Literaturgefluester

2017-02-28

Lena liest ums Leben

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:10
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Jetzt kommt ein Roman für Kinder, den mir „Literaturtest“ freundlicherweise angeboten hat, ein Genre, das ich, seit die Anna erwachsen ist, üblicherweise nicht mehr lese, da das Buch des 1949 geborenen, ehemaligen Lehrers Manfred Mai aber sowohl ein interessantes, als auch wichtiges Thema hat, das in jeden Pädagogenmund ist und man es im Internet auch immer findet, habe ich eine Ausnahme gemacht, denn ich mag ja Bücher übers Lesen und das soll man auch, die Kinder zum Lesen bringen und hier geht es auch noch, um ein anderes genauso wichtiges Thema, das mich erst vor kurzem lesend beschäftigt hat.

Wie fährt, radelt oder liest man sich seinem Krebs davon? Aber darum geht es gar nicht, denn der Papa der elfjährigen Lena hat  keinen Krebs. Er ist Schreiner und ein Musterpapa, wie er nur in den Büchern stehen kann.

Überhaupt sind Lena und ihre Familie, die Mama arbeitet in einer Bank, Lena ist Vorzugsschülerin, eine Musterfamilie und verstehen sich blendend. Nur die Freundin Sophie, deren Vater sie gerade verlassen hat, ist ein wenig traurig, aber Lenas Papa ist immer für seine Tochter da, macht mit ihr Faxen, schwingt sie im Kreis und liest ihr am Abend  immer vor.

Das Buch das er dafür wählt, heißt „Der geheimnisvolle Erfinder“ und handelt von einem Mann, einem Sonderling, der in ein kleines Seedorf zieht, sein Haus bunt anstreicht, vor die Garage seltsame Figuren stellt, nichts arbeitet und die Leute nennen ihn schon Hexer und verbieten ihren Kindern mit ihm zu reden.

Das ist das erste Kapitel, das zweite will der Vater Lena nächste Woche vorlesen. Denn in dieser wird er auswärts arbeiten. Aber vorher, am Sonntag geht die Familie noch in den Zoo, da macht der Vater seltsame Faxen, imitiert einen Affen, alle lachen, nur ihm wird plötzlich schwindelig, wie ihm das auch am Samstag wurde, als er Lena im Kreis drehte und als Lena am nächsten Tag von der Schule kommt ist der Vater zu Haus und muß ins Krankenhaus, denn er ist plötzlich umgefallen. Dort wird er untersucht und von einer Klinik in die nächst größere geschickt, bis er nach einigen Wochen abgemagert nach Hause kommt, weil die Ärzte nichts mehr für ihn tun können.

„Dann müßen wir das machen!“, beschließt Lena und hat in der Nacht einen Traum, daß es ein Mittel gibt, wie er wieder gesund werden kann.

Das muß ihr nur noch einfallen und die Idee ist, dem Vater weiter vorzulesen. Tag für Tag immer  ein Kapitel, das nimmt Lena so gefangen, daß die Musterschülerin in der Schule nicht mehr aufpasst und falsche Antworten gibt.

Dem Papa geht es aber nach und nach besser und die Geschichte von dem Erfinder, zu dem die Kinder Franziska, Florian, Nasrin und Fabrizio, die letzteren sind auch irgendwie Außenseiter im Dorf nach und nach eine Beziehungs aufbauen und ihm vor den Steinen der bösen Buben Johannes, Paul und Frieder retten, ist auch wirklich schön und lehrreich.

„Vielleicht ein bißchen ungläubwürdig und zu idyllisch!“, meint der Papa einmal, als sich noch die Lehrerin einschaltet und den Kindern, die den Fremden mobben, ihre eigene Geschichte erzählt. Aber sie wirkt, der Papa wird wieder gesünder, fängt zu essen an, setzt sich dazu schon in die Küche und der Hausarzt Dr. Bäumler, der den Kranken untersuchen kommt, staunt und spricht von einer Spontanremission und will ihn zur Untersuchung nach  Tübingen schicken, was der Vater ablehnt.

Ein Problem gibt es aber noch, die vorwitzige Mia oder ihre Mutter erzählen überall herum, daß Lenas Papa Krebs hat, was nicht stimmt und Lena wütend macht.

Aber sonst wird alles gut in dem Buch vom geheimnisvollen Erfinder, der wird in das Dorf integriert und als Lena mit dem Buch fertig ist, ist der Papa auch wieder gesund geworden und damit das Ganze noch spannender ist, hat Manfred Mai noch ein Geheimnis eingebaut, Lena darf, damit der Zauber wirkt, niemand von ihrem Vorhaben erzählen, der schlaue Papa und die schlaue Mama merken es aber sowieso. Lena kann am Schluß in der Schule wieder aufpassen und auch Sophie trifft ihren Vater wieder, so daß sie alle irgendwann zu einem Tennistunier fahren werden.

Wäre schön, wenn das Leben so einfach wäre, aber vielleicht ist das auch etwas, was lesende Kinder lernen können, daß die heile Welt eben meistens nur in den Büchern stattfindet und natürlich auch, daß man keine Fremden mobben und keine Unwahrheiten erzählen soll. Vielleicht auch, daß die Welt nicht unter geht, wenn Lenas Papa wirklich Krebs gehabt hätte, weil man den jetzt schon sehr gut heilen kann und wichtig ist es vielleicht auch für die Kinder, deren Väter vielleicht wirklich betroffen sind, zu wissen, daß Bücher Übertreibung sind und man höchstwahrscheinlich nicht jeden kranken Papa durch das Lesen eines Buches heilen kann. Denn wenn es Krebs gewesen wäre, hätte der Papa wohl Strahlentherapie, Operationen und Chemo gebraucht und „Spotandingsbums“, wie Lena das respektlos nannte, sind, wie schon Dr. Bäumler sagte, äußerst selten und kommen höchstwahrscheinlich nicht bei jeden Papa oder Oma vor.

Aber lesen ist natürlich gut und wichtig und die heile Welt wenigstens in Büchern serviert zu bekommen ist ohne jeden Zweifel auch sehr gut.

 

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2017-02-27

Vier Reisen mit Karl Markus Gauss

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:15
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Mit dem Reisen beziehungsweise dem neuen bei „Zsolnay“ erschinenen Buch des 1954 in Salzburg geborenen Karl Markus Gauss,Mitherausgeber der „Literatur und Kritik“ geht es gleich weiter, denn dieses,“Zwanzig Lewa oder tot“ wurde heute in der „Alten Schmiede“ vorgestellt und Karl Markus Gauss ist ein Spezialist für Osteuropa könnte man so sagen, hat schon mehrere Bücher oder Journale über seine Reisen in diese unbekannten Gegenden geschrieben, einige davon habe ich gelesen, beziehungsweise gefunden und das neue Buch ist eine literarische Kompostion, wie der Einleitung von Kurt Neumann zu entnehmen war.

Die „Alte Schmiede“ auch demensprechend voll und ich habe obwohl ich schon zwanzig Minuten vorher gekommen bin, gerade noch einen Platz finden können.

Viel Prominenz, Klaus Zeyringer, Barbara Coudehove-Callhergi, Andrea Grill, Daniela Strigl und und und und das Buch ist, wenn ich es weiter richtig verstanden habe, eine Zusammenfassung von verschiedenen Reisen des Autors, die allerdings in vier Städte oder Gegenden gegangen sind.

Zagreb, Bulgarien, Moldavien und in das Gebiet der Donauschwabern , von dem Karl Markus Gauss Mutter herstammt, das er allerdings erst nach ihrem Tod besuchen konnte und Karl Markus Gauss hat zuerst die ersten Kapitel der ersten drei Reisen gelesen und mit Bulgarien begonnen.

Dort laufen die Zigeuenerkinder herum und eine schon Erwachsener mit einem Schläuchlein im Bauch, zeigt dieses dem Autor und zischt „Zwanzig Lewa oder tot!“, mit dem Geld entschwindet er in die Apotheka der Autor und seine Begleiter in ein Restaurant und dort erscheinen die Zigeunerkunder vor denen alle bulgarischen Freunde waren.

Sie wollen Geld und sind zu dritt, Gauss hat nur mehr zwei Lewa, die er gibt. Aber wie teilt man das auf? Die Kinder wissen Rat, eilen zu dem Schläuchemann, der teilt und später erscheinen die Kinder strahlend mit einem Eis.

Ja, so einfach sind die Osteuropa Reisen und auch so erfolgreich. Deshalb ging es gleich nach Moldawien, dem ärmsten Land Europas. Dort wachsen habe ich einmal aus einem anderen Buch gehört die Kinder alleine in den Dörfern mit höchstens einer Großmutter auf, weil die Mütter alle im Ausland die alten Leute pflegen.

Jetzt fuhr Karl Markus Gauss dort Straßenbahn und als er noch sehr viel jünger war, ist er mit dem Lojse Wieser, meinem speziellen Freund und noch einmen anderen Autor nach Zabreb gefahren, weil er dort die Werke des kroatischen Nationalautorl Mirolsav Krleza nach dem Willen der dortigen Dichterschaft herausgeben sollte.

Er hat das, glaube ich, getan oder vermittelt. Dafür gabs ein Festessen, ein gebratenes Lamm und das Auge davon, die Spezialität landete auf seinem Teller und er mußte es essen, obwohl die Freunde später behaupteten, sie hätten es getan.

Dann kam eine Diskussion zu den Schreibprozessen. Gauss sagte, seine Freunde Martin Pollak und Erich Hackl würden mehr recherchieren.

Er erfindet schon mal was dazu und ist keiner, der seine Text im voraus plant. Er läßt sich leiten und ein kleines Stückchen von der Reise, wie er dann nach der Mutter Tod in der Vojodina war und dort in einer Kirche ein deja vue Erlebnis hatte, hat er auch noch gelesen und dazu gesagt, daß man alle diese Reisen natürlich nicht selber machen müsse, aber wahrscheinlich etwas versäumen würde, wenn man nie dort gewesen wäre und ich war ja schon ein bißchen im Osten.

In der Slowakei, in Polen, sogar bis Litauen bin ich gekommen und in Belgrad war ich auch zweimal kurz.

Weil für mich das Reisen aber auch etwas eher Literarisches ist, habe ich mich in den letzten Tagen mit dem 1929 im Banat geeobrenen Ivan Ivanij in seine Familiensaga „Schlussstrich“ vor kurzem bei „Picus“ erscheinen begeben, der  von einem Aufwachsen zwischen Ungarn und Serbien erzählt und dabei sicher auch einige Gegenden streift, die Karl Markus Gauss bereiste und Detail am Rande und sicher nicht so spekulär, in meinem derzeitigen „Work on progress“, das ich gerade korrigiere, reist die Therese ja auch nach Belgarad. Der Bus bleibt auch in Novi Sad stehen, aber so genaue Erlebnisse, die später zu anschaulichen Geschichten geformt werden, gibt es dabei wahrscheinlich nicht. Dafür aber ein Bibliotheksgespenst und das Ganze spielt auch hauptsächlich in der Hauptbücherei.

2017-02-26

Generalversammlung der IG-Autoren und andere Buchmesse

Wieder einmal GV der IG Autoren, die sowetwas, wie die österreichische Schriftstellergewerkschaft ist, vor Jahren, als es noch kein Literaturhaus gab, von Gerhatrd Ruiss und Johannes Vyoral gegründet. Milo Dor war, glaube ich, der etste Präsident und ich bin, glaube ich, schon seit dreißig Jahren oder so, als Einzelmitglied delegiert.

Denn es ist nicht sehr schwer Mitglied bei den IG-Autoren zu sein. Man muß irgendwas geschrieben haben, dann trägt man sich, wo ein oder stellt irgendwo einen Antrag. Keine Ahnung wann oder wie ich dazu gekommen bin, aber ich kenne Gerhard Ruiss, glaube ich vom Volksstimmefest und auf dieses bin ich durch den „Arbeitskreis der schreibenden Frauen“ gekommen.

Den ersten österreichischen Schriftstellerkongreß habe ich gerade versäumt, dann war ich offenbar einmal auf einer Regionlalversammlung wurde delegiert und pilgere seither Jahr für Jahr zu den Genereralversammlungen, die früher im Novemver, jetzt schon länger im Februar stattfinden und sich die Autoren, die delegierten Einzelmitdlieder oder die der Verbände, eineinhalb Tage zusammensetzen und über die Schriftstelleranliegen diskutieren.

Man kann auch Anträge stellen, die dann  behandelt werden, ansonsten referiert Gerhard Riss meistens die Situation, die da ist, das Budget bleibt gleich oder wird eingefroren.

So gibt es das „Handbuch der österreichischen Autoren“, mit dem ich früher meine Verlagsaussendungen machte schon lang nicht mehr. Das wäre auch sehr schnell veraltet und der Web-Autritt der iG Autoren ist, wie Gerhard Ruiss heute betonte, ether bescheiden, denn die IG-Autoren sind glaube ich nicht so webaffin.

Es gibt aber den jährlichen Neuerscheinungskatalog, wo alle Autoren drinnen sind, die ein Buch bei einem österreichischen Verlag haben, allerdings und da bin ich wieder bei dem leidigen und offenbar unüberwindbaren Problem, nur die Verlagsprodukte, die Selfpublisher bleiben wieder einmal draußen und dürfen ihre Bücher auch nicht auf den Stand stellen, wo die IG Autoren alljährlich, die Bücher der österreichichen Autoren in Leipzig, Frrankfurt oder auf der „Buch Wien“ aufstellen. In Leipzig und Frankfurt gibt es auch das „Literadio“, da dürfen die Autoren, die zufällig anwesend sind, ihr neues Buch vorstellen, Selfbulisher natürlich wieder nicht, die haben ja immer noch ein Identifikationsproblem und werden als Autoren nicht wahr oder nicht für voll genommen.

Die IG Autoren bieten aber Beratungen an und da habe ich mich schon öfter beraten lassen, das letzte Mal bezüglich „Paul und Paula“, wo es, um die Frage ging, ob ich nicht irgendwelche Personenschutzgesetzte verletze, wenn ich über die Transgenderproblematik schreibe?

Mein Verlagsverträge, die ich mit „Fischer“ und mit „Orac“ bezüglich meiner Stotterbücher hatte, habe ich mir auch durchsehen lassen, ansonsten gilt, als Selfpublisher bist du immer noch kein richtiger Autor, aber trotzdem bei den IG Autoren delegiert und da begann es schon am Samstag, um zehn am Morgen mit einem guten Frühstück und der Gelegenheit, die Autorenkollegen aus den Bundesländer zu treffen, die ich meistens nur einmal im Jahr und in diesem Zusammenhang sehe.

Diesmal waren besonders viele Kollegen aus Kärnten da, die mit ihren Namensschildchen herumliefen, sonst war Christl Greller da, die Rizys, O. P. Zier, Nils Jensen, Margit Hahn, Sylvia Treudl, Georg Bydlinksy, Susanne Ayoub Helma Giannonne, Hanhreif Wolf Käfer Elfi Resch, etcetera.

Hilde Langthaler, Ruth Aspöck, Elfriede Haslehner, die sonst meistens auch kommen habe ich nicht gesehen, auch Hilde Schmölzer war nicht da, die ich einmal in diesem Rahmen, glaube ich, kennenlernte.

Aber Ludwig Laher, der gleich über das Bildungsproblem referierte. Vorher hat aber noch Renate Welsh, die Präsidentin, die Anwesenden begrüßt und man konnte ein Billet für Christine Haidegger und Peter Paul Wipplinger unterschreiben, die krankheitshalber nicht kommen kponnten.

Und die Bildungsproblematik ist ja ein weites Thema, denn Deutsch soll  bei der Zentralmatura nicht sehr vorkommen. Vele Kinder haben Deutsch, nicht als Umgangssprache und brauchen speziellen Förderunterricht. Es gibt schon viele sekundäre Analphabeten, die die Schule ohne sinnerfassend lesen zu können verlassen und die Regierung will den Kindern schon in der Volksschule Tablets und Laptops verpassen, die Bücher bleiben da auf der Strecke, ist eine Befürchtung der Autoren.

Es wurde in der Diskussion auch beklagt, daß bei Lesungen zu wenig junge Autoren eingeladen werden und, daß man etwas machen soll, um junge Leute für Literatur zu interessieren.

Aber vorher hatte schon Tschiff Windisch, der nicht mehr junge Poetryslamer erzählt, daß diese Literaturform eine ist, die viele junge Leute anzieht und das merke ich auch, wenn ich zu den Poetry Slams ins Literaturhaus gehe.

Da muß man eine Stunde vorher kommen, bekommt eine Zählkarte, wenn man dazwischen weggehen will und bekommt trotzdem keinem Platz, wo man etwas sieht, sondern irgendwo weit hinten, weil die jungen Slamer allle ihre Freunde mitbringen.

Die Leute lesen nicht mehr viel, wird überall beklagt und ich glaube auch, daß das stimmt. Andererseits wachsen die Literaturblogger und die Booktuber, wie die Schwammerln aus dem Boden und machen jede Woche ein Video, wo sie ihre Neuzugänge, ihren Sub, ihre Leseliste, ihre Tags etcetera präsentieren.

Es ist also nicht so einfach und ich denke, die Zahl der Menschen, die schreiben wollen und dann vielleicht auch selber publizieren, nimmt trotz der wachsenden Zahl der sekundären Analphabeten, ebenfalls zu und natürlich ist es wichtig, daß man zur Matura nicht nur einen Leserbrief oder einen Kommentar verfasst, sondern ein literarisches Thema wählen kann.

Zu Mittag gab es wieder ein Buffet und Gespräche mit Kollegen und ich habe natürlich auch, den wieder gut bestückten Bücherschrank besucht und mich daraus bedient und am Nachmittag ging es weiter mit den Anträgen zum Urhebergesetz, etcetera, denn da hat es ja schon eine Demonstraion zur Festplattenabgabe gegeben und eine Feier zu einem Mustererlagsvertrag gab es auch und richtig, eine „Funkhausanthologie“, wo auch ein Text von mir drinnen ist, wird es auch bald gaben und über den ORF und sein Umgang mit den Autoren wurde auch diskutiert.

Am Sonntag, wo dann auch die Ruth gekommen ist, ist mit einigen Anträgen der Kärntner Autoren und einer Präambel zum Wert der Literatur „Sie  ist gefördert und nötig, wie nie zu vor weitergegangen“ und ich bin am Nachmittag wieder nach Döbling zur anderen Buchmesse, die es jetzt auch schon das achte Mal gibt, hinausmarschiert.

Die wurde ja von Margit Kröll, Nicole Engbers, Thorsten Low und vielleicht noch einigen anderen 2010 gegründet, das erste Mal fand sie im fünften Bezirk statt, dann ein paar Mal in einem Architekturbüro in der Seidengasse, einmal am Yppenplatz, dann beim Stadtparkbögen in einem Cafe in der Nähe des Literaturhauses und jetzt das zweite Mal im Bezirksamt Döbling, ab 2011 hat es einen Literaturslam gegeben, wo ich viermal gelesen, aber nie etwas gewonnen habe, 2011 glaube ich aus der Mimi, dann die Taubenszene aus der „Absturzgefahr„, die mit dem Eis aus „Kerstins Achterl“ und unter dem Stadtbahnbögen habe ich das „Gruftiemädel“ gelesen, seit 2015 gibt es das nicht mehr und begonnen hat es, um zwei wieder mit einem Kinderprogramm.

Diesmal haben drei Verlage, der „Andre Buch Verlag“, der „ohnenohrenverlag“ und eben der „Thorsten Low Verlag“ ausgestellt und begonnen hat es mit drei Kinderbüchern aus dem „Andere Buch Verlag“.

Dann kam das Kindertheater „Die Rumpelkiste“ und führte die „Frau Holle“ auf.

Margit Kröll hat diesmal nur gezaubert.

Dann kam schon das Erwachsenen Programm des „Anderen Buch Verlags“ und zwar hat da Andreas H. Buchwald drei Bücher vorgestellt, die sich mit dem Osten, dem Wesen und auch mit Abraham beschäftigt haben.

„Vom Eise befreit“ heißt die Trilogie mit den realistischen Deutschlandbildern und beim „ohneohrenverlag“ traten fünf junge Frauen auf, die ihre meist Phatasiygeschichten prästieren.

Dann kam das Konzert oder die musikalische Lesung in der Thorsten Low sein Phantasyprogtramm präsentierte und ich habe heute im „Wortschatz“ das kann ich auch gleich schreiben , was mich besonders freute und ich mir eigentlich nach der Donnerstaglesung sehr wünschte Hanno Millesis „Schmetterlingstrieb“ befunden.

2017-02-25

Musils Mörder

Weiter geht es mit den Neuerscheinungen, das heißt, die Erzählung oder Novelle des 1950 geborenen Regisseurs Jürgen Kaizik, der, wie ich Google entnahm, in den Achtzigerjahren, als ich auch gerade darüber schrieb, ein schönes ORF- Portrait über Paula von Preradovic, der Bundeshymnenschöpferin, machte, ist schon im letzten Dezember bei „Braumüller“ erschienen, war aber vor einigen  Wochen bei den „Beispielen“ im Radio und Robert Musils berühmter Roman von dem alle reden, den aber wahrscheinlich, die wenigsten gelesen haben, habe ich 1974 noch mitten drin in meiner philosophischen Phase im Gartenhäuschen meiner Eltern, das es wahrscheinlich nicht mehr gibt, in vierzehn Tagen gelesen und nichts verstanden.

Natürlich nicht, als ich das vor ein paar Jahren in der „Gesellschaft für Literatur“, Annas Schulfreundin, Anna L. sagte, die Germanistik studiert hat, hat die den Kopf geschüttelt und behauptet, sie hätte das getan.

Ja, die jungen Frauen sind selbstbewußt. Ein zweites Lesen würde ihr aber wahrscheinlich nicht schaden, mir natürlich auch nicht, aber höchstpersönlich komme ich bei meinen Bücherbergen, die ich mir  immer so bereitwillig anhäufe, nicht dazu das zu tun.

Der Regisseur und Autor, der, glaube ich, über Musil dissertiert hat, hat mir das vielleicht abgenommen oder besser mich ermahnt, das bitte doch zu tun, denn er hat das getan, was mir auch schon im Kopf herumschwirrte, vor einem Jahr zum Beispiel, als ich nicht wußte, worüber ich schreiben soll, er hat eine Figur aus dem Roman heraussteigenlassen und sie mit ihrem Autor konfrontiert.

Im „Mann ohne Eigenschaften“, daran erinnere ich mich noch, geht es um einen Ulrich und, um dessen Liebe zu seiner Schwester Agathe. Um den Zerfall der Monarchie und das Trauma, das das in dem Autor auslöste, geht es wahrscheinlich auch, bei dem erstmals 1930 erschienenen und unvollendet gebliebenen Roman und daran gibt es auch eine Figur eines Frauenmörders namens Christian Moosbrugger und die steigt jetzt  in Kaiziks Erzählung und eine, die den Roman mit Anfang zwanzig vor vierzig Jahren gelesen hat, kennt sich nicht recht aus.

Bei den „Beispielen“, ging es um eine Hedwig, die von ihrem Vater eine Buchhandlung erbte, die Monarchie ist schon zerfallen, sie denkt an den alten Kaiser und liest und liest, den Zauberberg, Hesse, eben das, was damals modern war und erschien und dann den „Mann ohne Eigenschaften“.

Da ist sie nicht von dem Ulrich, sondern von dem Mörder, wie man das ja den Frauen so zuschreibt und ich selber welche kannte und kenne, die das taten, fasziniert und der letzte Satz des Kapitel ist „Und Hedwig beschloß zu handeln“.

Ich habe auch gehandelt und das Buch bestellt und in dem schmalen hundertfünzig Seiten Büchlein, das Kaiziks Doktormutter Marie-Louise Roth gewidmet ist, erzählt der Mörder selbst und  ich habe lange nicht gewußt und weiß das vielleicht noch immer nicht so genau, ob der Christian Moosbrugger jetzt eine reale Figur ist oder nicht? Aber von irgendwo wird Musil die Idee dazu schon herhaben und jener Moosbrugger beginnt schon im Prolog zu erzählen.Er sitzt im Gefängnis, in der Strafanstalt Garsten vermutlich, hat eine Frau ermordet und das Gericht konnte sich wieder mal nicht einigen, zurechnungsfähig oder nicht?

Der Mörder bestand, wie erst kürzlich auch, auf das Erstere und so sitzt er und erzählt und der Kaiser stirbt der Krieg ist aus, es kommen die „Roten“ ins Gefängnis und singen selbstbewußt „Brüder zur Sonne zur Freiheit““ und „Völker hört—“

Später werden sie dann kleinlaut und die neue Repubik christlich sozial und dann wird Moodsbrugger entlassen. Hedwig holt ihn ab und gibt sich, was mich noch einmal verwirrte, als die Krankenschwester seiner verstorbenen Mutter aus, dann führt sie ihn ins Cafe Museum und zeigt ihm in der dort anwesenden Dichterunde, Robert Musil und eröffnet ihm, sie hat die Buchhandlung verkauft und  dafür ein Haus in Bayern, das der gelernte Dachdecker reparieren soll. Die beiden ziehen dorthin, Moosbrugger, entdeckt in einen Koffer Bücher, entdeckt den „Mann ohne Eigenschaften“, liest darin seinen Namen, stellt Hedwig zur Reee und bringt sie um.

Als zuerst ein Brief von Musil, der inzwischen schon in die Schweiz emigrierte, wir sind jetzt mitten im World War II, an das „Verehrte Fräulein Hedwig!“, kommt und dann die Polizei, um das Haus zu durchsuchen, flieht er in die Schweizer Berge.

Das heißt, er  flieht nicht, sondern sucht den Dichter auf, der in ärmliche Verhältnissen, mit seiner älteren Frau Martha, in einem Haus in Genf lebt, mit dem Bildhauer Wotroba, der ebenfalls dort das Exil verbrachte und seine Büste schuf, befreundet ist und am 15. April 1942, einen Schlaganfall erlitt.

Vorher konfrontiert Kaizik Musil noch einmal mit seiner Figur, was im Buch dann wahrscheinlich zu dem Schlaganfall führt und Moosbruggers Leiche wird mit dem berühmten Schihzophrenen-Hirn, wahrscheinlich das damaligen Stait of the Art, auch noch in der Nähe des Tatorts gefunden.

Interessant, interessant und ein bißchen verwirrend, wenn eine, wie ich so wenig Ahung von Musils Leben und seinem berühmten Roman hat.

Was lernen wir daraus? Den „Mann ohne Eigenschaften“ lesen. Erstmals oder nochmals, wie auch in einer der beiden schon vorhandenen „Amazon-Rezensionen steht“.

Ja, natürlich, etwas besseres als das, gibt es allemal nicht. Aber wann werde ich mir die Zeit nehmen, dazuzukommen?

Eine Kroatiengeschichte

Filed under: Buchpromotion — jancak @ 00:00
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20170225-001009

Hurrah, es ist da, das zweiundvierzigste selbstgemachte Buch oder das Souvenier, das ich mir letztes Jahr von unserer Kroatienreise nach Hause mitgenommen und dann im Sommer geschrieben habe.

Die Geschichte von „Claire-Klara-Clarisse“ und dem wilden Lavendel, den ich  lange in meinem Vorzimmer stehen hatte, so daß er auch auf das Cover des einundvierzigsten Buchs gekommen ist.

Die Idee, die ich nach einem Traum den ich Zadir hatte, dann dort fast zwanghaft in mein Urlaubsbuch aufnotiert hatte. Die Idee von dem Traum mit dem Zauberer und dem Luftballon und jetzt ist ein kleines schönes Büchlein, eine Sommergeschichte, meine Version von „Bora“ daraus geworden.

Ich stelle das Buch hiermit vor und löste die Gewinnspielfragen auf.

  1. Der Campingplatz liegt in Trogir.
  2. Klara ist die Buchpreisjurorin, die ihren Freund Edy, nachdem er sie vermeintlich betrogen hat, voraus nach Kroatien fährt, Claire ist die Großmutter des Zauberers oder die es Cafetiers Sergej Abrahamovic, den Klara am nächsten Tag kennenlernt und Clarisse ist seine Cousine, die Kuratorin der Spliter Filmfestspiele.
  3. Klara hätte in der ersten Version dBp Jurorin und in Frankfurt wohnen sollen, dann ist es der österreichische Buchpreis geworden und den hat im Vorjahr Friederike Mayröcker gewonnen.

Leider hat sich auch diesmal niemand gefunden, der das Gewinnspiel auflöste und das Buch gewinnen wollte.

Ich vergebe trotzdem Rezensionsexemplar und weise auf das nächste Gewinnspiel hin, das es geben wird, wenn die Vorschau von „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ online geht.

Zu dem ersten Satz gibt es auch keinen der mir eine Fortsetzung schrieb.

So kann man hier nicht raten. Wie es aber bei mir weitergeht, kann man im Probekapitel auf der Website lesen und ein Exemplar des Buches, habe ich inzwischen auch in den „Wortschatz“ gelegt, wozu ich dem Finder sehr herzlich gratuliere und ihm viel Spaß beim Lesen wünsche.

2017-02-24

Hörspielgala

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:35
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Ich bin ja kein besonderer Hörspieltyp und höre auch nicht sehr häufig solche, aber zu der „Langen Nacht des Hörspiels“ bin ich schon gegangen, als es noch so hieß, im Funkhaus statt im großen Sendessaal stattfand, die Hörspiele live gesendet wurde und es in den Pausen Gulasch gab.

Dann wurden die Nächte immer kürzer und das Programm restriktiver, eine Demo, woraus dann Hanno Millesi später ein Hörspiel machte hat es auch einmal gegeben.

Jetzt heißt die Nacht „Hörspielgala“ beginnt um sieben und endet um zehn, wird live übertragen, es gibt kein Parallelprogramm mehr, sondern Standardfixpunkte, man kann es im Radio hören und heuer gabs zum ersten Mal auch einen Livestream.

Also eigentlich gar kein Grund mehr in die Argentinierstraße zu gehen. Ich tue es, glaube ich aus Tradtion und für das „Geflüster“ obwohl ich ja eher für das Lesen und die Prosa bin.

Habe heute den ganzen Nachmittag an meinem „Work in Progress“ korrigiert, da bin ich die einzelnen Szenen durch und korrigiere jetzt noch solange, bis ich keinen Fehler finde und die „Klara“ ist auch gekommen.

So bin ich, als ich fertig war, mit den zwei Exemplaren an die NB und die „Alten Schmiede“, mehr sende ich nicht mehr aus, zur Post gegangen, habe ein Exemplar mit einer Widmung in den „Wortschatz“ gelegt und war, um dreiviertel sieben im Radiokulturhaus und große Ü berraschung, die drei Damen, die die Zählkarten ausgaben, sagten „Alle schon weg!“, denn um sechs hätten sie aufgemacht und jetzt verteilten sie nur mehr die reservierten Karten.

„Dann warte ich , daß was überbleibt!“, habe ich gesagt und gedacht „wenn ich jetzt umdrehe komm ich noch zum livestram zurecht!“

„Es bleibt nichts über!“, sagte eine Dame. Ich blieb stehen, sah Helmut Peschina, Michaela Falkner etcetera kommen und die reservierten Karten abholen und zum Glück kam dann noch eine Dame, die von ihren zwei nur eine brauchte.

Ja, Glück muß man haben und manchmal, ganz selten, habe ich das auch.

Diesmal war keine frei Platzwahl und die ersten Reihen reserviert, wie bisher, sondern ich hatte einen Platz in der dritten Reihe und Peter Klein, der Literaturabteilungsleiter kam auch bald, begrüßte die Ehrengäste und erklärte dem Publikum wann es klatschen sollte.

Moderiert wurde wieder von Doris Glaser und Andreas Jungwirth. Catch-Pop String-Strog musizierte, das waren Jelena Poprzan und Rina Kacinari und Jelena Poprzan habe ich vor kurzem im „Schwarzenberg“ bei Richard Schuberth Kraus Performance gehört.

Deshalb spielten sie auch unter anderen drei Aphorismen von Johann Nestroy, Richard Schuberth und Karl Kraus und sangen dann immer wenn ein Preis vergeben wurde, die „schöne Adrienne“ und zuerst wurden, glaube ich, die zehn Hörspiel vorgestellt, die in die engere Auswahl kamen.

Da kommt ja immer Ende oder Anfangt des Jahres eine Karte, wo man ankreuzen kann, tue ich nie, weil ich die meisten Hörspiele nicht kenne.

Die besten zehn wurden kurz angespielt und dann kam die neue Schauspieldriektorin der Salzburger Festspiele Bettina Hering und hielt, was es auch seit einigen Jahren gibt, eine Festrede auf das Hörspiel, wo sie betonte, daß sie in ihrem Schweizer Dorf mit dem Radio und der örtlichen Bibliothek aufgewachsen ist.

Dann wurde gleich das künstlerisch anspruchsvollste Hörspiel,  eine live Aufnahme, „Sturm-Zwang“, wo drei Schauspieler und ein Regisseur auf einem Schiff, ein Hörspiel simulierten oder Shakespeares Sturm nachspielten und da hätte ich gedacht, Bodo Hells Hörspiel hätte diesen Preis gewonnen.

Er war aber erst in der Schlußtranche an der Reihe. Da kam noch vorher Karl Markovics, der heurige Schauspieler des Jahres auf die Bühne und hielt, was ich sehr originell fand, weil ich ja auch immer nahe daran bin, das zu tun, seine Laudatio selber oder weil man das ja nicht machen darf, ließ er das seinen zwanzig Jahre toten Vater für ihn tun.

Orginelle oder auch ein wenig peinlich, eitel oder mutig? Der Applaus war jedenfalls sehr stark und dann gabs, glaube ich, schon die angekündigte siebzehn Minuten Pause und danach wurden die Kurzhörspiel vorgestellt, die diesmal den Satz „Man kann nie wissen“ enthalten mußten.

Die wurden ja auch einmal live aufgeführt und ausgewählt. Jetzt konnte das das Publikum im Internet machen und einen Sonderpreis der „Schule der Dichtung“ gab es auch wieder und dann ran an die Enderunde, wo Doris Glaser erklärte, ein Hörspiel wäre weit vorn gelegen und die nächsten fünf hatten die gleiche Stimmzahl bekommen.

Also fünf gleiche Preise und darunter war o Wunder „Die größere Hoffnung“, was ich eigentlich für das „Hörspiel des Jahres“ gehalten hätte, Bodo Hell, war wie schon erwähnt auch dabei,  ein Stück nach dem ersten Roman von Teresa Präauer und der „Hochwald von Adalbert Stifter und den ersten Preis, hat wieder oder, wie so oft Helmut Peschina für seine Hörspielbearbeitung gewonnen oder eigentlich Euripides für seine „Medea“.

Das Stück kann man morgen in der Hörspielleiste hören und an den nächsten Dienstagen werden dann das anspruchvollste und die Kurzhörspiele gesendet.

Aber morgen ist ja die GV der IG-Autoren und an den nächsten Dienstagen werde ich höchstwahrscheinlich auch wo sein, denn ich bin ja, wie erwähnt ein Prosa und kein eigentlicher Hörspieltyp.

2017-02-23

Essays und Prosa übers Schreiben

Nach dem Totengedenken von 1942 geht es jetzt wieder in die Gegenwart, ins Literaturhaus, zu einer GAV-Veranstaltung und zur österreichischen Gegenwartsliteratur.

Da habe ich ja eine „Mittlere Reihe“ einmal im Literaturhaus machen wollen, die dann ins Amerlinghaus übersiedelte, bis ich dasorganisieren aufgegeben habe.

Jetzt tun das andere, die 1970 geborene Regina Hilber beispielsweise, neben der ich einmal bei einem GAV Abendessen im Pfudl gesessen bin und deren Text ich in der NÖ-Stipendiaten Anthologie „Auserlesen“, ich vor kurzem gelesen habe.

„Ein literarischer Abend rund um das Schreiben und seine Ausformungen“, steht im Programm und Regina Hilber hat dazu Hanno Millesi und Peter Hodina eingeladen und auf dem Podium auch für eine Wohnzimmerathmosphäre gesorgt, also ein Sofa und eine Leselampe und dann wurde ein Text und zwei Essays übers Schreiben gelesen.

Begonnen hat der in Berlin lebende 1963 georene Peter Hodiana, der mir einmal, nach einer GAV-GV im Gasthaus Pfudl seine „Bausteine I“ übergeben hat, was, wie ich erst im Nachhinein bemerkte, wahrscheinlich mein erstes Literaturgeflüster-Rezensionsexemplar gewesen ist.

Jetzt hörte ich ihn wieder und seinen Essay über eine „Poesie der Holzverarbeitung“, in der es um die Frage, wovon oder wofür ein Schriftsteller lebt?, ging.

„Was verdienst du?“ ist ja eine häufige Frage, wenn einer beispielsweise bei einer Lesung oder in Ö1 auftritt oder „Kann man vom schreiben?“ leben.

Ich kann und will es nicht, die ohne Brotberuf haben whrscheinlich keine andere Wahl und Peter Hodina wollte einmal in Gallneukirchen einen Geldbetrag bei einer Bank einzahlen und wäre fast daran gescheitert, weil der Bankbeamte den Beruf „Schriftsteller“ nicht in seiner Liste hatte.

Nun, ich nenne mich ja auch eher Autorin oder schreibende Frau, aber ich befinde mich ja jenseits des Literaturbetriebs, obwohl ich heute zweimal die Erfahrung machte, daß ich erkannt, beziehungwweise auf meinen Blog angesprochen wurde und für einen Fan den  1966 geborenen Hanno Millesi würde ich mich sowieso halten, sofern ich überhaupt, der Fan eines Schriftstellers bin, da definiere ich ja sehr vorsichtig, aber ich habe ihn einmal zu einer Buchprämie verholfen seinen Text „Alles Gute“, eine Erzählung aus dem „Luftschachtverlag“ glaube ich, auch einmal schon im Literaturhaus gehört.

Da geht es, um das Feiern von Schriftstellergeburtstagen, im August Dorothy Parker, dann kommt  F. Scott Fitzgerald, da wird sehr viel gesoffen. Es wird aber auch mit Lederhandschuhen auf die Suche nach einem Windhund gegangen, Emily Dickensons Gedichte am Telefon rezitiert und der 9. November was mein Geburtstag ist, wird auch gefeiert.

Daran knüpfte sich, es gab nach jeder Lesung eine Disskussionsrunde, die Frage, nach der Autogbiografie, wie weit ist das Erzähler-Ich das des Autors?

Eine Frage, die die Autoren meist energisch verneinen, aber wahrscheinlich fließt doch immer etwas von der Person und der Persönlichkeit in die Texte hinein und Regina Hilber suchte in einem Text, der, wie der von Peter Hodina, in einer „Anthologie“ enthalten ist, nach dem heiligen Löchern.

Das ist die Frage, was die Verlage gern verlegen, den neuen Hodina, Millesi, Hilber oder doch vielleicht das zuvälligerweise in einem Safte entdeckte neue Werk der Harper Lee oder des Truman Capote?

Die Verlage werden sich wahrscheinlich, wenn sie können, für das letztere entscheiden, aber es ist auch sicher spannend und  wichtig neue Autoren zu entdecken oder vergessene wieder zu verlegen.

Peter Hodina scheint, wie ich ein Büchersammler zu sein und meinte, daß er viel in Antiquariate gehen würde, während Hanno Millesi darauf hinwies, daß ein Autor anders, als der gewöhnliche Leser liest.

Natürlich klar, das tue ich auch, ich versuche  auch immer in den Bchern zu entdecken, was die anderen besser, als ich können und habe heute bei meiner Bücherkastenrunde, auch wieder eine schöne Entdeckung gemacht.

Denn bei dem in der Zieglergasse stand eine junge Frau, die sich sehr euphorisch über die Bücher freute und mich auf einen Bücherschrank der „Grünen“ zwei Gassen weiter, beim Bezirksamt Neubau aufmerksam machte und dort habe ich Anton Wildgans berühmte „Rede über Österreich“ gefunden und nach der Diskussion über das Schreiben gab es diesmal sehr interessante Gespräche bei Wein und Wasser und ich bin dabei auch mit Alexander Peer ins Gespräch gekommen, von dem ich ja auch einmal ein Buch im offenen Bücherschrank gefunden habe.

 

2017-02-22

Zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig

Am dreiundzwanzigsten Februar 1942 hat sich Stefan Zweig mit seiner zweiten Frau Charlotte in Brasilien das Leben genommen, aus diesem Anlaß gab und gab es zwei Veranstaltungen in der „Gesellschaft für Literatur“, nämlich am Dienstag die Präsentation des Stefan Zweig-Thomas Mann Briefwechsels, einem sehr umfangreichen und sehr teuren Buch, das von Katrin Bedenig und Franz Zeder herausgegeben wurde.

Der 1948 geborene Gymnasiallehrer Franz Zeder war in der „Gesellschaft“ und diskutierte mit dem 1954 in Wien geborenen Ulrich Weinzierl, den Band, während Manfred Müller ausgewählte Briefstellen vorlas und von Ulrich Weinzierl ist ja auch das Buch „Stefan Zweigs brennendes Geheimnis“, in dem er ihm, glaube ich, homoseuxuelle oder exhibitionistische Neigungen nachweisen will.

Ich habe dieses Buch nicht gelesen, wohl aber zweimal die „Welt von gestern“ was ich als ein sehr offenes und ehrliches Buch empfunden habe, diesbezügliche Neigungen sind mir darin nicht aufgefallen und Tagebucheintragungen diesbezüglich zu deuten und zu interpretieren, würde ich, auch wenn der Autor, diese natürlich verbrennen oder aufpassen hätte können, was er hineinschreibt, eigentlich nicht als ein legitimes  Mittel halten, einen Autor zu beurteilen, ganz abgesehen davon, daß mir das eigentlich egal ist, ob er jetzt homosexuell war oder nicht.

Vielleicht finde ich das Buch einmal im Schrank, da würde ich ja vorher auch ganz gerne, das von Volker Weidermann noch lieber finden, dann werde ich es lesen und mich diesbezüglich informieren und weil ich in den „Berührungen“ Stefan Zweig ja in den Himmel schickte und ihn dort mit dem Heimito und dem Fräulein Anne immer frühstücken lassen, habe ich mich ja im vorigen Jahr sehr intensivi in sein Werk eingelesen, den Film „Vor der Morgenröte“, die das brasilianische Exil bis zum Selbstmord schildert, habe ich auch gesehen und würde mich, obwohl ich natürlich keine solche Expertin, wie die beiden schon erwähnten Herren bin, schon als ein bißchen kompetent betrachten.

Die „Gesellschaft“ war auch erstaunlich voll, sehr viel Publkum, das sich über Thomas Mann und Stefan Zweig informieren wollten und bezüglich Thomas Mann müßte ich das wahrscheinlich viel mehr tun, denn da habe ich zwar schon in der Straßergasse, die „Buddenbrocks“ gelesen, das heißt, ich habe es zu Hause getan, während ich dort noch in die Schule gegangen bin. Bei der Frau Professor Friedl haben wir, glaube ich den „Tonio Krüger“ gelesen und meine Schwester hatte die „Buddenbrocks“ zu Haus.

Ich wollte es lesen, sie hat es mir nicht gegeben, so bin ich in die Buchhandlung in die Kalvarienberggasse gefahren und habe mir das Buch gekauft.

Ob es diesbezüglich Streit mit meiner Mutter und Ohrfeigen gegeben hat, weiß ich nicht mehr. Verstanden habe ich es sicher nicht. Meine Schwester hatte auch die „Bekenntnisse des Hochstabplers Felix Krull“, wo ich mir vom Namen her, wahrscheinlich etwas anderes vorstellte und nach meiner Matura, schon als Studentin, habe ich den „Zauberberg“, „Lotte in Weimar“ und auch noch einiges mehr gelesen.

Verstanden nicht sehr viel und später habe ich mich mit dem großen Meister nicht mehr beschäftigt, den sollte ich also auch wiederlesen und ezüglich Stefan Zweig habe ich im letzten Jahr die Frage geklärt, ob der jetzt ein großer Schriftsteller ist.

Für mich ist er es was „Die Welt von Gestern“ und die Novellen, da zum Beispiel auch das „Brennende Geheimnis“ oder „Die Gouvernante“ betrifft und für das Publkum wahrscheinlich auch, sonst wäre es nicht in Scharen gekommen, aber vielleicht waren es auch die drei Herren am Podium, die es anlockte, Franz Zeder sagte ja in seiner Eileitung launig, das die Herrengasse ein geeeingeterer Ort, als beispielsweise das Literaturhaus wäre, denn drei Herren am Podium, zwei Herren im Briefwechsel, die Frauen waren dann eher im Publikum und Ulrich Weinzierl dokumentierte genauso launig, die von Manfred Müller vorgelesenen Stellen.

Da begann es gleich mit dem Jahr 1917, da war der Krieg und da hat Stefan Zweig ja ein Stück geschrieben, das in Zürich, glaube ich, aufgeführt wurde und Stefan Zweig verehrte den großen Meister Mann sehr, während der laut Ulrich Weinzierl in seinen Tagebüchern etwas anderes, als in den Briefen geschrieben hat.

Es gab dann auch eine Differenz, weil sich Thomas Mann sehr klar von den Nazis distanzierte, die ja in Deutschland schon ab 1933 herrschten, da hat Stefan Zweig noch das Libretto für die „Schweigsame Frau“ geschrieben und sich vom Reichs- oder Generaalmuskdirektor Richard Strauss noch nicht so distanziert, wie er das später tat.

Thomas Mann emigrierte dann in die Schweiz, verlor die deutsche Staatsbürgetrschaft und Stefan Zweig verließ Salzburg, glaube ich, im Februar 1934, weil es da bei ihm  eine Hausdurchsuchung gegeben hat.

Thomas Mann nahm deutlich gegen die Nazis Stellung, Stefan Zweig war da viel konfliktscheuer, wie das ja auch in der „Ungeduld des Herzens“ schön beschrieben wird.

Zum sechzigsten Geburtstag schenkte Zweig Thomas Mann eine Goethe Handschrift und, als es dann zum Selbstmord kam, hat sich Thomas Mann sehr distanziert und dazu keine eindeutige Stellung bezogen, das vielleicht sogar als Flucht oder Feigheit ausgelegt, aber sein Sohn Klaus hat sich auch umgebracht.

„Thomas Mann war der bessere Schriftsteller, Stefan Zweig der bessere Mensch!“, schloß Ulrich Weinzierl launig die Präsentation und forderte dann zum Kauf oder besser Nichtkauf des hundert Euro Werkes auf und ich kann mich was das betrifft nicht so festlegen, ist es ja schon vierzig Jahre her, daß ich Thomas Mann gelesen habe, Stefan Zweig aber erst im letzten Jahr und am Mittwoch ging gleich weiter in der „Gesellschaft“ mit viel Publikum und mit einem Vortrag des Leiters des Salzburger Stefan Zweig Centers Klemens Renoldners, der über das Österreich Bild Zweigs  „Zuletzt noch einmal Österreich“, gesprochen  hat, der im Programm mit den Namen Hoffmannsthal, Kraus, Freud, etcetera angekündigt war, auf die offenbar verwiesen werden sollten

Marianne Gruber hat mit sehr berührenden Worten eingeleitet und der  1953 in Schärding Geborene, der glaube ich, ein Cousin des Andreas Renoldners ist, den ich immer bei den IG Autoren sehe, hat im Wesentlichen den Lebenslauf erzählt, wozu der Schauspieler  Peter Vilnay entsprechenden Textstellen gelesen hat.

Die ersten zwei stammten aus der „Welt von Gestern“, ein Erinnerungsbuch, keine Biografie, wie Klemens Renoldner betonte, was für mich sehr berührend war, zu sehen, daß man sich mit dem Buch den Vortrag ersparen hätte können, denn Stefan Zweig hat schon für sich selbst gesprochen und geschrieben und braucht eigentlich die ganzen Theorien, ob jetzt wahr oder falsch, die sich um sein Leben ranken, nicht.

Sehr beeindruckend, die Einleitung und der Schluß und natürlich interessant von Klemens Renoldner zu hören, daß er das Buch zum größten Teil im Londoner Exil von 1938 bis 1940 geschrieben hat und dazu, als Kontrast kam eine Stelle aus „Brasilien, dem Land der Zukunft“, die meisten werden es nicht kennen, vermutete Klemens Renoldner und sagte noch dazu, daß das Buch nach seinem Erscheinen nicht sehr freundlich aufgenommen wurde, daß es aber auch, als eine Liebeserklärung an die verlorene Heimat Wiens zu verstehen ist.

Dann folgten noch zwei Briefe, einer an Franz Werfel, der da mit seiner Frau Alma nach Kalifornien ins Exil gegangen ist und dort als Dank für seine Rettung „Das Lied von Bernadette“ geschrieben hat und dann den Abschiedbrief, den Zweig, bevor er das Veronal genommen hat auf seinen Schreibtisch liegte:

„Ich grüsse alle meine Freunde, mögen sie die Morgenröte noch sehen nach der langen Nacht! Ich, allzu Ungeduldiger gehe ihnen voraus!“

Peter Vilnay hat das sehr beeidruckend gelesen und den Schlußapplaus auf diese Art und Weise erstickt.

Morgen hält, wie ich in den letzten Tagen in Ö1 ständighören konnte, Klemens Renoldner diesen oder einen anderen Vortrag noch in Salzburg. Er wies auch auf einige neue Tonaufnahmen hin und ich kann allen an meinen Zweig Bild interessierten, meine „Berührungen“ empfehlen.

Ich schicke das Buch gerne zu, vergebe auch Rezensionsexemplare und die Stelle im Himmel, die ich auch beim letzten Volksstimmefest gelesen habe, kann man auch in der Leseprobe lesen und ich lese sie bei der „Amerlinghaus-Benefizveranstaltung“ am 3. März um ungefähr 23 Uhr auch nochmals vor, wo das Buch auch aufliegen wird und man es kaufen kann.

Vor dreißig Jahren

Vor dreißig Jahren ist Andy Warhol gestorben, das ist der in Pittsburgh geborene Künstler und Filmemacher, der mit dem Marilyn Monroe Portrait und den Campbell-Konservendosen berühmt geworden ist, woran ich diese Woche täglich vier Minuten vor sieben erinnert werde, wenn ich die „Gedanken für den Tag“ aufdrehe und mir Johanna Schwanbergs diesbezügliche Gedanken anhöre.

Ansonsten ist die amerikanische Popikone, wie man wahrscheinlich merken kann, ziemlich an mir vorbei gegangen, denn ich war ja ein braves Mädchen und eine schüchterne Studentin, die nach der Hauptschule, die HBLA für wirtschaftliche Frauenberufe in der Strassergasse besuchte, um doch irgendwie zur Matura zur kommen, nicht um kochen oder Hauswirtschaft zu lernen und habe dort zwei Jahre davor beschlossen, nachher Psychologie zu studieren und zu schreiben und während ich das tat, zuerst noch bei meinen Eltern in der Wattgasse, später in der von meiner Freundin Elfi übernommenen Wohnung in der Otto Bauergasse, bin ich einmal in die Woche in die Oper gegangen, habe mir Verdi angehört, bin vorübergehend zum Wagner Fan geworden, das heißt ich, mag ihn noch immer und halte den „Parzifal“ für eine tolle Oper und den „Ring“ und die „Meistersinger“ und die amerikanische Popmusik, die damals in aller Munde war, ist genauso an mir vorbeigegangen, wie Andy Warhol etcetera, was ich 2003, als ich  beim Ö1- Quiz in Graz antrat, schmerzlich merken konnte, weil ich die Popikonen, die inzwischen bis Ö1 vorgedrungen waren, nicht kannte, was mir zwar egal ist, aber inzwischen wahrscheinlich zur Allgemeinbildung gehört, aber die besteht bei mir zu neunzig Prozent aus Literatur.

Das heißt, ein bißchen Crossover ist auch dabei, so war ich am Montag zum Beispiel mit dem Alfred im Musikverein und habe mir dort spanische Renaissancemusik aus dem fünfzehnten Jahrhundert mit dem Clemencic Concort angehört und bin gestern nach der Veranstaltung in der Herrengasse zum fünfundsiebzigsten Todestag von Stefan Zweig noch kurz in die Albertina hineingegangen, weil man sich dort die Vernissage von Egon Schieles Kinderaktzeichnungen und Blumenbilder ansehen konnte.

Aber ich wollte von Andy Wahrhol erzählen oder dem, was ich vor dreißig Jahren gemacht habe, als Andy Warhol starb, da war die Anna fast drei Jahre alt und ich noch Assistentin an der II. HNOKlinik an der Sprachambualz, habe mich aber, glaube ich, schon entschlossen gehabt, den Zweijahresvertrag meiner Halbtagsstelle nicht zu verlängern und in die freie Praxis zu gehen, was ich ab Mai dann machte.

Da war der dritte Geburtstag der Anna, die damals in die Kindergruppe Spatzennest in die freie Schule Hofmühlgasse ging, schon gefeiert. Wir haben in der Gumpendorferstraße gewohnt, meine erste Praxis war in der Otto Bauergasse. Ich habe versucht mir ein paar Klientin von der Klinik mitzunehmen, habe Arztaussendungen gemacht, Spielzeugfirmen angeschrieben und von „Matador“  eine riesige Kiste mit Matadorteilen und einen dazupassenden Tisch bekommen und als ich mit den ersten Klienten anfangen wollte, sind bei der Anna die Masern ausgebrochen, die in der Kindergruppe, das gab es damals noch, herumgegangen sind.

Der Alfred, der mich vertreten sollte, ist zu spät gekommen und als ich ein paar Minuten nach der vereinbarten Stunde in die Otto Bauergasse gekommen bin, waren die Klienten schon weg.

Inzwischen habe ich dreimal meine Praxis gewechselt, bin nach dem Zwischenspiel wohnen in Harland,  Praxis in der Gumpendorferstraße und dazwischen meinen diabetischen Vater betreuen und Insulin spritzen, zuerst in die Reinprechtsdorferstraße gegangen mit Wohnung in der Gumpendorferstraße.

Nach dem Tod meines Vater habe ich mir die Wohnung in der Krongasse gekauft wo beides zusammen ist, habe jetzt die zwei Kassenverträge die es gibt, den für Psychodiagnostik und den WGPV-Psychotherapievertrag und mache gelegentlich noch eine KAV-Supervision, sonst nicht mehr sehr viel psychologisch-therpautiscesh, keinen Psycholgoie- oder Kommunikationsunterricht in Krankenpflegeschulen mehr, beispielsweise, wie ich das früher sehr viel machte, dafür schreibe ich aber viel und blogge und geschrieben habe ich auch schon vor dreißig Jahren, denn da hätte die freie Praxis in die ich damals gegangen bin, auch eine literarische sein können.

Geschrieben habe ich damals, es war ja die Waldheim-Zeit, die Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“, eine Fortsetzung der „U-Bahngeschichten“, die damals, ich wurde 1987 beim zweiten Versuch in die GAV aufgenommen, wo damals Josef Haslinger Generalsekretär war und Ernst Jandl Präsident, wenn ich mich nicht irre, in das „Wespennest“ kam.

Geschrieben habe ich damals noch viel in Kaffeehäusern, im Cafe Jelinek, in der Otto Bauergasse beispielsweise oder auch im Sperl, wenn die Anna in der Kindergruppe war und ich keine Stunden hatte.

Meine ersten Lesungen in der „Alten Schmiede“ habe ich schon gehabt, da hatte ich ja von 1996 bis 1999 glaube ich jedes Jahr einen Termin bei „Textvorstellungen,“ noch im zweiten Stock, wo man durch den Hof durchgehen mußte und Herbert J. Wimmer moderierte.

„Die Gasse oder Marthas Wohnungen“, wo ich die Otto Bauergasse beschrieben habe, war, glaube ich, meine erste Lesung und nach „Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt“ habe ich  bald begonnen meine Klinikerlebnisse in den „Hierarchien“ aufzuarbeiten, die dann, 1990 oder so glaube ich war das, wir sind schon von Harland nach Wien gependelt, in Jacks Unterwegers „Edition Wortbrücke“ erschienen sind.

Mein erstes Buch in einem Klein-Kleinstverlag. Texte in Anthologie und Zeitschriften hatte ich damals mehrere, denn ich habe sehr viel ausgeschickt und habe mich auch noch, um Stipendien beworben, bevor ich es  ab 2000 selber machte und seit 2008 regelmäßig mein literarisches Leben im „Literaturgeflüster“ blogge.

In Literarische Veranstaltungen bin ich schon damals sehr viel und regelmäßig gegangen, jetzt tue ich es schon bezüglich des „Geflüsters“ genauer und systematischer und vor allem schreibe ich alles auf, so daß man in meinem Archiv, glaube ich, ein sehr genaues Bild des literarischen Lebens Wiens, der letzten fast neun Jahre bekommen kann.

Ich höre inzwischen nur mehr Ö1, damals habe ich, glaube ich, noch manchmal „Radio-Wien“,  Radio-Niederösterreich“ oder „Ö3“ gehört, gehe nicht mehr in die Oper, bleibe aber manchmal, wenn ich von der „Alten Schmiede“ komme, am Krarjan-Platz stehe und schaue mir das Ende der Übertragung an, die es jetzt ja gibt, kaum ins Theater, gelegentlich wenn ich die Karten gewinne, in ein Konzert und, wie schon erwähnt, sehr viel und sehr systematisch zu literarischen Veranstaltungen.

Ich lese, glaube ich, auch viel mehr als früher, damals habe ich mich an das Prinzip, ein Buch pro Woche gehalten und habe, glaube ich, gerade aufgehört mirBücher zum Normalpreis, was ich, als Studentin sehr viel tat, zu kaufen. Den Abverkaufskisten bin ich damals, glaube ich, schon treu gewesen,  Gratisbücher hat es  noch keine gegeben.

Da waren die Ersten, glaube ich, die der „Libro-Bestselleraktion“, aber da war ich schon in der Krongasse.

Dann hat mich Edith Brocza einmal in den Kistenwühlen lassen, die der Buchhändler ihres Hauses, als er sein Geschäft schloß, ihr ins Erdgechoß stellte.

Dann kamen die Büchertürme der „Literatur im März“ und bei „Thalia“ gab es eine Zeitlang Leserrezensionen, wo man, wenn sie sie nahmen, einen zehn Eurogutschein, eigentlich sehr mikrig, dafür bekam und dann habe ich schon angefangen zu flüstern und die Bücherschränke, diesowohl meine Buchbestände als auch mein Leseverhalten enorm vermehrten, hat es ab 2010 auch gegeben.

Ab 200o gab es mein erstes selbstgemachtes Buch, die „Wiener Verhältnisse,“, jetzt warte ich schon auf mein zweiundvierzigstes, die Kroatiengeschichte „Claire-Klara-Clarisse„, die morgen kommen soll.

Der Alfred hat mich schon ermahnt, dafür Platz in meinen Bücherregalen zu schaffen und an dem dreiundvierzigsten dem „Frühstück“ krorrigiere ich gerade, während ich für das vierundvierzigste, was wieder eine Art Blogroman werden könnte, schon die ersten Notizen sammle und dazwischen höre ich am Morgen vor dem Aufstehen und bevor ich zum Lesen in die Badewanne steige, Johannas Schwanbergs Gedanken zu Andy Warhols dreißigsten Todestag, weree bald Annas dreiunddreißigsten Geburtstag feiern, die inzwischen mit Freund und Hund nach Harland, in das Haus übersiedelt ist, das ihr Harlander Großvater 2007 für die zu bauen angefangen hat, der Ende 2012 gestorben ist.

Ich habe in „Und trotzdem“ darüber geschrieben, ein Hund namens Ouzo kommet in den „Sommergeschichten“ vor. Da geht es auch, um eine Sommerfrische in Harland bei St. Pölten und Alfreds Mutter war vor kurzem im Spital und hat jetzt  eine Heimhilfe, die jeden Morgen eine Stunde zu ihr kommt und ihr beim Aufstehen hilft.

So fließt alles dahin und ändert sich das Leben, Stefan Zweig hat sich vor fünfundsiebzig Jahren umgebracht und ich habe in der letzten Zeit zwei sehr interessante Debutromane gelesen und habe auch einiges andere auf meiner überlangen Leseliste, was schon auf mich wartet.

2017-02-21

Herr Brechbühl sucht eine Katze

Mit den Häusern beziehungsweise, dem anonymen oder doch vielleicht doch nicht so anonymen Wohnen in einer soolchen  Hochhaus- oder Genossenschaftsanlage geht es gleich weiter und nach dem Realsozialismus der Neunzehnhundertsiebzigerjahre, dem modernen Debutantensurrealismus und den Geistern von Berlin geht es zum Crowdfunding und, wie es auf den Verlagsaussendungen heißt, zu dem sensationellsten, experimentellesten Romanprojekt des Jahres, etcetera

Und mit diesen Alternativen zu den herkömmlichen Verlagsprodukten beschäftige ich mich ja seit einiger Zeit und da gibt es auch einige solche.

So hat Tilmann Rammstedt mit „Morgen mehr“ vor einem Jahr mit „Hanser“ ein Crowdfunding-Projekt gestartet, das im letzten Mai auch als Buch erschienen ist und jetzt auf meinem Badezimmerstapel liegt und Jaqueline Vellguth, die „Schriftsteller-de-Schreibwerkstättengründerin“, hat im Vorjahr ein anderes, vielleicht genauso interessantes Projekt, wenn auch auf der Selfpublisherseite gelegenes, gestartet, in dem sie zwölf Bücher in einem Jahr geschrieben und veröffentlicht hat und da bin ich vielleicht schon bei den Blogromanen und da habe ich auch einen geschrieben oder nein, ich habe 2015 einen Adventkalenderschreiben wollen, das im November im Rahmen des „Nanorimos“ getan und weil ich diese Idee schon ein paar Jahre mit mir herumgetragen habe, gab es im Monat Dezember in meinem Blog auch schon mal ein paar diesbezügliche Artikel.

2016 war das Buch fertig und ich habe dann immer im Dezember auf die entsprechenden Artikel verlinkt, beziehungsweise, wenn ich Platz für einen Artikel hatte, ein neues Kapitel eingestellt, so daß es im Dezember einmal den ganzen Roman, den man auch als Buch beim ir kaufen kann, im Blog geben wird.

Ist das ein sensationelles Projekt?

Wahrscheinlich nicht, ich bin aber auch keine die mit ihrem „Literaturgeflüster“ Aufsehen erregt, ganz im Gegenteil, manche halten meine Rechtschreibfehler und Flüchtigkeiten sogar für das Schlechteste was sie jemals gelesen haben und übersehen dabei vielleicht das ennorme Archiv das es über die letzten Jahre des vorwiegenden Wiener Literaturleben bei mir gibt oder es interessiert sie einfach nicht.

Aber ich wollte von Tim Krohn und seinem sensationellen Projekt erzählen, auf das mich „Galiani“ aufmerksam gemacht hatte, in dessen Verteiler ich bin, seit ich im letzten August bei „KIWi“ anfragte, ob ich die LLs für mein Buchpreisblogprojekt als Rezensionsexemplare haben kann.

Der 1965 geborene Tim Krohn, von dem ich höchstens, glaube ich, den Namen kannte, ist ein 1965 geborener Schweizer Autor und lebt in einem schönen alten Bauernhaus.

Dann wurde seine Mutter krank oder pflegebedürftig und er wollte sie zu sich nehmen, aber im Erdgeschoß gab es kein Bad. Geld eines einzubauen war nicht da. So kam es zu der Idee mit dem Crowdfundig und Tim Krohn sammelte, glaube ich, ersteinmal die menschlichen Gefühle oder „Regungen“, wie er es nannte, und bot dann seinen Lesern an, sich eines herauszusuchen, noch ein bis drei persönliche Worte dazu beizusteuern, zweihundertfünfzig Franken oder einen anderen Betrag nach Wunsch einzuzahlen und er setzt sich hin, schreibt eine Geschichte dazu und nimmt sie am Abend noch für den Eigentümer auf.

Wenn ich das mache oder bei meinen Gewinnspielen drei Fragen bezüglich des neuen Buches stelle, wo man es gewinnen kann, rüht sich kein Schwein.

Tim Krohn hatte flugs das Geld, das Bad, aber auch den Auftrag jetzt hundertdreißig Geschichten zu schreiben. Was er auch tat und weil er bei „Galiani“ anfragte, gibt es jetzt den ersten Band der „Menschlichen Regungen“, nämlich „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ mit den ersten fünfundsechzig Geschichten. Band zwei soll noch im Sommer, der dritte Band im Frühling folgen und weil die Liste, glaube ich, noch mehr Gefühle aufzuweisen hat, kann man sich  auch noch Geschichten kaufen.

Das ist, möchte ich, ganz vorsichtig anmerken ist auch nicht ganz so neu, Richard Weihs tut das schon seit Jahren mit seinen „Wunschgedichten“ bei den „Wilden Worten“ und nennt das Kundenanbindung, damit die Leute auch im nächsten Monat ins Amerlinghaus kommen, um sich ihr Gedicht anzuhören.

Er schickt es allerdings auch schon vorher via Mail aus und man muß nichts dafür bezahlen und so gibt es in meinen Büchern merke ich auch noch kurz an, bevor ich zu den Häusern und zu Herrn Brechbühl komme, in meinen  zwei schöne Wunschgedichte, ein paar andere gibt es auch, denn ich gehe ja ziemlich regelmäßig zu den „Wilden Worten“ und wünsche mir dann auch immer Gedichte und bei meinem jetztigen „Work in Progress“ hat er mir sogar den Beschreibungstext, um den ich sonst ja sehr betteln muß und oft Absagen bekomme, gemacht und auch erklärt, was es mit dem Bibliotheksgespenst auf sich hat.

Aber was hat das Ganze jetzt mit den Häusern zu tun?

Ganz einfach, denn Timm Krohn ist auf die Idee gekommen, das Ganz in Züprich in einem Genossenschaftshaus spielen zu lassen.

Es gibt elf Bewohner, die dort leben, beziehungsweise von denen die Geschichten erzählen. Das Ganze beginnt in der Silvesternacht 2000, also eigentlich schon lange her, und die Herren, die drei Bs, die damals die Welt beherrschten, Bush, Berlusconi, Blocher sind vielleicht gar nicht mehr so mächtig, interessant, denn in meinen Work on Progress, schreibe ich ja die „Die Viertagebuchfrau“ um oder neu, weil, die ja schon 2000 spielt und jedes Kapitel, das Buch  hat, wie schon erwähnt fünfundsechzig, beginnt mit einem der Gefühle, die von „Aalglätte“ bis „Zynismus“ gehen  und am Ende des Bandes gibt es eine Liste mit den Namen der Käufer und die Personen, die in dem Biuch vorkommen, wurden auch in einem kostenlosen E-Book, mit dem Übertitel „Menschliche Regungen“, das ich mir vorige Woche hochladen konnte, aber eigentlich nur eine erweiterte Inhaltsangabe ist, vorgestellt.

Wer lebt nun in den Haus?

Da ist nun einmal der Namensgeber Hubert Brechbühl, das ist ein frühpensionierter Tramschaffner, der hat zu Beginn des Buches einen Traum, ich merke vielleicht noch an, daß mich, die ich ja auch schon einmal daran dachte, mit so einer Wortliste einen Roman zu schreiben, interessiert, wann Tim Kröhn, die Idee hatte, aus dem Ganzen einen Roman, beziehungsweise eine Serie zu machen, beziehungsweise, daß man diese Absichtsloigkeit dem Buch vielleicht anmerken kann.

Nun Herr Brechbühl hat am Anfang einen Traum, dann gehts aber gleich zu Julia bezihungsweise zu Mona. Mona ist vier oder fnf, die Tochter der alleinerziehenden Lektorin namens Julia, dann gibt es noch die arbeitslose Schauspielerin Selina, die hat eine Theraterratte namens Malkovic. Die stirbt gleich zu Beginn und damit Mona, die nebenbei erwähnt, ziemlich verwöhnt oder auch verzogen ist, nicht traurig wird, verspricht ihr Julia eine Katze.

Aber die kann sie nicht in ihrer Wohnung haben, so läutet die Kleine bei Herrn Brechbühl an und sagt, er soll mit ihr die Wohnung tauschen.

Das ist vielleicht die Rahmenhandlung, die die Geschichte zusammenhält. Es gibt aber noch mehr Bewohner.

Pit und Petzi, zwei Studentien, so um die zwanzig, die im ersten Semester studieren, sich aber eigentlich die ganze Zeit durchvögeln, was in dem hellhörigen Haus, die ganze Beohnerschaft mitbekommt.

Es gibt in dem Haus auch eine strenge Hausordnung und keine eigenen Waschmaschinen, so muß man die gemeinschatlichen benützen, das führt zu Streit und zu Unstimmigkeiten.Trotzdem gibt es in dem Haus aber eine sehr optismistische Verbundenheit, das ist vielleicht das Gegenstück zur Isolation, die Ingeborg Drewitz in ihrem „Hochzaus“ zeigt.

Man könnte vielleicht sagen, die Gefühle halten die Hausgemeischaft zusammen und vieles ist auch originell und ungewöhnlich, einiges alltäglich menschlich.

So leben auch Gerda und Erich Wyss, ein über achtzigjähriges Ehepaar in dem Haus. Er pflegt sie, aber als der Enkel, der in Berlin lebt, bei seinem Chef Geld veruntreut und das dann auch noch im Casino verspielt, fährt der alte Erich nach Konstanz, um es mit seinem System zurückzugewinnen. Er verliert natürlich und schlägt auch noch eine Fensterscheibe ein und als der Filmregisseur, der die Schauspielerin Selina für einen Film über aktive Sterbehilfe engagieren will, sie besuchen kommt, aber nicht findet, säuft er mit dem alten Ehepaar die Nachtlang durch, was dazu führt, daß Erich am nächsten Morgen über die Stiege fällt, ins Krankenhaus muß und sich fortan Sorgen über das betreute Wohnen macht.

Es gibt aber noch ein Gastarbeiterpaar, Adamo ein Italiener mit seiner Frau Efgenia.Er ist Rettungsfahrer, sie hat einen kaputten Rücken und ist deshalb eine Ungustelin.

Das heißt, sie stört die Waschordnung, grantelt alle an und als Adamo, um sie aufzuheitern einen Aprilscherz macht, sagt, sie soll den Hausmeister für einige Zeit vertreten, beginnt das Ganze zu kippen. Sie tut das nämlich mit Feuereifer, obwohl sie das gar nicht dürfte, braucht für ihren Rücken, aber Morphium, das er dann aus Liebe für sie entwendet. Schließlich kommt sie doch zu ihrer Operation, er aber, um den Job und und…

Man sieht, glaube ich, ganz gut, wie es läuft und Herr Brechbühl, um wieder zu ihm zurückzukehren, muß auch schmerzlich erfahren, daß man ihn gar nicht mehr so braucht, wie er glaubte.

So freundet er sich mit einer esoterischen Buchhändlerin an, macht vielleicht eine Liebe, die wir möglicherweise in Band zwei oder drei weiterverfolgen können und sucht im ganzen Buch eine Katze?

Nun eigentlich tut er das nicht wirklich, das ist ja Monas Idee. Trotzdem gibt es einen Carusu, das ist der Kater des Stammwirtens, der eine Rolle spielt und Mona liegt mit Moritz, das ist noch hein Student, der im Haus wohnt, auf der Lauer, um eine angeblich öfter das Haus besuchende Katze zu finden, den dicken Carusu, den Herr Brechbühl vorübergehend für sie einqaurteirte, will das verwöhnte Fräulein aber nicht und die alleinerziehende Julia hat mit ihrem Verlag Sorgen, weil sie Mona immer vom Hort abholen muß und ihr Chef, sie deshalb immer kündigen will oder ihr die Praktikantinnen, als mögliche Nachfolgerinnen vor die Nase setzt.

Ein interessantes Projekt, ob wirklich so sensationell, wie vom Verlag angekündigt, wird sich zeigen, wie es bei den Bloggern oder in den Buchhandlungen aufgenommen wird, auf die nächste Longlist kommt, den Schweizer Buchpreis macht, etcetera…

Im Sommer gibt es  jedenfalls den nächsten Band „Erich Wyss übt den freien Fall“, der dann von „Julia Sommer sät aus“, im nächsten Frühling gefolgt wird.

Ich  fand es, wie schon erwähnt, besonders spannend, in ein paar Tagen einen ganzen Reigen von neuen oder auch alten hochhausbücher  gelesen zu haben und es war höchst interessant, sie nebeneinanderzustellen, beziehungsweise untereinander zu vergleichen.

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