Literaturgefluester

2017-08-05

Blutroter Frost

Filed under: Bücher — jancak @ 00:11
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Zwischen Leselistenauflesen und Herbstvorschau kommt jetzt ein Abstecher in die „Trivialliteratur“ beziehungsweise in die Selbstvermarkterszene, denn Natascha Wahl hat mir da ihre zwei „Ladythriller“ eine Mischung zwischen Liebesgeschichte und Krimi, die beste Mischung,  wie die Autorin meinte, angeboten und da ich nicht nein sagen kann…

Aber im Sommer ist eine leichte Mischung zwischen Liebe und Krimi ja eine gute Lektüre, obwohl, die Autorin Winter heißt, oder das das Pseudonym für Natascha Wahl sein dürfte, die außer Autorin auch noch Musikerin und Ernährungsberaterin ist und drei Kinder hat und der Ladythriller „Blutroter Frost“ von Meredith Winter erschien schon  2016 unter dem Namen „Laterne im Schneesturm“.

Ob es im neuen Buch Änderungen gibt, habe ich nicht herausgefunden und die Ankündigung der Genremischung, vor der ich ja bis vor kurzem immer hörte, daß man da nie und unter gar keinen Umständen mischen darf, weil das die Leser nicht verkraften, finde ich auch sehr interessant.

Da ist Julie, daß deutsche Autoren ihre Bücher ins amerikanische Milieu verlegen, finde ich persönlich zwar nicht so gut, scheint, aber unter den Selbstvermarktern und Selfpublishern eher üblich zu sein, eine fünfunddreißigjährige Ärztin, deren Traum, wie in der Ankündigung steht, sich erfüllt hat, sie kommt vom Urlaub aus Irland zurück und kann jetzt, sie ist nämlich Anästhesistin, eine Tageschirgurgie aufmachen und leiten.

Ein Ladythriller im Ärztemilieu klingt interessant und etwas Ähnliches, habe ich ja erst vor kurzem gelesen und dann wird es auch gleich rasant, denn Meredith Winter alias Natascha Wahl mischt nicht nur die Genres. Sie packt auch sehr viel in ihre Bücher, die medizinisch, so weit ich das beurteilen kann, sehr gut recherchiert sind und sehr viel Fachwissen wiedergeben, so daß man in dem einen wahrscheinlich fünf oder sechs Bücher liest.

Der Liebeshandlung, wird, wie man auch in den „Amazon-Rezensionen“ bezüglich „Laterne im Schneesturm“, das ist ein Zitat, das man ganz am Ende des Buches finden kann, trotz des blutigen Titels und des Ankündigungstextes einen breiteren Raum, als der wahrscheinlich eher konventionellen Krimihandlung beigemessen, was wahrscheinlich auch für mich das Lesen etwas mühsam machte und was die Komplikationen bei den ChickLit Handlungen betrifft, die ja manchmal sehr übertrieben sind,  ist Natascha Wahl auch hier eine Meisterin.

Also Julie kommt aus Irland zurück, wohin sie sich offenbar begeben hat, weil sie vorher herausfand, daß ihr Freund Benjamin sie betrogen hat. Sie will nichts mehr von ihm wissen, was aber nicht so einfach ist, da er ihr Makler ist und ihr das Gebäude für die Klinik vermitteln soll.

Ihre Freundin Jennifer gibt für sie eine Willkommensparty und auf der lernt sie Spencer, das ist ein siebenundzwanzigerjähriger Studienabbrecher mit traumatischer Vergangenheit kennen, der zuerst nichts von ihr wissen will und sich nur für Bücher interessiert.

Dann gehen sie aber doch miteinander in ein französisches Restaurant essen und weil Spencer nicht französisch kann, bestellt er sich trotz seiner Unverträglichkeit, Glutennudeln. So muß er die Äztin rufen und die schläft in seinem Zimmer dann gleich ein.

Solche Verwicklungen gibt es in dem Buch zu Hauf, was aber das Entscheidende ist, Spencer und Julie verlieben sich unsterblich ineinander. Was sie aber nicht darf, denn Benjamin will trotz seiner Freundin Claudia nicht von ihr loslassen, denn er braucht sie noch, ist er doch in Wahrheit kein Immobilienmakler, sondern handelt mit Leichenteilen, das heißt, er verkauft solche zu Transplantationszwecken und da kann man natürlich eine Änästhesitin mit churirgischer Tagesklinik sehr gut brauchen.

So überrascht Spencer Julie und ihn beim Vergewaltigungs- oder Knutschversuch im Auto. Benjamin setzt Julie auch eine Pistole an und zwingt sie ihn zu küssen. Spencer wird dafür entführt und die Freundin Jennifer hat auch ihre Geheimnisse.

Das heißt, sie wird von Benjamin erpresst und ist daher gegen ihre Verbindung mit Spencer, denn Julie soll, hat sich Benjamin gedacht, einen Patienten, der eine neue Niere will, für ihn töten, damit er die Teile verkaufen kann.

Aber der verschwindet zum Glück und es geht wieder auf die Chicklitseite und zu den Verwicklungen, der zwei unsterblichen Verliebten, die noch nicht zusammenkönnen, weil es der Plot nicht nicht will.

So gibt es die am Weihnachtsabend bei Julies Eltern und dann taucht noch eine frühere Geliebte von Spencer auf und behauptet von ihm schwanger zu sein. Zum Glück ist das Baby schwarz, aber die Autorin bringt es trotzdem zusammen Julie Spencer und Melanie beim Lebesakt in der Küche erwischen zu lassen.

Sie versöhnen sich aber immer wieder. So kommt es nach weiteren Komplikationen und sechshundert E-Bookseiten, die, glaube ich, in der Printform, um die Hälfte kürzer sind, zum Happyend.

Das heißt, Hochzeit mit einigen Kindern und der jüngere Spencer schließt dann auch noch sein Studium ab, damit er mit seiner Ärztin mithalten kann und der Kriminalfall klärt sich auch auf.

Benjamin kommt hinter Gitter und wird, wie im Abspann steht, wahrscheinlich frühestens 2027  entlassen werden und wer nun trotz der vielen Handlungsstränge Blut gerochen hat und noch weiterlesen will, dem sei „Blutpsalm“, das nächste Buch der Autorin empfhohlen, ich werde es demnächt lesen.

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4 Kommentare »

  1. „Das Lesen und das Schreiben ist nie mein Fall gewesen!?“ heißt es, wenn ich mich richtig erinnere im „Zigeunerbaron“. Trotzdem versuche ich mich auch in dieser Disziplin, weil es irgendwie auch interessant ist, wenn ich auch nicht sinnzusammenhängend lesen gelernt habe, so möchte ich gerne auch ein Schreibender sein, so habe ich eine neue Website (siehe Link) zusammengestellt, um vielleicht zumindest eine Leser oder Leserin in irgendeiner Situation zu informieren oder auch nur zu unterhalten.

    Liebe Frau Jancak, vielen Dank für ihre neuen Beiträge auf literaturgefluester. Ich hoffe, es geht Ihnen gut, bei dieser starken Sommerhitze hier in Mitteleuropa??!!

    Kommentar von Manfred Lagler - Regall — 2017-08-05 @ 10:58 | Antwort

    • Jetzt untertreiben Sie nicht wieder und diesmal habe ich mich, glaube ich, nicht verschaut, denn Sie lesen und schreiben ja durchaus sehr viel und sehr gekonnt, werde mir Ihre Websiete anschauen und freue mich, daß Sie sich wieder melden!
      Habe mich schon gefragt, wo Sie sind, aber vielleicht hat Sie die Hitze eher ins Bad, als zu Ihren Laptop verschlagen?
      Ja, es geht mir gut, ich komme mit der Hitze eigentlich ganz gut zurecht und werde demnächst auch über meine Wochenendaktivitäten schreiben.
      Jetzt komme ich gerade aus Tragöss und vom grünen See zurück und morgen werden wir versuchen mit dem Rad nach Wagram an der Traisen zum dortigen Hauerfest zu fahren.
      Dort werden wir uns, glaube ich, nicht sehen, denn Sie wohnen ja eher in der Gegend von Melk, liebe Grüße!

      Kommentar von jancak — 2017-08-05 @ 20:27 | Antwort

  2. Liebe Eva, ich habe Tränen gelacht 🙂 Ich danke Dir mehr als herzlich für Deine kluge, auf den Punkt bringende und humorvolle Besprechung meines Debütromanes.

    Und warum die Handlung in die USA verlegt werden musste, hatte ich in einem anderen Kommentar ja schon mal erklärt 🙂
    Aber es freut mich, das mein ChickLit/Thriller trotzdem bei Dir punkten konnte 😉

    Sonnige Grüße: Meredith Winter

    Kommentar von Meredith — 2017-08-05 @ 19:09 | Antwort

    • jetzt bin ich ein wenig verwirrt, denn so lustig war meine Besprechung, ich nenne sie nicht Rezensionen, weil sie eigentlich eher literarische Portraits sind, eigentlich nicht gemeint. Freut mich aber, wenn Sie gefallen und getroffen hat!
      Ja, das mit Amerika, das haben Sie schon kommentiert, ihr nächstes Buch, das ich demnächst beginnen werde, spielt ja auch in Deutschland und ja ich lese sowohl Krimis, als auch ChickLits eigentlich sehr gerne
      Obwohl beide ihre Tücken haben, denn ich bin ja, was die Krimis betrifft, eigentlich gegen Gewalt und finde es eigentlich unrealsitisch, daß da ständig soviele Morde passieren und ChickLits sind ja meistens noch übertriebener, da schreiben dann schon die Leser, daß ihnen die Protagonistinnen oft zu blöd dargestellt waren.
      Es gibt aber auch Ausnahmen und ich habe einmal einen SadoMaso gelesen, war mit dem SM vielleicht überfordert, die psychologische Beschreibung der Personen habe ich aber toll gefunden.
      Zuviel davon werde ich auch nicht lesen, weil sonst anderes überbleibt, was ich auch lesen möchte, also bitte keine Kolleginnen schicken, aber auf „Blutpsalm“ bin ich gespannt!

      Kommentar von jancak — 2017-08-05 @ 21:10 | Antwort


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