Literaturgefluester

2017-09-19

Sex and Crime zur Saisoneröffnung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:00
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In der „Alten Schmiede“ ist, wie Kurt Neumann erläuterte, die dreiundvierzigste Saison mit „Sex und Crime“ beziehungsweise einer „Stunde der literarischen Erleuchtung“ losgegangen und zwar haben da der Rechtsanwalt Alfred J. Noll und Alexandra Millner, die inzwischen die Präsidentin der „Albert Drach Gesellschaft“ ist, Albert Draches 1971 erschienenen Roman „Untersuchung an Mädel“ vorgestellt.

Ich bin ja keine Kennerin des 1902 in Wien geborenen und 1995 in Mödling verstorbenen Juristen und Schriftstellers und weiß auch gar nicht, ob ich je eines seiner Protolkolle gelesen habe, daß er aber, als großer und auch eigenwilliger Schriftsteller galt, habe ich gewußt, persönlich aber, glaube ich, ihn nie gesehen, obwohl er, wie mir Kurt <neumann sagte in der „Alten Schmiede“ in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren aufgetreten ist, aber nicht selbst gelesen hat.

Ich glaube ,ich bin einmal in die „Alte Schmiede“ gegangen, wo Peter Henisch ihm eine Stunde der literarischen Erleuchtung wiedmen wollte, die dann aber ausgefallen ist und daß das Kriminalprotokoll „Untersuchungen an Mädeln“ 1999 verfilmt wurde, habe ich auch gewußt, denn da habe ich im Literaturhaus oder sonstwo eine diesbezügliche Promotionskarte gefunden.

Alexandra Millner erläuterte den Abend und erzählte den Inhalt des Romans, beziehungswweise des Protokolls, denn das war ja die Schreibweise von Albert Drach. Im ersten Teil wird der Kriminalfall geschildert, zwei Mädeln Stella Blumentrost und Esmaralda Nepalek werden beim Autostoppen vom Stechviehhändler Joseph Thugut, man sieht die sprechenden Namen, vergewaltigt, worauf sie ihm mit einem Wagenheber ermorden.

Im zweiten Teil kommt es dann zur Untersuchung, da treten bei paar Untersuchungsrichter mit ebenfalls sprechenden Namen auf und im dritten Teil kommt es zur Verhandlung.

Dabei gibt viele Verwirrungen und Verwicklungen, Alfred Noll, der drei Stellen aus dem Roman gelesen hat, erklärte, daß Albert Drach, der, wie er meinte kein guter Rechtsanwalt war, weil er die Moral höher, als die Gesetze gestellt hat, in seinen Schriften immer aneckte und von der Justiz auch nicht viel hielt und erläuterte dann eine Stelle, wo der Untersuchungsrichter Baldur Mausgrub sehr verwirrt ist, weil er bei der Untersuchung einen Beistift zwischen die Schenkel von Esmaralda Nepalek fallen ließ und sich diesen dann holte.

Die wird, wie Alexandra Millner erläuterte, der bildungsfernen Schicht zugeordnet, mit einer Verganenheit, wie Josefine Mutzenbacher, während Stella Matura hat und eine Haushaltungsschule besuchte. Die zwei hatten ein Verhältnis zu einem sehr selbstbewußten Exmatrosen namens Harald Puppinger, der sich dem Gericht nicht unterordnen will und beim Verhör einen Sitzplatz einfordert.

Am Schluß kommt es zur Verhandlung, obwohl man die Leiche des Viehhändlers nie gefunden hat und das letzte Wort hat Stella, die nur „Ich“ sagt.

Alexandra Millner erläuterte dann auch die Schreibweise. Drach hat schon in den Sechzigerjahren mit dem Schreiben angefangen und wurde auf der Autobahn davon inspiriert, als er dort zwei Autostopperinnen gesehen hat.

Alexandra Millner nannte Albert Drach einen Feministen, weil er sich für die Rechte der unterdruückten Frauen einsetzte, etwas das meiner Meinung nach ein Mann nicht sein kann. Alexandra Millner ist da anderer Meinung und meinte auch Arthur Schnitzler wäre ein solcher gewesen.

In der Schmieden Galerie habe ich nach der Veranstaltung die bildende Künstlerin Linda Christanell getroffen, die wieder von dem Wort „Mädeln“ sehr entsetzt war und daher an dem Protokoll keinen Gefallen fand, aber in den Sechzigerjahren hat man wohl  so gesprochen.

„Lesen sie das Buch, es ist nicht leicht, man muß sich in den Stil einlesen, dann lohnt es sich aber!“, erläuterte noch Alfred Noll und, ich glaube, ich habe mein Interesse an Albert Drach gefunden und hoffe, ich komme einmal zum Lesen dieses oder auch eines anderen Buches. Bei „Zsolnay“ gibt es jetzt  auch eine neue Werkausgabe.

Dann gab es eine Pause, wo ich Marie Therese Kerschbaumer, Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Susanne Ayoub und noch viel andere traf.

Dann ging es weiter mit dem zweiten Crime, nächmlich dem sechsten „Herrn Groll“, Erwin Riess neues Buch, das er schon am „Volksstimmefest“ vorgestellt hat.

„Herr Groll  und die Stromschnellen des Tiber“ und das ist auch sehr kompliziert und hat diesmal zwei Handlungsstränge. Herr Groll und der Dozent fahren nach Rom, aber der Dozent trifft sich dort mit einer polnischen Historikerin, die über den Koran forscht und seltsame sexuelle Vorlieben hat. Herr Groll soll einen verschwundnen Priesterzögling finden und auch hier gibt es einige Verwicklungen, die damit enden, daß plötzlich Herr Groll mit dem Papst in einem Taxi sitzt.

Sehr interessant, aber mehr hat Erwin Riess, der durch das Buch gelesen und geführt hat, nicht verraten. Denn man soll auch das selber lesen. Aber ich lese ja gerade mein zwölftes Longlist und erstes Shortlist Buch nämlich Sasha Mariana Salzmann  „Außer sich“.

Das heißt, ich wollte eigentlich in der Pause zwischen den zwei Veranstaltungen damit beginnen, habe aber mit der Ruth geplaudert, vor uns saß Renata Schmidtkunz, die Erwin Riess ja kürzlich für Ö1 interwiewte und neben der Ruth Karin Peschka, die ich wieder fragte, ob sie glaube, daß sie auf die öst. Shortlist kommt.

„Nein!“, sagte sie oder „Ich laß mich überraschen!“

Sie hat aber gute Chancen und hat ja einmal auch nicht geglaubt, daß sie und nicht Valerie Fritsch den „Alpha“ gewinnt.

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