Literaturgefluester

2017-07-26

Selmas Zeichen

Weiter geht es mit Amaryllis Sommerers Psychothriller oder eigentlich zurück, zu ihrem 2008 erschienenen Debut mit dem sie für den „Glauser“ nominiert war und irgendwo habe ich gelesen, die Autorin hätte ihren eigenen unverwechselbaren Stil.

Stimmt denn ein Krimi ist das Psychogramm einer krankhaften Leidenschaft oder die Schilderung einer Stalker Beziehung eigentlich nicht.

Mehr ein Psychogramm einer außerordentlichen Seelenlandschaft aber da erscheint mir einiges zu lang und auch nicht glaubhaft und Krimi hätte es werden können, wenn die Frau ihren Stalker, nachdem die Polizei und auch die Frauenberatung sie in Stich läßt, nicht mehr aushält und zum Messer oder zur Pistole greift aber so ist es ein eher langatmiger Wahnsinnstrip geworden.

Der durchaus spannend begann, diesmal hat mir die erste Hälfte gefallen, während ich den Rest gekürzt oder weggelassen hätte.

Da ist also Selma, eine Ärztin Ende Dreißig und die zieht in ihre erste Praxis ein. Alles happy also, eine Traumwohnung, Freund gibt es auch und eine Sprechstundenhilfe mit der sie nach dem ersten Arbeitstag eine Flasche Sekt leert, aber der Hausbesitzerenkel, agiert ein wenig seltsam.

Denn erst spielt er Basketball, dann legt er Selma in der er seine Liebe und ihre Zeichen erkennt, das Buch ist immer in abwechselnden Perspektiven  geschrieben, Blumen vor die Tür, besteigt auch ihr Auto und Selma will Martin, ihrem Freund davon erzählen, als er ihr Unterwänsche statt der Blumen bringt. Der nimmt sie nicht ernst, später spricht sie mit dem Täter, verbittet sich die Geschenke, geht zur Polizei, als an ihrer Tür ein Spruch gesprayt wird. Aber als die endlich doch den Fall aufnimmt, ist die Schrift weg und Freund Martin geht ins Ausland und läßt sie allein. Die „himmelblaue“ Beraterin von der Frauenstelle, gibt zwar Tips, weigert sich aber mit Selma den Täter aufzuzusuchen.“

Bis dahin war es zwar kein Krimi, aber außerst spannend, das heißt doch vielleicht einer, denn das Ganze ist nicht chronologisch erzählt, sondern beginnt in einem Eissalon, als Selma schon gebrochen ist, und Krimi Elemente gibt es auch, so hat der Täter offenbar auch die Vormitterinnen ermordet und  den Großvater umgebracht. Ins Bordell geht er auch, also weg von dem Psychogramm, das ich durchaus dicht und spannend fand und dann überschlägt es sich leider und wo waren da die glättenden und streichenden Lektoren, von denen man doch sonst immer soviel hört?

Martin kommt zurück, Selma geht mit einer Freundin auf eine Reise, die Beraterin rät Martin soll zu Selma ziehen, damit sie einen Zeugen hat. Der Täter versucht sich dann umzubringen, kommt in die Klinik und Selma verffällt nach und nach. Verliert ihre Praxis, fängt zu trinken kann, verfolgt dann den Täter und am Schluß will der nichts mehr von ihr und sie landet in einem Krankenhaus.

Das Thema Stalking ist, glaube ich, durchaus ein  interessantes. Auch wenn ich nicht glaube, daß jeder Täter gleich ein Wahnsinniger ist und hier manches vielleicht auch übertrieben geschildert wird. Im Leben, wie in dem Buch und die hoffnungslose Idealstin in mir würde auch hier raten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzten, mit dem Stalker zu reden, dann braucht man nicht wahnsinnig werden und das ganze nimmt vielleicht doch ein gutes Ende.

So habe ich mich beim Lesen mit dem zweiten Teil sehr gequält und habe jetz noch „Ulrich und seine Täte“ auf meiner Leseliste und bin gespannt, was da auf mich zukommen wird.Aber da wird es noch eine Weile dauern, bis ich zum Lesen komme, denn allmählich trudeln ja erst die Herbstneuerscheinungen ein.

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