Literaturgefluester

2016-09-22

Zweifache Longlisten-und Shortlistlesung

Normalerweise gehe ich ja aus zeitökonomischen Gründen nicht so gern zu einer Lesung, wenn ich das Buch schon gelesen habe oder lesen werde.

Bei Longlistenlesungen bin ich aber gelegentlich gewesen, einmal glaube ich beim Doron Rabinovici in der Hauptbücherei, im Vorjahr beim Clemens J. Setz in der AS, als ich das Buch halb oder so gelesen hatte und heute hätte ich den Rainhard Kaiser-Mühlecker in der „Gesellschat für Literatur“ auch beinahe ausgelassen, aber dann war das Alternativprogramm nicht so entsprechend, auf die Shortlist ist er am Dienstag auch gekommen, auf der öst LL ist er schon und einige Blogger haben „Fremde Seele, dunkler Wald“ auch sehr gelobt.

Dem habe ich mich bis jetzt eigentlich nicht so angeschlossen und ganz ehrlich, auch wenn ich das wahrscheinlich revidieren werde oder auch schon habe, denn wahrscheinlich ist es mein drittes Shortlist-Buch, das ich auf meine höchstpersönbliche Liste setzten werde, habe ich den 1982 in Kirchdorf an der Krems geborenen, sehr „schönen“ jungen Mann, bisher ja als eher fad eingeschätzt.

Mit seinem  2008 bei Hoffmann und Campe erschienenen „Der lange Gang  über die Stationen“ hat er ja Furore gemacht. Da war ich kann ich mich erinnern, bei einer literarischen Soireee im Radio Kulturcafe gewesen zu sein und habe mich gewundert, daß „so was fades“, die anderen nannten es „aus der Zeit gefallen“ bei „Hoffmann und Campe“ erscheinen kann und das Buch dann auch gelesen.

„Magdalenenberg“ habe ich auch irgenwo gehört, bei „Wiedersehen in „Fiumcino“  war iich in der „Gesellschaft“ und habe mir das Buch schicken lassen und seither glaube ich, nicht mehr so viel von dem jungen Mann gehört.

„Schwarzer und roter Flieder“ ist erschienen und ein Erzähloband und jetzt das Buch, wo ich mir bei den Beschreibungen dachte, das habe ich doch schon im Debut gelesen und bei „Magdalenberg“ gehört.

Als das Buch auf die öst LL kam, habe ich bei „Fischer“, wo es erschienen ist, nochmals angefragt und es am nächsten Tag bekomme, vielleicht bekomme ich den Händler, was  mein neunzehntes LL-Buch wäre, also auch noch, der Stamm ist am Montag gekommen und mich dann irgendwann enschloßen, ich gehe in die „Gesellschaft“ und eigentlich hätte ich das Buch mitnehmen können, erstens um es signieren zu lassen, was ich nicht so oft mache, zweitens, um mitzulesen und mir die gelesenen Stellen anzustreichen, was sehr gut gewesen wäre, denn ich bin mit dem Lesen ja ein bißchen in Zeitlnot, habe heute mein elftes LL beendet und siebzehn Rezensionsexemplare oder nein, sechzehn, denn die Gösweiner ist ja ein Geschenk vom Alfred, liegen am Klo und vor allem „Literarurtest“ drängt ja sehr, wenn man nicht gleich in der nächsten Woche bespricht und von denen habe ich heute auch ein Buch bekommen.

Ich hätte die „K u.S“ Debuts also vielleicht noch ein wenig aufschieben und gleich mit dem Lesen anfangen können und wäre etwas schneller gewesen, hätte, könnte, habe ich aber nicht, denn das ist mir erst in der „Gesellschaft“ eingefallen, als ich zwischen dem Lehrer und einer jungen Dame saß, die das Buch in der Hand hielt und den Melle in ihrer Tasche hatte.

Sehr voll in der „Gesellschaft“, das heißt gegen Ende hat es sich gefüllt und ein paar Interessierte, die man vielleicht sonst nicht so sieht, wie zum Beispiel die Petra Hartlieb waren da, denn die Buchhändler sollen ja, wie ich überall höre, auf die Shortlist sehr aufspringen.

Manfred Müller hat die Shortlist auch sehr erwähnt, den öst Bp hat er dagegen ausgelassen, ob aus Zufall oder mangelnder Kenntnis, habe ich vergessen nachzufragen und allmählich verwandelte sich mein Desinteresse in Interesse, denn der angeblich so aus der Zeit gefallene junge Mann, etwas, was ihn auch ärgern dürfte, hat wirklich einen eigenen Stil und irgendwann habe ich mir gedacht, daß er dem meinen gar nicht so unähnlich ist und bevor jetzt einige aufschreien, er ist erfolgreich, ich nicht und vom Land schreibe ich auch nicht soviel, denn ich lebe ja im städtischen Milieu, zumindestens bin ich dort aufgewachsen, in einem eher proletarischen Teil von Wien.

In dem Buch geht es wie schon Manfred Müller einleitete, um eine Familie am Land, die Brüder Jakob und Alexander, der eine Bauer, der andere Berufssoldat, um einen Vater und einen Großvater geht es auch und das was der junge Mann vorlas war wirklich sehr interessant.

Der Magdalenenberg kommt wieder vor und ein Kreuz, das die neuen Christen dort errichteten, der Berufssoldat hätte einmal Priester werden wollen, ist dann aber einer Elvira verfallen, der Vater verschleudert den Hof, der Großvater prunkt mit seinem Geld und alle sind zerstritten und viel mehr werde ich jetzt auch nicht erzählen, sondern lesen, wenn ich mit den Debuts, der Vegetarierin, der „Apollokalypse“, dem Mayerhoff und dem Kumpfmüller fertig bin und auch das anschließende Gespräch war sehr interessant, denn Manfred Müller fragte, vielleicht ein wenig provokant „Wie lebt es sich als öffentliche Person?“ und der junge Mann antwortete:

„Das bin ich nicht, denn ich mische mich in die Politik nicht ein, sondern schreibe und ich bin einer, der erzählen will und ob man das jetzt altmodisch nennt und mich mit Rosegger vergleicht, ist mir egal!“

So ungefähr habe ich es verstanden und bin sehr gespannt, werde mich aber jetzt gleich mit einer jungen Aussteigerin beschäftigen und meine Spannung hoch und warmhalten und vielleicht wird es mein drittes dBp Sortlistbuch und vielleicht kommt es auch auf die öst SL, den Preis würde ich ja immer noch gerne der Frau Mayröcker zuerkennen und den dBp gewinnt wahrscheinlich der Herr Melle mit seiner Mischung zwischen Memoir und Personal Essay über seine bipolare Depression.

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