Literaturgefluester

2017-03-21

Lyrik und Prosa bei den Textvorstellungen

Angelika Reitzer hat „Textvorstellungen“, die sie, wie, ich glaube, auf eine sehr spezielle Art und Weise machte aufgehört und die 1975 geborene Poetry Slamerin und Rapperin Mieze Medusa hat heute damit begonnen, wie Kurt Neumann vor der Veranstaltung einleitete und daraufhinwies, daß sich die Textvorstellungen aus dem „Literatureck“, entwickelt haben.

Da habe ich ja einmal, ich glaube, es war 1980, gelesen und dann immer wieder bei den „Textvorstellungen“, von Herbert J. Wimmer bis Reinhard Wegerth könnte man so sagen. Nachher hat mich noch einmal Renata Zuniga eingeladen, ob ich jetzt noch eine Einladung bekommen, weiß ich nicht, ich hatte in den Neunzigerjahre bis Mitte Zweitausend aber auch ein großes Loch, obwohl ich immer meine Manuskripte hinschickte, jetzt tue ich es mit meinen Büchern und Mieze Medusa hat, glaube ich, auch ihre eigene Art der „Textvorstellungspräsentation“, obwohl ein Kontrast zu Angelika Reitzer, ein sehr großer sogar und Kurt Neumann betonte ihren Mut, daß sie Lyrik mit der Prosa mischte.

Aber Lyrik hat es bei den „Textvorstellungen“ schon bei Michael Hammerschmid gegeben, da wahrscheinlich nur, während Mietze Medusa könnte man so sagen, tatsächlich einen sehr großen Kontrast wagte und dem auch noch ein sehr ungewöhnliches Motto gab.

„Zwischen Tisch und authentisch – Rollenspiele zwischen ich & du“ und da könnte man schon einmal „Hui, was soll das heißen?“ fragen, noch dazu wenn man die eingeladenen Autoren Petra Piuk, Verena Stauffer und Jan Kossdorff dazu in Beziehung setzt.

Die 1975 in Burgenland geborene Peta Piuk hat ihr Debut „Lucy fliegt“ schon im Sommer bei den „O Tönen“ vorgestellt und der Roman von einer überforderten Stimme, die quasselt und quasselt, während sie im Flugzeug sitzt und sich von allen Realitäten wegredet, kann man, glaube ich, nicht, wie Mieze Medusa aus einer Rezension zitierte mit dem „Fräulein Else“ vergleichen und mit dem Schnitzer wahrscheinlich nur wegen dem Inneren Monolog.

Petra Piuk gab ihr aber eine laute und sehr eindrucksbvolle Stimme, während, die 1978 in Kirchdorf an der Krems geborene Lyrikerin Verena Stauffer schon einmal eine sehr lyrische Stimme hat, mit der Bachmann oder Valerie Fritsch vielleicht vergleichbar. Sie las sehr leise poetische Texte aus einem Manuskript, hat aber schon bei „Hochroth“ veröffentlicht und dazu kam dann gleich das nächste Kontrastprogramm, nämlich ein Autor, den ich sehr mag und von dem ich, glaube ich, schon seinen zweiten Roman „Spam“ gelesen habe, nämlich der 1974 win Wien geborene Jan Kossdorff. Sein vierter Roman „Leben Spielen“ ist bei „Zsolnay“ erschiene, vorher hatte er drei Bücher bei „Milena“.

Sein 2009 erschienenes Debut „Sunnyboys“ das ich glaube ich bei „Rund um die Burg“ hörte, ist wie Mieze Medusa erwähnte, inzwischen vergriffen.

„Kauft Leute“, was mich auch sehr interessieren würde, habe ich dann bei „Rund um die Burg“ neu gehört, „Spam“ wie gesagt, gelesen und „Leben Spielen“ handelt wieder im Schauspielermilieu.

Jan Kossdorf ist ja einer mit sehr ungewöhnliches Einfällen. So steigt ein Schauspieler aus, beziehungsweise hat er da nicht die große Karriere gemacht und kommt mit einem Freund auf die Idee, die Schauspielkunst im Alltag anzubieten.

Man kann sich ihn mieten und er spielt dann die gewünschten Szenen nach. Mit seiner Freundin Valerie und seinem Freund Sebastian tut er das und die Stelle, die Jan Kossdorff vorlas, spielt in einer Wohnung im zweiten Bezirk. Ein alter Drehbuchautor, Emigrant aus Wien, der in Hollywood Karriere machte, wünscht sich eine Begegnung aus den Fünfzigerjahren nachzuspielen. Sehr interessant.

Nachher gab es ein sehr intensives Gespräch in dem sich Verena Stauffer nach dem Motto erkundigte. Ich würde da ja nur sprachliche Gemeinsamkeiten sehen und hätte in den drei Texten keinen Tisch entdeckt.

Verna Stauffer war aber begeister,t umso mehr, da Mieze Medus ihr verriet, daß sie der Tisch gewesen wäre. Sie brachte gleich ein Gedicht über einen Tisch und sagte, daß für sie der Schreibtisch das wichtigste ist und ich glaube, daß Miezes Medusas „Textvorstellungen“ wahrscheinlich auch etwas Besoneres werden, auch wenn ich das Motto nicht nachvollziehen und auch nicht sehr passend finde.

Die gewagte Mischung finde ich aber interessant und da wird es im Juni wieder „Textvorstellungen“ mit Mieze Medusa geben, auf die man sich schon freuen kann.

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2017-03-20

Abstand, Identität und Nähe

Wieder einmal „Textvorstellungen“ in der „Alten Schmiede“, moderiert von Michael Hammerschmid mit drei, nein nur zwei österreichischen Autoren, denn der 1949 geborene Kärtntner Psychologe, der mir einmal zwei seiner Bücher schenkte, Ingram Hartinger, hat krankeitsbedingt abgesagt, so waren nur Marie Luise Lehner und Udo Kawasser am Programm und das Debut der 1995 geborenen Sprachkunststudentin „Fliegenpilze aus Kork“ habe ich gerade erst gelesen.

Die Besprechung wird am Mittwoch erscheinen. Um meinen Lesern die Wartezeit während ich mich in Leipzig herumtreibe, zu verkürzen, wird da einiges erscheinen und einiges ist bei „K&S“ erschienen und Michael Hammerschmid, der ja auch Marie Luise Lehners Sprachkunstlehrer ist, beziehungsweise die Studentenlesung im Jänner im Literaturhaus moderierte, leitete den Debut oder Episodenroman auch damit ein, daß er vier Protagonisten hätte.

„Hai?“, könnte da die schon Gelesenhabende fragen. Der Vater und die Tochter sind zwei und die anderen Verwandten verschwinden ja ziemlich hinter diesen Personen, aber Michael Hammerschmid zählte dann noch, glaube ich, die Poesie und die Sprache auf und erwähnte, daß es kein Entwicklungsroman, sondern ein Wenderoman wäre, ich bleibe, glaube ich bei den Episoden und die junge Frau, deren Haare inzwischen kürzer, als auf dem Foto in dem Buch sind und zu der auch einige andere Sprachkunststudentinnen und Studenten, die ihr auch versprachen, bei ihrer Lesung laut zu jubeln, kamen, las sich durch das Buch und lächelte ein paar Mal verlegen unsicher oder auch nur selbstbewußt dabei.

Und ich, das schreibe ich ja immer gerne, gehe eigentlich nicht so gern zu Lesungen, wo ich das Buch schon gelesen habe, aber die „Textvorstellungen“ haben  immer mehr Vortragende und ich heute, schon, um den Rest der Woche einzuarbeiten, mehrere Stunden, zwei Befundbesprechungen und zweimal Diagnostik hatte, war auch nicht ganz sicher, ob ich es schaffen würde, mit dem Befunde schreiben fertig zu werden.

Wurde ich aber und so habe ich die Lesung zu dem Buch hautnah und ganz frisch dazu bekommen und wenn das auch eine Frage der Zeitökonomie ist, zu der ich stehe, muß ich bekennen, man lernt sehr viel, wenn man beides macht,  kann die Eindrücke vergleichen und zusammenfassen und von Udo Kawasser, der nach ihr las, habe ich nur den Namen gekannt, weil der demnächst, glaube ich, auch in der „Gesellschaft“ lesen wird oder schon gelesen hat.

Er ist ein Vorarlberger, 1969 geboren, dennoch liebt er die Lobau und scheint seine Sommer dort zu verbringen und weil das wahrscheinlich ein wenig langweilig ist, immer dort zu sitzen und ins Wasser zu schauen, hat er auch immer Aufzeichnungen gemacht und weil er dann schon sehr viele Notizen hatte, hat er aus den Sommern von 2008, 2009 und 2011 ein Buch für seine Freunde gemacht. Wahrscheinlich ein selbstgedrucktes. Aber weil seine Freunde auch Dichter sind, hat das Manuskript den Weg zum Verlag gefunden und ist bei „Sonderzahl“ erschienen.

„Unterm Faulbaum“ heißt es und es enthält die Gedanken des Autors oder Ich-Erzählers, diesmal überschneiden sich die, glaube ich, wirklich eins zu eins, obwohl Marie Luise Lehner in dem anschließenden Gespräch erwähnte, daß sie während des Schreibens an ihrem Sprachkunst-Gesellenstück in ihre Kindheitserinnerungen zurückgegangen ist, aber einen so ambivalenten Vater, wie in dem Buch geschrieben, wird sie wahrscheinlich nicht wirklich gehabt haben.

Udo Kawasser ist aber unterm Faulbaum gesessen, hat Camus, Susan Sonntag und auch einiges andere gelesen, über Gott, die Welt und das Leben philosophiert, einen nackten Wanderer mit Hut und Stock beobachtet, wie sich der über die Biber mokierte, die alles krumm und kahl fressen und ihre natürliche Feinde nämlich Bären und Wölfe herwünschte und an eine Liebe in Kuba, die er dann irgendwann auch heiratete, ist es in dem Buch auch gegangen.

Ein interessanter Kontrast zu dem Debutroman von Marie Luise Lehner, wie Michael Hammerschmid, der Sprachkunstlehrer und Textvorstellungenmoderator erwähnte und die Besucher zum Kaufen und Vergleichen aufforderte.

Das kann man auch mit Ingram Hartingers Gedichte „Dinge der Angst“ bei „Wieser“ erschienen tun, aber ich habe ja noch seine Bücher zu lesen und morgen gibt es schon wieder „Textvorstellungen“ und da ich die Diagnostik, die ich eigentlich morgen machen sollte, schon heute machte, wird es sich wahrscheinlich wieder ausgehen hinzugehen und wieder wird mich ein Buch dort erwarten, was ich schon gelesen habe, der unabhängige oder auch abhängige „Kremayr & Scheriau“ machte es möglich und so freue ich mich schon darauf.

2017-03-19

Tsunami Blues

Weiter gehts mit den Neuerscheinungen, das heißt Marketa Pilatovas dritter Roman ist schon im Vorjahr erschienen und dann irgendwie verlorengegangen und auch die Lesung in der „Gesellschaft für Literatur“, die mich auf das Buch aufmerksam machte, habe ich wegen eines Kliententermins versäumt.

Habe aber, das erste Buch der 1973 in Kromeriz geborenen und jetzt in Lateinamerika tschechisch unterrichtenden Autorin gelesen, da es mir Herwig Bitsche schenkte, als ich damals den „Residenz-Verlag“ besuchte.

„Tsunami Blues“ erschien bei „Braumüller“ und bei einer Lesung im tschechischen Zentrum anläßlich einer „Buch-Wien“ bin ich auch einmal gewesen und weil das Buch höchstwahrscheinlich auch zu „Centrope“ passt, habe ich es am letzten Mittwoch auch in die Spengergasse geschleppt, aber zum Analysieren sind wir da noch nicht gekommen.

„Tsunami Blues“ ist ein wunderbares Buch könnte man fast pathetisch sagen oder eines nach meinem Geschmack.

Im Klappentext steht etwas von Graham Greenes Spuren auf denen die Autorin wandern würden. Das kann ich nicht beurteilen, so viel Greene habe ich noch nicht gelesen, obwohl man die Bücher ja in den Bücherschränken findet.

Es ist aber eines, das sich meiner Meinung nach, wohltuend von beispielsweise Eva  Menasses komplizierten Stil abhebt, wo man lange braucht, um mitzubekommen und die Handlung zu verstehen.

Hier versteht man auch nicht sofort, denn Marketa Pilatova pirscht sich langsam an das Geschehen an. Aber dann wird alles klar und ist eigentlich auch ziemlich linear erzählt, wenn es natürlich Rückblednungen gibt, die das Ganze erklären und auflösen.

Da ist Karla, ein sechzehnjähriges Mädchen, das in einer mährischen Kleinstadt lebt und bei dem Exilkubaner  Lazaro Trompete spielen lernte.

Sonst hat sie Schwierigkeiten mit ihren kleinbürgerlichen Eltern, die sie dann doch überreden, zu Weihnachten 2004  mit nach Thailand zu fahren. Man ahnt was kommt. Die eltern kommen bei dem Tsunami um und Karla irrt am Strand herum, um ihre Leichen zu suchen. Dabei wird sie vom Schatten einer schwarzen Frau verfolgt.

Es ist also auch magisch oder natürlich nur posttraumatisch und sie kann sich eigentlich nur durch einen mexikanischen Fotografen ein bißchen beruhigen oder ablenken.

Sie hat aber auch eine vernünftige Großmutter, die in der Kleinstadt Apothekerin ist und die schickt Lazaro, um sie zurückzuholen, was er auch tut. Karla kommt zurück, geht nach Olmütz in ein Studetnenheim, studiert bei der alten Jenufa Spanisch und schwört sich, nie wieder eine Trompete anzurühren.

Da ist es fast ein Glück, daß auch Jenufa kubanische Wurzeln hat, beziehungsweise, daß sie immer wieder dorthin fliegt, um Medikamente an Dissidenten zu verteilen. Allein kann sie das aber jetzt nicht mehr, da sie so an die Achtzig ist, so muß Karla mitkommen und jetzt wird es wahrscheinlich greenhaft spannend.

Sie bekommen statt eines Leihautos nämlich nur ein altes Motorrrad, landen in einem komfortablen Hotel, das sich als Buff entpuppt.

Jenufa wird am nächsten morgen verhaftetund Karla muß ihr nachfahren und mit einigen Schwierigkeiten kämpfen. Jetzt löst sich alles nach und nach auf und auch das ist äußerst spannend und, weil man ja nicht soviel spoilern soll, verrate ich nur, daß der Schluß gelingt. Karla kommt zurück nach Mähren, geht ins Leben und wird wieder Trompete zur Trompete greifen.

„Und was machst du jetzt?“, fragt Lazaro, „Spielen“, lautet der letzte Satz.

Es kann also auch ganz einfach sein. Wwohltuend einfach und braucht nicht die komplizierten Konstruktionen, die das Lesen mühsam machen, aber als gute Literatur gelten, denke ich und wiederhole, daß mir das Buch sehr gefahllen hat und ich es jeden, aber wahrscheinlich besonders meiner Freundin Ruth, die ja einige Jahre in Kuba lebte, empfehlen kann.

2017-03-18

Zwölf Indies bei Lhotzkys Literaturbuffet

Heute habe ich einen literarischen Samstag machen wollen, das heißt das „Frühstück“ ab Szene dreizehn, wo ich gerade bin, laut lesend zu Ende korrigieren und dann am Abend mit Andrea Stift-Laubes „Die Stierin“ in die Badewanne, aber natürlich siegte zuerst die Neugier und ließ mich nachschauen, was die anderen so unter dem Hashtag „Indie-Bookday“ ins Netz stellen.

Also habe ich das gegooglet und bin, große Überaschung darauf gekommen, daß das im „Lhthotzkys Literaturbuffet“, die kleine feine Buchhandlung, wo ich einmal bei Anni Bürkls Präsentation ihres „Schwarztee-Krimis“ war und die dort, glaube ich, eine Zeitlang auch ihre literarischen Salons veranstaltete, der „Indie-Bookday“ wahrscheinlich schon seit einigen Jahren groß gefeiert wird.

Ich dachte ja eigentlich bis Österreich ist das soweit durchgedrungen, wie ja auch die Bloggersezene höchst vereinzelt ist und man das Leseprobenheftchen zum deutschen Buchpreis partout nicht in den österreichischen Buchhandl2ungen bekommt.

Stimmt wieder nicht so ganz, denn Mariki vom „Bücherwurmloch“ hat heute schon ihre  Bücher gepostet und dabei auch das hineingestellt, was ich als nächstes lesen werde, nämlich Lucia Leidenfrosts „Mir ist die Zunge so schwer“, eines der Debuts aus dem „Kremayr&Scheriau-Literaturprogramm“, was mich bezüglich der „Indie-Zuordnung wieder einmal stuzen ließ, denn meines Wissens nach ist „Kremayr & Scheriau“, ein Großverlag oder sollte ich mich da irren?

Aber egal, mir ist das sowieso ganz gleichgültig, ob das Buch das ich lese, aus einem kleinen oder großen Verlag oder am Ende gar selbstgemacht ist und das Programm das „Lhotzky“ von zwölf bis drei im Viertelstundentakt anbot, war auch eines der feinsten, allerdings nicht so sehr unterschiedlich von dem, was ich beispielsweise bei der „Kleinstverlagmesse“ im Museumsquartier beziehungsweise bei der „Ottak Ottak-Veranstaltung“ fand.

Das heißt doch, ein paar kleine feine Unterschiede, gab es neben der vielen bekannten Namen schon, aber ich hatte ja ohnehin nicht vor hinzugehen, weil ich mich am Samstag von meiner Familie nicht trennen und außerdem korrigieren wollte.

Aber dann, wie heißt es so schön, der Berg ruft oder die Droge lockt und, als der Alfred aufbrach, um am Naschmarkt die Calamari für morgen einzukaufen und dann das Rindfleisch, das er gestern in St. Pölten kaufte, braten wollte, habe ich umdisponiert, mir das Programm ausgedruckt und bin losgezogen, um mir beim Mc Donald einen Cheeseburger Royal und ein Donat zu Mittag zu kaufen.

Dann hätte ich das Geschäft beziehungsweise den Eingang fast nicht gefunden, denn der war in der Rotensterngasse. Als ich damals bei der Bürkl-Veranstaltung war, war das, gaube ich, anders und so bin ich gerade dazugekommen, als die „EditionKrill“ ihr Verlagsprogramm präsentierte. Das sind, glaube ich, zwölf oder dreizehn Büchlein oder kleine Heftchen, die je fünf Euro kosten, ein Buch von Bodo Hell ist dabei, Kindergedichte von Michael Hammerschmid und und, denn die beiden Verlagsleiter waren mit ihrer Präsentation noch nicht durch, als ein Wecker ertönte und dann wahrscheinlich Andrea Lhotzky oder eine andere junge Frau von der Buchhandlung erschien, ein Buch in der Hand hielt und dem Publikum erklärte, daß man, wenn man den Hashtag „Indiebookday“ postet, es gewinnen kann.

Das ist zwar ein bißchen anders, als die ursprügnliche Idee, aber sehr sehr freundlich, für die Büchermuffel, die nicht so gerne Geld ausgeben, allerdings habe ich ja kein Handy und die junge Frau sagte noch dazu, daß man die ganze Kollektion der „Edition Krill“ für nur fünfzig Euro kaufen könne. Die lagen auch an der Wand auf, die Buchhandlung war aber so voll und füllte sich immer mehr, daß man gar nicht gut dazu gekommen wäre.

Die nächste Lesende war Claudia Rohrer von der „Edition Fotohof“ und da weiß ich gar nicht so recht, ob das ein richtiger Verlag ist oder nur eine Künstlerinitiative, die etwas über die Veränderung von der analogen zur digitalen Fotografie künstlerisch gestalten wollten. Das Buch, das sie präsentierte, war jedenfalls ein Theaterstück in einigen Akten oder Kaptel, die  erklärten, wie ein analoges Foto entsteht und dasm war spannend aufbereitet, in dem sich der Club der Analogen in einer geheimen dunkelkammer traf, um sich offenbar in die Zukunft zu retten und dazwischen stellten Fotografen ihre Fotos aus und erklärten die Geschichte der Fotografie.

Dann kam und das war vielleicht unerwartet und eine Referenz auf Deutschland der „Verbrecher-Verlag“, bei dem ja glaube ich Antje Stellings „Bodentiefe Fenster“ erschienen sind, die 2015 auf der LL standen und die, glaube ich, damit auch den „Hotlist-Preis“ gewann.

Philipp Stadelmeier, der ein Buch zur Meinungsfreiheit geschrieben hat, stellte den Verlag vor und las Proben aus seinem Buch und das fand ich auch sehr interessant, weil es dabei  um jene Meinungsfreiheit geht, von der ich gerade auch betroffen bin. Denn da kommt einer daher und sagt seine Meinung, in dem er über die anderen drüber bügelt, sich über sie lustig macht, sie nicht ernst nimmt, etcetera.

Denn seine Meinung kann ja jeder haben und natürlich kann man sagen, daß man Angst hat, aber das „Ausländer raus“ und „Grenzen zu“ ewas dann vielleicht folgt, ist dann nicht mehr so schön.

In diesem Sinne ging es mit etwas sehr bekannten weiter, nämlich mit Stephan Eibel Erzberg, neben dem ich ja vor ein paar Tagen in der „Gesellschaft für Literatur“ gesessen bin und mit dem ich auch vor zwei Wochen bei der „Rettet das Amerlinghaus-Initiative“ gelesen habe.

Er hat auch den gleichen Text gelesen, der mir nicht sehr gegefallen hat „Erinnerst du dich noch, als wir einen Autounfall hatte, als unser Kind gestorben ist, als wir unsere Wohnung anzündeteten, als ich dich bei der Polizei wegen Rauschgifthandels angezeigt habe… wie war das schön!

Nein, das ist es nicht! Aber natürlich die Realität des Lebens, das Kinder und Frauen geschlagen werden, man Drogen nimmt, sich zu Tode säuft, etcetera. Aber man muß, das ist meine Meinung, ja nicht alles übertreiben und kann das auch viel freundlicher sagen.

Stephan Eibel Erzberg ist ein ganz lieber, in diesem Punkt aber anders und dieser Text ist auch in dem neuen Ban von „Proverbis“ erschienen, den Stefan Eibl vorstellte.

Dann kamen zwei Männer vom Satiremagazin „Hydra“ was mich auch ein wenig verwirrte, weil das Buch, das sie vorstellten, eine Satire, was ein echter Österreicher ist, bei „Milena“ erschienen ist und ich dachte „Hydra“ gehöre zum „Holzbaum-Verlag“, aber vielleicht gab es da einen Verlagswechsel. Leider gab es im Gedränge keine Gelegenheit das zu fragen, denn es folgte noch Kurto Wendt, der früher bei „Melana“ verlegt hat, dessen neues Buch aber im „Zygloss-Verlag erschienen ist, interessant, interessant.

Dann gab es eine Pause, wo ein paar Schmankerln verteilt wurden und dann trat der Buchhändler auf und erklärte, daß er nicht gewußt hätte, daß es so schwer wäre, Bücher zu verschenken, denn niemand hätte noch in Zeiten, wie diesen, wo alle doch Smartphones haben, den Hashtag gepostet und er erklärte noch einmal, daß man sich auch helfen lassen  oder oder den Hashtag auf einen Zettel schreiben können.

Die Dame, die neben Kurto Wendt mit einemPackerl saß, in dem ich seine Bücher vermutete, schrieb dann den Hashtag darauf und Kurto Wendt und Mieze Medusa gewannen  ein paar Bücher, die der Buchhändler nach jeder Lesung verteilte, auch der „Atelier-Verlag“ beteiligte sich an der Verlosung und da kam Ulrike Schmitzer und stellte ihr aktuelles Buch vor, in dem es um den Verlust der Gletscher ging.

Sehr interessant diese Mischung der Gegenwartsliteratur die in den kleinen, meist österreichischen Verlagen erscheint.

Dann gabs wieder einen Ausrutscher, nämlich eine Zeitschriftenpräsentation, nämlich „DUM“, das ultimative Magazin, das von Markus Köhle vorgestelltwurde, der den Gründer Wolfgang Kühn, den ich vom „Literatur und Wein- Festival“, kenne interviewte.

Einen Text daraus las diesmal Mieze Medusa, weil die junge Frau, die moderierte vorher beklagt hatte, daß achtzig Prozent der Vortragenden, genau, wie bei der „Amerlinghaus-Lesung“ Männer wären und, daß das an einem Indiebookday eigentlich nicht ginge.

Jetzt habe ich  auf die Präsentation eines auch sehr interessanten Buchs, das man um zwanzig Euro Spende kaufen konnte, vergessen, aus dem ich auch nicht ganz klug geworden ist. Es heißt „Versatorium“ und drei junge Leute lasen auf Deutsch und Englisch Texte daraus, aber ob das jetzt ein Verlag oder eine Einzelpulikation ist, habe ich nicht ganz verstanden.

Dann kam der schon sehr bekannte „Luftschacht Verlag“, da habe ich ja Sonja Harter Weißblende, für das Bloggerdebut gelesen und Markus Mittmansgruber „Verwüstung der Zellen“ auf meiner Leseliste stehen. Jetzt kam ein junger Mann, namens Jakob Pretterhofer und las aus einem Buch namens“Tagwache“ und da geht es, um die Erlebnisse eines Grundwehrdieners.

„Den Hochroth-Verlag“ habe ich schon bei „Ottak Ottak“ kennengelernt und die Verleger und der Auto waren alte Bekannte aus der Alten Schmiede, nämlich Johannes Tröndle und Daniel Terkl. Deshalb saß auch Annalena Stabauer im Publikum und zuletzt präsentierte Herbert Maurer sein bei „Klever“ erschienens „Byron schwimmt und ertrinkt in seinem Zimmer“, in dem es um die Armenienerfahrugen von Lord Byron geht.

Das wars dann schon und, als der Buchhändler dann noch einmal auf das Buch aus dem „Wortreich-Verlag „Jazz und Frieden“ von Oliver Steger hinwies, das man noch gewinnen könne, fragte ich ihn, wie man das ohne Handy macht und er hielt mir einen Post-it Block hin, ich malte Hashtag darauf und dachte, er wird mich jetzt damit fotografieren, aber er sagte nur „Sie haben ein Buch gewonnen!“, hielt es mir entgegen und weil ich ja in die Buchhandlung gekommen war, um über die Veranstaltung zu berichten und mir anzusehen, wie der „Indie-Bookday“ in Österreich passiert, werde ich mein Bild mit dem Buch in den Blog stellen und kann abschließend bemerken, es war sehr interessant.

Ich habe wieder was gelernt, was meine literarische Kompetenz, die ich höchstwahrscheinlich habe, wieder etwas erhöht und jetzt werde ich auf den „Hashtag-Indie-Bookday gehen und mir aschauen, welche Bücher in den deutschen Buchhandlungen gekauft wurden und was dort an diesem Tag passierte.

Wieder einmal Indie-Bookday

Den „Indie-Bookday“ gibt es jetzt schon seit einigen Jahren, eine Initiative eines kleinen und sogenannten unabhängigen Verlags, um sich gegen die großen Konzernen, die mit ihren Büchern den Markt überschwemmen zu wehren oder auf sich aufmerksam zu machen.

Da soll man, rufen die Blogger und die, die sich um die unabhängigen Verlage kümmern, auf, die Buchhandlungen stürmen, sich irgendein Buch, egal welches, es muß nur aus einem dieser Verlage sein, kaufen, sich damit fotografieren und das Foto auf Facebook, Instagram etcetera posten und auf den Begriff „Indie“ bin ich ein bißchen früher in Zusammenhang mit einer Autorin, die sich darüber sorgte, daß die sogenannten Selfpublisher, die es ja auch immer stärker gibt, ihr mit ihrer sogenannten schlechten Qualität den Rang ablaufen könnten, gestoßen.

Mich hat sie nicht damit gemeint und mich gar nicht gekannt, aber ich habe damals die „Wiedergeborene“ geschrieben und bin damit nicht recht weitergekommen, weil ich mir dachte, was soll es, wenn ich damit fertig bin, schaut es ja wieder niemand an.

Das war dann auch so, durch meine damalige Krise bin ich aber durch das „Literaturgeflüster-Texted-Buch“, das ich danach machte, herausgekommen und den Begriff „Indie-Autor“ und „Indie-Bücher“ habe ich dann begonnen für mich zu verwenden, habe einen diesbezüglichen Artikel geschrieben, dann dam der sogenannte „Indie-Bookday“, wo ich lernte, daß ich mit meinen fünfzig „Selbstdruck-Büchern“ nicht damit gemeint bin, sondern, daß man die Bücher der Autoren aus kleineren Verlagen damit fördern soll, habe aber trotzdem einen Artikel darüber geschriebe oder bei meinem Tagesaktuellen einen Hinweis darauf gestellt und den dem es interssiert ein Buch von mir angeboten.

Hat sich wie üblich niemand gemeldet, der es haben wollte, eh klar, denn der Markt ja von den jährlich neunzigtausend  Neuerscheinungen, die ja auch nächste Woche in Leipzig liegen werden, überschwemmt und wenn man acht bis neun Bücher im Jahr liest, wird man wahrscheinlich jetzt im Frühjahr zu Julian Barnes „Der Lärm der Zeit“ oder Hanya Yanagiharas „Ein wenig Leben“ greifen, denn das sind die Bücher von denen man jetzt überall hören und lesen kann und die sind wahrscheinlich in keinen „Indie-Verlag“ erschienen, wobei mir die Definition, was ein solcher ist, überhaupt eher schwer fällt, denn da gibt es ja eine Liste, wo die Namen darauf stehen und das ist glaube ich, um in Österreich zu bleiben, wo ich mich besser als im großen deutschen Raum auskene „Haymon“, „Droschl“ „Resisdenz“ dabei, die ich eigentlich für keine kleinen Verlage halten würde, aber eh klar zu „Bertelsmann“ etcetera, gehören sie nicht.

Bei „Deuticke“ ist dann dann wahrscheinlich schon wieder anders, denn der gehört ja zu der „Hanser-Gruppe“ und das ist, glaube ich, kein „Indie-Verlag“ und da bin ich schon bei dem Problem, zu dem ich ja immer komme, wenn ich was bezüglich „Indie-Bookday“ schreibe oder kommentiere, denn mir ist es eigentlich wurscht in welchen Verlag die Bücher, die mich interessieren erscheinen und ich möchte mich eigentlich weder dem „Amazon“ noch dem „Großverlag-Mobbing“ anschließen sondern, so weit ich das kann und das kann ich, habe ich erst unlängst geschrieben, ohnenin nicht wirklich, allles lesen.

Also dann wenigstens eine bunte Mischung und da kann meiner Meinung nach ruhig einmal Mainstream dabei sein, dagegen habe ich nichts und auch nichts gegen den „Deutschen Buchpreis“, den das ja ursprünglich, glaube ich, auch angeprangert wurde, daß da nur der Mainstream gefördert wird.

Stimmt, glaube ich, so nicht, aber natürlich wenn ich zwanzig aus hunderttausend aussuche, bleibt der Großteil über. Dem versuche ich mit meiner Leseliste und meinem Leseverhalten entgegenzusteuern und ich lese ja durchaus Kleines und wenn ich da an beispielsweise an das „Fröhliche Wohnzimmer“ oder an den experimentellen „Ritter-Verlag“ denke, weiß ich gar nicht, ob die jetzt in der „Indie-Definition“ drinnen sind, beziehungsweise, glaube ich nicht, daß dann sovoviele Leute sich mit diesen Büchern posten.

Da ist dann wahrscheinlich eher Julia Wolf, die beim vorigen „Bachmannpreis“ gelesen hat, dabei,  deren „Herr Nowak bleibt liegen“ in der „FrankfurterVerlagsanstalt“ erschienen ist und das ist, glaube ich, ein „Indie“ und hat auch den letzten „Buchpreisträger“ Bodo Kirchhoff verlegt.

Es ist also kompliziert oder ich würde sagen spannend und ich möchte alles lesen, Indies Großǘerlage, selbstgemachte, Krimis ChickLits und und und das Alte und das neue und die Mischung machts, habe ich auch erst unlängst geschrieben.

Aber natürlich ist es gut und wichtig auf die vielen schönen Bücher der vielleicht kleineren Verlage aufmerksam zu machen und heuer im Frühjahr nicht nur Hanya Yanagihara und Julian Barnes zu lesen, sondern vielleicht auch Tiljan Silas „Tierchen Unlimeted“.

Ist „Kiwi“ jetzt ein „Indie-Verlag“?

Wahrscheinlich nicht, aber Sofi Oksanens „Die Sache mit Norma“ würde ich sehr empfehlen, ganz egal, wie groß oder klein, der Verlag jetzt ist und natürlich möchte ich auch wieder auf meine Bücher hinweisen, die ja sonst immer überbleiben. Denn da ich mich nicht dazu aufraffen kann, sie bei „Amazon“ hochzuladen und, daß der den „Selfpublishern“, die Türen und die Tore weit geöffnet hat, rechne ich ihm hoch an, falle ich ja auch bei „Selfpublisher-Preisen“ heraus. Aber sonst sind die ja nach, wie vor bei allen Preislisten ausgeschlossen. Deutscher oder österreicherischer Buchpreis und sogar Buchbloggerdebut, bitte nicht.

Die „Selfpublisher“ sind aber zumeist sehr selbstbewußte junge Frauen, die, wie mir Annika Bühnemann vor cirka einem Jahr geschrieben habt, sich um den Literaturbetrieb nicht viel scheren. Sie wollen vom Schreiben leben, machen Coachings, kaufen sich ein Lektorat und ein Cover, besuchen vielleicht noch einen Marketingkurs und schreiben und ich lese auch das sehr gerne und habe mir im Vorjahr auch aus Leipzig ein paar selbstgemacht Bücher mitgebracht, die ich noch lesen muß und die „Selfpublisher“ hatten vor kurzem, glaube ich, auch ihre „Indie-Aktion“, wo sie ihre Bücher zum Sonderpreis von achtzig oder neunzig Cents anboten.

Es gibt also sehr viel. Viel mehr als die vier Bücher, die da vierteljährlichh beim „Literarischen Quartett“ hochgehalten wurden und das hat Wolfgang Tischer vom „Literatucafe“ sehr beklagt, daß da immer nur Mainsrtream gezeigt wird. Die zwei drei Bücher von denen jetzt alle sprechen und in einem halben Jahr sprechen alle von den zwanzig, die auf der deutschen Longlist stehen und die Buchhändler beklagen sich daüber, daß zwanzig für den Durchschnittsleser viel zu viel sind und sich ihre Kunden, wenn überhaupt nur für Shortlist interesssieren.

Denn sechs gehen sich gerade aus und da kann man auch noch ein paar davon zu Weihnachten verschenken.

Es gibt aber viel viel mehr , das Alte und das Neue und für mich ist ja an den offenen Bücherschränken besonders interessant, daß ich dort das finde, was sonst an mir vorübe gegangen wäre.

Die Bestseller von vorvorgestern beispielsweise, denn Bücher haben ja inzwischen eine irrsinns kurze Verkaufs- oder Haltbarzeit. Das heißt, sie halten natürlich sehr lange, haben eigentlich kein Ablaufdatum, aber trotzdem fliegen sie nach ein paar Wochen von den Bestsellerlisten und landen, was ich auch sehr schön finde, in den Abverkaufskisten, weil ich sie mir dann von dort herausziehe und auf meinen Bücherstapel lege. Aber weil ich jetzt schon so viele Neuerscheinungen habe, auch nicht alles lesen kann.

So hoffe ich, daß ich wenn ich in zwei Monaten mit der Ruth und den Alfred, um den Bodensee radeln werde, mir doch Michael Köhmeier „Zwei Herren vom Strand“ mitnehmen kann, das wenn ich mich nicht irre, mir die „Bücherinsel“ einmal in den „Wortschatz“ gelegt hat und Arnos Geigers „Uns geht es gut“ und nach Leipzig habe ich mir eigentlich „Clemes Meyer „Im Stein“ mitnehmen wollen, denn das ist ja, glaube ich, ein Leipziger. Jetzt wird es wahrscheinlich Feriduns Zaimoglus Luther-Roman werden, denn die Wartburg ist ja, glaube ich, von Leipzig nicht so weit entfernt.

In einem Blog, den eine Buchhändlerin betreibt, habe ich einmal gelesen, daß sie bedauert, daß sie keine Bücher lesen kann, die inzwischen vergriffen sind.

ich weiß nicht, ob sie sich das selbst auferlegte, oder ob die Buchhandlungen, das tatsächlich von ihren Verkäufern verlangen. Ich habe ihr jedenfalls energisch abgeraten sich daran zu halten und so gesehen ist es auch immer gut, daß Bücher wiederaufgelegt werden.

„Kurz nach 4“ vielleicht, was ja für mich ein Parradebeispiel ist, aber wenn ich von der „Alten Schmiede“ nach Hause gehe und dabei an Anna Jellers Schaufesnter vorbei komme, ist es mir schon mehr als einmal passiert, das dort etwas liegt, was ich eigentlich für vergriffen hielt und auf meinen Stepel habe.

Die „Moravias“, Sagans, etcetera werden Gottsei Dank wieder aufgelegt, für mich ein weiterer Beweis, daß man alles lesen soll, was man will.

Auch Kerstin Gier und Donna Leon, die Mainstreambücher, die die Leser lieben und  Verkaufsumsatz bescheren, auch darüber braucht man nicht die Nase rümpfen.

Dank der offenen Bücherschränke habe ich Donna Leon recht viel gelesen, Kerstin Gier habe ich auch schon gefunden, komme, wie ich fürchte, aber in der nächsten Zeit nicht dazu sie zu lesen und denke wieder die Mischung machts.

Nicht nur die zwischen alt und neu, sondern auch die zwischen Mainstream und Nische, Indie und Konzern, Krimi, Chick Lit oder die sogenannte Hochkultur, von der ich, trotz der entsprechen Ratgeberlektüre noch immer nicht weiß, was das ist, aber ich möchte ja eigentlich offen sein und mich für alles interessieren und da wurde ich ganz ehrlich eigentlich auch noch nicht enttäuscht.

Natürlich auch mir gefallt nicht alles und mit den zu witzigen Autoren, wie Radek Knapp, David Sedaris oder Wladimir Kaminer beispielsweise habe ich meine Schwierigkeiten und manche Chicklits halte ich für übertrieben, machne wieder, wie Sophie Kinsells „Schnäppchenjägerin“, für ein tolles und sehr empfehlenswertes Buch und ich war oder bin noch immer ein Courths-Mahler Fan, obwohl ich auch nicht mehr dazu komme sie zu lesen.

So gesehen freue ich mich auf den „Indie-Bookday“ auch wenn ich mir wahrscheinlich kein Buch kaufen werde, habe aber einmal daran gedacht, den Hunderter, den ich zu Weihnachten immer von der Schwiegermutter bekomme bei „Thalia“ auszugeben oder mich von der Frau Jeller beraten zu lassen.

Ich habe es nicht gemacht, denn wann soll ich die Bücher lesen? Würde mir aber sehr sehr wünschen zu Weihnachten oder zum Geburtstag einmal einen „Thalia-Gutschein“ zu bekommen.

Die Anna, die mir eigentlich nicht gerne Bücher schenkt, hat das zum letzten gemacht und ich habe mir Tillmann Rammmstdts „Morgen viellecht und Fiston Mwanza-Mujilas  „Tram 83“ gekauft..

Die Bücher liegen jetzt im Badezimmer und ich muß mich wahrscheinlich sehr anstrengen, sie heuer noch zu lesen, werde aber versuchen es zu tun und freue mich auch auf die Bücherberge, die nächste Woche in Leipzig auf mich warten.

Also allen einen schönen „Indie-Bookday“ mit schönen Bücherkäufen oder -funden und wenn ein Mainstream oder ein selbstgemachtes Buch dabei sein sollte, stört mich das nicht, sondern biete wieder gerne den Ersten oder auch Zweiten, der sich bei mir meldet, ein solches aus meiner  Produktion an.

Eine ganz aktuelle Neuerscheinung habe ich diesmal zwar nicht. Die Sommergeschichte „Claire-Klara-Clarisse“ wäre da mein letztes, wil ich am „Frühstück“ ja noch korrigiere.

Aber voriges Jahr ist zum „Indie-Bookday“ die Sommerfrischengeschichte mit der Sandra Winter, der Fatma Challaki, der Jelena Malatschuk und der Elenei Soulaki erschienen.

Da habe ich auch noch Exemplare, also wer übeer den Tellerrand schauen will und sich dafür interessiert, was eine seit über vierzig Jahren schreibende Frau, die ihre Bücher selber macht und sich mit ihren Kritikern darüber streitet, ob sie jetzt eine Hobbyautorin ist oder nicht, verfaßt, dem schicke ich es gerne zu.

Und hier noch ein Programmpunkt beziehungsweise österreichischer Werkschautip

2017-03-17

Falsch entschieden oder dreimal Schragl?

Diesmal wieder  die Qual der Wahl, denn ein Abend und sechs literarische Veranstaltungen.

Richard Schuberth hat mich zu seinen Essays in „Radiokulturcafe“ eingeladen, in der „Alten Schmiede“ las Bodo Hell, im Literaturhaus Brigitta Falkner, in der Hauptbücherei hätte es gleich zwei Veranstaltungen gegeben, nämlich „Tea for three“, wo Daniela Strigl, Klaus Nüchtern und wie ich jetzt erst sehe, Cornelia Travnicek über die neuen Bücher von Tereza Mora, Eva Menasse und David Garnett diskutieren, was mich schon wegen dem Menasse-Buch, das ich ja sehr kompliziert fand, interessiert hätte.

Dann gabs noch eine Buchpräsentation von Jutta Winckelmann „Mein Leben ohne mich“, wo es wieder um eine Krebserkrankung geht, also auch sehr interessant und Radek Knapp in der „Gesellschaft der Literatur“.

Die Qual der Wahl, wo man vielleicht einen Würfel bräuchte, aber irgendwie habe ich dann meine Entscheidung zwischen der Bücherdiskussion und dem „Mann der zum Frühstück Luft aß“, getroffen, denn das andere vielleicht zu experimentell und bei Richard Schuberth bin ich ja erst gewesen, mich dann für Radek Knapp entschieden, vielleicht weil er auf der „Centrope-Leseliste“ steht, obwohl ich ja erst kürzlich geschrieben habe, daß ich mit dem 1964 in Warschau geborenen Autor, meine Schwierigkeiten habe, weil er mir zu lustig ist.

Man sieht, ich bin nicht sehr konsequent oder ist es das, was ich „Über den Tellerrand schauen“ nenne?

Irgendwie war es ein Bauchgefühl und es war in der „Gesellschat“ auch sehr voll. Ich bin wieder in der zweiten Reihe links, meistens wähle ich ja die rechte Seite, neben Stefan Eibl-Erzberg und seiner Frau gesessen. Lydia Mischkulnig war da und Martina Schmidt, denn Radek Knapp neues Buch „Der Mann der zum Frühstück Luft aß“, ist bei „Deuticke“ erschienen.

„Wieder!“, sagte Manfred Müller in seiner Einleitung, denn das erste  Buch „Franio“ ist 1994 bei „Deuticke“ erschienen, dann ist „Radek Knapp nach München und zu „Piper“ gegangen, dort erschien auch das letzte Buch der „Gipfeldieb“ und wahrscheinlich auch die anderen.

Mit „Herrrn Kukas Empfehlungen“ ist er, wie Manfred Müller erklärte, berühmt geworden. Dann gibts, glaube ich noch die „Gebrauchsanweisungen für Polen“ und den „Papiertiger“ 2003, ein Buch das vom Schreiben und nicht von der Autobiografie eines Polen, der nach Österreich kommt, handelt und das ich mir, glaube ich, von einem der Gutscheine eintauschte, die ich einem der „Luitpold Stern-Preise“ bekommen habe und das mich, wenn ich mich richtig erinnerte,  enttäuschte, weil es mir „zu wenig abgehoben“ erschien.

Aber das Buch hat Manfred Müller, der von der schönen Tradition, daß Radek Knapp jedes seiner Bücher in der „Gesellschaft“ vorstellt, sprach, nicht erwähnt.

Er erwähnte, die, wo sich die Biografie des polnischen Emigranten nahtlos fortsetzt und meinte noch, daß das sehr dünne Buch in knapp zwei Monaten entstanden sei.

Beim „Gipfeldieb“ war ich bei der Präsentation und das neue, für das ürigens sehr viel Werbung gemacht wird und von dem ich schon einiges gehört habe, soll sich daran direkt anschließen.

Aber zuerst gab Radek Knapp in seiner launigen Art, die Antwort auf Manfred Müllers Fragen und erkundigte sich bei ihm, warum er Germanistik studiert hat?

„Damit ich über Bücher wie dieses schreiben kann!“, war seine ebenfalls launige Antwort und dann kam schon der erste Teil der Lesung, wo es um einen Valerian ging, der so heißt, weil das Schlafmittel, das seine Mutter bei seiner Geburt zur Beruhigung genommen hat, so hieß.

Sie gab das Söhnchen, für ein Wochenende bei der Oma ab und kam nach elf Jahren wieder, blieb dann eine Zeit, bis sie ihm zu einem Stadtspaziergang mitnahm, der über die österreichische Grenze führte und das schöne neue Leben begann.

Und als Valerian alt genug geworden war, begann er bei einer Zeitung zu arbeiten, las Radek Knapp.Ich dachte Uje“ und verstand jetzt etwas besser, was Manfred Müller mit dem nahtlos anschließen gemeint hat, denn jetzt hörte ich die Geschichte von dem Schragl, das er in der Halle B holen sollte, wo er nur ein Holztischen bekam und den ganzen Tag hin und hergeschickt wurde zum dritten Mal.

Radek Knapp las wieder dazu, daß er bis heute nicht weiß, was ein Schragl ist, der Otto hat mir beim ersten Mal kommentiert, aber da habe ich Schragerl geschrieben und eigentlich kenne ich, die echte Wienerin, mit der behmischen Omama, diesen Ausdruck auch nicht.

Nun ja, nun ja, das Leben in der Emigration geht weiter, die deutsche Sprache wird gelernt und die Mutter will für den Sohn die beste Ausbildung in der Handelsakademie am Karlsplatz. Dort will er aber nicht hin, so beginnt er die Schule zu schwänzen, setzt sich ins kunsthistorische Museum und später vor die Stufen des Musikvereins, wo er angeblich oder auch tatsächlich Leonhard Bernstein trifft, so daß er beschließt, statt Rechnungsweisen, Blockflöte zu erlernen.

In Wirklichkeit hat Radek Knapp wohl zu schreiben begonnen und ich stieß, das erste Mal auf seinen Namen, als ich in der Jury für das Nachwuchsstipendium war.

In der Diskussion hat er noch beklagt, daß es ihm nicht gelingt, aus der Migrantenschublade herauszukommen, daß er den nächsten Roman aber nicht über einen Polen in Wien schreiben wird. Mal sehen, obs gelingt oder ob ich im nächsten Jahr die Geschichte mit dem Schragl zum vierten Mal höre?

Man könnte denken, Radek Knapp macht es sich sehr leicht, den Leuten hat es aber gefallen, nur eine Frau fragte, wie es seiner Mutter mit seinen Büchern geht und Manfred Müller ergänzte noch, daß es im „Gipfeldieb“ sehr viel um die Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft geht.

An diese Stellen kann ich mich auch erinnern und Radek Knapp erwähnte, die zwei Briefe die er bekommen hat, Karten für „Cats“ und die Einberufung zum Bundesheer, worauf er Zivildienst machte und, um meine Radek Knapp Biografie zu wiederholen oder zu ergänzen.

Er war auch eine Zeitlang in der Jury für den „Siemens-Preis“, als ich dort noch meine Texte einreichte. Da habe ich ihm, glaube ich, auch einmal einen Brief geschrieben und mit Günter Kaindlsdorfer moderierte er bei der letzten „Buch-Wien“ den Bücherquiz, wo ich zwar antreten durfte, aber nicht sehr erfolgreich war.

Radek Knapp ist das sicher viel mehr als ich und einer der wenigen humoristischen Autoren, wie Manfred Müller noch erklärte, die wir in Österreich haben. Das liegt mir nicht so sehr, aber trotzdem habe ich mich für die Lesung entschieden.

Das dünne Büchlein nicht gekauft, „Franio“ und „Herrn Kukas Empfehlungen“ habe ich aber in meinen Regalen, ob ich sie gelesen habe, weiß ich gar nicht und was ein Schragl ist weiß ich auch noch immer nicht oder doch natürlich, eine „Art Regal auf Rädern“, wie Radek Knapp las und ich bin jetzt gespannt, wie ich mich bei den nächsten Terminkollusionen entscheiden werde, ob da dann die Experimentellen über die Lustigen siegen werden oder wieder nicht?

2017-03-16

Vom Centrope zu Peter Nadas Vorlesung

Vom Centrope Workshop, wo wir heute mit Juirj M. Lotmans  Semiosphäre begonnen haben und uns die Unterschiede eines Jandl-Gedichts in deutscher und ungarischer Sprache angeschaut haben, ist es dann ins Literaturmuseum zu einer Vorlesung zu österreichischen Literatur gegangen, die der 1942 in Budapest geborene österreichische Staatspreisträger für europäische Literatur Peter Nadas gehalten hat.

Das heißt, halt, das stimmt nicht ganz, obwohls im Folder so angekündigt stand, denn der ausgezeichnet Deutsch sprechende Staatspreisträger hat gleich zu Beginn seiner Rede gesagt, daß er nicht über Literatur sprechen wird.

„Schade!“, habe ich gedacht, denn genau deshalb bin ich ja hergekommen, weil ich von dem Schriftsteller einmal von einer meiner Klietinnen sehr viel Lobendes gehört habe, die ihm angeschrieben und sogar eine Antwort von ihm bekommen hat.

Ich habe von Peter Nadas  noch nichts gelesen, weder seine „Parallel-“ noch seine „Schattengeschichten“, mir wohl aber, glaube ich, im Abverkauf einmal ein Bändchen mit einem Theaterstück gekauft und ich interessiere mich, auch wenn mir das meine Kritiker nicht glauben, sehr für Literatur.

Für Geschichte natürlich auch und so war der Vortrag „Eine unerwartete Liebe – eine langweilige Ehe“, die die Symbiose zwischen Österreich und Ungarn erklären sollte, auch sehr interessant und brillant vorgetragen.

Bernhard Fetz hat in seinem Schlußwort von einer literarischen Rede gesprochen und sie ist in den Zeiten hin- und hergesprungen, hat mit artistokratischen Verbindungen zwischen Verwandten begonnen, hat bei den „Lehman-Brothers“ geendet und dazwschen war noch kurz von einem Habsburgerben die Rede, der in Budapest seinen Wohnsitz hat und den Thron wieder übernehmen könnte oder eigentlich nicht, weil schon in anderer Funktion tätig.

Das Literaturmuseum war auch sehr voll. Einige bekannte Gesichter, sogar Walter Famler ist gekommen und ich habe mit dem Lehrer Christian darüber gewitzelt, wieso er nicht in der „Alten Schmiede“ ist, wo Margret Kreidl und Judith Nika Pfeifer auftraten, aber wir waren ja auch nicht dort und Walter Famler hat sich auch in der Diskussion gemeldet und eine lange Frage gestellt, die der Autor geduldig und ausführlich beantwortet hat.

Und um von der Literaturwissenschaft wieder in die Alltagsliteratur zurückzukommen, als ich am Nachmittag in die Spengergasse ging, tummelten sich vor dem „Wortschatz“ die Leute und die Kisten.

Denn jemand hatte offenbar eine ganze Bibliothek ausgeräumt und neuen Lesern zur Verfügung gestellt und interessant, daß hauptsächlich Krimis, also das was die Leute halt so lesen, darin enthalten waren und nächste Woche fällt das „Centrope“ aus, weil wir da ja  nach Leipzig fahren, um uns vier Tage lang den Büchern zu widmen und ans blaue Sofa zu setzen und darüber, hat „Buzzaldrin“ heute geschrieben, wird sie bloggen.

Eine „offizielle blaue Sofa-Bloggerin“ also. Aber das werde ich auch tun und habe es schon getan, seit ich blogge und nach Leipzig fahre.

Natürlich nicht die ganze Zeit, denn es gibt, ja auch noch andere Veranstaltungen, aber auch da macht es wahrscheinlich die Mischung und  Margot Koller hat mir vor ein paar Tagen auch gemailt, daß sie nach Leipzig kommt und mich treffen will und da habe ich ihr entweder den Österreich-Empfang am Donnerstag um fünf oder am Freitag, um zwölf im Österreich-Cafe vorgeschlagen. Ein paar Bloggertreffs, beziehungsweise Verlagstermine gibt es auch und das „Leipziger-Literaturinstitut“ hat mich auch wieder zu seiner Absolventenlesung eingeladen und natürlich werde ich auch am Stand der Tschechen und der Ungarn vorbeischlendern, um mir anzusehen, was mir „Centrope“ anzubieten hat und Litauen, das das Gastland sein wird, ist sicher auch sehr interessant.

2017-03-15

Zweimal Lyrik

Die „Lyrik im März“ wäre heuer fast an mir vorbei gegangen, war ja vorige Woche, als es die traditionelle GAV-Veranstaltung gab, Schreibgruppe und die Lyrikabende in der „Gesellschaft“ am siebenten und am achten März habe ich auch versäumt, wenn  nicht am Dienstag noch einmal zwei Lyrik-Bände dort vorgestellt worden wären und bezüglich Lyrik habe ich am Vormittag auch eine Überraschung erlebt, denn als ich da in die Vinothek in die Ziegelofengasse gegangen bin, um meine Büchersendung abzuholen, hatte mir Anita Keiper ganz unerwartet wieder ein Lyrikbändchen aus ihrer Reihe, nämlich Gedichte des 1984 geborenen Grazers Mario Hladicz geschickt, dessen Band „Gedichte zwischen Uhr und Bett“ wohl an welchen Monsterroman erinnert, den auch ein junger Grazer geschrieben hat, wenn ich mit einer Räselfrage zu der Lyrik in der „Gesellschaft für Literatur“ überleiten darf.

Zu gewinnen gäbe es dann keinen Gedichtband, denn solche schreibe ich ja nicht, aber da sich auf meine Gewinnspiele ohnehin keine Leute melden, gerate ich diesbezüglich wahrscheinlich in keinen Zugzwang und in der „Gesellschaft“ sind wieder zwei gute alte Bekannte aufgetreten, nämlich Manfred Chobot und Christl Greller und die 1940 geborene Christl Greller hat mich, 2002 muß das gewesen sein, als ich mit Uwe Bolius meine „Halbpreislesung“ in der „Alten Schmiede“ hatte, angesprochen, so habe ich sie vermutlich kennengelernt oder kannte ich sie schon von diversen GAV-Veranstaltungen?

Sie sie jedenfalls auch eine eifrige Veranstaltungsbesucherin, ist sehr bemüht und ehrgezig, hat früher in der Werbung gearbeitet und, wie Manfred Müller einleitete in den Neunzigerjahren zu schreiben und zu publizieren begonnen.

Ich habe ihren Namen  auch einmal in der Gewerkschaft gehört, wo ich ja 2000 bei der Schreibwerkstatt der Evelyne Haas mitmachte. Da gab sie eine Lesung und zehn Bücher hat sie, wie Manfred Müller betonte, auch schon geschrieben.

Ein Roman, drei Erzähl-, sechs Gedichtbände. Einige davon habe ich zu Haus und bei Christl Greller Lesungen bin ich auch schon gewesen und eine Spezialität derselben ist wohl, daß sie ihre Arbeiten öfter mit den Werken anderer Künstler verquickt.

So gab es zu einigen Gedichten aus dem „Residenz-Bändchen“ „stadtselenland“, das sie vorstellte, einen Leporello der Künstlerin Yoly Maurer, den man sich im Foyer anschauen konnte und Manfred Müller rühmte auch  die Alltagsthemen, die Christl Greller in ihren Gedichten berührt.

Sie führte dann durch ihren Gedichtband, sagte immer etwas dazu, was ich sehr interessant fand.

Die Jahreszeiten wurden dabei auch berührt, so gab es Frühlingsgedichte, welche über Amseln, Grillen, bis es dann zu Weihnachten ging.

Das Schreiben wurde, glaube ich, auch erwähnt und der Kontrast zu Christl Grellers feiner Lyrik und ihren kleinen feinen Sprachspielerein, war dann der 1947 geborene Manfred Chobot, den ich auch schon über in der „Gesellschaft“ hörte und mit dem ich auch kürzlich in Salzburg gelesen habe.

Einen größeren Kontrast kann es, glaube ich, nicht geben, aber Manfred Chobot, der inzwischen aus Bangladesh zurück ist, wohin er kurz nach unserer Lesung flog, feierte in Mai seinen siebzigsten Geburtstag.

Zu seinem sechzigsten feierte er, glaube ich an dem Tag im Literaturhaus, wo ich den „Tag der Freiheit des Wortes“ veranstalten wollte.

Jetzt gibt es einen von Beppo Beyerl herausgegeben Gedichtband, der eine Sammlung aus den fünfzehn schon erschienenen Bänden ist und durch diesen hat sich Manfred Chobot durchgtelesen. Bekannt für ihn gab es sehr viel Erotisches, das mir manchmal zu stark und zu derb war. Die politischen Gedichte haben mir aber schon in Salzburg sehr gefallen und am Schluß gab es noch eine Diskussion über die Art des Schreibens und, wie die beiden ihre Themen finden?

Auch da gibt es Unterschiede, Manfred Chobot schreibt sehr viel im Dialekt, Christl Greller bleibt bei der Hochsprache und sie hat im ORF auch eines der sogeannten“Schirmgesichte“, das sie auch noch vorlas und dafür um Stimmen für die diesbezügliche Abstimmung bat.

Da weiß ich nicht so genau, ob ich das mache, denn da müßte ich auch die anderen Gedichte kennen, bevor ich mich für mein Lieblingsgedicht entscheiden kann und so genau höre ich nicht Radio oder lese ich den „Standard“, um das entscheiden zu können.

Manfred Chobot, den ich, glaube ich in den frühen Siebzigerjahren durch eine Arbeiterzeitung-Beilage  meines Vaters kennenlernte und später immer wieder bei Veranstaltungen und auch in GAV wiederbegegnet bin, wünsche ich aber zum Geburtstag alles Gute und fein auch heuer etwas von der „Lyrik im März“ mitbekommen zu haen, denn es wird  noch etwas dauern, bevor ich Band fünfzehn der „Editon Keiper“ lesen werde können.

2017-03-14

Nur einmal Reto Hänny

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:06
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In der „Alten Schmiede“ hats am Montag wieder einmal eine „literarische Erleuchtung“ gegeben. Der 1947 geborene Schweizer Reto Hänny, den ich, glaube ic,h von einem der „Fried-Preise“ kenne und der einmal auch Bachmannpreisträger war, referierte über den mir unbekannten Robert Pinget, den ich auch nicht näher kennenlernen durfte, denn ich hatte um fünf Uhr eine Stunde eingetragen.

Der Klient ist dann sehr spät gekommen, der Alfred hat  auch noch angerufen, so daß es sich nicht ausgegangen wäre, rasch noch in die „Alte Schmiede“ zu hetzen und vielleicht in die letzte Minute beziehungsweise zur Pause zurechtzukommen.

Also schön langsam und als ich dann die „Alte Schmiede“ kurz vor halb acht erreichte, kam mir eine Stammbesucherin gerade entgegen, ein paar andere standen vor dem Eingang und in der Zeitschriftengalerie lag ein Haufen meist fremdsprachiger Literaturzeitschriften zur freien Entnahme auf.

Nun bin ich ja kein Sprachgenie und habe bekanntlich auch nur wenig Platrz, so daß ich mir nur ein paar der „99 Nummern -Neues Formum Literatur“ nahm und mich dann eine Reihe vor Evelyn Holloway setzte, die jemanden gerade erzählte, daß sie zu wenig zum Schreiben kommen würde, weil sie zuviel lese.

Das passiert mir geigentlich nicht, daß mich das Lesen wirklich vom Schreiben abhält, das wäre eher das Surfen, das Bloglesen, die Weihnachtsfilme oder die You Tube Videos und als ich Montag Morgen vom Wochenende in Harland zurückkam, hatte ich auch zwei Zettel von den deutschen Postdiensten am neiner Wohnungs-Praxistür und da muß man sich die Packerln jetzt ja immer von irgendwelchen Geschäften abholen.

Also zuerst in eine Pizzeria, da bekam ich dann ein Buch von „Klett-Cotta“, auf das ich schon vergessen hatte und da der Weinhändler, bei dem ich mir schon einmal eines meiner neuen Bücher abholte, am Montag geschlossen hat, muß ich noch ein bißchen warten, bis ich erfahre, wer mir ein  Bücher schickte?

Es könnte das der Olga Grjasnowa sein, auf das ich schon warte oder die vom „Hommunculus-Verlag“.

Mal sehen und am Abend habe ich Reto Hänny zugehört, der in seiner Schweizer Aussprache gar nicht leicht zu verstehen war.

Johannes Tröndle hat eingeleitet und erzählt, daß sich, no na, „Blooms Schatten“ auf den „Ulysses“ bezieht und, daß den Reto Hänny schon mit Fünfzehn schreiben wollte und ein diesbezügliches Vorläuferbuch gibt es auch und dann kam die Lesung aus dem Buch, das, wenn ich die Beschreibung richtig verstanden habe, aus einem einzige Satz besteht und ich habe, obwohl ich schon ein paar mal an den Bloomes-Tage mehr oder weniger intensiv teilnahm, den „Ulysses“ nicht gelesen, obwohl ich es einmal versuchte, weil der Patrick, das Buch ja einmal den Alfred schenkte. Aber als ich endlich soweit war, kam die Anna und borgte es sich aus und was tut man nicht alles um das Leseverhalten seiner Töchter zu fördern?

Inzwischen hat sie es mir zwar wieder zurückgegeben, aber keine Zeit, keine Zeit.

Ich habe mich aber vielleicht in dem „Wiener Stadtroman“ auch an dem Thema probiert, denn da rennen ja ein paar Leute einen Tag lang durch Wien im Viertelstundentakt und der Leopold Bloom tut das in Dublin auch.

Wo „Blooms Schatten“ herumläuft, habe ich nicht ganz verstanden, vermutlich in der Schweiz und der versucht sich außer an den fast koscheren Nierndln oder ist es eine Leber, an einem Gorgonzolasandwich und trinkt dazu ein Glas Burgunder.

Sehr schmackhaft also und das anschließende Gespräch das Johannes Tröndle mit dem Autor führte war auch sehr interessant.

Denn der erzählte viel von seiner Art des Überschreibens und sagte, glaube ich, auch etwas, wie, daß man je öfter man den „Ulysses“ liest, ihn immer weniger verstehen würde. Was vielleicht als Aufforderung zu verstehen ist, es doch nicht zu versuchen.

Am Schluß gabs noch eine Zugabe und der Autor bedankte sich beim Publikum, das zum Teil aus seinen Freunden oder Fans zu bestehen schien mit einem Knicks, beziehungsweise tiefen Verbeugung und ich habe wieder einen interessanten Ausflug in die Literatur erlebt, auch wenn ich die Erleuchtung versäumte.

2017-03-13

Tiere für Fortgeschrittene

Weiter geht es mit den Neuerscheinungen und  mit den Tieren. Denn „Kiepenheur & Witsch“ hat dieses Frühjahr gleich zwei Bücher herausgegeben, die „Tiere“ im Titel haben.

„Tierchen unlimited“ und „Tiere für Fortgeschrittene“ und der Unterschied ist, daß es sich bei Eva Menasse, um eine Erzählsammlung handelt und man könnte jetzt noch kritisch anmerken, daß ich mich eigentlich weder für Tiere noch für Erzählbände so besonders interessiere.

Aber ich bin eine Namensammlerin und wähle meine Lektüre bevorzugt nach den Autorennamen aus und Eva Menasse, die Halbschwester vom Robert, 1970 in Wien geboren, seit 2003 in Berlin lebend, kenne ich wahrscheinlich spätestens durch ihren Roman „Vienna“ für den ich eine meine ersten „Thalia-Rensionen“ geschrieben habe, die auch erschienen ist.

„Mit den „Quasikristallen“ hat sie den „Alpha“ und auch andere Preise bekommen und wie im Klappentext steht eine Sammlung mit skurillen Tiergeschichten, die sie in Zeitungen fand.

Grund genug daraus Geschichten zu schreiben, die das moderne Großstadtleben mit seinen Höhen und Tiefen beziehungsweise Alltagskurlitäten, die das Leben und das Sterben umfassen.

Das Buch ist dem 2014 verstorbenen Filmemacher Michael Glawogger gewidmet und im Anhang gibt es eine Liste, wo die Tierzitate erschienen sind.

„Schmetterling, Biene, Krokodil“ heißt die erste Geschichte und der Notiz ist zu entnehmen, daß Bienen und Schmetterlinge ihre Nahrung an seltsamen Orten finden, so setzten sie sich beispielsweise auch auf Krokodile, um deren Tränen aufzusammeln und dann kommt die Geschichte von einer Tom genannten Frau, die mit ihrem Sohn und den zwei Kindern ihres Mannes Georg in einer Patchworkfamlie lebt.

Eine Woche sind die beiden Kinder, Karo und Jonas bei der Mutter, die andere beim Vater und bei ihr und das führt zu Überlebenskämpfen, denn, die Mutter ist so unzufrieden und beschuldigt Tom immer die Kinder schmutzig oder unvollständig angezogen zurückzubringen, so daß sie alle ihre Kleider zweimal kaufte und in den Kleidungsstücken auch Erkennungszeichen angebracht hat. Jetzt geht es aber eine Woche in eine „Touristenfabrik“ in die Türkei, das heißt in einen all inclusive Urlaub ans Meer.  Aber Tom ist nicht gut drauf, ist doch gerade ihr Jugendfreund Martin gestorben und dann spricht sie in dem Hotel noch ein alter Mann an, der sie für seine Schwester hält.

Interessant, die Assoziationskette könnte man meinen und vielleicht nicht viele Übereinstimmungen finden, aber Eva Menasses Erzähleisterschaft, die aus „pointierten Witz, Geheimnis und melancholischen Ernst“ besteht, wird im Klappentext ausdrücklich gelobt.

In „Raupen“ geht es um die „Tabakschwärmerraupen“, die sich ungewollt selbst ihr Grab schaufeln und das erscheint wahrscheinlich jenem alten „Despoten“ als Ausweg, dessen Frau an Demenz erkrankt ist und der sich jetzt gegen die Veränderungen, wie Wohnungsumbau, Annehmen von Dienstleistern beziehungsweise Pflegehelfern zur Wehr setzt,  die ihm seine Töchter aufschwatzen wollen,  in dem er sich, in den zur Pensionierung geschenkt bekommenen Direktorensessel setzt, sich Pornofilme auflegt und an seiner eigenen Todesanzeige schreibt.

Und die „Igel“, die in den von Mc Donald`s erzeugten „Mc Flurry Eisbechern“ verhungern, tauchen dann in Geschichte drei, wo es, um ein Luxusweibchen geht, das nichts gelernt hat und nichts kann, als Champagner zu trinken und sich von ihrem erfolgreichen Ehemann aushalten zu lassen, tatsächlich auf.

Sie rettet einen solchen armen Igel in einem Luxushotel, wo das Paar, beziehungsweise, die Frau Urlaub macht, der Gatte mußte dazwischen zu seinen Aufsichtsratsitzungen und angelte sich einen Liebhaber  und hat  dabei höchstwahrscheinlich ein liebesleeres Leben, wie das bei den nichtberufstätigen Luxusweibchen eben so ist.

Zu den „Schafen“, die ihre Wolle selbst abwerfen, ist Eva Menasse eine bizarre Geschichte von einer Kolonie eingefallen, in die während oder nach einer Krise, vielleicht ist die Welt zusammengebrochen, eine Reihe von ausgewählten Wissenschaften und Künstlern eingeladen werden, um eine unbestimmte Aufgabe zu lösen. Schafe gibt es dort nicht, nur Blattläuse und Mücke, eine Katze, die man nicht füttern und Zitronen die man von bestimmten Stellen nicht pflücken darf.

In Amerika wurde einmal ein betrunkener Autofahrer dabei erwischt, daß er ein totes „Possum“ wiederbeleben versuchte, das läßt Eva Menasse jetzt einen bekannten Regisseur bei einem Reh machen und da ihre Protagonisten ja bevorzugt der Mittelschicht, den Intellektuellen, sowie den Reichen und den Schönen angehören, haben diese dann auch Probleme, wenn sie so offen und „multikulti“ sind, daß  sie ihre Kinder in eine öffentliche Schule geben wollen.

Wie das mit dem „Hai“ im „Haus des Meeres“ zusammenhängt, habe ich nicht ganz verstanden oder ja, denn der gehört dort eigentlich nicht hinein.

Das Kletterverhalten von „Schlangen“ bringt Eva Menasse zu einer komplizierten Beziehungsgeschichte, beziehungsweise einen Neuanfang, in dem ein abgeschlagenes Bein eines Tisches eine große Rolle spielt und, daß „Enten“ gleichzeitig schlafen, als auch nach Feinden Ausschau halten können, habe ich schon irgendwo gehört.

Eva Menasse macht eine Urlaubsreise daraus, die von Panikattacken und Flugangst gequälte Jenna fährt mit ihrem Mann Ben und dem Sohn Sammy im Auto auf Urlaub nach Italien. Dabei machen ihre Kleinhirnhälten gleich mehrere Arbeitsprozesse durch. Geht sie dabei doch in die Holocaustvergangenheit ihrer Familie zurück, während sie sie sich mit ihrem Mann beim Fahren abwechselt, den kleinen Sohn beruhigt und ihm schließlich ein Kuscheltier in einer Tankstelle kauft.

Grandiose Meisterleistung diese Verbindung von tierischen Eigenschaften zu menschlichen Schicksalen und ihren Neurosen, Ängsten, könnte man so sagen.

Manches war  für mich leicht nachvollziehbar, anderes, wie schon erwähnt, eher schwierig bis unverständlich und am Cover prangen neuen Käfer und schillern von grün bis rot in allen Farb-und Formnuancen, obwohl von Käfern in den acht Geschichten eigentlich auch nicht die Rede war.

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