicht einverstanden habe, einige nicht so aufregend sind und die anderen beeindrucken und vielleicht sogar durch oder unter die Haut gehen.

Immer alles schön schwarz weiß gezeichnet,  den Text dazugeschrieben und man hat sein Lesepotential schon erfüllt, am Handy oder Smartphone ist es vielleicht noch trendiger. Aber ich bin ja eine Handyverweigerer, also nutze ich die schöne alte Pritform und in die Tasche stecken, kann man das Heftchen, sicher auch.

„Leg das Baby vor die Tür. Es zieht!“, lautet etwa so eine Geschichte. Das habe ich genaus treffend vor Jahrzehnten von der Erni Mangold in den „Geschichten aus dem Wienerwald“ vorgespielt bekommen und die Figuren haben, wenn sie weiblich sind, einen Roßschwanz, die Männer einen Schopf, den man auch für ein Loch im Kopf halten könnte, oder überhaupt eine Glatze. Gesichter haben sie eigentlich keine oder nur ansatzweise.

„Seit ich die Brille habe, versuchen mir alle ein intellektuelles Gespräch aufzudrängen!“, denkt sich so eine solche Figur in einer Bar und die Dame auf der Straße sagt: „So, so… Philosophie-Professor. GV, AV und küssen ist alles inklusive. Aber reden kostet extra!“

Noch ärger ists schon weiter vor beschrieben „Hi, ich bin Uwe, der Projekt-Lead. Das ist Marek unser neuer Art Direktor. Wann soll die Wand denn fertig sein?“, sagen die Maler und Anstreicher zur Kundin, die prompt „Freitag ist Deadline!“, antwortet.

„Ich hab mir eine Brust verkleinern lassen, um auf mein Idealgewicht zu kommen!“, sagt eine Klassefrau zu der anderen und das Lebensgefühl und der Leistungsdruck von heute ist  treffend beschrieben.

Die „Greenpeace-Aussteiger“ verlangen Plastiktüten an der Kassa und auf der einsamen Insel ist niemand da, „der die Palme ficken will“.

Und wie schaut es in der „Redaktionssitzung der Lügenpresse aus?, da hat der Hund den Artikel des einen Redakteurs gefressen, während der andere nicht schreiben konnte, weil seine Oma gestorben ist und die Dame hatte natürlich ich „Magen-Darm!“(Probleme) füge ich hinzu.

Das mit dem „verliehenen Nobelpreis“ habe ich, glaube ich, schon einmal gesehen und beim „Poetry Slam“ liest der Dichter „Erfahre den Trick, mit dem Dein Penis wächst und riesig wird“ aus dem Büchlein vor.

So gehts  durch das Heftchen und die bis fünfzig Kurzgeschichten. In der „Salatbar“, bekommt der Gast keine“ Ladung Rucola“ mehr serviert und wenn sich „Bildungsbürger radikalisieren“ bringen sie „Sammlungen seltener Steine“ auf die Demo mit und ich höre auf, um nicht zu viel zu spoilern, da man die dazupassenden Zeichnungen aber nicht  sehen kann, muß man sich, wenn man den ganzen Genuß haben will, ohnehin  das Büchlein kaufen.

Was ich nur empfehlen kann, denn Jean La Fleur wird in den Rezensionen mit Tex Rubinowitz und Nicolas Mahler verglichen und „Wie der Parmesan nun in die Tastatur kommt“, habe ich auch noch nicht verraten.

Es ist aber „Egal“, denn „ich gehe Nudeln kaufen!“, entscheidet sich das gesichtslose Männchen mit dem Loch im Kopf, das man am Cover sehen kann.

 

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