Literaturgefluester

2017-06-11

Noch einmal drei öffentliche Kunstprojekte

Filed under: Schreibbericht,Uncategorized — jancak @ 19:38
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Diesmal hätte ich die Ruth als ich sie um zwei an der Ecke Oper beim Hotel Bristol treffen wollte, fast verfehlt, ist sie doch auf einer Bank bei der Straßenbahnhaltestelle gessen. sie hat mir aber schon einen Brief an Frau Danielcyck geschickt, will sie unser Projekt ja auch im MUSA vorstellen und so sind wir wieder, der Kunst im dritten Reich auf der Spur, das inzwischen von einer modernen Künstlerin transkribiert wurde, in den neunten Bezirk hinausgefahren, denn dort wurde am Thury Hof, einem Gemeindebau des roten Wiens, nach 1938 ein Recke angebracht und darunter war ein Spruch von Adolf Hitler zu lesen:

„Wir bitten dich Herr Gott, laß uns niemals wankend werden und feige sein, laß uns niemals die Pflicht vergessen, die wir über nonmmen haben“

Das steht noch immer dort, das Adolf Hitler wurde nach dem Krieg entfernt und Maria Theresia Litschauer hat 2013, eine Klammer, um die Figur angebracht und sie mit einem Band zu einer Inschrifttafel verbunden, worauf man lesen kann, daß 1938 den jüdischen Mietern die Wohnung gekündet wurde.

Das war sehr interessant zu sehen, was es alles noch an Rest- NS-Kunst zu bemerken gibt. Dann wurde es noch historischer oder vielmehr moderner, denn wir sind wieder nach Aspern hinausgefahren.

Da war ich in den letzten Wochen schon zweimal, habe die Seestadt bewundert und auch auf einer Informationstafel erfahren, daß es dort bis 1927 den damals größten Flughafen gab.

Daß es schon viel früher die Schlacht von Aspern, die Napoeon verloren hat, habe ich schon in der Schule gelernt und nun gibt es in der U-Bahn Station Aspern Nord, die „Aspern Affairs“ des deutschen Künstlers Stephan Huber, an den beiden Seitenwänden und auch sonst überall angebracht, die meiner Meinung nach eine Themenverfehlung sind, denn Aspern hat 1809, glaube ich, noch nicht zu Wien gehört.

Er hat aber auf der einen Tafel all die Ereignisse, die zwischen 1800 und 1830 in Wien geschehen sind, also beispielsweise die Eröffnung des Theaters in der Josefstadt und auf der anderen Seite das Ganze ein Jahrhundert später und hat hier so vermerkt, daß Sigmund Freud beklagte, daß die Psychoanalyse nirgendswo mehr mißachtet, wie in Wien werden würden.

Dann ging es, weil es so weit in der  Pampa wahrscheinlich kein Kaffeehaus gab in dem wir uns stärken konnten, nach Wien zurück, zum Rathaus und in die Konditorei Sluka, wo sich auch ein paar Jungbürger niederlassen haben, die wahrscheinlich gerade im Rathaus gefeiert wurden und ein Gläschen Wein tranken.

Wir wollten uns aber noch mit Fritz Wotrubas „Großer stehendder Figur beschäftigen, die dieser 1962, als er aus der Schweizer Emigration zurückgekommen war, dorthin stellte, um zu zeigen, daß man das Gegenständliche zugunsten der geometrischen Abstraktkion auflösen kann.

Interessant, elf Kunstwerke haben wir auf diese Art schon beschrieben. Am Mittwoch wollen wir uns am Karlsplatz noch einmal treffen. Das Projekt ist bei der GAV eingereicht und wird bei der GV besprochen werden.Ich schreibe die letzten Texte noch rein, bin dann gespannt und werde mich wieder mehr meinen Fortsetzungsgeschichten widmen, die ja mein persönliches Schreibprojekt sind, mit dem ich mich in den Monaten Mai und Juni beschäftige.

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2 Kommentare »

  1. Das ist ja ein großes Projekt, das ihr da gerade betreibt: öffentliche Kunstprojekte. Wien bietet da reichlich Material und ich schätze, man kann da auch vom Hundertsten ins Tausendste kommen. Soll dabei ein Buch herauskommen, ein Bildband, eine Vortragsreihe, eine Stadtführung – alles scheint möglich. Bin gespannt.

    Kommentar von Margit Heumann — 2017-06-12 @ 14:07 | Antwort

  2. Ja, Wien ist voll von Kunstwerken, wie ich jetzt bemerke, wenn ich auf die Straße gehe, aber wir beschränken uns auf die cirka fünfzig, die in einem Folder „Kunst im öffentlichen Raum“ aufgelistet stehen.
    Das heißt wir konzentrieren uns nicht auf alle, sondern suchen uns jeweils drei heraus und haben so auf diese Art und Weise schon einmal elf Sachen beschrieben, weil wir das erste Mal nur zwei Projekte machen und herauskommen soll im nächsten Jahr eine GAV-Veranstaltung, die die Ruth eingereicht hat.
    Da wollen wir an drei Nachmittagen, die Orte abgehen, je drei Texte vorlesen und ein Kunsthistoriker soll dazu noch eine Einführung halten.
    Eine extra Diskussionsveranstaltung ist vielleicht auch noch eingeplant. Du bist, wenn aus dem Projekt was wird, herzlich eingeladen mitzumarschien, dir die Kunstwerke anzusehen und die Texte anzuhören.
    Vorläufig sind wir alleine unterwegs und sammeln Texte und für mich ist das sehr interessant, weil ich mir den Mai und den Juni als ein Schreib- und Recherchemonat eingeplant habe und da eigentlich ein anderes Projekt bearbeiten will, nämlich einen Roman schreiben, der aus Fortsetzungsgeschichten entstehen wird.
    Ein paar habe ich schon davon, mal sehen, wie das wird! Das ist ja etwas eher anderes, mehr Erzählendes, während das Kunstwerke beschreiben eine gute Stilübung ist und vor allem sind die Kunstwerke und das, wie und wo, wie man sie findet sehr interessant und das hätte ich nicht geglaubt, als mir die Ruth vor einigen Wochen den Folder hingehalten hat.
    Da hab ich eher gedacht und über das soll ich was schreiben?
    Hoffentlich fällt mir da was ein?

    Kommentar von jancak — 2017-06-12 @ 15:07 | Antwort


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