Literaturgefluester

2016-12-29

Doch noch ein Adventkalenderfenster

Da es mit dem Lesen meines Vicki Baum-Schwerpunkts doch nicht so schnell geht, kommt jetzt noch ein Kapitel, meiner „Nika, Weihnachtsfrau“ oder, wie ich das ja immer nenne, dem dritten Teil meiner „Flüchtlingstrilogie“, im vorigen November während des „Nanowrimos“ geschrieben.

Ein Adventkalender, von der Nika, Weihnachtsfrau, der Germanistikstudentin, die sich was dazu verdient, in dem sie im Dezember im roten Samtanzug und Mütze auf der Mariahilferstraße steht und aus einem Sack Zuckerln an Kinder und Flyer an Erwachsene verteilt und weil ich ja sehr schnell und sehr kurz im Schreiben bin, mußte ich es über den ganzen Dezember hinziehen, damit sich die fünfzigtausend Worte, die man ja beim „Nano“ haben muß, zusammen kamen.

Ich wiederhole es vielleicht für meine neuen Leser. Die Idee über eine Weihnachtsfrau zu schreiben ist mir ja schon 2013 bei den „Dreizehn Kapitel“ gekommen. Da gibt es schon eine „Weihnachtsfrau “ und ich habe im darauffolgenden Dezember, auch ein paar diesbezügliche Artikel geschrieben.

Zu der Nika ist es aber erst 2015 gekommen, obwohl ich in der Schreibgruppe 2014 auch schon einen solchen Text schrieb und weil man ja aus der Nika, die als mein, ich glaube, vierzigstes Selbstgemachtes erschienen ist, ja, wie man sieht auch sehr gut einen Blogroman machen kann, kam dann auch die Idee, immer wieder Kapitel aus dem Buch hineinzustellen.

So gibt es mit dem Probekapitel, wo man den 1. Dezember lesen kann, schon den 5., den 19. und den 25.

Eine Vorstudie mit einer anderen Perspektive gibt es zum 5. Dezember auch und am 17. Dezember habe ich das Buch im Vorjahr im „Read!!ingroom“ vorgestellt und dazu passend, den ersten und den siebzehnten Kapteil gelesen.

Jetzt gibt es also auch noch den 29. Dezember und von Jahr zu Jahr kann und soll es mehr werden, bis man dann eines Tages vielleicht das ganze Buch hier finden kann, wenn ich nicht, so wie heuer, zuviel mit dem Auflesen meiner Bücherliste beschäftigt sein werde.

Hier noch die Links zur „Vorschau“ und zur „Buchpromotion“, wo es ja immer die Schreibberichte und das Gewinnspiel, sowie die diesbezügliche Auflösung gibt und noch ein kleiner Hinweis, da das Buch im Jahr 2015 spielt, wo es auch geschrieben wurde, ist der 29. Dezember ein Dienstag.

„Dienstag, 29. Dezember

Es hatte nicht nur wahlweise Gulasch oder Gemüsestrudel und als Nachtisch wieder Weihnachtskekse gegeben, jeder Mitarbeiter hatte auch noch ein kleines Päckchen von der Assistentin des Direktors und von diesen  einen warmen Händedruck bekommen, in dem sich, wie erwartet, ein halbes Kilogramm Kaffee, ein Lebkuchenherz, sowie ein fünfzig Euro Gutschein befunden hatte. Widerlich Seidler war plötzlich wieder neben ihr gestanden und hatte genauso widerlich, wie immer „Na, da freuen Sie sich aber Frau Magister, zu ihr gesagt. Sie hatte sich nicht geirrt, aus dem Saulus war kein Paulus geworden, auch wenn er eine blonde Gattin hatte, die nett und freundlich schien, war er das so schnell nicht geworden. Denn er verkündete grinsend, daß sie überlegt hatten, ob sie nicht ihr als Weihnachtsfrau diese ehrenvolle Geschenkübergabe übergeben hätten sollen? Sie dann aber doch nicht damit belasten  hatten wollen, so daß Frau Nagy diese Aufgabe übernommen hatte und Nika dachte sich, daß das Kaufhaus da wohl sparsam sein und die zwei oder dreihundert Euro Gage, die sie dafür fordern hätte können, nicht zahlen wollte, deutete aber freundlich auf Jessica und sagte lächelnd, daß das nichts mache, weil sie schon Konkurrenz bekommen hätte.

„Das kleine Fräulein Nikolic, das, wie man hört, sehr häufig seine Mutter besuchen soll, obwohl wir keine Kinderaufbewahrungsstelle sind!“,  säuselte Widerlich Seidler, dann blickte er auf seine blonde Inge, die ihn wohl ein wenig strafend angesehen hatte, denn er räusperte sich und sagte schnell „Damit Sie mich nicht mißverstehen! Wir waren mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden, Frau Magister und das habe ich in der Direktion auch gesagt, so daß ich Sie, wenn Sie das möchten,  für das nächste Jahr wieder vorschlagen werde und für Ostern suchen wir ein Osterhäschen!“, meinte er kichernd und machte den Eindruck, als ob er ihr auf den Po grapschen wollte, sich das aber, weil seine Inge zu ihnen hinübersah, nicht zu trauen schien und so lächelte sie wieder und sagte freundlich, daß sie es sich überlegen würde, aber bis dahin wahrscheinlich mit ihrem Studium fertig und vielleicht fix angestellt sei.

„Sonst natürlich gern!“

Er hatte sie angesehen, als würde er ganz sicher sein, zu Ostern und im nächsten Dezember eine arbeitslose Nika vorzufinden, die froh über den Häschen- oder Weihnachtsfrauenjob sein würde.

„Ich werde mich bei Ihnen melden und jetzt unterhalten Sie sich gut!“, sagte er süffisant und war zu seiner Inge zurückgegangen. Nika hatte das dann zwei Stunden mit Dragana Nikolic, Jessi Weihnachtsfrau und Rade Jovanovic getan, dann hatte sie ihr Geschenküäckchen genommen und war nach Hause gegangen. Das stand auf ihren Küchentisch, als der Wecker läutete und Nika sich ärgerte, daß sie ihn nicht abgeschalten hatte. War sie doch jetzt arbeitslos, beziehungsweise hatte sie noch immer Weihnachtsferien, brauchte nicht um sieben aufstehen und auf die Mariahilferstraße hetzen. Brauchte das vorläufig nie mehr tun. Sie hatte ihn aber selbst gestellt, weil sie einkaufen wollte, denn die Geschäfte hatten an den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester wieder geöffnet.  Sie konnte sich Reis, Milch, Kartoffeln und was sie sonst zum Leben brauchte, im Diskontmarkt an der Ecke besorgen und brauchte keinen überteuerten Bahnhofsupermarkt mehr aufsuchen. Und das hatte sie sich vorgenommen und so wollte sie aufstehen, den Kaffeeautomaten einschalten, den restlichen Schinken und die restlichen Kekse verzehren und dabei eine Liste erstellen, was sie besorgen mußte, um ihren Haushalt wieder in Schwung zu bringen. Das würde einige Zeit beanspruchen und wenn es sich dann noch ausging, konnte sie in ihr Kaufhaus schauen, Dragana Nikolic einen Kurzbesuch abstatten und dabei ihren fünfzig Euro Gutschein in ein Paar Handschuhe oder eine Mütze umwandeln, weil man die Feste, wie sie fielen, feiern sollte und zum offenen Bücherschrank hatte sie auch gehen wollen, fiel ihr ein, als sich ihr Handy meldete und sie Haralds fröhliche Stimme hörte, der ihr einen wunderschönen guten Morgen wünschte und sich erkundigte, ob sie schon wach und munter sei?

„Selbstverständlich, ich bin noch im Arbeitstrott und von diesem nicht so leicht wegzubekommen!“, antwortete sie fröhlich und wollte von ihm wissen, ob er gute Nachrichten hätte?“

„Habe ich, Nikalein, ganz besonder gute Neuigkeiten und zwei Fragen! Frage ein, was machst du heute Abend? Was bedeutet, daß ich wissen möchte, ob ich dich in mein Junggesellenparadies einladen darf, um dir das solche vorzustellen und Frage zwei, was machst du zu Silvester? Beziehungsweise will ich wissen, ob du Lust hast, diesen wieder  im „Jazzland“ mit mir zu verbringen oder eigentlich nicht mit mir allein, denn du wirst es nicht glauben, Doro Zelinski hat uns eingeladen, weil sie dort Verlobung feiern will!“

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und wem jetzt das Ganze interessiert, der kann das Buch auch bei mir bestellen.

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