Literaturgefluester

2017-02-01

Biografien

In der „Gesellschaft für Literatur“ gibt es eine neue Gesprächsreihe in der man sich den literarischen Biografien annähern will und die ersten zwei Gäste, zwei bekannte Persönlichkeiten des Wiener Literaturbetriebs, Daniela Strigl und Klaus Nüchtern, beide Staatspreisträger für Literaturkritik und ehemaligen „Bachmann-Juroren“ haben im letzten Jahr eine solche geschrieben.

Das heißt Daniela Strigl hat sich mit „Berühmt sein ist nichts“ Marie von Ebner-Eschenbach angenähert, deren vierteilige Werkreihe sie ja beim „Residenz-Verlag“ auch mitherausgegeben hat.

Beim „Falter-Redaktuer“ Klaus Nüchtern ist das anders, der hat zum sechzigsten Todestg von Heimito von Doderer keine Biografie, sondern Essays geschrieben mit denen er sich dem „Kontinent-Doderer“ angenähert hat.

Sagte er zumindestens und beide Autoren erwähnten im Gespräch mit Manfred Müller, was mich ein wenig erstaunte, daß sie die Daistanz zu ihren Autoren gebraucht hätten und Daniela Strigl meinte noch, daß es in der Germanistenwelt, als unwürdig gilt sich mit der Biografie zu befassen, während die Leser vielleicht nach ihr greifen, um sich das Werk zu ersparen, wie das Publikum kritisch unkte, was von Manfred Müller widersprochen wurde.

Nun für die Psychologin ist die Biografie und das Leben wichtig und ich lese bei Büchern, als erstens den Lebenslauf und fluche, wenn ich, wie bei älteren Büchern üblich, den nicht finde und da habe ich, weil ich kein Literaturlexikon besitze, zu Zeiten wo es noch kein „Wikipedia“ gab, schon manche Verrenkungen gemacht, nämlich mir von Konstanze Fliedl etwas über Vicki Baum und von Eleonore Zuzak über Adrienne Thomas schicken lassen und habe den „Nachtigallenzyklus“ des Ulrich Becher auch lang liegen lassen, weil ich noch nichts von der Biografie des Autors wußte und, um vielleicht wieder einmal ganz eitel bei mir zu beginnen, richtige Biografien lese ich eher weniger, habe aber kürzlich, die von Hans Fallada gelesen, aber da hatte ich mich mich schon vorher durch das Werk gewühlt, dann aber sofort nach der Neuerscheinung gegriffen beziehungsweise die mir schicken lassen und von der Ebner Eschenbach habe ich, glaube ich, außer Band II der Werkausgabe, noch nicht sehr viel gelesen, höchstens den „Muff“ in der Schule.

„Das Gemeindekind“ habe ich in meinen Regalen, inzwischen, wie ich fürchte von meiner Leseliste aber wieder hinuntergenommen und „Kontinent Doderer“  mir zum letzten Geburtstag schenken lassen, nach dem ich im Vorjahr, da ich da ja meine Protagnostien sowohl ein Stück über ihn schreiben ließt, als ihn auch mit Stefan Zweig in den Himmel schickte, sowohl das „Doderer Buch“ als auch die „Wasserfälle „ und die „Merowinger“ wieder gelesen habe und da habe ich mich natürlich auch mit Zweig beschäftigt, den Film über seine letzten Jahre gesehen, die „Welt von gestern“ seine wenn man so will, Autobiografie wieder gelesen und mir auch die „Arte Dokumentation“ mehrfach angewchaut. Biografie habe ich  keine gelesen, würde aber Volker Weidermanns Buch „Ostende“ gerne finden.

Nun gut, zwei Biografien und zwei Biografen am Tisch der „Gesellschaft für Literatur“ und Manfred Müller stellte viele Fragen, von denen ich einige Antworten  schon wußte, war ich im letzten Jahr bei mehreren Ebner Eschenbach Veranstaltungen mit Daniela Strigl aber auch bei der Vorlesung von Ruth Klüger und beim Doderer Symposium im Herbst in der „Gesellschaft“ bin ich auch gewesen, sowie im Literaturmuseum.

Beide Autoren wurden, glaube ich, von den Verlagen zu den runden Sterbetagen zum Schreiben aufgefordert und beiden meinten sie hätten eigentlich nur wenig Zeit dazu gehabt.

Daniela Strigl meinte noch sie hätte sich eher klassisch an das Biografieschreiben gemacht und würde das wegen der oben erwähnten Distanz eigentlich nicht so wollen, hat sich aber in ihrer Dissertation oder Habilitation mit Theodor Kramer beschäftigt und zum achtzigsten Geburtstag, die Haushofer Biografie geschrieben, ein Buch,d as ich im „Radio Kultur Cafe“ einmal gewonnen habe, obwohl ich bei demQ iiz den es damals gab, gar nicht soviel wußte, beziehungsweise mir von einem Herrn helfen ließ, der mir das Buch dann auch überließ.

Die Ebner Eschenbach Biografie ist  nicht mehr zu mir gekommen und in der Diskussion ging es wieder, um das Entstauben, beziehungsweise um das Frauenbild und zu der Frage, ob die Ebner Eschenbach wirklich das gütige liebe Muttchen gewesen ist oder nicht doch eine scharfsinnige, sozialkritische, feministische Frau, die einmal der weibliche Shakespeare werden wollte, von ihrer adeligen Familie aber sehr behindert wurde?

Und Doderer war zumindest Klaus Nüchtern nicht sehr sympathisch, weil sehr widersprüchig und sperrig und in dem Stück, das er aus dem Buch las, merkte man auch seine Ironie beziehungsweise Zynismus, das wurde auch  von Manfred Müller so angesprochen.

Daniela Strigl merkte noch an, daß das Biografienschreiben ihr Wissen über die Autorin erweitert hätte, so hat sie sich durch Novellen gelesen von denen sie keine Ahnung hatte und da kann ich gleich anmerken, daß das bei mir bezüglich Stefan Zweig, den ich ja in den „Berührungen“ verarbeitet habe, auch so gewesen ist.

Jetzt weiß ich er war ein guter Schriftsteller, zumindest, was die „Welt von Gestern“ und seine Novellen betrifft. Bei der „Ungeduld des Herzens“ trifft das auch so zu, bei seinen Biografien und beim Brasilien Buch bin ich mir nicht so sicher, das waren vielleicht auch Auftragsarbeiten.

Aer durch meine Romanarbeit bin ich ihm nähergekommen, bei Doderer war das nicht ganz so, aber da hatte ich die Bücher ja schon gelesen und mein „liebstes Buch“ ist immer noch die „Dämonen“, das ich aus Zeitgründen nicht nochmals gelesen habe, das tue ich ja nur sehr selten und obwohl es von Klaus Nüchtern, glaube ich, eher an letzter Stelle gereiht wurde.

Er meinte, man sollte mit den „Mord den jeder begeht“ beginnen, sein liebstes Buch sind glaube ich „Die Wasserfälle von Slunj“.

Das Bild davon hängt in der Gesellschaft und stammt aus Doderers Besitz und Doderer hat zur Eröffnung der „Gesellschaft für Literatur“ aus den damals noch unveröffentlichten „Merowingern“ gelesen, während Erika Pluhar etwas von der Ebner-Eschenbach las.

Klaus Nüchtern empfahl bezüglich Ebner Eschenbach das „Gemeindekind“, sollte ich vielleicht lesen und „Bozena“ und ich bin jetzt gespannt, welche Biografien, als nächstes in der „Gesellschaft“ besprochen werden und würde da die von Peter Walter über Rudolf Dietzen sehr empfehlen.

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