Literaturgefluester

2016-08-08

Zum Kellergassenfest nach Wagram ob der Traisen

In meiner Sommerfrische versuche ich ja immer etwas zu unternehmen, als ich mir vor drei Jahren sozusagen selbst zur Stadtschreiberin ernannte, habe ich mit dem Alfred eine Bürgermeisterspezialführung besucht, mich mit dem Robert Eglhofer in St. Pölten getroffen und die Frequency gibt ja auch immer etwas her.

Radtouren mache ich mit dem Alfred auch manchmal, ich selber fahre ja nur regelmäßig in Richtung Herzogen- oder Wilhelmsburg. Mit dem Alfred bin ich da schon bis nach Melk gekommen und im Vorjahr hat er den Hauermarkt oder das Kellergassenfest bei Wagram ob der Traisen entdeckt.

Wahrscheinlich hat er am Markt in St. Pölten den entsprechenden Flyer bekommen. Wir sind also losgeradelt, ich habe dort ein Blunzlgröstl gegessen, der Alfred wollte, glaube ich, eine Surbratensemmel, nur leider war das Wetter so schlecht, daß wir uns bei den Weinständen unterstellen mußten und sind dann mit dem Zug von Traismauer nach St. Pölten zurück gefahren.

Am Weg zum Bahnhof haben wir den Otto Lambauer getroffen, den ich gleich fragen konnte, ob er sich wieder durch die Longlist lesen wird.

Das war im vorigen Jahr, heuer war das Wetter schöner und so war schon die Hinfahrt sehr erbaulich. Wagram ob der Traisen liegt zwischen Nussdorf und Traismauer und an beide Orte fahren wir ja gelegentlich hin.

Zu  Ostern meistens in das Donaugasthaus bei Traismauer, nach Nußdorf zum Pfingstmarkt oder zur der Weinverkostung bei den Herzingers. Da habe ich auch einmal so wie sie es in Göttweig immer tun ein kleines höchstpersönliches Weinwandern unternommen, weil mein „Kerstins Achterl“ gerade fertig war.

Diesmal gab es nur Schwierigkeiten mit einem Hund, der uns ungefähr beim Bootshaus in Sptratzer anbellte, dabei gibt es ja überall an der Traisen Schildern, die „Ich brauche eine Leine oder einen Beißkorb!“, aussagen.

Die Besitzer haben aber nur geschaut und „Hat er was getan?“, gefragt, als ich sie darauf aufmerksam machte.

Nach zwei Stunden waren wir in Wagram und das Hauerfest fand in zwei Kellergassen statt, die man oben durch die Weingärten durchqueren konnte.

Auf dem Flyer war genau aufgelistet, was man, wo essen und trinken konnte.

Vor dem Eingang, beziehungsweise dem „Herzlich Willkommen-Schild“, stand eine junge Frau, vielleicht die Weinkönigin und bot ein Wilkommensgläschen an.

Leider war das nur in weiß, so habe ich mich während ich auf den Alfred wartete, mit einer Bergkäseprobe bei der Käsehütte begnügt und dann sind wir am „Dorferneuerungsverein Wagram“ vorbei zu „Reuter“ gegangen, wo es das Blunzngröstl, das Spanferkl und für den Nachtisch, die Marillenknödel gab.

Spareribs und Grammelknödel hätte es auch gegeben und auch einen Zweigelt und einen blauen Portugieser und während wir gegessen haben, flanierten an uns die Festbesucher, von denen viele Frauen Dirndln und einige Männer Lederhosen trugen vorbei.

Eine Blasmusikkappelle und eine Volkstanzgruppe hat es auch gegeben. Aber die haben wir später erst gesehen und gehört. Die Blasmusik. Denn als die Volkstanzgruppe durch die Kellergasse tanzte, waren wir schon wieder weg. Hatten wir ja noch eine zweistündige Rückfahrt vor uns. Vorher habe ich aber noch einen Kaffee und einen Pink Hugo getrunken, bevor wir in Richtung Traismauer zurückgefahren sind.

Dort schlug der Alfred dann eine bequeme Zugfahrt vor und fuhr statt, wie geplant zur Traisen in Richtung Bahnhof, was ihm allerdings nichts nützte.

Denn einen Zug hätte es nach vier zwar gegeben, normalerweise, weil aber die Gleise repariert wurden, gibt es derzeit einen Schienenersatzverkehr und die Busse nehmen keine Räder mit.

Wir hatten ja die Richtigen und die Klappräder, wo man das sehr wohl kann, in Wien gelassen. Also doch zurückgefahren und da schien mir die Rückfahrt dann sehr lang und der halbe Liter Wasser, den ich im Rucksack hatte, war auch bald ausgetrunken.

Aber ich wollte ohnehin bei der „Seedose“ Rast machen. Zwar schwebte der Bibliophilin, da die Büchertelefonzelle vor, aber das Soda Citron, das ich  trank, während ich mir die jungen Frauen, die in ihren Bikinis oder knappen Shorts an mir vorüberflanierte, anschaute, war auch nicht zu verachten und den Cornwell-Krimi, den ich neben einem  Jachym Topol im Schrank gefunden hatte, hatte ich auch schon zu Haus.

Was bei meiner ebenfalls sehr bibliophilen und Krimi lesendenen Schwiegermutter nichts machte. Die freut sich bestimmt darüber und der Alfred hatte ohnehin angenommen, das Buch wäre für sie.

Ein paar Besucher der Bücherzelle konnte ich auch beobachten. Drei relativ kleine, Eis schleckende Mädchen beispielsweise, von denen vor allem eines auffälliges Interesse für die Bücher zeigte und eine junge Frau, die sich auch ausführlich darin umschaute und ich kann noch erwähnen, was die anspruchsvolle Literatur betrifft, von der man ja annehmen könnte, daß man die am Viehofner See in der Nähe der Provinzhauptstadt St. Pölten nicht so findet. Stimmt, fand ich auch nicht. Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, was ich ja vielleicht einmal lesen sollte, war nicht vorhanden. Das Buch nicht, nur der Umschlag ist auf dem Regalbrett gelegen. Also wenigstens was. Ich wünsche dem vor mir Finder viel Spaß beim Lesen und nachdem das Soda Citron getrunken war, ging es  zügiger zurück.

Der Ausflug und das Wetter an diesem Sommerfrischensonntag war sehr schön und eine bleibende Erinnerung bis zum nächsten Jahr.

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