Literaturgefluester

2016-06-29

Fremde Refrains, andere Lieder

Oder der siebzehnte Abend der vierten „Poliversale“ mit Albert Ostermaier, Franz Josef Czernin und Oswald Egger. Michael Hammerschmied moderierte vor einem Pult stehend und stellte die drei Autoren vor, um mit ihren zuerst ein Gespräch zu  beginnen und ihnen einige Fragen zu ihrem Werk zu stellen.

Der Titel weist schon darauf hin, es geht um Bezugnahmen und Referenzen auf andere Dichter, vor allem bei den ersten beiden Autoren wurde das deutlich oder sagen wir besonders bei Franz Josef Czernin, dessen „Winterrreise-Verwandlung“ mit der „Krähe“, ich schon im „Literaturmueseum“ gehört habe.

Also etwas Bekanntes und das war auch ein bißchen  bei dem Dramatiker und auch Romanautor  Albert Ostermaier, 1967 geboren, so, dessen Gedichtband „Außer mir“ bei „Suhrkamp“ erschienen ist, denn sein Stück „Letzter Aufruf“ habe ich vor Jahren  im „Arsenal“ gesehen.

Jetzt also den Lyriker, waren wir ja bei der „Poliversale“ dem vierten internationalen Lyrik-Festival und da begann es mit einem Gedicht über die Liebe, das auch einen Filmbezug hatte, Michael Hammerschmid erwähnte es in seiner Einleitung und dann ging es zu Shakespeare, beziehungsweise zu einem Zyklus der sich auf ihn bezog oder überhaupt zu Theatertexten oder Gedichten und am Schluß kam etwas Poetologisches, wie Alber Ostermaier erklärte, nämlich am „Anfang ist was Wort“, also auch etwas recht Bekanntes, wenn dann auch die Abwandlungen kamen.

Danach der mir ebenfalls bekannte, 1952 geborene und „H.C.Artmann Preisträger“ Franz Josef Czernin, der in seiner neueren Arbeit Wilhelm Müllers „Winterreise“ neu verwandelte.

Michael Hammerschmid stellte den Dichter auch als Sprachforscher vor und der erklärte, daß man heute nicht mehr so wie Wilhelm Müller reimen könne. Albert Ostermaier hat das zwar ein bißchen in seinen Theatergedichten so getan, der „H. C. Artmann Preisträger“ ist aber ein experimenteller Dichter, also kamen die Verwandlungen und Franz Josef Czernin projezierte  die „Krähe“ und dann noch zwei Gedichte aus dem Zyklus, las zuerst sie und dann seine Verwandlungen von denen es wieder einige Abwandlungen gab.

Sehr interessant und dann zu Oswald Egger,  1963 in Südtirol geboren und mir auch kein Unbekannter, habe ich ihn ja vor kurzem im Literaturhaus gehört, als dort der „Preisträger der Literaturhäuser“ Ulf Stolterfoht gelesen hat und in dessen Verlag ist  auch sein Gedichtband „Gnomen und Amben“ erschienen.

Damals habe ich mich etwas über die lässige Art der beiden Dichter aufgeregt und auch ein bißchen über die Sprachgewalt von Oswald Egger „Ich schluckte das Ferkel und ich schluckte zwei Stuten“, jetzt erklärte zuerst Michael Hammerschmid und dann noch genauer der Dichter seine Vorgehensweise, wie er verdichtet und mit „Zwirn und Faden“ zu seinen Sprachgebilden kommt, die er wieder in wahrlicher  Sprachgewalt vortrrug.

Am Schluß forderte Michael Hammeschmid das Publikum, das sehr zahlreich war, zum Kaufen der Gedichtbände und zum Wiederkommen, der noch zwei stattfindenden Abende auf und ich ging nach Hause, um von der Lyrik zur  Prosa zu schwanken, das heißt mir die Eröffnung des „vierzigsten Bachmannpreises“ anzusehen und kam gerade zur Eröffnungrede von Burkhard Spinnen, dem für seine Verdienste als langjähriger Juryvorsitzender die „Klagenfurt Medaille“ verliehen wurde und morgen wird Stefanie Sargnagel den Eröffnungreigen beginnen, was vielleicht kein gutes Omen ist, weil die Ersten haben, glaube ich, noch nie gewonnen, ich bin gespannt und werde versuchen mir auch noch den Rest der Eröffnung anzusehen..

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