Literaturgefluester

2016-08-10

Markenzeichen

Ich lese ja, seit ich aus Leipzig zurückgekommen bin auf den Blogs von Annika Bühnemann, die unter dem Titel „Vom Schreiben leben.de“ Tips für angehende Autoren gibt, mit und die bietet auch Marktingkurse an, die den Selbstpublishern sehr empfohlen werden und man könnte sich eigentlich fragen, wozu ein Autor einen Marketingkurs braucht?

Hermann Broch, den ich gerade lese, hat einen solchen wohl auch nicht benötigt, sondern sich mit seinem „Tod des Vergils“ in Amerika höchstwahrscheinlich seine vorher in Österreich oder der Ostmark erlebten Traumatisierungen hinuntergeschrieben und Thomas Bernhard hat seine eigene Marke kreiert, ohne sie wahrscheinlich so zu benennen und die Verlage tun das für die Verlagsautoren.

Die Selfpublisher müssen aber alles selber machen, so sind Coaching- oder „Heldenstunden“, wie Annika Bühnemann das nennt, wohl auch sehr hilfreich.

Anni Bürkl hat schon vor ihr Kurse und Coachings für Autoren angeboten, wahrscheinlich um selbst davon leben und schreiben zu können, bei Annika Bühnemann kommt noch ein christlicher Hintergrund hinzu, so dirigiert sie in einer Kirche, spricht oft von den Gottesdiensten, die sie besucht und was ich bewundere und mich weder jetzt noch früher eigentlich nicht trauen würde, daß sie den Autoren helfen will, ihren Traum zu finden.

Als ich bezüglich „Berührungen“ vor mich hinjammerte und sie dabei zitierte, hat sie sich gleich auch bei gemeldet und mir eine kostenlose Heldenstunde angeboten, die ich, da ich ja länger schreibe, als sie am Leben ist, natürlich nicht angenommen habe, ihre drei Ziele, die sie unlängst den Autoren gegeben hat, haben mich aber auch so beeindruckt, daß ich einen „Drei Dinge ändern-Artikel“ geschrieben habe.

Ich bin dabei glaube ich nur auf zwei gekommen, daß ich den NP-haben will und das auch aufschreibe. Was ich ändern kann, um ein Schrittchen diesem Ziel näher zu kommen, habe ich nicht gewußt, weil ich dachte, da müßte mich jemand dafür vorschlagen und ihn an mich vergeben.

Ich habe aber schon damals oder war es noch früher, meine sogenannten Indie-Bücher die sie mir hinausgestrichen haben, weil sie nur Verlagsprodukte wollen, bei „Wikipedia“ wieder eingetragen, die jetzt, wie ich gerade bemerkte, auch schon freigegeben sind und das war ja schon ein diesbezügliches Schrittchen und bei einem anderen ihrer Artikel, wie „Selbstpublisher für ihre Bücher Werbung machen können“ bin ich darauf gekommen, daß ich das auch  schon länger mache.

Nämlich eine Vorschau auf das jeweils neue Buch, seit einiger Zeit mit Gewinnspiel, auf das sich zwar niemand meldet, aber wenn es das Buch dann gibt, gibt es ein Bild davon und Artikel über meine Lieblingsbücher, die ersten Sätze, die Covers, etcerta, um meine Bücher vorzustellen gibt es auch und noch länger, eigentlich von Anfang an die Schreibberichte.

So schlecht vermartke ich mich also, die ich mir meine Bücher schon seit cirka 2000, zu je fünfzig Stück drucken lasse, also nicht. Es funktioniert nur nicht, obwohl ich ja meine täglichen hundert bis hundertfünfzig Leser habe, scheinen die sich für mein „Selbstgemachtes“ nicht zu interessieren.

Das liegt zwar wahrscheinlich auch an mir oder an meinen Masochismus könnte man unken, denn ich habe ja die ISBN-Nummer, die ich ja kaufen könnte, von Anfang an verweigert und wäre damit wahrscheinlich unter die Kleinstverlage und nicht weiter aufgefallen.  Mit meinen selbstgemachten Büchern bin ich aber ziemlich exotisch, ich stelle sie ja nicht bei „Amazon“ ein und will sie eigentlich auch nicht wirklich verkaufen, beziehungsweise nicht vom Schreiben leben, denn ich habe ja meinen Brotberuf und inzwischen auch eine Pension.

Mir geht es nur, um die Anerkennung und als ich eigentlich aufatmen hätte und „Ziel erreicht!“, denken hätte können, kam der Kritiker Uli daher und behauptete, ich würde nichts als Unsinn schreiben, weil bei meinen Kommentaren, ich gebe schon zu, daß das stimmt, manchmal der Punkt und die Absätze fehlen und Flüchtig- oder Rechtschreibfehler sind auch dabei zu finden.

Das darf man nicht im Netz, also werde ich mich mehr bemühen auch verständlich zu sein, denn da denke ich, muß ich wohl auf meine Leser Rücksicht nehmen und komplizierte Texte im Internet passen in einer Zeit der „Leichter lesen- Intiativen“ wohl wirklich nicht zusammen. Es kann aber keiner über den Schatten springen, auch ich nicht, aber um wieder zu Annika Bühnemann und ihre Tips zurückzukommen, mich bemühen besser zu werden kann und sollte ich und das werde ich auch versuchen und jetzt gibt es auf ihrer Seite wieder einen Artikel: „So kreiirst du deine Vision – fünf Schritte für eine Schriftstellerkarriere“, mit einem eigenen Video oder eigentlich vieren, das erste bekommt man so, bei den anderen muß man sich in den Newsletter eintragen. Man sieht Annika Bühnemann ist Marketingprofi und darüber habe ich in einigen schlaflosen Stunden nachgedacht.

Denn ich habe meine fünf großen Ziele ja schon lange, das erste ist der NP oder die literarische Anerkennung, bei der es bei mir hapert und die ich offenbar weder mit meinen Blog noch mit meinen selbstgemachten Büchern bekomme, das zweite wäre endlich den großen Roman zu schreiben und da wäre ja „Claire-Klara-Clarisse“, das nächste Projekt mit dem mir das gelingen könnte, da ich mit den „Berührungen“, wo es ja wieder einmal auf mehren Ebenen um das Schreiben eines Romanes geht, ziemlich fertig bin und hoffe bald die Vorschau mit dem „Mimikry-Gewinnspiel“ präsentieren zu könnnen

Das Dritte wäre dann das mit dem mehr Charisma, denn das bräuchte ich wahrscheinlich, um den Punkt eins zu errreichen und nicht so unbeachtet ein Ouvre zu verfassen, daß schon vierzig Jahre dauert und von manchen als unverständliches Zeug bezeichnet wird, was es wahrscheinlich doch nicht ist, aber man muß natürlich hinsehen, sich dafür interessieren, sich darauf einlassen, etcetera.

Dann kämen noch ein paar Visionen, wie daß sich die Welt zum Guten ändern könnte und ein schöner Tod gehört wahrscheinlich auch zu den Allmachtsphantasien, die man wenig oder vielleicht gar nicht beeinflußen kann.

Annika Bühnemnann kommt aber von den großen Zielen zum Konkreten und meint, man soll nachdenken, was man dafür opfern und wie man seine Ziele erreichen kann und da bin ich, wie erwähnt, daraufgekommen, daß ich nicht vom Schreiben leben, aber Anerkennnung für mein schon über vierzigjänhriges Schaffen haben will und irgendwie bin ich ich ja auch meine eigene Marke.

„Ich betrachte mich als literarisches Original!“, habe ich Heinz Lunzer einmal geschrieben, als ich mich darüber beschwerte, daß ich meine „Mittleren-Reihe“ nicht mehr im Literaturhaus organisieren darf.

Das hat zwar nicht sehr viel geholfen, stimmt aber, daß ich glaube, daß ich das bin. Ein bißchen übersehen oder sagen wir sehr unbeachtet, aber sehr bemüht und engagiert und inzwischen  habe ich auf meinen Blog auch schon sehr viel Material gesammelt.

Rudolf Blazejewski, den ich 1975 0der 1976 bei einem Workcamp in Hamburg kennenlernte, und den ich wahrscheinlich  schon 1978 brieflich vorjammerte, daß ich keinen Erfolg im Literaturbetrieb habe, hat mir geraten, einfach für mich selbst zu schreiben und mich, um den Erfolg nicht zu kümmern und Annika Bühnemann rät das den Autoren die sie betreut auch.

Ich war damals empört und eigentlich stimmt das, auch wenn ich natürlich auch einmal einen Preis bekommen, auf einer Buchpreisliste stehen, den Literaturbetrieb auf der anderen Seite kennenlernen, etcetera will, deshalb gehe ich ja glaube ich, auch zu soviel Veranstaltungen und lese so viel Bücher.

Es stimmt trotzdem oder mit sechzig kann ich es vielleicht sagen und das Kämpfen sein lassen, denn jetzt habe ich zwar nur zwei Sachverlagbücher und eines in einem Kleinstverlag aber fast vierzig selbstgemachte, die auch schön ausschauen und auch einiges in Anthologien und wenn man zu „Amazon“ geht, kann man auch einiges von mir kaufen, sogar was Selbstgemachtes, denn die ziehen  auch irgendwie herum und ich präsentiere mich auf meine Art mit meinem Jammern, meinen Rechtschreibfehlern, aber trotzdem sehr genau im „Literaturgeflüster“ und das ist so, wie ich es will, obwohl ich natürlich mehr Beachtung gerne hätte.

Das stimmt natürlich auch und da denke ich oft an ein Beispiel, daß ich in der Schule im Psychologieunterricht gehört habe. Da hat ein Kaiser im sechzehnten Jahrhundert oder so ein Experiment gestartet und Kinder zwar gut versorgen lassen, den Ammen aber verboten mit ihnen zu sprechen.

Die Kinder sind gestorben, was als Beispiel interpretiert wurde, daß man Liebe und Zuneigung braucht und der Autor braucht seine Leser, wenn er nur für sich selber schreibt, ist es zu wenig und er wird depressiv.

Stimmt natürlich ein bißchen und Annika Bühnemann rät, glaube ich, in ihrem zweiten Video auch sich eine passende Zielgruppe zu suchen und für sie zu schreiben und da setze ich aus und habe vielleicht auch schon den Grund für meinen Mißerfolg.

Denn ich schreibe für mich und nicht für die anderen, um mich zu verwirklichen, mich weiterzuentwickeln, etcetera. Tobias Nazemi hat unlängst geschriebven, daß er das beim Lesen so tut und da kann ich mich auch anschließen. Beim Schreiben soll oder darf man das vielleicht nicht.

Die meisten großen Autoren, wie Thomas Bernhard, Arno Schmidt etcetera werden das wahrscheinlich auch getan haben und ich denke mir manchmal, daß es reicht, wenn ich meine Bücher habe und über mein Schreiben schreibe. Aber dann fehlt natürlich die Annerkennung, siehe oben und deshalb jammere ich wahrscheinlich auch so sehr.

Es ist aber, wie es ist, hat schon Erich Fried gesagt und um noch einmal zu den Zielen und den Schritten, wie man ihnen näher kommen könnte, zurückzukommen. Was ich in den acht Jahren des Bloggens gelernt habe, ist wahrscheinlich Selbstbewußtsein, auch wenn dann Kommentare, wie „Das ist das Schlechteste oder unverständliches Zeug!“, kommen, die mich natürlich jedesmal verunsichern.

Ich denke  dann darüber nach und glaube zu wissen, was daran stimmt und was nicht und wenn ich manchmal denke „Na, so schlecht wird es nicht sein, es ist schon mittelmäßig!“, dann stimmt das wahrscheinlich insofern nicht, weil ich ja mit meiner Art zu bloggen, meiner Art zu jammern, meiner Art meine Bücher zu machen, irgendwie schon etwas Besonderes bin, aber damit offenbar nicht so positiv aufgenommen werde, wie ich es gerne hätte.

Ein anderer Punkt, den Annika Bühnemann, den Autoren empfiehlt, ist bei mir, glaube ich, erfüllt, nämlich den der „Authentizität“.

Mein ganzer Blog und mein ganzes Schreiben ist sehr ehrlich und sehr offen und das ist vielleicht auch das, was manchmal Widerspruch erregt und vielleicht auch ein bißchen überheblich klingt.

Da ist eine mit vielleicht sehr vielen Rechtschreibfehlern und schreibt sie will den Np für Literatur? Und, um auf meinen Kritiker Uli hzurückzukommen, der mir geraten hat, Absätze zu machen und Punkte zu setzten.

Da habe ich ganz ehrlich gedacht, da kommt ein Volksschullehrer in die Maturaklasse oder in das Germanistenseminar und erklärt das „A“.

Das ist, da er sich ja vor meiner Schlampigkeit und meinen Fehlern gruselt, ganz schön überheblich, ich gebe es zu. Ich habe aber sehr viel gelesen und geschrieben und auch Arno Schmidt nicht verstanden und bei Hermann Broch, den ich gerade lese, geht es mir ähnlich.

Ich lese aber auch sehr gerne Bücher von Autoren, die vielleicht auch nicht so gut schreiben und dann würde ich wahrscheinlich anders reagieren und dabei auch offen und authentisch sein und um nochmals an den Anfang zurückgekommen.

Ich lese die Marketingtips der Annika Bühnemann, die übrigens gerade einen Blogroman schreibt und deren „Küß mich Superstar“ ich gelesen habe, sehr gerne, weil da ist eine junge Frau, die, glaube ich, wirklich versucht, den anderen zu helfen und nicht nur an ihnen zu verdienen und, daß sehr viele Leute schreiben und es jetzt, als Selbstpublisher auch viel leichter, als ich vor zwanzig dreißig Jahren, können, finde ich sehr schön.

Die lesen mich zwar wahrscheinlich auch nicht, weil sie wahrscheinlich überhaupt nur wenig lesen und nur selber schreiben wollen. Aber ich lese sehr viel und nehme mir von meinen Nachdenkstunden wahrscheinlich mit, daß ich vielleicht weniger jammern sollte, aber das gehört vielleicht auch zu meinem Markenzeichen und mehr auf meine Flüchtigkeitsfehler achten, aber sonst weiter in meiner Rechtschreibung schreiben werde und mit dem nächsten Roman besser zu werden versuchen, was immer, das auch heißt.

Mal sehen, ob es gelingt. Aber der Weg ist das Ziel, das glaube ich auch und vielleicht ist auch meine Flüchtigkeit mein Markenzeichen und, daß ich jetzt schon über vierzig Jahren diesen Weg gehe und sehr sehr viel geschrieben habe und meine Hemmungen, gegen die ich Anfangs ja sehr kämpfte, habe ich durch das kontinulierliche Schreiben und das Bloggen darüber, inzwischen auch verloren und das ist eigentlich sehr schön.

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