Literaturgefluester

2016-07-11

In die Sommerfrische

Nach dem „Bachmannpreis“, den „Literaturgeflüster-Feierlichkeiten“ und der „Sommerakademie“ geht es jetzt richtig in die Sommerfrische, die dieses Jahr eine andere und eine etwas verkürzte wird.

Nur noch von Donnerstagabend und da werde ich mir vorher die Ö-Töne anhören, die diese Woche im Museumsquartier beginnen werden, bis Dienstag früh oder auch Montag Mittag, wenn ich am Nachmittag vielleicht eine Stunde habe oder der Alfred zu seinen Betriebsratsitzungen muß.

Das, was ich „Sommerfrische“ nennen, die Tage im Haus in Harland bei St. Pölten, das ich sogar im vorigen Jahr in meinem „Sommerroman“ verewigt habe, haben sich bei mir so eingebürgert.

Ist es ja das Haus, das Alfreds Eltern bauten, jetzt baut die Anna mit ihrem Freund daneben, das Haus, das ihr Großvater vor cirka zehn Jahren für sie begonnen hat und, das ich auch in einem Roman vereweigt habe, fertig.

Ich komme ja erst seit 1983 oder so nach St. Pölten, ab da waren wir, glaube ich, die Wochenenden da, eine Zeitlang,  als ich meine Praxis in der Gumpendorferstraße hatte, sind wir sogar jeden Tag nach Wien gependelt, das war die Zeit, als ich auch meinen Vater pflegte, das hätte die Anna dann, glaube ic,h nicht mehr länger mitgemacht, so habe ich mir eine Praxis in der Reinprechtsdorferstraße gemietet, schließlich sind wir in die Krongasse gezogen und ich habe Praxis und Wohnung an einen Ort gehabt.

Wann ich mit der „Sommerfrische“ angefangen habe, beziehungsweise im Sommer Montag und Dienstag Praxis machte und den Rest der Woche in Harland verbrachte und das „Sommerfrische“ nannte, weiß ich  nicht mehr so genau.

2008, als ich zu bloggen angefangen habe, war es aber schon so und seither schreibe ich auch darüber, beziehungsweise versuche ich meine Sommer literarisch zu zelebrieren mit den Stadtschreibertexten, das sind Texte oder Glossen die in St. Pölten zum Beispiel über die Frequency, aber auch über unsere Ausflüge nach Melk zum Beispiel entstanden sind, auf die Idee im Sommer Sommerbücher zu lesen, bin ich glaube ich durch „Leselustfrust“, ein Blog, den es nicht mehr öffentlich gibt, den ich aber 2009 oder auch 2010 sehr intensiv verfolgte, gekommen. Meistens bin ich in den letzten Jahre Ende Juni auch mit dem jeweiligen Text fertiggeworden  und habe den Sommerfrischenbeginn quais mit Recherche- und Materialsuchtagen begonnen.

Heuer ist auch das ein bißchen anders, denn es gibt ja noch zwei Texte zum Korrigieren und zwar die „Nika“, die zwar eigentlich schon vor „Paul und Paula“ fertig werden sollten, so habe ich geglaubt, aber dann Fehler und Fehler gefunden.

Es kann schon sein, daß ich da ein bißchen lustlos korrigiere, weil in der Sommerhitze einen „Adventkaldender“ durchzusehen, ist ja nicht gerade passend, ich hoffe aber doch, daß ich bald damit fertig werde und, daß das Buch demnächst erscheinen kann.

Dann gibts wieder ein Foto von mir und dem Buch, vielleicht setzte ich mir dazu auch die Weihnachtsmannmütze auf, die der Alfred, der Anna mal aus London mitbrachte, als er dort bei einem Bewerbungsgespräch war.

Ich weise meine Leser dann auf das Buch hin, sie können es aber gleich vergessen, beziehungsweise notieren, daß es das gibt und stattdessen beispielsweise das „Sommerbuch“ bestellen, das ja eigentlich auch der vorige Teil der „Flüchtlingsstrilogie“ ist und die „Nika“ dann im Dezember lesen, da weise ich im Blog sicher darauf hin, beziehungsweise wird ein paar Schnäppchen daraus geben.

Die Hauptkorrekturarbeit wird die „Berührungen“ oder „Nicht Berühren oder Notizen zur Romanentstehung“ betreffen, wo ich gerade bei Szene siebzehn bin und vielleicht auch ein bißchen dabei trödle, obwohl mir der Text, der eigentlich aus deiner Schreibblockade oder einem sich zu schnell in einen Text hineinstürzen entstanden ist, eigentlich ganz gut gefällt.

Aber das fortwährende Fehlersuchen ist ja nicht gerade lustig und dann kommen auch die Gedanken, „Das ist nicht gut genug!“, Wenn ich daraus ein Gewinnspiel mache, meldet sich wieder niemand, der das Buch gewinnen will!“, „Damit komme ich nie auf die Longlist, weil ich es ja selber mache!“ etcetera….

Mit dem Herumschicken habe ich vor einigen Jahren aufgehört. 2000 ist glaube ich mein erstes Selbstgemachtes Buch erschienen, bis 2004, das war das „Tauben füttern“ habe ich, glaube ich, noch trotzdem ein Expose an die Verlage geschickt, dann schrittweise damit aufgehört und jetzt lasse ich meine Bücher, wenn sie fertig sind, nur mehr fünfzigmal drücken und „vermarkte“ sie auf meinen Blog, wo sie, glaube ich, ziemlich unbemerkt dahinschlummern, was natürlich ein bißchen schade ist und deprimiert, so daß ich  manchmal in Krisen komme, obwohl ich aus Kroatien  wieder die Idee für einen Roman mitgebracht habe, an den ich mich machen werde, wenn ich mit dem Korrigieren der „Berührungen“ fertig bin.

Wenn ich den Sommer herumtrödle und noch den September und den Oktober dazu brauche, geht es sich eigentlich für den „Nanowrimo“ gut aus, aber dann schreibe ich im November einen „Sommerroman“, was zwar nicht passt, aber auch nichts macht, denn im vorigen November habe ich ja über den Dezember geschrieben.

Ein wenig ist es schon schwerig oder ungewöhnlich, so abseits des Literaturbetriebs zu schreiben und ich bin auch nicht wirklich sicher, ob ich es mir so ausgesucht habe.

Habe ich ja in den Achtziger und Neunzigerjahren sehr viel und regelmäßig herumgeschickt, wahrscheinlich ein bißerl patschert und ziellos und die unverlangt eingesandten Mansuskripten hört man ja auch immer, haben keine Chance, so war es bei mir auch.

2000 hat mir der Alfred die „Wiener Verhältnisse“, sozusagen zum Geburtstag geschenkt.

„Wow!“ habe ich gedacht.

„So schön, so schnell so billig!“

Bis dahin habe ich ja immer gehört, daß man nie und unter keinen Umständen seine Bücher selber machen darf, das hat sich jetzt geändert, die Selfpublischer laden, glaube ich, sehr selbstbewußt ihre Bücher bei „Amazon“ hoch, vermarkten sich  selbst, schreiben Rezensionen und erzählen  von ihren Verkaufserfolgen, beziehungsweise füllen sie in Leipzig und in Frankfurt schon ganze Hallen.

Überlegt, ob ich meine Bücher auch auf Amazon hochladen soll, habe ich schon, es aber bisher nicht getan und die Vermarktung auf meinen Blog scheint nicht wirklich zu funktionieren, obwohl ich mich eigentlich sehr bemühe und bei „Paul und Paula“ jetzt sogar ein professionelles Cover habe.

Das war auch eine Idee vom Alfred. Ich habe dagegen meine Bücher, die sie mir bei „Wikipedia“ hinausgestrichen haben, wieder eingetragen und nach dem „Bachmannpreis“ sogar gedacht, daß ich wenn ich mit  „Clarisse, Klara Claire“ früher fertig bin, vielleicht einen zwanzig Minuten Text schreiben soll, ihn ein bißchen hochstilisiere, auf Fehler korrigieren lasse und  an die“ Bachmann-Juroren“ auch ohne Verlagsempfehlung schicke.

Mehr als in den Mist werfen oder mir einen Brief schreiben, daß sie den Text leider ohne diese Empfehlung nicht bewerten können, werden sie nicht tun und auch das wahrscheinlich nicht, weil ich ja im „Literaturcafe“ hörte,“ die Juroren sprechen ihre Autoren vorher an und verlassen sich nicht auf das Eingesandte“.

Nun ja, früher habe ich mich auch, um Stipendien beworben und bei Preisen eingeschickt, in den letzten Jahren habe ich mich eher auf das Literaturgeflüster konzentriert, da auch Textbeispiele eingestellt, so daß die meisten meiner Texte veröffentlicht sind, auch wenn sie keiner liest.

Also in der Sommerfrische, die ja eigentlich nur mehr aus dem Freitag, denn das Wochenende ist ja mit Markt und Rudolfshöhe sehr eingeteilt und der Montag wegen meiner Praxisstunde und Alfreds Betriebsratssitzungen nicht immer ganz vorhanden, so fleißig, wie möglich korrigieren, dazwischen mit dem Rad in Richtung Ochsenburg oder St. Pölten fahren, bei der „Seedose“ den „Bücherschrank“ durchsuchen, auf den Aussichtsturm steigen und beim „Spar“ in Wilhelmsburg aus dem Hunderter, den ich mir wieder in die Umhängetasche gesteckt habe, ein Kipferl und einen Becher Kaffee kaufen.

Ob dabei neue Stadtschreibertexte entstehen werden, weiß ich noch nicht, „Stadtschreiberbuch“ gibt es jedenfalls keines, nur das das ich in der Woche vollgeschrieben habe, als ich acht Tage lang das „Literaturgeflüster“ feierte, weil es seinen achten Geburtstag hatte.

„Sommerbücher“ gibt es auch zu lesen, beziehungsweise zwei Stöße, den in Harland über dem Bett, da ist jetzt gerade der „Brave Soldat Schwejk in „Arbeit“, dann werde ich Elfriede Vavriks „Nackbadestrand“ vorziehen, denn das bilde ich mir zumindestens nach dem Titel ein, ist vielleicht auch ein Sommerbuch und in Wien warten noch der Richard Wagner, das ist nicht der Komponist, sondern der Exmann der Herta Müller  und die Ruth Schweikart, bevor ich hoffentlich endlich zu meinem „Vicki Baum – Schwerpunkt“ komme, von dem ich ja immer schreibe und auf den ich mich schon sehr freue.

Aber dann ist  es wahrscheinlich schon August und da wird ja am dreiundzwanzigsten, die heurige Longlist des dBp begkanntgegeben und am  sechsten Sepember, wenn die „Sommerfrische“ schon vorüber ist, folgt heuer erstmals die des österreichischen Buchpreises und da will ich ja auch die Verlage anschreiben,  mitlesen und darüber bloggen.

Also wird es sicher wieder ein schöner Sommer, wenn auch ein wenig anders und vielleicht ein bißchen Wien- zentrierter, was ja auch nicht schaden kann, weil die Ö-Töne vielleicht schon einen Vorgeschmackt auf die kommenden Buchpreislisten geben. Ich bin also gespannt und werde darüber berichten…

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