Literaturgefluester

2017-04-10

Amok und andere Alltäglichkeiten

Richard Weihs

Richard Weihs

Bettina Gärtner

Bettina Gärtner

Diesmal war die 1962 in Frankfurt geborene und seit 1969 in Wien lebende Bettina Gärtner zu Gast bei den „Wilden Worten“.

Eine Autorin, di, mir was eigentlich nur sehr selten passiert, nicht bekannt war, obwohl sie die „Leondinger Akademie“ absolvierte und schon ein Buch „Unter Schafen“ herausgegeben hat.

Das heißt, wie ich gerade aus dem Archiv ersah, das stimmt auch nicht so ganz, denn sie ist im Herbst bei den „Neuerscheinungslesungen der GAV“ aufgetreten und wenn ich mich recht erinnere, hat sie da auch ein Stück aus ihrem Roman, ein Krimi glaube ich, aus dem Pharmazeutenmilieu, gelesen.

Jdenfalls hat Richard Weihs in seiner Einleitung erwähnt, daß er auf sie durch das Neuerscheinungsherfterl aufmerksam wurde und sie deshalb eingeladen hat und Bettina Gärtner ergänzte, daß sie einmal dachte, sie müsse jemanden umbringen oder zu schreiben anfangen und hat sich dann für das letztere entschieden.

Deshalb vielleicht auch die „Leondinger Akademie“ besucht und für ihr zweites Buch, hat sie, glaube ich, auch ein Stipendium und eine Buchprämie wahrscheinlich für das erste erhalten.

Zuerst kamen aber drei Texte, 2008, 2009 und 2010 geschrieben, wie sie erklärte.

Der erste handelt von der Selbständigkeit, da geht das Ich, die Protagonistin, die, wie Bettina Gärtner für die zweite Geschichte erklärte, nicht unbedingt mit dem Autoren-Ich ident sein muß, auf eine Party und unterhält sich am Buffet, während der Würstchen im Schlafrock und den Canapes über den Vorteil der Freiberuflichkeit, denn da kann man sich die Zeit einteilen, etcetera.

Bettina Gärtner

Bettina Gärtner

Richard Weihs

Richard Weihs

In der zweiten Geschichte „Verzahnungen“ ist das „Ich“ dann ein Mann und gerade dabei seine Firma aufzulösen, diesbezüglich geht er nach Schönbrunn oder an einen anderen Ort spazieren, um Ruhe zu haben, wird dabei aber sowohl von einer Kindergartengruppe, als auch von Eichhörnchen gestört, die sich als sehr gefräßig erfweisen und  über die Kindergartentante herfallen.

Man sieht Bettina Gärtner, die auch im Marketing gearbeitet hat oder noch arbeitet ist sehr offensiv und hat auch sehr ungewöhnliche, fast kafkaeske Einfälle, denn in der dritten Geschichte, wo die Protagonistin schon in die Selbständigkeit in ihrer Wohnung geflüchtet ist, kommt ein armloser Fliesenleger und irritiert sie in ihrer Zeiteinteilung.

Dann kam ein kleines Stückchen aus dem ersten Roman, den die Autorin auch in einem großen Stoß vor sich abgestellt hatte und dann ein längeres aus dem zweiten in Arbeit befindenen, das von einem Hermann, einem pragmatisierten Postbeamten handelt, der in seiner Abteilung mit einem prekär beschäftigten Fräulein kämpft.

Interessant, interessant und das war auch das nachfolgende Gespräch in dem die Autorin Einblick in ihren Arbeitsalltag gab und erklärte, wieso sie zu ihren Themen gekommen ist und Richard Weihs seine Begeisterung an den Texten ausdrückte.

Dann ging es  zu den Wunschgedichten und ich habe mir diesmal eines zum Thema oder mit dem Titel, wie könnte es auch anders sein „Ostern“ gewünscht, das mit den Worten „1, 2, 3 ein Osterei“ beginnen soll und dann habe ich mir noch, um es Richard Weihs schwer zu machen drei eher nicht dazu passende Worte, wie „Gewitter“, „Arbeitslosigkeit“ und „Schweinsbraten“ dazu gewünscht.

Mal sehen was er daraus macht. Live werde ich ja das nächste Mal nicht dabei sein, weil wir da ja schon mit der Ruth um den Bodensee radeln und das Thema Ostern hat sich auch schon im Vormonat jemand anderer gewünscht, was ja jetzt aktuell ist, während zum Mai eher der Maiaufmarsch, der Maibaum etcetera passen würde, man sieht aber, ich bin meiner Zeit nicht voraus, hinke  eher nach und Bettina Gärtner hat noch, das fällt mir jetzt ein, zu ihrer ersten Geschichte von der Selbständigkeit erzählt, daß es der Protagonistin zum Halse heraushing, sich immer zu Ostern Osterhasensprüche ausdenken zu müssen, was sie im Gespräch mit Richard Weihs dahin ergänzte, daß es sich dabei, um  autobiografische Erfahrungen gehandelt hat.

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