Literaturgefluester

2017-04-14

Ich Dylan Ich

Filed under: Bücher — jancak @ 00:27
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In Leipzig  hat mir der „Wortreich-Verlag“ ein paar Bücher mitgegeben, darunter die 2015 erschienene Thomas  Dylan Hommage des 1954 in Rostock geborenen Peter Wawerzinek, von dem inzwischen bei „Transit“ „Bin ein Schreiberling“ erschienen ist.

Der Bachmannpreisträger von 2010 hat darüber am blauen Sofa diskutiert und interessant, daß er dabei etwas erzählte, was auch in „Ich Dylan Ich“ vorkommt.

Nämlich, daß er, der in einem Waisenhaus aufgewachsen sist, weil seine Mutter 1956,  die Kinder in der Wohnung zurückgelassen hat, um in den Western zu gehen, dann von einem Lehrerehepaar adoptiert wurde und dort in der Lehrerwohnung zwei Erfahrungen machte. Im Keller hat er nämlich die Literatur entdeckt, im Wohnzimmerschrank der Lehrer standen dagegen nur einige Lexika und Gesundheitsbücher und Alkohol hat er  da auch zu trinken angefangen.

Er hat dann auch noch im Radio eine Entdeckung gemacht, nämlich Gedichte des walisischen Dichters Thomas Dylan, der übrigens an meinem Geburtstag, den 9. 11. 1953, gestorben ist.

Von da an war er ihm verfallen und hat in seinem Sinn zu  dichten angefangen, auch davon ist wahrscheinlich in dem neuen Buch zu lesen, zumindest hat Peter Wawerzinek in Leipzig ein paar seiner Stehgreifgedichte vorgetragen.

Später als er dann erwachsen und die Mauer schon gefallen war, durfte er nach Wales, seinem Idol nachreisen und hat das, mit einigen Freunden, weil man allein nicht reisen soll, auch mehrfach getan.

Nach Swansea, dem Geburtsort des Dichters ist er mit seiner Freundin gefahren, hat dort sogar in dem Haus gewohnt und in den Kleidern des Dichters in seinem Bett geschlafen.

Das soll man aber nicht, denn er Schlaf war, wie Wawerzinek schreibt, der übrigens, was ich, obwohl ich  2010 für ihn stimmte und daher ein Teilchen dazubeigetragen habe, daß er auch Publikumspreisträger geworden ist, so genau noch gar nicht wußte, ein ausgezeichneter Schreiber ist, der die Töne ganz genau trifft, beschreibt, sehr unruhig.

So hat er die Kleider des Idols wieder ausgezogen, das Zimmer gewechselt und dem Dichter weiter nachgereist, nach dem sich Bob Dylan, der Nobelpreisträger von 2016 übrigens genannt haben soll und dessen Werke von Erich Fried in Deutsche übersetzt wurde.

Ich bin, was sich jetzt rächt, keine Pop-Poetin, so war mir der Name des Dichters, der an dem Tag gestorben ist, als ich zur Welt kam, bisher ziemlich unbekannt.

Peter Wawerzinek, der auch Stadtschreiber von Klagenfurt war und 2015, die diesbezügliche Festrede gehalten hat, führte mich aber in sein Leben ein, reiste zu den Schreiberhütten, die er bewohnt, erzählt von seiner Frau Caitlin, der er kein guter Gatte war und auch auf seine Kinder nicht besonders schaute, obwohl er gut verdiente, mit dem Geld aber nicht umgehen konnte und zu Tode hat er sich 1953 auch gesoffen.

Das ist auch eine Verbundenheit mit seinem Autor, hatte ja auch Peter Wazerinek Alkoholprobleme und darüber geschrieben und er meinte auch, daß er wenn er eine tötdlich Diagnose bekommen würde, an Meer reisen und dort achtzehn Whiskys trinken würde.

Thomas Dylan hat aber die Whiskys, die er nicht mehr vertragen hat und daher ins Koma fiel, in New York City getrunken und ich denke, daß mein Körper, wenn er Krebs hat, soviel Alkohol auch schon vorher auspeien würde.

Ein schönes Bild und auch das der Fürsorge, die Wawerzinek hat, der meint, daß er, wenn er könnte, zu dem Dichter reisen würde,  vom Trinken abhalten und ihm eine bessere Erhährung beibringen würde, ist sehr schön.

Ich bezweifle aber, daßes funktionieren würde. Der Dichter würde sich wohl auch von seinem Dichterkollegen nicht abhalten lassen, ihn wahrscheinlich eher mitreißen, mit ihm die  achtzehn Whiskys zu trinken.

Denn das  unterscheidet die Genies wahrscheinlich doch von den Normalmenschen, daß sie nicht Maßhalten können und sowohl geniale Verse schreiben, als auch sich selbst ruinieren.

Der Vergleich zu Till Eulenspielel, Dyl Ulenspiegel kommt auf und Peter Wawerzinek hat mich, wofür ich ihm sehr danke, den  1914 geborenen Dichter  nähergebracht, dem „Wortreich-Verlag“ von dem ich eigentlich dachte, daß er nur österreichische Autoren verlegt, danke ich natürlich auch dafür und ehe ich es vergessen,  Raben dürften sowohl bei Wawerzinek, als auch bei Thomas Dylan eine wichtige Rolle gespielt haben.

So heißt, das Buch mit dessen Ausschnitt, Wawerzinek, 2010 den „Bachmannpreis“ bekommen hat, ja „Rabenliebe“ und das Cover von „Ich Dylan Ich“, ist ein Gemälde, das die Künstlerin Alice Haring angefertigt hat.

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