Literaturgefluester

2016-12-21

Wissenschaftliche Cartoons

Filed under: Bücher — jancak @ 00:41
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Mit dem „Holzbaum-Verlag“ meinem treuen Bücherversorger geht es weiter und nach der Literatur wird es wissenschaftlicher war Weihnachten ja schon und über Katzen, Hunde, Fußball, Kunst, Wien, etcetera hat es auch schon Cartoons gegeben.

Was kann man über Wissenschaft satririsch zeichen und texten?

Der Buchrückentext verrät es uns: „Diese Bilder setzen die Naturgesetze außer Kraft. Hätte Leonardo da Vinci Humor gehabt, hätte er auch wohl so lustige Bilder gezeichnet wie unsere Cartoonisten, die sich für dieses Buch in das Feld der Wissenschaft begeben haben. Ob Physik, Biologie oder Alchemie. Hier finden Sie neue Erkenntnisse, spannende Experimente und viele neue Denkansätze. Trainieren Sie Ihren musculus risorius!“

Einstein ist natürlich auch ein Thema, das sich durch die Cartoons von AD Kannebogen, ADAM, Andreas Prüstel, BECK, Benedikt Kobel, Bernd Püribauer, Bernie Magenbauer, BURKH,  Clem Mariak, Clemens Dreyer, Clemens Ottawa, Daniel Jokesch,  Daniel Noll, Dorthe Landschulz, Egon Forever, Elke Lichtmann, Erik Liebermann, Eugen Egner,  Feicke, Frederik Mettjes, Freimut Woessner, Georg Rauber, Gerald Noebel, Gresner&Lenz,  Gucci Falke,  Hannes Richert,  Harm Bengen, Hauck & Bauer,  HUSE, Jakub Vrba, Jan Rieckhoff, Jean le Fleur, Katharine Greve,  Katja Schröckenstein, Klaus Puth,  La Razzia,  Marco Finkenstein, Mario Lars, Markus Grolik, Martin Zak,  Martina Hillemann,  Matrattel, Michael Dufek, Michael Friedrich,  Michael Holtschulte, Muguel Fernandez,  Nadine Nebel, Oliver Ottisch,  Pause ohne Ende,  Rudi Hurzlmeier, Ruedi Widmer,  Schilling & Blum,  Schneckensteiff, Stephan Rürup,   Teddy Tiez, Teja Fischer, Tessa Biljleven, Til Mette,  Tobias Schülert, Uwe Krumbiegel und Wolf Rüdiger Marunde zieht.

Gehen wir also kurz durch das  hundertdreißig Seiten Buch:

Da beginnt es mit dem einen Stein von Bernd Püribauer gezeichnet.

„Willst Bulitan?“, fragt die Nutte am Chemikerstrich.

Das „Gen-Kartoffel-Experiment“ für das man hoffentlich den Nobelpreis erhält, gibt es auch und Dorte Landschulz erklärt uns ausführlich, „Wie es zum  Urknall kam“.

Die Bücher über „Chaostheorie“ sind in der Bibliothek natürlich chaotisch angeordnet und „Früher suchte ich in Büchern nach dem Sinn des Lebens, heute suche ich nur noch nach einem Platz für meine Bücher!“, klagt ein alter Herr in seiner Bibliothek sitzend, wo sich die Bücher stapeln, einem anderen. Wie wahr, kann ich gut nachvollziehen.

„Die Vorgaben der Landwirtschaft an unsere Genforscher“ sind streng nach „H-Milch, Dickmilch, Magermilch und Sahne“ geordnet und „Tierversuche  beweisen: Ist doch gar nicht schwer stundenlang in High Heels herumzulaufen!“

Nun ja, wenn man eine Spinne ist.

Oliver Ottitsch interpretiert Hamlet wieder einmal anders, nämlich „to beam or not to beam!“

Und in der „Vollautomatisierten Welt“ kann es vorkommen, daß man plötzlich „Eine Million Liter Milch!“, geliefert bekommt und das Problem dann mit seinem „Kühlschrank klären muß“.

Nun ja, nun ja, soviel geht wahrscheinlich nicht in ihm hinein.

Und Weihnachten bei Physikern gibt es natürlich auch.

Uwe Krumbiegel hat sie gezeichnet, da hängen die roten Weihnachtskugeln straff hinunter oder stehen ab, Otto Normalverbraucher steht daneben und schaut skeptisch und ich gestehe, ich habe die Ponte oder den Witz nicht verstanden.

Macht ja nichts, ich kann ja in den „Cartoons über Weihnachten“ nachschauen, wenn ich nicht einmal das Physikbuch studieren will und schreibe, weil ja Weihnachten naht, wieder mal dazu:

Ein Buch für alle, Schwiegermütter oder auch Physiklehrer und sonstigen Wissenschaftler, die sich sicherlich darüber freuen würden und bin schon auf den nächsten Cartoonband aus dem „Holzbaum-Verlag“ sehr gespannt und neugierig.

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2016-12-20

Recherchebeginn und Glücksschweinmuseum

Heute also mit der Recherche für mein neues Romanprojekt begonnen oder einen Weihnachtseinkaufstag eingelegt oder einfach das besorgt, was so nötig war.

Strumpfhosen zum Beispiel und zwei neue Pullis, dann bin ich zum Friseur gegangen und danach ins Literaturhaus, denn spät aber doch bin ich daraufgekommen, daß es dort auch heuer wieder einen Flohmarkt gibt und bis wieder in die Verlängerung gekommen. Es war schon ziemlich ausgesucht, wie mir Robert Huez erklärte, dafür aber sehr billig, nämlich zehn Bücher um fünf Euro, denn alles muß raus und die waren dann eher von deutschen Verlagen und eher von Bachmannpreisträgern, aber eigentlich sehr toll.

Evelyn Schlags „Das L in Laura“ war  dabei, ein Buch von Kerstin Hensel, aber auch das neue von Harald Darer und und und …

Dann habe ich mich für eine Stunde in das Foyer der Hauptbücherei gesetzt, um zu recherchieren, beziehungsweise mein Expose zu erstellen, denn in der Hauptbücherei wird es sich ja abspielen und so hat auch die Szene begonnen, die ich schon habe.

Ich habe also in mein Notizbuch geschrieben, ein paar Seiten, aber auf sehr viel Neues bin ich nicht gekommen, nur daß ich jetzt vier Protagonisten habe, die Dorothea Wewerka, die Therese Schwarzenberg, das ist die Freundin, der Bibliothekarin Karoline Prohaska und Dorothea kann einem Gespräch zuhören, wie die ihrem Kollegen erzählt, daß ihre Freundin verschwunden ist. Dann trifft sie sie vielleicht am Nachmittag am Westbahnhof in einer Kaffeebar und trifft dort auch den jungen Jusstudenten Fabian Hirschmann, ein Mitglied der Indentiären, der auch an der Burgtheaterbesetzung teilnahm, als dort ein Stück von Elfriede Jelinek aufgeführt wurde, aber sehr viel mehr an Handlung habe ich noch nicht.

Danach war es kalt und ich schwer bepackt mit meiner Büchertasche so daß ich nicht mehr durch die Weihnachtsmärkte ziehen und Leute beobachten wollte, sondern nach Hause ging, die Bücher einzutragen und da gab es dann auch im „Kulturjournal“ eine Sendung über das Bücherjahr.

Eine Diskussion zwischen Kristina Pfoser, Klaus Nüchtern, Daniela Strigl und Petra Hartlieb über die Flops und Highlights und interessant, daß die ganz andere Erfahrungen, als ich machten.

Aber den Buchhändlern geht es ja, um die Verkaufbarkeit, so lobte Petra Hartlieb das Buch von Joachim Mayerhoff, das die Leser ihr aus den Regalen reißen würden und die würden auch gerne das neue Buch von Christoph Ransmayr bestellen, daß aber sowohl Daniela Strigl als Klaus Nüchtern nicht gefallen hat.

Dann lobten sie Jane Garden und ihre Trilogie, Bücher und Autorin sind bisher eher an mir vorbei gegangen, besprachen den „Buchpreis“ und wünschten sich da auch mehr Verkäuflichkeit, nun ja, nun ja.

Über mein Bücherjahr habe ich ja schon geschrieben und es war, glaube ich, ein sehr interessantes und sehr intensives.

Peter Waterhouse „Die Auswandernden“ hat mich sehr beeidruckt, das neue Buch der Anna Weidenholzer vielleicht nicht so sehr wie es Daniela Strigl gefallen hat, „The Girls“ würde ich als Highlight auslassen, dafür die „Vegetarierin“ empfehlen und Bücher um zweiundzwanzig Euro sind mir eigentlich zu teuer, auch wenn das die Buchhändler nicht hören wollen.

Und dann gab es am Abend noch eine Veranstaltung, hat doch der liebe Rudi bei meinem Geburtstagsfest und dann bei seiner Lesung im Amerlinghaus sehr intensiv auf seine Lesung im „Glücksschweinmuseum“ aufmerksam gemacht, die er, weil sie ja beide in diesem Jahr sechzig wurden, mit Fritz Widhalm dort machen wollte.

Fritz Widhalm ist, glaube ich, im Sommer sechzig geworden, da haben er und Ilse Kilic mich zu seinem Fest eingeladen, ich konnte aber nicht kommen, weil ich in Harland war, so habe ich die „Fritz Schrift“, die zwar in der Edition Ch von Günter Vallaster herausgegeben wurde und wo die ganze Szene um den „Wohnzimmerkreis“ ihre Fritz-Würdigung drinnen hat, versäumt.

Jetzt wurde sie  herumgezeigt und der Fritz hat, da der Rudi krank geworden ist, auch die Lesung allein gestaltet. Deshalb, weil der Rudi sie absagte, waren auch nicht so viele Leute im „Glücksschweinmuseum“ in der Florianigasse, in dem ich bisher nur zweimal war, einmal habe ich mir das Lokal mit den tausend Glücksschweinen in allen Varoanten und Formen, in dem auch die B+ücher der „Wohnzimmerediton“ verkauft werden, Dienstag, Donnerstag und Freitag ist das Museum am Nachmittag geöfnet, angesehen und dann war ich noch einmal bei einer Lesung mit der Ruth vor ein paar Jahren, öfter habe ich es nicht geschafft hinzukommen, obwohl mir Ilse Kilic meistens die Einladungen dazu schickt.

Jetzt hat sie ein bißchen in das Museum eingeleitet, den Neuerscheinungskatalog und das Buch hergezeigt, aus dem der Rudi, wenn er gekommen wäre, gelesen hätte „Eine andere Welt ist möglich Absonderlich und süß ungleiche Gedichte“.

Der Rudi hat aber überhaupt viele Texte in den „Wohnzimmer-Anthologien“ und der Fritz Widhalm viele Bücher, obwohl er ja, wie er schon in der Schreibgruppe erwähnte, mit sechzig zu schreiben aufhören will.

Aus zehn davon, die sowohl in  der „Edition Ch“, im „Fröhlichen Wohnzimmer“ im „Ritter-Verlag“ und auch noch woanders erschienen sind, hat er gelesen und mit dem ersten Band der „Verwicklungsromane“ wo es jetzt ja schon zehn Teile gibt, hat er das Kapitel gelesen, wo auch der Rudi vorkommt.

Dann folgten „Kapitel vier“, „Ein schwarzer Herrenschirm“,“HUCH“,“Mister ELK & Mister SEAL“, der Nichtkriminalroman „Warum starb der schöne Mann?“,“Pubertät mit Mädchen“, „die Nacht schluckte die Dämmerung“ und und und…

Ich wußte gar nicht, daß der Fritz schon so viele Bücher geschrieben hat, in denen es oft auch über das Schreiben und über Schriftsteller geht.

Dazwischen gabs Musik und ich habe wieder einen kleinen Einblick in die „Fröhliche Wohnzimmer-Edition“ bekommen und mich auch ein bißchen durch die Bücher gesehen.

Dazwischen rauschten die tausend Schweinchen, von denen einige an der Decke befestigt waren oder sprangen aus der Kuckucks beziehungsweise Schweineuhr. Die Ilse hat auch von einer Freundin, die gut nähen kann, eine Schweinchentasche bekommen und die  Schweinchen kann man sich auch in der „Schweinchenanthologie“ ansehen, die, das „fröhliche Wohnzimmer“ auch einmal herausgegeben hat.

 

2016-12-19

Letzte Textvorstellungen mit Angelika Reitzer

Vor Weihnachten ging es noch einmal zu den „Textvorstellungen in die „Alte Schmiede“, wo Angelika Reitzer unter dem Motto „Das ganze Leben“, Bücher von Christoph Linher, Hubert Weinheimer und Amaryllis Sommerer vorstellte, die zwar bei einem der Bücher das Wort „Leben“ im Titel trugen, ansonsten aber Erinnerungen beziehungsweise Monologe über Schuld und Sühne waren.

Christoph Linher und Hubert Weinheimer, zwei 1983 geborene junge Männer, die sowohl Musiker, als auch Schreibende sind und beide waren mir bis dato unbekannt.

Die „Textvorstellungen“ bieten ja immer die Chance zur Neuentdeckung und zum Kennenlernen und Angelika Reitzer stellte die Texte der beiden jungen Männer auch sehr gründlich vor.

„Farn“ heißt die „Erzählung aus dem Off“, des aus Feldkirch kommenden  Christoph Linher, bei „Murry Salzmann“ erschienen und im ersten Satz wird ein „Höller“ zitiert, eine Figur, die wie Angelika Reitzer erklärte auch bei Thomas Bernhard zu finden ist und der junge Mann, der für diese Erzählung auch schon einen Literaturpreis bekommen hat, scheint, wenn ich mich nicht sehr irre, ein ähnlich erzählerisches Talent, wie Valerie Fritsch zu sein, die Angelika Reitzer, die vor sieben Jahren, wie Kurt Neumann im Anschluß erklärte, ihre „Textvorstellungen“ ja begonnen hat, dort auch vorstellte.

Die Erzählung ist ein Monolog, einer sitzt in einem Haus mit einer Fußfessel, wird nur vom Bewährungshelfer Höller besucht und resumiert sein Leben.

Es geht um eine Schuld, einen Unfall, eine Fahrerflucht, aber auch um eine Beziehungskrise und dem Verlassenwerden durch die Ehefrau und schöne Worte. Einige wunderschöne Wortschöpfungen und wiedereinmal dem Sujet nicht ganz angepasst, weil die, die mit Fußfesseln in ihren Häusern sitzen, wahrscheinlich keine so schöne Sprache haben oder doch vielleicht, handelt es sich ja um einen Bildhauer und um ein großes literarisches Talent, wie ich vermuten würde.

Der zweite junge Mann wurde im Salzkammergut geboren und lebt als Musiker in Wien und er hat mit seinem Debutroman auch einen Monolog geschrieben, da befindet sich ein Schauspieler an einem einsamen Strand „Gui Gui oder die Machbarkeit der Welt“, heißt Hubert  Weinheimers 2014 erschienener Roman, den er, wie er im Anschluß erzählte, in drei Monaten niedergeschrieben hat.

Ausgangspunkt war die Idee eines bestellten Selbstmordes oder Mordes. Der Schauspieler wurde von seinem Bruder gezwungen ihn zu erschießen. Jetzt haust er in einem Zelt, schreit seine Wut heraus und resumiert sein Leben. Sprachlich nicht ganz so anspruchsvoll, wie der Monolog von Christoiph Linher, dafür aber excellent vorgetragen und die dritte im Bunde Amaryllis Sommerer, Geburtsdatum ist von ihr keines im Programm angegeben, wird wahrscheinlich in den Sechzigern gewesen sein, war mir dann bekannt, habe ich von ihr zwei bei „Milena“ erschienene Bücher ja im Schrank gefunden und von der 2016 auf die 2017 Leseliste geräumt, ich habe sie glaube ich auch schon einmal bei Angelika Reitzer in der „Alten Schmiede“ gehört und ihr bei „Picus “ erschienerner Roman „Wie das Leben geht“ hat sie auch auf der letzten „Buch-Wien“ im „Literaturcafe“ vorgestellt.

Es ist eine Vater Tochter Geschichte oder Franz hat die Krebsdiagnose bekommen und so sinniert er auch über sein Leben nach. Er tut es nicht ganz allein, seine Frau Helli und seine Tochter Katja scheinen im Buch auch Stimmen zu haben. Aber sonst gibt es wieder Ähnlichkeiten zu den vorher präsentierten Texten. Franz ist ein Kriegskind, wie es Amaryllis Sommerer nannte, nämlich mit Sechzehn noch rasch an die Front geschickt und zurückgekommen, wie auch mein Schwiegervater.

Das Buch spielt in den Achtzigerjahren und als Franz die Diagnose bekommt, geht er sein Leben durch und spricht von seinen Traumen, er hat dann in den Fünfzigerjahren eine Art Doppelleben in einem Wiener Spielerlokal geführt, seine Helli geheiratet und die Tochter, die nach der Matura, den Ottakringer Gemeindebau verlassen hat, wird von ihm nach der Diagnose angerufen.

Sprachlich ist die Krimischreiberin Amaryllis Sommerer realistischer, als die beiden vorher vorgestellten Texte,  das Suet ist mir auch vertraut, bin ich ja auch in einem Gemeindebau aufgewachsen und mein Vater stammt aus Ottakring.

Eine sehr interessante Mischung also und als es vorbei war, ergriff Kurt Neumann das Wort, wünschte frohe Weihnachten und wies darauf hin, daß Angelika Reitzer mit Ende des Jahres die Redaktion der „Alten Schmiede“ verlassen und sich wieder mehr ihrem eigenen Schreiben widmen wird.

Er verwies darauf, daß man sie damit im neuen Jahr mit dem neuen Buch in der „Alten Schmiede“ als Autorin hören würde könne und  auf die erste von ihr redigierte „Textvorstellungen“ und da fiel mir ein, daß ich, die ja als sehr anspruchsvoll empfunden haben.

In der ersten hat sie Anna Weidenholzer vorgestellt, die ersten drei „Textvorstellungen“ hatten alle sehr anspruchsvolle Namen, später hat sich das geändert, ich habe auch einige davon versäumt und Angelika Reitzer hat sich später auch den Buchdebuts und der Lesart zugewandt.

Ich habe sie ja persönlich in der Hauptbücher kennengelernt, als ich dort das Buch der Theodora Dimova vorstellte und ich habe auch zwei ihrer Romane gelesen, bin gespannt wie es weitergeht mit den „Textvorstellungen“ und ob ich dort auch wieder einmal lesen werde, gespannt auf Angelika Reitzers neues Buch und auch, ob ich von Christoph Linher, den ich, wie schon erwähnt für eine ähnlich starke literarische Stimme wie Anna Weidenholzer, Sandra Gugic oder Valerie Fritsch halte, die ja inzwischen Karrieren machte, noch etwas hören werde.

Und ein Adventkalenderfenster aus der „Nika, Weihnachtsfrau“ gibt es auch.

2016-12-18

Bücherweihnacht in der Grünangergasse und andere Adventstimmung

Über Weihnachten habe ich heuer noch gar nicht so viel geschrieben und wegen meiner überlangen Leseliste mit der ich jetzt langsam fertig werde,  zwei Weihnachtsbücher,  die dort standen auch schon heruntergestrichen.

Trotzdem war ich mit dem Alfred ein paar Mal Punsch trinken, am letzten Sonntag im Museumsquartier und am Montag im Amerlinghaus nach den „Wilden Worten“ und Weihnachtsfilme schaue ich mir seit Anfang Dezember auch wieder regelmäßig an.

Nicht so viel wie vor zwei Jahren, aber doch regelmäßigen einen pro Tag und in den letzten Tagen habe ich meine „Kroatiengeschichte“, die ja im Sommer spielt, mir wieder ein paar Mal laut durchgelesen, so daß ich am Samstag Mittag mit den Korrigieren fertig wurde, also den Text wieder den Alfred schickte, der das Buch daraus macht und den Beschreibungstext geschrieben habe.

Also fertig für das nächste Projekt.

„Vor dem Frühstück  kennt dich keiner“ lautet da der Arbeitstitel und die erste halbe Szene, die ich in der Dezemberschreibgtruppe geschrieben habe, habe ich jetzt abgetippt. Viel mehr als ein paar Namen und ein paar vage Ideen, wen die Dorothea Wewerka in ihrer Bibliothek, in der sie die Nächte verbringt, kennenlernen wird, habe ich noch nicht und muß mir da erst das Rohkonzept machen.

Dafür habe ich ja wieder, so wie auch im letzten Jahr ein paar Recherchetage vor, aber ob sich das noch vor Weihnachten ausgeht, da ich in der nächsten Woche ja meine Stunden habe, zum Friseur will ich meistens auch gehen, bevor ich was Neues anfange und die Fenster putzen, weiß ich nicht.

Also habe ich vor dem Mittagessen nur den Kroatiendekor, der am Tischchen neben der Weihnachtsdekoration stand, weggeräumt, zum Wiederlosen von „Bora“, wie ich das eigentlich wollte, bin ich ja wegen, meines eigentlich dreifachen Buchpreisbloggen, es ist da ja auch noch der „Bloggerdebutpreis“, den tatsächlich Shida Bazyar gefolgt von Philip Krömer, mit acht zu fünf Stimmen gewonnen hat, dazugekommen, bin ich nicht gekommen und für den neuen Text habe ich eigentlich noch keine Lesepläne und muß mir da wohl auch erst das Konzept erstellen.

Also Mittagschlafen und dann wollte ich mir eigentlich wieder einen Weihnachtsfilm ansehen, aber dann sagte der Alfred, daß er zum „Thalia“ und zum „Morawa“ will, Weihnachtsgeschenke einkaufen und es war ja auch der Flohmarkt des Hauptverbandes in der Grünangergasse, von dem ich eigentlich nicht wußte, ob ich hingehen soll oder nicht?

Habe ich ja schon genügend Bücher, andererseits…, also habe ich mich dem Alfred angeschloßen, beziehungsweise mich von ihm getrennt, weil er zuerst in den „Thalia“ wollte, mich aber, um viertel sieben mit ihm vor dem Punschstand der Ute Bock auf der Mariahilferstraße verabredet.

Punsch hat es dann in der Grünangergasse auch gegeben und eigentlich gar nicht so viele aufregende Bücher, dann haben sich  aber doch ein paar Schmankerl gefunden und sogar das “ deutsche Buchpreisbuch“ von 2010, Melinda Aadj Abonjis „Tauben fliegen auf“, dann Gustav Ernsts Monolog „Die Frau des Kanhzlers,“ Hanna Sukare „Staubzunge, Michaela Frühstücks „Tata Jelka überfänhrt ein Hendl“, das ich einmal in der „Alten Schmiede“ hörte und Emily Waltons „Mein Leben ist ein Senfglas“, das ja vor einigen Jahren sehr viel Staub aufwirbelte und ich auch bei einigen Lesungen war.

Gut angelegte zehn Euro, die, glaube ich, dem Hospitz am Rennweg zu Gute kommen.

Daniela Emminger „Die Vergebung mjuss noch warten“, eine Longlistnominierte des ersten östBp habe ich dabei liegen gelassen, aber nach dem Punsch im „Wortschatz“ gefunden.

Jetzt muß ich das alles noch lesen, bin aber cirka um fünf sehr beladen, durch einige Weihnachtsmärkte und die überfüllte Innenstadt in Richtung Mariahilferstraße gegangen und werde demnächst  das Weihnachtsbuch lesen, das ich noch auf meiner Leseliste habe, nämlich Uli Lucas „Weihnachten im Weltall“ und wenn ich das Weihnachtswochenende in Harland bin, kann ich da vielleicht ein bißchen Vicki Baum lesen, die ja auch noch wartet und mich an mein neues Konzept machen.

Ja und voriges Jahr habe ich am siebzehnten Dezember im „Read!!ingroom“ aus der „Nika“ gelesen und war vorher auch bei einem Bücherflohmarkt im Literaturhaus, wo ich mir ein paar Bücher der Andrea Winkler kaufte, die ich auch noch nicht gelesen habe.

Die „Nika“ habe ich mir übrigens vorgenommen, werde ich, wenn ich demnächst zum „Wortschatz“ oder einen anderen der offenen Bücherschränke komme, am nächsten Donnerstag will ich ja noch einmal zum klinischen Mittag gehen,  hineinlegen, um jemanden mit meinen Adventkalender ein kleines Weihnachtsgeschenk zu machen und wem es auf den Blog interessiert, am neunzenten und am fünfundzwanzigsten Dezember gibt es vom vorigen Jahr schon ein offenes Fenster zu dem ich dann jeweils verlinke und wenn ich, weil ja jetzt  nicht mehr so viele Veranstaltungen sind, vielleicht auch noch ein oder zwei weitere Fenster in den Blog hineinstellen,  kann die „Nika“ nach und nach zum kompletten Blogroman werden wird, den man auch in den nächsten Jahren finden kann.

Die Kanzlerin

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:10
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„Literaturtest“ schickt mir ja seit Frühling immer wieder Angebote der von ihnen betreuten Bücher und da es mir da  ja immer schwer fällt, nein zu sagen, habe ich mich durch das Sortiment und auch durch alle Genres gelesen, was ja interessant ist und ich da auch keine Vorurteile habe.

So hat es mit Josef Formanek begonnen und das war ein sehr spannendes Buch, das mir sonst entgegangen wäre, dann habe ich ein bißchen  bei „Novum“ hineingeschnuppert, mit zwei sexdurstigen jungen Männern ist es nach Finnland und zu den Elchen gegangen, dazwischen gab es einen Briefroman mit einer Viererbeziehung, ein Jugendbuch, eine aufregende „Fischer-Neuerscheinung“ und dann zum Schluß noch etwas Trachiges, hat mich da doch die Journalistin Linda Behringer, die, glaube ich, in Dubai lebt, in das Skandalleben der deutschen Kanzlerin geführt oder eigentlich nicht.

Denn natürlich ist ja alles erfunden und die fiktive Kanzlerin Angeilika Mörkel, sieht der realen nur ganz zufällig auf dem Cover ähnlich und dann beginnt es auch ein wenig langatmig und für meinen Geschmack zu komisch.

Das Ganze ist in achtunddreißig Kapitel gegliedert, die zumindestens am Anfang schon fast abgeschlossene Kurzgeschichten sind und es beginnt sehr nah an der Realität, nämlich mit einem Steuerskandal.

Da sieht ein alter Rentner im Fernsehen, daß Angelika Mörkel-Merkel in der Schweiz ein Konto angelegt haben soll. Man sieht die Kanzlerin mit einer Mütze, die an einer anderen Stelle Hut genannt wird, mit ihrem Mann die Bank betreten, sieht ihre Unterschrift und die Kanzlerin taucht unter,  wird beziehungsweise in der WG des Sohnes ihres Pressesprechers versteckt.

Dort kommt es zu allerhand Komplikationen. Eine Leiter fällt auf ihren Kopf. Der Rentner vom ersten Kaptel ist der Nachbar und erleidet einen Schlaganfall.

Angelika Mörkel oder Geli, wie sie genannt werden will, bleibt aber trotzdem eine Weile in Kreuzberg unentdeckt, obwohl sich alle Journalisten und Paparazzis, die Beine nach ihr abrennen und ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt ist.

Ihr Ehemann Johannes entpuppt sich,  als schwul und der Aufdecker Tom Berber folgt seinem Nuschi in ein Fußpflegeinstitut.

Es kommt, wie es kommen muß, die Kanzlerin leckt Feuer, freundet sich mit den Studenten an, pflegt den alten Nachbarn und kommt auf einer Geurtstagsparty auch noch mit dem Journalisten in Kontakt.

Alle helfen ihr und halten die Schnauze und so beginnt sie eigenmächtig den Fall aufzuklären. Reist in die Schweiz wo alles begann und dreht in einem Hotelzimmer ein You tube-Video,  das sie ihren lieben  Mitbürgern schickt, um ihre Unschuld zu beweisen und ich denke, es ist wieder mal bewiesen, daß auch BoDs und fast oder wirklich Selbstgemachtes durchaus spannend und zu lesen ist.

Es ist natürlich Genreliteratur, mit der man beim „Blockbuster Wettbewerb“ nicht teilnehmen darf, aber Hand aufs Herz das ist wohl auch, was die Leute gerne und wahrscheinlich lieber, als was Hochpoetisches oder zu sehr Experimentelles lesen, also, wie ich meine für den Weihnachtstisch in Deutschland und vielleicht auch Österreich und der Schweiz bestens geegnet, obwohl ich persönlich einen Schritt weiter von den Echtangaben abgegangen wäre und vielleicht mehr erfunden hätte, aber über sprechende Namen hatte ich ja auch schon mal ne Diskussion und manches ist vielleicht auch zu ähnlich, als daß es wahr sein könnte.

2016-12-17

Und die Nacht prahlt mit Kometen

Das nächste Buch ist wieder  bei „Aufbau“ erschienen, obwohl es in  Wien in den Neunzehnhundertachtziger Jahren und zu Weihnachten im Vorjahr spielt, nämlich Ela Angerers „Und die Nacht prahlt mit Kometen“ und von der 1964 in Wien geborenenen „News-Journalistin“ habe ich das erste Mal vor zwei Jahren auf der „Buch-Wien“ gehört.

Da wurde ihr Buch „Bis ich 21 war“ vorgestellt, das ich dann vom Alfred zu Weihnachten bekommen habe und noch heuer lesen will und während ich im Herbst mit dem „Buchpreislesen“ beschäftigt war, habe ich von zwei Neuerscheinungen gehört, die mich interessierten.

Nämlich von Paula Fürstenfeld „Familie der geflügelten Tiger“ weil ich dachte, daß eine Autorin ähnlichen Namens einmal bei „Etcetera“ veröffentlicht hat und eben „Die Nacht prahlt mit Komenten“.

Auf der heurigen „Buch Wien“ ist mir dann das Buch auch ständig vor die Augen gekommen und ich war auch kurz bei der Diskussion auf der „News Lounge“ wo Heinz  Sichrovsky mit Peter Henisch und Ela Angerer über die österreichische Literatur diskutierte und Ela Angerer, glaube ich, genau erklärte, wie sich ihr erstes Buch vom zweiten unterscheidet.

Es ist Fiction und geht unm Gewalt an Frauen und im Klappentext steht auch noch genau beschrieben, daß es zum Teil in einer Zeit spielt, wo es Vierteltelefone, den Reaktorunfall in Tschernobyl und die Waldheim-Affaire gab.

Das ist lange her und die jüngeren LeserInnen können sich vielleicht gar nicht an diese Zeit erinnern, in der Valerie oder Vie, Tochter aus guten Haus, die die Schule geschmissen hat, zwanzig ist und Bojan aus dem damaligen Jugoslawien kennenlernt.

Der ist etwas widersprüchlich, nämlich Maler oder Kunststudent, geht mit ihr auch in esoterische Sitzungen und ernährt sich makrtobiotisch. Dann schlägt er sie aber wieder serbisch-matschohaft, ist grundlos eifersüchtig, während er sie ständig mit anderen Frauen betrügt, hinauswirft und wiederkommt und Vie  sich nicht wehren kann.

Im zweiten Handlungsstrang ist Valerie knapp fünfzig, erfolgreich im Beruf, trotz ihres widerlichen Chefs und hat sich zu Weihnachten vierzehn Tage Auszeit genommen, die sie, wie sie erzählt, auf den kanatrischen Inseln verbringen will.

In Wahrheit hat sie vor zu Hause zu bleiben, holt sich Konserven aus dem Keller, will schlafen, fernsehen, als sie eine Facebookanfrage von Bojan bekommt, was sie veranlaßt über die Zeit damals nachzudenken, wo sie in verschiedenen Geschäften jobbte, Bojans Atielier aus dem er sie immer wieder hinausschmiß oder seine  jeweiligen Freundinnen mitbrachte putzte, ihm zu einem Festival nach Portugal nachreiste, von ihm schwanger wurde, einmal abtrieb und dann das Kind gegen seinen Willen bekam.

Am Ende schmeißt sie ihn hinaus und ist Bea eine schlechte Mutter, die inzwischen in Washingtohn studiert und von ihr nichts wissen will.

Valerie verläßt die Wohnung, fährt zu dem Atelier, beobachtet eine Frau und eine Katze darin, sieht einen Mann mit Krüken in dem Bojan, der immer Angst vor dem Alter hatte, erkennt, bis sie dann am vierten Jänner in ihre Firma fährt, dem Chef alles hinschmeißt und dann nach Washington fliegt, um sich mit ihrer Tochter zu versöhnen.

Sehr dicht und bildhaft ist das Ganze beschrieben und ich konnte mir das alles sehr gut vorstellen, obwohl ich da glaube ich, zehn Jahre vorher war, nämlich in den Siebzigerjahren wo ich studierte und ein ähnliches Wien erlebte.

Valerie geht  mit  Bojan in ein Restaruant, sie stopfen sich die Bäuche, dann rennen sie davon und weil es Vierteltelefone gibt und man so nicht immer telefonieren konnte, schmeißt Bojan mit der Zange den anderen Teilnehmer hinaus.

Sehr dicht und spannend, die Gewalt an Frauen, die damals und wohl auch noch heute serbische aber auch andere Männer an Frauen, die sich schlecht whren können, ausübten.

Ob es so Mischtypen, wie diesen Bojan gibt, weiß icht nicht oder doch höchstwahrscheinlich und die Tochter aus guten Haus, „Gräfin!“, sagt Bojan manchmal zu ihr, die in den Altbauwohnungen von Vermieterinnen wohnt, die auf Reisen sind, konnte ich mir auch gut vorstellen.

Ein sehr journalistischer Roman würde ich meinen, leicht zu lesen und ein Gang durch Wien von gestern und von heute, der Silvester mit den Ereignissen in Köln vor einem Jahr kommt auch vor und obwohl ich ja noch keine Weihnachtsbücher lesen wollte, habe ich jetzt außerplanmäßig eines gelesen und es ist wahrscheinlich auch, als schnelle Lektüre für das Weihnachtsfest an eine interessierte Leserin bestens geeignet.

2016-12-16

Hool

Weiter gehts mit dem „Aufbau-Verlag“ und dem Buchpreisbloggen, ja richtig gehört, Buch neunzehn der LL des dBp 2016 und das sechste Shortlistbuch ist doch noch zu mir gekommen und der Debutroman des 1986 geborenen Philipp Winkler, der in Hildesheim studierte und in Leipzig studierte, in der Nähe von Hannover, um das es in dem Buch geht, ist er aufgewachsen und für Auszüge aus „Hool“ hat er 2015 den „Retzhof-Preis für junge Literatur“ des Literaturhauses Graz bekommen  und ein Jahr später auch noch den „Aspekte-Preis“.

So prominent besprochen und hochgelobt wurde es wohl wegen des Thema, das ja für die hehre E-Literatur ein wenig abseitig ist.

Es geht, um die Hooligans und um die Loser dieser Gesellschaft, die jungen Männer, die höchst wahrscheinlich keine Literaturpreise gewinnen, weil sie die Schule abgebrochen haben, in ihrem Elternhaus Gewalt und Mißbrauch erlebten, dann mit Drogen und Alkohol in Kontakt kamen und nun den Sinn des Lebens darin sehen, die gegenseitigen Fußballfans zusammenzuschlagen.

Heiko Kolbe ist ein solcher mit einer sehr deftigen Sprache, manchmal abgehackt, manchmal mit Dialekt versehen „Nich so nah, Joko. Du hast`nen Kafeemüffel. Ach fick dich doch.“,wird rasant nach vorne und nach hinten in der Ich-Perspektive erzählt, was das Lesen und das Verstehen, manchmal etwas schwierig macht.

Die Mutter hat die Familie jedenfalls verlassen, der Vater sich eine neue Frau aus Thailand geholt, die Schwester Manuela hat studiert und versucht jetzt tapfer mit ihrer „Lehrerinnenart“ Bürgerlichkeit zu leben und die Normalität aufrechtzuerhalten. Das heißt sie bringt den Vater Hans in die Reha Klinik, um gegen sein Trinken was zu machen, Heiko soll sich inzwischen um die Tauben kümmern, was schwierig ist, weil es böse Assoziationen in ihm hochruft, hat er bei den Tauben doch einmal den Großvater gefunden.

Er wohnt jetzt bei einen Kleinkriminellen umsonst und muß sich dafür, um seine Hunde kümmern, den Geier namens Siegfried füttern und weil Arnim auf einen Tiger steht, muß er für den auch den Zwinger ausheben und ihn in der Nacht von der polnischen Grenze abholen.

Ansonsten arbeitet er im Fitneßstudio seinen Onkel Axel, das „Wotan Gym“ heißt, nicht umsonst wird der Onkel, der auch für die Hooligansangriffe zuständig ist, von den Rechten oder „Natzen“ besucht und so ist es verständlich, daß Heikos Familie, seie Freunde Kai, Ulf und Joho sind.

Mit denen fährt er zu den Matches der Hannoveraner, schlägt die Braunschweiger zusammen und dann wir Kay zusammengeschlagen, bekommt einen Nezthautriß, kann nichts mehr sehen und will aussteigen, nach London gehen und fertigstudieren und auch die anderen haben keine Lust mehr mitzumachen.

Nur Heiko schwärmt von der Revanche, muß seinen Vater aber im Krankenhaus besuchen, weil der gestürzt ist, legt seiner ehemaligen Freudnin Yvonne, eine Krankschwester, die inzwischen süchtig ist, den Schlüßel hin und als Armin überfallen wird, bleibt ihm nichts anderes über, als dem Tiger den Gnadenschuß zu geben, sich von Siegfried, der nicht in die Freiheit fliegen will, zu verabschieden und mit einem der Kampfhunde an der Seite in die ungewiße Zukunft zu fahren.

Nach vorne oder zurück? Der junge Shortlistennominierte, läßt das offen, macht bei Interview einen sehr sympathischen Eindruck und dort wird auch betont, daß er kein Holligan ist, aber durchaus Freunde in der Szene hat und am Buchrücken steht, wieder etwas, wie „Einen so knallharten, tieftraurigen und todkomischen Debutroman hat es seit Clemens Meyers „Als wir träumten“ in Deutschland nicht mehr gegeben.“

Thomas Klupp, ebenfalls ein Schreibschulenabsolvent und Literaturpreisträger hat das geschrieben, wie das bei den hochgelobten Romanen, die auf Buchpreislisten stehehen wohl auchsein muß, um die Kritiker zu begeistern und vielleicht auch den berühmten Schiwegermüttern für den Weihnachtstisch schmackhaft zu machen.

Ansonsten ist der deutsche Buchpreis schon einige Monate vorbei und das Leben und das Lesen ist weitergegangen. Wir wühlen jetzt wahrscheinlich schon in den „Frühjahrsvorschauen“ und bestellen die Bücher, die dann 2017 vielleicht auf der dBp stehen werden und lang wird es vielleicht nicht mehr dauern bis man „Hool“, das übrigens nicht auf die Longlist des „Bloggerdebutpreises„, der heute vergeben wird und den,  wie es aussieht wahrscheinlich Shida Bazyar gefolgt von Philip Krömer, gewinnt, gekommen ist, in den Abverkaufskisten oder bei den Bucherflohmärkten finden wird.

Mich hat das Buch nicht so sehr vom Sessel gerissen, obwohl es gut geschrieben ist, keine Sprachräusche sondern harte und wahrscheinlich gut recherchierte Realität aufzuweisen und auch keine so plotmäßige Spannunghandlung hat, was mir ja eigentlich gefallen müßte.

Ich habe es aber, wie schon erwähnt, ein wenig schwierig zu lesen gefunden und mußte mich sehr konzentrieren, um mit der Handlung einigermaßen mitzukommen.

Trotzdem ein interessantes Buch, eine interessante Neuentdeckung eines gerade Dreißigjährigen und jetzt habe ich bis auf „München“ alle der diesjährigen deutschen Buchpreisbücher gelesen.

2015 waren es alle, aber da habe ich ja nachgeholfen und bin auch zum Lesen in Buchhandlungen gegangen. Jetzt warte ich ab, ob ich das Buch vielleicht doch noch finde oder lasse die Lücke  so stehen, warten ja noch andere Bücher von längst vergangenen Buchpreislisten auf mich.

2016-12-15

Mirror

Jetzt kommen ein paar Nachträge aus dem „Aufbau-Verlag“ und um die Spannung zu erhöhen, beginnt es mit einem Thriller. Mit Karl Olsbergs „Mirror“.

Das ist die Fortsetzung oder zeitangepasste Neuschreibung des „Systems“, das ich mir einmal aus einer „Thalia-Abverkaufskiste“ zog und den 1960 in Bielefeld geborenen  Freiherr von Wendt, habe ich vor einigen Jahren auf dem „Literaturcafe“ kennengelernt. Er hat über künstliche Intelligenz promoviert und schreibt daher bevorzugt solche Romane.

„Schwarzer Regen“ habe ich einmal in einem der Schränke gefunden, hatte es, glaube ich, auch heuer oder im Vorjahr auf meiner Leseliste, dann ist aber „Mirror“, die „Aufbau-Neuscheinung“ dieses Herbstes dazugekommen und Karl Olsberg erklärt in seinem Nachwort auch genau, warum es ein neues Buch geworden ist.

Denn seit 2005 hat sich in Bezug der Technik ja soviel geändert, es gibt Smartphones, Twitter, Instagramm, etcetera und so etwas wie ein „Mirror“, wäre schon technisch möglich, man sollte aber vorsichtig bei der Anwendung sein, selber denken und nicht zu viel persönliche Daten preisgeben….

Da habe ich ja erst kürzlich einen andern Herbstschlager gelesen und Dave Eggers „Circle“ gibt es natürlich auch, Georges Orwells „1984“, Huxleys „Schöne neue Welt“ und und und….

In Amerika gibt es Carl Poulsen, der hat in seinen Studententagen mit seinem Freund Eric, das „Mirror-System“ entwickelt, das ist ein Computer oder Smartphone, der sich auf Knopfdruck als persönlicher Freund und  bester Ratgeber erweist, erfunden.

Im Prolog befindet sich das System in der Testphase und rettet auch Carls Vater das Leben. Dann verkauft er die Firma an die Geldgeber und sitzt nur mehr pro Forma im Vorstand und es werden vier Nützer des „Mirrors“ vorgestellt, die neben Carl Poulsen auch die Handlungsträger sind.

Da ist einmal der Asperger Autist Andy, gab es im System nicht auch einen Autisten, aber das sind ja, höre ich, die besten Programmentwickluler.

Andy bekommt zum einundzwanzigsten Geburtstag von seiner Mutter einen „Mirror“ geschenkt und der hilft ihm auch vorerst vortrefflich, die Gefühle anderer Menschen zu erkennen und die Mutter staunt, lernt Andy durch den „Mirror“, der bisher nur über Computerspiele saß, ein Mädchen kennen und will dieses, weil ja gefühlsunerfahren gleich heiraten.

Dann gibt es Freya, das ist eine in London lebende Journalistin und die recherchiert in Tschernobyl dreißig Jahre nach dem Unfall und macht da bezüglich ihres „Mirrors“, der ihr ja eigentlich dabei helfen soll, eine unangnehme Erfahrung, findet sie doch heraus, das Gerät fürchtet sich vor Spinnen und greift ihren Freund Terry mit einer Drohne an.

Dann gibt es zwei Kleinkriminelle bzw. einen solchen und einen geistig minderbemittelten Hartz vier Empfänger. Olsberg habe ich in kritischen „Amazon-Kommentaren“ gelesen macht bevorzugt, die Schwachen der Gesellschaft zu den „Mirror-Jüngern“, weil die glauben ja jeden Blödsinn oder können vielleicht nicht anders, als hineinzufallen.

Nun da ist jedenfalls Lukas, der bekommt vom Freund der Mutter einen „Mirror“ geschenkt und der Kleinkrimellle Jack bekommt einen solchen durch einen Raubüberfall und wird dann vom freundlichen „Mirror“ in eine Nobelvilla, die der „Mirror-Gesellschaft“ gehört geleitet und soll ihr dafür hilfreiche Dienste tun.

Denn zuerst passiert etwas in Hamburg. Viktoria, der es auf die Nerven ging, daß Andy alle gut gemeinten Liebessätze des „Mirrors“ nachplappert und ihn bittet, diesen bei ihr auszuschalten, macht sich zum Feind des  „Mirror-Nets“ und Andy bekommt fortan nur mehr Botschaften von seinem „Mirror,“ daß sie ihn nicht mehr sehen will.

Mit Hilfe eines freundlichen Schriftstellers, der Liebeschnulzen schreibt, wird das Miüßverständnis aufgeklärt, der schreibt einen „Mirror“ kritischen Blogartikel und bekommt daraufhin ein paar tausend Trollmeldungen und Haßpostings, obwohl seine Leserinnen ja meistens alte Damen sind, die noch gar nicht wissen, was das Internet oder ein „Mirror“ ist.

Freya, die inzwischen auch vor dem „Mirror“ wahrnt, wird auf diesen Artiel aufmerksam, während Lukas und seine neue Freundin inzwischen zum „Mirror Fan-Club“ zählen und Punkte sammeln, in dem sie solche Postings schreiben.

Sehr bald explodiert das System und die Geschichte.

In Amerika wächst sie Carl einmal über den Kopf und, als Freya nach London zurückfliegen will, bekommt ihr Flugzeug auch den Angriff einer Drohne, trotzdem mobilisiert sie alles, was sie kann, dreht, was ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich für sehr gefährlich fand, Andy und Viktoria.  Die Videos erscheinen in allen Netzen, werden gesperrt, und Freya wird in Paris auch verhaftet und für eine Terroristin gehalten, beziehungsweise bekommt Jack den Auftrag Carl zu töten.

Nun wird es rassant, die Ereignisse überschlagen sich, bevor die Regierung, die Gefahr erkennt und der Konzern gezwungen wird, die „Mirrors“ abzuschalten.

Das führt zwar auch zu einigen Demonstrationen, denn die User wollen sich nicht so einfach von ihrem Gerät trennen. Carl wird seine dadurch verdienten Millionen wahrscheinlich durch die folgenden Klagsdrohungen und Prozesse verlieren und Scherz am Rande, ein Buch über den „Mirror“ schreiben.

Nicht umsonst hat er ja einen ähnlichen Namen, wie sein Autor und im Epilog verhandelt das amerikanische Militär über die Erprobung eines „Smart Solders System“ und der General, der dagegen ist, wird niedergestimmt und höchstwahrscheinlich in Pension geschickt, denn das Leben geht weiter mit der friedlichen und unfriedlichen Nutzung der hochtechnisierten künstlichen Intelligenhzsysteme.

In diesem Sinne ist es spannend, was Karl Olsberg wohl im Jahr 2026 oder 27 darüber schreiben wird, wie ich auch bei „Amazon“ gefunden habe und denke, daß Maschinen, die den Autisten sagen, wie sie Gefühle deuten sollen, höchstwahrscheinlich sehr nützlich sind, es sie, glaube ich, schon gibt und wenn ich mich nicht sehr irre, die Aktion „Licht ins Dunkel“ in den letzten Jahren auchdafür geworben hat.

Und natürlich mu man mit den künstlichen und auch anderen Inteliigenzen sehr vorsichtig sein, verhindern werden wir sie, wie auch der Epilog beschreibt, höchstwahrscheinlich nicht können, denn wie heißt es da so schön: „Unterschätz die Duznmmheit der Menschen nicht. Sie vergessen schnell“ und Karl Olsberg schreibt ja selbst in einem Nachwort „Wenn eines Tages jemand ein Gerät wie den „Mirror“ erfindet, werde ich einer der ersten sein, die es kaufen.“

Bei „Amazon“ gibt es sowohl viele drei als auch fünf Stern Rezensionnen und ich habe das Buch auch sehr spannend gefunden und es sogar, in die „Gesundheitskonferenz ins Rathaus“ mitgenommen, wo auch mehr Transparenz und Wissen gefordert wurde, um der Gesundheit dienen zu können, dann aber auch einige kritische Punkte gefunden.

So denke ich, daß die Tasache, daß sich die Geräte vor Spnnen fürchten, ja eigentlich etwas Liebenswertes ist. Aber natüürlich, künstliche Intelligenz entgleitet der Herrschaft der Menschheit und dann haben wir den Salat bzw. die Katastrophe und dann denke ich auch, daß einige der Charaktere sehr oberflächlich und klischeehaft gezeichnet sind. Zum Beispiel, die Personen der beiden Unterschichtler,  vor allem, der dumme sexbesessene Lukas, während mir einige Beschreibungen sehr packend und spannend erschienen sind.

Wie Andy dank seines „Mirrors“ in das Leben hineingeht, erschien mir sehr spannend und gut geschildert, ebenso Freyas Filmaufnahmen in Tschernobyl.

Daß sich Viktoria wirklich vor einem Zug stürzen will, weil der „Mirror“ sie vor Andy warte und meinte, daß sie bestraft werden wird, erscheint mir dageben zu platt und dann zuerst erscheint alles aussichtslos und auf einmal kommt die große Wende?

Nun ja es ist ein Triller, ein wenig klischeehaft oder auch sehr spannend geschrieben, vielleicht, aber allemal etwas zum Nachdenken und selber denken ist höchstwahrscheinlich immer noch das beste.

Aber dazu braucht man gute Schulen und Lesen und Schreiben sollte man da vielleicht noch lernen und nicht alles den Computern beziehungsweise, den künstlichen Intelligenzn überlassen, weil diese ja, wie nicht erst Karl Olsberg schreibt, sehr leicht zu mißbrauchen sind.

2016-12-14

Auserlesen

Seit fünfundzwanzig Jahren gibt es die „Hans WeigelLiteratur Stipendien“, die vom Land Niederösterreich vergeben werden. Da war am achtzehnten November im Palais Niederösterreich in der Herrengasse eine große Feier und eine diesbezügliche Anthologie, wo die Stipendiaten seit 2004, vorher hat es eine andere Anthologie gegeben, mit Texten vertreten sind, gibt es auch.

Barbara Neuwirth selbst einmal NÖ Stipendiattin, weil 1958 in Eggenburg geboren, ist die Herausgeberin und betont in ihrem Vorwort,  die Wichtigkeit von Stipendien, weil von Lesungen und Buchverkauf allein kann man nicht leben.

Wohl wahr , das Problem daran ist wahrscheinlich nur, daß Jahr für Jahr viel mehr Auoren, als die zwei, die dann ausgezeichnet werden, ansuchen und ich, die ich ja dazu gehöre, obwohl ich mich schon lange nicht mehr, um Stipendien bewerbe, stelle mir  schon genau so lange die Frage, was dann mit denen passiert?

Barbara Neuwirth geht in ihrem Vorwort diesbezüglich sogar ein, in dem sie betont, daß eine Nichtzuerkennung natürlich kein mangelnden Qualitätsmerkmal sein muß, die Zuerkennung, aber auf jeden Fall ein solches.

Ebenfalls wahrscheinlich richtig, den Übergebliebenen wird das wahrscheinlich nicht viel helfen. Sie werden es weiter versuchen oder aufgeben, ihre Bücher selber machen, bloggen, etcetera, da gibt es ja mehrere Möglichkeiten.

Ich habe mich für das Weiterschreiben und das über den Tellerrand schauen entschieden und so die Anthologie mit Interesse gelesen, weil ich ja immer gerne wissen will, wer ein Stipenddium bekommt und was die Stipendiaten schreiben?

Barbara Neuwirth hat offenbar nach neuen Texten gefragt und 2004/2005 waren Martin Prinz und Silvia Unterrader die Stipendiaten.

Martin Prinz, 1973 in Wien geboren und in Lilienfeld aufgewachsen, war  auch  Stadt Wien Stipendiat und als solcher habe ich schon Auszüge aus seiner „Letzten Prinzessin“ im MUSA gehört, die in einem deutschen Verlag und nicht mehr bei „Jung und Jung“ erschienen ist.

Jetzt gab er Einblick in sein neues Romanprojekt, „Dahinter nichts“ ist der Titel und es geht darin, um zwei Leute, die ein Haus beziehen und ich bin schon sehr gespannt, was, wann, wo ich noch darüber hören werde und Sylvia Unterrader 1959 in Mödling geboren, kenne ich glaube ich von dem Kreis um Georg Bydlinsky, sie ist oder war  auch bei den Krimiautoren, als solche habe ich ihr einmal meinen selbstgemachten Krimi „Tauben füttern“ geschickt, der dann verschwunden ist, er hätte als „selbstgemachtes“ aber höchstwahrscheinlich ohnehin keine Chance gehabt.

2005/2006 haben für mich zwei bisher unbekannte Autoren, die Auszeichnung bekommen, nämlich der 1976 in Wieselburg geborene Hermann Niklas und der 1977 in Wien geborene und in Wiener Neustadt lebende Paul Eisenkirchner, was ich sehr interessant finde, da ich ja regelmäßig zu Literaturveranstaltungen gehe und auch in Literaturzeitschriften blättere oder mich bezüglich Debuts informiere.

2006/2997 war es anders, denn da waren Cornelia Travnicek, 1987 in Traismauer geborenen und Fritz Widhalm, 1956  geboren, die Stipendiaten und beide kenne ich sehr gut.

Cornelia Travnicek habe ich ja 2008 durch meinen Blog, beziehungsweise ihre Publikationen, sie hat damals  auch bei der Veranstaltung im Palais Niederösterreich gelesen, die Edition NÖ, die ja auch Bücher von ihren Stipendiaten macht, hat „Die Asche meiner Schwester“ herausgegeben und für 2017 habe ich ganz fest vor, sowohl „Chucks“, als auch „Junge Hunde“ ihre anschließend erschienenen Romane zu lesen.

Cornelia Travnicek ist aber auch Lyrikerin, hat vor kurzem einen Gedichtband herausgebracht und ihre Textproben sind auch Gedichte, da gibt es sogar ein „Wiener Haiku: in wean is olas  punschkrapfalrosa sogar unsa hoss“.

Nun ja ein Klischee oder Vorurteil, könnte man nun unken. Es gibt aber auch ein längeres, das den Zeitgeist, beziehungsweise das Getriebensein in einer Welt, wie dieser treffend beschreibt:

“ Es tut mir so leid,dass ich mein  gesicht hinter dem halbleeren Kaffeebecher verstecke  wenn du spendensammler mir von den bienen erzählen willst“

Und Fritz Widhalm kenne ich auch sehr gut, von der GAV  und vom „Fröhlichen Wohnzimmer“, beziehungsweise dem xxx-small, als es das noch gegeben hat. Seit 2013 haben wir uns auch bei „Westbahn spontan“ regelmäßig getroffen, so daß ich seine Schreibweise hautnah mitverfolgen konnte:

„Ich bin hzuversichtlich  und bin auch froh, sauer werde ich auch noch hinkriegen, dann hocke ich mich in eine Ecke“, lautet der erste Satz, seines Textes „Von oben hat man bestimmt eine gute Aussicht.“

2007/2008 waren es Maria Seidenbacher unc Zdenka Becker und von der 1978 geborenen Maria Seisenbacher, von der es Gedichte in der „Anthologie“ gibt, habe ich in der „Gesellschaft für Literatur“ schon einmal etwas gehört, während ich die 1951 in Eger geborene und in St. Pölten lebende Zdenka Becker ebenfalls gut kenne und sie gelegentlich auch am Markt etcetera sehe und mindestens zwei ihrer Bücher gelesen habe.

Sie hat wieder einen Auszug aus einem Work in progress beigesteuert.

„Samy“ ist der Titel und es geht darum, um das Aufwachsen und die Diskriminierung eines in der Slowakei aufgewachsenen dunkelhäutigen Kindesund ich  bin schon sehr gespannt, wann das Buch erscheinen wird.

2008/2009 war ein Schmankerljahr, wurden da ja die Stipendien Magda Woitzuck und Richard Schuberth zukerkannt, da war auch die Veranstaltung im Palai Niederösterreich, wo ich die 1983 in Wien geborene, die ihre Schulzeit in NÖ, ich glaube, in St. Pölten, verbrachte, kennenlernte und wir sehen wieder, wie schon bei einigen anderen, es gibt Doppelwohnsitze und daher auch Doppelzuerkennungen, habe ich Magda Woitzuck ja vor kurzem auch im MUSA aus ihrem neuen Roman lesen hören, gut, wie Barbara Neuwirth in ihrem Vorwort schreibt, fürs Überleben, wenn auf ein Stipendium das nächste folgen kann, schlecht wahrscheinlich wieder für die, die überbleiben, vielleicht dann ihre Bücher selber machen und auch noch  Hohn bekommen oder nur im Literaturhaus lesen, wenn dort das Publikum angefragt wird.

Magda Woitzuck ist mir ebenfalls eine „alte“ Bekannte, hat sie mit ihrem Hörspiel „Doggod“ doch 2010 den Kritikerpreis für das künstlerisch anspruchvollste Hörspiel des Jahres bekommen und ihr Buch „Ellis“, das die „Literaturedition Nö“ herausgebracht hat, habe ich dank Gabriele Eckers freundlicher Gaben auch gelesen.

Ihr Text der „Walskandal“ halte ich für einen Höhepunkt des Buches, denn da wird im Garten oder an dessen Grenzen eines amerikanischen Richters der gern Bürgermeister werden will ein toter Wal gefunden. Nachlesen was sich daraus entwickelt, kann ich nur  empfehlen.

Der 1968 in Ybbs a. d. Donau geborene Richard Schuberth, es gibt meistens einen älteren und einen jüngeren Stipendiaten, beziehungsweise einmal eine Altersgrenze das zweite Mal nicht, ist mir ebenfalls schon  bekannt, weil er mir immer die Einleidangungen zu seinen Veranstaltungen schickt und ich die „Chronik einer fröhlichen Verschwörung“, die ich mir voriges Jahr zum Geburtstag wünschte, unbedingt noch heuer lesen will.

Mal sehen, ob ich schaffe, ansonsten gibts wieder eine Vorschau auf einen neune Roman, der von einen Polizisten handelt, der um den Naschmarkt schlecht, dort mit einem türkischen Lebensmittelhändler Cay trinkt, in eine Lisi  verknallt ist, uns so weiter und so fort…

2009/2010 war Vea Kaiser Stipendiatin, hat aber keinen Text im Buch, sowie Jessica Lind, 1988 in St. Pölten geboren, die auch, als Filemacherin tätig ist und deren „Nach Burt“ ein sehr symbolhaft beeindruckender Text über eine Frau ist, die sich nach der Geburt ihres Kindes auf den Weg in eine Hütte macht um sich dort offenbar von der Welt zurückzuziehen.

So kommen wir gleich zu Gertraud Klemm, 1971 in Wien geboren und in Baden aufgewachsen, die ja inzwischen Karriere machte, habe ich den zuerst bei „Arovell“ erschienenen Auszug  aus „Muttergehäuse“ doch bei den „Textvorstellungen“ gehört und mit ihr auch beim Volksstimmefest gelesen.

Das nächste Buch erschien dann schon bei „Droschl“ und als sie aus „Aberland“ beim „Bachmannpreis“ las, ist die Jury vor Beigeisterung beinahe ausgezuckt, obwohl mir diese Litanei, um die Mutterschaft, gar nicht mehr so neu erschienen ist, trotzdem Longlist des dBp 2015 und der Auszug aus dem neuen Buch, wo es um eine „Stieftussie“, also eine junge Frau, die die Geliebte, eines älteren Radiomoderators, die den Sohn in Vertreteung des Vaters und der Mutter, am Sonntag auf den Fußballlatz begleiten muß und dabei an ihre eigenen „Ballgefühle“ erinnert wird, sehr spannend.

Katharina Tiwald, 1979 in Wiener Neustadt geboren und im Burgenland, glaube ich, lebend, war ebenfalls 2010/11 Stipendiatin und mir auch eine literarische Bekannte, habe ich sie ja auf einigen Lesungen, beispielsweise bei den „Wilden Worten“ gehört, ihr Roman „Die Wahrheit ist ein Heer“, einmal aus einer Abverkaufskiste gezogen, wartet auf meiner Leseliste und sie auch eine sehr spannende Autorin, gibt es ja nicht nur das „Requiem für eine“, das auch noch wartet, sondern, auch eine Übertragung von Dantes „Inferno“ in „Jungen Deutsch“, das, wie ihrem Lebenslauf zu entnehmen ist,“ in der Erstfassung 2014, die Grundlage eines Theaterprojekts mit dem Erich Fried Gymnasium und dem ErinnerungsBunder Alsergunrd war.“

20011/2012 haben Stefan Bayer und Friedrich Hahn die Stipendien enthalten.

Von dem1989 geborenen Stefan Bayer, den ich schon bei einem „DichtFest“ hörte, sind in dem Buch ebenfalls, zum Teil sehr politische Gedichte enthalten.

Gedichte hat auch der 1952 geborene Waldviertler Friedrich Hahn zu der Anthologie beigesteuert, der, wie ich seiner Biografie entnehme, schon dreißig Bücher geschrieben hat.

Einige davon habe in meinen Regalen. Ich kenne ihn schon lange, hat er doch einmal,  einen meinen Texte in einer Literaturzeitschrift, ich weiß gar nicht mehr in welcher, veröffentlicht. Zu den „Textvorstellungen“ in die „Alte Schmiede“ hat er mich auch einmal eingeladen und auf die Idee zu meinen sechzigsten Geburtstag dreißig Minuten aus meinem damals vorhandenen dreißig Büchern zu lesen, hat er mich auch gebracht. Weiters veranstaltet er, glaube ic,h Schreibwerkstätten, war oder ost Bezirksrat der Grünen und hat im neunten Bezirk auch eine Veranstaltungsreihe, die an verschiedenen Orten in der Porzellangasse stattfindet.

Die 1976 in Wien geborene Lale Rodgarkia-Dara habe ich vor Jahren bei einem Interview für  den „Tag der Freiheit des Wortes“, im Radio Orange, kennengelernt. wir haben gemeinsam beim „Volksstimmefest“ gelesen und sie ist bekannt, glaube ich, für ihre sehr experimentellen, nicht so leicht verständliche Texte. Einen solchen mit dem Titel „Gefallene Worte – reden von zukünftrigen dikatorinnen“-„Die Diktatur ist die Utopie der Empathielosigkeit, das Vorfeld der Ergomanie der Eliten in der Schutzzone der Gewaltmonopole. Die entkörperlichten Worte – unbeseelte Handlungsmechanismen vorm Blitztod – schweben in der Willkürlichkeit des Tötens“,so der erste Absatz, hat die Stipendiatin von 2012/2013 auch der Anthologie beigesteuert.

Das zweite Stipendium hat in diesem Jahr, der1992 in Mistelbach geborene Mario Wurmitzer bekommen, der schon 2010 einen „Jugendroman“ veröffnetlich hat, ansonsten ist er dramatisch tätig und hat in diesem Jahr auch einen Hörspielpreis bekommen.

Sein Text heißt „Große Pause“ und handelt in der Schule, wo sich die Beziehung zwischen Marie und Simon abzuspielen scheint. Ein sehr talentierter junger Mann, auf dessen literarische  Weiterentwicklung ich mich schon freue und 2013/2014 ging es mit Cornelia Hülmbauer und Robert Seethaler weiter, der ja spätesten mit seinem Roman „Ein ganzes Leben“, wo er, glaube ich, auch „Wien Stipendiat“ war, berühmt geworden ist, aber auch keinen Text in dem Buch hat.

Cornela Hülmbauer, die mich ja einige Zeit auf meinen Blog begleitet hat und mit Kommentare schickte, wurde 1982 in Amstetten geboren und lebt in Wien. Sie hat 2013 auch einen der „Exilpreise“ bekommen und gibt in dem Buch Beispiele aus dem Zyklus „Fotzenlieder, oder :spill your darlings“.

2014/2015 waren Verena Dür, 1982 in Wien geboren und in NÖ aufgewachsen, die mir  bisher unbekannt war und Regina Hilber, die ich, glaube ich, schon bei mehreren Lesungen hörte und die 1970 geboren wurden, die Stipentiatinnen.

Von Verena Dürr gibt ein in dem Buch ein Langgedicht, von Regina Hilber, die ich ja bisher eher als Lyrikerin kannte, einen Auszug aus einem in Arbeit befindlichen Roman, der auf einer Berghütte  im Gebirge spielt.

Und auch die Stipenditaten von 2015/2016 Isabella Feimer und Simone Hirth sind mir bekannt.

Von der 1976 in Mödlinhttps://literaturgefluester.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=48589&action=editg geborenen Isabella Feimer, die 2012 gemeinsam mit Cornelia Travnicek beim „Bachmannpreis“ las, habe ich auch schon zwei Bücher gelesen und war im Literaturhaus, als ihr bei der „Literaturedition NÖ“ erschienenes Buch vorgestellt wurde. Bei der großen Gala am achtzehnten November ist sie auch aufgetreten und hat erzählt, was das Stipendium für sie bedeutet und in der Anthologie einen sehr langen und sehr anspruchsvollen „Das vierzigsten Jahr“ genannten Monolog beigesteuert.

Die letzte in dem Buch ist die 1985 in Deutschland geborene Simone Hirth, deren Debutroman ich gelesen habe und auch bei der Präsentation in der „Gesellschaft für Literatur“ war. In dem Buch sind von ihr einige kurze Textstücke enthalten, die mich stark an den Roman erinnerten und sowohl von ihrer Großmutter, als auch von alleilei Skurrilen, wie das Beschwören eines Grießkochs oder von ganz geraden Bahnstrecken handeln.

Ein sehr interessantes Buch, dessen Lesen ich sehr empfehlen kann, sieht man in ihm ja nicht nur welche Autoren in dem letzten Jahren vom Land NÖ gefördert wurden. Man hat wahrscheinlich auch einen kleinen Vorgeschmack auf ein paar Romane bekommen, die vielleicht in den nächsten Jahren erscheinen und auf diversen Buchpreislisten stehen werden und darauf bin ich ganz besonders gespannt.

 

2016-12-13

Fünfzig Jahre Literatur und Kritik

Die „Alte Schmiede“ hat ja seit einigen Jahren eine eigene Zeitschriftengalerie und auch eine eigene Veranstaltungsreihe, wo immer wieder die Literaturzeitschriften dieses Landes vorgestellt werden und heute war „Literatur und Kritik“, diese Salzburger Zeitschrift, die dem „Otto Müller Verlag“, der ja manchmal so freundlich ist, mir seine Bücher zu schicken, an der Reihe.

Karl Markus Gauss, der die Zeitschrift jetzt gemeinsam mit dem Verleger Arno Kleibel, einem Enkel von Otto Müller, der 1937 den Verlag gründete, herausgibt, war im Programm angekündigt, wurde dann aber vom Verlagsleiter vertreten, der kurz die Verlags-beziehungsweise Zeitschriftengeschichte erzählte.

1966 wurde die Zeitschrift von Gerhard Fritsch gegründet, dann wurde sie lange von ihm und mit Jeannie Ebner herausgegeben, zwischenzeitlich war dann auch Kurt Klinger der Leiter, bis Arno Kleibel Karl Markus Gauss dafür gewann, der es eine Zeitlang mit Max Bläulich von dem ich ja ein Buch gelesen habe, machte, jetzt machen es die beiden allein, geben fünf Hefte pro Jahr heraus und bemühen sich qualitätsvolle und anspruchsvolle Literatur dabei zu bringen.

Mir ist es ja leider nie gelungen etwas in der Zeitschrift zu veröffentlichen, einmal hat mir das Karl Markus Gaus in einem Brief begründet, warum er meine Texte nicht nimmt, jetzt schicke ich nicht mehr hin und der fünfzigste Jahrgang wurde auch von drei durchaus anpruchsvollen Autoren präsentiert.

Der Schwede Richard Swartz, dessen Präsentation seines Wiener Flohmarktlebens ich einmal in der „Alten Schmiede“ hörte, war der erste und er brachte einen Text über den braven Soldaten Schwejk, in dem er es bedauerte, daß den die Tschechen nicht so schätzen.

Was mich ein wenig wundert, denke ich doch, daß der in Prag sehr wohl vermarktet wird. Wir hatten auch eine zeitlang so eine kleine Figur in unserem Auto hängen und ein Denkmal gibt es in Prag, glaube ich, auch.

Aber natürlich ist diese Figur nicht so lustig, wie sie wahrscheinlich von Fritz Muliar dargestellt wurde, sondern tieftraurig und wenn der Roman zu Ende ist, Jaroslav Hasek hat ihn ja nicht fertiggeschrieben, hat Josef Schwejk, wie Richard Schwartz betonte, die Kriegsfront noch nicht erreicht.

Dann kam Milena Michiko Flasar, wie Arno Kleibel, wie er betonte, in St. Pölten geboren und las einen Text der in der Mai Nummer erschienen ist, wo es um die Schriftstellerin, als Mutter geht und sie von ihrem kleinen Sohn  berichtete, neben dem sich die Literatur ohne schreiben erleben läßt.

Dann folgte Erwin Riess, in Wien geboren und in Krems aufgewachsen, wie er betonte und er las einen Text, wo der Herr Groll mit dem Dozenten nach Rom fährt und dort, den einziges nicht katholischen Friedhof besucht, wo eine Lehrerin gerade ihre Schüler herumführt und ihnen etwas von „Frankenstein“ erzählt und das Grab von Antonio Gramsci, der zwischen 1923 und 1924 in Wien war und sich dort mit Wilhelm Reich im Kaffeehaus traf, befindet sich dort auch.

Von dem Kaffeehausbesuchen wird man aber erst in der nächsten Nummer lesen können. So wünschte Arno Kleibel einen schönen Abend und ich bin mit der Ruth ein Stück bis zur Oper gegangen, die mir erzählte, daß sie während ihres Rom-Aufenthalte, die hatte dort eine Stipendium, diesen Friedhof öfter besuchte.

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