Literaturgefluester

2017-12-16

Writers Retreat im Bett

Ich bin ja seit Montag, wo ich meinen Gutschein für das Writers-Retreat einlöste und nur sehr langsam, neun Szenen und etwa dreißig Seiten durchkorrigierte, ein wenig krank, hatte aber eine intensive Woche, weil ich derzeit relativ viele Klienten habe und ich auch am Mittwoch im Literaturhaus war um mir die „Exilpreis-Texte“ anzuhören, am Donnerstag beim Supervisions-Reflexions-Treffen, wo es weihnachtliche Brötchen und Sekt gegebbn hat und am Freitag habe ich es doch gschafft, wieder einmal zu den „Slams“ zu gehen, vor denen ich mich ja ein bißchen drückte.

Es war also sehr intensiv, so daß ich eigentlich schon seit ein paar Tagen sagte, am Samstag bleibe ich den ganzen Tag im Bett, aber damit eigentlich meinte, daß ich jetzt einen Writers Retreat zu Hause machen wollte, die restlichen achtzig Seiten korrigieren und den Unterschied bloggen wollte.

Der Unterschied liegt natürlich in der Disziplin und in der Schreiberfahrung, denn eigentlich ist es ja nicht sehr bequem, da in ein zwei Zimmer großes Schreibstudio zu gehen, den Laptop auf die Knie zu packen und in Gegenwart anderer ebenfalls emsig Schreibender, an seinem Text zu arbeiten oder zu korrigeren.

Kann aber, wenn man eine Schreibblokade hat, sehr motivierend sein und so bietet das Writerstudio glaube ich jeden Monat solche Retreats für siebzig oder fünfzig Euro an, wenn man voraus bucht. Da bekommt man ein Frühstück, einen Schreibimpuls, kann seine Ziele äußern, sie mit seinen Schreibpartner besprechen und tobenden Applaus bekommt man, wenn man dann von seinem Erfolg erzählt, auch.

Das habe ich während des Schreibmarathons, wo ich wirklich sehr viel geschrieben habe, sehr anregend gefunden, zwei Wochen späüter habe ich aber in Harland, die noch fehlenden vierzehtausend Wörter genau motiviert zusammengebracht, ich bin eben durch meine vierzigjährige Schreiberfahrung, auch wenn mir das mein Kritiker Uli nicht glauben will und das den anderen egal ist, schon sehr erfahren und so habe ich auch ein paar Tage später die 50 477 Worte, die ich inzwischen nicht mehr habe, hochgeladen, obwohl ich diesmal wirklich geschummelt habe, denn ich habe mehr als ein Monat an dem Text geschrieben, im November aber nur an einigen Tagen.

Aber das ist egal, man bekommt ja ohnehin nichts dafür und das Korrigieren, ist dann weniger actioneich, ich habe mir aber schon vor ein paar Tage vorgestellt, wie ich mein persönliches Retreat grstalten will und da habe ich eigentlich gedacht, ich korrigiere den Text fertig, drucke ihn dann aus, nehme ihn zu Weihnachten nach Harland mit und korrigiere dann solange weiter, bis ich damit fertig bin, der Alfi das PDF machen und das dann nach einen weiteren Korrigierdurchgang an die Druckerei gehen kann.

So weit, so what und so wird es auch sein, obwohl der Einstieg nicht ganz so einfach war, denn ich lese ja immer in der Früh ein Stückchen in der Badewanne und da sind diesmal Alexanders Osangs „Weihnachtsgeschichten“ daran und die haben es in sich.

Drei davon habe ich gelesen und dann gleich gebloggt, dann ein bißchen aufgeräumt, die Wäsche aufgehängt und mich in die bequeme Schreibkleidung geschmissen, die mir ja Iene Steindl letzten Sonntag geschrieben hat, daß ich sie für das Retreat anziehen soll.

Diesmal habe ich mich im Hausanzug und mit Socken ins Bett geschmissen, da eine Szene korrigiert und habe dann, weil ich ja ein bischen krank bin, noch eine Stunde geschlafen. Inzwischen kochte der Alfred das Mittagessen. Wenn wir in Wien sind, macht er am Wochenende meistens Sardinen oder Kalamari. Einen Glas Sekt mit frisch gepressten Orangensaft und einen Keksteller habe ich mir auch hergerichget, denn Kekse und Tee sind ja der Renner bei, Writersstudio, mit denen man sich für das Arbeiten belohnen oder sie in den Pausen essen kann.

Heute war es etwas erschwert, daß ich Radio gehört habe und da wurden ja nicht nur Nnachrichten von der neuen Regierungsbildung angekündigt, nein Friederike Mayröcker wird bad dreiundneunzig und hatte daher ein Hörspiel im Hörspielstudio, das habe ich während meines Mittagschlafes, den ich bis drei machte, gehört und dann eigentlich erst richtig unterbrochen von dem Sonderjournal um fünf und dem anschließenden „Diagonal“ über Gerhard Rühm zum arbeiten angefangen.

Das heißt ich habe das Radio laufen lassen und dazu korrigiert, geht auch und machen auch einige und Friederike Mayröcker wird am Mittwoch 93 und Heinrich Böll einen Tag später hundert und da gab es auch eine Sendung über ihn, also ein literarischer Tag und so habe ich wieder nur sehr langsam korrigiert, bin aber jetzt bei Szene 20 und das ist die Jonathan Szene, wo ich mir im Writersstudio von Irene Steindl Feedback geholt habe und die fünfzigtausend Worte habe ich inzwischen auch auf derzeit 49 811 weggestrichen.

Aber das ist bei jeden meiner „Nanos“ so, daß die im Buch nach dem Korrigieren kürzer sind und ich kann auch sagen, eigentlich geht das Korrigieren zwar langsam, aber gut, ich bin mit dem Text zufrieden, auch wenn ich gerne ein wenig Rückmeldung hier hätte, das geht aber, weil ich offenbar lange Schachtelsätze habe, vielleicht nicht, daß mir jemand darauf kommentiert, also muß ich für mich alleine korrigeren und werde in Harland in den Weihnachtsferien auch noch einige Retreats machen.

Denn das Strukturieren ist ja eine gute Sache, man setzt sich hin, legt sich,  die vom Retreat bekommenen Zettel, wo die Ziele draufstehen, daneben, stellt sich den Keksteller auf den Tisch und fängt zu korrieren an und nachher kann man überlegen, was einem gelungen ist und was man sonst noch so schaffte?

Ich gehe noch in die Badewanne, lese das Buch von Alexander Osang zu Ende und werde die restlichen Geschichten bloggen, ja und richtig, etwas habe ich vergessen, ich habe schon etwas am Vormittag zuerst gemacht, bevor ich mit der „Frau“ begonnen habe

Da war ja noch die Vorläufer Geschichte „Das besser spät als nie“ zu korrigeren. Da hatte ich also diesmal doch mehrere Projekte, nämlich das Heute und das Morgen sowie das Lesen gehabt, die einem  am Weiterkorrigieren hindern, aber da habe ich noch einen Fehler gefunden und bin jetzt gespannt, wann der Text an die Druckerei gehen kann, die Gewinnspielfragen sind ja diesmal schon aufgelöst.

Aber ein Buch für die Leserunde, die es wieder geben wird und für die ich wieder fünf Bücher nach Erscheinen vergebe, kann man noch bestellen und morgen werden wir wahrscheinlich wieder auf die Mostalm gehen, aber ein bißchen weiterkorrigieren, müßte sich schon ausgehen.

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