Literaturgefluester

2016-09-01

Donnerstag mit drei Veranstaltungen

Als ich letzte Woche bei der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl war, hat mir Ottwald John die Einladung für seine Stationenlesung zum Antikriegstag, wo, glaube ich, Texte von Ingeborg Bachmann, Stefan Zweig etcetera gelesen wurden, gegeben und ich habe mir gedacht, fein, da gehe ich hin, war ich ja auch schon vor zwei Jahren bei einer diesbezüglichen Veranstaltung, wo wir von der Nationalbibliothek auf den Spuren Bertha von Suttner durch die Stadt gewandert sind.

Letzten Montag ist wieder so ein Zettel auf dem Tisch gelegen und ich habe realisiert, daß die Veranstaltung am Donnerstag ist und Donnerstag war ja wieder Schreibegruppe.

Die wurde zwar im Juli vom Peter Czak, der sie bisher organisiert hat, krankheitshalber aufgelöst.

Ich habe aber bei Alfreds Geburtstagfest im August mit Doris Kloimstein beschloßen, daß wir uns weitertreffen wollen und die Doris hat auch gleich den Raum im Cafe Fortuna reserviert.

Aber am Donnerstag war auch das Finale der Ö-Töne mit Richard Schuberth und Heinrich Steinfest und da hatte ich auch hin gehen wollen und alles drei, noch dazu, wo ich um fünf, wo der Spaziergang beginnen sollte, eine Stunde hatte, war wohl nicht zu schaffen.

Es hat mich gestern auch noch Robert Eglhofer angerufen und sein Interesse bekundigt und Klaus Khittl oder Gloria G. wäre auch daran interessiert, aber jetzt noch nicht in Wien.

So bin ich also nach meiner fünf Uhr Stunde noch schnell einkaufen gegangen,  habe meine Betriebskosten einbezahlt und mich dann mit dem Bus ins Cafe Fortuna aufgemacht, wo es eigentlich sehr voll war, waren doch schon Robert Eglhofer und die Doris da, die auch noch jemanden mitbrachte und die Ruth, die auf den Antikriegsstationentag gewesen ist, ist später nachgekommen und Thema hatte ich auch eines oder zwei, denn ich benütze ja die Schreibabende gerne für mein jeweiliges Schreibprojekt und da kann es sein, daß ich  schon wieder anstehe, jedenfalls habe ich heute den Sonntag beschrieben, wo Klara von Splitzurückgekommen ist und nicht weiß, ob sie am  Sergejs Einladung zum Abendessen annehmen soll?

Also schlug ich Einladung oder Abendessen vor. Das Flüchtlingsthema und das Thema Taxi wurde auch noch eingebracht und habe dann den Beginn der Szene geschrieben, wo Klara Sergej in seiner Wohnung besucht, ihm ein Lavendelsträußchen mitbringt und von ihm Rosmarinkartoffeln zur Dorade und Mousse au Chocolat serviert bekommt.

Es kann sein, daß ich hier jetzt wieder anstehe und all mein Pulver schon verschossen habe.  Ich habe die Szene jedenfalls begonnen, aber die Klara schwankt irgendwie zwischen Eddy, der getreuliche E-Mails schickt und dem Russen Sergej mit seiner magersüchtigen Lieblingscousine hin und her und ich muß mich wohl noch weiter in die Claire und Clarisse Stränge einarbeiten, bin vielleicht aber derzeit durch mein Longlistenlesen ein wenig abgelenkt. So war es  sehr gut, daß es die Gruppe wieder gibt und weiter gehen wird.

Die nächsten Termine sind bereits fixiert und es wurde heute gar nicht so viel über die Texte, eher über die Veränderungen oder ganz allgemein beziehungsweise über Stefan Zweig und den Film „Vor der Morgenröte“ diskutiert.

Die Gruppe war auch nur sehr kurz, weil die Doris und der Robert zurück nach St. Pölten mußten, so blieb noch etwas Zeit zum Museumsquartier zu schauen, wo ich noch das Ende der Heinrich Steinfest Lesung mitbekam und sein Roman „Das Leben und Sterben der Flugzeuge“ der, wie Günter Kaindlsdorfer, der Moderator betonte, gerade heute erschienen ist, scheint, wie schon der Titel sagt, sehr skurill zu sein und dann handelte das Stückchen, das ich hörte, gar nicht so sehr von Fluzeugen, sondern von zwei Vögeln, die von einer alten Katze gefressen werden sollten, beziehungsweise sich dagegen wehrten.

Dann bedankten sich die Veranstalter und Günter Kaindlsdorfer lud ein, wenn alles gut gehe ,im nächsten Jahr zu den O Tönen wiederzukommen, die ich diesmal ziemlich vollständig hörte und daher auch einen guten Einblick in die österreischische literarische Jahresproduktion bekam und jetzt bin ich auf die öBp-Liste gespannt. Kann ja sein, daß Heinrich Steinfest von dem ich einmal, glaube ich, einen genauso skurillen Krimi las und ich ihn auch schon in Göttweig hörte, darauf stehen wird.

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