Literaturgefluester

2017-02-13

Frauenlesungen in der Alten Schmiede

Ria Endres und Elisabeth Wäger-Häusle, zwei Autorinnennamen, die sich bei mir noch aus Neunzehnhundertsiebziger oder Achtzigerjahren, wahrscheinlich auch in Verbindung mit der „Alten Schmiede“ beziehungsweise der GAV eingeprägt haben und von der 1946 in Bayerisch- Schwaben geborenenen Schriftstellerin und Essayistin Ria Endres habe ich im Schrank „Milena antwortet“ eine fiktive Antwort auf Franz Kafka gefunden und habe vor, es demnächst zu lesen und jetzt wurde ein in der „Bibliothek der Provinz“ erschienener Roman „Fresko ohne Blau“, präsentiert.

Johannes Tröndle, der moderierte, sprach in der Einleitung von nur wenigen Erzähl-oder Prosawerken, vieles sind Hörspiele und Essays und in „Fresko ohne Blau“ geht es in ein Kloster und Internatschule, beziehungsweise zu den letzten Tagen der ehemaligen Direktorin Schwester Assunta, die sich während ihre Kräfte sie verlassen, sowohl in die Vergangenheit zurückbegibt an die Bücher denkt, die sie, um sie  vor den Nazis zu retten, eingraben ließ und die nun einen sogenannten Bücherfriedhof bilden, über den man gehen muß, wenn man in das Kloster will.

Sie verliert auch ihren Glauben oder setzt sich mit dem Tod und dem Sterben auseinander und freundet sich mit der namenlosen sogenannten Bienenschwester an, während zwei Schülerinnen, nachts durch die Fenster klettern, im Keller miteinander kuscheln, Geheimnisse miteinander teilen und sozusagen, wie Ria Endreserläuterte, das Fenster zum Außen bilden.

Im anschließenden Gespräch erzählte die Autorin, daß sie selber einmal in einem Kloster abiturierte und dieses sowohl, als Gefängnis als auch sehr bereichernd empfunden hat. So hat sie sich damals in die Kunst geflüchtet und mit ihrer Deutschlehrerin auch „Warten auf Godot“ gelesen.

Dann gabs diesmal nur eine sehr kurze Pause, Richard Pils, Maria Gornikiewicz, die auch in der „Bibliothek der Provinz“ verlegt und ein mir unbekannter Dichter der vor mir gesessen ist, verschwanden, dafür tauchten die GAV Mitglieder Erika Kronabitter, Waltraud Haas, Lisa Fritsch, Elisabeth Reichart, Kritsta Kempinger, Karin Jahn , Thomas Northoff und und und, die ich zum Teil schön länger nicht mehr gesehen habe, um der  1942 in Rankweil geborenenen Elisabeth Wäger, wie sie sich jetzt, glaube ich, nur noch nennt, die sehr frauenbewegte Texte, wie „Annas Häuser“ geschrieben hat und lange Zeit als Dramaturgin gearbeitet hat, deren Prosastücke „Töchter & andere Bewohner“ seltsamerweise in der „Pen-Edition“ des „Löcker Verlags“ erschienenen ist.

Es sind kurze lyrische prosa Episoden, die von einer schreibenden Tochter, einem Turmzimmer, einem Familienroman und vielen anderen, der Untertitel ist auch „Der Rundgang durch ein privates Office“ handeln, wie Annalena Stabauer, die diesmal moderierte, in ihrer Einleitung erwähnte.

Sehr kurze Sätze, Szenem, Bilderreigen, die von der Mutter und der Tochter handeln, die einen surrealen Roman schreiben möchte, weil sie sich an keinen Familienroman traut, Bild um Bild, Wortwiederholung an Wortwiederholung gereiht: „Die Faust aufs Auge, die Freiheit des Wortes, die kleine Tochter schrumpft ein wenig, ich habe noch nie eine Fledermaus gesehen, ich werde im Dezember alles geregelt haben, ich werde mit dem Korrigieren beginnen und nun bin ich sprachlos“, beendet Elisabeth Wäger ihre Lesung und las dann noch von Annalena Stabauer aufgefordert, ein Gedicht in vorarlbergischen Dialekt, denn einen solchen Gedichtband hat sie auch einmal herausgegeben und ich habe wieder einmal ein schönes Stück Frauenliteratur aus einer frauenbewegten Zeit gehört.

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