Literaturgefluester

2017-03-04

Netzreaktionen

In den letzten Tagen bin ich wieder mit meinem Kritiker Uli zusammengestoßen, mit dem ich vorigen Sommer bezüglich einer meiner „Literaturcafe-Kommentare“  in Kontakt gekommen bin und der sich seither in regelmäßigigen Abständen bei mir meldet.

Denn ich schreibe ja nicht nur sehr viel, genau, konsequent und regelmäßig über  die Veranstaltungen zu denen ich gehe, über die Bücher die ich lese, versuche mir ein Bild über den Literaturbetrieb  und mir meine Meinung daüber zu machen, sondern ich stehe auch ein bißchen mit der Rechtschreibung auf „Kriegsfuß“ oder, wie immer man das ausdrücken will, mache Fall-, Grammatik- und Beistrichfehler, verwende das „s“ auch ein bißchen eigenwillig und wenn man dann noch so viel schreibt, wie ich und in etwa einer Stunde mit dem Bloggen fertig sein will, passieren,  auch Flüchtigkeitsfehler, die ich, wenn ich sie bemerke, natürlich ausbessere.

Halb so schlimm würde ich für mich einmal sagen, denn die Rechtschreibung war mir schon in der Schule egal. Die Frau Professor Friedl hat es geduldig ausgehalten, sie war eine sehr gute Lehrerin und ich habe sehr viel bei ihr gelernt. Der Literaturbetrieb tut das nicht und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich zwar in einigen Jurien war und bin, aber nie ein Stipendium, wohl aber ein paar kleinere Preise bekommen habe und vielleicht auch der, warum meine Bücher seit 2000 von mir selber herausgegeben werden.

Keine ISBN-Nummer haben sie deshalb, weil ich darauf verzichtete und sie mir nicht kaufte und auf meine Bücher auch nicht „Eva-“ oder was immer „Verlag“ daraufschreibe, sondern mir jeweils fünfzig Stück drucken lassen und die inzwischen, wie ich finde eigentlich ganz gut auf meiner Website vermarkte oder präsentiere, je nach dem welches Wort man dafür finden will.

Natürlich leide ich darunter, daß ich den literarischen Einstieg nicht geschafft habe, denn ich schreibe ja schon sehr lang und sehr viel und so viel schlechter bin ich abgesehen, von den oben erwähnten Eigenheiten, glaube ich, nicht. Vielleicht zu wenig abgehoben, nicht experimentell, sondern realistisch, nun gut ist eben so.

Über vierzig selbstgemachte Bücher sind auf diese Art und Weise trotzdem entstanden und seit Juli 2008 fast dreitausend Blogartikel im „Literaturgeflüster.“

2943, um genau sein und das soll man ja, wie meine Kritiker meinen und keine Unwahrheiten verbreiten, also soviele und wenn es, der dreitausendste sein wird, wird es darüber einen Blogartikel und vielleicht auch ein Gewinnspiel geben.

Mir ist und das habe ich, glaube ich, schon oft geschrieben, mein Blog sehr wichtig, denn ich betrachte ihn für eine gute Möglichkeit mich und mein literarisches Leben, egal, wie erfolgreich ich damit bin oder nicht, zu präsentieren.

Das und meine selbstgemachten Bücher sind meine Nische und dann gehe ich noch Tag zu Tag zu Literaturveranstaltungen,  versuche mich hier umfassend auszukennen und mein Wissen entsprechend wiederzugeben und zu flüstern.

Flüstern ja und nicht plappern! So heißt mein Blog. Das ist mir eingefallen, als ich ich 2008 einen Namen für ihn suchte  „Eva Jancaks Literaturgeflüster“ wollte ich ihn nennen und Ilse Kilic, der ich sehr bald davon erzählte, hat ihn auch eine leichte und lockere Art über Literatur zu plaudern genannt und mich 2010 zu einer Blogpräsentation ins Amerlinghaus eingeladen.

Das ist es, was ich will und weshalb ich die Möglichkeiten sich im Netz zu präsentieren für genauso gut halte, wie seine Bücher selbst herauszugeben, wenn es mit den Verlagen nicht klappt.

Denn natürlich wäre ich gerne bei „Hanser“, „Fischer“ etcetera. Aber wenn das nicht geht, mache ich es selbst und kann auch auf meinen Blog darüber schreiben und mich präsentieren. So einfach ist das.

Ja und nein, denn das kann nicht nur ich, das kann jeder und einige nützen das auch und so ist die Möglichkeit sich im Netz zu verbreiten, riesengroß. Aber man geht auch leicht verloren, bleibt unbeachtet oder setzt sich Angriffen aus, weil es auch Kritiker, Trolle, Spamer, Glaubenskrieger oder was immer gibt, die die Möglichkeiten des Netzes auf ihre Art und Weise nützen.

Ich hatte in den fast neun Jahren seit ich blogge, drei Personen, die mir über eine kurze oder längere Zeit regelmäßig Artikel schrieben, wo sie mich mehr oder weniger aufzumachen versuchten und ich habe mir angewöhnt, mich damit auseinanderzusetzen, weil ich ja mit jeden gut auskommen und vielleicht auch zeigen will, daß das geht!

So einfach ist das zwar nicht und es ist vielleicht auch ein wenig traurig, wenn ich auf meine Gewinnspiele, die ich wenn ich meine Bücher präsentiere, seit einiger Zeit regelmäßig mache, keine Antwort bekomme. Aber immer wieder Meldungen, wo mir diese Art von Kritiker schreiben: „Wow sind Sie schlecht, Sie haben keine Leser, außer Ihnen interessiert sich niemand für Ihren Blog!“

Weiß ich alles! Das heißt, so ganz eindeutig und klar ist das nicht.

Ich habe derzeit täglich etwa hundert bis hundertfünfzig Leser, wieviel davon echte Leser und wieviel Suchmaschinen oder Spamer sind, weiß ich nicht.

Habe aber einmal etwas von 40% bis 60 % gehört, wobei ich jetzt nicht weiß, was da jetzt die Leser und was die Maschinen sind. Es passiert mir aber immer wieder, wenn ich ins Literaturhaus oder zu einer anderen Veranstaltung gehe, daß mich vorwiegend jüngere Autoren, die ich gar nicht persönlich kenne, ansprechen und sich bei mir bedanken, daß ich über sie geschrieben habe. Andreas Pittler, der Krimi-Autor hat das auch einmal getan.

Kommentare bekomme ich inzwischen außer denen der Kritiker und ein oder zwei sehr lieben Kommentierer, sehr wenig, das stimmt. Im Schnitt habe ich einen Kommentar pro Woche und ich antworte fast immer darauf, auch meinen nicht so positiven Kritikern und drei bis fünf „Gefällt mir“ bekomme ich pro Woche auch. Die sind dann meistens aus Deutschland und da habe ich auch ein oder zwei sehr liebe konstruktive Kommentierer, was mich sehr freut.

Das hat sich, seit ich blogge, seit Juli 2008, etwas geändert. Denn, als ich damals meine ersten drei vier Sätze, husch husch, heraussen hatte, hatte ich, so schnell konnte ich gar nicht schauen, schon einen Kommentar, von einer mir unbekannten Niederösterreicherin und dann hatte ich im ersten halben Jahr eine Handvoll sehr interessierer Fangemeinde.

Der liebe Otto, den ich jetzt nur mehr beim Wandern treffe, gehörte dazu, Cornelia Travnicek, Andrea Stift, deren neues Buch ich demnächst lesen will, Anni Bürkl, mit der ich dann wegen einem Büchertausch zusammengestoßen bin, aber der ist eigentlich schon viel früher passiert, Consens, Sara Wipauer und und….

Die haben sich verlaufen und, ich glaube, es passiert auf den Blogs auch nicht mehr soviel. Das hat sich auf Twitter, Facebook, Instragram oder wo auch immer verlagert und das sind alles Medien, die ich nicht aktiv benütze, was vielleicht auch erklärt, warum meine Zugriffszahl nicht angestiegen, sondern im Lauf der Jahre gleich geblieben ist.

Derzeit halte ich bei 366 146 Aufrufen und wie schon geschrieben täglich sind es zwischen hundert und hundertfünfzig, mit einer Bestaufrufzahl von dreihundertsiebenundsiebzig, an dem Tag, an dem Friedericke Mayröcker im Radio war und Kommentare habe ich bis dato tausenddreihundert.

Aber vielleicht habe ich auch meinen ganz speziellen Anspruch an das Bloggen. Ich betrachte das „Literaturgeflüster“  für mein ganz persönliches literarisches Tagebuch in dem ich eben leicht und locker über Literatur plaudern will.

Deshalb schreibe ich auch, was meine Kritiker vielleicht nervt, so oft, glaube ich, weil ich denke, daß ich mich damit vor möglichen Irrtümern absichere und ganz wichtig, ich schimpfe und verreiße nicht, sondern sage offen und ehrlich, das, was ich mir denke und das ist meine sujektive Meinung.

Ich verreiße keine Bücher. Aber natürlich gibt es manche die mir nicht gefallen. Dann schreibe ich das auch, aber das ist natürlich subjektiv, deshalb muß das Buch nicht schlecht und der Autor kein schlechter Autor sein. Wenn was falsch ist, wenn zum Beispiel wieder einer den Psychiater mit dem Psychologen verwechselt, schreibe ich das auch, aber das ist seltsamerweise in den letzten Jahren eher nicht passiert.

Für mich ist das „Literaturgeflüster“, ich habe es schon geschrieben, sehr wichtig und, ich glaube, ich habe da wirklich ein sehr umfangreiches Archiv, das auch Literaturstudenten interessieren könnte.

Ein Problem könnte natürlich sein, daß ich sehr allumfassend berichten will, mich also genauso für experimentelle Literatur, als  für das Self Publishing interessiere und das wird nicht alle ansprechen und dann ist das Netz auch noch sehr flüchtig und ich habe ein paar Mal die Rückmeldung bekommen, daß ich unverständlich, im konstruktiven Sinn, nicht „Hui, das ist das Schlechtestes was ich je gelesen habe!“, das gibt es leider auch, schreibe, was mich sehr betroffen hat, weil ich das ja  nicht will und eigentlich auch der Meinung bin, daß ich einen eher leicht verständlichen Stil habe.

Aber offenbar nicht immer. Ich habe schon meine Schachtelsätze und da habe ich einmal auch von einem Sprachkunststudenten ein großes Lob bekommen. Aber ich denke, ich habe vielleicht auch vierzehnjährige Fantasyleser und die interessieren sich nicht für die literarischen Manisfeste von FALKNER. Ich schon, für Fantasy vielleicht nicht so sehr, aber für das Selfpublishing, etcetera.

Ich denke manchmal, ich habe eigentlich drei Blogs, einen Veranstaltungskalender, einen Bücherblog und dann noch mein literatisches Tagebuch über mein eigenes Schreiben und das alles in einer Stunde.

Wui! Kein Wunder eigentlich, daß dann  ein paar Flüchtligkeitsfehler drinnen sind und schade, daß da die Toleranz der Leser nicht sehr groß zu sein scheint.

Ist aber so  und ich muß damit leben und eigentlich ist es für mich auch nicht so ein großes Problem, daß ich nur wenige Leser habe.

Denn eigentlich blogge und schreibe ich für mich. Das war ja auch das, war mir, 1978, glaube ich, mein wohlmeinender Freund Rudolf R. aus Hamburg oder vielleicht schon Frankfurt riet, als ich schon damals jammerte, daß ich mit meinen Schreiben nicht die Beachtung finde, die ich will!

Damals habe ich das zurückgewiesen. Jetzt bleibt mir nichts anderes über, als für mich zu schreiben und ich jammere auch ein bißchen oder viel im „Literaturgeflüster“ und denke, das darf so sein! Wem das stört, der muß mich nicht lesen!

Ich hätte mir gedacht, ich wäre der Blog, den ich in den Neunzehnhundertsiebzig- und achtzigerjahren, als ich sehr sehr einsam zu schreiben begonnen habe, selber gern gelesen hätte.

Aber inzwischen haben sich die Zeiten geändert. Es gibt die Selfpublisher mit ihren Marketingkursen und die sind im Literaturbetrieb vielleicht auch nicht so anerkannt, aber sehr selbstbewußt und schreiben einfach ihre Bücher.

Jetzt haben sie zum Beispiel wieder eine Schreibchallenge auf Istragram, die Annika Bühnemann, deren Blog ich  seit einem Jahr regelmäßig verfolge und die mich auch sehr beeindruckt, ins Leben gerufen hat.

Dann gibt es die Debutanten, die die beim „Bachmannpreis“ lesen dürfen, die Sprachkunststudenten, die von Leipzig oder Hildesheim kommen, die „Buchpreis“- und die „Büchnerpreisträger“ und und…

Das alles läßt sich wahrscheinlich nur schwer unter einen Hut fassen. Ich versuche es trotzdem,  flüstere und kommentiere und muß damit leben, daß das nur täglich etwa hundert- bis hundertfünzig Leute interessiert, von denen vierzig oder sechzig Prozent vielleicht auch noch Maschinen sind und aus jeweils einem, der mich aufblättern oder sich bei mir gruseln will und dem ich dann vielleicht auch sehr gerne eifrig und bemüht antworte.

Ich hätte auch gern mehr literarischen Erfolg. Würde auf den Buchpreislisten stehen, Preise bekomme, auf Lesereisen gehen, etcetera.

Da das nicht geht, mache ich das meine, mache meine Bücher selbst, nenne mich trotzdem nicht Hobbyautorin, sondern schreibende Frau, für die Literatur, als eine sehr wichtige Lebensform ist, blogge darüber, kommentiere und gerate mit den ein, zwei Kritikern, die ich gelegentlich habe, regelmäßig zusammen.

Manchmal ist das etwas schwierig, wenn man aneinanderer vorbei schreibt und sich gegen „Unwahrheiten“ wehren muß, die gar keine sind!

Das ist halt das Netz und man könnte solche Kommentare auch löschen oder sich streiten und versuchen sie zu entkräftigen, etcetera.

Ich denke trotzdem, das Netz ist eine tolle Möglichkeit sich zu präsentieren und zu dokumentieren. Auch wenn man scheinbar wenig Aufmerksamkeit hat. Man muß auch lernen mit seinen Kritiker umzugehen. Das erscheint mir sehr wichtig und da versuche ich  sehr achtungsvoll und konstruktiv zu sein und schimpfen, hassen,  mobben, darf man natürlich nicht!

Da bin ich auf der letzten „Buch-Wien“, als ich gerade wieder in einer Auseinandersetzung mit meinem derzeitigen Kritiker steckte, auf das Buch von Ingrid Brodnig „Hass im Netz“ gestoßen und habe mit ihr darüber esprochen, was man in so einem Fall am besten tun soll?

Sie hat gemeint freundlich und höflich antworten und seine Sicht klarstellen.

Jetzt habe ich erfahren, daß sie den „Bruno Kreisky Preis“ für das Buch bekommen hat. Leider ist die Verleihung am 22. März, wo wir schon nach Leipzig fahren oder gerade angekommen sind. Aber das Buch ist sicher eine interessante Möglichkeit sich mit dem Problem „Hetze, Mobbing, Lügen im Netz“ auseinanderzusetzen.

Ansonsten werde ich weiter ehrlich und offen meine Meinung sagen. Das heißt, wahrscheinlich mit vielen „glaube ich“, über mein Schreiben, meine Bücher und den Literaturbetrieb berichten und da kann ich auch ein Beispiel geben, daß die Verlage vielleicht gar nicht so sauer reagieren, wie mein Kritiker annimmt.

Denn Erstens schicken sie mir trotz meiner vielen Flüchtligkeitsfehler Rezensionsexemplare, so daß ich jetzt schon zweimal Buchpreisbloggen konnte und auch im letzten Jahr in der „Bloggerdebutpreis-Jury“ war.  Zweitens scheinen sie meine Besprechungen auch zu lesen.

Denn ich habe ja über „Tierchen unlimited“, das mir gut gefallen hat, geschrieben, daß das Buch nach dreimaligen Lesen zerissen war.

Der Verlag hat nicht geschrieben „Beweisen Sie mir das!“, sondern mir mit dem Julian Barnes, den ich gerade lese, das Buch noch einmal geschickt.

So geht es auch, obwohl ich da ein wenig ratlos war, was ich damit machen soll? Aber vielleicht will es die Anna lesen? Ansonsten lege ich das Ausgelesene mit den Rissen und meinen Lesespuren, die es auch gibt, denn ich unterstreiche ja viel, in die „Seedosen-Telefonzelle“, wenn ich nächste Woche nach Harland komme.

So ist es. Das Lesen und das Schreiben ist mir wichtig und ich wäre natürlich gerne erfolgreich, wenn das aber nicht geht, schreibe ich trotzdem weiter!

Wer es lesen will, ist willkommen und wer sich nur gruseln will, weil ich ein paar Rechtschreibfehler mache, ist vielleicht im Prater in der Geisterbahn besser aufgehoben!

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9 Kommentare »

  1. Sehr schön gesagt!!! LG

    Kommentar von tination8 — 2017-03-04 @ 23:33 | Antwort

  2. Vielen Dank, freut mich, daß Sie mich lesen und auch immer wieder sichtbar machen!

    Kommentar von jancak — 2017-03-05 @ 02:40 | Antwort

  3. “ … als mir meine inzwischen achtzehnjährige Tochter einmal ungerührt ins Gesicht sagte: „Du bist eine Hobbyautorin!”

    DAS hat sie gesagt??? Na, die traut sich ja was! Richten Sie Ihrer Tochter bitte meine allerbesten Grüße aus, ich bin erfreut, dass wenigstens sie die Dinge so sieht, wie sie sind.

    Kommentar von Uli — 2017-03-05 @ 13:38 | Antwort

    • Ich bin grade über einen Spruch gestolpert, der paßt für Sie:

      Keep away from people who try to belittle your ambitions. Small people always do that, but the really great make you feel that you, too, can become great.

      — Mark Twain

      Kommentar von Alfred — 2017-03-05 @ 20:35 | Antwort

      • Lieber Alfred!

        Ich vermute mal, Sie sind Frau Jancak’s Alfred, den Sie so oft erwähnt. Freut mich, Sie virtuell kennenzulernen! Zunächst mal, ich „belittle“ die Ambitionen von niemandem. Sich als „Hobbyautor“ zu bezeichnen, ist weder despektierlich noch in irgendeiner Form herabsetzend. Oder würden Sie die Bezeichnung „Hobbygärtner, Hobbyarchäologe, Hobbymaler“ auch als erniedrigend ansehen? Jeder dieser drei (es gibt ja noch viel mehr) kennt sich auf seinem Gebiet aus, ohne eine entsprechende Ausbildung genossen zu haben. Meistens sind es Autodidakten, die sich Ihre Kenntnisse selbst angeeignet haben und einfach Spaß an der Sache haben. Der Gärtner freut sich, wenn dem Nachbarn seine Möhren schmecken, der Maler, wenn seine Bilder bei Freunden Anklang finden, der Archäologe, wenn er einen hübschen Ammonit findet und vielleicht sein privates Museum damit bestückt.

        Wenn der Gärtner allerdings anfängt, mit der Schrotflinte auf Raupen zu schießen, wenn der Archäologe mit C4-Plastiksprengstoff versteinerte Pflanzen freilegen will, wenn der Maler plärrend vor einer großen Galerie steht und „ich will da rein“ schreit und alle drei sich trotzdem für die Größten auf ihrem Gebiet halten, die vom ignoranten Rest der Welt nur nicht verstanden werden … dann wird das zum Problem.

        Nun, seit vergangenen Sommer kommentiere und maile ich mit Frau Jancak und hab‘ mich mittlerweile damit abgefunden, dass sie sich für die größte Literatin unter Österreichs Sonne hält, dass sie ihre eigene Rechtschreibung hat und diese vehement verteidigt, auch wenn sie meistens falsch ist und dass man die meisten Artikel erst Satz für Satz auseinandernehmen muss, um zu verstehen, was sie aussagen sollen. Okay, wie gesagt, der Rest der Welt versteht sie ja eh nicht. Ebenso ist mir in dieser Zeit völlig klar geworden, dass Frau Jancak komplett beratungs- und erklärungsresistent ist. Es ist vielmehr so, dass Sie gelobt werden will und wer sie nicht lobt, ist ein Troll oder will ihre „ambitions belittlen“. Sie verlangt „konstruktive Kritik“ und wenn sie sie bekommt, ist es ihr egal oder es gefällt ihr nicht.

        All das: Geschenkt. Mittlerweile zumindest.

        Aber, verehrter Alfred: Was gar nicht geht und wo ich sauer, zynisch, sarkastisch und böse werde, ist, wenn Frau Jancak wiederholt schlichtweg falsche Informationen in die Welt posaunt, weil sie „glaube ich“ irgendwo irgendwann irgendwas gehört hat und sich daraus ihre eigene Bedeutung zusammenzimmert und selbst dann noch darauf besteht, wenn man überzeugend darlegt, dass das nicht stimmt oder sie ersucht, doch bitte Belege für diese Behauptung zu bringen.

        Kurzum: Frau Jancak lebt in ihrer eigenen Welt und ihrer eigenen Wahrnehmung. Dafür gibt es bestimmt auch eine Diagnose. Literarisch kann sie da machen was sie will, was falsche Behauptungen angeht, werde ich die auch weiterhin bei ihr anprangern und richtig stellen. Nicht, weil ich in irgendwas „besser“ bin oder sie „belittlen“ will, sondern weil Falsch eben Falsch ist.

        In diesem Sinne!

        Kommentar von Uli — 2017-03-06 @ 09:37

  4. Ja, hat sie, pubertierende Töchter sind ja sehr kritisch ihren Müttern gegenüber. Allerdings hat sie mir für meine Bücher auch schon ein paar schöne Cover gezeichnet.
    Und als ungefähr in dieser Zeit, die Praktikantin, die damals in ihren Deutschstunden assistierte, die heute eine anerkannte Kritikerin, Kuratorin und Literaturwissenschaftlerin ist, den Schülern ein paar Texte österreichischer Gegenwartsliteratur austeilte, darunter einen Text von Werner Kofler, ich weiß nicht, wie gut Sie in der österreichischen Literatur berwandert sind und ob Sie ihn kennen, hat meine Tochter gesagt, da gibt es doch einen Gerhard, das war der damalige Generalsekretär der GAV und als Frau Milner meine Tochter erstaunt fragte, woher sie diesen Namen kennt und sie ihr antwortete „Meine Mutter ist da Mitglied!“, wurde ich gleich zu einer Lesung in die Schule eingeladen.
    Da hat es Honorar gegeben und das gab es auch für die von Ruth Aspöck organisierte Veranstaltung in „Poldis Galeriecafe“ für die ich, den von Ihnen zitierten Text „Poesie und Brotberuf“ geschrieben habe, der übrigens auch in Anita Schaubs Buch „Frauen Schreiben Privileg Abenteuer und Existenzkampf“ in dem es siebzehn Portrait von österreichischen Schriftstellerin, darunter / Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker, Barbara Frischmuth ecetera gibt, enthalten ist.
    Erkennen Sie übrigens mein Bild in der untersten Reihe rechts zwischen Renate Welsch und der großen Friederike Mayröcker?
    Ich würde Ihnen das Buch sehr empfehlen, denn da bekämen Sie einen guten Eindruck über die österreichische Frauenliteratur, liebe Grüße aus Wien!

    Kommentar von jancak — 2017-03-05 @ 20:19 | Antwort

  5. Mein Mann, dem jetzt die Geduld gerissen ist, wird Ihnen sicherlich auf Ihren Kommentar antworten.
    Von mir nur so viel, daß das alles Ihre Sicht und Ihre Behauptungen sind und ich nun auch in der Gärtnergewerkschaft anrufen könnte und fragen, was ein Hobbygärtner ist und, wie sie sich von ihm abgrenzt und Ihnen die Antwort dann wiedergeben, mit dem Zusatz, daß die Gewerkschaft jetzt sauer auf Sie ist!
    Ich tue das nicht! Wenn Sie mich partout Hobbyautorin nennen wollen, tun Sie es, aus meiner Sicht ist es falsch, auch wenn ich irgendwie zwischen der Profi- und Amateurschiene stehe, was ich Ihnen auch wiederholt zu erklären versucht habe, Sie aber nicht bemerkt, beachtet oder wahrgenommen zu haben scheinen!
    Und nun zu den von Ihnen wiederholt behaupteten Unwahrheiten, von denen Sie behaupten, daß ich sie nicht widerlegen kann:
    Ich habe das mehrmals versucht, Ihnen die Sendung verlinkt, Ihnen den Satz „Eine Broschüre herausgegeben in dem der Verlagsleiter vorsorglich erklärt, wie man das Buch zu lesen hat!“, herausgeschrieben und erklärt, daß ich mir das Radiointerview so interpretiert habe und Interpretationen sind insofern richtig, wenn man sie für sich so versteht!
    Daß der Verlag eine andere Sichtweise oder auch Absicht hatte, ist da kein Widerspruch!
    Sie scheinen das nicht verstehen zu wollen und schreiben immer nur lapidar zurück, daß Sie recht haben!
    Sehen Sie, lieber Herr Lucas, das verstehe ich unter Trollen und das wird, glaube ich, auch in dem Buch von Frau Brodnig so belegt, daß man wiederholt auf falschen Behauptungen besteht und keine Nachweise und Belege des Gegenteils, etcetera, gelten läßt und dann werden Sie noch beleidigend, denn Ihre Unterstellungen von meiner eigenen Welt, in der ich angeblich lebe, meiner Uneinsichtigkeit, meiner Diagnose, die ich angeblich hätte, daß ich eine schlechte Psychologin wäre, lüge, Unwahrheiten verbreite, etcetera, sind wahrscheinlich eindeutig, als solche zu verstehen und höchstwahrscheinlich auch einklagbar!
    Ich klage Sie vermutlich nicht, keine Sorge, aber ich weise Ihre falschen Behauptungen über meine Person genauso zurück, wie Sie meine richtigen!
    Denn Meinungen sind Meinungen und es stimmt, daß ich die locker vor mich hinplaudere, oftmals, ich glaube, schreibe, weil das wahrscheinlich zu meiner Persönlichkeit gehört, aber ich recherchiere natürlich, wo es mir nötig erscheint, weiß, was recherchieren und Dystopie und vieles andere bedeutet, was Sie mir nicht zu wissen unterstellen!
    Es stimmt auch gar nicht, daß ich mich für die größte Autorin dieser Welt halte, wenn Sie meine Artikel aufmerksam lesen, müßte Ihnen das schon aufgefallen sein!
    Ich schreibe ehrlich über meinen Mißerfolg und, daß ich es schade oder auch unverständlich finde nicht in diesen Literaturbetrieb so hineingekommen zu sein, wie ich es will, berichte über die Veranstaltungen, die ich besuche, die Bücher die lese, sage meine Meinung über das, das in diesen Betrieb passiert!
    So gesehen kann ich die Uneinsichtigkeit nur bei Ihnen finden!
    Sie ärgern sich darüber, daß ich mich für Literatur interessiere, obwohl Sie unbedingt eine Hobbyautorin, eine Diletantin, eine uneinsichtige Person, etcetera in mir sehen wollen!
    Ich glaube, das, was mein Mann mit diesen Spruch ausdrücken wollte, ist, daß jemand der wahrhaft groß ist, auf die scheinbar kleineren Schwächeren nicht hinzuhacken braucht und das habe ich im Literaturbetrieb auch schon wiederholt erlebt!
    Ich war einmal bei einer Sitzung, wo über die Aufnahme von Autoren entschieden wurde. Die nicht so Bekannten sagten, wir können nicht alle aufnehmen, Julian Schutting, einer der bekanntesten österreichischen Gegenwartsautoren, ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen, stimmte ziemlich als Einziger dafür und was die leidige Rechtschreibfrage betrifft, die Sie so stört, da war ich mal bei einer Veranstaltung, wo die derzeitge Lektorin von Peter Henisch Martina Schmidt mit dem ehemaligen, Jochen Jung darüber diskutierte, daß er seine eigene Beistrichsetzung hat.
    Martina Schmidt hat sie ihm hinausgestrichen, Jochen Jung gelassen und Friederike Mayröcker, die Doyenne der österreichischen Literaturszene und Ehrenbürgerin der Stadt Wien schreibt, galube ich, „daß“ mit sz, weil ihre Schreibmaschine, die sie immer noch benützt, kein scharfes „ß“ besetzt.
    Sie sehen, es ist also alles nicht so eindeutig, sondern vielfältig und bunt!
    Natürlich können Sie Ihre Meinung über mich haben, aber wenn Sie sie öffentlich äußern, nicht hinausposaunen, dann sollte das wahrscheinlich so passieren, daß sie nicht eindeutig falsch, klagbar oder beleidigend ist und da sind wir schon wieder bei Ihren Ratschlägen, die Sie mir ja seit Monaten so unverdroßen zu geben scheinen!
    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!

    Kommentar von jancak — 2017-03-06 @ 10:56 | Antwort

  6. Och Frau Jancak!

    Es gibt gar keinen Grund, so sauer zu sein. Ich schreibe ja auch nur meine Meinung und meine Interpretationen. Da ich grade Zeit habe, lassen Sie mich – keine Sorge, es wird das letzte Mal sein – genau aufdröseln, wo das Problem liegt:

    Ihr Zitat im LC lautet: “ … eine Broschüre, wo drin stand, wie sie rezensieren sollten …“

    Und nicht “ … wie sie das Buch zu lesen haben …“

    Das ist ein eklatanter Unterschied und den erkennen SIE offenbar nicht an. Was Sie geschrieben haben, unterstellt quasi dem Verlag, er würde vorgeben, wie die Rezensenten über das Buch ihre Kritiken zu schreiben haben.

    „Interpretationen sind insofern richtig, daß man sie für sich so versteht“

    Wen dem so wäre, gäbe es in der Schule für Interpretationen – und zwar für alle(!) – eine glatte Eins, denn jeder versteht einen Text anders. Das heißt aber nicht, dass die jeweilige Interpretation auch stimmt. Solange Sie die für sich behalten, ist das völlig wurscht. Heikel kann es dann werden, wenn Sie das in einem öffentlichen Forum verbreiten.

    “ … daß man wiederholt auf falschen Behauptungen besteht und keine Nachweise und Belege des Gegenteils, etcetera gelten läßt …“

    Nix für ungut, Frau Jancak, aber das ist leider Ihre Art, mit der Sache umzugehen, nicht meine. Ich habe nämlich beim Verlag nachgefragt, ob das tatsächlich so gemeint sein kann und schließlich Ihnen Nachweise und Belege geliefert, nicht andersrum. Und wenn das „Trollen“ ist, naja …

    Und das war’s jetzt.

    Achso: Ihr Mann kann mir gerne schreiben, auch per Mail, wenn er möchte. Jederzeit 🙂

    Kommentar von Uli — 2017-03-06 @ 13:05 | Antwort

  7. Wie heißt es schön, auch wenn man etwas hundertausendmal behauptet wird es nicht wahrer, denn wir reden, schreiben, sprechen aneinander vorbei, weil Sie, wenn wir schon beim „Wortklauben“ sind, eine Unwahrheit mit einer Ungenauigkeit, das heißt einer Wortwahl aus dem Gedächtnis verwechslen und darauf lustvoll herumreiten, statt „zuzugeben“, daß das zwei verschiedene Sachen sind, die man auch im Duden nachschlagen könnte!
    Wär schön, wenn es das jetzt gewesen sein könnte, ich bin gespannt!

    Kommentar von jancak — 2017-03-06 @ 13:38 | Antwort


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