Literaturgefluester

2017-04-27

Julya Rabinowitsch feiert Mela Hartwig

Die  „Autorinnen feiert Autorinnen Veranstaltung gibt es jetzt das vierte Mal. Julia Danielcyck hat sie eingeführt, als sie von Roul Blahacek das  Literaturreferat übernommen hat und das war sicher eine engagierte Idee und so hat Marlene Strerwuwitz Bertha von Suttner gefeiert, Marlene Schachinger Betty Paoli und Ruth Klüger Marie Ebner von Eschenbach.

Lauter adelige Damen, als ob es es keine andere Autorinnen gäbe und als ob es nicht wert wäre, diese auch zu feiern.

Else Feldmann vielleicht oder Hermynia von Mühlen, Bingo die ist auch adelig, also Else Feldmann oder eine andere jüdische Autorin, die im Holocaust Österrreich verlassen hat und damit ihre Identität verlor.

Das habe ich Julia Danielcyck vor cirka einem Jahr gesagt und Bingo, Zufallf oder nicht, man soll sich ja nicht selber überschätzen, ist diesmal Meta Hartwig, die Auserwählte und Julia Rabinowitsch, die Festrednerin.

Die wäre ja meine Anwärterin für den „Veza Canetti- Preis“, wenn ich ihn schon nicht selber gewinne und Judith Gruber-Rizy vielleicht auch nicht so in der Szene ist, aber Julia Rabinowitsch, die ja mit ihrem „Spaltkopf“ bei der „Edition Exil“, der literarische Aufstieg gelungen ist, wäre eine Anwärttin für mich, ist außerdem auch eine sehr unkonventionelle Person, wurde für die Festrede auserwählt und hat sich diesbezüglich auch ordentlich ins Zeug glegt.

Mela Hartwig, eine unbekannte Autorin hat Julya Rabinowitsch gesagt, ja natürlich, auch für mich, ich habe noch nie etwas von ihr gelesen, aber, glaube ich, schon etwas gehört, denn „Droschl“ hat ja die Werke der  1895 in Wien geborenen Tochter von Theodor Herzl wieder aufgelegt und die hat eine Ausbildung als Schauspielerin absolviert und dann expressionistisch zu schreiben begonnen.

„In zerbrochenen Spiegeln“ war der Titel der Festrede. Aber zuerst ist in Vertretung für den Stadtrat, der auf dem Proramm stand, eine Gemeinderätin gekoimmen und hat sich eupnhorisch geäußert, daß sie gerne eine Bürermeisterin haben will.

Denn die Veranstaltung hat ja im Staatssenatssitzungsrat stattgefunden, wo die Portraits der Bürgermeister, lauter würdige Herrn, hängen und ganz vorn, das von Helmut Zilk und der hat sich ja von Maria Lassnig malen lassen.

De Proportionen sind da etwas verrtuscht und das erregt Unmut und so weisen die Eröffnungsredner, meistens auf das Portrait hin. Die euphorische Gemeinderätin tat das auch, aber leider ist sie keine Lassnig-Liebhaberin oder eine Feindin der verrutschten Proportionen und so äußerte sie sich etwas negativ, obwohl Maria Lassnig ja auch eine Frau ist.

Interessant dazu, hinter mir sind Eva Geber und der Mandelbaum-Verleger gesessen und die haben sich auch zu dem Bild geäußert. Eva Geber meinte, daß Maria Lassnig sich damit übver HELMUT Zilk lustig machen wollte, die Gmeinderätin meinte eher, daß Zilk den Gemeinderat mit diesen Bild verarschen wollte.

Nun sei es, wie es sei, das Thema war Mela Hartwig und die ist eine expressionistische Autorin und da sind die Proportionen wahrscheinlich auch etwas verrutscht, aber sie ist ja, wie Julia Rabinowitsch in ihrer Rede betonte, wahrscheinlich den meinsten Anwesenden unbekannt.

Sie hat aber sehr eindrucksvolle Geschichten geschrieben in ihrem Novellenband „Extasen“, darunter eine, wo die fünzehn ährige Agnes von ihrem psychoanalytischen Vater mißbraucht wird und eine von einer Frau, die sich im Mondlicht schwängern läßt und dann wirklich und wahrhaftig wegen Abtreibung verurteilt wird.

Man sieht, ganz schön sozialkritisch, nachdem der Band 1927 bei „Zsolnay“ erschienen ist. Dann kam das dritte Reich und beendete Mela Hartwigs literarische Karriere und „Zsonay“ wollte das dritte Buch nicht mehr verlegen.

Sie emigrierte nach London, fing dort zu malen an und ihrem Mann ist es nicht gelungen, auf das Talent seiner Frau aufmerksam zu machen oder doch ein bißchen, Ernst Schönwiese brachte etwas in seiner Literaturzeitschrift, die Wien-ibliothek hat den Nachlaß aufgekauft und „Droschl“ hat die wichtigen Werke, der 1967 gestorbenen Autorin, wieder aufgelegt.

Interessant, interessant auch die Paralelen zu Julia Rabinowitsch, die ja auch emigriertrte, in einer fremden Sprache Karriere machte, während Mela Hartwig ihre im Exiil verlor. Sie hat zu malen, Julia Rabinowitsch zu schreiben angefangen und ihre Festrede war, glaube ich, die beste, wenn man von der von Marlene Streeruwitz absah, die wahrscheinlich etwas ungewöhnlich war.

Interessant, interessant, nachher gab es wieder ein Glas Wein, in den ersten zwei Jahren hat es das nicht gegeben und dabei ein paar Gespräche und ich bin jetzt natürlich neugierig, wer die nächste Canetti Preisträgerin wird, schlage Julia Rabinowitsch vor und würde mir als nächste gefeierte Autorin Else Feldmann oder Hermynia zur Mühlen wünschen, aber Hilde Spiel ist wahrscheinlich auch ganz interessant.

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