Literaturgefluester

2016-04-22

Edition Exil entdeckt mit Jugendschreibwerkstatt

Die „Edition Exil“, stellt wie Barabara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung betonte, jetzt schon zum achten oder neunten Mal seit 2012 ihre Preisträgertexte im Literaturhaus vor.  Bei einigen dieser Veranstaltungen war ich schon,  die meisten Bücher habe ich gelesen und zu den Preisverleihungen, die früher im Amerlinghaus, seit 2010 bei der Buch-Wien stattfinden, gehe ich auch regelmäßig hin.

Heute wurden im Literaturhaus zwei Preisträger von 2015 vorgestellt, nämlich der1996 in Budapest geborenen Roma-Aktivist Samel Mago, der in Wien aufgewachsen ist und jetzt Soziologie und Transkulturelle Kommunikation studiert und mit „Zeuge der Freiheit“ den Jugendpreis gewonnen hat.

Da geht es um den Ungarnaufstand von 1956 und um einer Romafamilie die  in den sechziger Jahren nach Wien ausgewandert ist. Samuel Mago las ein paar Stellen daraus und ließ auch einiges zum Nachlesen aus, so wird einer der Protagonisten am Budapester Bahnhof angeschossen, dann taucht er aber wieder im Wilhelminenspital auf und ein Gedicht gab es auch, das Samuel Mago auf Deutsch und Ungarisch gelesen und dann noch auf Romanes gesungen hat.

Die 1981 in Wien geborene Barbara Eder hat wohl den Preis für „Deutsch als Muttersprache“ gewonnen. Sie hat auch Soziologie und Philosophie studiert und an diversen Universitäten gearbeitet, darunter auch in Armenien und die Geschichte „Drüben“ mit der sie 2015 gewonnen hat, spielt  in Armenien und ist jezt in einem bei „Drava“ erschienenen Erzählband mit dem Titel „Die Morsezeichen der Arkaden“ erschienen.

Und es gibt  seit heuer im Literaturhaus etwas Neues, nämlich eine monatliche Schreibwerkstatt, wo  Autoren, die für den Jugendpreis eingereicht haben, aber noch nicht gewonnen haben, ausgewählt wurden, mit Susanne Gregor monatlich an ihren Texten zu arbeiten.

Vier Treffen hat es schon gegeben und vier der Autoren haben ihre Texte, die sie vielleicht auch für den Exil-Preis 2016 einreichen werden, heute vorgestellt.

Deshalb waren auch sehr viel junge Leute im Publikum  und  Barbara Zwiefelhofer erklärte, daß die eingeladenen Autoren so um die zwanzig wären.

Anna Hackl, Fabian Dietrich, Cleidy Acevedo und Elma Candic stellten ihre Texte vor, die mit großen Applaus bejubelt wurden und sehr spannend waren.

Anna Hackl, eine deutsche Studentin, wie ich der Einleitung entnommen habe, hatte einen Text mit  sehr schönen sprachlichen Wendungen „Über den Abgrund hat sie einen Teppich gelegt, er soll ihn noch nicht sehen“, der wie sie betonte, von einer besonderen Frau handelte und „Nach dem Frühling kommt der Winter“ heißt.

Dann kam  Fabian Dietrich, der sich Gedanken über die „Schönheit“ machte und bezüglich einer Seminararbeit eine Selbsthilfegruppe besuchte.

Cleidy Acevedos Text „Die Fremde“ war, glaube ich, eine Auseinandersetzung mit sich selbst, während Elma Candic über den Kaffee ihrer Oma und die bosnischen Kaffeerunden, sehr kurz, prägnant und realistisch, geschrieben hat.

Leider waren die Namen und die Lebensläufe der vier Autoren nicht im Programm angegeben, so daß ich sie, wie bei der „Studentenlesung II“ erst erfragen mußte, es war aber sehr spannend der Aufregung  und der Begeisterung zu zu hörenund eigentlich auch zum Neidig werden, aber ich wurde in den späten Siebzigerjahren ja auch im „Arbeitskreis  schreibender Frauen“, wohl ein Vorläufer der vielen Schreibwerkstätten die es heute gibt, sozilisiert und  da habe ich auch Christa Stippinger, die damals gerade mit „Kress“,  den „Max von der Grün Preis“ gewonnen hat, kennengelernt.

Inzwischen hat sich herumgesprochen, daß man das Schreiben  in Schreibwerkstätten lernen kann und da ist Christa Stippinger, die glaube ich, auch einen Preis dafür bekommen hat, mit ihrer „Edition Exil“ und dem „Exil-Literaturpreis“ ein Vorbild und es wurden dadurch ja auch einige Talente wie Dimitre Dinev, Julya Rabinowich, Susanne Gregor, etcetera entdeckt und ich bin auch sehr neugierig, ob und was ich von den vier Jungautoren noch hören oder lesen werde.

 

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