Literaturgefluester

2017-02-05

Urlaub mit dem Bananenblatt

Das „Bananenblatt“ ist eine vierteljährlich erscheinende Zeitschrift des „Holzbaum-Verlags“, der mir seine Erscheinungen ja immer so getreulich schickt und weil die diesmalige Ausgabe das Thema „Urlaub spezial“  hat, habe ich, da sich der Alfred derzeit für seine große Amerikareise rüstet, ich selbst bin ja ein Reisemuffel, obwohl ich öfter über das Reisen schreibe und auch zu diesbezüglichen Veranstaltungen gehe, das Heft einmal angefragt und wurde, das kann ich gleich berichten überrascht, denn ums Reisen oder auch den Urlaub geht es in dem Heft sehr wenig oder über Umwegen doch ein wenig, ist das Heft doch eigentlich eine Rundschau durch den Verlag und im Urlaub hat man ja Zeit und kann sich da recht gut die Publikationen aus dem „Holzbaum-Verlag“ geben, die ja, weil sie meistens aus Cartons bestehen, auch sehr schnell zu lesen sind.

Also nehme ich mir die Zeit, obwohl ich gerade keinen Urlaub habe und meine Steuererklärung machen muß und blättere mich durch das Heft, beziehungsweise durch den „Holzbaum-Verlag“ und da fängt es gleich mit einem Vorwort an.

„Sie fragen sich vielleicht“, steht da zu lesen: „Wie glaubwürdig kann eine Redaktion schon sein, die in ihrer Arbeitszeit über Urlaub schreibt?“ Und schließt mit dem Satz „Und wir, wir machen jetzt mal Urlaub, nach dem  ganzen Streß!“

Vorher hat sie aber das Inhaltsverzeichnis gemacht und da gibt es von Seite vier bis dreiundzwanzig „Urlaub spezial“ und dann weiter bis Seite dreißig mit „als redaktionelle Beiträge getarnte Werbeseiten.

Ich denke, die gibt es auch schon vorher, gibt es da ja Leseproben aus dem „Unnützen HamburgWissen“, „Bilder aus dem „Wien in leiwanden Grafiken Kalender“, „Cartoons for the Road“ von Till Mette, ein Buch, das ich noch nicht kenne, eine Leseprobe aus „Wunderland Korrekturland“ und Cartoons von Dorte Landschulz, Jean La Fleur, Michael Dufek, Martin Zak, Teja Fischer und Uwe Krumbiegel, bewährte  „Holzbaum-Cartoonisten“ gibt es auch.

Zuerst gibt es aber unter dem Titel „Zum Sterben in der Schweiz“ von dem Kabaretisten Renato Kaiser eine Antwort auf die Frage, ob es stimmt, daß die Schweizer Seen mit Schokolade gefüllt sind?“

Stimmt natürlich nicht oder doch vielleicht und man kann bei dem Text  auch ein wenig an die gegenwärtige Flüchtlingssituation  erinnert werden.

Dörte Landschulz zeichnete dann ein Flugzeug, wo der „Captain Muschi“ am cockpit sitzt „Hihi „Muschi“, was ein lustiger Name für einen Piloten“, sich da die Passagiere denken.

Und man erkennt gleich an den Augen, ob die Touristin Ski Urlaub oder Urlaub in Saudiarabien machte, wenn man weiter zum nächsten Cartoon geht.

Werbung auf die literarischen Cartoon und an das „Grope Cartoonsutra“, die „liebste Witzvorlagen für Hug Hefner gibt es zwischendurch immer auch.

Und nun gleich zu den „Wien-Grafiken“, da kann man erfahren „Wer am Würstelstand „A Eitrige mid an Burgl und an Sechzehna Blech bestellt“ oder „Wann die Wiener ihre Weihnachtsgeschenke kaufen?“

Die „Cartoons for the Road“ die noch zu mir kommen müssten, sind in Englisch geschrieben. Na klar, das braucht man bevorzugt auf seinen Reisen und da klopft der Tod beispielsweise an der Tür einer schönen Villa und das Hausmädchen erklärt „Dr. Lippincott is not receiving visitors. He is ill!“.

Ob das den Gevatter wohl abhalten kann?

Das „Wunderland Korrekturland“ passt da wohl genausowenig zum Thema, aber der „Holzbaum-Verlag“ ist ja sehr satirisch, was also auch für seinen Werbeträger gilt und man erfährt am Ende des Heftes auch, daß man es sowohl online, als auch mit der altmodischen Postkarte zum Ausschneiden bestellen kann, dafür gibts auch eine Abopräme und kann zwischen Oliver Ottischs „Kopf hoch“, „Sex mit 45„, meine erste „Holzbaum Publikation und Clemens Haipl „Meine Kindheit in den Bergen“ wählen und da kann ich gleich bedauern, daß es früher bei „Holzbaum“ mehr Literarisches gegeben hat, aber ich bin im Heft ja erst auf Seite neunzehn, wo es „noch eine leiwande Urlaubsgrafik“ gibt und man erfahren kann, wo sich die Leute in „New York am liebsten ungestört am Arsch kratzen“

Die Cartoons von Uwe Krummbiegl kenne ich, glaube ich, auch schon, da sitzt der Schimmwart im „Abenteuer Erlebnisbad“ vor seinem Computer und drückt genüßlich grinsend auf den Knopf der „Haifisch Schleuse“

Und „Liebe Passagiere“ Mit ihrem Flug unterstützen Sie unser Programm zur Wiedereingliederung alkoholabhängiger Piloten“ heißt es dann genauso listig und man sieht schon einen solchen Piloten auf das Flugzeug zumarschieren, aber, wie soll man auch sonst  wieder in die Welt eingegliedert werden?

Wenn ein „Pyromane auf Reisen“ geht, kann er, wenn er vieleicht vergessen hat, „Ein Feuer zu legen“ ganz schön ins Schwitzen kommen.

Und jetzt sind wir schon bei den sonstigen Werbeseiten und da wird auf das Buch von Maximilian Zirkowitsch „Ach Wien“, das ich auch nicht habe, aber beim „Buchquartier- dem Markt der Independent und Kleinverlage“ auf den auch hingewiesen wird, kennenlernte, also bin ich doch nicht die große „Holzbaum-Expertin“ habe mir aber auch das „Unnütze BremerWissen“ in Anbetracht meiner überlangen Leseliste ganz bewußt nicht bestellt, soll man ja nicht so gierig sein, dafür kann ich auf Seite fünfundzwanzig aber erfahren „Welche Speisen man nicht ohne eine Semmel oder ein Stück Brot essen kann“ und was die „häufigsten Unfall-Todesursachen im Jahre 2016 in Österreich waren“.

Dann gibts noch eine Geschichte, die in Dialogform von der Bekehrung eines Ungläubigen zu Gott handelt, was auf dem ersten Blick wahrscheinlich auch nicht viel mit Urlaub zu tun hat oder wieder doch vielleicht, handelt sie ja offenbar in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und dorthin wird ja, wiederhole ich mich, der Alfred demnächst mit dem Karli reisen und ich habe mich ganz genüßlich, durch die Publikationen des „Holzbaums-Verlages“ geblättert, was ja vielleicht auch der Sinn vom Urlaub und vom Reisen ist.

Auf meiner ersten und wahrscheinlich einzigen Lesereise in diesem Jahr bin ich  schon gewesen und weil ich ja vorwiegend an Literatur interessiert bin, hat der „Holzbaum-Verlag“ noch ein paar Tips für mich.

So gibt es beispielsweise am 26. Februar einen „Tagebuch Slam“ im  „Tag“ in der Gumpendorfetrstraße“ und Proben aus den „Besten Wortwitzen der Welt“ gibt es auch und ach richtig auf das Cover hätte ich jetzt fast vergessen.

Das zeigt zwei Goldfische in ihren Gläsern, das eine steht am Meer unter dem Himmel mit der Sonne und dorthin sehnt sich ganz idyllisch das Fischchen, das in seinem viel größeren Glas auf irgendeinem Tischchen steht.

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