Literaturgefluester

2017-01-23

Liaisonen, Abhängigkeiten und vermeintlich Berichtenswertes

So ganz habe ich den Titel der heutigen von Renata Zuniga moderierten „Textvorstellungen“, was das vermeintliche betrifft, nicht verstanden, wurden da ja drei sehr unterschiedliche Bücher, die dann irgendwie doch zusammenpassten, vorgestellt und eines davon habe ich sogar schon gelesen und habe es bei einer Lesung gehört.

Bin aber obwohl ich das dann ja nicht mehr so gerne tue, trotzdem in die „Alte Schmiede“ gegangen, weil ich außer Ruth Aspöck, noch Carina Nakolny, die Frau oder Freundin des Tischlers, der Alfreds Küche in der Krongasse machte und mit der ich beim ersten „Fest für Kunst und Kultur“ im Amtshaus Margareten aufgetreten bin, kannte.

Ja, die Leute sind aufgestiegen, während ich mir von meinen Kritiker die Frage gefallen lassen muß, ob ich sicher bin, daß das Schreiben das richtige für mich ist und  vom Dritten im Bunde, de 1952 in Feldkirch geborenen und in der Steiermark lebenden Günther Freitag habe ich schon den Namen gehört und bin mir nicht ganz sicher, ob ich nicht schon einen Ausschnitt seines 2015 bei „Wieser“ erschienenen Romans „Die Entführung der Anna Netrebko“im Radio hörte.

Und der hat nach einer kurzen Einleitung von Renata Zuniga auch mit dem Lesen begonnen und ich muß sagen, es ist ein Buch das mich sehr interessierte, ging es darin ja nicht nur über Opern, sondern auch um psychologisch schwierige Beziehungen.

Zumindest habe ich das so verstanden, es kann sein, daß Günther Freitag es eher gesellschaftskritisch anlegte und um Abhängigkeiten ging es auch, zumindest hat der Autor  diese Stücke gelesen.

Der Ich-Erzähler ist ein vierzigjähriger Sohn einer berühmten Anwälte, bei der er noch immer lebt und in deren Praxis er die langweiligen Fälle übernehmen darf, während ihm die Mutter ständig vorwirft, daß er ein Versager ist.

Die geht in jede Oper und hört sich alle berühmten Tenöre aller berühmten Verdi, Puccini etcetera Opern an, dann schleppt sie, wenn der Sohn vierzig ist, wird sie wohl so zwischen sechzig und siebzig sein, junge Aspiranten unter Vorspieglung ihnen vielleicht einen Job zu verschaffen ins Bett und der Sohn muß sich die Vögelgeräusche anhören. Das ist vielleicht ein bißchen männlich übertrieben, aber lustig war die Stelle, wo einer der Kandtiten kurz vor dem Orgasmus abbricht und eine schriftliche Zusage eine fixe Stelle in ihre Praxis zu erhalten verlangt.

Er hat sie nicht bekommen, die Mutter war frustriert und der Sohn mußte wieder eine Operarie hören und, als dann die ehrgeizige autoritäre Mutter einen Schlaganfall erleidet, fährt sie mit einem roten Helm superschnell mit einem Rollstuhl durch die Gegend das ist auch tragisch.

Der Sohn dürfte sich dann von der Mutter ab- oder doch nicht ablösen, in dem er sich in die Stimme der Anna Netrebko verliebt.

Für mich sehr nachvollziehbar und spannend,  Ilse Kilic hat es, glaube ich, nicht gefallen, daß die Frau als ein Monstrum bezeichnet wurde, der Sohn der mit Vierzig noch bei der Mutter lebt, zwar über sie schimpft, sich aber weder ablösen noch eine Stelle bei einem anderen Anwalt suchen kannt, ist selber eines meinte sie. Ich denke er wurde durch die Mutter zerbrochen, halte das leider sehr realistisch und würde das Buch gern lesen.

Das Buch der 1963 in Linz geborenen Carina Nekolny „Fingerspitzen“ in der „Edition Meerauge“ erschienen, passt in einer ganz anderen Art und Weise zu den Abhängigkeiten.

Wieder sehr psycholigisch, tragisch und wahrscheinlich etwas weniger lustig, handelt es doch von einer Familie, die Zimmer vermietet und einen achtzehnjährigen taubblinden Sohn hat.

Einen solchen hat Carina Nekolny einmal in einer Pension kennengelernt und schildert jetzt seinen Schicksal aus der Sicht des Vaters, der Mutter und des kleinen Bruders.

Ruth Aspöcks essayistisches Teilmemoir „Die alte Dichterin, die Literatur und die Kunst“ passt da scheinbar viel weniger hinzu oder doch ein bißchen, geht es  irgendwie auch, um Abhängigkeiten und, wie ich meine höchstwahrscheinlich tatsächlich Berichtenswertes, berichtet sie darin doch ausgehend vom Ausräumen ihrer Bücherei über ihr versäumtes Leben, ihren literarischen Werdegang und und und.

Es war sehr voll in der „Alten Schmiede“, viele bekannte, aber auch unbekannte Gesichter. Klaus Khittl, Ottwald John, Erika Kronabitter, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Christl Greller Axel Karner, Michaela Hinterleitner, Lukas Cejpek und  ebenfalls noch viele mehr.

Mit Klaus Khittl, Oswald John, der Ruth und dem Alfred sind wir dann noch inc Cafe Hawelka, das ehemals und immer noch sehr berühmte Künstlercafe in die Dorotheagasse gegangen und die Ruth wird morgen in Linz im Stifterhaus ebenfalls aus ihrem Buch lesen.

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In meinem fremden Land

Filed under: Bücher — jancak @ 14:56
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Nach den Impressionen aus einem idyllischen Ex-DDR-Dörfchen geht es weiter mit Hans Fallada, nämlich mit der Neuauflage seines Gefängnistagebuch von 1944 und das ist wahrhaft ein „wahnsinniges“ Stück Zeitgeschichte.

Im besten Sinn des Wortes, denn da schießt einer im August 1944 im Alkoholdelirium auf seine Frau und wird eines übergenauen Richters wegen, in ein Gefängnis für geisteskranke Kriminelle eingewiesen und dort schreibt er für oder gegen sein Leben.

So genau läßt sich wohl nicht definieren, denn was macht der einseits angepasste Schriftsteller und Gutsherr Rudolf Dietzen, der andererseits ein für die Nazi unerwünschter Schriftsteller geworden ist, der aber wahrscheinlich doch sehr gut an den Unterhaltungsromanen, die er in dieser Zeit geschrieben hat, verdiente.

Hier sind vielleicht auch Vergleiche mit Rudolf Brunngraber angebracht, von dem man auch nicht so go genau weiß, ob er jetzt ein Nazi war oder nicht.

Fallada schreibt zwar fast unleserlich und auf den Kopf gestellt, so daß, die ständig hereinkommenden Wächter, es nicht gleich erkennen und an Geschichten für Kinder, glauben, seine Erinnerungen und Erlebnisse an diese grauenhafte Diktatur.

Dazwischen gibt es immer eingeschoben Berichte von Leuten, die von den Nazis hingerichtet wurden, weil sie beispielsweise einen Koffer oder eine Druckereipresse versteckten und ein Fall für die Euthanasieprogramme wäre der Alkoholiker, Nervenkranke und Morphinist höchstwahrscheinlich auch gewesen.

Sei es wie es sei, Hans Fallada hatte ein sehr ungewöhnliches Leben und war wahrscheinlich auch ein sehr widersprüchlicher Charakter. Das kann man schon an seinen Pubertätskrisen sehen und ist sowohl bei „Wikipedia“, als auch in der vor kurzem erschienenen Biographie von Peter Walther nachzulesen.

Im Netz findet man auch, daß es bei dem bei der bei „Aufbau“ am 19. Jänner erschienenen Auflage, schon eine Ausgabe von 2009 gibt, eigentlich findet man im Netz derzeit fast nur Informationen über sie und in dem von Jenny Williams und Sabine Lange herausgegebenen Buch, steht auf Seite 287: „Hans Falladas bisher unveröffentlichtes Gefängnistagebuch aus dem Herbst 1944 wird als Teil des „Trinkermanuskripts“ in der Akademie der Künste, Berlin, aufbewahrt.“

Das stimmt, würde ich sagen, insofern nicht, daß die 2009 Ausgabe ein ganz anderes Cover hat, also wäre ein größerer Hinweis, als der im Impressum, daß die Erstausbage 2009 bei Aufbau erschien, wenigstens für mich sehr hilfreich gewesen.

Ansonsten finde ich das Buch vor allem als Psychologin sehr interessant.

Denn das, was da von der Entstehungsgeschichte berichtet wird, klingt so unglaublich, daß man es auf den ersten Blick für erfunden halten könnte und in dem sehr ausführlichenNachbemerkungen, ist auch mehrmals zu lesen, daß Fallada, seine Tagebuchnotizen  sehr romanhaft mit Schilderungen, Bildern und Szenen angelegt hat.

Er hat sie auch sehr schnell geschrieben, im wesentlichen im September 1944, denn im Dezember wurde er wieder entlassen. Und dazwischen gibt es auch, die Kindergeschichten und das Buch „Der Trinker“ und an seinem nichantisemitischen antisemitischen Roman hat er auch gearbeitet.

Sehr viel Zeit zu überarbeiten hatte er im Gefängnis wohl nicht, später, vor der Herausgabe hat er das dann  getan und einiges verändert und in den Anmerkungen kann man auch sehr genau nachlesen, wo Fallada sich irrte und, wo etwas nicht stimmt.

Einiges war mir schon aus der Biographie von Peter Walther bekannt und es beginnt, wie man auch in den Anmerkungen sehr plastisch nachlesen kann, im Jänner 1933 in der Weinstube Schlichter in Berlin. Da saß Fallada mit Ernst Rowohlt,  seiner Suse und dessen Frau und Ernst Rowohlt, der berühmte Verleger pflegte sein Publikum auch zu unterhalten, in dem er sich ein Sektglas servieren ließ und dieses dann zum Erstaunen der Zuschauer genüßlich zerbiß. Jetzt wird er aber durch den Kellner unterbrochen, der den Gästen aufgeregt verkündet „Der Reichstag brennt!

So hat das tausendjährige Reich in Deutschland  angefangen, in Österreich passierte das erst fünf Jahre später und Fallada plaudert weiter, daß Ernst Rowohlts dritte Gattin, sein drittes Reich, steht irgendwo später, dem kleinen Töchterlein immer schön, das „Heil Hitler-Grüßen“ beibrachte, was derVerleger, der Fallada immer Väterchen nannte, insofern sabotierte, in dem er der Kleinen „Rotfront- Ein Arschist blond!“, zu skandieren beibrachte,  was höchstwahrscheinlich auch nicht so ungefährlich war.

Dann geht es weiter mit dem Bericht von dem Häuschen in dem Fallada mit Frau und dem ältesten Sohn, die Zwillinge wurden gerade erwartet, wohnte, das einem ehemaligen Fabrikanten gehörte und sehr verschuldet war. Fallada wollte es ihm abkaufen, der wandte sich aber an die Nazis, die Fallada in Schutzhaft nehmen ließen, ihn, wie er meinte, gerne auf der Flucht erschoßen hätten, dann hätte der Vermieter aber auch nichts davon gehabt, der ihn, als er von Fallada gekündigt wurde, mit der SA erpresste, sodaß er ihm weiterhin die Miete zahlen mußte und auch seine Möbel einbehalten wurden.

Gerettet aus dieser Misere hat Fallada Peter Suhrkamp, der in den Kriegswirren, die Furcht von Bertram Fischer ausnützte und dessen Verlag übernahm.

Ja, die Verlage haben gewechselt, Ernst Rowohlt mußte emigrieren. Der Verlag gehörte plötzlich jemanden anderen und Fallada zog sich mit seiner Familie nach Carwitz, das in dem Buch Mahlendorf genannt wurde, zurück.

Ganz so schlecht ist es ihm dort aber nicht gegangen oder doch, wollte er doch ein Drehbuch seines „Eisernen Gustavs“, er hat ja im Krieg Unterhaltunsromane geschrieben, für Emil Jannings schreiben, hat das auch getan, Goeblels oder auch Minister Rosenberg haben das aber verhindert und so wurde Fallada zum unerwünschten Schriftsteller und mit den Bürgermeistern und Lehrern, die es in dem Dörfchen Carwitz gab, gab es auch Probleme, denn die waren bald aufrechte und aktive Nazis, die die Dorfbewohner und natürlich auch Fallada erbärmlich schikanierten.

Es kamen, je länger de Krieg wehrte, auch immer wieder Einberufungen, Fallada mußte zu den Musterungen und dort sagte man ihm, wie einmal dem braven Soldaten Schwejk, daß eine Schizophrenie, Epilespisie, wie überhaupt jedes Nervenleiden egal sein, man darf in diesem Fall zwar keine Kinder kriegen, fürs Vaterland sterben aber schon.

Ein ehemaliger Hausarzt rettet ihn und schreibt ihn endgültig kriegsuntauglich und am Schluß, dazwischen gibt es immer wieder Einschübe und Rechtfertigungen, wieso Fallada nicht emigrierte und, daß das, was er da mache eigentlich wahnwitzig und gefährlich sei, eine Vision, daß er sich mit seiner Familie im Keller seines Hauses gemütlich macht, während oben zuerst die Ratten herumlaufen und der Krieg dann irgenwann einmal doch beendet ist.

In Wahrheit bekam Fallada im Oktober oder so Ausgang, so schmuggelte er das Manuskript hinaus, schrieb dann offenbar bis zu seiner Entlassung an dem Antisemitischen Roman weiter, der nie erschienen ist und ich kann die Aufzeichnungen jeden, der über diese Zeit des Zwanzigstenjahrhunderts etwas erfahren will, sehr empfehlen und die Biographie natürlich auch.

Es ist auch ein kleiner Folder beiglegt, der auf die Biographie hinweist, ein paar Fotos zeigt, die dort enthalten sind, außerdem sind da auch die aktuellen Romanausgaben, die „Aufbau“ ja nach und nach unzensuriert wieder neuauflegt, enthalten.

„Jeder stirbt für sich allein“ habe ich schon gelesen, den „Blechnapf“ und den „Kleinen Mann“, in älteren Ausgaben, „Wolf unter Wölfen“ wartet in meinen Regalen, „Ein Mann will nach oben, Der Trinker“ und „Der Alpdruck“ müssen noch zu mir kommen.

2017-01-22

Havel, Hunde, Katzen, Tulpen – Garz erzählt

Es ist ein kleines Büchlein, Zahlen stehen am blauen Cover und unterstrichene Worte, wie Lüneburg, Mannschaftswagen, Maschinengewehr, etc, im „Mitteldeutschen Verlag“ erschien, den ich ja während meines Debutpreisbloggens kennengelernt habe, das mir da vorige Woche der Sprachkunststudent Markus Wolf bei der Studentenlesung in die Hand gedrückt hat.

Es ist auch ein Projekt der „Angewandten“, Esther Dischereit, die Professorin, die einmal auch den „Fried Preis“ bekommen hat, ist da mit acht Studierenden in ein kleines Dörfchen in Sachsen Anhalt gefahren, das nur hundertfunfundvierzig Einwohner hat, was sehr gut ist, wie sie schreibt, da man mehr ja nie auf ein Foto bekommt und so immer ein Teil des Ganzen fehlt, um das Portrait schreiben zu üben.

Das ist sicher ein sehr interessantes Projekt und es wurde auch genau vorbereitet, so sind die Studierende in die Bibliothek gegangen um sich entsprechende Literatur zu suchen, sie haben auch an sich selber vorher Feldstudien gemacht, denn wie macht man das denn mit dem Gehörtbekommenen, wie geht man mit der Wahrheit um, schreibt man beispielsweise, das istein Alkoholiker, wenn der Interviewer beispielsweise von einer Flasche Likör erzählt und interessant ist ja wahrscheinlich auch der in der ehemaligen DDR gelegene Ort, der für die zum Großteil in den Neunzehnhundertneunziger Jahren geborenen Studenten aus Österreich und Westdeutschland sowieso schon mal was Fremdes ist.

So ging es mitdem Flugzeug nach Berlin, da wurde erst mals eingekauft, entschieden sich die Studenten doch sich selbst zu versorgen, so daß das Geld das sie für das Projekt bekamen, für das Buch reichen würden, besuchten auch die „Stasi-Unterlagen-Behörde“ und fuhren dann in das Dorf an der Havel, wo sie schon von der Bürgermeisterin erwartet wurden und nach und nach strömten auch die Bewohner vorsichtig herein.

Fünfzig schreibt Esther Dischereit in ihrem Vorwort haben sich intervewen lassen und sie selbst gibt zu erst unter dem Titel „Aller Anfang Dorf“ einen Bericht, wo sie das Örtchen beschreibt, wo die Forellen dick wie Karpfen sind, überall Tulpen angesplanzt sind und auch Dauernd eine Katze zu sehen ist, die niemanden gehört und die Bewohner dann sagen, daß sie das und das nicht soll.

Der 1992 in Tübingen geborene Luca Manuel Kieser hat sich dann mit dem „Alten“ unterhalten, der nuschelt weil ihm vier Zähne fehlen und mit „Andrea“, die ihrem Mann beim Fischen hilft, ein Foto zeigt, auf dem ihre Mutter und zwei Cousinen, die drei Gazellen in Leizig zeigt. Die Cousinen haben studiert, Andrea wollte es nicht, hätte deshalb auch  den Westkontakt abbrechen müßen und ist trotzdem etwas geworden.

Im Alphabet geht es weiter, schön geordnet erzählen die acht Studenten Gabriel Czaplicka, Luca Manuel Kieser, Naa Teki Lebar, Marie Louie Lehner, Katharina Menschick, Nastasja Penzar,Felicia Schätzer und Patrick Wolf,von denen ich die meisten aus der Studentenlesung im Literaturhaus kenne, Geschichten aus dem Dorf und weil in einer hundertfünfzig Seelengemeinde meistens nur ältere Leute leben, beginnt es mit dem Krieg, dann kam der Kommismus und zuletzt die Wende mit den Wessis, die die Höfe aufkauften, revonierten und sanierten und vorher wurden die Bauern, Garz besteht fast nuraus Bauern und Fischern zwangsweise in die LPG übernommen.

Interessante Leben, der meist kleinen Frauen, die die Studenten da erzählt bekommen, die Bürgermeisterin und ihre Mutter wurden interviewt und der schon erwähnte Luca Manuel Kieser hat aus der „Frau des Fischers“ sogar ein Portrait in Gedichtform gemacht.

In der Mitte der Buches gibt es in sich schönen abhebenden Schwarz ein Glossar, wo man von „1.  Oktober“ bis „Zyklus“ genau nachlesen kann, wo man auf welcher Seite welche Stichwörte nachlesen kann.

Bein Fall für die graphisch anspruchsvoll gestalteten schönsten Bücher ist das Büchlein also auch und dabei habe ich während meines Debutpreislesen vom „Mitteldeutschen verlag“ auch etwas anderes gehört, da meine Mitjuroren bei Uli Wittstock ja sehr viele Fehler fanden.

Die 1989 geborene Katharina Menschik berichtet über Psychiatrieerfahrungen in der DDR und  Luca Manuel Kieser hat sich noch mit einem Mann unterhalten, der der Arbeitslosigkeit nach der Wende erzählt.

Esther Dischereit sprach mit einem 1997 in Havelberg, das ist die größere Stadt in der Nähe, geborenen Mädchen, das eine Ausbildung in einem Fischrestaurant macht.

Viele der Gespräche werden erzählend wiedergeben, manche, wie der schon erwähnte von Luca Manuel Kiser oder „Hier war früher immer Disco“ des mir unbekannten 1991 in Deutschland geborene Gabriel Czablicka sind in Gedichtform abgebildet.

Die 1995 geborene Marie Luise Lehner beschreibt in ihrem Text „selbstoptimierung“ das ganze Dorf und von dem gibt es dann am Schluß, vorher gibt es noch ein Nachwort der Studenten, einige Luftlinienansichten zu sehen und wir, beziehungsweise die Studenten, haben eine spannende Fahrt in ein Land, das eine besondere Vergangenheit erlebte, gemacht.

Bei den Lesern kommt auch noch und das finde ich ganz besonders interressant, der Einblick in die Werkstatt der Sprachkunststudenten und ihrer Lehrerin, die das Buch herausgegeben, sowe eifrig mitgeschrieben hat, hinzu.

Das Bildnis einer Verschollenen

Ich stehe ja auf alte Bücher, so auf Unbekanntes aus der Zwischen- oder Nachkriegszeit, beispielsweise und da habe ich einmal in einem der Bücherschränke Ferdinand Kögls „Das Bildnis einer Verschollenen“, erschienen in der „F. Speidelschen Verlagsbuchhandlung“, 1946 ,gefunden und der Name des 1890 in Linz geborenen und 1956 dort verstorbenen Musikers und Schriftstellers erschien mir bekannt, habe ich doch in meinem Bibliothekskatalog, die „Silberflöte“ und die „Gottesgeige“ eingetragen, aber höchstwahrscheinlich noch nicht gelesen.

Jetzt also der 1946 erschienene Unterhaltungs- oder Frauenroman mit einem geheimnisvollen Frauenbild am Cover und man  merkt dem Buch wahrscheinlich sein Erscheinungsdatum an, oder doch nicht, denn vom Krieg, der 1946 gerade vorüber ist, kein Wort und  Christian Vockh, der nach vierzehnjähriger Abwesenheit aus Los Angeles in seine Heimatstadt zurückkehrt, kommt auch in kein zerstörtes Wien.

Er kommt in ein Wien, wo man mit dem Auto auf der Kärtnerstraße und den Graben fahren kann, aber das war, glaube ich, noch bis zu den Sechzigerjahren so und er kommt in seine Heimat zurück, um endlich einmal einen zweimonatlichen Urlaub zu genießen und auch mit seiner Vergangenheit abzurechnen.

Denn die war nicht so schön, hat er doch in einem Bankhaus gearbeitet und mußte, weil er in eine Diebstahlsaffaire verwickelt war und bei ihm eine gestohlene Banknote gefunden wurde, nach Amerika fliehen.

Dort machte er allerdings Karriere, ist aufgestiegen und reich geworden und jetzt kann er sich an die Tochter des damaligen Bankdirektors, Brigitte, erinnern, die als einzige an ihm glaubte und  auch von seiner Unschuld überzeugt war.

Leider war er so beschäftigt, daß er nie darauf geantwortet hat. Jetzt hat er vor das nachzuholen, zuerst geht er aber auf die Bank und will dort eine große Summe abheben. Das passierte damals so, daß der Angestellte nach der Adresse und der Telephonnummer fragte und daß der Prokurist dann die Summe in die Wohnung brachte.

Vockh hat sich auch gleich am Graben bei einer hübschen jungen Frau eingemietet, die zwar eigentlich nur an ein Ehepaar vermieten wollte, aber Vockh hat  keine Frau.

Der Prokurist, der mit dem Geld kommt, ist ein bekannter, denn er war schon damals in der Bank, er spricht ihm gleich auf die Affaire an, will das Geld zurück, was Vockh aber verweigert. Dafür geht er später in ein Kartenbüro, kauft eine Opernloge und lädt den Prokuristen mit seiner Frau ein, denn er hat inzwischen erfahren, daß die Tochter des ehemaligen Direktors Brigitte Dunhart jetzt die Frau des Prokuristen Prikhil ist.

Sie kommt aber nicht mit ihm in die Oper. Es kommt nur der Prokurist mit seinem Rechtsanwalt und die sind sehr feindselig, sagen Brigitte hat ihren Mann schon lang verlassen, weil sie ja bei Vockh in Amerika ist.

So nimmt sich der einen Detektiven, erfährt etwas von Venerdig und reist der Verschollenen nach. In Venedig verliebt er sich zwar fast in eine andere Frau, macht dort auch die Bekanntschaft eines etwas sonderbaren Schriftstellers und reist weiter von Venedig nach Neapel, dann nach Capri und auch wieder nach Wien oder Altaussee zurück, wo der Prokurist mit seiner Freundin Ellen Elpert, die ihn eigentlich heiraten will, aber er ist ja noch nicht verheiratet, Sommerfrische macht.

Er kommt auch nach Salzburg und telefoniert mit seinem Sekeretär in Los Angeles, denn die Angelegenheit wird immer komplizierter. Schmuck wurde gestohlen und aus Neapel ist Frau Brigitte auch verschwunden. Ein Verbrechen wird vermutet. Sie hat aber einen Brief geschrieben, in dem auch ein Bild von Vockh enthalten ist und allmählich stellt sich heraus, Prikihl war aus Eifersucht der Täter und Brigittes Vater drängte sie in die Ehe zu ihm. Sie hat aber bald die gestohlenen Banknoten gefunden und ihn deshalb verlassen.

In Los Angeles hatte sie auch einen väterlichen Freund, der ihr immer Nachrichten über ihre heimliche Liebe, Christian Vockh gab. Sie wollte ihn auch nach Los Angeles nachreisen, hatte auf dem Schiff aber einen Unfall. So daß sie lange in einem Sanatorium lag.

Jetzt ist sie aber wieder gesund und auf dem Weg nach Wien, wo sich nach einigen weiteren Verwicklungen alles aufklären und die Ehe zwischen den zwei Liebenden geschlossen werden kann.

Ein bißchen konstruiert könnte man sagen, aber viel viel einfacher, als die heutigen Romane und interessant natürlich in das Wien von 1946 zurückzukehren, in dem offenbar nie ein Krieg stattgefunden hat und in dem man auch ohne Internet und Handy mit Telegrammen und Telegraphen sehr gut miteinander kommunizieren konnte.

Man brauchte natürlich das nötige Geld dazu, aber das stand dem aufgestiegenen Christian Vockh, der dann sogar sagte, daß er das alles dem eifersüchtigen Prokuristen verdankte, zur Verfügung, der  auch genügend herumreiste. Überall in den besten Gegenden seine Wohnungen hat und offenbar waren auch die Geschlechterverhältnisse kein Problem.

So hatte der eifersüchtige Prokurist eine Freundin, eine Modezeichnerin und Frau Maria Osketja nahm den einsamen Herrn dann doch in ihre Wohnung auf und war offenbar auch so emanzipiert, daß sie öfter erst um Mitternacht nach Hause kam und da dachte ich doch in den Nachkriegsjahren waren die Frauen noch nicht so emanzipiert und selbstädnig, aber in den Romanen ist es wahrscheinlich immer etwas anders, als in der Wirklichkeit.

Ein interessantes Buch, auch wenn  es wahrscheinlich nicht sehr literatirsch ist. Unterhaltungsliteratur mit einer damals wahrscheinlich gar nicht so geringen Auflage und Ferdinand Kögl hat sogar eine „Wikipedia Seite“, wenn auch seine Bücher inzwischen wahrscheinlich nur mehr antiquarisch erhältlich oder in den Bücherschränken  zu finden sind.

2017-01-21

Rohtext fertig

Ich habe es ja schon gestern kurz angedeutet mit dem Rohtext von „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ bin ich jetzt fertig, 93 Seiten, 44 Szenen und ein kurzer Epilog, derzeit 45 766 Worte, weil ich vorhin noch ein paar Zeilen angefügt habe, um den Titel, der mir einmal so spontan eingefallen ist, als ich noch gar nichts hatte und lange eigentlich nicht wußte, wie er zu meiner depressiven Endstationreisenden, beziehungsweise mit meiner Frau, die in einer Bibliothek wohnt, passten könnte.

Dann bin ich aber dabei geblieben und habe gedacht, ich erkläre das in der letzten Doro Szene, denn so könnt es gehen, habe aber gestern darauf vergessen, so daß ich es heute noch anfügte und ich bin wieder einmal nicht zufrieden.

Ich hoffe, es schreibt mir jetzt keiner „Sag ich doch immer, Sie können es nicht!“ oder „Gehen Sie doch in ein Schreibseminar!“, aber ich denke schon wieder „Unvollkommen, nicht so geworden, wie es sollte, ich kann es doch nicht, etcetera!“

Natürlich, Freunde, das habe ich jetzt schon begriffen, es ist ein Rohtext und kann, muß, soll entsprechend überarbeitet werden, aber darin war ich ja bisher nie sehr gut und habe es dann meistens doch mehr oder weniger so gelassen, wie es nach dem Rohtext war, wenn ich auch ein paar Monate zum Korrigieren gebraucht habe.

Diesmal bin ich ja sehr schnell von meinen vagen Ideen die ich wahrscheinlich zu Weihnachten hatte, in die Handlung hineingekommen.

Ich bin nicht sicher, ob mir da der Satz „Sie haben nur Fregmente und jedes Kind weiß doch, daß man einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben soll!“, meines Kritiker Ulis geholfen hat, denke aber doch, denn dann ist sehr schnell konkret geworden und ich habe die letzten Wochen geschrieben und geschrieben und die Handlung wuchs auch in meinem Notizbuch und die Lücken wurden immer weniger, vor allem auf vorigen Freitag und Samstag trifft das, glaube ich, besonders zu.

Diese Woche war es dann ein bißchen anders, da habe ich zwar am Mittwoch auch sehr viel geschrieben, da war ich ungefähr an der Stelle, wo die Therese von Salzburg nach Berlin gefahren ist, die Szenen wurden aber immer kürzer, immer flüchtiger, eigentlich mehr ein Handlungsgerüst und als ich dann die wunderbaren Wortschöpfungen des Wilhelm Genazinos in der „Alten Schmiede“ hörte, dachte ich, so machst du das auch, du nimmst jetzt dein Rohkonzept und formst zweiundvierzig sprachlich ausgearbeitete Geschichten daraus.

Nun gut, bei allen Szenen wird das vielleicht nicht gehen, ein Reiz des Textes ist ja vielleicht auch, daß sich die Handlung von Szene zu Szene beziehungsweise von Beobachtung zu Beobachtung oder aus den SMS, die sich Karo und Tessi hauptsächlich schreiben, ergibt.

Aber die Berlinszenen sind sehr kurz und haben eingentlich keine Handlung, da könnte ich Beobachtungen einfließen lassen, die die Therese beispielsweise im Brecht Haus oder auch im Bus macht. Da habe ich ja auf der Reise nach Belgrad einiges, wenn auch die Gespräche mit der bosnischen Frau und dem Chauffeur, Mirko, glaube ich, heißt er· vielleicht nicht so etwas unbedingt Neues ist oder etwas, was in meinen früheren Sachen auch vorkommt.

Die Aktion in Graz, das Werfen mit der Scheiße auf die Aktionkunst ist dagegen sehr konkret und da habe ich die Szenenentwicklung beim Schreiben auch sehr spannend gefunden.

Eine tolle Idee, das Gerüst sprachlich so auszuarbeiten, daß mir „Fischer“ oder „Suhrkamp“ schreiben: „Unbedingt!“ machen wir!“

Daß das vielleicht dann doch nicht so einfach ist, habe ich gemerkt, als ich mir meine Szenenfragmente durchgelesen, beziehungsweise den Rohtext gestern fertig geschrieben habe.

Denn da ist wirklich vieles noch nicht fertig und es passt auch einiges noch nicht zusammen. Zwar habe ich jetzt eine Lösung dafür gefunden, daß die Handlung eigentlich so um den zwanzigsten Dezember fertig ist, die Bundespräsidentenangelobung aber erst ein Monat später stattfindet. Das wird in einem Epilog angedeutet. Der ist zwar sehr kurz, aber die Sophie sagt, dem Fabi, den sie  in ein Cafe mitnimmt „Du bist eine Figur in einem Roman einer Freundin meiner Schwester!“, das ist, glaube ich, ganz gut.

Aber, daß die Doro sich vor der Karo versteckt, beziehungsweise sich mit ihrer Tiefkühltasche Samstagabend an ihr vorbeidrückt, das ist schon auf Seite 80 und dann zehn Seiten später, nach dem sie Montagfrüh das Hinterzimmer verläßt, fröhlich mit dem Schlüßel auf das Dach hinaufgeht und „Hallo Karo, ich bin fertig!“, sagt, ist wahrscheinlich viel zu schnell, das müßte noch genauer ausgearbeitet werden und ich sollte dazu kommen, das zu können.

Solche Unklarheiten gibt es mehrere, die Tage stimmen immer noch nicht so ganz, denn die Doro ist schon in der Bibliothek am Samstag und am Sonntag und kommt das Montag früh aufs Dach, der Anschlag in Berlin war aber erst am Montagabend. Da werde ich mich vielleicht ein bißchen durchschummeln müssen und es ist auch die Frage, ob es wirklich so konkret sein muß und eigentlich das Ganze  auch ein Roman, den die Dorothea schreibt, auch wenn der mit der Wirklichkeit sehr verwoben ist und aus dem besteht, was die Tessi, der Karo SMSst beziehungsweise die Sophie mit dem Fabi erlebt.

Das gefällt mir ganz gut, könnte mir aber vorstellen, daß die Leser schreien „Das ist viel zu banal, da passiert doch nichts! Das habe ich schon auf Seite eins durchschaut!“, wenn ich auch denke, daß es vielleicht mein Stil ist, aber  natürlich noch  ausgearbeitet werden sollte.

Soweit bin ich jetzt, beziehungsweise war ich das schon heute früh nach dem Aufwachen und wollte diesen Artikel eigentlich auch schon zu diesem Zeitpunkt schreiben.

Dann dachte ich aber, da ich ja schon gestern geschrieben habe, daß ich fertig bin, ich brauche den Artikel gar nicht,  und habe gemerkt, daß ich gedtrödelt habe und getrödelt und der innere Widerstand mir sagte, ich will nicht zu bearbeiten anfangen und will mir auch meine sprachlich unvollkommenen dahingeschludderten Rohseiten, nicht ansehen.

Dann habe ich mir Booktube Videos angeschaut, auf die ich in den letzten Tagen gekommen bin. Und, daß die interessant sind, daran gibt es keinen Zweifel und da gibt es ja inzwischen schon sehr viele meist junge Frauen und eigentlich fast keine Männer, die ein Buch hochhalten und was ich, weil es mich ja auch betrifft und mich die letzten Tage neben meines Schreibens beschäftigte, erzählen, wie sie es mit ihrem Sub so halten.

Und mein SUB ist ja, glaube ich, besonders hoch, weil ich schon über vierzig Jahre sammle und jetzt habe ich mir die Zahl der Bücher ausgerechnet, die von den Frühahrsvorschauen zu mir kommen werden, das werden etwa zwanzig sein, achtzig alte habe ich auf meiner neuen Leseliste, wenn ich wieder Buchpreisblogge was ich ja eigentlich will, kommen nochmals so zwischen dreißig und fünfunddreißig Bücher dazu und dann dürfte ich eigentlich keine neuen Bücher mehr annehmen und wenn ich was Tolle in den offenen Bücherschränken finde, wie beispielsweise vor ein paar Tagen Sabine Grubers „Dalvadossi“ dann weiß ich eigentlich gar nicht, wann ich das lesen werde?

Das sind Luxusprobleme und eigenlich nicht wirklich solche, denn dann lese ich halt den alten Arno Geiger oder den alten Kehlmann nicht, ist auch nicht wirklich schlimm, weil es ja egal ist, ob ich das Buch jetzt in meinem Regal habe oder ob es nur in der Buchhandlung steht, wo ich es auch nicht lese.

Also spannend diese Videos und vielleicht auch noch ganz besonders, weil es unter diesen jungen Frauen auch eine Konkurrenz zu geben scheint, die aber nur angedeutet wird, was ja dann noch besonders neugierig macht, so daß man zu suchen anfängt, ob man vielleicht nicht was darüber findet.

Es ist wahrscheinlich das alte Thema, das andere Bloger oder Vlogger angeblich so viel schlechter sind oder das mit den Rezensionsexemplaren, was ich noch immer nicht verstehe, daß das so viel Unruhe macht, weil ich seit ich Buchpreisblogge mich über die Anfragen nicht beklagen kann.

Aber mehr, als daß ich die Bücher dann lese und nicht zu meinen auf der Liste komme, kann ja nicht passieren. Und  das tue ich auch mehr oder weniger gehetzt, merke aber auch, daß manchen Bloggern meine etwas schlampige Art und mein Spoilern oder vielleicht auch das Buchpreisbloggen vielleicht nicht so gefallen dürfte und mir auf meine Kommentare meist nicht antworten.

Das ist aber auch kein Problem, weil ich es, wie das Schreiben für mich selber tue und ich eher die Gefahr sehe, vor lauter Videos anschauen, nicht zum Korrigieren zu kommen.

Da gibt es aber auch die Schreibschulregel, daß man den Rohtext erst einmal liegen lassen soll, bevor man ihn überarbeitet. Also brauche ich das Trödeln wohl, wenn es überschaubar ist, denn ich muß mich ja selber herausholen, weil es sonst  keiner tut.

Also habe ich mir gedacht, ich schaue mir ruhig ein paar der interessanten Videos an, wenn ich weiß, was ich anschließend tue.

Eine Hilfe ist wahrscheinlich auch dieser Artikel, auch wenn ich ihn nur alleine lese. Dann werde ich mein Notizbuch noch einmal hernehmen und mir vielleicht anmerken, was ich jetzt  verändern muß und dann wahrscheinlich, weil ich es das erste Mal zwischen Weihnachten und Silvester nur sehr oberflächlich tat, beziehungsweise irgendwann statt zu lesen nur mehr überflogen habe, die „Viertagebuchfrau“ nochmals hernehmen. Denn die kommt vor in dem Text, die Doro schreibt  eine Fortsetzung, beziehungsweise liest sie darin und das gehört auch noch besser ausgearbeitet.

Und dann ab morgen, das Rohkonzept durchgehen und schauen, wieviel ich es verändern kann oder muß, daß vielleicht doch ein brauchbarer Roman herauskommt.

Da habe ich vielleicht einige Leser, die jetzt schreien „Sie können das ohnehin nicht!“ und da antworte ich vorsichtig „Da bin ich mir nicht so sicher!“

Denn ich habe gestern ein Buch angeboten bekommen, in dem es um eine Frau geht, die nach einer Krebsdiagnose einen Bus kauft und damit durch die Welt fährt und damit ihr Leben  verändert und das ist in einem Publikumsverlag erscheinen und da habe ich ja einige Bücher, wo es um dasselbe geht.

Ich zitiere mal die „Dreizehn Kapitel“, „Und Trotzdem“, „Im Namen des Vaters“

Um einen blauen Bus geht es auch in der Kroatiengeschichte, allerdings um keinen Krebs, aber den haben die Helga Schwarz in „Und Trotzdem“ und die fährt ihm mit dem Rad die Donau hinauf oder hinunter jedenfalls bis ans schwarze Meer, davon, während sich die Veronika Sieberer einfach nicht behandeln lasse.

Wenn ich  davon ausgehe, daß meine Bücher einfach noch nicht genügend überarbeitet sind, weil ich sie immer  zu schnell beendet habe, könnte ich da jetzt lernen, wie das die anderen machen, um ihren Roman zu einem großen Verlag zu bringen, denn die Themen oder das Handlungsgerüst ist ja offenbar da.

Also wird es vielleicht doch an der Grammatik und an der Sprache liegen. Mal sehen, vielleicht bekomme ich den Knick noch einmal heraus, denn so blöd, daß ausgerechnet ich es nicht kann und immer ganz unten bleiben, bin ich ja wirklich nicht und wenn es mir gelingt aus dem Rohgerüst vielleicht doch einen brauchbaren Roman zu machen, wäre dassehr schön.

Ein Problem habe ich vielleicht trotzdem noch, das ist, daß ich ja sehr dicht am aktuellen Geschehen bin, kommt ja beispielsweise nicht nur die Bundespräsidentenwahl sondern sogar der Anschlag in Berlin vor und davor wird ja auch immer abgeraten, zu aktuell zu sein, obwohl Marlene Streeuweitz, deren Wahlroman ich zur Einstimmung gelesen habe, das auch so macht und der Hans Fallada war ja, wie in seiner Biografie gelesen habe, sogar so aktuell, daß er in einem Nazi Gefängnis seinen Unmut über das dritte Reich aufschrieb, also kann man eigentlich über alles schreiben.

Sprachlich besser werden, kann aber nicht schaden und auf den Blog ein bißchen neugierig auf mein Schreiben zu machen, so daß sich, wenn ich dann die Vorschau habe, vielleicht doch einmal einer auf mein Gewinnspiel reagiert, wäre auch sehr schön.

Das wird aber noch ein bißchen dauern, bis ich da soweit bin, vorher kommt  noch die Vorschau zu „Claire-Klara-Clarisse“ heraus, das der Alfred gerade korrigiert.

Nachrichten aus der Normopathie

Filed under: Bücher — jancak @ 00:21
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„Nachrichten aus der Normopathie-Essays zum Zeitgeschehen“ – Am 11. 2. 2014, also fast vor zwei Jahren ist der 1944 geborene Kommunist, Volksstimmejournalist und Literaturwissenschaftler Lutz Holzinger gestorben und der 1953 geborene Autor und GAV-Mitglied Gerald Grassl, Mitglied des Werkkreises „Literatur der Arbeitswelt“, der auch die „Edition Tarantl“, herausgibt hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Werk zu verlegen.

Die literarischen Arbeiten „Ein kurzer Sommer der Literatur“ sind schon erschienen und wurden von mir auch besprochen, da Gerald Grassl mit dem ich regelmäßig am Volksstimmefest lese und ihn auch so auf diversen Veranstaltungen sehe, so freundlich ist, mir manchmal seine Publikationen zu geben.

In Band zwei geht es, um die gesellschaftlichen Arbeiten des Volksstimmeredakteurs, der im „Neuen Forum“ angefangen und dann später, als es Volksstimme nicht mehr täglich gab, auch in der Obdachlosenzeitschrift „Augustin“ publizierte.

Es gibt ein Vorwort von Gerald Grassl in dem er auf den interessanten Umstand aufmerksam macht, daß der Literaturwissenschaftler und Intellektuelle im Laufe der Zeit immer verständlicher wurde: „Lutz entwickelte im Laufe der Jahre eine Meisterschaft, komplizierte und komplexe wirschaftliche/politische Themen leicht lesbar aufzubereiten (ohne jedoch „volksdümmlich“ zu werden“, schreibt Gerald Grassl, und das ist, glaube ich, ein sehr wichtiger Aspekt bei dem ich auch im „Literaturgeflüster“ nicht umhin komme, mich damit zu beschäftigten, denn was hat man schon von Texten über die „Lohnarbeit und das Kapital“, wenn die Arbeiter, für sie ja geschrieben waren, sie nicht lesen, weil sie es einfach nicht verstehen.

Grassl führt noch ein Beispiel an, so hat er Lutz Holzinger einam gefragt : Kann heute noch von „der führenden Rolle der Arbeiterklasse gesprochen werden? DIE ARBEITER sind doch nur mehr eine kleine Schicht, die täglich kleiner werden. – Geh einmal zu meinem Stammwirt und höre ihnen zu – die meisten sind Mitglieder der SPÖ und wählen wahrscheinlich den Haider…“

Lutz Holzinger hat gelächelt und „Wer hat dein Frühstücksbrot gemacht, wer hat es verkauft, wer hat das Haus gebaut, in dem du wohnst? Wenn du mit Fertigbaumöbleln eingerichtet sein solltest, wer hat die Rohteile zugeschnitten und wer hat die Verpackung hergestellt? Dieses Problem hat bereits Karl Marx erkannt. … Und zur Unfreundlichkeit von Arbeitern am Morgen: Gehst du jeden Tag gut gelaunt in die Hackn?“

Das war wohl schon in der leicht lesbaren Zeit des Autors, die in dem Buch abgedruckten Texte stammen von 1973 bis 1995, denn zuerst kommen wirklich zwei Beispiele, der schwer verständlichen theoretischen Arbeiten, zu denen man wohl, wie Gerarld Grassl ebenfalls anmerkt und manchal auch eine „Wikipedia-Erklärung“, die es in den Siebzigerjahren noch nicht gab, daneben stellt, ein Wörterbuch braucht, um den Inhalt zu verstehen.

Dann wird es aber schon bald konkreter, wenn es um den „Konsumterror – zur Ästhetisierung des Marktes“ geht, das ist ein Artikel aus dem „Neuen Forum“ von 1972 und hat zugegeben auch keinen sehr verständlichen Titel. Es geht aber um den Konsum und die Werbung und da habe ich einige sehr interessante Aspekte dabei gefunden.

Schreibt Holzinger doch sehr genau, daß es für den Markt nicht reicht, einfach Mehl zu verkaufen und zu vertrauen, daß die Hausfrauen, schon zwischen „glatt und griffig“ unterscheiden können und sich für ihre Speisen, die richtigen Sorten holen.

Nein, bei der Waschmittelindustrie wird zwischen „Persil“, „Omo“, „Weißer Riese“ etcetera unterschieden, man kauft das Produkt, die Marke und dazu noch Statuszugehörigkeit, Glückseligkeit etcerta und weil der Preis ja stimmen muß werden die Angestellten eingespart, es boomt der Selbstbeidenungsladen, wo man zwar die angebliche Freiheit hat sich frei zwischen hundertzwanzig Joghurtsorten entscheiden zu können, in Wirklichkeit aber von der Werbung gesteurt wird und wenn auch das noch zu teuer ist, wird auf den Versandhandel ausgewichen. Da füllt man einen Bestellschein aus und einige Tage später bringt der Briefträger das Nachahmepaket und man hat den Laden eingespart.

Ja natürlich, der Text wurde 1972 geschrieben, wo es noch keinen Internethandel und noch Briefträger gegeben hat und das ist ja vielleicht das Iinteressante an dem Buch, daß sie die sonst schon vergriffenenen Zeitschriftenartikel zusammensammeln, so daß man ihn ihm, die politischen und gesellschaftlichen Veränderung der letzten vierzig Jahre sehr gut bemerkt.

Dann geht es in den Strafvollzug „Nützliche Verbrecher“, auch ein Artikel aus dem „Neuen Forum“, von 1972 und das ist wahrscheinlich vor oder zwischen der großen österreichischen Strafreform und wieder ist inzwischen alles anders, aber einiges daraus nachzulesen ist durchaus interessant und kann nostalgische Gefühle wecken.

Holzinger ist dazu auch in die großen österreichischen Strafanstalten gegangen und hat deren Leiter interviewt, die 1972 oder noch früher betonten, wie wichtig Sauberkeit und Ordnung ist, aber schon wußten, daß man für das Geld das man für zwei Gefangene kosten, fünf Bewährungshelfer einstellen kann, die dann fünfnhundert Leute betreuen.

Es gibt eine Statistik der Straftäter und einer der Leiter bedauert, daß es die Reform des Paragraphen 144 noch nicht gab, so hatte er nämlich einige Kindsmörderinnen einsitzen, arme Mädels vom Land, die dann regelmäßig zu weinen beginnen, wenn kleine Kinder auf Besuch in das Gefängnis kamen.

Interessant dazu vor Weihnachten habe ich eine Reportage in Ö1 zur heutigen Gefängnissituation gehört und wie traurig es für die Gefangenen ist, beim großen Fest nicht bei ihren Verwandten zu sein, wo ich mir dachte, ob es keine Besuchzeiten gibt, womit man dieses Problem ja verringern könnte, aber viele Gefangene haben wohl keine Verwandten, Freunde dürfen vielleicht nicht hinein und die Alternative mit der Fußfessenl von der ich zwar nicht weiß, ob sie ein Segen ist, gibt es heute auch, 1970 hat es sie wohl noch nicht gegeben.

Es geht dann weiter mit Artikeln zur Geldwäsche, mehrere zum Konsumverhalten von Arbeitern, solchen zur Kaufsucht, Konsumsucht nennt Lutz Holtzinger dieses Problem und ganz besonders interessant, einen über den fünften Bezirk und insbesondere zur Reinprechtsdorferstraße, wo es ja eine Zeitlang sehr viele und immer mehr Wettbüros gegeben hat, die den Arbeitern und auch Arbeitslosen das Geld aus der Tasche zogen.

Der Artikel ist aus dem „Augustin“, der Obdachlosenzeitung von 2012 und da war ich ja einmal bei einem „Augustin-Flohmarkt“, wo auch eine Proklamationen beziehunsweise eine Repbulik dagegen ausgerufen wurde. jetzt hat sich das Bild und die Anzahl der Wettbüro glaube ich wieder etwas verändert, die Billiggeschäfte gibt es aber immer noch in dieser Gegend.

Einen Artikel zur Geschichte der Armut, illustriert von Bildern von Pieter Breugel des Älteren gibt es auch und ganz besonders lang, so daß ich bekennen mußt, daß ich ihm nicht ganz gelesen, sondern eher nur überflogen habe, ist der Artikel zur Geschichte der KPÖ, beziehungsweise zur Geschichte Österreichs im zwanzigsten Jahrhunderts „Befreiung wovon und wofür“, der auch mit zahlreichen Illustrationen versehen ist und als Broschüre vom Bundesvorstand der KPÖ im April 1995 herausgegeben wurde.

Ein interessantes Buch, das ich den an der linken österreichischen Zeitgeschichte interessierten, sowie allen Lutz Holzinger Fans sehr empfehlen kann.

2017-01-20

Games und Literatur

Im Dezember bin ich ja das erste Mal zu einem Pub` n`Pub`gegangen, wo Büchermenschen bei einem Bier über das Lesen sprechen, das heißt jetzt anders, nämlich „Buch und Kommunikation“  BuK, was mich immer an das „Bundesministerium für Unterricht und Kunst erinnert“, das mich ja in meinen frühen Schreiberjahren sehr prägte und die sind heute eine Kooperation mit subotron, das ist offensichtlich ein Spieleverein, eingegangen, beziehungsweise machen die immer was zu einem anderen Thema, Games und Mode, etcetera und heute Games und Bücher und haben dazu den Direktor der Cologne Game Lab Gundolf  S. Freyermuth eingeladen, der eine dreiviertel Stunde eine sehr komplizierte Keynote in dreimal zwei Unterteilungen, wie Literatur und Spiele zusammenhängen, wie sie entstanden sind und. wie die Zukunft aussehen kann, hielt, von der ich, die nicht Spielerin, die sich zwar  viel im Internet aufhält, aber von Informatik nicht viel weiß, nicht viel verstanden habe.

Dann kam aber das Panel mit Cornelia Travnicek der Schriftstellerin und Programmiererin, Sinologie hat sie auch  studiert und einmal einen Bubble tea shop geführt, von der ich nach Weihnachten die „Jungen Hunde“ gelesen habe, Jorghi Poll, der „Atelier-Verleger“ und der Game  Developer Mateusz Gorecki und begannen mit dem ORF Moderator Robert Glashüter darüber zu diskutieren, der zuerst einmal viele Fragen stellte, an Cornelia Travnicek beispielsweise, ob sie spielt und, wie die Arbeitszeitlung zwischen Schreiben und Programmieren aussieht?

Sie spielt, hat sie geantwortet, das tut dann der Verleger nicht, der hat keine Zeit dazu und verneinte, die Frage des listigen Moderators, ob er das deshalb nicht tut, weil ihm das zu kompliziert wäre und er es erst lernen müsse?

Nein, hat er gesagt, denn er muß seinen Verlag führen und lesen und natürlich zum Spiele lernen braucht er Zeit, die man besser  für was anderes verwendet und dann kam der große Sprung von den Internetspielen mit ihren vielen Galaxien und den künstlichen Intelligenzen zu den digitalen Welten des Lesens, denn da hat ja Tilmann Rammstedt, Jorghi Poll hat den Namen nicht erwähnt, aber ich glaube, er ist gemeint, im Vorjahr jeden Tag ein Kapitel eines Romans ins Internet gestellt, der dann erst später erschienen ist, weil er, wie jetzt der Verleger listig meinte, erst überarbeitet werden mußte.

Ja solche Sachen gibt es einige und der Direktor, der auf sehr sehr hohem Niveau diskutierte, meinte auch das Internet hat den Selfpublishern ganze Welten eröffnet, dennn dort würden viel mehr Bücher, als in den Verlagen erscheinen, worauf Cornelia Travnicek konterte, daß jeder, weil er es ja in der Schule lernte, glaubt schreiben zu können und auch wenn er die Grammatik nicht beherrscht, kann er sein Buch ein „Amazon“ hochladen.

Das kann der Programmierer nicht, der muß sich der Sprache anpassen, während die der Autor brechen kann.

Dann ging es gleich zur Fan Fiction, „Shades of Grey“, der Welterfolg, war das das von Twilight, das kann ich bei den Spielen nicht, denn da muß ich vorher Verträge unterschreiben oder Regeln einhalten.

Am Schluß sollte einer von dieser Spielfirma auf die nächsten Aktionen von subotron hinweisen, aber der hatte keine Lust dazu und sagte nur „Lesen Sie Bücher oder spielen Sie Games!“

Ich werde wohl auch beim Ersteren bleiben, obwohl ich ja im Internet auch mit meinem Schreiben experimentiere, da, das gebe ich schon zu, zwar nicht sehr viele Interessenten habe, aber, das kann ich auch vermelden, jetzt mit meinem Rohtext fertig bin, der ist diesmal möglicherweise besonders roh und unfertig, hat auch „nur“ 45 735 Worte, vierundvierzig Szenen und einen kurzen Epilog, beziehungsweise dreiundneunzig Seiten, auch noch einige Ungereimtheiben, bezüglich der zeitlichen Zusammenfolge, die Auflösung ist vielleicht auch noch zu einfach und ab Szene siebzehn, bis dahin habe ich es mehrmals durchkorrigiert, habe ich es auch nur so hinuntergeschrieben und bin immer kürzer und kürzer geworden, so daß es eigentlich nur ein Handlungsgerüst ist, das noch Fleisch, Farbe bekommen und aufgepäppelt werden muß, wie ich mir am Mittwoch in der „Alten Schmiede“ bei der Genaizino -Lesung dachte und jetzt denke ich auch, daß meine Art meine Schreibberichte und meine Romanentwicklungen ins Internet zu stellen, eigentlich auch ein digitales Experiment sind, das originell und spannend sein könnte.

2017-01-19

Noch einmal Oberösterreich

Die oberösterreichische Literatur ist in letzter Zeit in Wien sehr oft zur Geltung gekommen und zwar hat es schon vorigen Donnerstag im „Werkl am Goethehof“ begonnen, wo Judith Gruber-Rizy Franz Kain vorstellte.

Weiter ging es am Dienstag im Literaturhaus mit „Oberösterreich erforschen“ präsentiert von Helmut Rizy und daraufhin habe ich mich entschlossen, diesen Donnerstag in die „Alte Schmiede“ und nicht in die „Gesellschaft für Literatur“, wie ich es eigentlich plantem zu gehen, denn dort präsentierte sich in der „Literatur als Zeit-Schrift-Reihe“, die oberösterreichische Zeitschrift „Rampe“ in der ich, lang lang ists her, auch ein paar Texte hatte.

Inzwischen präsentiere ich ja mich und mein Schreiben fast ausschließlich im Internet und im „Literaturgeflüster“, was, wie ich in der Veranstaltung wieder hören konnte, ja immer noch nicht als sehr literarisch gilt, für mich ist es aber trotzdem eine gute Möglichkeit der Präsentation und ein schönes Archiv und diesbezüglich werde ich gleich einmal nachsehen, wann ich welche Texte in der „Rampe“ hatte.

Und zwar hatte ich den „Brief an die Herren der Akademie“, ursprüglich, glaube ich, für den Frauenverlag geschrieben und in St. Pölten einmal gelesen, in der „Rampe“ 1/89 und die „Geschichten vom lieben Gott“, die ich auch beim „Sichten und Vernichten Symposium“ in Salzburg vortrug, in der „Rampe  2/93“

Das ist lange her, die Belegexemplare liegen noch in Harland und Honorar gab es auch dafür, dreihundert Schilling pro Seite, hörte ich, heute in der „Schmiede“, das war viel Geld und die „Rampe“ war damals und vielleicht noch heute eine der wenigen Zeitschriften wo es Honorar gab und geantwortet haben sie auch immer und die Fahnen zur Korrektur geschickt.

Aber ich greife vor, erst stellte Lena Brandauer, die gemeinsam mit Daniel Terkl und Paul Dvorak die Reihe betreut, das Podium vor.

Die Zeitschrift gibt es seit 1975, da war Fritz Lichtenauer mit dem ich auch immer korrespondierte, der Redaktuer, inzwischen wird das von Bernhard Judex erledigt und die Zeitschrift, die glaube, ich gegründet wurde, um die oberösterreichische Literatur zu fördern, gehört heute zum „Adalbert Stifter Institut“.

Früher gab es zwei Hefte pro Jahr, jetzt gibt es vier, eines ist einem Thema gewidmet, eines frei, die beiden anderen sind, glaube ich Themenhefte, die Oberösterreichern bzw. den oberösterreichischen Preisträgern gewidmet sind.

Es wurden aber immer auch nicht Oberösterreicher genommen, das ist auch der Grund, warum ich Texte drinnen hatte und mein erster Text wurde, glaube ich durch Gerald Bisinger vermittelt und der hatte im ersten oder zweiten Heft, das es gab ein sogenanntes „Scheißgedicht“, das hat der Frau Fussenegger, die damals auch im Redaktionsteam saß nicht gefallen, so gab es ihr Dementi und das war alles in Dias zu sehen, die August Bisiner, Gerald Bisingers Sohn, der ja in der „Schmiede“ der Techniker ist, an die Wand projezierte.

Denn vor dem Gespräch mit Fritz Lichtenauer stellte Bernhard  Judex die Hefte vor, erzählte, was dazu, sagte, daß es immer Antwortbriefe gab und las auch ein Beispiel eines enttäuschten Autors vor.

Dann wurden zwei Autoren, nämlich  Claudia Bitter und Constantin Göttfert vvorgestellt, die Texte in den neueren Heften drinnen haben und zu ihren Erfahrungen mit der „Rampe“ befragt.

Die 1965 in OÖ geborene Claudia Bitter kenne ich, glaube ich, weil sie beim „Siemens Literaturpreis“ gewonnen hat und den 1979 geborenen Constantin Göttfert, der in Leipzig studierte, habe ich schon bei einigen Lesungen gehört.

Claudia Bitter hatte öfter Texte in der „Rampe“ weil sie auch öfter vom Land OÖ Prämien bekommen hat, sie schickt ihre Texte auch gerne an Zeitschrfiten und schreibt auch extra Texte dafür, Constantin Göffert hat glaube ich erst einen Text und ist meistens auch mit seiner Romanarbeit beschäftigt, so daß er nur hinschickt, wenn er einen passenden Text hat.

Dann wurde noch ein Themenheft präsentiert, nämlich das, das der 1972 in Wels geborene FlorianNeuner über den 1960 in Ried am Innskreis geborenen Christian Steinbacher herausgegeben hat.

Florian Neuner hat schon drei Themenhefte unter anderem eines das Waltraud Seidlhofer gewidmet war, betreut und erzählte etwas über die Arbeit und die Zusammenstellung des Heftes, das man dann am Büchertisch kaufen konnte, dann kam der Autor selber, der einmal den „Wartholz-Literaturpreis“ gewonnen hat, aber auch „Heimrad Bäcker Preisträger“ ist und sehr experimentell und visuell arbeitet, gab eine wahre Werkschau von sich, worin er die Zeit zurück bis zu den Anfängen seinen Schreibens zurückging und in dem er performte und deklamierte auch seine anderen Bücher vorstellte.

Ein sehr interessanter Abend, der einen genauen Einblick in die oberösterreichische Literatur und ihre Förderung gab, die so reichhaltig ist, das man nicht alles haben kann, denn während der in Ried am Innkreis geborene Christian Steinbacher seine Anagramme und Zettelgedichte präsentierte, trat in der Hauptbücher der 1958 in Wels geborene und in Ried am Innkreis lebende Dietmar Füssel auf und stellte seinem historischen Roman aus dem alten Ägypten „Wiederholte Geburten“ vor, aber den habe ich ja schon gelesen, während ich das bei Christian Steinbachers „Die Treffsicherheit des Lamas“, das noch aus den Büchertumen der Literatur im März stammt, noch immer nicht getan habe.

Zum Glück publiziert Christian Steinbacher aber nicht nur in der „Rampe“ sondern auch im „Feribord“ und da ist ihm das Heft 24 gewidmet und daraus las er auch ein Stückchen vor.

In der „Zeitschriftenreihe“ wurden schon „Literatur und Kritik“ und sechzehn andere vorgestellt.

Hans Fallada

Filed under: Bücher — jancak @ 10:45
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Der Name Hans Fallada war mir, glaube ich, immer schon als berühmter deutscher Schriftsteller bekannt, den „Kleinen Mann“, Band eins der „Rororo Taschenbuch Ausgabe“, habe ich, glaube ich, in den offenen Bücherschränken gefunden, sowie den ersten Hans Fallada, den „Blechnapf“ den ich gelesen habe und auch nicht sehr viel anfangen konnte, erschien mir das Buch, glaube ich, als sehr umständlich, obwohl ich mich da schon in die „Wikipedia-Biografie“ eingelesen habe.

Fallada ist das Pseudonym für Rudolf Dietzen und die Fallada-Bücher habe ich auch, wenn immer ich sie gefunden habe, gesammelt.

So habe ich auch „BBB-Bauern Bonzen und Bomben“ gelesen und wohl einen ähnlichen Eindruck, wie beim „Blechnapf“ gehabt.

Der „Kleine Mann“, der im vorigen Jahr bei „Aufbau“, die den Autor ja inzwischen unzensiert wieder auflegen, vollkommen herausgekommen ist, habe ich in der alten Ausgabe gelesen und hat mir  besser gefallen.

Das vorige Jahr habe ich dann mit einem Fallada, ich glaube, einen Kauf aus einer Abverkaufskiste einer der beiden Buchhandlungen auf der Wiedner Hauptstraße, die es nicht mehr gibt, begonnen, eines der leichten Unterhaltungsbücher mit denen Hans Fallada, wie ich jetzt weiß, den Krieg überstanden hat.

Ich habe im Vorjahr dank dem „Aufbau-Verlag“ aber auch den letzten Fallada „Jeder stirbt für sich allein“ gelesen, der dort schon etwas früher unzensuriert erschienen ist und jetzt die Biographie, die der 1965 in Berlin geborene Peter Walther pünktlich nach dem siebzigsten Todestag, geschrieben hat, der in Potsdam das „Brandenburgische Literaturbüro“ leitet und Mitbegründer des Literaturportals „literaturport“ ist.

Und die kann ich jeden  und vor allem psychologisch Interessierten sehr empfehlen, denn Falladas Lebenslauf, der auf dem ersten Blick wahrschlich unwahrscheinlich klingt ist, glaube ich, ein Paradebeispiel der Bipolarität und der Spaltung und gibt Zeugnis eines sehr bewegten Lebens in einer sehr bewegten Zeit.

1893 wurde er ins Greifswald als Sohn eines höheren Juristen geboren, es gab zwei ältere Schwestern, ein jüngerer Bruder folgte und der kleine Rudolf war in seiner Jugend oft krank, kam hier schon mit dem Morphium, das ihn sein ganzes Leben verfolgen sollte, in Berührung und hatte auch eine durchaus expressionistische Jugend.

So schrieb er an die Eltern einer Jugendfreundin Briefe, in denen er sich und sie eines unsittlichen Verhältlnisses bezichtigte. Es gab auch ein Duell oder einen Doppelselbstmordversuch mit einem Freund, den Dietze überlebte.

So kam er in Sanatorien wurde dort von Arthur Tecklenburg einem Schüler  von Kurt Binswanger, einem berühmten Psychiater und seiner Tante Ada betreut und das erste Buch „Der junge Goedschal-ein Pubertätsroman“ ist auch sehr expressionistisch.

Der Herr Landesgerichtsrat fianzierte die Schriftstellerversuche des Sohnes unter der Bedingung, das das Buch, wenn es erscheint, unter einem Pseudonym herauskommt, so wurde der Hans Fallada, weil Rudolf Dietzen Grimms Märchen liebte, geboren.

Nach dem Sanatorium begann er seltsamerweise nicht mit einem Studium, sondern mit einer landwirtschaftlichen Lehre.

Er arbeitete später auch als Buchhalter, wo es zu Unterschlagungen kam, womit er seine Süchte, Alkohol, Morphium, Zigaretten, Schlafmittel, finanzierte.

So macht er die Studien für den Brechnapf, lernt auch seine Suse, das Vorbild für das Lämmchen aus dem „Kleinen Mann“ kennen, hatte mir ihr drei Kinder, ein viertes ist gestorben, lernt Ernst Rowohlt kennen und hat mit dem „Kleinen Mann“ einen Welterfolg.

Es kommen noch andere Romane, einer „Wolf unter  Wölfen“ auch im Schrank gefunden, wartet noch auf meiner Leseliste, das Gefängnistagebuch von 1944 „In meinem fremden Land“ wurde auch bei „Aufbau“ neu herausgegeben und ist gerade zu mir gekommen und als der Krieg kam, lebte Dietzen mit seiner Familie, später auch mit seiner Mutter, in Carwitz, das ist ein Mustergut, wo er mit den verschiedenen Haustöchtern verschiedene Verhältnisse hat, Unterhaltungsromae schreibt, aber weil wegen seiner Süchte und Tobsuchtsanfälle wehruntauglich auf eine Tour durch  zu den Reichsdiensten ins besetzte Frankreich geschickt wird, wo es ihm sehr gut gefällt und er auch lobende Berichte schreibt.

Er kommt aber auch wieder in die Psychiatrie oder in ein NS-Gefängnis, denn er schießt auf Suse und dort schreibt er, was ebenfalls  unglaublich klingt einen Bericht gegen das NS-Regime.

E schreibt aber auch einen nichtantisemitischen semitischen Roman, der nie erscheint, wird nach dem Krieg, die Ehe mit Suse wurde geschieden, er hat sehr bald eine ebenfalls süchtige junge Frau namens Ulla wieder geheireirat, für kurze Zeit Bürgermeister, wird von Johannes R. Becher, dem DDR Kulturministier, protegiert und dazu veranlaßt „Jeder stirbt für sich allein“ zu schreiben und stirbt  1947 an einer Überdosierung in einem Krankenhaus.

Sehr interessant, sehr widersprüchlich und sicherlich empfehlenswert sich mit der unzensurierten Fallada- Gesamtausgabe zu beschäftigen. Ich werde aber auch die alten Bücher, so weit vorhanden, lesen.

„Zwei Lämmchen weiß wie Schnee“ und „Die Stunde eh du schlafen gehtst“, warten da noch auf mich.

Aber auch einige andere Fallada Bücher, wie beispielsweise „Der Trinker“, Fallada hat ja sehr viel aus seinem persönlich Erlebten geschöpft, würde ich  gern lesen und freue mich, wenn ich dazu komme.

Eine Art Biografie „Damals bei uns daheim“ hat er auch geschrieben und ein Buch „Wir hatten mal ein Kind“, wo der Tod der verstorbenen Tochter verarbeitet wird.

2017-01-18

Ein Büchner-Preisträger in der Alten Schmiede

In der „Alten Schmiede“ stellte heute der „Büchner-Preisträger“ von 2004, der 1943 geborene Wilhelm Genazino seinen neuesten Roman, Kurt Neumann meinte, es wäre eher eine Erzählstruktur „Außer uns spricht niemand über uns“ vor und es war gar nicht so voll, wie am Montag bei Georg Stefan Troller.

Das ist auch etwas, was ich nie verstehen werde, habe Wilhelm Genazino einmal bei einer der Studentenlesungen im Literaturhaus  und einmal bei der „Literatur und Wein“ in Göttweig gehört.

Im Publikum saßen Leute, die behaupteten, daß sie alle seine Werke gelesen hätten, wobei mir einfiel, daß ich gar nicht wußte ob ich einmal was gelesen habe, in meinen Regalen habe ich aber „Die Liebesblödigkeit“, „Ein Regenschirm für alle Tage“ und auch den dritten Teil der von Kurt Neumann erwähnten „Abschaffeltrilogie“  – „Falsche Jahre“,  stehen und „Mittelmäßiges Heimweh“ habe ich gelesen, aber offensichtlich schon wieder vergessen. Dagegen ist mir in Erinnerung, daß es mich in Göttweig sehr störte, daß die Leute während der Lesung so laut gelacht haben, ich habe. glaube ich. den Autor am Signiertisch darauf angesprochen, ob er diese Stellen auch so lustig gefunden hätte. Er hat glaube ich, „nein“, gesagt, vielleicht war das aber nur die Höflichkeit des Autors, denn Kurt Neumann hat in seiner Einleitung auch die Komik angesprochen und während der Lesung  mehrmals geschmuzelt.

Es geht um den kleinen Mann, hat er glaube ich, eingeleitet, daß Genazino in einer Werkreihe, Trilogie, etcetera darüber schreiben würde, meinte, daß die Erzählstruktur an Becket mahnen würde und erzählte dann von einer Carola mit der der Ich-Erzähler befreundet sei, sich im Laufe des Romans aber von ihr trennen würde und, daß die eine Marathonläuferin, zur Alkoholikerin wird und sich dann, glaube ich, auch umbringt.

Friedrich Hahn sollte den Autor später fragen, ob ihm das nicht leid täte, seine Figuren sterben zu lassen, was er, glaube ich,  auch verneinte und er las das erste und das siebente Kapitel.

Ein Mann geht spazieren könnte man so sagen und macht dabei seine Alltagsbetrachtungen, er ist Rundfunksprecher, offenbar nicht sehr erfolgreich, denn Carola schlägt ihm vor, sich arbeitslos zu melden, das ist aber unter seiner Würde, beziehungsweise will er vom Arbeitsamt nicht umgeschult werden und im ersten Kapitel geht er durch die Stadt und in eine Pizzeria, beobachtet einen Marathonlauf, bei dem auch Carola, mit der er nicht zusammenlebt, teilnimmt, was er nicht wußte, er beobachtet ihr Tatoo und noch verschiedenes andere und im siebenten Kapitel beschließt Carola sich von ihm zu trennen.

Dann konnte man Fragen stellen und es gab diesmal eine sehr intensive Diskussion, die sich auch, was ich sehr interessant fand, weil ich mich ja derzeit intensiv damit beschäftigte, um das Schreiben, beziehungsweise, um die Einfälle geht.

Kurt Neumann fragte, glaube ich, wie der Autor zu seinen Einfällen kommt? Der antwortete, daß man das nicht wisse, soweit ist die Wissenschaft noch nicht und selbst Einstein hat das noch nicht erforscht. Er hat aber immer einen Zettel und einen Stift bei sich und schreibt alles, was ihm so begegnet und ihm interessant erscheint, auf.

So ein Heftchen habe ich auch in der Tasche, schreibe aber weniger intensiver, als ich eigentlich sollte oder wollte und Wilhelm Genazino scheint sich ganze Aktenordner mit diesbezüglichen Stichworten anzulegen, die er dann dementsprechend verwendet, was ich sehr interessant findet.

Eine Dame lobte die Beobachtungen und den Blick von Außen, wie Genazino beispielsweise den Blick in die Pizzeria beschreibt und ein anderer wollte wissen, ob es eigentlich einen Kommentarband gibt, was Genazino wieder verneinte und meinte, daß das eher etwas für Germanisten sei, die Leser solche Bücher aber nicht kaufen würden.

„Ich hoffe es sind hier keine Germanisten!“, setzte er hinzu. Lautes Gelächter, also offenbar doch sehr viele, aber Genazino ist ja selber Germanist, hat das, sowie Soziologie und Philosophie studiert und wird sich weiter mit der Sprache bemühen und seine Einfälle zu Romanen machen und ich habe und das ist vielleicht interessant, mir aus der Lesung mitgenommen, daß ich vielleicht meine  einundvierzig Szenen, die ich inzwischen habe, sprachlich überarbeiten sollte und mir vielleicht von Genazinos Sprachgewalt ein Vorbild nehmen, denn da habe ich heute, fürchte ich, ein bißchen vor mich hingeschluddert.

Ich bin zwar mit meinem Rohkonzept fast fertig und die Therese ist von Salzburg nach Berlin gefahren, aber vor allem da könnte ich die Szenen noch besser ausarbeiten und die Therese im Brecht Haus beispielsweise entsprechende Erlebnisse machen lassen. Wenn es mir da gelingt vielleicht einundvierzige farbige Kurzgeschichten daraus zu machen, hätte mein Roman sicherlich gewonnnen.

Mal sehen, ob es mir gelingt. Ich habe es jedenfalls vor und werde mit dem Rohkonzept demnächst fertig sein. Vier Szenen fehlen mir, glaube ich, noch und derzeit stehe ich bei 43 435 Worte beziehungsweise über achtundachtzig Seiten. Wenn ich die letzten Szenen, die sehr kurz geworden sind, durch genauere Details noch entsprechend verlängere, komme ich vielleicht auch auf das Nanworimoformat, die Rohkonzeptzeit würde entsprechend stimmen.

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