Literaturgefluester

2017-03-05

Schlusstrich

Filed under: Bücher — jancak @ 00:24
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Der 1929 geborene Ivan Ivanij zieht mit seiner Familienchronik einen Schlussstrich wahrscheinlich unter sein Leben, beziehungsweise durch das seines Protganoisten Rudolf von Radvanyi, dessen Familie einmal Rotbart hieß, bezihungsweise sich in Radovan umbenannte.

Ein Leben, das wahrscheinlich viele Ähnlichkeit und autobiografische Bezüge mit dem 1929 im Banat aus einer Arztfamilie stammenden Ivan Ivanji, der Journalist, Diplomat und Dolmetscher Titos war, hat und der schon viele Bücher geschrieben hat.

„Der Aschenmensch von Buchenwald“, „Barbarossas Jude“ und ein „Ungarischer Herbst“ habe ich auf meiner Leseliste, zwei der „Picus-Bücher“ habe ich von den Büchertümen der „Literatur im März“ nach Hause gebracht, den „Aschenmensch von Buchenwald“ mir einmal aus einer Abverkaufskiste gezogen und weiß jetzt gar nicht mehr so genau, welche der Bücher ich schon glesen habe.

Den „Ungarischen Herbst“ wahrscheinlich, denn darauf habe ich mich in einem meiner Blogbeiträge bezogen und den Autor habe ich auch einmal bei einer Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“ erlebt, der ein sehr beeindruckendes Leben hatte, das er in seinen Büchern offenbar literarisch wiederzugeben scheint und mit fast neunzig Jahren kann man auch einen Schlußstreich über sein Erlebtes und seine Vergangenheit ziehen.

Und da bginnt es 1941 bei dem Jungen Rudolf von Radvanij, wahrscheinlich Ivan Ivanjis Alter Ego, der in Belgrad spazieren geht, weil ihm ein Nazi Offizier zum Dolmetscher, beziehungsweise Spion gemacht hat und daher seine schützende Hand über ihn hält.

Der junge Rudolf ist Kommunist und denkt über seine Familie, dem Urgroßvater Samuel Rotbart nach, dessen Sohn Leopold seinen Namen magyarisierte. Leopold war Tierarzt, Rudolfs Vater Franz, Ferenc oder Ferko hat in Budapest Medizin studiert und dort Fritzi oder Franziska aus Weimar kennengelernt, die Rudolfs Mutter wurde.

Als der Krieg ausbrach wurden Mutter und Großmutter von den Nazis erschlagen. Der Vater schloß sich den Partisanen an, wo er auch Rui widertraf, nachdem ihn der Nazioffizier mit einer Zyankalikapsel entlassen hat.

Die war in einen Koffer, den der junge Rudolf verlor und später von den Militärbehördern wiederbekam. Da war er aber schon Diplomat, beziehunsweise Parteikorrespondent, hat zuerst die schöne Irina geheiratet und später die Sportlerin Mascha, die am Ende ihres Lebens an Alzheimer erkrankte.

Der Sohn Goran, der in London studierte, wird die Familientradition der Rotbarts- Radvanijs-Radovas weiterleben, während der Großbvater Leopold, als die Nazis kamen, der nie ein Trinker war, an seinem Schnaps ertrank, Ferko der Chirurg eine eigene Operation nicht überlebte und Rudi, nach dem Tod seiner Frau, die wiedergefundene Zyankalikapsel nahm.

Ein Schlußstrich über ein ereignisreiches Leben, das über viele Landesgrenzen hinausging und viele Namensänderungen einer Familie umfasste.

Karl Markus Gauss, den ich vor kurzem in der „Alten Schmiede“ hörte, bereist  in seinen Büchern diese Vergangenheiten und macht sie für den Leser lebendig, während Ivan Ivanij immer wieder seine Geschichte erzählt und, glaube ich, auch demnöchst wieder in der „Gesellschaft für Literatur“ zu hören sein wird.

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