Literaturgefluester

2017-12-22

Koslik ist krank

Filed under: Bücher — jancak @ 00:36
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Weiter gehts mit einem Debut, obwohl ich meine Empfehlung für den Blogger-Debutpreis schon abgegeben habe und „Koslik ist krank“, der 1990 in Berlin geborenen Julia Rothenberg auch nicht auf der Shortlist gestanden ist.

Wir bleiben im Krankenhaus, aber hier wird kein Thriller abgewickelt, sondern wieder einmal, diesmal von einer sehr jungen Frau , die Midlifekrisis eines Mannes und für die immer unken, daß ich so fürchterlich schlecht schreibe, ja ich hätte mit Siebenundzwanzig keinen solchen Roman schreiben können, obwoh man hier zuerst auch denken könnte, daß da  nichts passiert.

Interessant ist noch das Cover des in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen Buches, ein grauer Umschlag mit einer kleinen Tür und einem kleinen weißen Gang.

Koslik ist krank, es sind bei dem Erwachsenenbildener Mitte vierzig Schlaganfallsymptome aufgetreten, so daß er sich im Krankenhaus befindet und Untersuchungen auf ihn warten.

Erst will er noch um zwölf in seinen Deutschkurs, aber „Den sagen Sie besser ab!“, sagt die Pflegekriaft und Koslik befindet sich in einem Zimmer mit einem Mitpatienten, der ständig vor sich hinröchelt und als er die Station erlassen will, hält ihn die Kraft am Stützpunkt wegen der dann nicht mehr geltenden Versicherung auf.

„Bleiben Sie noch ein paar Tage, wir machen noch ein paar Untersuchungen!“, sagt der Arzt und die ziehen sich hin, so ruft er seine Schwester an, daß sie ihm ein paar Sachen bringt, die verständigt seine Mutter, aber mit der hat er ein schlechtes Verhältnis und im Aufenthaltsraum triff er  noch auf einen ehemaligen Studienkollegen Frank, den er auch nicht sehen will, denn der hat ihm einmal seine Freundin und auch einen Job weggeschnappt, hat aber jetzt MS mit schlechter Verlaufsform und es geht ihm eigentlich nicht gut.

Weil Koslik aber noch gehen kann, wird er in einen anderen Krankenhausteil, die Geschichte spielt in Freiburg, ein ehemaliges Hotel verlegt, das alle loben, weil es viel schöner ist, obwohl man vom Fenster nur auf einen Parkplatz und auf einen Aldi sehen kann.

Als Koslik zu einer Untersuchung ins Haupthaus muß, darf er alleine zurückgehen. Er versäumt auch ständig das Essen und verliert immer mehr die Orientierung, beziehungsweise wird er in sein Leben und in das, was noch nicht bewältigt ist zurückgeworfen.

Eine esoterische Mitpatientin verwirrt ihn  mit ihrer Krankengeschichte, seine Exfreundin Marlies, die Frank besuchen kommt, nennt ihn aggressiv,  sein Zimmernachbar Bude verschwindet plötzlich und Schwester Natascha darf ihm natürlich keine Auskunft geben.

Dann bekommt er doch einen Termin für das Herzecho, wird im Aufwachraum ein wenig vergessen, der Pfleger wartet aber schon mit den Entlassungspapieren, denn in einem Krankenhaus muß alles ruckizucki gehen und so wird Koslik, der eigentlich gar nicht bleiben wollte, wieder entlassen und kennt sich in seiner Welt nicht mehr aus.

„Koslik schaut auf den Busfahrplan und fragt sich, was er jetzut tun soll. Rauschend dehnt sich vor ihm nach links und rechts die Straße, und über ihm schwebt grau der himmel. Er weiß nichts von dieser Welt.“

Wenn mir auch einiges in diesem Debut nicht ganz logisch und auch nicht ganz ausgeführt erscheint, ist es doch verblüffend, wie präzise eine so junge Frau über die Midlifekrise-Sorgen eines Mannes, der fast ihr Vater sein könnte erzählt.

Der Krankenhausalltag erscheint mir auch sehr eindringlich beschrieben. Ein interessantes Debut also, das nicht auf die Bloggershortlist gekommen ist, aber gut daraufgepasst hätte und interessant ist auch, daß die Frankfurter Verlagsanstalt in auch ein Buch von einer jungen Frauen mit dem Titel „Walter Nowak bleibt liegen“ herausgab, wo ja auch von einem Mann am Boden, der sein Leben durchgeht.

2017-12-21

Das Mädchen und die Fremde

Filed under: Uncategorized — jancak @ 00:42
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Jetzt kommt nach Heinrich Böll, der Dichterrepublik und den Weihnachtsgechichten ein Thriller, mit dem man sich ja auch zu Weihnachten hinwegiebern kann, der zweite Emma Sköld-Krimi, der  1978 geborenen Sofie Sarenbrandt, dem neuen Krimistar aus Schweden möglichweise, „der seine Protgonistin nicht schont“, wie die Autorin im Klappentext verspricht und stimmt, tut sie wirklich nicht, obwohl ja eigentlich gar nicht so viel passiert.

Denn dieKrimialkomissarin liegt nach einem Reitunfall im Koma und wacht da nach fünf Monaten das erste Mal auf, das wird in über hundert kurzen Kapiteln von verschiedenen Personen erzählt und Irrtum es passiert natürlich doch sehr viel, das Meiste allerdings im Kopf der Protagonistin, die sich nach dem Aufwachen darüber wundert, daß Baby Ines schon so groß geworden ist  und sie ist auch überzeugt, es war kein Unfall.

Das glaubt ihr natürlich keiner, nicht ihr Vater, der pensionierte Hauptkommissar, nicht die Schwester Josefin und auch nicht der Lebenfgefährte Kristoffer, der inzwiwchen auf Vaterurlaub ist, um sich um die Kleine zu kümmern, aber irgendwie doch arbeitet, so daß er nur sehr wenig Zeit im Krankenhaus verbringt und die kleine Ines, was niemand wissen darf, seiner früheren Freundin Hillevi anvertraut, deren Kind gestorben ist und die deshalb auch lange in der  „Klapsmühle“ war.

So erwacht Emma also und schickt, den Kollegen Nyhlen los, um für sie zu recherchieren, während sie langsam wacher und wacher wird und  schon aus der Intensivstation hinausdarf und dann überschlagen sich die Ereignisse.

Nyhlen findet am Unfallsort ein Kettchen, das Kristoffer, als er mit der Kleinen doch einmal kommt, als das von Hillevi erkennt und mißtrauisch wird und den Fall des toten Polizisten, an dem Emma bevor der Unfall passierte, gearbeitet hat, will sie auch wieder aufnehmen.

Nyhlen bringt ihr auch die Akten ins Kankenzimmer, die verschwinden aber und Hillevi, die weltsamerweise in dem Krankenhaus auch als Putzfrau arbeitet, es gibt in dem buch sehr viele Wendungen und Spannungsbögen, schleicht herum und drückt ein Kissen auf Emmas Mund, die schon die ganze Zeit eine Frau in ihrem Zimmer sieht.

Es kommt zu einer Hinrblutung und Nyhlen den Emma, als sie davon wieder aufwacht, zu Kistoffer schickt, findet den tot in der Wohnung und die kleine Ines ist verschwunden.

Nyhlen wird nun selbst vom Vater und vom Vorgestzten verdächtigt und die labile Hillevbi, die sich nicht mit der Polizei anlegen will, bringt das Kind auch zurück und am Ende ist dann wieder alles anders.

Zweimal wird das Kissen noch auf Emmas Mund gedrückt, es war ganz anders, als erwartet oder unerwartet spannend, denn jetzt weiß ich nicht, ob diese Serie weitergehen wird?

Denn eigentlich, wenn ich es recht verstanden habe, ist die Heldin ja gestorben, weil sie zuviel entdeckte und eine der wenigen aufrechten schwedischen Polizistinnen ist. Das kann aber nicht wirklich sein, weil Serien ja auf länger angelegt sind, wurde in dem Buch auch schon an ein paar früheren Stellen behauptet und der erste Band „Das Mädchen und der Mörder“ offenbar mit einem ähnlichen Cliffhanger endete.

Der dritte Band ist also vielleicht schon angelegt oder in Schweden bereits erschienen.

Ich habe die Geschichte in einem Zug gelesen und in der Badewanne auch sehr angefeuchtet, die vielen falschen Fährten haben mich aber auch ein wenig geärgert.

2017-12-20

Zwanzigster Dezember

Obwohl auf der Uni schon Ferien, war heute wieder das Partisanenliteratur-Workshop in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur. Herr Eder hat mir jetzt den Rest von Ladislav Mlackos „Engelchen“ geschickt. Das werde ich in den Weihnachtsferien lesen, bis jetzt bin ich noch nicht datz gekommen.

Also haben wir am Nachmittag wieder nach Sujetketten gesucht und danach bin ich nach Grinzing hinausgewandert, das heißt eigentlich nur bis zur U-Bahn Station Währingerstraße, weil wir uns da zu einer Weinverkostung bei Herrn Fischer von der Firma Marimport getroffen haben und weil dazu nicht besonders viel Literarisches zu schreiben ist, gibt es hier wieder ein Adventkalenderfenster.

Das 1. 5. 7. 9. und 19. gibt es auch schon und hier voila:

„Sonntag, 20. Dezember

Am Sonntag prangte, wie erwartet ein prächtiger Adventkranz mit einer roten Schleifen, goldenen Kugeln und vier brennenden Kerzen hinter dem Kalenderfenster und Nika hastete, nachdem sie, um halb zwölf aufgewacht war, in die Küche, um nachzuschauen, was im Kühlschrank zu finden war? Denn sie war gestern nicht zum Einkaufen gekommen und jetzt war sie auch nicht in der Stimmung zum West oder Hauptbahnhof zu fahren, um in den überteuerten Supermärkten, die dort zu finden waren, das Mittagessen zu besorgen. Das war der Nachteil der Berufstätigkeit, beziehungsweise das Risiko einer Weihnachtsfrau, die zwar die anderen zum Konsumieren verlocken sollte, selbst aber keine Zeit dazu hatte. Kaffee war im Küchenkasten aber zu finden und im Eisschrank war ein Rest Milch. Zwar nicht viel und die war schon abgeflaufen, aber für das Frühstück reichte es und dann würde sie Spaghetti kochen. Befanden sich doch solche in einem Einweckglas und eine Dose Sugo gab es auch! Das Mittagessen war gerettet und um fünf würde sie sich mit Harald Schwabeneder, der ihr interessante Neuigkeiten versprochen hatte, in dem Cafe, das sich am Dach der Hauptbücherei befand, treffen und da konnte sie sich zum Punsch einen Schunken-Käsetoast bestellen und würde nicht verhungern. Dreieinhalb Arbeitstage noch, dann war ihr Weihnachtseinsatz vorbeil. Sie würde sich ihr Geld vom Konto holen können, wenn das Kaufhaus schon überwiesen hatte und braucht nicht zu kochen, da sie mit Ruth und Vera bei ihren Eltern in Gänserndorf, wo diese seit Papas Pensionierung wohnten, feiern würden und die Lachsforelle, die die Mutter versprochen hatte, klang verlockend. Da würde es auch Weihnachtskekse geben, denn die Mutter war eine hervorrrragendende Konditorrin, dachte Nika und griff nach der Dose, in der sich noch die Reste von denen befinden mußten, die sie vor zwei Wochen gebacken hatte. Drei müde Stück waren noch vorhanden, zwei Vanilllekipferln und eine verünglückte Rumkugel. Die in den Kaffee getaucht. Die Spaghetti würde es später geben. Durschen und Anziehen würde sie sich später, denn heute war ihr freier Tag und sie vom gestrigen Kampfshopping müde und erschöpft.

„Das war der stärkste Einkaufssamstag!“, hatte Dragana Nicolic zu ihr gesagt, die sie am Abend in der Personalgarderobe übrhtrtoffen hatte und die auch sehr erledigt ausgehesehen hatte.

„Dreieinhalb eher schwache Tage noch, dann ist es vorbei!“, harte sie hinzugefügt und sich bei ihr erkundigt, ob sie schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt  hatte? Sie hatte nicht, hatte sie doch  Zeit dazu und mußte wohl die morgendliche Mittagspause dafür opfern und sich da, statt sich in der Kantine mit Widerlich Seidler zu vergnügen, ein mitgebrachtes Leberkäsesemmel in den Mund stopfern.

„Haben Sie auch einen Brief von Herrrn Schröder bekommen? Was halten Sie davon?“, hatte Jessicas Mutter gefragt und ihr das gleiche blaue Kuverrt hingegengestreckt, das ihr die Kleine am Vormittag übergeben hatte.

„Herr Schröder ladet mich und Jessi am Vormittag zu einer Weihnachtsfeier ein  und Sie sollen auch dabei sein“, fügte sie hinzu und Nika hatte Daragan Nikolic geaworet, daß sie kommen würde.

„Denn wissen sie, am Heiligenabend bin ich mit meiner Scwester  und deren Freundin bei meinen Eltern! Am Christtag hat mich die Freundin einer Freudin eingeladen! Am Stefanitag habe ich aber noch nichts vor und komme gern, denn ich habe mich in den letzten Wochen sowohl mit dem alten Max, als auch mit ihrer Tochter angefreundet“

„Dann sind Sie versorgt und werden nicht einsam sein!“, hatte Jessicas Mutter vermutet und hinzugefügt, daß sie sich für Jessi freue.

„Ich habe Ihnen doch erzählt, daß die Kleine darunter leidet, daß sich ihr Vater nicht um sie kümmert. Ich habe mich vor zwei Jahren von ihm getrennt, weil er mich mit seiner Bürokollegin betrogen hat! Die hat ihm jetzt den kleinen Dominik, Jessicas Halbbruder, geboren und seither scheint er vergessen zu haben, daß er eine Tochter hat und wenn Sie es Jessi nicht erzählen, kann ich Ihnen verragten, daß ich den „Legobaukasten“, den sie sich wünscht, besorgt habe und ihr notfalls vorschwindeln werde, daß er von ihrem Vater ist,  wenn sich der Marco nicht meldet! Das darf ich doch und ist nicht gelogen?“, erkundigte sie sich dann erschrocken bei der Weihnachtsfrau, die nickend geantwortet hatte, daß sie denke, daß sie das schon könne?

„Eine kleine Weihnachtsschwindelei ist des Weihnachtsfriedens wegen sicherlich erlaubt!“

Das dachte sie auch jetzt, als  das letzte Vanillekipferl im Mund verschwunden war und sie das Wasser für die Sphaghetti aufsetzte. Um fünf würde sie Harald treffen und mit ihm ins Cafe am Dach gehen. Welche Neuigkeiten, er wohl für sie hatte? Es gab doch keine besonderen, hatte sie doch eben erst mit ihrer Schwester telefoniert, um sich einen Treffpunkt für die Fahrt nach Gänserndorf auszumachen und die hatte ihr verraten, daß ihr davor graue.

„Denn weißt du, Schwesterchen, ich habe den Schwangerschaftsblues! Zumindestens nennt Vera das so und muß schon kotzen, wenn ich nur an die fette Lachsforelle und den Teller mit den Weihnachtskeksen denke. Meine Frauenärztin meint zwar,  das ist normal und macht jede Schwangere durch! Aber bei uns ist in letzter Zeit mehr als das fröhliche Weihnachtskotzen angesagt! Setzt mir das Jugendamt doch wegen Joe Prohaska zu! Die Mama und der Papa schauen Vera noch immer scheel an und werden sich sicher nicht entblöden, mir zuzuflüstern, wie nett  doch ein Vater für Zoe-Philippa wäre und die Mama hat in irgendweiner Gratiszeitung ein Bild von ihm gesehen und hört nicht auf, mir vorzuschwärmen, was für ein toller Mann der gute Joe ist und, daß er sicher ein hervorragender Vater wäre“

„Das mußt du nicht so ernst nehmen!“, hatte Nika die Schwerster geröstet und an den sich betrinkenden Joe Prohaska gedacht, der bei der Premierenfeier, kein besonderes Vorbild abgegeben hatte.  Gut, das war der Zorn auf ihre Schwester gewesen, daß er sich betrunken hatte. Aber wenn sie das dem Jugendamt meldete, ließen die die Idee von der geteilten Vormundschaft vielleicht fallen und Ruth in Ruhe, dachte Nika und war sich nicht sicher, ob sie nicht Joe Prohaska verpetzen solle?  Ob das von einer Weihnachtsfrau erwartet wurde? Die Spaghettti hatten aber gut geschmeckt! So hatte sie um vier uhr Nachmittag doch die Zähne geputzt und sich unter die Dusche gerstellt. War in Jeans und eine blaue Bluse geschlüpft. Saß eine halbe Stunde später Harald Schwabeneder gegenüber, schaute auf den Gürtel und lächelte ihn verliebt an, als sie ihm Max Schröders blauen Brief entgegenstreckte und sich erkundigte, ob er Lust hätte mit ihr zu einer weihnachtlichen Jause am Stefanitag zu kommen?

„Würde ich sehr gern, aber da hat mich meine Mama zu einem Oma und Tantenbesuch in ein Altersheim verdonnert!“, sagte er bedauernd.

„Aber am Christtag komme ich natürlich zu der Freundin deiner Freundin mit und passe auf, daß ihr der junge raker und der alte Deutschlehrer nicht zu nahe kommen!“

„Und ich passe auf dich auf!“, antwortete Nika lächelnd, hob ihr Punschglas und wollte von ihm wissen, welche Neuigkeiten zu erwarten seien?

„Diese da, Weihnachtsfrau!“, rief Harald Schwabeneder fröhlich und zeigte auf das Paar, das zwei Tische weiter saß und verliebt Händchen hielt.

„Was sagst du, zwischen Doro Zelinski und Joe Prohaska hat es gefunkt und die Schauspielerin, die ich vorgestern zu interviewen die Ehre hatte, hat mir auch verraten,  daß sie Single ist und gerne Mutter werden möchte!

„Ich bin nicht lesbisch und lebe auch nicht in einer Frauenbeziehung!“,  hat sie noch dazu gesagt und von mir wissen wollen, ob ich glaube, daß sie sich auf ihren „Faust“ einlassen könne und ob er der Drohbriefschreiber sei? Da habe ich sie beruhigen können, denn mein Freund Konfrad, den ich ebenfalls getroffen habe, geht von einem Nachahmungstäter aus und die Polizei hat auch einen Psychopathen im Visier, der das schon öfter machte!  Also habe ich die gute Doro beruhigt und jetzt treffen wir sie hier mit Joe Prohaska, das ist doch interessant!“, hatte Harald Schwabeneder ausgerufen und die Hand gehoben, um ihm und Dorothea Zelinski zuzuwinken. Dann beugte er sich zu ihr, zog ein kleines Weihnachtsengerl aus der Tasche, das er ihr mit strahlednen Lächeln überreichte und behauptete, daß es ihr Schutzengelchen sei und auf sie aufpassen würde, wenn sie sich am Weihnachtsabend nicht sehen und erst am Christtag Weihnachten feiern könnten.“

So und das nächtste Adventkalenderfenster, wird es wahrscheinlich am 24. geben.

 

2017-12-19

Weihnachtsfeier in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropaische Literatur

Die Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur kenne ich seit der Zeit, als  der 1961 in Magdeburg geborene Stephan Teichgräber von dort, die Organisation der literarischen Veranstaltungen der Szene Margareten übernommen und mich dazu eingeladen hat.

Das war glaube ich 2004, ich hätte aber schon 2002 dort lesen sollen, damals hat mich eine sozialistische Bezirksrätin zur Lesung eingeladen, ich hab vergessen nach dem Honorar zu fragen und die damalige Leiterin der Bibliothek bzw. der Herr Winter von der SPÖ hat mich, als ich mich danach erkundigt habe, wieder ausgeladen, obwohl die Einladungskarten schon gedruckt waren.

Dann gabs aber Honorar und ich habe aus „Tauben füttern“ gelesen. Stephan Teichgräber hat mich, glaube ich, interviewt und nach den italienischen Krimis gefragt und er hat auch ein paarmal die „Goldene Margarete“, den Lteraturwettbewerb der Szene Margareten organisiert.

Da standen viele ost- und mitteleuropäische Autoren, wie beispielsweise Milena Oda auf dem Programm, die gar nicht anwesend waren, weil  keine Übernachtungs- und Fahrtkosten bezahlt wurden und eine Zeitlang habe ich von Stephan Teichgräber auch Mails über die Aktivitäten der Dokumentationsstelle bekommen.

Dann darauf vergessen, beziehungsweise, als 2009 der Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters durch Margareten zog, waren wir dort und Stephan Teichgräber habe ich meistens auch von bei den GVs der IG Autoren gesehen und auch bei dem Fest des Hauptverbandes zu dem mich die Frau Führer einmal eingeladen hat.

Dann habe ich wieder Einladungen zu Veranstaltungen der Dokumentationsstelle bekommen, war bei einer Zeitschriftenpräsentation und beim literarischen Lenz im Theaterbrett und im vorigen Semester habe ich sozusagen in einem Privatissmum mit ihm die Literartur des Centropes untersucht und dieses Semester geht es um die Partisanenliteratur, die wir zu dritt besprechen, ein Luxus und auch ein Kleinod des Margaretner Literatur und Kulturlebens, das ja sehr vielfältig ist.

Da gibt es den „Read!!ingroom“, die „Dokumentationsstelle“, die in einem Teil des Kindergartens der Kinderfreunde in der Spengergasse untergebracht ist und sicher noch sehr viel und vor zwei Jahren habe ich ja am siebzehnten Dezember meine noch unveröffentlichte „Nika“ im „Read!!ingroom“ präsentiert und heuer am neunzehnten gabs in der Dokumentationsstelle eine Weihnachtsfeier und weil ich ja auf Weihnachtsfeiern stehe, aber natürgemäß nicht zu sehr vielen eingeladen werde, bin ich auch hingegangen und weil ich ich meiner Handtasche mit dem Weihnachtsmotiv, die ich  im Dezember verwende, die „Nika“ in der Tasche hatte und aus der auch am 7. Dezember, als mich Anton Blitzstein zu seinem achtunfünfzigsten Geburtstag eingeladen hat, gelesen wurde, habe ich mir gedacht, ich bringe Stephan Teichgräber außer einer Flasche Wein, zum Essen und zum Trinken sollte man was mitnehmen, auch die „Nika“ mit und wenn es gewünscht wird, lese ich den neunzehnten Dezember vor, das Fenster, das es im „Literaturgeflüster“ schon gibt und das ich hiermit auch verlinke.

Um sechs hats begonnen, ich hatte um fünf ein Erstgespräch, wo ich gleich den Antrag geschrieben habe, so daß ich erst um halb sieben in der Dokumentationsstelle war. Es waren aber ohnehin erst Stephan Teichgräber und eine Dichterin aus Weißrußland da, die mir sagten, daß die meisten erst um sieben kämen.

Es gab einen Adventkranz, Börek, Brötchen, Kuchen, Kekse und und, das neunzehnte Fenster wurde gelesen und die neue Regierung bot auch Gesprächsstoff, ein wahrscheinlich nicht sehr weihnachtlichter, es war aber heute kalt und als ich die Dokumentationsstelle wieder verlassen habe, hat es auch geschneit.

Und zur Vollständigkeit, für die, die sich in den Adventkalender vertiefen wollen.

Das 1. 5. 7. und 9. Fenster war schon dran, am 24. wirds wahrscheinlich das nächste Fenster in diesem Jahr geben, die vom 25. 29 und 30. Dezember werden auch noch kommen und wie es weitergeht, mal sehen, ich bin gespannt.

Wer das ganze Buch lesen und vielleicht zu Weihnachten verschenken will, bei mir melden, ich habe noch ein paar Exemplare.

2017-12-18

Anleitungen und Abschweifungen

Das letzte Mal in diesem Jahr ein Besuch in der „Alten Schmiede“, ja 2017 geht langsam zu Ende, wir haben eine neue Regierung und Alexander van der Bellen hat sie selbstverständlich angelobt, was hätte er sonst tun sollen?

Und in der „Alten Schmiede“ traten, moderiert von Markus Köhle zwei experimentelle Sprachkritikerinnen auf, die ich, die realistische und offenbar auch unverständliche Contentschreiberin, dort schon öfter hörte.

Liesl Ujvary, die 1939  in Bratislava geborene grand Dame der experimentellen Literatur, wie ich sie ein wenig respektlos nennen möchte und Anne Cotten, „1982 usw“ geborenen, wie der Eintrag in ihrem neuen Buch, bzw. „Schmied-e Programm“ lautet, ich ergänze  USA Iowa und erinnere mich an ihren Auftritt im Literaturhaus, als sie dort den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat und sich in einer Kiste verstecken wollte.

Ja, sie ist origienell und erfolgreich, zeichnet manchmal, wenn sie als Publikum in der „Schmiede“ sitzt, in ein Büchlein, hat mich einmal angesprochen, als ich sehr niedergeschlagen von einer Veranstaltung oder Fest nach Hause gegangen bin und hat seit 2011 einige Aufenthalte in Japan, deshalb trägt ihr neues Buch auch einen sehr unverständlichen Namen, über den Markus Köhle bei der Moderation einige Male stolperte „JIKIKETSUGAKI tsurezuregusa“, ich hoffe, ich habe das jetzt nicht falsch geschrieben.

Dafür ist  der Titel von Liesl Ujvary bei „Klever“ neu herausgegeben Buch, das erstmal 1977 im „Rhombus-Verlag“ erschienen ist, viel leichter zu merken, heißt er doch schlicht und einfach „sicher & gut“, Texte der letzten vierzig Jahre der Sprachkünstlerin, die nach ihrer Lesung noch ein Video dazu zeigte, wo die Satzfragmente musikuntermalt an der Wand vorbeischwebten und auf Markus Köhles Frage, womit sich die Sprachkunstmeisterin jetzt beschäftigt, wies sie auf Ingeborg Bachmann hin, deren Gedicht sie umgeschrieben hötte und „die Welt“ ergänzte Markus Köhle noch, war in den siebziger Jahren ganz anders, man hat geraucht und gesoffen und das ist in „sicher & gut“, auch zu erkennen.

„Das wird es immer geben Wein, Kaseren, Computer“, im Original sind die Sätze immer aus und untereinandergeschrieben.

„Das war immer schon da“ und so weiter und so fort und interessant dazu ist vielleicht auch Anne Cotten hat das Nachwort  geschrieben und dann  aus ihrem Buch gelesen, das nicht nur in oder von Japan handelt, obwohl es auch japanische Schriftzeichen darin gibt und Anne Cotten auch versuchte die Sprache zu erlernen.

Ein Prosatext handelt aber von Irland im Nebel, eines der vorgelesenen Gedichte wurde in Sarajevo geschrieben, ja Anne Cotten ist eine global vernetzte Frau und hat, glaube ich, schon wieder ein neues Buch und aus diesem hat sie auch ein Gedicht vorgetragen.

2017-12-17

Winterschwimmer

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Nun kommt das zweite Weihnachtsbuch der Saison, die bei „Aufbau“ erschienenen „Weihnachtsgeschichten“ des 1962 in Berlin geborenen Alexander Osang, der in Leipzig Journalistik studierte und nach der Wende als Chefreporter bei der „Berliner Zeitung“ gebarbeitet hat.

Die vierzehn in dem Buch enthaltenen Geschichten sind mit einer Ausnahme schon in der „Berliner Zeitung“ erschienen und handeln in Zeiten der Bankenkrise, des Neoliberalismus und ähnlichen Erscheinungen im ehemaligen DDR-Gebiet in der Weihnachtszeit.

Die Helden steht im Klappentext haben die „besten Zeiten schon hinter sich“, das dürfte sich wahrscheinlich aufs Alter beziehen, obwohl es sich  auch um Vierzighährige handelt und sie sind eigentlich Angehörige durchaus erfolgreicher Berufe, wie der Immobilienmakler, der  vorm Weihnachtsabend einer anderen Maklerin seine eigene Wohnung verkauft oder ihr den Schlüßel überläßt und sich mit einem Schlafsack in die Dachgeschoßwohnung zurückzieht, die er vorher zwei Interessierten gezeigt hat und, die sich sich vermitteln läßt.

Sehr skurille Geschichten also, die von Ausgeschlossenheit, Langeweile, Überdruß am schönsten Tag des Jahres handeln, die aufhorchen lassen und das Leben wahrscheinlich so zeigen, wie es  ist, wenn die Weihnachtsgass ein wenig angebrannt ist und der Christbaum schief, wie  in der Geschichte von den „Weißenseer Wölfer“, das sind die Geschäftsleute rund um den Weißensee, die von ihrer Bank zu einem „Weihnachtsbaumschlagen“ eingeladen wurden. Das heißt, sie ziehen mit einer Säge  in das abgegrenzte Waldgebiet, die Frauen warten beim Lagerfeuer und beim Wunsch und drinnen im Wald erweist sich die Konkurrenz, die es eben im Neoliberalismus gibt, wo man im Kampf unbedingt um jeden Preis, den schönsten Baum zu bekommen, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

„Die Schneekönigin“ ist eine Fernsehmoderatorin, die mit ein paar Freundinnen ein heruntergekommes Schloß aufgekauft hat und dort Weihnachten verbringen will. Sie geht mit ein paar Gläsern Champus in die Sauna, wirft sich dann in den Schnee, wie das eben so üblich ist, kann dann aber  nicht mehr in die Anlage hinein, soß daß sie dann in einem Müllsack gewickelt sich sozusagen auf Herbergsuche begeben muß, weil eben heute jeder aus Angst vor dem Fremden den Hilfesuchenden die Tür verschließt.

Dann erfährt einer, während des Christbaumeinkaufes, daß sein Vater in Thailand gestorben ist und muß in der Heiligen Nacht nach Bangkog zur Identifizierung fliegen und bei der „Kette“ wird es besonders arg. Da bringt ein Vorgesetzter nach der Weihnachtsfeier im Taxi eine junge Angestellte nach Haus, läßt sie aber aussteigen und will nichts von ihr, sie hat aber seine Jacke, wil ihr kalt ist und in der ist eine Kette von seiner Mutter, die er seiner Frau schenken soll. Sie hat die Jacke aber schon in die Caritas Box geschmissen. Er bekommt sie nicht mehr zurück, wird als er den Container aufstemmen will, gefilmt, das Video wird ins Internet gestellt und er verliert, wie beim „Fegefeuer der Eitelkeit“ keine Frau und seine Stellung.

In „Weißes Rauschen“, geht es zu einem Rundfunkmoderator, der am Heiligen Abend Platten auflegt, die Anrufer fragt, ob sie einsam sind und sich dabei lächerlich macht und dann  geht es in eine Altersheim und zu einem Pfleger, der dort Nachtdienst hat und dem ein Patient  stirbt. Alles nicht sehr weihnachtlich, aber durchaus realistisch und sehr beeindruckend geschrieben.

In „Drei deutschen Eichen“, geht es um eine Reihenhausanlage in Florida, in die sich hauptsächlich deutsche Rentner eingekauft haben, dort ihre private Sicherheitsarmee aufgebaut haben und nun bersprechen, ob es sinnvoll ist Saddam, der gerade gefangengenommen wurde, zu erschießen?

Sehr eindringlich und überraschend auch die nächste Geschichte, die in Berlin Mahrzahn spielt, in dem ein neues Flüchtlingszetrum gebaut werden soll, wogegen die Bürger jeden Montag demostrieren, so daß die Polizei schon die Baustelle, beziehunsweisen den Sportplatz, der sich dort befindet, bewachen muß.

Held ist Lars Petzold mit seinem Hund Pieck, der nach einem nicht so unsympathischen DDR-Politiker heißt, denn ein Hund namens Honecker geht ja nicht und der geht nicht Zigarettenholen, nein, denn das darf man in politisch korrekten Zeiten ja nicht mehr, trotzdem ist er mit allem unzufrieden.

Er ist Pressesprecher bei der Bahn und seine Frau schenkt und kocht ihm alles, was er nicht will. Die Fischsuppe zu Weihnachten beispielsweise, obwohl er Fische haßt, wie das Holzfällerhemd, den Rucksack, etcetera.

Er geht mit Pieck mal raus oder nein, er geht schon mit ihm zum Kiosk des Herrn Wang, um von ihm eine Zigarette zu kaufen, weil er ja offiziell nicht mehr raucht.

Der schenkt ihm, weil Weihnachten ist, zwei und so tappt er mit einer am Ohr, die andere im Mund in ein Fensehteam, das von ihm wissen wil, was die Bürger zu dem Flüchtlingsheim sagen und seine Frau Cathrin hat ihm fünf Minuten nachgeschaut, bis sie ganz sicher war, daß er nicht mehr zurückkommt, sich dann ein Glas Weißwein eingeschenkt und ein zweites und sich damit vor den Fernseher gesetzt und sieht nun was?

Ja, Überraschung, sie sieht ihrern Mann, in einem Hemd, das sie haßt, wie ihr auch die Fischsuppe auf die Nerven geht, die sie nur für ihn kocht. Sie bliebe lieber bei den Würstchen mit Kartoffelsalat, die sie früher gegessen haben, in die Kamera sagen „So leid mir das für Sie tut. Ich finde es richtig, dass wir uns um Flüchtlinge kümmern. Nicht nur zu Weihnachten.ich finde auch nicht, dass man die Stadtbezirke gegeneinander ausspielen sollte!“ und dann fragt er noch, ob die Reporterin weiß, wer Roul Wallenberg war, nachdem der Platz heißt, wo das Heim errichtet werden soll?

„Nein!“, sagt die Reporterin.

„Wallenberg war ein schwedischer Geschäftsmann, der im Zweiten Weltkrieg vielen Juden in Ungarn das Leben rettete. Anschließend haben ihn dann die Russen verschleppt. man hat ihn nie gefunden.“, wird dann erklärt.

„Wow!“, denkt wahrscheinlich Cathrin vor dem Fernseher und richtet für ihren Mann den Aschenbecher her.

Eine tolle Geschichte, gerade wegen ihr, sollte man das Buch  lesen.

Es ist zwar schon ein bißchen knapp vor Weihnachten, aber vielleicht geht es sich noch aus, sie jemanden, der sich vielleicht auch ein bißchen bedroht und unglücklich fühlt, unter dem Christbaum zu legen und dann geht es gleich weiter mit dem Aufzeigen der neuen deutschen und wahrscheinlich auch österreichischen Wirklichkeit.

Da ist Robert Reiter, ein arbeitsloser Journalist und jetziger Besitzer eines alternativen Reisebüros.

Die Bank hat unterstützt, im Geschäft steht ein Computer, es gibt eine Milchglasscheibe, so daß man Reiter dahinter sitzen sehen kann und so  denkt sich alternative Reise aus, beispielsweise die, wie man unter 2500 Euro um die Welt reisen kann. Die Kunden buchen zwar höchsten mal ein Themernhotel und so wird er bald mal mit der Bank sprechen müssen. Da geht die Türe auf und ein Mann kommt herein, der ein Ticket nach Grönland will, um dort mit „Fräulein Smilla“ den Schnee zu spren und nicht wiederzukommen und das diabolische ist noch dabei, daß es auf der Straße gegenüber, auch so ein Start-up-Unternehmen gibt, wo eine junge Frau hinterm Schreibtisch sitzt und zu ihr sieht Reiter den Mann auch noch gehen.

Ein bißchen, wie Martin Suters „Businessclass“, im Weihnachtstouch sind die Geschichten, die Alexander Osang da jährlich für seine <zeitung schrieb und haben alle einen unverwechselbaren Ton der erzählt, wie man wirklich abseits von allem Kitsch und Glammer Weihnachten feiert, etwa wenn der <mann vor sechzehn <jahre einen Schlaganfall erlitt und seither, wie „Balou“ der Bär oder ein Kind durch das Leben taumelt.

Oder eine Managerin soll eine unrentable Geschäftsstelle auflösen, bekommt von ihrem Geliebten ein unverbindliches Geschenk und steckt dann ein paar Stunden, mit ihm, einem Betriebsrat und dem obersten Chef im Lift,  bevor es doch nach unten geht und der Portier fröhlich „Merry Christmas“ sagt.

In der Titelgeschichte geht es, um ein Weihnachtssonderangebot einer Sauna und Schwimmbadfirma und dann schleicht sich noch einer unerkannt, als Weihnachtsmann in seine eigene Familie ein.

Sehr bedrückend und ungewöhnlich Weihnachten einmal so zu sehen, würde ich sagen und wie schon bei meiner Lieblingsgeschichte getan, das Buch als Geschenkt  empfehlen, denn es bleibt, glaube ich, ein etwas anderer Blick auf das schönste Fest des Jahres zurück, wenn man sich durch diese Geschichten gelesen hat.

Und was den Adventkalender betrifft, gibt es hier zwar kein  Fenster, aber am siebzehnten Dezember vor zwei Jahren, habe ich die „Nika“ im „Readingroom“ vorgestellt.

2017-12-16

Writers Retreat im Bett

Ich bin ja seit Montag, wo ich meinen Gutschein für das Writers-Retreat einlöste und nur sehr langsam, neun Szenen und etwa dreißig Seiten durchkorrigierte, ein wenig krank, hatte aber eine intensive Woche, weil ich derzeit relativ viele Klienten habe und ich auch am Mittwoch im Literaturhaus war um mir die „Exilpreis-Texte“ anzuhören, am Donnerstag beim Supervisions-Reflexions-Treffen, wo es weihnachtliche Brötchen und Sekt gegebbn hat und am Freitag habe ich es doch gschafft, wieder einmal zu den „Slams“ zu gehen, vor denen ich mich ja ein bißchen drückte.

Es war also sehr intensiv, so daß ich eigentlich schon seit ein paar Tagen sagte, am Samstag bleibe ich den ganzen Tag im Bett, aber damit eigentlich meinte, daß ich jetzt einen Writers Retreat zu Hause machen wollte, die restlichen achtzig Seiten korrigieren und den Unterschied bloggen wollte.

Der Unterschied liegt natürlich in der Disziplin und in der Schreiberfahrung, denn eigentlich ist es ja nicht sehr bequem, da in ein zwei Zimmer großes Schreibstudio zu gehen, den Laptop auf die Knie zu packen und in Gegenwart anderer ebenfalls emsig Schreibender, an seinem Text zu arbeiten oder zu korrigeren.

Kann aber, wenn man eine Schreibblokade hat, sehr motivierend sein und so bietet das Writerstudio glaube ich jeden Monat solche Retreats für siebzig oder fünfzig Euro an, wenn man voraus bucht. Da bekommt man ein Frühstück, einen Schreibimpuls, kann seine Ziele äußern, sie mit seinen Schreibpartner besprechen und tobenden Applaus bekommt man, wenn man dann von seinem Erfolg erzählt, auch.

Das habe ich während des Schreibmarathons, wo ich wirklich sehr viel geschrieben habe, sehr anregend gefunden, zwei Wochen späüter habe ich aber in Harland, die noch fehlenden vierzehtausend Wörter genau motiviert zusammengebracht, ich bin eben durch meine vierzigjährige Schreiberfahrung, auch wenn mir das mein Kritiker Uli nicht glauben will und das den anderen egal ist, schon sehr erfahren und so habe ich auch ein paar Tage später die 50 477 Worte, die ich inzwischen nicht mehr habe, hochgeladen, obwohl ich diesmal wirklich geschummelt habe, denn ich habe mehr als ein Monat an dem Text geschrieben, im November aber nur an einigen Tagen.

Aber das ist egal, man bekommt ja ohnehin nichts dafür und das Korrigieren, ist dann weniger actioneich, ich habe mir aber schon vor ein paar Tage vorgestellt, wie ich mein persönliches Retreat grstalten will und da habe ich eigentlich gedacht, ich korrigiere den Text fertig, drucke ihn dann aus, nehme ihn zu Weihnachten nach Harland mit und korrigiere dann solange weiter, bis ich damit fertig bin, der Alfi das PDF machen und das dann nach einen weiteren Korrigierdurchgang an die Druckerei gehen kann.

So weit, so what und so wird es auch sein, obwohl der Einstieg nicht ganz so einfach war, denn ich lese ja immer in der Früh ein Stückchen in der Badewanne und da sind diesmal Alexanders Osangs „Weihnachtsgeschichten“ daran und die haben es in sich.

Drei davon habe ich gelesen und dann gleich gebloggt, dann ein bißchen aufgeräumt, die Wäsche aufgehängt und mich in die bequeme Schreibkleidung geschmissen, die mir ja Iene Steindl letzten Sonntag geschrieben hat, daß ich sie für das Retreat anziehen soll.

Diesmal habe ich mich im Hausanzug und mit Socken ins Bett geschmissen, da eine Szene korrigiert und habe dann, weil ich ja ein bischen krank bin, noch eine Stunde geschlafen. Inzwischen kochte der Alfred das Mittagessen. Wenn wir in Wien sind, macht er am Wochenende meistens Sardinen oder Kalamari. Einen Glas Sekt mit frisch gepressten Orangensaft und einen Keksteller habe ich mir auch hergerichget, denn Kekse und Tee sind ja der Renner bei, Writersstudio, mit denen man sich für das Arbeiten belohnen oder sie in den Pausen essen kann.

Heute war es etwas erschwert, daß ich Radio gehört habe und da wurden ja nicht nur Nnachrichten von der neuen Regierungsbildung angekündigt, nein Friederike Mayröcker wird bad dreiundneunzig und hatte daher ein Hörspiel im Hörspielstudio, das habe ich während meines Mittagschlafes, den ich bis drei machte, gehört und dann eigentlich erst richtig unterbrochen von dem Sonderjournal um fünf und dem anschließenden „Diagonal“ über Gerhard Rühm zum arbeiten angefangen.

Das heißt ich habe das Radio laufen lassen und dazu korrigiert, geht auch und machen auch einige und Friederike Mayröcker wird am Mittwoch 93 und Heinrich Böll einen Tag später hundert und da gab es auch eine Sendung über ihn, also ein literarischer Tag und so habe ich wieder nur sehr langsam korrigiert, bin aber jetzt bei Szene 20 und das ist die Jonathan Szene, wo ich mir im Writersstudio von Irene Steindl Feedback geholt habe und die fünfzigtausend Worte habe ich inzwischen auch auf derzeit 49 811 weggestrichen.

Aber das ist bei jeden meiner „Nanos“ so, daß die im Buch nach dem Korrigieren kürzer sind und ich kann auch sagen, eigentlich geht das Korrigieren zwar langsam, aber gut, ich bin mit dem Text zufrieden, auch wenn ich gerne ein wenig Rückmeldung hier hätte, das geht aber, weil ich offenbar lange Schachtelsätze habe, vielleicht nicht, daß mir jemand darauf kommentiert, also muß ich für mich alleine korrigeren und werde in Harland in den Weihnachtsferien auch noch einige Retreats machen.

Denn das Strukturieren ist ja eine gute Sache, man setzt sich hin, legt sich,  die vom Retreat bekommenen Zettel, wo die Ziele draufstehen, daneben, stellt sich den Keksteller auf den Tisch und fängt zu korrieren an und nachher kann man überlegen, was einem gelungen ist und was man sonst noch so schaffte?

Ich gehe noch in die Badewanne, lese das Buch von Alexander Osang zu Ende und werde die restlichen Geschichten bloggen, ja und richtig, etwas habe ich vergessen, ich habe schon etwas am Vormittag zuerst gemacht, bevor ich mit der „Frau“ begonnen habe

Da war ja noch die Vorläufer Geschichte „Das besser spät als nie“ zu korrigeren. Da hatte ich also diesmal doch mehrere Projekte, nämlich das Heute und das Morgen sowie das Lesen gehabt, die einem  am Weiterkorrigieren hindern, aber da habe ich noch einen Fehler gefunden und bin jetzt gespannt, wann der Text an die Druckerei gehen kann, die Gewinnspielfragen sind ja diesmal schon aufgelöst.

Aber ein Buch für die Leserunde, die es wieder geben wird und für die ich wieder fünf Bücher nach Erscheinen vergebe, kann man noch bestellen und morgen werden wir wahrscheinlich wieder auf die Mostalm gehen, aber ein bißchen weiterkorrigieren, müßte sich schon ausgehen.

Unsere leeren Herzen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:54
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Das nächste Buch ist auch von „Kiwi“ und  handelt auch von Literatur, nämlich Essays des 1964 geborenen Thomas Herttche, von dem ich „Ludwig muß sterben“, gelesen habe und der mit der „Pfaueninsel“ 2014 auf der Long oder Shortlist gestanden ist und ich habe ihn glaube ich 1996 kennengelernt, als ich auf eigene Kosten nach Klagenfurt fuhr, denn da war er, glaube ich, Juror.

Die Essay sind eher kurze Stückchen, wo sich der Autor auf ein Werk bezieht, ein bißchen was dazu sagt, das Buch angibt und auch dazu schreibt, wann und unter welchen Umständen er es gelesen hat.

Thomas Mann, glaube ich, als er auf Lesereise war, da beginnt das Stück mit „Etwas erzählen, aber ich weiß nichts“, und Hettche dachte, es wäre aus der Erzählung „Das Eisenbahnunglück“ es war aber aus dem „Kleiderschrabk“.

So kann man sich täuschen. Dann geht es zu der Sprache der Fische“, das ist aus den „Sonnetten an „Orpeus“ von Rainer Maria Rilke und da ich ja erst vor kurzem „Träumer“ gelesen haben, sind mir beide Namen auch vertraut.

Danach beschäftigt sich Thomas Hettche mit Wilhelm Raabe,  dem Romanschreiben und versucht zu erforschen, warum der Autor derzeit eher wenig gelesen wird.

„Komm an meinen Schreibtisch voll von meinen Träumen!“, hat Wolfgang Koeppen an den Verleger Sigfried Unseld, der „Autoren und keine Bücher“ machte, geschrieben und Thomas Hettche sinniert sowohl darüber, was ein solcher Satz bedeutet und erinnert sich daran an seine Begegnung mit dem berühmten Verleger, der ihm flankiert von zwei schweigsamen Autoren in ein teures Lokal eingeladen hat.

Dann kommen drei Essays, die die Verbindung von Literatur zur Freiheit, Konvention, Zweck und Moral aufzeigen sollen, wobei sich Thomas Hettche sowohl auf Experimente, wie Facebook etwa die Stimmungslage seiner Benützer manipulieren kann oder, wie die Hamster auch in der Freihit die für sie aufgestellten Räder benützen bezieht, als auch Schlüße auf Vladimir Nabokov und Louis Stevenson zitiert und Schlüße zieht, die beim schnellen Drüberlesen gar nicht so leicht zum Nachvollziehen sind.

In „Das Bild einer Toten“ bekommt Hettche das Foto seiner ersten Freundin geschickt und swippt zu Karl Ove Knausgard über, der glaube ich, seine Befindlichkeit in einen Haufen Bücher verpackt und damit ein großes Publikum hat. Interessant, daß er nicht zitiert wird, aber ach ja, das ist ja trotz des Millionenpublikum wahrscheinlich nicht die richtige Literatur.

Thomas Hettches literarische Gelehrtheit, die er mit genialen Rundumschlägen durch die Literatur begründet, sieht man auch an seinen Essay zu Ovid, wo er über Franz Fühmann zu Franz Kafka kommt, dann geht es nach Paris zum Terror, Charlie Hebdo und Michel Houllebeqs „Unterwerfung“ und er zieht auch da Verbindungen zu Bader-Meinhof, Ernst Jünger und vielem mehr.

In „Mitsou“ beschreibt er ein Interview, das David Bowle mit dem Maler Balthus in Genf führte, hier kommt es wieder zu einem Irrtum, Hettche stelt sich nämlich vor wie Bowei aus London kommend in Gef landet, bevor er daraufkam, daß dieser in dieser Zeit schon längst am Genfer See lebte.

Mit einem Seitenhieb auf das Netz, wo ja angeblich jeder jeden Unsinn schreiben kann, geht es weiter und dann geht es in ein Schloß, wo an Künstler Stipendien vergeben werden, Hettche hat, als er jung war, auch einen Aufenthalt dort gehabt, jetzt unterhält er sich älter geworden, mit dem ebenfalls schon älteren Institutsleiter und befragt ihn zu den Veränderungen, die es seither gibt.

In der „Eberjagd“ setzt Hettche sich mit Ernst Jünger auseinander, dessen „Marmorklippen“ ich erst lesen muß.

Dann geht es um „Peter Schlemihl“ seinen Schatten und den Berliner Intellektuellen um 1800 zu denen außer Chamissos auch E.T.A Hofmann gehörte und interessant dieses Motiv oder Figur taucht auch in der „Pfaueninsel“ auf, die ich auch noch nicht gelesen habe.

Dann gehts  zur „Ohm“ oder zu Thomas Hettches Heimatdörfchen, wo er Peter Kurzek bei seiner ersten Lesung hörte und Paulus Böhmers Gedicht „Die Ohm“, der Fluß der Gegend, wird auch zitiert.

In „Theorie“ geht um Kant beziehungsweise um den Briefwechsel, den eine junge Frau aus Klagenfurt mit ihm führte und wo sie von ihm glaube ich die Erlaubnis zum Selbstmord haben wollte. Ob er ihr sie gegeben hat, habe ich nicht ganz mitbekommen, Thomas Hettche ist ja sehr heoretisch und zitert auch aus einem Buch einer Literaturwissenschaftlerin. Maria von Herberts hat sich aber  im Mai 1803 in der Drau ertränkt.

Und in „Wir Barbaren“ habe ich mir den Satz „Lesen bedeutet etwas zu begreifen und dabei stets mitzubegreifen, daß dieses Verstehen die Zeit nicht aufhält, sondern die Geschichte, gerade begriffen, einem schon wieder entgleitet“.

So ganz habe ich dieses Satz, wie vieles andere in Thomas Hettches Essays nicht verstanden und das ist beim schnellen Drüberlesen wohl gar nicht möglich und wer nimmt sich schon die Zeit genauer in die oft sehr kurzen Essays einzulassen, die munter von einem zum anderern Jahrhundert beziehungsweise Buch wechseln, wenn im Badezimmer schon die Bücher von den Frühjahrsneuerscheinungen warten?, habe ich gedacht, während meine Augen über die den letzten Essay, der die „Liebe“ behandelte, geglitten sind und da war noch die Frage, wie das jetzt mit den „Leeren Herzen“ aussieht?

Mein Kopf rauscht, weil ich jetzt einen Parcour durch die ganze Literaturgeschichte in drei Tagen hinter mich gebracht habe und bei jedem dachte,  das und das sollte  ich noch lesen und während ich mich noch fragte, ob sich die Herzen sich dabei gefüllt haben?, habe ich das Buch von seiner Hülle befreit, die mir  Gerda Löffler vor zig Jahren in der Straßergasse einmal zu Weihnachten geschenkt hat  und den einzigen Satz, der am Buchrücken steht, gelesen „Welche Tröstung kann Literatur unseren leeren Herzen heute noch sein?“, gelesen.

„Aha!“, und an meinen Bücherstapel im Badezimmer gedacht und daran, daß ich wahrscheinlich gar nicht so oft Tröstung brauche und meinHerz eigentlich gar nicht so leer ist, sondern pumpt und pumpt und wenn ich von Thomas Hettches Geisteskraft, bei dem ich als Kritikpunkt anbringen könnte, daß er mir manchmal sehr elitär und abgehoben erschien, auch nicht alles verstanden habe,  habe ich doch einen sehr interessanten Parcour durch die Literarugeschichte gemacht, den ich weiterempfehlen kann.

2017-12-15

Wieder einmal Poetry Slam

Filed under: Uncategorized,Veranstaltungen — jancak @ 23:02
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Ich bin ja keine unbedingte Freundin der Slamerszene und wahrscheinlich auch schon zu alt dafür, wenn umgeben vom Oldi Christian Schreibmüller, Tschif Windisch ist ja inzwischen verstorben, die Zwanzigjährigen auf der Bühne stehen und ins Mikropfon rappen, obwohl ich mich in den neunziger Jahren bei den Slams im Cafe Stein, den „Droschl“ veranstaltete, wo man sich bewerben mußte, immer was hingeschickt habe und dann von Anette Knoch gehört habe, meine Texte wären für Slams zu konventionell.

Was wohl stimmt, obwohl es keine Gattungsvorschriften gibt und man auch einen fünf Minuten Text vorlesen kann, aber wenn man keine entsprechende Performance dabei hat,  bekommt man wohl keinen Applaus, was, wie ich heute im Literaturhaus bemerkte, nicht so ganz stimmt und man sich dort in eine Liste eintragen kann und dann ausgelost wird, ob man lesen darf, habe ich mich seither nicht mehr dafür beworben und gehe auch nur, wie oben erwähnt, selten hin.

Mit dem Alfred war ich vor Jahren im Literaturhaus, woe die Moderatin noch Markus Köhle machte, beim B-Slam ist Diana Köhle im schwarzen glitzernden Frack die Moderatorin und die ist eine freundliche Frau, bei einem Karfreitag Slam der Litges war ich mal und dann auch beim Jubiläumslam, aber das war ein Reinfall, weil ich da schon  hörte, man muß aus Platzgründen eine Stunde früher da sein, das war ich auch. Die Sitzreihen waren auch noch alle leer, aber mit Mäntel, etcetzra besetzt, so daß ich im anderen Raum, weit hinten einen Platz fand und die Slamer nur auf der Leinwand gesehen habe.

Da habe ich mir  gedacht, da gehe ich nie wieder hin und habe mich, um die Slams die meist am Freitag stattfinden gedrückt, aber als ich beim Open Mike war, eine Veranstaltungsreihe die die im Lithaus erstmals besuchte, sagte mir eine alte Dame, das dürfe eigentlich nicht sein und wenn ich pünktlich da bin,  bekomme ich einen Platz. Das war dann auch heute, beim fünfundsiebzigsten Slam so.

Ich war schon im halb sieben  beim Literaturhaus, die Veranstaltung beginnt um acht, da gab es keine Schlange. Ich bin zum Bücherschrank gepilgert und habe dann noch eine Runde gedreht und fünf vor sieben standen ein paar Leute vor der Tür und besetzt waren nur die ersten zwei Reihen, so daß sich auch Robert Huez, der mich begrüßte, wunderte, daß ich in der dritten Reihe saß.

Das meine ist es wahrscheilich immer noch  nicht so ganz, obwohl man da ja die jungen Leute kennenlernt, die später vielleicht berühmt werden und Diana Köhle erklärte die Regeln. Zuerst kommt das Opferlamm, das ist meist die letzte Preisträgerin, die ohne Konkurrenz slamen muß und dann vier Runden mit je drei ausgelosten Teilnehmern, die jeweils fünf Minuten lesen dürfen. Das war zuerst eine Vorarlbergerin mit einem Text auf Englisch über Persönlichkeitsstörungen. Dann kam ein sehr junges Mädchen, die das erste Mal mit einem sehr kurzen Text über die Verzweiflung, die man über die verlorene Socken in der Waschmaschine empfindet, auftrat.

Dann kam der Kosmonaut, der inzwischen in Amerstam lebt mit einem sehr Wienerischen Text „Bist du deppert“.

Danach wurde abgestimmt, das heißt laut geklatscht und geschrieen, die Sarah aus Vorarberg hat gewonnen und dann wurde wieder ausgelost.

Da begann eine Frau mit dem schönen Namen  378 mit einem Text über Nikotin, während Xaver eine „Ode an das Salz hatte. Hat er den Poetry Workshop des Writers Studio besucht, wo ja immer eine „Ode an eine Zwiebel“ gereimt wird? Dann kam eine Text über Männergedanken und Xavers „Salz“ hat gewonnen.

Nummer sieben war der Börni, der seinen Sommer gern in Balkonien verbringt und sich darüber ärgert, daß er in Wien kein richtiges Eis bekommt, gefolgt von Hanna, die sich dfarüber ärgern, daß die Leute kein Brot, keine Butter und keine Eier mehr essen, um sich wichtig zu machten.

Dann kam ein junger Mann mit einem sehr langen Namen und in der letzten Runde, wo eben Chritian Schreibmüller überblieb, trat „Darling“ mit ihren Gedanken über Trauer auf. Dann kam Luca und am Schluß ein David, der glauube ich etwas über Poetry Slamer gedichtet hat, beziehungsweise sich darüber ärgerte, daß ihm seine Freubde empfahlen über einen marmeladelosen Krapfen zu schreiben.

Danach war Pause, zum Klo gehen  und Getränke kaufen, wie beim „Fried Symposium“ kosten die hier, der vielen Leute wegen, etwas und dann die Schlußrunde, wo noch ein Opferlamm auftrat und dann die vier Sieger einen anderen Text vortragen mußten. Diesmal war die Entscheidung nicht so eindeutug oder Diana Köhle, die auch auf ihr Tagebuchslambuch, das in meinem Badezimmer liegt, hinwies, schürte die Stimmtung, denn eigentlich hatte ich schon lang herausgehört, daß David aus Linz, der in Salzburg studiert, der Sieger ist.

Den nächsten Slam gibts am 12. Jänner, da sind wir, glaube ich, in Wien. Ob ich hingehen werde, weiß ich noch nicht. Da gibts wahrscheinlich noch nicht sehr viele Alternativen.

Es waren aber auch andere ältere Leute im Publikum und Hand Kantischar, der im Haus wohnt und von Diana Köhle erwähnt wurde, daß man laut klatschen soll, damit  der Psychotherapeut Mitte sechzig, der schon mal gewonnen hat, wieder herunterkommt, ist mir auch bekannt.

2017-12-14

Träumer

Weiter geht es mit den Literaten, aber jetzt gehen wir um einen Krieg zurück oder in den November 1918,  wo in München die Räterepublik vorbereitet wurde und da für eine kurze Zeit, die Dichter oder „Träumer“ wie es der „Spiegel- Redakteur“ und jetziger Gastgeber des „Literarischen Quartetts“, der  1969 in Darmstadt geborene Volker Weidermann, von dem ich schon „Ostende“ gelesen habe, nannte.

Bei „Kiepenheuer und Witsch“ ist das Sachbuch über eine Utopie, wie man es nennen könnte, herausgekommen und Volker Weidermann hat sich, glaube ich, wieder sehr genau in die Tagebücher und Schriften der damals ortsansäßigen Dichter eingelesen und eine Narration daraus gemacht.

Vielleicht könnte man auch Krimi oder Thriller dazu sagen oder nein, vielleicht nicht, weil die Räterepublik, der ja für kurze Zeit Ernst Toller vorstand und Gustav Landauer Minister oder Volksbeauftragter für Bildung war, war ja gegen Gewalt, obwohl natürlich sehr viel Blut dabei geflossen ist.

Aber erst geht es in den siebenten November 1918 und auf die Münchner Theresienwiese, wo glaube ich, auch die Oktoberfeste stattfinden.

Jetzt ist der Krieg vorbei und die Soldaten rennen noch in Uniformen herum, von denen die Rangabzeichen heruntergenommen wurden und der Journalist und Schriftsteller Kurt Eisner steht da wohl an einem Podium und spricht die revolutionären Massen an. Von ihnen wird er auch getragen, zum ersten Ministerpräsidenten Bayerns gemacht, der König mußte mit seiner Familien fliehen, aber schon im Februar darauf, als er gerade wieder abdanken wollte, weil er die Wahlen nicht gewonnen hat, ermordet wurde.

Seine Kampfgenossen wie Erich Mühlsam, dem er zu wenig revolutionär war, waren dagegen, aber der bekommt, als sich im April eine neue Regierung, eben jene Räterepublik mit dem Schriftsteller Ernst Toller an der Spitze bildet, kein Ministeramt, das bekommen eher schrullige Gestalten, wie ein Dr. Ernst Lipp, der den Papst kennet und ihm seltsame Telegramme schickt, so daß er gleich wieder zurücktreten muß und in ein Sanatorium geschickt wird.

Vergleiche zu schwarz blau I in Österreich können aufkommen, werden in dem Buch aber nicht gezogen, denn Volker Weidermann geht es ja in die damalige Dichterschaft ein und da hat Thomas Mann mit seiner Frau und seinen <kindern in einer Villa  am Herzogpark bei München, das Geld dafür stammte von seiner Schwiegermutter, gelebt, gerade seine „Betrachtungen eines Unpolitischen“ herausgegegben und am siebenten November war er in einem Konzert, das sein Freund der „ultranationale und Antikdemokrat“ Hans Pfitzner, der die Oper „Palästrina“ gegschrieben hat, die mich in meiner Studentenzeit sehr beeindruckt, dirigierte.

Er erlebt die politischen Umwälzungen also am rande mit, genauso wie Rainer Maria Rilke, der am ersten Weltkrieg fast gescheitert wäre, Stephan Zweig hat ihm, glaube ich, eine Stelle im einem Kiegsarchiv verschafft, damit er nicht an die Front mußte, der aber offenbar von den Umwälzungen angetan war, genauso wie vielleicht oder angeblich ein Gefreiter und erfolgloser Kunstmaler namens Adolf Hitler, der zwar bestritten hat, am Eisler Begräbnis dabei gewesen zu sein, aber angeblich auf einer Fotografie zu sehen war.

Thomas Mann Bruder Heinrich war dagegen politisch revolutionärer und sein  dreizehnhähriger Sohn Klaus, hat ein Theaterstück über die Machtergreifung Eislers geschrieben.

Es gab aber noch andere,  mehr oder weniger damit befaßte Dichter, wie  zum Beispiel Erich Mühsam, der zwar die Villa eines Holländers zur zur  „Unabhängigen Räterepublik“ ausrief, um weiter mit dem Freund ungestört trinken zu können, aber ebenfalls ministerlos vom Wittelsbacher Palais zurückkehrte und Hermann Hesse gab es auch oder eigentlich ein Manuskript namens „Deminan“ das Aufsehen erregte und von einem Debütanten namens Emil Sinclair geschrieben worden sein soll, der mußte den „Fontane-Preis“ den er dafür bekommen sollte,  aber wieder zurückgeben, denn Hesse war damals  einundvierzig Jahre alt und hatte schon Werke, wie „Unterm Rad“ und „Peter Camenhind“ geschrieben.

Ein gewisser Ret Martut der den „Ziegelbrenner“ herausgegeben hat und der sich später nach Mexiko zurückgezogen hat, wird auch erwähnt. Volker Waidermann meint, er hätte dort Romane unter dem Namen B. Traven herausgegeben, aber so viel ich weiß,  weiß man noch immer nicht wer  B. Traven war.

Man sieht also, Volker Weidermann führt sehr genau in die Zeit hinaein und läßt uns mitschnuppern, wie es damals in München vielleicht war, als die Dichter und die Träumer für eine Zeitlang die Macht übernahmen und die gewaltfrei ausüben, das Geld abschaffen und noch vieles andere, wollten.

Gegen die Gewaltfreiheit waren seltsamerweise die Kommunisten, die meinten, daß man so keine Revolution machen kann und sdaher die Regierungsbeteiligung verweigerten, Toller schon ein paar Tage später wieder absetzen wollten und das in einerm Bierkeller beschlossen Ernst Toller ging hinüber, wollte reden, durfte nicht, tat es doch,wurde dann verhaftet, kam aber wieder frei und es ging noch eine Zeitlang weiter mit der Unsicherheit, wo jeder seine eigene Räterepublik gründete und Erich Mühsam mit einem Lastwagen Rundfahrten auf Münchens Straßen machte, von dem herunter er dann seine Gedichte , wie „Die Sonne der Freiheit“,  das er gar nicht geschrieben hat, deklamierte.

Am Palmsonntag kommt es dann zum Putsch, die Kommunisten übernehmen die Regierung und werden im Mai schon von der weißen Garde abgelöst, es kommt zu Verhaftungen und Erschießungen. Gustav Landauer wird erschoßen, Ernst Toller, der sich versteckt hält, bekommt fünf Jahre Festungshaft, wo er 1924 entlassen wird, nach Amerika emigriert und sich 1939 im Hotel Mayflower in New York erhängt.

Erich Mühsam wurde von den Nazis ermordet, Oskar Maria Graf, der ja 1933 bedauerte, daß die Nazis ihm nicht auch verbrannten, emigrierte ebenfalls nach Amerika.

Thomas Mann und Rainer Maria Rilke, die bürgerlichen, die nur am Rand an dieser Revolution beteiligt waren, verließen ebenfalls München. Der eine übersiedelte nach Lübek, der andere ging in die Schweiz und die Geschichte ging weiter.

Überrollte die Republik der Träumer, die sich nicht lange halten konnte. Das Weitere ist wahrscheinlich bekannt, man lernt es in der Schule und kann  hier an verschiedenen Stellen  auch nachgelesen werden.

„Lustig, aufregend, viel Neues, tolle Recherche. Das wird Furore machen.“, schreibt Hans Magnus Enzensberger am Buchrücken und ich antworte, wie meine Leser vermuten werden, daß ich das Buch zwar nicht lustig, aber interessant gefunden hatte und Volker Weidermanns Recherche für mich tatsächlich viel Neues enthielt.

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