Literaturgefluester

2016-09-16

Die Verteidigung des Paradieses

Buch neun der LL, ist eines von den dickeren, bis jetzt waren es ja eher dünne, die ich gelesen habe, aber jetzt kommen die umfangreicheren an die Reihe und es ist ein Abenteuerroman.

Das steht zwar auch auf den „Witwen“, aber dieser ist ein richtiger, ein Weltuntergangsroman, wahrschein auch ein Sci Fi und meiner Meinung nach, eher etwas für solcherart begeisterte Jugedliche, um auf die LLzu kommen, bedarf es aber wahrscheinlich des philosophischen Hintergrunds und so steht das auch am Buchrücken und der 1977 geborene, in Augsburg lebende Thomas von Steinaecker ist ein mir bis dato eher unbekannter Autor, mag sein, daß ich schon einmal den Namen hörte, aber sonst nicht viel.

Um was geht es, um die Fortsetzung von Heinz Helles „Eigentlich müßten wir tanzen“ könnte man unken, jedenfalls heißt der Held auch Heinz und möchte ein guter Mensch werden.

Aber ist er das überhaupt?, steht, glaube ich, als Frage auf dem Klappentext und es passiert sehr viel in dem  vierhundertsechs Seiten Buch.

Zuerst geht es in ein Kinderzimmer oder in eine Erinnerung, an die Zeit, wo der kleine Heinzi des Nachts aufwachte und sich aus dem Kühlschrank was zum Trinken holte.

Dann kommt ein Schnitt oder es geht elf Jahre später los auf einer Alm. Da feiert Heinzi seinen fünzehnten Geburtstag. Die Katastrophe hat stattgefunden und Heinzi lebt mit seinem elektronischen Kuscheltier, das Ganze dürfte in der Zukunft spielen mit fünf weiteren Überlebenden und einigen Affen dort und ist sauer, weil sie seinen Geburtstag vergessen haben.

Dem ist nicht ganz so, denn Cornelius der „welteste Leader,“ wie es im Neudeutsch heußt, während sich Heinz  an die „Vountergangssprache“ zu erinnern versucht, schenkt ihm am Abend ein paar bunte Hefte und gibt ihm den Auftrag, die Geschichte aufzuschreiben, denn Heinz hat auch einen sonderbaren Chip und kann die  die berühmten Romananfänge rezitieren, während ihm sein elektronisches Haustier Märchen erzählt.

Dann kommt die nächste Katastrophe, die Schleusen brechen, der Fluß trockenet aus und sie müßen das, was ein bißchen an die „Wand“ erinnert, verlassen.

Fliehen über die ehemalige Autobahn, treffen auf Leichen, es gibt also doch Überlebende, Mutanten und Plünderer und  Jorden, ein ehemaliger Berufssoldat, schießt alles nieder, was ihm in den Weg kommt.

Anne, die demenzkranke Krankenschwester verläßt die Gruppe, während Özlem auf der Alf ein Baby geboren hat, das sie auch mitschleppen.

Sie kommen in eine Art ehemaliger Zirkus, wollen auf ein Schiff nach Frankreich, das sich als eine Falle erweist. Die Toys erproben aber den Aufstand und erretten ihre Meister. Nun bleibt auch Cornelius zurück und wird  von den anderen aufgefressen, Özlem wird geopfert, Heinz kümmert sich um die kleine Xiwang.

Verliert auch sie und landet in seinem letzten gelben Heft in Paris in einem Kloster, das sich in einem Hochhaus befindet, wo er, glaube ich, siebenundachtzig Jahre später stirbt.

Er war auch noch ein Klon, der zum Schriftsteller bestimmt war, nur das Programm funktionierte nicht so ganz, so daß seine Aufzeichnungen, die er in den schwarzen, gelben und was auch immer Heften, nicht, den Erwartungen der Leser entspricht, wie Anita, seine Betreuerin vorsichtig andeutet und ich bin auch  ein bißchen erstaunt über die Bandbreite der heurigen Longlist und eigentlich ist das Buch, die „Philosophie über den Sinn des Lebens“, auch ein bißchen eine Fälschung oder ein Fake, wie man so sagt, denn einen eigentlichen Weltuntergang hat es ja nicht gegeben, aber viele andere Sachen und  Ebenen und das alles kunterbunt durcheinandergemacht, so daß man genug darüber zu diskutieren hat.

Ob der Kannibalismus und die Freigabe zur Vergewaltigungs beispielsweise unbedingt notwendig war oder eben vorkommt, weil es für die spannende Haltung nötig war?

Aber die letzte LL war auch breit gefächert, bin neugierig, ob das Buch auf die Shortlist kommt, am Dienstag werden wir es  wissen.

Auf den anderen Blogs ist von dem Buch, das über eine ganze Bandbreite von Stilen verfügt, Denglisch ist die Umgangssprache und es gibt sogar Zeichnungen und die berühmte „Pfandbriefwerbung“ aus der „Rororo-Reihe“ in Sci Fi- Mutierung darin, noch nicht viel zu lesen.

Ich bin wahrscheinlich nicht die richtige Schience Fiction  und Weltuntergangsleserin, aber Abwechslung muß sein und einige jüngere Leser werden von dem Buch vielleicht auch begeistert sein.

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