Literaturgefluester

2016-12-13

Fünfzig Jahre Literatur und Kritik

Die „Alte Schmiede“ hat ja seit einigen Jahren eine eigene Zeitschriftengalerie und auch eine eigene Veranstaltungsreihe, wo immer wieder die Literaturzeitschriften dieses Landes vorgestellt werden und heute war „Literatur und Kritik“, diese Salzburger Zeitschrift, die dem „Otto Müller Verlag“, der ja manchmal so freundlich ist, mir seine Bücher zu schicken, an der Reihe.

Karl Markus Gauss, der die Zeitschrift jetzt gemeinsam mit dem Verleger Arno Kleibel, einem Enkel von Otto Müller, der 1937 den Verlag gründete, herausgibt, war im Programm angekündigt, wurde dann aber vom Verlagsleiter vertreten, der kurz die Verlags-beziehungsweise Zeitschriftengeschichte erzählte.

1966 wurde die Zeitschrift von Gerhard Fritsch gegründet, dann wurde sie lange von ihm und mit Jeannie Ebner herausgegeben, zwischenzeitlich war dann auch Kurt Klinger der Leiter, bis Arno Kleibel Karl Markus Gauss dafür gewann, der es eine Zeitlang mit Max Bläulich von dem ich ja ein Buch gelesen habe, machte, jetzt machen es die beiden allein, geben fünf Hefte pro Jahr heraus und bemühen sich qualitätsvolle und anspruchsvolle Literatur dabei zu bringen.

Mir ist es ja leider nie gelungen etwas in der Zeitschrift zu veröffentlichen, einmal hat mir das Karl Markus Gaus in einem Brief begründet, warum er meine Texte nicht nimmt, jetzt schicke ich nicht mehr hin und der fünfzigste Jahrgang wurde auch von drei durchaus anpruchsvollen Autoren präsentiert.

Der Schwede Richard Swartz, dessen Präsentation seines Wiener Flohmarktlebens ich einmal in der „Alten Schmiede“ hörte, war der erste und er brachte einen Text über den braven Soldaten Schwejk, in dem er es bedauerte, daß den die Tschechen nicht so schätzen.

Was mich ein wenig wundert, denke ich doch, daß der in Prag sehr wohl vermarktet wird. Wir hatten auch eine zeitlang so eine kleine Figur in unserem Auto hängen und ein Denkmal gibt es in Prag, glaube ich, auch.

Aber natürlich ist diese Figur nicht so lustig, wie sie wahrscheinlich von Fritz Muliar dargestellt wurde, sondern tieftraurig und wenn der Roman zu Ende ist, Jaroslav Hasek hat ihn ja nicht fertiggeschrieben, hat Josef Schwejk, wie Richard Schwartz betonte, die Kriegsfront noch nicht erreicht.

Dann kam Milena Michiko Flasar, wie Arno Kleibel, wie er betonte, in St. Pölten geboren und las einen Text der in der Mai Nummer erschienen ist, wo es um die Schriftstellerin, als Mutter geht und sie von ihrem kleinen Sohn  berichtete, neben dem sich die Literatur ohne schreiben erleben läßt.

Dann folgte Erwin Riess, in Wien geboren und in Krems aufgewachsen, wie er betonte und er las einen Text, wo der Herr Groll mit dem Dozenten nach Rom fährt und dort, den einziges nicht katholischen Friedhof besucht, wo eine Lehrerin gerade ihre Schüler herumführt und ihnen etwas von „Frankenstein“ erzählt und das Grab von Antonio Gramsci, der zwischen 1923 und 1924 in Wien war und sich dort mit Wilhelm Reich im Kaffeehaus traf, befindet sich dort auch.

Von dem Kaffeehausbesuchen wird man aber erst in der nächsten Nummer lesen können. So wünschte Arno Kleibel einen schönen Abend und ich bin mit der Ruth ein Stück bis zur Oper gegangen, die mir erzählte, daß sie während ihres Rom-Aufenthalte, die hatte dort eine Stipendium, diesen Friedhof öfter besuchte.

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