Literaturgefluester

2016-06-20

Vor der Morgenröte

Jetzt habe ich auch den Film, „Ein sensibles Portrait des Schriftstellers Stefan Zweigs in seinen Jahren im Exil“, wie im Programmheft steht, gesehen, in dem Josef Hader die Hauptrolle spielt, womit ich meinen Stefan Zweig Schwerpunkt abschließen kann.

Das heißt das Literaturcafe, das wie viele Blogs Werbung für den Film machte, der seit zweiten Juni in den Kinos zu sehen ist, verlost noch drei Biografien von von Ulrich Weinzierl „Stefan Zweigs brennendes Geheimnis“, womit dieser, glaube ich, nachweist, daß Zweig ein Homosexueller und ein Exhibionist war. Aus dem Film und seiner Autobiografie geht das aber nicht hervor und ich habe mich zufälligerweise in den letzten Monaten auch sehr viel mit Zweig beschäftigt und ihn bezüglich meines „Nicht Berühren oder Notizen zur Romanentstehung“, womit ich ja im Februar ziemlich planlos begonnen habe, quer durch sein Werk gelesen, womit ich jetzt zumindest die Frage beantworten kann, ob er ein großer Schriftsteller war?

Er war es, glaube ich und und wird in diesem Episodenfim, der in fünf Bildern und einem Epilog, die letzten Jahre ab dem PEN-Kongreß in Argentinien  sehr schön und aufwendig, aber wahrscheinlich, wenn man nur das übliche Mittelschulwissen und nicht sehr viel gelesen hat, nicht sehr verständlich ist, auch bewiesen.

Ich bin ja in der Wattgasse in einem wie ich immer sage, sozialistischen Arbeiterhaushalt mit einem Bücherschrank im Wohnzimmer, der später, als meine um elf Jahre ältere Schwester Ursula, das Zimmer  bekam, in das Schlafzimmer wechselte, aufgewachsen und in dem gab es cirka dreihundert vorwiegend Büchergilde Gutenberg Ausgaben und da von Stefan Zweig die Biografie Marie Antoinette“ und „Die Welt von gestern“

„Marie Antoinette“ habe ich, glaube ich, noch in der Hauptschule oder in den ersten Jahren der Straßergasse, wo ich mich sehr für Geschichte und da speziell für Napoleon interessierte, aber von Stefan Zweig sicher keine Ahnung hatte, gelesen und „Die Welt von Gestern“, glaube ich, als Studentin. Die hat mich tief beeindruckt, sehr viel  Ahnung über das, was das beschrieben wird, hatte ich aber trotz meines geschichtlichen Interesses, glaube ich, nicht und auch keine über Stefan Zweig.

Dann habe ich wahrscheinlich im Fernsehen einige Verfilmungen seiner Novellen gesehen und viel später im Bücherschrank die „Schachnovelle“ gefunden, das war vor ein paar Jahren, so besonders hat mir die, glaube ich, nicht gefallen und später bin ich immer öfter auf die Behauptungen gestoßen, daß Stefan Zweig kein großer Dichter, sondern nur ein Biografienschreiber war.

Das stimmt, glaube ich, nicht, die frühen Novellen sind sehr beeindruckend und die „Autobiografie“, die er mit der „Schachnovelle“ und seiner Hommage über „Brasilien“ in seinem Exil geschrieben hat.

Die Biografien wahrscheinlich nicht so sehr, würde ich sagen und ich bin wieder auf Stefan Zweig gestoßen, als ich mich im März oder April, in meiner Schreibblockade für ihn zu interessieren begann, weil ich da ja die Idee hatte, mit Figuren aus Romanen zu arbeiten, die schließlich zu Schriftstellern wurden, zu Stefan Zweig, Heimito von Doderer und Anne Frank.

Das heißt die „Arte Dokumentation“, die auch auf die Gehiemnisse und Widersprüchlichkeiten in seinem Leben hinweisen, habe ich da schon gesehen und das erste Buch, das ich für meinen Schwerpunkt gelesen habe, „Ungeduld des Herzens“, auch kurz nach der Emigration geschrieben und vor dem ersten Weltkrieg spielend, gibt, glaube ich, auch sehr genau Auskunft über das angebliche Zauerdliche und Unentschlossene, das auch im Film eine Rolle spielt.

Und der war für mich zumindestens sehr verwirrend, beginnt er doch, ich glaube, bei einem Empfang auf diesen PEN-Kongreß mit einem großen Bankett, wo man zuerst die Dienstmädchen und die Kellner sieht und dann wird minutenlang Französisch, Spanisch oder Portugiesisch mit deutschen Untertiteln geredet und ich dachte schon, ich bin im falschen Film.

Aber natürlich es ist eine moderne Produktion und wir leben ja in Krisenszeiten, wenn auch in anderen und das drückt die Verloren- und die Entwurzeltheit auch sehr stark aus.

Dann geht es nach New York und man trifft plötzlich auf die andere Frau Zweig mit ihren Kindern, hört eine Menge Namen, die man vielleicht auch nicht als allgemein bekannt voraussetzen kann und Zitate, daß sich der ganze Kurfürstendam jetzt in New York befindet, etcetera.

Dann geht es nach Brasilien zum sechzigsten Geburtstag, wo Zweig einen Hund geschenkt bekommen hat und im Epilog nimmt die Polizei das Protokoll auf, man sieht, die Leichen im Bett durch einen Spiegel, das Dienstmädchen betet und Herr Federn wird, glaube ich, gebeten den deutschen Abschiedsbrief vorzulesen.

Sehr anspruchsvoll und sensibel, für den Film wurde aber, glaube ich, auch viel Werbung gemacht. Wolfgang Tischler empfiehlt, wenn man nicht alles parat hat, vorher nachzugooglen und natürlich zu lesen.

Das empfehle ich auch. Mit „Brasilien“ würde ich nicht beginnen. Mit den Biografien wahrscheinlich auch nicht, der Roman, die Novellen und vor allen die Autobiografie würde ich aber sehr empfehlen und nun werde ich mich ja noch den Sommer über mit dem Korrigieren beschäftigen, bevor man bei mir nachlesen kann, wie das mit Stefan Zweig, Anne Frank und Heimito von Doderer im Himmel, auf der Wolke sieben, beziehungsweise mit dem Theaterstück das Zarah Bashrami über die beiden Dichter, die sich am 12. Februar 1934 im Cafe Central treffen, geschrieben hat, ist.

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2016-06-19

Rapid, Rapid…

Filed under: Bücher — jancak @ 11:47
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Die meisten meiner Leser werden es ja wissen, wir leben gerade in Fußball bewegten Zeiten und schauen vielleicht selber am Abend jeweils in der Fanzone oder vor dem Fernsehkasterl mit Chips, Grillwürstln oder zu einem Fußball geformten Hamburger zu, aber ich, das wissen meine „Fans“ vielleicht auch, interessiere mich, trotz Fußball begeisterten Mann, der dann ins nächste Kaffee- oder Wirtshaus geht und einer solchen Schwiegermutter nicht dafür, zumindest nicht reel, literarisch natürlich schon, denn da kommt man, weil es ja Fußball begeisterte Autoren und Fußballbücher gibt nicht darum herum und ich lese ja alles, was auf meiner Leseliste steht, soweit ich dazu komme und 2008 war ja die EM oder WM in Wien, nicht einmal das weiß die Literaturbesessene, die ja  gar nicht rechtschreiben kann und Bürgermeister Häupl, ich glaube, ein gleichermaßen Literatur- wie Fußballbegeisteter, hat 2007 Nick Hornbys „Fever Pitch“ aus diesem Grund zum Buch der „Eine Stadt-ein Buch-Aktion“ gemacht, das habe ich dann 2008 gelesen, noch nicht wirklich darüber gebloggt und auch nicht verstanden, denn wenn da ein Fan von einem zum nächsten Fußballmatch zieht, ist das nicht wirklich interessant, finde ich, Reinhold Aumaier und der inzwischen leider verstorbene Wendelin Schmidt Dengler haben sich als große Fans geäußert und inzwischen sind auch einige Fußballbücher in meine Regale gekommen, das des 1953 in Linz geborenen Reinhold Aumaiers stammt, glaube ich, aus den Büchertürmen der „Literatur  im März“ und  ist bei „Resistenz“ erschienen und da habe ich ja einmal bei einem Gewinnspiel drei Bücher gewonnen, zwei davon habe ich davon schon gelesen, das dritte, obwohl der Verleger, ein Mitautor war, nicht, denn es war ein Fußballbuch und ich interessiere mich ja nicht-, eh schon wissen-, habe es dann bei meinen Bücherbeschränkungsaktionen, wie das Auaier-Buch trotzdem auf meine Leseliste gesetzt. Voriges Jahr wäre es dran  gewesen, aber da war, glaube ich, keine E- und auch keine WM, also muß es noch warten, das Aumaier-Buch habe ich aber gestern und heute gelesen und gestern hat ja Österreich gegen Portugal unentschieden gespielt, wie ich vom Alfred, nach dem Nachhausekommen, hörte und vor ein paar Tagen gegen Ungarn verloren.

Das Buch, ein „Match-Tage-Buch“, ist 1999 erschienen und beschreibt das Leben seines Fußballfans zum hundertsten Geburtstag seines Clubs, zieht also 1998, da gab es auch eine W- oder EM und da hat Frankreich gewonnen, ob überhaupt oder nur ein Spiel weiß ich jetzt auch nicht, die Anna war da aber gerade auf Sprachurlaub und hat mir erzählt, daß ihreMadame, bei der sie wohnte, zu diesem Anlaß ihren Gästen ein Glas Sekt servierte, von Matsch zu zu Match.

Der fast Gleichaltrige, mit dem ich einmal zum „Dichterfasching“, sonst darf ich ja mit meinen selbstgemachten Büchern nicht, in der „Gesellschaft für Literatur“ las und auch eines seiner Bücher im Schrank gefunden hat, hat einen Sohn, namens Jakob, der ziert mit grünen Schal und grüner Mütze das Titelbild und mit dem zieht er von Matsch zu Matsch, die ebenfalls Fußballbegeisterte „Frau Mutter“ fiebert dazwischen von zu Hause mit, „verhext“ die Tore, unterstützt Sohn und Enkel, damit das Geld für die Fahrt und den Eintritt reichen, bekommt dafür die Fanleiberl geschenkt und verleiht sie wieder zurückt und so habe ich jetzt Reinhold Aumaier durch das Jubiläumsjahr begleitet und vieles nicht verstanden, denn die Namen der Spieler und der Trainer sagen mir ja nicht sehr viel, aber trotzdem einen sehr interessanten Eindruck aus dem Leben des „Kulturarbeiter“s, der von cirka „achttausend bins zehntausen Schillingen“, den es damals ja noch gab, im Monat leben muß, während Spiztensportler ja viel mehr verdienen, bekommen.

Spitzenliteraten gibt es ebenfalls und Reinhold Aumaier geht  auch manchmal, statt zu einem Matsch, wie beschrieben in die “ Gesellschaft für Literatur“ oder in die „Buch-Woche“, die es damals ebenfalls noch gab und erzählt davon.

Die Matchs seines Lieblingsvereins, denn „RAPID, RAPID, mir halten z`amm, egal was kummt im Leb`n, RAPID wird`s  immer geb`n, mei Herz is stolz a Greaner z` sein“, finden in Salzburg, Linz, Wien, im berühmten Hanappi-Stadion in Hütteldorf statt und dazu muß er manchmal, bestens bewacht von der Polzei, mit dem Zug fahren, nach Bordeaux kommt er auch und lernt dafür, was ich sehr köstlich finde, Französisch, weiter reicht das Geld nicht oder gibt es vielleicht auch keine Spiele und wenn ihn Kinder auf der Straße als „Rapidler“ erkennen, ist er auch sehr stolz, siehe oben.

Es wird in dem Buch aber auch philosphiert und Probleme angesprochen, die den Fußball, wie auch einem so unbedarften Fußballmuffel, wie mir bekannt, sind, die der Einkaufs-und Verkaufspolitik zum Beispiels, die der Korruption, Doping kommt glaube ich nicht vor. Es wird aber ein Brief zitiert, die der Verein an seine Fans geschrieben hat, als die einmal einen farbigen Spieler auspfiffen oder mit „Uhuhuh-Rufen begrüßten.

„Die Fans sollen sich beherrschen oder denen die das nicht können „Ihr seid die Affen!“, zurufen!“

Reihold Aumeier ist dagegen und meint, die Spieler würden das schon aushalten und wenn er in Afrika spielen würde, würden ihn solche Zurufe  nicht stören!

Das sind wir schon beim nächsten Thema, ist ja Reinhold Aumaier, wie auch die IG-Autoren, die ja, glaube ich auch eine eigene Fußballmannschaft haben, selbst aktiver Spieler und „Residenz“ hat das auch, die eigene „Resistenz-Mannschaft“.

Zumindest kann man die Namen Daubenmarkl, Aumaier, Baum, Schmid, Schandor, Zemme, Habringer, Friedwagner,  Kaip, Alfare, Langwiesner, am Schluß lesen und man kann sie auch unter dem Titel „Resistenz spielt Fußball“ für die Frankfurter Buchmesse, Leipzig, Linzer Herbstlese oder die (inzwischen in die Buch-Wien) verwandelte Wiener Buchwoche „-jederzeit stehen wir als Partner am Rasen zur Verfügung!“- buchen.

Ob Reinhold Aumaier das gestrige Match gesehen hat und was er dazu sagte, weiß ich nicht, wenn man ihn aber literarisch kennenlernen will, kann man das im derzeitigen „Wochenend-Standard“ machen, denn da gibt es, Zufall oder nicht, ein bislang unveröffentlichtes Gedicht „Urlaubswoche heiß ersehnt“ von ihm im  „Album“ zu lesen.

Und ich werde mich zunächst an Hans Fallada machen und dann wieder zum Sport zurückkehren, hat ja der „Holzubaum-Verlag“, der mich immer so freundlich mit seinen Büchern versorgt, zum Ereignis „Brot &Spiele- Cartoons und Karikaturen“ herausgegeben und richtig, „Cartoons über Fußball“ gibt es auch. Die hätte ich jetzt fast vergessen.

2016-06-18

Küss mich, Superstar

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
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Ich interessiere mich ja bekanntlich sehr für Literatur und das Schreiben, blicke und lese über den Tellerrand, ChickLit, Krimis, Experimetelles, von James Joyces, dessen „Bloomsday“ wir ja gerade feierten, bis zu den Selfpublischern, die in den letzten Jahren immer zahlreicher werden und Frankfurt und Leipzig  schon ganze Hallen füllen, während man vor einigen Jahren ja noch gehört hat, daß man das auf keinen Fall machen darf, weil man so niemals wieder in seinem Leben ein Verlag finden wird….

Stimmt natürlich nicht Martina Gercke, Elke Bergsma und andere haben es bewiesen, obwohl es bei Martina Gercke ja diesen „Plagiatsskandal“ gegeben hat, sie aber trotzdem fleißig weiterschreibt, alleine und mit anderen und ich habe zwei Bücher von ihr gelesen.

Bela Boltens Krimis habe ich auch verfolgt und heuer bin ich nach Leipzig auf Annika Bühnemanns Blog gestoßen, die eine junge Frau ist, die beweisen will, daß man vom Schreiben leben kann.

Sie macht tägliche Filmaufnahmen über ihr Leben, was ich sehr interessant und aufmunternd finde, weil ich ja manchmal denke, daß es vielleicht zu aufdringlich ist, sein „literarisches Leben“, wie es das „Literaturgeflüster“ jetzt schon fast seit acht Jahren tut, so einfach ins Netz zu stellen und jetzt ist ein neues Buch von der 1987 Geborenen,  die schon einige Liebesromane und Ratgeber in Sachen Marketing, etcetera geschrieben hat, für das sie Testleser beziehungsweise Rezensenten suchte, denn die Selbstpublisher müßen sich  auch selbstvermarkten, erschienen und Annika Bühnemann hat das Buch auch nicht allein, sondern mit Anna Fischer geschrieben, die oder der eigentlich Stefan  M. Fischer heißt und seit dem Tod seiner Mutter, die Anna hieß, zu schreiben angefangen hat, was man allerdings erst am Ende des Buches erfährt, das „allen Frauen gewidmet ist, die sich selbst manchmal fragen, was das Leben noch für sie bereit hält“, gewidmet ist.

Und das sollten oder könnten ja alle sein, so daß das Buch sicher viele Abnehmer findet und es handelt von der Midlifekrise.

Allerdings von einer mit Dreiunddreißig, denn so alt ist Kati Weber, die gerade zu ihrer fünfzehnjährigen Matura- oder Abiturentenfeier, wie das in Deutschland so heißt, eingeladen wurde, also eigentlich noch recht früh bei einer Lebenserwartung, die bei den Frau derzeit, glaube ich, um die dreiundachtzig liegt.

Aber Annika Bühnemann und Stefan Weber sind ja noch recht jung und bei Kati Weber läuft  alles schief oder ist „gacke“, wie das die Autoren vielleicht nennen.

Obwohl, sie hat ein Haus, einen Mann, eine Jugendliebe mit dem sie zur Schule gegangen ist, eine pubertierende Tochter.

„Was willst du also mehr?“, fragt ihre Freundin namens Tammy, aber die hat es in sich, wie man auch am Schluß erfährt und ich sollte mich wahrscheinlich, wie bei „Amazon“ immer steht, zurückhalten und nicht zuviel verraten, obwohl ich eine „begnadete Spoilerin“ bin.

Es gibt aber einen Prolog, der auch sehr viel verrät, beziehungsweise verwirrt, denn er führt in ein Cabarett nach Paris und da soll die Sängerin Madelaine gerade auftreten, die hat aber Todesahnungen und wird später auch ermordet.

Bei Kati ist aber alles beschissen, der Auflauf brennt an, die Tochter murrt und zu dem Abiturententreffen will sie aus Angst, daß alle anderen viel erfolgreicher sind, als sie, die es gerade zu einer Halbtagsstelle in einer Bibliothek und in eine Laientheatergruppe gebracht hat und die ansonst kocht und putzt für ihre Lieben, auch nicht gehen.

Hat aber keine Wahl, denn Felix, der erfolgreiche Ehemann, war ja auch in der Klasse.

So zieht sie sich auf Anraten ihrer patzigen Tochter schön an, geht hin und erlebt dort die Überraschung, daß Christian, der ehemalige Außenseiter, dessen Namen sie gar nicht mehr weiß, jetzt ein berühmter Filmproduzent ist und ihr auch eine Rolle in seinem neuen Film, wo ihr Traumschauspieler Vincent Bergholm, die Hauptrolle spielt, anbietet.

„Du spnnst ja!“, sagt Felix zuerst abschätzend, weil aber sechstausend Euro Gage geboten werden, stimmt er zu, denn Leonie braucht ein neues Zimmer.

So kommt es, wie es kommen muß, Kati fliegt nach Paris, dreht Sexszenen mit dem Superstar, alle loben ihr Talent und er führt sie in zuerst in ein Luxusrestaurant und dann zu einem Paparazzifreien Picknick und sagt, sie soll sich entscheiden und glücklich sein?

So weit zu den Fragen, des unerfüllten Lebens, denn die Meisten, die mit Achtzehn mit großen Träumen von Ruhm und Erfolg, das Gymnasium verlassen, haben dann mit dreiunddreißig, die große Karriere nicht geschaft. Denn das Leben ist ja stufig oder ein Berg und die Spitze oben, wo alle hinwollen, denn durchschnittlich darf man  auch nicht sein, hat nur Platz für einen oder zwei.

Und Kati ist auch eine treue Frau, so kommt sie nach dem Dreh wieder zurück. Es gibt noch einen Wirbelsturm, der den Film bedroht, denn Annika Bühnemann arbeitet, glaube ich, nach der „Heldenreise“, wo man ja Spannungsbögen einbauen muß.

Es gibt außer der Freundin Tammy noch eine alte Nachbarin, die Kati rät, ihr Leben nach ihren Wünschen zu gestalten, „Denn nur du selbst hast es in der Hand…“

Das stimmt zwar, glaube ich, nicht wirklich, aber Annika Bühnemann ist sehr zuversichtlich und Felix, der genau in dem Augenblick, wo Kati zweifelt, anruft und fragt, wo das Bügeleisen oder etwas anderes ist, bringt zwar Blumen zum Flughafen, aber als Kati sagt, daß sie sich weiter verwirklichen und Schauspielunterricht nehmen will, dreht er durch. Fängt zwar nicht zu schreien an „Aber das Gegenteil von Liebe ist nicht Haß, sondern Gleichgültigkeit“, steht in dem Buch, das eine Aufforderung ist, sein Leben so zu gestalten, daß man frei und glücklich wird!

Es kommt, das darf ich, glaube ich, schon verraten zu einem Happyend und hat auch einige überraschende Wendungen, die mir manchmal ein wenig zu viel und zu aufgesetzt wirkten.

So viel passiert nur in den Romanen und im wirklichen Leben nicht und wenn ich dastehe in meiner Mitlifekrise und  den Roman zur Aufmunterung lese, kommt zu mir wahrscheinlich trotzdem nicht die Hauptrolle oder die Einladung zum „Bachmannpreis“ und, wie verwirkliche ich mich dann in meinem Hausfrauendasein?

Da bleibt mir wahrscheinlich doch nur die Laiendarstellergruppe oder eine Lesung, zu der niemand kommt.

Meckern könnte ich auch noch, daß mir einige etwas aufgesetze Wendungen und Fehler auffielen, so sieht man sich beim Telefonieren ja nicht, außer man würde Skypen und, daß Kati das bei Christian so tut, hätte ich nicht verstanden und wenn Kathi dreiunddreißig ist, hätte sie Vincent mit acht treffen müßen, um ihr Leben zu verändern, wie auf Seite 195 steht.

Ansonsten fand ich es aber flott geschrieben, leicht zum Lesen und hat auch mich angeregt über mein Leben und meine Situation nachzudenken und, daß man das ja soll und den Mut haben, zu verändern, was sich verändern muß, glaube ich, auch.

Also ein spannendes Buch mit einem interessanten Autorenteam und ich finde es ja schön, daß sich auf der Selbstpublisherszene so viel tut und die Autoren da so selbstbewußt auftreten, sich ein Cover und ein Lektorat kaufen und ihr Buch vermarkten, obwohl sie vom offiziellen Literaturbetrieb immer noch sehr geschnitten werden, wie ich auch heuer wieder in Leipzig hören konnte, als ich durch die Selfpublisherhalle ging, finde ich es trotzdem schön, daß sich seit meinen Schreibanfängen einiges verändert hat, denn ich glaube nach, wie vor, daß jeder der es will, schreiben sollte und wünsche den Selbstpublishern viel Erfolg und Publikum und von mir ist inzwischen auch wieder ein neues „Selbstgemachtes“ erschienen, dem ich das ebenfalls wünsche.

 

2016-06-17

Verwundung, Sprache, Evidenz am zehnten Dichterabend

Es war ja schon der zehnte Abend der „Poliversale 2016“,  wie Michael Hammerschmid am Donnerstag in der „Alten Schmiede“ erklärte und diesmal wurden zwei wirklich sehr verschiedene Dichterinnen, in einem sehr vollen Schmiederaum präsentiert, von denen ich Christine Huber, die „Dicht-Fest-Organisatiorin“ und ehemalige GAV-Generalsekretärin, schon kannte, beziehungsweise ihren bei der „Ediotn Art und Science“ erschienenen Band „Sand im Gegenschuß“ schon im „MUSA“ hörte.

Die 1963 in Wien geborene Christine Huber ist ja für mich die experimentelle Dichterin, die, wie  wieder Michael Hammerschmid erklärte, mit der Sprache spielt, jongliert, ihr entschlüpft, sich alle Wege offen läßt und sich besonders darüber freute, daß Michael Hammerschmied, im Programmheft schrieb, „daß sie zeigt wie sehr   Sprache unser Denken und Vorstellung lenkt“.

Es gibt auch acht Graphiken in dem Band, die eigentlich Gedichte sind oder Überschriften und kein Inhaltsverzeichnis, aber über die Graphiken, kann man den verstehen. meinte Christine Huber und dann ging es bei  1970 geborenen und in Südtirol auf einem Bauerhof lebenden Roberta Dapunt, die in Italienisch und Ladinisch schreibt, weg von der konkreten Poesie, in die Natur,  die Landschaft und die Religion.

Um Poesie geht es in dem bei „Folio“ erschienen Band „Dies Mehr als Paradies“, der schon 2008 auf Italienisch erschien und von einem Übersetzerkollektiv auf Deutsch übertragen wurde, auch.

Roberta Dapunt, las glaube ich zwölf Gedichte, einige davon mehrsprachig, daß sie von der Trauer handeln, hat Michael Hammerschmid schon vorher erklärte, der dann etwas sprachlos wurde und nicht recht wußte, was er Roberta Dapunt zu ihren starken Texten fragen sollte?

So daß sie  erklärte, daß sie seit zwanzig Jahren in einem stark religiös motivierten Haus wohnt, in dem nichts verändert wurde und sie das Ladinische, ihre Muttersprache in sich trägt, wenn sie Italinisch schreibt, so daß sie ihren ganz eigenen Sprachstil hat und sich natürlich auch über ihre Poesie und das Schreiben freut.

Also wieder zwei sehr interessante Dichterinnen und der Kontrast vom Experimentellen zu der Natur und der ursprünglichen Frömmigkeit ist ein nicht zu überbietenter, hatte aber seinen Reiz.

2016-06-16

Kleindetails

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Am meisten hat mich bezüglich meines Urlaubs gestört, daß wir da Sonntagnachmittag nach Harland kommen werden, damit der Alfred seinen Hausmeistertag, also Rasen mähen, das Spritzmittel holen, mit seiner Mutter einkaufen fahren kann und ich  am Montag ohne meinen Computer herumsitze und denke, ich muß meine Mails abrufen, bloggen, vielleicht Bücher holen, abrechnen und und und….

Dann ist der Alfred auf die Idee gekommen, daß wir zwischen Motovun und Harland einen Abstecher in die Krongasse machen können,  um meinen Computer zu holen und dann habe ich den Montag in Harland zum größten Teil im Bett verbracht und gebloggt und gebloggt.

In cirka fünfzehn Artikeln habe ich die dreiwöchige Abwesenheit nachgeholt, ein paar Reiseglossen geschrieben und die Bücher, die ich in Kroatien gelesen habe, besprochen.

„Mimikry“ habe ich  in der Badewanne ausgelesen. Da hat mir schon der Kopf geraucht und da wir ohnehin erst nach acht von Harland weggefahren sind, war es keine Frage, ob ich nicht vielleicht doch zu den „Wilden Worten“ ins Amerlinghaus gehen könnte, denn ich mußte ja noch meine Sachen ausräumen, abrechnen, etcetera.

Dann sind wir zurückgekommen und ich habe festgestellt, daß alles geklappt hat und nichts Böses, wie man ja immer irgenwie erwartet, inzwischen geschehen ist.

Die Überweisungen von den Krankenkassen, die kommen sollten, sind gekommen, ein paar Klienten haben ihre Stunden verschoben und am Dienstag wieder neue ausgemacht und am Dienstag ist auch, wie erwartet, mein neues Buch gekommen.

„Paul und Paula“ mit dem professionellen Cover, um das es im Vorfeld einige Aufregungen gegeben hat und das ich auch zweimal umgeschrieben habe.

Es ist, wie ich finde, sehr schön geworden und jetzt ist es  nur trauig, wenn es keine Beachtung findet, aber an die NB habe ich es schon geschickt, in den „Wortschatz“ hineingelegt und Glora G. wegen dem Belegexemplar angeschrieben.

Es sind auch einige andere literarische Kleindetails passiert. Die großen literarischen Wunder, die man sich vielleicht erhofft, daß jemand in der Abwesenheit anruft oder schreibt, daß ein Preis gewonnen wurde oder sich ein Verlag für einen Text interessiert, leider nicht, aber Christoph Kepplinger hat bezüglich der neuen Volksstimmeanthologie seine Korrekturvorschläge geschickt und Margot Koller hat mir gestern gemailt und mich zu einer Lesung nächsten Jänner nach Salzburg eingeladen.

Also doch ein Erfolg, wenn auch ein erwartbarer, da wir bei meinem letzten Salzburgbesuch schon davon gesprochen haben und jetzt ist auch alles fertig ausgeräumt, die Wäsche gewaschen, das Lavendlsträußchen, das ich mir aus Trogir mitgenommen habe, auf die Vorzimmerkommode gestellt, das kleine graue Buch mit dem nächsten Romankonzept ist mit einem passenden Bild geschmückt, ich war beim Friseur und werde mich jetzt daran machen, die „Nika, Weihnachtsfrau“ nochmals durchzusehen, damit sie möglichst auch bald an die Druckerei gehen kann und dann an den „Berührungen“ weiterarbeiten, da hat mir ja Richard Weihs vom letzten Mal ein Gedicht, geschickt, das ich als Motto nehmen werde:

„Da stehe ich da und steh auch voll daneben

mit Schreibblockade kann ich aber leben

nur eines schmerzt mich dabei wirklich tief

So komm ich nie ins Literaturarchiv!“

Wie wahr und passend, ich habe mir ja schon einmal ein Gedicht für die „Berühurngen“ von Richard Weihs zu den Worten „Bierdose“, „Rasierklinge“ und „Lügen der Frauen“ gewünscht, das war dann aber nicht so treffend. Also habe ich jetzt auch das entsprechende Motto und könnte eigentlich nicht klagen, einen Text, den ich für das nächste Volksstimmest lesen könnte, muß ich auch noch heraussuchen und natürlich  die Gewinnfragen von der Vorschau zu „Paul und Paula“ auflösen, die lauten:

  1. Paul und Paula sind in Linz zur Schule gegangen

2. Paul Schneider singt als Fräulein Paula im „Marbou „Kann denn Liebe Sünde sein“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und „Je ne regrette rien“

3. Zur Recherche wurden John Irvings „In einer Person“, Sibylle Bergs „Vielen Dank für das Leben“ und etwas verspäte Antje Ravic  Strubels „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ gelesen.

Leider hat mir niemand die Frage, wie das professionelle Cover gefällt, beantwortet. Aber das läßt sich ja nachholen.

2016-06-15

Mimikry

„Mimikry- das Spiel des Lesens“, ein Buch für mich könnte man so sagen und es ist jetzt doch zu mir gekommen und auch noch gerade rechtzeitig vor dem Urlaub, so daß ich es mitgenommen habe, damit ich, wenn alle Stricke reißen, etwas zum Lesen habe, obwohl es ja mit Kroatien nicht so viel zu tun hat.

Die Stricke sind auch nicht gerissen, aber als ich in Montenegro keine Lust  auf Zagreb hatte und den Bora Cosic schon gelesen hatte, habe ich mir ein paar Abende gegeben und am Samstag bin ich in Motovon mit Jagoda Marinic II fertig geworden und habe auch noch ein bißchen geraden.

Dann bin ich mit dem unfertigen Buch nach Harland gekommen und habe da zuerst einmal gebloggt und gebloggt und mich dann mit dem Buch in die Badewanne begeben, da rauchte aber schon der Kopf und ich war nicht mehr so ganz aufmerksam, aber ich habe ja  im Literaturhaus begeistert mitgespielt und mich auch schon ein bißchen eingelesen.

Ein Buch oder Spiel für mich, das die Mitglieder der zentralen Intelligenz Agentur austüftelten und vorigen Sommer durch die Berliner Schickeria gespielt haben, Ann Cotten war auch dabei, aber die wohnt, glaube ich auch dort und wenn ich das Prnzip dieser ZIA richtig verstanden habe, sehen sie in dem Spiel einen anderen Sinn als ich.

Sie wollen, glaube ich beweisen, daß man Literatur fälschen, planen, vorauskonstrueren, erraten, etcetera kann und so hat Kathrin Passig ja auch vor einigen Jahren den Bachmannpreis gewonnen, indem sie angeblich oder auch tatsächlich ihren Siegertext sozusagen nach den vermuteten Bachmyann Kriterien konstruierte.

Jetzt meinen sie, wenn ich es richtig verstanden habe, es gäbe keine Originale und die Fälschuingen sind oft besser. Mir macht an dem Buch, glaube ich, das Raten am meisten Spaß und meine eigenen Romanfänge habe ich auch schon zu Jahresanfang hier gebloggt und mit der Wurfgeschichtenidee habe ich meinen letzten Roman geschrieben. Also auch ein bißchen konstruiert, könnte man sagen, aber da war ich in einer Schreibblockade, so daß ich nach den rettenden Strohhalm griff, aber die habe ich, wie es aussieht in Kroatien verloren, aber nun zurück zum Buch beziehungsweise zum Spiel.

Da haben sich also im vorigen Sommer immer ein paar Leute der Kulturschickeria in einer Wohnung, einmal auch in einer U-oder S-Bahnstation getroffen, es gab einen Gastgeber, der kochte und einen Chronisten, der alltes aufschrieb und nach dem Esen und Trinken setzte man sich zusammen, holte ein paar Bücher aus den Regalen, las ein paar Seiten vor, um sich in den Stil einzulesen, dann las der Spielleiter, den man bestimmte den ersten Satz und die anderen schrieben den nächsten Absatz im Stil der Autors.

Der Spielleiter schrieb das Original. Dann wurde vorgelesen und danach geraten und es gab, glaube ich, zwei Sieger, der der richtig riet und der dessen Text noch besser als der des Autos war.

Damit hätte ich niun meine Schwierigkeiten und es stellt sich auch in Zeiten, wo ich beispielsweise öfter schon Klagsandrohungen bekommen habe, auch die Frage, ob man das eigentlich darf, ein Buch in seinen Sinn weiterzuschreiben?

Offenbar darf man das, „Aufbau“ wird sich schon erkundigt haben und das Raten ist ja auch sehr interessant.

Neunzehn solche Abende hat es gegeben und sie werden in dem Buch genau kommentiert. Es gibt sogar eine mit Bildern untermalte Spielanleitung, obwohl man die eigentlich nicht braucht.

Im Literaturhaus habe ich mitgespielt und fast gewonnen, ein bißchen hätte ich, ich gebe es zu,  geschummelt dabei und jetzt war es auch sehr interessant mit den Stilen der Autoren, denn einige Bücher und Autoren waren darunter, die mir völlig fremd waren.

So gibt es zum Beispiel von  Franz Josef Wagner offenbar ein Buch, das sich mit dem Flüchtlingsmädchen beschäftigte, das vor einem Jahr vor Angela Merkel weinte, die es dann gestreichelt hat.

Ein Glückkekstext wurde auch weitergedichtet, aber sonst habe ich einige Bücher gelesen, den „Cirkle“ von Dave Eggers beispielsweise und das Original trotzdem nicht erkannt.

Es ist also nicht ganz so leicht,  man vergißt auch viel und die Mischung der vorgestellten Bücher war auch beachtlich. Jeder der neuzehn Abende wird also ganz genau beschrieben, dann gibt es einen Biografienteil, wo sich immer zwei der Spieler gegenseitig vorstellen und das meist auf eine Art und Weise tun, daß man sie eigentlich nicht erkennt oder nachher nicht viel mehr von der Person weiß, als man ohnehin schon wußte.

Die Spieler waren Autoren, Büchermenschen, Verleger, Journalisten. Annika Reich war dabei, Ronja von Rönne, Jan Böttcher,  sehr viele „Aufbau-Autoren“ also, aber auch Elke Schmitter, die ich ja jetzt bald lesen sollte, aber nicht und nicht dazu komme, weil ich mir vorher immer wieder andere schöne Bücher bestelle oder sie angeboten bekomme. Ursula März und Ijoma Mangold, die Kritikergrößen haben auch mitgespielt.

Es gibt dann auch noch einen ausführlichen Bildteil, wo man die Speisen, die Bücher und auch die Spieler sehen kann und den Rat nun selber zu spielen und das habe ich auch vor zu tun, beziehungsweise würde ich gerne, wenn meine Leser mitspielen, die „Berührungen“ in einer „Mimikry-Runde“ vorstellen.

Ich weiß, das ist bei mir schwierig. Ich versuche es trotzdem und stelle den ersten Satz meines Work on Progreß ins Netzt, der lautet:

„Es war ein trüber Märzmorgen, als Anna Augusta Augenstern in ihren orangeroten Filzpantoffeln zum Fenster tappte, die Vorhänge beiseite schob und auf die Terrasse blickte.“

Wie könnte es weitergehen? Es wäre schön, wenn ich drei bis vier Romanfortsetzungen von ungefähr einer Absatz Länge hätte.

Für jeden, der mir was schickt, gibts dann das Buch nach Erscheinen. Ich stelle dann die Vorschläge mit dem Original bei der Vorschau statt den Qizzfragen ins Netz und dann kann man raten!

Wer es errät, bekommt dann wieder ein Buch. Wäre schön, wenn ich Mitspieler fände, denn die Idee gefällt mir eigentlich  recht gut und literarisch spielen ist auch sicher kreativ!

2016-06-14

Zurück zur Poliversale

Während wir in Kroatien Urlaub machten, hat in Wien die „Poliversale“, das 4. internationale Wiener Lyrik-Fest der „Alten Schmiede“ begonnen, das von Kurt Neumann und Michael Hammerschmied konzeptiert und moderiert wird und heuer auch an anderen Orten, als nur im „Literarischen Quartier“ stattfindet.

So fand die Veranstaltung mit Christoph W. Bauer und Ludwig Laher heute in der „Gesellschaft für Literatur“ statt und wurde von Manfred Müller moderiert.

Kurt Neumann und Michael Hammerschmid saßen im Publikum, außerdem noch Christl Greller, Monika Vasik, Stefan Gmünder und noch ein paar andere, aber nicht zu viele, denn heute fand ja auch bei der Fußball EM, das Spiel Österreich gegen Ungarn statt, wie Manfred Müller in seiner Einleitung bedauerte und den Leuten dankte, die trotzdem gekommen waren.

Nun, ich glaube das literarische Publikum interessiert sich mit einigen Ausnahmen wie Wendelin Schmidt-Dengler oder Reinhold Aumeier nicht so sehr für Fußball.

Ich tue das jedenfalls überhaupt nicht, habe aber ein paar Fußballbücher auf meiner Leseliste, beispielsweise, das von Reinhold Aumeier, „Rapid, Rapid… Ein Matchtagebuch“ aus dem „Resistenzverlag, das ich demnächst  zwischen meine Rezensionsexemplare schieben werde und ob Manfred Müller bedauert hat, daß der dem Fußballspiel nicht zusehen konnte, weiß ich nicht, er hielt jedenfalls eine lange Einleitung zu den beiden, wie er fand sehr unterschiedlichen Dichtern, die beide, wie er betonte Vielschreiber wären.

Das hätte ich nun auch gedacht, daß Christoph W. Bauer und Ludwig Laher sehr verschieden schreiben, fand aber während der Lesung einige Ähnlichkeiten, eine davon ist, daß beide bei „Haymon“ publizeren oder publizierten, da Ludwig Laher inzwischen zu „Wallstein“ übergewechselt ist.

Der 1968 in Kärtnen geobrene in Innsbruck lebende Christoph W. Bauer wurde mir einmal auf der Buch-Wien von Gerlinde Tamerl vorgstellt, ich sehe ihn auch dort öfter, beziehungsweise bei der „Literatur und Wein“ in Göttweig und Krems und habe schon einige Bücher von ihm gelesen, die ich mir meistens aus der Flohmarktkiste des „Morawas“ zog.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen ihm und Ludwig Laher, den ich glaube ich von den IG Autoren kenne, ist daß beide sowohl Lyrik, als auch Romane und Essays schreiben und daß auch Christoph W. Bauer, den ich eigentlich für einen reinen Lyriker gehalten hätte, auch recherchiert und dokumentarisch schreibt habe ich heute bemerkt, beziehungsweise ist es mir schon beim „Alphabet der Häuser“ aufgefallen.

„Stromern“ heißt der Band der heute vorgestellt wurde und wenn ich mich nicht irre, war er schon auf Platz eins der ORF-Bestenliste und ist wie Manfred Müller in seiner Einleitung erklärte, ein sehr erzählendes Buch. Gedichte, die Geschichten erzählen, ein Paris Teil gibt es auch und Bezug auf Francois Villon von dem sich auch vielleicht das Wort „Stromern“ oder das „Vagantentum“ beziehungsweise „vagabundisieren“ herleitet und dann geht es auch um Zwiegesprächen mit anderen Dichtern, mit Francois Villon wie erwähnt, von Paul Nizon stammt aber das Motto, Ingeborg Bachmann wird erwähnt, Joseph Brodsky etcera. Sehr angenehm war, daß Christoph W. Bauer seine Gedichte selbst dokumentierte und erzählte, wie dazugekommen ist sie zu schreiben.

Dann folgte der 1955 in Linz geborene Ludwig Laher, der in St. Pantaleon lebt und den ich, wie erwähnt schon sehr lange kenne und ihn wahrscheinlich bei den IG-Autoren, woe es sich ja engagiert und im Vorstand ist, kennenlernte. Er hat auch schon viele Bücher geschrieben, von denen ich einige gelesen habe, „Bitter“ noch nicht, das lag aber im vorigen Jahr zum „Tag des Buches“ im Schaufesnster der Anna Jeller, wo ich es mir herausholte und das wäre noch eine Gemeinsamkeit zu Christoph W. Bauer, der in einem seiner Gedichte Andreas Hofer, den berühmten Tiroler erwähnte, dann gibt es noch einen anderen Hofer, einen Gauleiter, der aber nie verurteilt wurde, sondern zu seinem Begräbnis auch noch die Schützen aufspielen hatte und „Bitter“ handelt ja auch von einem. ich glaube. nie verurteilten SS Mann.

Ich würde Ludwig Laher ja nicht so sehr als Lyriker einschätzen, er erwähnte, daß er alle zehn Jahre einen Gedichtband schreiben würde und diesen hat er gebraucht, um sich von seiner Arbeit an „Bitter“ zu erholen. Ich würde ihn ähnlich wie Erich Hackl als dokumentarischen Schriftsteller bezeichnen, „Einleben“ und „Verfahren“ wären solche Beispiele. Seine Gedichte sind auch sehr dicht und knapp und kurz, fast Aphorimen, wie Manfred Müller erklärte.

„Die Jahre kommen und gehen – in die Jahre kommen und gehen“ oder „Nacht für Nacht aufwachen und nicht mehr einschlafen können und dann einmal einschlafen und nicht mehr aufwachen können“, beispielsweise.

Nachher gab es eine Diskussion beziehunsweise ein Gespräch das Manfred Müller moderierte, wobei er nach den Versformen, den Schreibtechniken und den Motti fragte. Beide Autoren hatten in ihren Büchern ja welche, Christoph W. Bauer eines von Paul Nizon, Ludwig Laher drei zum Thema „alles“, weil das für ihn der Überbegriff seines Gedichtbandes „Was hält mich“ darstellte.

Das Publikum, wie Kurt Neumann, Michael Hammerschmid und ein junger Mann der sehr differenzierte Fragen stellten und wahrscheinlich selbst schreibt, mischte sich eifrig ein und eine Dame bedankte sich für die schönen Gedichte und die Autoren ausdrücklich beim Publikum für das Kommen.

Ja, das Fußballspielen ist eine starke Konkurrenz zur Literatur, aber die „Poliversale“, die am 31. 5. begonnen hat, geht bis zum 5. 7. weiter, die nächste Gelegenheit ist schon morgen in der Uni Hörsaal 31 und am Donnerstag gibt es eine Veranstaltung in der „Alten Schmiede“ zu der ich wahrscheinlich gehen werde, obwohl da auch die von Friedrich Hahn moderierte „Dichterzeile“ in der Porzellangasse ist.

2016-06-13

Ein Souvenier

Jetzt habe ich schon einige Andeutungen gemacht, daß ich mir aus dem heurigen Kroatien-Urlaub, die Idee für meinen neuen Roman mitgebracht haben könnte und höre schon meine Leser schreien „Schreib nicht soviel! Jetzt muß ja erst noch „Paul und Paula“ kommen, der „Adventkalender“ ist noch nicht fertig korrgiert und bei den „Berührungen“ bist du  noch mitten in der Arbeit und dann schreibst du auch immer davon, daß du ausgeschrieben bist!“

Ja, war bei den „Berührungen ein bißchen so und wenn man es kritisch sehen will, könnte man sie eine konstruierte Geschichte nennen und dann bin ich mit meiner Büchertasche nach Koroatien gefahren, habe die sehr poetischen Geschichten der Mariza Bodrozic und der Jagoda Marinic gelesen und irgendwann schon vorher gredacht, daß der Thomas Wollinger ja auf Kroatien auf Schreiburlaub fährt oder sich dort mit seiner Schreibgruppe trifft.

Die Ana Zinar vom Writersstudio bietet Schreibworkshops in der Toskana an und ich habe eigentlich gar nicht daran gedacht in Kroatien zu schreiben, zumindestens habe ich mir meine Manuskripte nicht migenommen. Wohl aber das graue Skizzenbuch, das mir der Alfred einmal schenkte und habe da meine Reisenotizen hineingeschrieben und mir auch gedacht, daß das viel zu dick für die drei Wochen Urlaub ist und, daß ich es wahrscheinlich noch das nöchste Mal dafür verwenden könnte und dann sind mir irgendwann, ich weiß nicht mehr wie, wo und wieso drei Namen „Claire- Klara -Clarisse“ eingefallen und habe sie in das Buch hineingeschrieben.

Als wir das zweite Mal in Trogir am Campingplatz ankamen und der Alfred uns Registrieren ging, habe ich gerade das Camping-Kapitel der Jagoda Marinic gelesen und da ist mir eingefallen, daß auf dem Campingplatz Rozak sehr gut eine dBp Jurorin den Sommer verbringen und ihre Vorschläge für die Longlist erstellen könnte und wenn ihr dabei noch Jagoda Marinic über die Schulter schaut…

Aber die geht ja nicht campen. Dann habe ich die „Gebrauchsanweisung“ ausgelesen und mit der Marica Bodrozic angefangen und wir sind weiter nach Zadir gefahren und da habe ich von einem Zauberer geträumt, der ein kleines Mädchen mit einem roten Luftballon von seiner Mutter weglockt und sie einer anderen Frau übergibt und die Geschichte oder die  Idee daztu ist enstanden und ich habe die nächsten Tage in mein kleines graues Buch geschrieben, so daß ich das fast voll zurückbringe und darin stehen die Notizen für meinen nächsten Roman, den ich beim nächsten „Nanowrimo“ scheiben könnte oder vielleicht schon früher, wenn man rechnet, daß ich für das Korrigieren der „Berührungnen noch den Sommer brauche werde.

Dann könnte ich im September damit anfangen und den „Nanowrimo“ auslassen oder was anderes schreiben, schummeln, korrigieren, etcetera….

Die Klara Winter ist jedenfalls eine dBp-Jurorin und Redakteurin bei der FAZ. Mit Achtzehn hat sie ihre Eltern bei einem Autounfall verloren, dann hat sie Literaturwissenschaften studiert, ist von dem Redaktuer Eduard gefördert worden, der auch der Vorsitzende der Jury ist, aber der hat sie vielleicht mit der ehrgeizigen Kollegin Karoline betrogen oder sie sie mit ihm.

So ist Klara mit ihrem Laptop, einer Kaffeemaschine, dem E- Bookreader und einem abgeschalteten Handy im blauen Bus nach Trogir aufgebrochen, sitzt dort vor ihrem Zelt und heult oder sie geht in die Stadt, pflückt dort wilden Lavendl, findet vor der Moncao-r einen zweihundert Kunuarschein und noch ehe sie weiß, was sie damit machen soll, wird sie von Sergej, dem Barbesitzer, einem Exilrußen, Saxophonspieler und Bootsbesitzer angesprochen und der stellt ihr später seine Lieblingscousine Clarisse vor, die die Managerin der Splitter Filmfestspiele ist. Die sieht Klara in einem Restaurant sitzen, Kaffee zu Salat und Tee zur Suppe trinken,  sieht sie dann aufs Klo verschwinden. Denkt  sie ist eßgestört Sergej erzählt ihr von ihrer schweren Jugend und von seiner Großmutter, die 1917 aus Rußland flüchtete und ihre Sommer in Ragusa verbrachte, erzählt er ihr auch.

Da hat Klara schon von dem Zauberer geträumt und ihre Biografie ist, daß sie ihrem Bruder Alex, als sie drei war und er acht durch einen Radunfall verloren hat. Seither haben sich ihre Eltern, die Mutter Lehrerin, der Vater Banker nicht mehr so um sie gekümmert und Clarissa erzählt von ihrer verschwhundenen Schwester Claire, die ihre Eltern zum Trennen brachte, so daß sie fortan bei den Großéltern aufgewachsen ist.

Eine Hochzeit in der Monaco Bar von der anderen Cousine Zusanna gibt es auch, wo Sergej Saxophon spielt, eine Möwe, die sich in ein Plastiksackerl verwckelt und von Sergej gerettet wird und noch vieles anderes, das ich mir in mein graues Buch notiert habe.

Karten, Bilder, Prospekte über Split und Trogir liegen auch dabei. Die werde ich sammeln, das Buch damit ausstatten und das Souvenier solange aufheben, bis es soweit ist, daß ich zum Schreiben meines nächsten Sommerromans im November oder so komme.

„Bora“ kann ich dann wieder lesen und es ist ein sehr schönes Souvenier, daß ich mr da von meinen Koatienurlaub mitgebracht habe.

Von Schreiblockade keine Spur, obwohl das fällt mir jetzt ein, mein Wunschgedicht vom letzten Mal, das ich von Richard Weihs bekommen habe, das ist auch sehr interessant.

„Schreiblockade“ und „Literaturarchiv“ habe ich mir da ja gewünscht, weil ich vor der letzten Veranstaltung mit dem Alfred dort war.

Interessant, was  Richard Weihs dazu gedichtet hat, vielleicht könnte ich das Gedicht sogar als Motto vor dem Roman stelen, wenn der einmal geschrieben ist:

„Da steh ich da und steh auch voll daneben:

Mit Schreibblockaden kann ich aber leben.

Nur eines kränkt mich dabei wirklich tief

So komm ich nie ins Literaturarchiv!

Passt irgendwie oder nicht und mal sehen, wie es mit dem Souvenier weitergeht. Sonst habe ich zwei Leiberl, eine Hand voll Lavendl, wilden Rosmarin, ein Lavendlsäckchen und ein schönes kleines Schreibeheft aus einem dieser mondänen Geschäfte,  als Souvenier mitgebracht.

2016-06-12

Kroatienurlaub

Filed under: Alltagsgeplauder,Reisebericht — jancak @ 18:14
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Split

Split

Split

Split

Von meinem Urlaub und der Literaturgeflüsterpause melde ich mich zurück und berichte meinen Lesern von der Reise zu der ich mit dem Alfred am Nachmittag des fünfundzwanzigten Mais mit einem Zelt, einer Reise- und einer Büchertasche losgefahren bin, zurück.

Ich war ja, das habe ich, glaube ich schon geschrieben, nicht allzusehr in Reisestimmung, weil so kurz nach der Wahl und auch Mitten im Monat weggefahren, wo ich meine Diagnostikabrechnung noch nicht machen konnte und auch einige Literaturveranstaltungen versäumte, außerdem bin ich ja kein so besonderer Reisetyp, der Alfred hat das alles aber schon monatelang geplant und auch die bresten Unterkünfte und Restaurants herausgesucht.

So sind wir am 25. bis Leibnitz in das Hotel Post gefahren und haben dann auf Karls Empfehlung einen Buschenschank aufgesucht, der sich als ein fünf Sterne Lokal entpuppte.

In dem Hotel hat übrigens eine Simmeringer Radgruppe Halt gemacht und am nächsten Morgen mit uns um Punkt halb acht den Frühstücksraum besetzt, wo die hingeradelt sind, weiß ich nicht, wir sind jedenfalls über Slowenien nach Trogir gefahren, haben dort eine Nacht verbracht und danach ein Stückchen und eine, beziehungsweise zwei Grenzen weiter, denn, wie man gleich merken wird, war es kein reiner Kroatienurlaub, denn das erste Wochenende haben wir bei den Fjorden in Montenegro in Kotir verbracht, wo es den Euro gibt, obwohl Montenegro nicht in in der Eu ist.

Camping Solitudo, Dubrovnik

Camping Solitudo, Dubrovnik

Pula

Pula

Kroatien ist es, dort gibt es aber den Kunar und gebaut wird überall sehr viel und sehr intensiv und die Appartmanis für den Tourismus hergerichtet.

Das Wetter war in den ersten Tagen auch sehr schön und heiß und ich habe mich gar nicht so sehr auf den Sommerurlaub eingestellt, obwohl ich meinen Badeanzug mitgenommen habe.

Später hat es dann geregnet und ein tolles Restaurant, wo ich wieder einmal Kalamari aß, wie so oft in den letzten zweieinhalb Wochen hat es in Monenegro, in den kleinen Ort, wo es außer dem Campingplatz und der Beachbar eigentlich nicht sehr viel gab, auch gegeben, mit einem sehr schönen Garten, hinter einem Parkplatz und einer Baustelle versteckt.

Rovinj

Rovinj

Porec, Konoba Cakula

Porec, Konoba Cakula

Danach wieder nach Kroatien und da nach Dubrovinik, wo wir zwei sehr schöne Tage verbrachten. Einmal um die Stadtmauer herumwanderten, das zweite Mal eigentlich mit der Seilbahn fahren wollten, aber weil wir die nicht gefunden haben, sind wir den Weg zu Fuß an einem Kreuzweg vorbei, wo es am Karfreitag vielleicht die Prozessionen gibt, hinaufgewandert. Ein paar junge Leute sind uns entgegengekommen und Japaner oder Kor4eaner, die ihre Handies auf langen Stangen vor sich hertrugen haben wir, vor allem oben, wo es ein sehr schönes Panorama- Restaurant gab, auch gesehen.

Danach wieder nach Trogir und auf den Campingplatz Rozak zurück, der sich inzwischen mit vielen großen deutschen oder niederländischen Campingbussen gefüllt hat. Wir hatten fast das einzige Zelt zürück. Da gab es, es war der erste Juni, einen damatinischen Abend in dem kleinen Restaurant, mit dalmatinischen Menu und dalmatinischer Livemusik.

Ich habe aber ein Cevapici-Sandwich, die hier  Cevape heißen, eingewickelt in  einer Flade, gegessen und in der Nacht hat es geregnet oder war das erst am nächsten Tag, an dem wir in Split gewesen sind.

Wir waren zweimal dort, am ersten Tag mit dem Auto am zweiten sind wir mit einem Schiff gefahren, das war sehr schön und eine eindrucksvolle Begegnung, die ich vielleicht in meinem nächsten Roman verwenden werde, habe ich auch gemacht.

Motovun

Motovun

Motovun, Sonnenuntergang

Motovun, Sonnenuntergang

Danach ging es nach Zadar, wo es die Meeresorgel und die Sonneninstallation gibt, wir waren am Samstag dort, wo es wie in Litauen und in Monetnegro sehr viele Hochzeiten gibt und haben eine, beziehungsweise den Einzug der Festgängste auf ein Castell, wo wir in einer Bar etwas getrunken haben, beobachten können und am Abend gab es für den Alfred den Sonnenuntergang zu beobachten, in einer anderen Bar am Strand am Samstag und am Sonntag und eine Insel haben wir am Sonntag auch besucht, dort in einem Restaurant eine Fischplatte gegessen und sind mit einer Fähre gefahren.

Danach ging es nach Istrien, nach Moscenica Draga, das ist in der Nähe von Opatia, das früher Abbazia hieß, wo wir auch einen Tag verbrachten, dort das Mädchen mit der Möwe bewunderten und die Strandpromenande entlangwanderten.

Durch Rijeka sind wir nur durchgefahren, dafür ging es ein paar Tage später nach Pula, wo es ein großes Amphitheater gibt.

Wir sind bei einem kleineren römischen Theater gewesen und dann in einem Castell, wo es eine Ausstellung über ein Kurhaus oder ein Seespital gab, das die Gemeinde Wien 1906 in Rovinji oder Rovingno, wie das auf Italienisch heißt, errichten ließ, das war sehr interessant und nach Rovinji sind wir gleich weiter gefahren und haben dort zwei Nächte auf einem Campongplatz verbracht, wo es sehr viel österreichische Touristen gab.

Sind in der Gegend herumgefahren, haben beeindruckende Städte und Dörfer angeschaut und sind am Abend in der Stadt herumspaziert, da fing es dann stärker zu regnen an, was den Alfred sehr verbitterte. Das Gewitter ist aber erst gekommen, als wir schon in Motovun waren und dort in dem Schlßhotel zwei Nächte schliefen, so daß das Zelt trocken blieb.

Motovon ist ein Kastell am Berg, Meer gibt es dort keines, aber die besten Trüffel. In das Schloßhotel muß man sein Gepäck hinauftragen und das Auto unten abstellen, dafür kann man aber an der Mauer entlangspazieren, in das Tal hinuntersehen, Trüffel und den istrischen Schinken probieren, Wein trinken und vieles mehr.

Ein paar kleine Dörfer haben wir gestern auch noch besucht und sind eine Schlucht hinuntergewandert, das war sehr schön, aber auch sehr verwachsen und die Brücke die es dort gab, zerbrochen, weil sich die Touristen offenbar lieber mit der „Zip line“ durch die Luft seilen ließen, als die Schlucht herunterzuwandern.

Heute morgen sind wir dann über Slowenien zurückgefahren und verbringen in Harland noch einen, wie es der Alfred nennt, „Hausmeistertag“, muß er doch viel Rasen mähen, was die Anna und der Andreas, weil es in Harland die letzten zwei Wochen offenbar sehr viel geregnet hat, nicht konnten und ich habe mit meinem „Literaturgeflüster“ sehr viel zu tun, will ich ja die Bücher, die ich im Urlaub gelesen habe, besprechen und einige Reiseberichte, das habe ich ja versprochen, soll es auch geben.

2016-06-11

Tito ist tot

Filed under: Bücher — jancak @ 15:55
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Jetzt kommt wieder ein Buch einer Deutsch-Kroatin, nämlich der erste Geschichtenband, der, laut Klappentext 1973 in Jugoslawien geborenen Marica Bodrozic „Tito ist tot“, der 2002 bei „Suhrkamp“ erschienen ist.

Inzwischen gibt es, glaube ich, eine Neuauflage und Marica Brodozic ist literarisch  bekannt geworden.

Mein Buch habe ich, was ich eigentlich sehr selten tue, bei einem Antiquar in der Kirchengasse, um dreißig Cent aus einer Kiste herausgezogen, ein Daniel Kehlmann war auch dabei und ein Buch der Rosemarie Poiarkov , das mir dann die Annta davon getragen hat

„Beerholms Vorstellung“ habe ich gelesen, „Tito ist tot“ nicht, denn als ich es aufschlug, erkannte ich, es sind Geschichten und Geschichten mag ich ja nicht, lautete das Vorurteil, das ich inzwischen überwunden habe.

So ist das Buch auch auf meine Leseliste gekommen, ich wollte es, glaube ich, nächstes oder übernächstes Jahr lesen. Aber jetzt habe ich es vorgezogen und in den Urlaub mitgenommen, denn Marica Bodrozic, wurde ja die ersten zehn Jahre ihres Lebens in der Nähe von Split von ihrem Großvater aufgezogen,  bis sie 1983 nach Deutschland kam, dort eine Buchhändlerlehre absolvierte, Frankfurt Kulturantropologie und Slawistik studierte und 2001 für ihren Debutband das „Hermann-Lenz-Stipendium“ bekam.

Wenn ich mich nicht irre, habe ich in Ex Libris das erste Mal von der jungen Autorin gehört, die mich sehr beeindruckt hat, inzwischen wurde, glaube ich, von Cornelis Hell oder Katja Gassner in der „Gesessllschaft für Literatur“ auch ein neuerer Band von ihr der über Kroatien handelt besprochen.

„Tito ist tot“, sind sehr kunstvolle poetische Geschichten, vielleicht ähnlich kunstvoll, wie die der Jagoda Marinic könnte man sagen oder doch anders.

Marica Brodicic bezieht sich mehr auf das kroatische Dorf, auf den Großvater, die Lilien auf dem Feld, die Schmetterlinge, etcerta, tut das aber in einer sehr sehr poetischen Art, was auch der Grund wohl ist, daß sie mit ihren Geschichten so berühmt geworden ist.

„Tito ist tot“, autet auch die Titelgeschichte und der Josip Broz ist am vierten Mai 1980 in Ljubiana gestorben, als die kleine Mariza wahrscheinlich bei ihrem Großvater im Dorf mit der Schule begann.

Sie erzählt davon, von Tito und vom Großvater und  denVeränderungen, die dieses Ereignis für die Kinder und wahrscheinlich ganz Jugoslawien hatte.

Dann gibt es die Geschichte vom Onkel Jeoseph, dem Gastarbeiter, der in der Fremde, in Deutschland zu saufen begann, weil ihm sein Frau im Heimatdorf betrog und seine Kinder ihn nicht mehr sehen wollte und die von der Katarina Jadrova, die in das Dorf der Eltern ihres Ehemannes mit einem Sack voll Hochzeitsfotos, als Beweis kommt und immer eine Fremde bleibt, während der Mann in Deutschland, wie so viele andere arbeitet und die Kinder, der Zurückgebliebenen mit den Schmetterlingen spielen oder die Lilien bewundern, die ein Sonderling im Dorf züchtet. Sein Garten ist sehr schön. Er tut nichts anderes, als Lilien zu züchten, das halten die Dorfbewohner nicht aus, so zerstören sie sie, als er einmal krank im Beet liegt.

Ja, die Poetik kann auch ganz schön grausam sein und wir können uns das alles, die Lilien in dem Dorf, der hart arbeitenden Menschen, wo es keine Pampers gibt und die Wäsche noch mit der Hand gewaschen wird, gut vorstellen. Die Kinder werden von den Großeltern aufgezogen oder später nachgeholt, bis das soweit ist, schicken die Eltern Geschenke, schöne Shuhe zum Beispiel der Freundin der Ich-erzählerin, die vielleicht Marica Brodozic ist oder auch nicht, denn das Erzähler-Ich haben wir ja gelernt ist selten autobiografisch.

Die Schue verschwinden aber, die Nachbarn beschuldigen die Erzählerin sie aus Neid genommen und im Garten vergraben zu haben. Der Großvater tröstet und später als die Mädchen erwachsen ist, ist alles vergessen und die Freundin kann sich nicht mehr erinnern.

Von der „Fischersfrau und ihren Toten“ wird erzählt, eine der schwarz gekleideten hart arbeitenen Frauen, die wir schon bei Jagoda Marinic kennenlernten und das „Mutternmerkmal“ ist auch sehr interessant. Denn da stellt sich das kleine Mädchen in einer viel komplizierten poetisch schönen Geschichte vor die deutsche Schulklasse hin, sagt „Muttermerkmal“ weil das  ein so schönes und auch treffendes Wort ist und wird von den anderen ausgelacht.

„Der Kriegsheimkehrer“ hat das Ende des Krieges versäumt oder nicht mitbekommen und, um die Auseinandersetzung mit der Religion, dem Beichten und dem Fasten, sowie der Abgrenzung von der Lehre der Mutter geht es auch.

Sehr poetische Geschichten und es ist schön sie am Campingplatz von Trogir oder Zadir beispielsweise zu lesen, wo gelegentlich die Fledermäuse herumfliegen, der wilde Lavendl wächst und auch Schmetterlinge zu sehen sind.

So schön poetisch ist es am Campingplatz natürlich nicht, auch das kroatische Dorfleben, das soviele Männer in die Fremde getrieben hat, die jetzt zurückgekommen sind und die Appartmanis an die Touristen vermieten, ist es  wahtrscheinlich nicht.

Aber ich kann mir das Buch als Alternative zu den Krimis, den ChitLts oder auch der Reiseführer, als Lektüre auf dem Campingplatz vorstellen und habe das Buch auch in Trogir aus oder zumindestens angelesen.

Ja, etwas muß ich noch erwähnen, nämlich, daß mein Buch einen Vorleser hatte, der auch sehr aktiv im Unterstreichen und Anmerken war. Leider konnte ich die Bleistiftschrift zuwar nicht ganz entziffern.

„Ein Stoff aus dem Gedichte sind“, steht aber, glaube ich am Schluß vermerkt. Mehrere Fragezeichen sind auch zu entdecken, so daß ich nicht ganz sicher bin, ob es dem Leser, der Leserin gefallen hat.

„Übertrieben“, steht jedenfalls an einer Stelle, wo Marica Brodocic schreibt, „Innerhalb kürzester Zeit war die ganze Fläche von mehreren hundert Hektar Land dem Erdboden gleichgemacht.“

Die Stelle stammt aus dem schon erwähnten „Lilienliebhaber“, eine sehr poetische Geschichte und da könnte ich antwortet, die als hehr geltende Literatur ist das meistens. Abgehoben könnte man auch sagen, deshalb ist Marica Bodozic mit ihrem Debutband vielleicht auch so bekannt geworden und mir, die ich ja viel weniger poetisch schreibe, hat es eigentlich gefallen.

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