Literaturgefluester

2017-10-24

Literarischer Heimatabend

Das Thema Heimat ist ja in Zeiten des Rechtsrucks und der schwarz-blauen Regierungsbildung besonders aktuell, beziehungsweise die Anti-Heimat, denn  das Wort“Heimat“ ist ja eher rechts besetzt und die sogenannten Linken sagen dann, sie hätten es nicht so mit dem Begriff oder definieren ihn für sich selber und ich, eine sehr politisch denkende Menschin habe mich in der letzten Zeit auch mit diesen Themen beschäftigt.

Das heißt mit der „Heimat“ ebenfalls eher nicht, aber ich habe im Sinne des österreichischen Debutpreises „Reibungsverluste“ gelesen und da geht es ja um den Unterschied zwischen Übersetzen und Dolmetschen und die Flüchtlingsfragen, beziehungsweise Eva Rossmanns „Patrioten“, die sich in einer Art Antikrimi mit den rechten Strömungen und Hasspostings im Internet beschäftigt.

Das Antikrimi bezieht sich darauf, daß nicht Mira Valenski die Ermittlerin ist, eine mir etwas haarsträubend erscheinende Krimihandlung gibt es aber schon.Ein Patriot wird an das Kreuz genagelt, obwohl Eva Rossmann im Interwiew erkärte, daß es eher keiner ist, sie hat eher verschiedene Personen sich mit diesem Thema beschäftigen lassen. Dadurch ist es meiner Meinung nach eher langweilig geworden, aber  was hat das mit Heimat zu tun?

Nichts natürlich, außer daß Sina und Rami ihre Heimat Syrien verlassen haben und Eva Rossmann von Günter Kaindlsdorfer im Interview gefragt wurde, was Heimat für sie bedeutet?

Ansonsten hat „Kremayr und Scheriau“, die ja eine sehr ambitionierte Literaturschiene haben, in denen sie meistens Debut verlegen, die dann auf den verschienenen Debutpreisliesten stehen, zu einem solchen kurz vor dem Nationalfeiertag in Weinhaus Sittl eingeladen, in das ich sonst ja eher nur zu den Lesetheateraufführungen gehe, aber es ist ein uriges Gasthaus noch im alten Stil, weil sie zwei Heimat beziehungsweise Anti-Heimatromane vorstellen wollten.

Denn da hat ja Petra Piuk, mit „Lucy fliegt“ die Debutantin vom letzten Jahr einen solchen geschrieben, wie sie schon in der „Alten Schmiede“ ankündigte.

„Toni und Moni“ liegt sein ein paar Wochen in meinem Badezimmer.Aber ich bin ja gerade erst mit dem dBp , dem Öst und der Debutliste fertig geworden und habe noch ein paar andere Bücher, die schon länger auf mich warten, die vom Gastland Frankreich der Frankfurter Buchmesse beispielsweise und dann gibt es noch einen jungen Salzburger Thomas Mulitzer der einen solchen namens „Tau“ geschrieben hat.

Das Extrastüberl im Weinhaus Sittl also vorwiegend von eher jungen Leuten bevölkert, Luis Stabauer, der vielleicht auch ein Buch dort verlegen will, war allerdings auch da und Stefanie Jaksch hat durch das Programm geführt.

Da war Schnaps angekündigt, so kreiste eine solche Flasche zwischen den Insidern. Musik nämlich die „Fairgeiger“ gab es auch und als es dann begonnen hat, haben sich Tanja Raich die Verlegerin und noch zwei Leute aufgestellt und zuerst die zehn Regeln der guten Tischsitten aus Petra Piuks Buch vorgetragen.

„Gruiss euch!“ war auch noch die Begrüßung und dann gab es einen Themaabend, bezeihungsweise ein Gespräch zur Heimat mit den verschiednen Leseproben.

Thomas Mulitzer kommt aus dem Pongau, aus dem Gebirgsort Weng, der offenbar etwas mit Thomas Bernhard zu tun hat, vielleicht spielt sein Anti-Heimatroman „Frost“ dort. Das habe ich nicht so genau verstanden und bin ja auch keine besondere Bernhard Kennerin. Thomas Mulitzers Großeltern haben aber offensichtlich dort ein Gasthaus gehabt und so hat er sein wahrscheinliches Debut dort angesiedelt.

Ein junger Mann kehrt dorthin zurück und geht ins Gasthaus, beziehungsweise aufs Margaretenfest, weil es dort ja kein Gasthaus mehr gibt. Es war aber eines der erwähnten Themen, ein anderes war Tiere und da gibt es in Weng einen Pfarrer, der immer von solchen predigt und daher „Schweinepfarrer“ genannt wird. Von Vögeln predigt er auch und das veranlaßt dann den Protagonisten an Sex zu denken. Das war schon wieder ein Thema und umd um den Heimatbegriff ist es natürlich auch gegangen.

Zwei Anti-Heimatromane, wie Stefanie Jaksch betonte und Petra Piuk hat den ihren zum Teil in Rom geschrieben, wo sie wahrscheinlich ein Stipendium hatte und er scheint eher ein Pamplet, als ein Roman zu sein, gibt es da ja nummerierte Kaptiel wie 6 a oder 6 b und dann wird doziert, wie es am Land eben zugeht, beziehungsweise will die „Frau Schriftstellerin“ einen schönen Heimatroman über das schöne Dorf Schöngraben an der Rauscha schreiben und es mischt sich auch immer wieder die Lektorin ein und gibt Ratschläge. Der Toni scheint ein Kind zu sein und beim Thema Tiere hat Petra Piuk eine Szene gelesen, wo er Katzen und Küken ermordet und dann mit einem selbstgemachten Kreuz begräbt.

Beim Thema Sex ist es um die Gewalt beziehungseise den Mißbrauch gegangen. Das war Petra Piuks Ausgangsthema, so schlägt der Vater der Mutter ein blaues Auge und eine Leserin beschwert sich dann darüber. Petra Piuk schreibt aber öfter über die „gesunde Watschn“, die man in dem schönen Dörfchen bei dem schönen Heimatroman eben öfter bekommt und hat während des Schreibens auch sehr viel Schlager gehört.

Dazwischen gab es immer Musikeinlagen und ich freue mich auf das Buch, beziehungsweise bin ich gespannt, obwohl ich es weder mit der Heimat noch mit der Antiheimat so sehr habe und eigentlich auch Verarschungen nicht so  mag, aber mal sehen, ich lasse mich überraschen.

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