Literaturgefluester

2017-08-31

Lichter als der Tag

Buch sechs der Longlist  ist ein typisches „Schwiergermutterbuch“, also eines, das man von der Longlist kaufen und der Schwiegermutter, Frau oder Mutter auf den Gabentisch legen kann, ein Shortlistbuch wohl auch, zumindestens ist der 1965 am Tegernsee geborene Mirco Bonne 2013, glaube ich, schon mit „Nie mehr Nacht“ auf der Shortlist gestanden. Ich habe das Buch, glaube ich, einmal im Schrank gefunden, aber genauso noch nicht gelesen  wie der „Eiskalte Himmel“, das eine bibiliophile Wu-Kollegin dem Alfred einmal, glaube ich, um zwei Euro verkaufte.

Gesehen und gehört habe ich den Autor einmal in der „Gesellschaft für Literatur“, nun das PDF des neuen Longlistenbuchs gelesen und was soll ich dazu sagen?

Es ist ein Buich für die Schwiegermutter, eines, was vielleicht auf die Shortlist kommt, aber eigentlich nichts Neues und ob die hunderttausendste Midlifekrise Geschichte des Mannes um fünfzig wirklich berühren kann, ist die Frage?

Es ist aber sicher das, was sich der Buchmarkt und die Lektoren wünschen, wahrscheinlich auch das, was die Buchhändler empfehlen.

Eine sehr schöne Sprache, immer wieder Wortneuschöpfungen und interessante Satzwendungen, es geht, wie schon der Titel sagt um das Licht und um Wespen und Hummeln, ist RaimundMärz der Held ja ein Insektenspezialist, obwohl er sein Biologiestudium nie abgeschlossen hat.

Er ist fünfzig, also aus der Midlifekrise eigentlich schon heraus, aber heute lebt man ja länger und das Buch ist in drei Teile gegliedert, in denen das Lcht, die Kunst, Gemälde, die Wespen und noch vieles andere. eine große Rolle spielen.

Es geht um eine Kinderfreundschaft, als Kinder haben sie sich kennengelernt und sind in einem wahrscheinlich lichtumflutenden Dorf und einen wilden Garten zusammen aufgewachsen.

Raimund, Moritz, Floriane und später ist noch die Dänin Inger dazugekommen, die nach dem Tod ihrer Eltern in das Dorf zu ihrer Tante zog.

Sie haben ihre Jugend mitsammenverbracht, Paare gebildet, ausgewechselt, sich getrennt sind vom Dorf nach Berlin gezogen. Raimund ist mit Flori dann nach England gegangen, wo sie Zahnmedizin und er Bilologie studierte oder nicht und im ersten Teil sind sie nach Hamburg zurückgekommen, leben dort schon einige Jahre, Flori, als Kieferchrurgin, März als Redaktuer beim „Tag“

Sie haben zwei Töchter Priska und Linda und am Beginn des Buches bringt Raimund Linda auf den Bahnhof, weil sie dort mit ihrer Klasse in ein Landfschulheim fährt.

Linda wird auch das „Elsternkind“ genannt, weil sie kleptomanische Adern hat und als Raimund zurückgehen will, sieht er plötzlich Inger wieder, beziehungsweise einen Flashmob, den die Klasse ihrer Tochter Pippa auf dem Bahnhof aufführt.

Das löst eine Katastrophe aus, denn Inger, die jetzt mit Moritz verheiratet ist, war Raimunds große Liebe. Pippa, werden wir später erfahren, ist auch von ihm und als Raimund in seine Redaktion zurückkommt, begrüßt ihn sein Freund Bruno mit den Worten, das er wie ein Gesprenst aussehen würde.

Ganz ehrlich, das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, daß einer, der nach sechzehn Jahren oder so seine Jugendliebe wiedersieht, so ausflippt.

Raimund, der Insektenspezialist tut es aber, läßt sich von der Redaktion beurlauben und fährt zu Pippas Schule und ihr dann nach in das Reihenhäuschen nach, wo sie mit ihrer Mutter lebt.

Wo ist Moritz? Ist er verschwunden oder vielleicht sogar tot?

Raimund fährt nach Hause und hat Alpträume so, daß er nachts aufschreit und laut „Ohlsdorf!“, ruft.

Das bringt Floriane auf den Plan, die ihm einen Brief Ingers überbringt, schon von Monaten geschrieben, wo sie ihm von einer Krankheit Moritz schreibt und ihn bittet, alles aufzuklären.

Floriane hat einen bösen Brief zurückgeschrieben und verschwindet in das Wochenende. Raimund bleibt zurück, säuft und säuft und fährt am Montag mit Bruno nach Stuttgart.

So endet der erste Teil. Der Zweite, der für mich unnötig wäre, weil ohnehin  schon alles gesagt, führt zwanzig Jahre zurück, wo sich die Paare bildeten und wieder trennten. Floriane war beispielsweise mit Moritz zusammen und im dritten Teil fährt Raimund mit Bruno, dem Frauenhelden, der überall seine Freuninnen hat, nach Stuttagart, zu einem Fußballspiel oder in in eine Kunstgalerie.

Das ist nicht ganz klar, aber dort kommt Raimund auf ein Bild eines Camille Carrots, eines Frühimpressionisten „Weizenfeld in Marvan“, wo das mit dem Licht passt oder besonders ist. So hebt Raimund von seinem Konto und dem von Flori, der erfolgreichen Zahnärztin, fünfzigtausend Euro ab und fährt in das Landschulheim Lindys, wo er seine eigene Tochter entführt und mit ihr nach Lyon entweicht. Dort das Bild, das sich im dortigen Museum befindet, entwendet und dann dank Brunos Hilfe wieder in sein altes Leben zurückkehrt,  das Leben geht weiter,  begnnt nicht noch einmal von vorne und endet auch nicht in der Katastrophe, wie man vielleicht, als von Rasierklingen die Rede war, erwartet hätte.

Ein tolles Buch, perfekt konstruiert und keine Katstrophe ausgelassen und dann noch in einer wunderschöne n Sprache, könnte man so sagen oder aber auch, das ist ja unrealistisch, Mittelschicht, das was in meinem Leben nie passiert und viel zu abgehoben.

Bin gespannt, was die Kritiker sagen werden und, ob es auf die Shortlist kommt oder vielleicht den Preis gewinnt, für den ich mir ja den Zaimoglu wünsche, aber Franzobel, höre ich bei den Blogs, hat auch ganz gute Chancen, aber das Buch müßte  erst zu mir kommen, weil ich das bei „Netgalley“ angeforderte, ja nicht öffnen kann.

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2017-08-30

Katie

Nun kommt Buch fünf des heurigen deutschen Buchpreislesens und die 1966 in München geborene Christine Wunnike ist schon vor zwei Jahren mit „Der Fuchs und Dr. Shimura“ auf der LLgestanden.

Damals hat ihr „Literaturen“ eine Außenseiterchance zugesprochen und ich habe das schmale Büchlein, das von den Erscheinungen eines ajpananischen Psychiaters im neunzehnten Jahrhundert handelte, zwischen zwei Fortbildungsveranstaltungen in der Buchhandlung Kuppitsch überlogen.

Nun habe ich vom „Berenberg-Verlag“, wo das Buch erschienen ist, das PDF erhalten und muß sagen, Christine Wunnike bringt wirklich einen besonderen Ton in die Gegenwartsliteratur und auf die langen Listen.

Wieder ein ungewöhnliches Thema, wieder das neunzehnte Jahrhundert, diesmal England und das Besondere an dieser Gespenster-Wissenschaftesgeschichte ist, wie in der Beschreibung steht, daß alles daran wahr und wahrhaftig ist, denn eine Florence Cook, einen Professor Crookes und eine Katie Morgan oder King hat es wirklich gegeben,wie man bei „Wikipedia“  nachgooglen kann.

Das wieder schmale Bändchen ist  in fünfzehn Kapitel gegliedert und Christine Wunnike habe ich bei „Amazon“ gelesen, hat eine besondere Sprache.

Richtig und einen feinen leicht sarkastischen Ton, in dem sie beschreibt, daß der Professor  Kaffee  zum Tee nimmt oder wie sie alle Mister oder Miss beziehungsweise Missis nennt.

Im ersten Kapitel geht William Crookes, der Herausgeber der chemischen Zeitung zu Michael Faraday, den Erfinder des Faradayischen Käftigs, um ihn etwas Wissenschaftliches zu fragen, nur leider ist der Gelehrte schon alt und senil, sitzt im Rollstuhl und schweigt vor sich hin.

Dann gehen wir in das Haus des Setzers Mister Cook, der dort mit seiner Frau, dem Dienstmädchen und den zwei Töchtern Florence und Selina lebt und Florence oder Florrie, wie sie der Vater nennt, ist ein ewig kränkeldes Kind, das sich verbiegen kann und den Wunsch hat berühmt zu werden.

Das Hausmädchen erzählt ihr von den Seancen oder dem „Sitzen“, das damals die Gesellschaft für sich erfunden hat und die,  glaube ich, sechszehnjährige wird bald ein berühmtes Medium, das sich in einen Kasten sperren, fesseln und annageln läßt und dort erscheint ihr Katie im weißen Hemd, eine vor zweihundert Jahren geborene Kinds- und Gattenmörderin und Professor Crookes soll ein Gutachten erstellen, ob Florence eine Betrügerin ist.

Nach einigen Zögern läßt sie sich nach London zu dem Professor und seiner zum achten Mal schwangeren Frau Nelly bringen, wird dort im grünen, das heißt mit Arsenik versuchten Zimmer einquartiert.

Katie erscheint wieder und verführt, sowohl den Assistenten, als auch die Professorengattin, der erzählt sie im Bett interessant Geschichten und der Professor der Kaffee zum Tee nimmt, hat sich in sein Labor zurückgezogen.

Nun wird Florence bald weltberühmt, tritt im Ägyptischen Salon solange auf, wie es Katie gefällt. eines Tages sagt die nämlich „Ich habe genug!“, ins Publklikum und zerfließt und wir können rätseln, wie es weiter mit der Wissenschaft geht.

Das heißt, Florence zieht sich von Selina betreut in ein Häuschen am Land zrück, das Radium wird erfunden, Darwin macht seine Forschungen und ja Gespenster hat es wohl auch gegeben.

Zumindestens Gespenstergeschichten im nebeldusteren London und Christine Wunnike hat eine vorzügliche wissenschaftliche Geschichte draus gemacht, nun wahrscheinlich keine Ausßenseiterchance mehr, denn ich habe von dem im März erschienenen Buch auf den Blogs mehrmals gehört, daß es auf die LLkomme n wird, vielleicht kommt es auch auf die Shortlist.

Ich bin gespannt und ein anderes Buch, das von Piraten im neunzehnten oder schon achtzehnten Jahrhundert handelt, steht ja auch noch auf der Liste, aber da  müßte ich erst ein PDf bekommen, daß sich mit meinem Programm auch öffnen läßt.

2017-08-29

Buchpreisblognotizen

Filed under: Büchergeschichten,Buchpreisbloggen — jancak @ 00:24
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Die deutsche Longlist wurde vor knapp zwei Wochen bekannt gegeben und ich habe davon bisher vier Bücher gelesen, das heißt zwei davon im Frühjahr und die zwei anderen, eines in Buchform auf dem Berg und bei dem anderen das PDF danach.

Ich lese und blogge mich jetzt ja das dritte Mal durch die Liste, beim ersten Mal war es ein Experiment, da habe ich geschaut, daß ich alle Bücher lese, bin deshalb in Buchhandlungen gegangen, habe mir welche ausgeborgt und welche schenken lassen und zehn von den Verlagen bekommen.

Beim zweiten Mal wußte ich schon, daß da ein Monat später die österreichische Liste kommt, durch die ich mich auch lesen wollte, also nur lesen was kommt, das waren neunzehn deutsche Longlist Bücher und fünf von der österreichischen Liste und weil ich ja 2013, als Mara Giese mit dem Buchpreibloggen begann etwas zögerlich war, ob die Verlage auf mich reagieren würden, sie taten es und so mir die liebe Frau Meier von „Kiwi“ heuer in Leipzig bei Kaffee und Keksen die ganze Herbstvorschau vorgelesen.

Ich habe bestellt und bestellt und werde demnächst mein Longlistenlesen kurz unterbrechen, weil  Uwe Timms „Ikarien“ an die Reihe komtmen, das leider nicht auf die LL kam, aber, daß da ja nur sehr wenige Neuerscheinungen stehen und durchaus nicht alles was man sonst  noch lesen sollte, war mir ja immer bewußt.

Also beim dritten Mal dreigleisig lesen, die dLL, die öst und dann das andere, wie das im nächsten Jahr ist, weiß ich nicht, vielleicht mache ich da bei einem Antiquariatspreislesen mit und heuer kam auch noch dazu, daß die deutsche LL an einem österreichischen Feiertag verlautbart wurde, in Bayern war der auch, so kamen an diesem Dienstag sofort einige Abwesenhaitsnotizen zurück und am nächsten Tag mailte mir „Jung und Jung“, sie würden mir Monika Helfers „Schau mich an, wenn ich mit dir rede“ schicken.

Das Buch ist noch nicht gekommen, dafür habe ich Jonas Lüschers „Kraft“, die zweite Zusage auf dem Berg gelesen, dann kamen einige PDFs und eine etwas hantige Antwort von „Hanser“, man würde sich über mein Interesse freuen, hätte aber kein RE mehr und ich solle mir das Bloggen deshalb nicht verderben lassen.

Keine Sorge, tue ich nicht und dann meldet sich die Frau Rössler von  „Deuticke-Zsolnay“, den österreichischen „Hanser- Töchtern“ und machte mich darauf aufmerksam, daß es auf der „Net-Galley“, die Bücher für Blogger die über den dBp schreiben wollen, bereitstehen.

Auf diese Seite hat mich schon „Aufbau“ einmal aufmerksam gemacht und sie ist es auch, die den „Blogger Award“ vergeben wird, für den ich mich nominieren ließ.

Fein könnte man denken, denn dann käme ich an das Hanser-Buch, hatte dann, als ich vorige Woche nach Wien kam, schon Robert Prossers „Phantome“ geschickt bekommen und „Suhrkamp“ hat mir seine Bücher auch zugesagt.

Aber leider war dann zwar das Anmelden, an dem ich, glaube ich, schon einmal gescheitertt bin, ich kenne mich mit dem Internet ja nicht so aus, einfach, das Herunterladen der bestellten Bücher aber schwierig, denn außer Kerstin reiwuß „Nach Onkalo“ ließen sich die angefragten Bücher, wegen eines besonderen Kopierschutzes mit meinem „Ubunto- Programm nicht öffnen. Zum Glück habe ich aber bei allen außer der „Shlafenden Sonne“ und“ Flugschnee“ schon die Zusagen und die Frau Rössler schickt mir vielleicht das Franzobel-PDF, bei den österreischen Büchern, die auf die iLste kommen, hat sie es mir schon versprochen.

Die ersten Tage nach der Listenbekanntgabe sind ja immer  spannend, da hat man die Zusagen, wartet auf die Bücher und wird etwas nervös, beziehungsweise befürchtet man, nicht so schnell zum Lesen zu kommen und diesmal hat mir ja „Kiwi“ eine Woche vorher vier Bücher geschickt, die ich erst nach und nach ausgelesen habe.

So habe ich jetzt also außer „Evangelio“ und „Walter Nowak bleibt liegen“ inzwischen auch das „Jahr der Frauen“ gelesen, ein Buch, das sonst an mir vorübergegangen wäre und das mir sehr gefallen hat und auf dem Berg Jonas Lüschers „Kraft“ und werde jetzt mit dem zweiten PDF, nämlich Christine Wunnikes „Katie“ beginnen.

Die stand ja schon 2015 mit „Der Fuchs und Dr. Shamura“ auf der Liste und dahabe ich das Buch zwischen zwei Fortbildungsveranstaltungen bei „Kuppitsch“ gelesen.

Dann warten noch die PDFs von „Lichter als der Tag“ und eben Kerstin Preiwußs Buch auf mich, aber das werde ich mit dem Buch von Gerhard Falkner auch bekommen und „Galiani“ hat mir heute geschireben, daß sie auch schon den Sven Regner an mich abgeschickt haben.

Vielleicht wartet der also in Wien auf mich und ich habe viel zu lesen, Michael Wildenhain „Das Singen der Sirene“ ist auch schon zu mir gekommen und ich müßte jetzt nur noch auf den Ingo Schulze, Jakob Noltes „Schreckliche Gewalten“ und auf das buch der Birgit Müller Wiland warten, aber dann gibt es ja schon die österreichische Liste und auf die bin ich  auch scon sehr gespannt.

Ich finde, das habe ich sicher schon geschireben, das Buhcpreislesen sehr interessant und meine  Einstellung zum Bp hat sich durch das Buchpreislesen auch verändert.

Das Tolle daran ist für mich, daß ich da auf Bücher komme, die sonst an mir vorübergegangen wären, ich weiß aber, daß es viele andere gibt, die auch interessant zu lesen wären und es ist auch sicher spannend, die Meinungen der anderen im Netz zu verfolgen.

Die offiziellen Buchpreisblogger schweigen da ja noch etwas still, beziehungsweise haben sie ihre drei Bücher und das Leseprobenheftchen erst bekommen und zeigen sie auf ihrer Facebookseite her , einige lesen schon daran, bloggen aber noch über etwas anderes und da habe ich ja auch noch interessante Bcher auf meinen Badezimmerstapel liegen und Edith Kneifls „Der Tod liebt die Oper“ habe ich bei meiner Fahrt zur Seedose heute auch in der dortigen Bücherzelle gefunden. Ein Buch, das heuer erschienen ist, aber Krimis stehen ja nicht auf den Listen und für den „Perutz-Preis“, wurde es, glaube ich, auch nicht nominiert.

2017-08-28

Swing time

Filed under: Bücher — jancak @ 12:00
Tags: , ,

Jetzt kommt ein Nachtrag, nämlich Zadie Smiths „Swingtime“, der neue Roman, der 1975 in London geborenen Zadie Smith, mit dem sie auch für den „Man  Booker Prize“ nominiert ist und den mir „Kiwi“ cirka eine Woche vor der Longlistbekanntgabe mit drei anderen Büchern schickte.

Vorigen Dienstag habe ich das Buch zu lesen angefangen, es bis Freitag früh, bevor wir ins Gesäuse fuhren, aber nicht fertig gebracht und auf den Berg wollte ich das sechshundert Seiten Opus nicht mitschleppen, so habe ich es heute in der Badewanne beendet.

Meine erste Zadie Smith, von der ich auch „Von der Schönheit“ und „Zähne zeigen“ im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe und in diesem Zusammenhang ist es, glajube ich, interessant zu erwähntn, daß es bei „Amazon“, wo ich ja oft hinschaue, um mich über die Meinung der anderen Leser zu informieren, viele kritische Stimmen gibt, denen das Buch nicht so gefallen hat.

Schade finde ich, denn ich war eigentlich von dem Buch sehr eingenommen, obwohl es wahrscheinlich stimmt, daß es keine wirklich plotvolle Handlung hat, sondern auf den sechshundert Seiten in chronistischen Zeitensprüngen vom Leben und Afuwachsen als Schwarze mit gemischten Elternteilen in England und auch von Gott und der Welt erzählt.

Es geht um zwei Freundinnen, zwei gemischtfarbige Mädchen, die wahrscheinlich zeitgleich, wie Zadie Smidt in einem Sohzialbezirk in London geboren wurden. Tracy und die, glaube ich, namenlose Ich-Erzählerin. Es beginnt nicht gleich, aber bald, bei einer Balletstunde, die die Kirche für die Kinder des Viertels organisiert und dort treffen sich die beiden.

Tracy wächst mit ihrer Mutter in einem Sozialbau auf, der Vater ist verschwunden, beziehungsweise im Gefängnis. Tracy schwämrt aber von ihm und erzählt allen, er wäre Tänzer bei Michael Jackson und hätte daher keine Zeit zu seiner Familie zu kommen. Die Ich-Erzählerin hat dagegen Vater und Mutter, der Vater ist Postbote, dieMutter studiert Soziologie und will ihre Tochter vom schlechten Einfluß Tracys fernhalten.

Dei Ehe wird getrennt. Die Erzählerin beginnt nach der Schule zu studieren, zwar an keinem Elitecollege, aber doch immerhin. Tracy wird Tänhzerin und tanzt oder singt dann im Chor bei diversen Musicals, während die Erzählerin persönliche Assistentin bei einem berühmten farbigen Popstar wird.

In ihren Auftrag muß sie nach Afrika, um den Bau einer Schule, die Aimee für die Mädchen dort stiftet, zu überwachen und wird dort mit ihren afrikanischen Wurzeln konfrontiert, ihre Mutter, die inzwischen Politikerin ist und sich für alle Armen und Unterdrückten einsetzt, stammt von Jamaika her.

In abwechselnden Zeitsprüngen wird diese Geschichte erzählt und man erfährt viel vom Leben in Afrika in den Hütten, wo die nach Europa emigrierten, Fernsehapparate schickten, es aber keinen Stromanschluß dafür gibt, etcetera. Die Erzählerin hat Kontakt mit zwei Lehrern an der Schule, Hawa, eine junge Frau und  Lamin, den Aimee nach Amerika holt, der sich, weil er aber Kinder will, nicht von dem alternden Popstar aushalten oder ein Verhältnis mit ihr haben will.

Es gibt eine beeidruckende Szene, wo die Erzählerin den Unterrricht Hawa, die sich später tief verschleiert mit einem gläubigen Mann verheiraten wird, verfolgt und herausbekommt, daß die Kinder gar nicht so gut Englisch können, wie sie vorgeben und vorher in der eigenen Schulerfahrung wird an die Naivität der Mittelschichtlehrer erinnert, die von ihren Schülern, die nie auf Urlaub fuhren, verlangten, nach den Ferien verlangten, einen Aufsatz über ihr schönstes Ferienerlebnis zu schreiben oder sich nach ihrem Lieblingsbuch erkundigten.

Es gibt dann einen Skandal um ein Baby Sankofa, oder Sandra beziehungsweise Kofi, das Aimee begeistert adoptiert und die Eltern, weil man für Geld ja alles tut, gerne hergeben.

Die Erzählerin, die diesen Skandal aufzuklären versucht, wird vom Popstar, beziehungsweise seiner Managerin daraufhin entlassen und muß nach England in die Wohnung ihrer Mutter zurück, die sich inzwischen, weil krebskrank, in einem Hospitz befindet.

Vorher wurde sie aber mit Mails von Tracy, die jetzt mit drei Kindern in einer Sozialwohnung sitzt und das Tanzen, wegen mangelnder Babysitter, ihre Mutter ist gestorben, aufgeben mußte, bedrängt, die sich bei ihr über die Diskriminierung der Schwarzen in England beschwert. So wird ihr Sohn trotz hoher Itelligenz in der Schule von den Lehrern übergangen, etcetera.

Ein interessantes Buch, diese „Swingtime“, das uns in das Leben der afrikanier zwischen Heimatdort und dem Leben in London, Lew York etcerta sehr viel Neues sagen kann und das mir trotz des nicht so durchgeplanten Plots auch sehr gefallen hat, leben wir ja in der Zeit der Flüchtlingskrise, wo die Identitären und andere Gruppen  vehemt gegen die Zuwanderer kämpfen und wir vielleicht gar keine Ahnung haben, wie es in Afrika, den Slams oder auch an andderen Orten zugeht, bevor die jungen afrikanischen Männermit dem ersparten Geld ihrer Familie und den hohen Ansprüchen, die an sie gesetzt werden, die Flüchtlingsboote besteigen und die vorher vielleicht ein Video der IS gesehen haben, bei dem nur an dem Rhythmus interessiert waren und das andere gar nicht verstanden waren.

2017-08-27

Mit Kraft ins Gesäuse

Ennstalerhütte

Ennstalerhütte

Morgenblick von der Ennstalerhütte

Morgenblick von der Ennstalerhütte

Am Wochenende war wieder Skadky-Wandergruppe, diesmal ohne den Peter, der leider Kreuzschmerzen hatte, aber, wie ich hörte, schon wieder mit seinen Enkeln aktiv unterwegs ist und für alle, die es noch nicht wissen, diese Wanderwochenenden mit Alfreds ehemaligen Lehrer und seinen Schulkollegen, finden seit zweitausend regelmäßig, einmal zu Beginn des Sommers und einmal zu Ende statt und wir wandern regelmäßig mit.

Der Peter, der sich auch hobbymäßig betätigt hat einmal auf Holzscheiben für jeden Teilnehmer eine Art Medaille eingebrannt, wo man sehen konnte, wie oft man mitgegangen ist, wir liegen da ziemlich vorn und seit 2015 gibt es noch eine Neuerung, da ich seit damals ja Buchpreisblogge und so bin ich einmal mit Getraud Klemm ins Gebirge gegangen, voriges Jahr war es, glaube ich, der E-Bookreader, der mich begleitete und diesmal Jonas Lüschers „Kraft“, das am Donnerstag gekommen ist, ich habe zwar noch drei PDFs auf Lager, da wir am Donnerstag aber sehr spät nach den O Tönen nach Harland gekommen sind, war keine Zeit, die PDFs in den Reader zu überspielen und eigentlich ganz ehrlich, liest es sich im Buch mit dem Bleistift, wo man alles anmerken kann, auch besser. Man muß es zwar tragen, stimmt und so habe ich mir den Lüscher, mein dBp 17 Buch Nummer vier mitgenommen, obwohl es mir am Donnerstag nicht gelungen ist, mit Zadie Schmidts „Swingtime“ fertig zu werden.

AmTamischbachturm

AmTamischbachturm

Bei der Ennstalerhütte

Bei der Ennstalerhütte

Aber das sechsshunder Seiten Bch war mir einfach zu dick und mit einem Buchpreisbuch zum zweiten Wandertermin, Sladky 32 oder 33, wenn ich mich nicht irre, hat schon fast Traditon, obwohl diesmal alles anders war, weil der Peter fehlte, wie ich noch ausführen kann.

Wir waren wieder eine kleine Gruppe, Anni, Manfred, aber die sind uns ohnehin immer voraus, so daß wir sie meistens nur in den Hütten sehen, ich bin mit dem Alfred aber am Freitag morgen aufgebrochen und wir sind nach Gstatterboden gefahren, wo wir im Nationalparkpavillon zu Mittag gesgessen haben, ein mit Kürbiskernen, der steirischen Spezialität, paniertes Schnitzel und dann stießen noch der Hans und die Erika hinzu und wir sind auf die Ennsthalerhütte hinaufgewandert.

Es war sehr heiß und ich war mit einer Jeans viel zu warm angezogen. So habe ich mir die Beine hinaufgerollt und das Unterleiberl ausgezogen, das Sonnenkappel aufgesetzt und los ist es gegangen.

Ich gehe sehr kontinuierlich, aber sehr langsam, so haben wir wieder länger gebraucht und in der Hütte war sehr idyllisch, aber leider wetterbedingt überbelegt, so daß wir uns zu acht  sechs Matrazen teilen mußten, sind ja später noch der Gunther und die Doris hinzugekommen und während ich auf die Hütte marschierte, quälte mich die Fragen, wer wird uns diesmal den „Zirben“ bestellen, wie es der Peter immer machte.

Ich trinke zwar keinen Schnaps, aber das ist schon Traditon und es stellte sich heraus, daß der Peter auch den Hans diesbezüglich beauftragte und so war auch das gerettet.

Für die Gipfelfotos war auch gesorgt, beziehungsweise wollte der Peter auch diese sehen und so sind wir am Samstag auf den Tamischbachturm hinaufgewandert.

War sehr schön, da fehlten dann zwar die Firnbonbons oder die „Nimm zwei“, die der Peter immer verteilte. Wir sind aber auch so hinuntergekommen und so waren wir schon zu Mittag wieder in der Hütte, wo ich Grammelknödel aß, der Alfred einen Rinderbraten und die Hütte hatte fast einen Haubenkoch, zumindestens war das Essen sehr schön garniert. Dann brachen die anderen auf, der Alfred wollte nicht mit, die Doris und der Gunther klettern, die Anni und der Manfred sind ja sehr schnell, so daß ich die ohnehin immer sofort verliere und ich wollte eigentlich lesen, denn es warten ja die Bücher von der langen Liste und da schon bald die von der öst und auch noch einiges andere kommt und ich auch ein bißchen müde war und eigentlich immer einen Mittagsschlaf mache und es auf der Hütte auch so schöne Liegestühle gab, habe ich mir vom Gunther, als der im Lager seinen Helm holte, das Buch bringen lassen und gelesen und gelesen…

„Faul!“, hat es der Alfred heute den beiden Autostoppern, die er zum Seeboden brachte, genannt, ist es nicht, denke ich. Das Buch ist jedenfalls schon ausgelesen und den Blick auf das herrliche Panorama gab es auch. Das Gesäuse ist ja sehr schön und ich war mit dem Alfred schon einmal vor ungefähr dreiundddreißig Jahren da und der Wandergruppen waren wir auch einmal dort.

Da hat es am Vormittag aber sehr geregnet, so daß wir statt auf den Berg ins Stift Admont gingen und dort die Führerin immer den Apostel Paul mit dem Peter verwechselte, was mich zu einer Szene in der „Zusteigerin“ veranlaßte.

Diesmal war es aber schön und es waren auch sehr viele Kinder auf der Hütte und am Abend gab es eine Grillerei, allerdings nur für das Hüttenpersonal und die Hütte war sehr voll und so war es auch ein bißchen laut…

Aber alles gut und heil überstanden und wieder mit der Erika, dem Hans, dem Gunther und der Doris, im Nationalparkpavillon  Mittag gegessen.

Diesmal einen Backhendlsalat und nachher einen Eiskaffe, die Anni und der Manfred waren schon fort und dann zurück nach Harland, wo die Sommerfrischenwochenenden zu Ende gehen.

Morgen bin ich noch in Harland, wo ich putzen und wenn es sich ausgeht, Radfahren werde. Dienstag gehts nach Wien zurück und da am Samstag ja das Volksstimmefest ist, werden wir in Wien bleiben und auf diese Art und Weise langsam in den Herbst hineingleiten und da ich mit dem Buchpreislesen sehr beschäftigt bin, wird mir auch sicher nicht langweilig werden.

2017-08-26

Kraft

Jetzt kommt Buch vier der heurigen dBp LL. Der Einstieg fällt da immer schwer, wenn man plötzlich, die Zusagen, die PDFs und die Bücher hat, mit dem Lesen nicht so schnell nachkommt und auch nicht so recht weiß, welches Buch man auf den Berg mitnehmen soll?

Am besten wären da zwar die PDFs und da habe ich auch einige, aber da wir am Donnerstag erst sehr spät von den O-Tönen nach Harland kamen, war keine Zeit mehr zum Überspielen in den E-Beookreader und so habe ich mich für Jonas Lüschers „Kraft“ entscchieden und das war ja ein heißer Longlistenkanditat und ich habe das Buch auch schon eine Nacht zu Hause gehabt, da aber nicht hineingeschaut, weil ich ja noch sehr mit den Frühjahrsbüchern beschäftigt war, aber Jonas Lüscher hat aus seinem ersten Roman „Kraft“, der „Frühling der Barbaren“ ist ja eine Novelle, obwohl er damit, glaube ich, schon 2013 auf der LL oder war es sogar die SL stand, gelesen und der Lehrer, den ich immer in der „Alten Schmiede“ sehe, hat es mir mit der Bitte es  signieren zu lassen, übergeben.

Es lag auch lange eine „Buchkultur“ am  Harlander Klo, wo Jonas Lüscher auf dem Titelbild war. Die Buchbesprechung muß ich erst lesen, das Buch habe ich schon und ich denke „Kraft“ ist sicher ein Shortlistenkanditat und ich würde es neben „Evangelio“ auch auf meine persönliche Shortlist stellen, obwohl man bei vier gelesenen Büchern noch nicht sehr viel sagen kann.

Schon der Beschreibungstext klingt sehr spannend. Da soll ein Universitätsprofessor, Richard Kraft, ein am Leben gescheiterter Mensch, Schulden und von seiner Frau und seinen zwei Kindern kann er sich nur  mit Geld befreien, im Silicon Valley in achtzehn Minunten erkären, warum alles gut ist und wie man das Gute noch verbessern kann?

Das ist die „Leibnitzsche Formel“ und die „Theodiziee Frage“ und wenn Kraft gewinnt, bekommt er von einem Milliadär viel Geld, wenn nicht bleibt alles, wie es war oder nicht?

Das fand ich sehr spannend. Das buch war es dann manchmal weniger und der doppelte Doktor Richard Kraft, der in Philosophie und in Germanistik promovierte, ist eigentlich ein eher kraftloser Mensch.

Sein Leben wird erzählt und der 1976 in der Schweiz geborene und in München lebende Jonas Lüscher, hat, glaube ich, auch Philosphie studiert und erklärt im Anhang, warum er an seiner Dissertation scheiterte und welche Zitate er für das Buch verwendet hat.

Richard Kraft, wahrscheinlich so alt, wie sein Autor oder etwas älter, wurde in den Achtzigerjahren sozialisiert. Jedenfalls studierte er wahrscheinlich in dieser Zeit und lernte dort auch seinen Freund Istvan kennen, der mit einer Schachdelegation in den Westen kam und dort vergessen wurde.

Der ist inzwischen in Amerika Professor und hat Kraft zu dieser Challenge eingeladen und nun reist er von seiner Frau Heike geduldet, dorthin, damit er sich mit Geld von seiner schlechten Ehe loskaufen kann.

Das wurde mir zuwenig geschildert, dafür ist viel von zwei anderen Frauen, einer Ruth und einer Johanna die Rede und das Buch ist auch eher in skurillen Episoden geschrieben.

So verwendet Lüscher oft die Formulierung „Unser Kraft“ und springt von der Vergangenheit in die Gegenwart, erzählt die politische Sozialisierung in den Achtzigerjahren. Der Fall der Mauer, Krafts Begegnungen mit Helmut Kohl und auch andere Episoden.

Dann geht er wieder in die Gegenwart und erzählt Krafts Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA, sein Rucksack riecht, denn dort hat eine der Zwillingstöchter ein Mortadellabrot vergessen, so bekommt er Schiwerigkeiten mit dem Schnüffelhund. Er versenkt dann auch ein Boot, was seine finanziellen Schwierikeiten noch erhöht, trifft seine Frauen oder denkt über sie nach, was ihn daran hindert, seine Thesen festzuhalten, damit er die Million Dollar auch gewinnen kann.

Skurril auch die Begegnung und das Abendessen mit demMilliardär. Der lädt Kraft und Istvan zu einem Nudelessen ein. Das wird dann zwar von dem Lokal bezahlt, das sich ein Geschäft mit dem Milliadär erwartet und Kraft kommt auch nicht zum Essen, weil er dem Milliardär seineIdeen schildern will und auch die Szene ist skurill, wo er in der Bibliothek zwei Studenten oder schon Absolventen trifft, die sich über die Frage, was Erfolg ist, unterhalten.

Eine Frage, die man wahrscheinlich genauswenig, wie die, warum alles gut ist, wie es ist, beantwortet kann und so scheitert unser guter Kraft auch letztlich draran, wirft die Notizen in den Müll und springt in die Schlinge und ich denke die Welt ist nicht gut und man sollte trotzdem versuchen sie zu verbessern und, ob ein neoliberaler Wettbewerb, wo einer die Million gewinnt und die anderen leer ausgehen, gut ist, weiß ich auch nicht?

Aber der deutsche Buchpreis ist ja auch ein solcher und ich habe mich auch für einen Bloggeraward angemeldet, wo man abstimmen kann, welcher Blog am besten gefällt und der Sieger wird dann Buchpreisblogger und bekommt einen hundert Euro Buchgutschein.

Das gewinne ich bestimmt nicht, blogge aber schon seit drei Jahren Buchpreis und habe mehr Bücher auf meiner Leseliste, als ich wahrscheinlich lesen kann.

So weit so gut, Jonas Lüscher, dem ich alles Gute für die Shortlist wünsche, ist übrigens auch auf der Bloggerdbutpreislonglist, wo er meiner Meinung nach nicht hingehört, weil er ja mit „Der Frühling der Barbaren“ schon auf der dBp LL stand, als sicherlich keine Debutant ist, aber da steht ja „Novelle“ darauf.

Man sieht also das Leben ist kompliziert und ich sollte mich  eigentlich darüber freuen, wenn er dort auf die Shortlist kommt, denn dann habe ich das Buch  schon gelesen und hätte mir etwas erspart.

2017-08-25

Das Jahr der Frauen

Jetzt kommt Buch drei der 2017 LL oder eigentlich das erste das ich im diesjährigen Buchpreislesemarathons lese und wieder war der Einstieg etwas schwierig, denn von dem 1967 in Bielefeld geborenen Soziologen und Werbetexter der seit 204 in Genf lebt, habe ich erstens noch nie etwas gehört und zweites ist „Das Jahr der Frauen“, der dritte Teil einer Trilogie, mit Teil zwei ist er im Vorjahr auf der Schweizerbuchpreisliste gestanden, was offenbar an mir vorbeigegangen ist und außerdem habe ich von „Weissbooks“, wo das Buch erschienen ist, wegen der hohen Anfrage ein PDF zur Verfügung gestellt bekomen und da kann man nicht anstreichen, ich kann es zumindestens nicht, nur mitschreiben und so habe ich bei den beiden Lesetranchen etwas geschwitzt, um den Inhalt zusammenzubekommen, denn vorweg gesagt, Christoph Höhtker macht es seinen Lesern nicht leicht, ganz im Gegenteil.

So kann man bei „Literaturlärms“ Video über den deutschen Buchpreis, auch hören, daß man an dem Buch nicht sehr interessiert ist.

Na klar, ein Buch, wo ein Mann in einem Jahr zwölf Frauen vernachen will und diesbezüglich mit seinem Psychotherapeuten eine Wette eingeht, daß er sich, wenn er das geschafft hat, suizidieren darf, macht es seinen feministischen Leserinnen nicht leicht.

Den psychologischen Psychotherapeutinnen unter ihnen auch nicht, weil da ja schon zum wievielten, ich weiß nicht Mal, der Psychologe mit dem Psychiater verwechselt wird, aber ich weiß der Autor spielt bewußt damit und in der Schweiz ist es wahrscheinlich auch ganz anders, als bei uns im schönen Wien, der Stadt Sigmund Freuds, aber die kommt in dem „Roadmovie“, wie ich in der bishlang einzigen „Amazon-Rezension“, das Buch ist erst vor kurzem erscheinen, lesen konnte, das es eines wäre, auch vor.

Aber schön der Reihe nach, damit sich meine Leser auskenen und mir nicht vorwerfen, ich würde unverständlich schreiben.

Aber wie erwähnt, leicht ist das nicht, denn wahrscheinlich sollte man doch die ersten beiden Teile vorher gelesen haben, zumindest habe ich mir das gedacht, als am Anfang viel von einer Mari, ihren Pillen und einem Zusammenbruch, die Rede war, die, wie ich ergoolget habe, im ersten Teil eine Rolle spielt.

Also der Protagonist ist der etwas vierzigjährige Frank Stremmer, ein Deutscher, der in Gef in einer offenbar sehr exklusiven PR-Firma arbeitet und der geht am Beginn des Buchs zu seinem Psychotherapeuten und schließt mit ihm besagte Wette ab.

Dann geht es los in zwölf Kapitel und einem Anhang und die tragen Namen wie „La Ville d`Antibes“, „Die Präfektur Totorri“ oder „Marseilles les Quartiers nord“, aber auch das täuscht, denn das Kapitel „Großraum Fürth-Nürnberg“ spielt sich hautsächlich in Mallorca ab und dorthin wollte er ja mit seiner brasilianischen Masseusse Adela fahren, das ist seine Februarfrau und im Jänner lernt er eine schwedische Künstlerin Malin, die in Zürich lebt, über eine Kontaktannauce kennen.

So geht es dahin von Frau zu Frau und daziwschen geht er in seine Firma, wo es auch Frauen gibt. Eine Liz, eine Valerie und eine rassige schwarzgekleidete Schwarze namens Karen aus Nairobi. Es gibt dort aber auch einen Chef namens GonzalesBlanco und ein Valparaiso-Projekt. Er selber arbeitet an einem Zwiebelprojekt und die Nazis scheinen auch eine gewissen Rolle zu spilen.

So geht es also in atemberaubenden Tempo dahin und damit das Ganze noch ein bißchen komplizierter wird, wird zwischendurch, wie das wahrscheinlich auch in internationalen Fimen üblich ist, Englisch und Französisch gesprochen. In Mallorca bandelt er mit einer Claudia an, während ein Jürgen ein Geschäft mit ihm machen will und mit Lliz muß er im September, glaube ich, auch nach Wien und da mit ihr in einem Appartement der Firma statt in einem Hotel wohnen. Wien, die Stadt Sigmund Freuds gefällt ihm sehr, nur mit den Frauen scheint es trotz des Appartement nicht zu klappen, so geht er zwar in ein Restaurant und bestellt dort ein vegetarisches Blunzlgröstl, man sieht der Phantasie Höhtkers ist keine Grenze gesetzt und dort tritft er auch zwei Frauen, die sich aus einem Genderbuch vorlesen.

Eine davon trifft er später auf einem Fahrrad in Berlin wieder und im Flugzeug nach Mallorca eine Svenja aus  Hamburg, die er später bei seinem Therapeuten, als seine Freundin ausgibt.

Der ist aber ohnehin nicht gut auf ihn zu sprechen, hat Stremmer doch viele Termine bei ihm abgesagt und ob es etwas mit der Wette oder der Freundin wird, weiß man auch nicht so genau, denn im Dezember muß er wegen eines Projektes nach Afrika und dort kommt er im Kugelhagen des Bürgerkrieges um und wir haben dann nur im Anhag das Protkoll eines anderes Mitarbeiters nämlich Eric Martin Lynbergs und das reißt dann noch ab.

Was soll ich, die psychologsch psychotherapeutische feministische Wienerin dazu sagen, die eigentlich auch nicht so viel von unverständlicher experimenteller Literatur hält?

Es ist ein gutes Buch und ein interessanter Einstieg in das Buchpreisleseprojekt 2017, also lesen, auch wenn ich, wie ich fürchte nicht alles davon verstanden habe. Das macht aber, glaube ich, nicht so viel und frauenfeindlich habe ich es trotzdem man das anehmen könnte, eigentlich nicht empfunden.

2017-08-24

Die letzten O-Töne

Laura Freudenthaler

Laura Freudenthaler

Florjan Lipus

Florjan Lipus

Heute „Dörfliches bei den O-Tönen, nämlich Laura Freudenthalters Debutroman „Die Königin schweigt“ und Florjan Lipus „Seelenruhig“ und meine „Wartelektüre“ war Zadie Smidts „Swingtime“.

Da hätte ich gerne einen Teil ausgelesen, weil wir ja morgen wieder wandern gehen und ich das sechshundert Seiten Buch nicht in die Berge mitnehmen will.

Ist nicht gelungen, dafür ein Gespräch mit der Stammbesucherin Christa U. und sehr viel Publikum, obwohl es zuerst gar nicht so ausgesehen hat, das es voll wird.

Die Christa sagte mir aber Florjan Lipus wäre im Kulturjournal gewesen und Katja Gasser war die Moderatorin, die Florjan Lipus auf Slowenisch begrüßte und auch über ihn für den ORf einen Film gedreht hat.

Zuerst kam aber Daniela Strigl auf die Bühne und stellte die 1984 geborene Laura Freudenthaler vor, die ich mehrmal in der Gesellschaft der Literatur“ hörte und deren Erzählband „Der Schädel der Madeleine“ ich mir, glaube ich, bei dem Jahren Flohmarkt vor der Buch Wien vor zwei kaufte.

Ihr Debutroman „Die Königin schweigt“ ist bei  „Droschl“ erschienen, deshalb war auch Henrike Blum da und es geht darin, so weit ich es verstanden habe, um eine alte Frau, die auf ihre Jugend im Dorf zurückblickt und um die Kindheit im Dorf, ging es auch in dem Buch des 1938 bei Eisenkappl geborenen Florjan Lipus, der auf Slowenisch schreibt und deshalb, wie Katja Gasser in der Einleitung erwähnte, den“ Staatspreis für Literatur“ im Vorjahr nicht bekommen hat, obwohl sich einige namhafte Autoren für ihn einsetzten.

Katja Gasser

Katja Gasser

Florjan Lipus

Florjan Lipus

Bekannt geworden ist er mit dem „Zögling Tjaz“, der von Peter Handke wurde, das ich, glaube ich, einmal im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe.

Den Autor habe ich, glaube ich, schon in der „Alten Schmiede“ gehört und bei dem Stück das er gelesen hat ging es wieder, um die Großmutter und die Mutter die er mit sechs Jahren verloren hat und die im KZ Ravensbrück umkam, ein Thema, das glaube ich schon in den anderen Büchern vorkommt und das Florja Lipus sehr zu beschäftigen scheint.

Es gab eine lange Schlange von Leuten, die sich anstellten, um sich das Buch signieren zu lassen und ich kann von meiner eigenen Schreibwerkstatt berichten, daß ich heute mit dem Korrigieren von „Besser spät als nie“ fertig geworden bin.

Es sind heute bezüglich Buchpreislesen auch einige Bücher zu mir gekommen, Jonas Lüschers „Kraft“ Michael Wildenhains „Das Singen der Sirenen“ und Robert Prossers „Phantome“, gleich ein zweites Mal, das ich aber der Zustellerin zurückgegeben habe und das ist die Brücke zu Katja Gasser, die ja die Sprecherin der heugien Bp-Jury war.

 

2017-08-23

Über das Schreiben

Filed under: Bücher — jancak @ 00:23
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Bevor es ans Buchpreislesen geht, Charles Bukowski „Über das Schreiben“, ein Buch, das schon im Frühjahr erscheinen sollte und man irrtümlich für einen Schreibratgeber halten könnte.

Vielleicht sind das die „Briefe an meine Weggefährten und Gönner“, des 1920 als Heinrich Karl Bukowski in Andernach am Rhein geborenen Autor, den man, wie am Buchrücken steht, Untergroundautor nennen kann auch.

Statt Untergroundautor könnte man wahrscheinlich auch Angehöriger der Beatgeneration sagen und irgendwie hatte ich den Namen im Gedächtnis, als ich das Buch, am Cover ist ein Whiskyglas“ zu  sehen bestellte.

Schaute ich in meinem Bibliothekskatalog nach, fand  den Gedichtband „Flinke Killer“ und kann so schnell nicht sagen, ob ich ihn gelesen habe.

Also ein  bißchen in kalte Wasser gesprungen.

„Kiwi“ ist nicht ganz schuldlos daran, gibt es zwar im Netz auf der Verlagsseite einen Lebenslauf, im Buch aber nicht. Das beginnt mit dem „Vorwort des Herausgebers“, Abbel Debritto, beziehungsweise eigentlich mit einer Zeichnung, denn das war Charles Bukowski wohl auch und der Herausgeber läßt gleich wissen, „daß es praktisch unmöglich ist, die Briefe in der reinen Textform wiederzugeben“ und da kommt man gleich auf etwas, das mich aufhorchen ließ, nämlich die Rechtschreibung.

Mir wird ja immer vorgeworfen, ich hätte soviel Fehler könne nicht rechtschreiben und kiefle dann daran, weil ich das ja eigentlich nicht will, aber muß oder sollte, denn wenn man einen Rechtschreibfehler hat ist man gleich unten durch.

Dem saufenden Undegroundpoeten war das offenbar egal und er hat geschrieben, wie er wollte oder konnte. Also eigentlich bewunderswert.

Es kommt dann später einiges, an dem ich mehr zu kiefeln hatte, zuerst aber ein Foto des Herausgebers, die Erkenntnis kein Lebenslauf, was sich dann nicht als nicht so schlimm herausstellen sollte, denn erstens gibts ja „Wikipedia“, zweites ist der in den Briefen selbst mehrmals enthalten und Bukowski scheint auch besonders gerne zu betonen, daß er 1920 in Deutschland geboren wurde, dann setzte er meistens sein momentanes Lebensalter hinzu.

Die Briefe beginnen 1947 und enden 1993. Im März 1994 ist der Autor in San Pedro gestorben und wenns schon keinen Lebenslauf gibt, gibt es wenigstens ein Personen und Sachregister, also ein Verzeichnis der Personen an die Bukowski seine vielen Briefe geschrieben hat.

Das ist aber leider nicht ganz vollständig und manchmal sind den Briefen, die Angaben, wer der Adressat war und warum Bukowski das geschrieben hat, auch vorangestellt.

Genau genommen ist das Buch also ein Lebenslauf und in den Briefen an die Weggefährten, erfährt man  auch einiges über das Schreiben, denn der Autor, der vielleich,t wie ich ein Schreibbesessener gewesen ist, schreibt sehr viel darüberund die meisten Adressaten sind Beatpoeten oder Herausgeber von Literaturzeitschriften, bei denen Bukowski publiziert oder jedenfalls hingeschickt zu haben scheint.

Der erste Brief stammt aus 1945 und ging an die Mitherausgeberin des Magazins „Story“, wo Bukowski erstmals publiziert hat:

„Ihr Ablehungsschreiben habe ich erhalten, zusammen mit dem formlosen KKommentaren Ihrer Lektoren. Klingt als wäre das was für mich. Bitte melden Sie sich, wenn sie einen weiteren Lektor benötigen. Ich finde nirgendwo Arbeit, daher dachte ich, ich probier es mal bei Ihnen“

Klingt interessant und originell und wenn man dann doch an den inzwischen gefundenen Lebenslauf geht, bekommt man heraus, daß der in Deutschland geborene Sohn eines Besatzungssoldaten, 1923 mit seinen Eltern in die USA ging.

Dort begann er sehr früh zu trinken, hatte 1954, das ist schon ein paar Briefe später, einen Magendurchbruch, wo er in einem Armenspital behandelt wurde, auf das er sich öfter in seinen Briefen bezog.

Er lebte von Glegenheitsjobs, was er auch öfter beschrieb und sein Schreiben begann in drei Phasen, zuerst kamen die Erzählungen, bis zu eben jenen Magendurchbruch, dann die Gedichte, die er an die verschiednenen Kleinverleger schickte, die die Texte mal nahmen und mal auch nicht.

Interessant ist auch, daß Bukowski nie mit Durchschlag schrieb und auch nie vermerkte, wem er was geschickt hat und was davon veröffentlicht wurde.

Noch viel später hatte er auch eine Kolumne, er hat auch lang in einem Postamt gearbeitet und darüber einen Roman geschrieben.

Als bekannter Schriftstellernamen, auf den er sich bezieht, taucht immer wieder Hemmingway auf und dann das, was ich bedenkelich finde, Lous Ferdinand Celine, den er als großes Vorbild nannte, der aber, glaube ich, auch ein großer Antisemit war.

Da gibt es eine Stelle in den Briefen in der er sich darauf bezieht und dann schreibt er seinen Freunden und Weggefährten auch viel übers Schreiben, beschwert sich einmal, daß man jetzt auch unbekannte Autoren oder Musiker näme und dafür Beethoven aus der Rangliste herausschmeißen würde, ja richtig, für Musik scheint sich das Rauhbein, daß sich auch sehr intensiv herumgevögelt haben dürfte und mehrmals geschieden oder verheiratet war und eine Tochter hatte, auch zu interessieren. Einmal beklagte er sich, daß ihm der Erfolg nicht so beschieden war, er wurde einmal auch bei einnem Stipendium abgelehnt und einmal beschwert er sich über eine Feministin, die sich über seine rauhe Sprache, beziehungseise seine Beschreibung einer Vergewaltigung beschwert.

Es gibt einen Brief an Henry Miller, den er im August 1963 geschrieben hat, dem waren  einige Zeichnungen beigelegt, die auch in dem Buch abgebildet sind.

Allmählich wird der berühmt, die größeren Verlage fragen an und er bekommt in Carl Weissner einen Übersetzer, der ihm im deutschen Sprachraum bekannt macht.

Bei dem beklagt er sich über seinen Verleger, John Martin, der ihm zuviel beschnitten und verändert hat.

„Irgendwie habe ich den Eindruck, er präsentiert mich ständig ein bisschen normaler und angepasster, als ich bin!“

Aber, wie er 1986 an Kurt Nimmo, keine Ahnung, wer das ist, da hier die biographische Angabe feht, schreibbt: „Ich will aber keinen Kleinkrieg mehr … mit Martin. Ich will nur meinen Wein trinken und an der Schreibmaschine sitzen.“

Er will auch keine kreativen Writingseminare, macht sich über die, auch wenn er eine Einladung, als Dozent bekommt gehörig lustig und auch über die Lyrik fällt er entsprechend her.

„Wenn die Jungs auf dem Schulhof Lyrik nicht mögen, sie sogar als Hobby für Weicheier verachten, dann haben sie nicht ganz unrecht.“

Und 1990 schreibt er: „Seminare, Seminare sind für Dummies. Ein Gedicht zu schreiben, ist nicht schwerer, als sich einen runterzuholen oder eine Flasche Bier zu trinken. Schauen Sie, hier kommt eins:

mutter sah den waschbärn, sagte mir meine Frau ach, sagte ich so viel zum stand der dinge an diesem abend.“

Später probiert er sich auch am Computer und schreibt 1992 an Jack Grapes, auch keine biografische Angabe,

„So siehts aus. In der Zwischenzeit tue ich mein bestes Mensch zu bleiben. Heißt. ich spreche mit meiner Frau, streichle die Katze, sitze auf dem Sofa und gucke Fernsehen, wenn das geht, oder lese auch nur die Zeitung von vorne bis hinten durch, gehe früh ins Bett. 72 zu sein, ist nur ein weiteres Abenteuer. Mit 92 blicke ich zurück und lache darüber. Nein, ich bin genug rumgekommen. Am Ende ist es doch immer derselbe Film. Nur dass die Gesamtsiutation nicht unbedingt schöner wird. Trotzdem, ich hätte nie gedacht, dass ich das noch erlebe, und wenn ich irgendwann gehe, bin ich bereit.“

Das ist fast ein Schlußwort. Trotzdemdem gibt es 1993 noch einen Brief an Joseph Parisi und ein Foto des „angry old man“, der aber ganz freundlich in die Kamera schaut.

„Kiwi“ hat noch ein paar weitere Bücher von Charles Bukowski verlegt, die man im Anhang finden kann. Das vom „postoffice“ heißt auf Deutsch „Der Mann mit der Ledertasche“.

2017-08-22

Erich Wyss übt den freien Fall

Jetzt kommt der zweite Teil von Tim Krohns „Menschliche Regungen-Projekt“. Da habe ich ja im Frühjahr „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ gelesen und das Projekt ist zusammengekommen, weil der 1965 geborene Schweizer Autor Geld für ein Badezimmer für seine Mutter brauchte.

So hat er ein Enzyklädodie der Gefühle gesammelt und ein Crowdfunding gestartet. Wenn man dafür spendete, konnte man sich ein Gefühl aussuchen,drei Worte dazu beisteuern und Tim Krohn hat dazu ein Kapitel seiner Romanseri,e die in einem Zürcher Gemeinschaftshaus spie,lt geschrieben.

Ein bißchen ähnlich, wie mein „Besser spät als nie Projekt“, aber das ist ja erst im Mai und Juni entstanden und dem Buch merkt man vielleicht auch das Bemühen an aus dem Gefühlskapiteln einen Roman zu machen an. Die entsprechenden Überhöhungen und Übertreibungen sind auch darin zu finden.

Die Personen sind die gleichen. Es beginnt aber mit einem neuen Hausmeister namens Paul Lutz.Der wird bald wieder entlassen, weil er einen Baum zur falschen Zeit zersägt und auch, weil er sich weigerte, der Hausverwaltung, die entsprechendenInformationen über die Mieter oder sind es Eigentümer zu liefern.

Vielleicht auch, weil sich keine passenden Gefühle mehr für ihn fanden. Sonst treffen wir aber Bekannte und der Titelgeber Erich Wyss, der mürrische alte Mann ist immer noch in die Gaunerei seines Enkels Augustin verstrickt. Da wurde ja für eine Seniorenresidenz in Ungarn gesammelt. Das Geld ist verschwunden und der Großvater soll dafür gerade stehen. Gerda Wyss mischt sich ein, versucht zu vermitteln, ruft fast alle Beteiligte an. Dann feiert sie mit ihrem Erich und auch Hubert Brechbühl, glaube ich, ihren Geburtstag, geht schlafen und wacht nicht mehr auf.

Eine Katastrophe für den alten Erich mit dem sie ja fünfzig Jahre verheiratet war. Der sohn Sepp kommt zur Beerdigung, mäkelt an allem herum, will an allem sparen, um Geld für seinen Sohn zu haben und  den Vater sogar entmüdigen lassen, als der ihm nach einiger Zeit hinausschmeißt.

Hubert Brechbühl hat Schweißfüße, spielt Tuba und beginnt sehr vorsichtiig eine Beziehung zu der esoterischen Ex-Krankenschwester Edith Samyra und die will  nach Nepal fliegen, um der ermordeten Königsfamilie zu huldigen und da kommen wir zu einem Zeitband, das den Roman umhüllt. Nämlich nine elefen, das ist zwar schon lange her, aber vielleicht hat Tim Krohn solange an seinem Buch geschrieben. Jetzt stürzen aber die Türme und alle Hausbewohner sind betroffen.

Edith-Samyra sitzt in Panik am Flughafen von Istanbul und weigert sich in ein Flugzeug zu steigen. Hubert soll  sie abholen. So reist der über Wien, Budapest, Bukarest dorthin und Salina, die  Schauspielerin, die ja gleichzeitig die Mutter Courage, als auch in einem Film eines überspannten Regisseurs spielt, wird davon bei den Proben überrascht.

Julia Sommer, die Mutter der unöglichen und schrecklich ungezogenen Mona, sind Kinder wirklich so und reden sie mit zweihalb wirklich schon so viel, hat sich als Lektorin selbständig gemacht. Ist jetzt ständig in Geldnöten und Drehbuch für einen Film will sie auch schreiben und dann gibt es noch das sexaktive Paar Costas, die schreiben auch die Texte für einen Sexfilm und wollen ihn vermarkten. Das Studentenpaar Petzi und Pit gibt es ebenfalls. Die leben sich auseinander und kommen wieder zusammen. Pit gibt sein Philosophiestudium auf und möchte nun Medizin studieren.

Es gibt einen reichen Sammler und noch ein paar andere mehr oder weniger spinnige Figuren. Weihnachten wird gefeiert, beziehungsweise vom Kindergärtner umbenannt, weli es ja Fest der Liebe und nicht mehr Christkind heißen darf. Mona soll aber einen Engel spielen. Das wird durch eine Grippeepidemie verpatzt, weil sich dann die Menschen, weil ja Virenschleudern nicht mehr umarmen dürfen und so weiter und so fort.

Maan sieht, Tim Krohn macht sich gehörig über unser Gesellschaft lustig und es ist,was mir ja sehr angenehm sein sollgte, ein realistischer Roman oder der Versuch aus dem menschlichen Regungen einen solchen zu machen.

Da passiert ja nichts literarischen oder das ist mir viel zu wenig abgehoben, könnten die Kritiker jetzt schreien. Vielleicht ist das buch deshalb nicht auf die LL gekommen. Aber bei einer Serie ist das  auch schwierig oder vielleicht sind die gar nicht zugelassen und ich kann mich jetzt auf den dritten Teil freuen und dazwischen natülich etwas andereres lesen. Auswahl gibt es ja genug.

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