Literaturgefluester

2017-04-23

Warum ich lese

Jetzt kommen, wirklich nur ganz zufällig zum „Welttag des Buches“ passend, „40 Liebeserklärungen an die Literatur“, denn der Blogger Sandro Abbate hat da vor cirka seinem Jahr seine Bloggerkollegen dazu aufgerufen, diese Fragen zu beantworten und jetzt ist bei „Homunculus“ ein Buch daraus entstanden, das zum „Indie-Bookday“ fertig geworden ist und in Leipzig und auch in einer Buchhandlung in Berlin, glaube ich, vorgestellt wurde.

Jochen Kienbaum, der strenge unerbittliche, dem es nicht gelungen ist, ein Manuskript für den „Blogbuster-Preis“ vorzustellen, hat unter anderen daraus gelesen.

Vierzig Blogger werden meine Leser nun vielleicht fragen, gibt es nicht inzwischen schon an die oder über eintausendzweihundert davon?

Stimmt, glaube ich, aber die Blogger sind ja sehr streng und kritisch und lassen, wie ja am „Buchpreisbloggen“ und wahrscheinlich auch anderswo zu merken ist, nicht jeden in ihre Reihen.

Da „muß“ man ausgewählt werden, um als „offizieller Buchpreisblogger“ zu gelten, obwohl das ja eigentlich jeder machen kann, sich die Bücher der Longlist kaufen oder schicken lassen, sie lesen und dann auf seinen Blog besprechen.

Ich tue das seit zwei Jahren und die Frage, warum ich lese, habe ich im „Literaturgeflüster“, das sehr bald seinen dreitausendsten Artikel feiern wird und in ein paar Monaten seinen neunten Geburtstag hat, auch schon öfter beantwortet.

Ich tue es hier gleich noch einmal, denn alle Blogger sind zum Glück nicht so streng und kritisch „Der Debut-Preis-Blog“ist da ein wenig lockerer und so konnte ich mich vorigen Herbst noch knapp vor oder auch schon nach Schluß melden und beim „Debutpreis“ mitjonglieren und eines der fünf Shortlistbücher ist aus dem „Homunculus-Verlag“, ein junger „Indie-Verlag“, wie ich inzwischen weiß, gekommen und so habe ich ihn kennengelernt und der Verlag mir das Buch geschickt.

Die Frage, was ein guter Blog ist, da stört mich ja auch immer die Diskussion ein bißchen, daß die anderen so schlecht sein sollen, wird auch schon in Sandro Abbatos Vorwort, wenn vielleicht auch nicht beantwortet, so doch angeschnitten.

Denn manche Blogger haben ja Literaturwissenschaften studiert, die meisten wollen nicht mit den Literaturkritikern in Konkorrenz treten, manche schon und die „Booktuber“ halten stolz ihre Neuerscheinungen in die Höhe und sagen sazu: „Das Cover ist sehr schön, mehr weiß ich noch nicht!“

Seit einiger Zeit schaue ich ziemlich viel „Booktube“ und habe dabei auch einige sehr interessante entdeckt und es stört mich auch nicht so sehr, daß das oft eher junge Mädchen sind, die Bücher oder Serien lesen, von denen ich noch nie etwas gehört habe.

Denn, ich denke, man soll sich ja freuen, wenn die jungen Menschen lesen und nicht über sie schimpfen und eine Definition der Literaturkritik, daß Blogger nur Inhalte nacherzählen, ein bißchen Biografie und ihre Meinung dazu schreiben, führt Sandro Abbate auch noch an und distanziert sich davon.

„Es gibt schon Blogger, die sind da qualifizierter!“ und ich fühlte mich ertappt, denn „Uje, uje…!“ und erst viel später, als ich dem Bericht von Katharina Hermann von“Kulturgeschwätz“ gelesen habe, die Thomas Bernhard zitiert:

„Wenn wir den führern zuhören, hören wir doch nur immer das Kunstgeschwätz, das uns auf die Nerven geht, das unerträgliche Kunstgeschwätz der Kunsthistoriker.“ (Alte Meister)“, die das vielleicht auch ein bißchen tut, habe ich aufgeatmet und hinzugefügt „Na und, warum nicht!“

Aber ich bin in dem Buch nicht vertreten und bin eigentlich auch kein Bücherblog, sondern das „Literaturgeflüster“ ist, wie ich mich vielleicht ganz gut definieren kann, das literarische Tagebuch einer seit fünfundvierzig Jahren „erfolgfrei“ schreibenden Frau, die vielleicht ein wenig eigenwillig ist, schon seit Kindertagen liest, seit vierzig Jahren zu literarischen Veranstaltungen geht und das seit 2008 öffentlich zu archivieren versucht und die anderen, wenn sie das wollen, daran teilhaben läßt.

Die wollen das nicht immer, sondern interessieren sich vielleicht nicht dafür oder schreiben und bloggen selber und lesen habe ich, glaube ich, nicht in der Schule, sondern von einem in den Fünfziger- und Sechzigerjahren sehr bekannten Logopäden, dem Herrn Aschenbrenner gelernt, denn ich bin ein Novemberkind  und als meine Mutter mich vor meinen sechsten Geburtstag für die Schule anmelden wollte, hatte ich soviele „Sprachfeheler“, daß die mich nur für die diesbezügliche Sonderschule nehmen wollten.

Da sagte meine Mutter „Mein Kind geht in keine Sonderschule“ und ging mit mir zu besagten Herrn, der sich, wie ich mich zu erinnern glaube, sehr mit mir bemüht hat, denn jetzt kann ich das „r“ und auch „s“ aussprechen und lesen konnte ich auf einmal auch.

Die Rechtschreibung war und ist mir dann noch immer nicht so wichtig gewesen. Ich bin aber, wie ich immer sage und es vieleicht nicht ganz stimmt, ein Arbeiterkind, mein Vater war in der Statistikabteilung der WGKK und, glaube ich, gelernter Buchhalter. Die Mutter, gelernte Stickerin, die später, als Kindergartenwärterin oder Helferin wie das heute heißt, gearbeitet hat.

Mein Vater war aber ein Sozialist und ist daher in seiner Freizeit mit den Büchern der „Büchergilde Gutenberg“ hausieren gegangen und weil ich bei den „Kinderfreunden“ war, habe ich jedes Jahr zu Weihnachten von ihren auch ein Buch geschenkt bekommen.

Es gab dann auch den berühmten Bücherkasten meiner Eltern, dessen Inhalt heute größtenteils in Harland steht und zum Teil auch schon gelesen ist. Ich habe in der Schule die Schulbücherei, wie ich mich erinnern kann, sehr frequentiert und einmal auch versucht, ein Kinderbuch der Erika Mitterer „Kleine Damengröße“ abzuschreiben und bin entsetztlich daran gescheitert. Ja das Netz und wahrscheinlich sogar Kopierer hat es damals noch nicht gegeben.

Als Studentin habe ich mir sehr viele der sehr teuren Buchpreisbindungsbücher gekauft, habe Nietzsche und Schopenhauer gelesen und nicht verstanden, den „Mann ohne Eigenschaften“ auch nicht und bekenne mich dazu. Irgendwann habe ich mit dem Bücherkaufen aufgehört, mit dem Lesen nicht.

Literarisch zu schreiben habe ich nach meiner Matura angefangen, zum selber Publizieren cirka 2000 mit dem Bloggen 2008 mit dem „Rezensionsenschreiben“ durch die „Thalia-Leserrezensionen“ und dann später in meinem Blog und seit es die öffentlichen Bücherschränke gibt, wächst mein Sub und ist nicht nur ein Stapel sonder schon ganze Stöße, die die Schlafzimmerwand zieren und ein paar neue Bücherregale habe ich mir inzwischen auch gekauft.

Ich spoilere entsetzlich, mache also offenbar alles falsch, was man nur falsch machen kann, was meine Kritiker auch manchmal bemerken, lese aber trotzdem, obwohl ich inzwischen auch sehr viel Zeit im Netz verbringe und meine Lieblingsblogs habe.

Alle tausendzweihundert kenne ich natürlich auch nicht, auch nicht die vierzig, denn irgenwann ist ja Buzzaldrin zu mir gekommen und durch ihre LL-Leseideen habe ich Blogs wie die Von Jochen Kienbaum und Tobias Nazemi kennengelernt, die ich sehr gern lese, aber vielleicht soll ich jetzt zu schwätzen, plappern würde wohl mein Kritiker Uli, sagen, aufhören und etwas über das Buch erählen, das, sage ich jetzt gleich, für sehr interessant halte und der große Vorteil ist, wie auch bei meinen „Literaturgeflüster-Texte-Buch“, man muß es sich nicht kaufen, sondern kann die Texte alle im Netz finden.

Aber Hand aufs Herz, da habe ich sie nicht gelesen, jetzt lese ich sie in kompakter Buchform, von der ich gleich anmerken kann, daß mich die quadratische, in der es das Buch gibt, etwas, beim Lesen in der Badewanne störte, denn ich bin ja eine Badewanneleserin, aber es ist viel kompakter das Buch und nicht die einzelnen Blogbeiträge zu lesen. Man bekommt dabei auch viel mit und kann vergleichen und wer will, kann gleich auf den Blog gehen und ihn kennenlernen und da habe ich, glaube ich, auch ein paar Neuentdeckungen gemacht.

Also zuerst kommt Sandro Abbates Vorwort, dann kommt schon Tobias Nazemi vom „Buchrevier“, den ich ja sehr gerne lesen und der sich mit seinen „Briefen“ vielleicht auch schon ein bißchen schriftstellerisch betätigt, der den „Blogbuster“ ins Leben gerufen hat, einer der offiziellen Buchblogger war und in seinen Beitrag „7 Gründe, warum es jetzt wichter denn je“ ist zu „lesen“ in seinen Beitrag anführt.

Die siebenundzwanzigjährige Buchhändlerin und Studentin Sophie Weigard, die in den Blogs oft als eine der qualifiziertesten Bloggerinen angeführt wird und auch schon Seminare gibt, wie man das macht, kenne ich auch schon seit 2013 von Mara Gieses „Fünf lesen zwanzig-LL-Aktion“ und lese ihren Blog „Literaturen“ oder „Literatourismus.net“ sehr gern und sie führt an, daß die Großmutter Groschenhefterln gelesen hat und der Großvater „Reader Digests-Wälzer“, sie also aus keinem ausgesprochenen Lesehaushalt kam und das ist das, was ich an dem Buch beziehungsweise, der Aktion so interessant, finde, denn einige der Blogger kommen aus Arbeiterhaushalten andere aus Akademikerfamilien, sind Töchter von Buchhändler und Bibliothekaren und alle haben das Lesen gelernt,  tun es gern und bloggen darüber.

Peter Peters von „Peter-liest.de“, hat eine besonders eindrucksvolle Lesegeschichte. Als er fünf war, starb sein Bruder, unmittelbar vor der Geburt, weil die Mutter unglücklich gefallen ist. Sie lag lang im Krankenhaus, das Kind war dazwischen bei der Großmutter, die ihm Mädrchen vorgelesen hat, das Märchenbuch hat er ins Krankenhaus mitgenommen und so getan, als würde er der Mutter vorlesen und alle, auch die anderen Patientinnen haben gebannt zugehört“.

Darüber kann man und hat man wohl auch schon Romane geschrieben, man kann aber auch darüber bloggen und zum Leser werden.

Katharina Herrmanns Blog „Kulturgeschwätz“, hat mich, das habe ich schon geschrieben, sehr beeindruckt, weil ich ihn als sehr unkonventionell finde und das ist ja für mich auch das Tolle an den Blogs, daß da jeder anders sein kann und es keine Regeln gibt und wenn man jetzt versucht durch Seminare oder Bloggerakademien solche einzuführen, würde ich das eigentlich sehr schade finden.

Andrea Blank ist 29,und hat seit März 2016 einen Blog, der „Lohnt sich das Lesen“ heißt und kann sich auch an die „Stimme ihrer Oma erinnern, als die ihr aus den Grimmschen Märchen vorgelesen hat“.

Jochen Kienbaum, den Anspruchsvollen, der nicht aus „Flucht sondern als Expedition“ liest, habe ich schon erwähnt. Ich kenne ihn als Buchpreisblogger, lese ihn gern und wünsche ihn mir vielleicht ein wenig weniger kritisch, streng und anspruchsvoll und, ich glaube auch nicht, daß einen ein Buch, nach dem berühmten Zitat von Kafka, auch immer erschrecken muß.

Er zitiert auch Goethe „Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zu Genuß und Belebung oder zu Erkenntnis und Belehrung“, das kann ich für mich nicht so sehen und, ich glaube, ich lese inzwischen auch, weil ich herausbekommen will, wo und wie die anderen besser, als ich schreiben können und ich bin, wahrscheinlich im Gegensatz zu Jochen Kienbaum, eine bekennende „Über den Tellerrand-Leserin“, „ein Buch muß mich nicht immer mit der Axt am Kopf rütteln“, im Gegenteil das würde mich wahrscheinlich sogar abhalten.

Zuviel Gewalt mag ich ja nicht, obwohl ich es trotzdem lese und auch das Experimentelle und den „Ulysses“ habe ich noch immer nicht gelesen, auch nicht den Marcel Proust, aber Robert Musil,  Kafka auch noch nicht sehr viel im Original.

Konstanze Matthes Blog, deren Beitrag, in dem sie von ihrer DDR-Jugend und dem Aufwachsen in der örtlichen Bücherei, zu der sie die Mutter mitnahm, mich sehr berührte, kenne ich auch durch den „Buchpreis-Blog“ und der ist ja etwas anderes, als das „offizielle Buchpreisbloggen“.

Ich kann aber von mir sagen, ich bin keine Bibliotheksleserin, denn ich wollte die Bücher ja immer haben, sie sammeln und sie anstreichen und ich gebe sie auch ungern her.

Die Schulbibliothek in der Hauptschule war offenbar eine Ausnahme und die städitischen Büchereifilialen beziehungsweise, die älteren Bibliothekarinnen, die mir damals mit zwölf, dreizehn die Krimis verweigerten und mich mit einer verstaubten Grillparzer Ausgabe nach Hause schickten, sind mir immer noch ein Horror.

Ich hoffe, es gibt sie inzwischen nicht mehr und habe ihnen in den „Berührungen“, in der Figur der Esther Silberstein, eigentlich ein liebevolles Denkmal gesetzt.

Dann kommt Sarah Reul von „Pinfisch.net“, die war, glaube ich, auch bei dem Bloggertreffen, das ich in Leipzig besuchte, ist, glaube ich, meistens rosa angezogen,  Buchhänderlin und sehr engagiert für das Lesen, die unabhängigen Verlage und hat sich, glaube ich, auch sehr für dieses Buch eingesetzt.

Sie beschreibt in fünfzehn Punkten ihre Leseentwicklung. Da kann ich vielleicht auch ein bißchen zusammenfassen, Karl May wird bei den Bloggern öfter genannt, der gehört wahrscheinlich zu den Büchern und den Autoren, die ich niemals lesen werde.

Harry Potter gehört, glaube ich, auch zu, bei „Shades of Grey“ ist das, glaube ich, anders. Das habe ich auf meinen SUB und möchte ich, wenn ich es bei den vielen Neuerscheinungen schaffe, gerne lesen und zu meinen unwürdigen Lektüren, die mache Blogger anführen, gehört auch die Courths-Mahler und Krimis lese ich auch ganz gerne, obwohl ich keine Gewalt mag und daher eigentlich keine richtigen schreiben kann.

Den nächsten Blogger, den ich zitieren möchte, alle vierzig, kann ich, glaube ich, nicht anführen, ist Marc Richter von „Lesen macht glücklich“ und den habe ich durch die „Debutpreis-Jury“ kennengelernt, mich da mit ihm ausgetauscht, habe von ihm auch ein Buch gewonnen, das ich noch lesen muß und muß ihm auch bezügtlich seines Blognamens widersprechen.

Denn glücklich macht das Lesen, glaube ich, nicht. Mich jedenfalls nicht, dafür lese ich eindeutig die falschen Bücher, denn die ich lese, schildern oft das Elend der Welt und lenken nicht ab und beschönigen nicht.

Aber das ist ja, habe ich bei den anderen Bloggern gelesen, auch ein Kriterium, das für sich spricht und als „Bloggername“ ist es auch schön und es ist einer, über den man herrlich nachdenken und dann widersprechen kann.

Claudia Pütz vom „Grauen Sofa“, kenne ich vom „Longlistenlesen 2014“, denn da habe ich „Kastelau“ von ihr gewonnen und sie erwähnt in ihrem Beitrag, daß sie durch „Blauschmuck“ in das Leben der jungen Türkin Filiz eindringen konnte. Da kann man natürlich sagen, daß es wahrscheinlich nützlicher wäre, direkt zu der geschlagenen Hausmeisterfrau im Parterre unten zu gehen, umsie anzusprechen und das Lesen natürlich Lebensersatz ist, Flucht vielleicht auch, aber natürlich Abenteuerlust und Eindringen in fremde Welten, in die man sonst nicht kommen würde. Und für mich würde ich auch sagen, daß das gar nichts macht, denn das reale Leben habe ich in meiner psychotherapeutischen Praxis und wenn ich spazierengehe, erlebe ich auch sehr viel, dann gibt es meine Familie, die Menschen um mich rum und noch vieles andere mehr.

Es gibt in dem Buch noch andere Stars der Bloggerszene, wie Gerard Otremba, ein „Buchpreisblogger“ des letzten Jahres, von „Sounds and books“, der sich auch für Musik und das Laufen interessiert und auf seinen Blog drei redakionelle Mitarbeiter hat und noch andere sucht oder den „Kaffeehaussitzer“ Uwe Kalkowski, auch ein „Buchpreisblogger“, der sich einmal mit mir sogar nin Verbindung gesetzt hat.

Berührend die Erfahrungen der Krankenschwester Vanessa Palmen, die erzählt, wie sie in ihrer Intensivstation abstumpfte und keine Gefühle mehr hatte, das ist ein Selbstschutz würde ich sagen und so gesehen wahrscheinlich ganz natürlich, das Lesen hat sie aber herausgerettet und Janine Rumrich von „Kapri-Zioes“ erzählt, daß sie mit Vierzehn keine Lust zum Lesen hatte.

Marina Büttner kenne ich auch durch mein „Buchpreislesen“ Sie liest manchmal dieselben Bücher, ich kommentiere ihr dann und sie antwortet darauf. Sie liest auch Lyrik und einen anderen Lyrikblogger oder Schreiber, gibt es in dem Buch auch, wie auch einige Menschen, die schreiben.

Fabian Neidhard, den ich vom „Debut-Preis“ kenne und der auch im „Literaturcafe“ publiziert, ist, glaube ich, ein Selfpublisher und er schreibt so schön „Bis heute sind Geschichten der größte Teil meines Lebens. Ich konsumiere sie. Ich produziere sie, ich liebe sie.“ Wie wahr würde ich ihm antworten und die vier Literaturwissenschaftlerinnen vom „Debutpreis-Blog“ sind auch in dem Buch vertreten.

Dann gibt es noch Chris Popp von „Booknerd.de“, der auch schon „mittlerweile zwanzig Mitschreiber“ und eine sehr berührende Lesegeschichte mit Wankungen und Schwankungen aufzuweisen hat, wie es eben gehen kann, wenn man aus einer Arbeiterfamilie kommt, auch musizieren und anderes will und dann erfährt, das die Sachen, die einen einmal langweilten, auf einmal faszinieren können.

Man sieht, ich könnte seitenlang über die Lesegeschichten der Bücherblogger schreiben und mit meinen Erfahrungen verknüpfen, begnüge mich aber darauf hinzuweisen, daß Henri Vogel von „Filmtheaterlesesaal“ aus „Warum lese ich“ eine Kühlschrankgeschichte gemacht hat, in der saure Gurken, Apfelmus und Chili vorkommen.

Da sage ich, lesen ist vielfältig und das schreiben darüber auch und ganz am Schluß gibt es ein paar leere Seiten „Und warum liest du?“ steht darüber geschrieben.

Die lasse ich leer, habe ich hier ja schon genug darum herumgeflüstert und füge daher nur an daß mir „Buzzaldrins“, „Bücherwurmlochs“, „Sätze und Schätze“, „Atalantes“ und noch einige Leseerfahrungen anderer Bologger, die ich kenne, fehlen und mich frage, warum sie in dem Buch nicht enthalten sind?

Aber natürlich, es gibt über tausendzweihundert Bücherblogs und ein Buch hat nicht Platz für alle. Also ins Internet gehen und selber nachschmökern, lesen, entdecken und ich kann das Buch nicht nur am „Welttag des Buches“ wirklich allen empfehlen und raten, die weißen Seiten für sich selbst zu benützen und bedaure auch etwas, daß es beim Lesen seine Spuren hinterlassen hat, was fast den Verdacht aufkommen lassen könnte, daß das Internet vielleicht doch haltbarer ist?

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2 Kommentare »

  1. Hallo Eva,

    bezüglich des Buches: Die Auswahl der Beiträge hatten Sandro und der homunculus Verlag getroffen (siehe auch Kommentar bei literaturleuchtet). Auch die Wahl für das Taschenbuchformat war mehr ökonomischer Natur. Ich finde, dass das Format ja sehr gut heraussticht, weil es eben so ungewöhnlich ist.
    Den Vergleich mit dem Debütpreis finde ich ein bisschen unfair, da die Zusammenstellung der Jury offen gestaltet war und somit auch kein Zwist stattfinden konnte. Bist du da dieses Jahr wieder mit dabei?

    Um meinen Blognamen kann man wirklich vortrefflich streiten, empfinde es aber passender als die ursprüngliche Idee “süchtig“ statt“glücklich“ zu nehmen (daher rührt auch der Untertitel) und würde dir vehement widersprechen, denn auch schwere Lektüre macht mich glücklich, da sie mich beim Lesen beißt, fordert und manchmal auch erschreckt (wie zuletzt “Meine fünf Jahre als Vater“). Ich beziehe das Glücklich somit mehr auf den Zustand des Lesens als auf den Inhalt der Lektüre, denn die, da stimme ich dir zu 100% zu, lässt einen manchmal ganz schön deprimiert zurück.

    In diesem Sinne wünsche ich dir noch einen schönen Weltbuchtag.

    Liebe Grüße
    Marc

    P.S. Schon angefangen mit der Verwüstung? 😉

    Kommentar von Marc — 2017-04-23 @ 16:59 | Antwort

  2. Vielen Dank für den Kommentar und liebe Grüße!
    Unfair habe ich eigentlich nichts gemeint, obwohl es schon stimmt, daß ich wahrscheinlich aus persönlicher Betroffenheit, weil ich wohl schon zu oft nicht ausgewählt wurde, etwas gegen Auswahlkriterien habe.
    Deshalb finde ich es toll, daß jeder, der regelmäßig literarisch bloggt, bei der Debutpreisjury mitmachen kann und was mich betrifft, ist das noch einmal besonders schön, denn da bin ich wirklich erst auf den Blog gestoßen, als die Anmeldefrist eigentlich schon vorüber war.
    Natürlich muß man bei einem Buch auswählen, tausendzweihundert Texte gehen nicht hinein und das will wahrscheinlich auch keiner lesen und hier ist das wahrscheinlich auch egal, weil ja jeder der es will, „Tag“, heißt das, glaube ich, bei den Booktubern diese Fragen beantworten und auf seinen Blog stellen kann.
    Deshalb bin ich ja auch vor fast neun Jahren zu meinen Blog gekommen, weil ich da das schreiben kann, was ich will und deshalb mache ich, seit cirka 2000, glaube ich, auch meine Bücher selbst.
    Das Erste hat mir mein Mann zum Geburtstag geschenkt, da habe ich gedacht, „Wow, so schnell, so schön, so billig, ab jetzt wird jedes meiner Bücher erscheinen!“
    Vorher habe ich herumgeschickt und herumgeschickt und bis erst später daraufgekommen, daß „Eigenverlag“ ein Schimpfwort war, das man damit vielleicht nicht überall lesen konnte, nicht rezensiert wurde, auf keinen Buchpreislisten steht, etcetera.
    Ein wenig hat sich das jetzt geändert und ich frage heute auch kaum mehr bei einem Verlag an, sondern lasse das fertige Manuskript drucken und stelle das Buch dann auf meiner Seite vor.
    Abseits steht man damit, wie man auch an den „Debutpreiskriterien“ und der Dikussion vom letzten Jahr bezüglich des Buches „Ymir“ merken konnte, damit immer noch ein bißchen oder vielleicht auch sehr viel und deshalb vielleicht auch meine Empfindlichkeit, die ich zu entschuldigen ersuche.
    Ich wollte damit nicht den „Debutpreis“ kritisieren und mich auch nicht in dieses Buch hineindrängen.
    Meine Besprechung ist ja, wie man merken wird, sehr lang geworden. Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch so intensiv besprochen, das liegt daran, daß ich meine Meinung immer in die Beiträge der anderen verknüpfte und toll ist da auch, daß es da zwei oder drei leere Seiten gibt, wo man ja auch aufschreiben kann, wie man selbst zum lesen kam und so gesehen könnte ich das Buch kaufen, die Seiten ausfüllen, es dann verpacken und meiner Mutter, Freundin, Tochter, Liebsten oder wem auch immer schenken.
    Und die quadratische Form ist originell, kein Zweifel, so wie eine App wahrscheinlich. Beim Lesen in der Badewanne war sie hinderlich, das habe ich, die ich hauptsächlich in der Badewanne lese, ausprobiert, aber noch mehr kann man vielleicht, die Form bedauern, wenn man das Buch zum Beispiel mit „Ymir“ oder „Knallmasse“, das ich inzwischen auch gelesen habe und die Besprechung wahrscheinlich am Freitag veröffentlich werde, weil ich inzwischen noch zu ein paar Veranstaltungen gehe, vergleicht. Denn diese Bücher sind sehr künstlerisch gestaltet, haben einen Glanzeinband und sehr schöne Illustrationen.
    Das fehlt hier ein bißchen oder auch nicht vielleicht, denn eigentlich ist es ja ein Internetbuch, das dann gedruck wurde, man kann also alles im Netz nachlesen.
    Ich habe, um mir die Zeit zu ersparen, nicht jeden Beitrag einzeln verlinkt, man muß aber nur auf die Seite von Sandro Abbate gehen, da kommt man auf die vierzig Beiträge. Die Blogger, die ich erwähnt habe, habe ich vermißt, weil ich sicher war, sie würden auch einen Beitrag haben. Aber wie schon gesagt, wenn es ihnen wichtig ist, können sie ja die Frage beantworten und ich glaube, ich habe mich auch deshalb auf das Lesen des Buches gefreut, weil ich dachte, da kann ich das dann auch tun, obwohl bei meinen inzwischen fast dreitausend Artikeln, die es seit Juli 2008 gibt, einige dabei https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/08/16/buecherherbst/, die sich auf das Lesen beziehen und zum Dreitausender und zum neunten Bloggeburtstag wird es auch einen Artikel geben, wo es wahrscheinlich auch, um mein Lesen und mein Schreiben, was denn auch sonst, gehen wird.
    Ich lese sehr viel, habe, weil ich schlecht nein sagen kann und will und seit ich „Buchpreisblogge“ auch immer mehr Angebote bekomme, auch schon sehr viele Rezensionsexemplare auf meiner Liste, wo ich denke, daß ich sie sofort lesen muß oder soll.
    Dann bleiben die Bücher, die ich zu Weihnachten, zum Geburtstag bekomme, in den offenen Bücherschränken gefunden oder auch gewonnen habe und die auf meiner Jahresliste stehen, leicht über.
    Aber ich bin jetzt mit den Frühjahrsneuerscheinungen fast fertig, dann ziehe ich die Geburtstags- und die Weihnachtsbücher vor und dann kommt, ich verspreche, daß ich es nicht vergesse „Die Verwüstung der Zellen“ und wenn ich mit dem Korrigieren meines derzeitigen Romanprojektes fertig bin, was hoffentlich bald geschieht, dann werde ich, habe ich mir vorgenommen, schon, um ein bißchen Recherche für das nächste zu betreiben, mir das „Blogbuster-Leseprobenbuch“ vornehmen und schauen, ob ich auf Grund der Proben, eine Prognose geben könnte?
    Bin da aber etwas skeptisch, denn, als Mara Giese, die ich auch sehr vermißt habe, 2013, die Aktion des „Buchpreisbloggens“ startete, habe ich mir das erste Mal gedacht, das würde ich auch gern tun, aber meiner Leseliste wegen verzichtet, die Verlage anzufragen und stattdessen nur ein Buch bestellt und sonst das Leseprobenbüchlein gelesen.
    Da bin ich aber nicht sehr fündig geworden. Diese Proben sind aber, glaube ich, ein bißchen ausführlicher und länger, so daß man vielleicht doch einen Eindruck bekommen kann.
    Mal sehen, ich werde darüber schreiben, schicke liebe Grüße und hoffe, daß der „Welttag des Buches“ entsprechend gefeiert werden konnte!
    Mit diesem Buch kann man das, glaube ich, sehr gut machen und hat es mich auch sehr gefreut, daß es Marina Büttner auch auf ihrer Seite besprochen hat.
    Ja, beim „Debutpreis“ bin ich wieder dabei und habe vielleicht auch schon ein wenig vorgelesen.
    Und was das „Lesen macht glücklich“, betrifft, so war das auch keine Kritik, sondern nur eine Feststellung, die ich, glaube ich, auch einmal auf Mara Gieses Blog so kommetierte, als sie auch darüber schrieb.
    Ich glaube, daß Lesen mich nicht glücklich machen kann, denn dazu lese ich zu kritische und zu schwierige Bücher und das wollte ich ausdrücken, daß es vielleicht zu oberflächlich ist, wenn man sagt, liest, dann wird man glücklich!
    Wenn ich ein Buch, wie „Blauschmuck“ oder „Gott ist nicht schüchtern“, etcetera, etcetera lese, bleibe ich wahrscheinlich nachdenklich, informierter, beftroffen und was auch immer zurück und süchtig, denke ich, um schon wieder eine Kritik zu äußern, sollte es vielleicht auch nicht machen!
    Aber was ist schon eine Sucht? Ich muß, um zu überleben essen und trinken. Muß wahrscheinlich arbeiten, um mir das zu finanzieren und lesen sollte ich, weil ich es mag, es schön ist, ich es gerne tue, es mich bildet oder, wie ich oben geschrieben habe, ich endlich herausfinden will, was die anderen Autoren besser als ich können oder vielleicht auch nur, weil es soviele Bücher gibt, die sich mir in den Weg stellen, auf die ich aufmerksam werde und die mich neugierig machen!

    Kommentar von jancak — 2017-04-23 @ 18:08 | Antwort


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