Literaturgefluester

2018-02-18

Depressive Frauen

Filed under: Buchpromotion,Glosse — jancak @ 17:22
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Obwohl es mir ganz gut gelungen ist, wieder in den Veranstaltungsplan hineinzukommen und ich in der letzten Woche sogar auch wieder in der „Gesellschaft für Literatur“ war und auch genug zu Lesen habe, jetzt wieder ein Artikel bezüglich des Zehnjahresjubiläums, denn da habe ich meinen Lesern ja eine Serie zu meinen Büchern versprechen, um die hier ein wenig vorzustellen, weil sie sonst nicht zu entdecken sind, da ich sie mir ja selber drucken lasse und da zwar im Katalog der National- und der deutschen Bibliothek bin, aber sie jetzt nicht mehr an die Dokumentationsstelle für neuere Literatur ins Literaturhaus und auch nicht mehr an die GAV-Bibliothek schicke, nur immer eines in eines der offenen Schränke lege und da habe ich kürzlich im Netzt gesehen, wird das „Bibliotheksgespenst“ schon um zehn Euro im Netz angeboten. Ob der der Finder einen Käufer findet wird?

Wenn ihm mein Schreiben aber interessiert, kann er auf meinr Website nachsehen und die Probeakapiteln zu meinen Büchern lesen, es gibt die „Vorschauen“ und den Promotionsartikeln im Netz, die immer was zu den jeweiligen Büchern erzählen und auch ein paar spezielle Artikel zu den Themen, zu den Lieblingsbüchern, den Romananfängen und da man bei an die vierzig Büchern zu den Themen wahrscheinlich mehr als nur ein paar Worte verlieren kann, gibt es auch ein paar extra Artikel, obwohl meine Themen gar nicht so unterschiedlich sind und einem regelmäßigen Leser werden wahrscheinlich die depressiven Frauen auffallen, die meistens die Protagonistinnen sind.

Die Anna hat das, glaube ich, schon vor Jahren angesprochen, daß da oft eine arbeitslose oder sonst nicht Mitten im Leben stehende Frau, die Heldin ist, die im Lauf der Handlung eine Wende macht und meist ist die postiv und es geht gut aus. Die Heldin findet wieder Anschluß und Freude am Leben, bekommt einen Job, hat jemanden kennengelernt, der sich um sie kümmert, etcetera.

Zu positiv? Vielleicht, aber ich bin vom Brotberuf ja Psychologin und Psychotherapeutin und habe da meine Themen auch her, weil es ja öfter depressive Frauen sind, mit denen ich arbeite und was die eigene Depressivität betrrifft, ist es auch nicht gerade lustig an die fünfundvierzig Jahre zu schreiben und immer zu hören und zu denken, da bist du nicht gut genug, das schaffst du nicht, hör doch damit auf!

Das sehe ich, wenn ich nach Änderungen suche, leider wirklich nur als einzige Alternative und das will ich nicht und schreibe weiter, bin aber gerade jetzt wieder in einer Blockade, weil das, das  nützt ja eh nichts, so stark ist, daß ich nicht weiter mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ kommen, die ja auch eher eine depressive ist und die Magdalena, die nächste Protagonistin, von der es ja schon zwei Textproben gibt, wäre das ja auch.

Angefangen habe ich ja auch mit dem Schreiben über das erfolglose Schreiben, aber das ist ein weiterer Artikel, der demnächst kommt und mein veröffentlichter Debutroman die „Hierarchien“ beschäftigt sich nicht wirklich mit dem Thema Depression, sondern da habe ich mein Weggehen von der Klinik, wo ich vier Jahre halbtags Vertragsassistentin war, in die freie Praxis beschrieben und dort ist es mir ja nicht so gut gegangen.

Das Buch ist nicht sehr gut angekommen, was ich auch noch nicht so ganz verstehe, denn es war sehr ehrlich, aber natürlich ist das kein Kriterium für gute Literatur und sehr erhöht schreibe ich auch lnicht, obwohl mir das Buch, als ich es später gelesen habe, gar nicht so schlecht gefallen hat.

Aber ich wollte ja über die depressiven Frauen schreiben, obwohl man die vielleicht gar nicht immer so leicht von dem Thema „Älter werden“ und „Sterben“ abgrenzen kann und inwieweit, die Arbeitslogkeit mit der Depression korreliert, wäre auch eine interessante Frage, aber da fällt mir schon „Die begrenzte Frau“ ein, 2002 erschienen, Judith Gruber-Rizy hat den Beschreibungstext verfaßt und die wäre so ein Beispiel für eine depressive Frau

Die Archtiektin Agathe Zimmermann verliert ihren Job, hebt ihr Geld von der Bank ab und beschließt es auszugeben und danach in den Wald zu gehen und nicht mehr wiederzukommen.

Es kommt anders, denn sie lernt einen polnischen Sänger kennen, der vor der Staatsoper die Arie des Cavaradossi aus der „Toska“ singt und eine erfolglose Schriftstellerin, mit der sie in einem Bus Werbefahrten macht. Enen alten Mann in einer Hütte und einen Job bekommt sie dann auch.

Da wäre vielleicht das Muster, mit dem ich, wie vielleicht schon stimmen kann, viel zu wenig abgehoben und vielleicht auch zu schnell und unfertig meine Geschichten erzähle. Die Resonanz bleibt ja meistens aus, obwohl ich schon ein paar Rezensionen habe und es jetzt ja auch mit einer Leserunde versuchen möchte, aber dazu müßte ich Leser haben, die sich auf das Buch einlassen und mir Feef back geben möchte, was ja auch nicht so einfach ist.

Und 2003 war ich auch noch nicht so weit, denn da hat es das „Literaturgeflüster“ noch nicht gegeben und ich habe meine Bücher höchstens bei meinen Lesungen vorgestellt und ein Stückchen daraus gelesen.

Den Blog hatte ich dann schon, als 2010 „Sophie Hungers Krisenwelt“ erschienen ist und da gab es mit meiner ersten Kritikerin auch eine entsprechende Diskussion über die sprechenden Namen, weil es ja eine Schweizer Künstlerin gibt, die Sophie Hungers heißt, aber der Namen hat mir gefallen und meine Sophie Hunger, wie sie dann vorsorglich hieß,  ist auch eine freiberuflich arbeitende Lektorin, die ihre Aufträge verliert und, wie Andrea Stift in ihrerm Beschreibung schrieb, „um nicht in depressiven Stillstand zu verfallen, beschließt die Wirtschaftskrise in einer Art literarischen Winterschlaf zu verbringen.“

Und um eine wirkliche depressive Frau, fällt mir ein, ist es schon in dem früher erschienenen Roman „Die Radiosonate“ gegangen. Da ist die Josepha Stock, die ihren depressiven Alltag mit dem Radiohören verbringt und über ihre Todesarten nachdenkt, aber nicht die Hauptfigur, sondern eigentlich nur eine Episode. Die Hauptfigur wäre vielleicht, wo wir schon wieder beim anderen Thema und dem Alter Ego wären,  die erfolglose Schriftstellerin Elisa Eisenstein, die über Amanda Silberkandl und  Xaxer Mayrhofer, den beiden Radiomoderatoren, die aus Ö1 entstiegen sein könnten, einen ultimativen Roman schreiben will, der sie durch das „einsame Jahr“ begleitet.

Das Bücherlesen hatten wir schon 2009, bei der Sophie, obwohl es die Bücherschränke und die Idee mit dem Auflesen der ungelesenen Exemplare, erst später kam und da versucht ja die Thekla Morgenstern ihren Pensonsschock, man sieht meine Protagonistinnen werden schon älter, das Buch ist auch 2016 erschienen, damit zu überwinden und lernt dabei nicht nur die Fritzi Jelinek, die wir ja schon aus der „Absturzgefahr“ kennen, näher kennen, weil sie in ihre „Bibliotherapiegruppe“ geht, nein sie hilft auch der kleinen Yasmin Bilic aus ihren Sorgen mit ihrer Freundin Selma, die nicht mehr in die Schule kommt, weil sie dort kein Kopftuch tragen darf und da wäre wir schon beim nächsten Thema,  nämlich dem der „Flucht und Migration“ und da gibt es dann noch zwei Bücher, wo die depressiven Frauen nur am Rand vorkommen, aber da gibt es im Sommerbuch eine demente Oma und da wären wir schon bei einem anderen Thema, wo sich die Depression vielleicht mit dem Vergessen verbindet.

Denn die ehemalige Buchhändlerin Anna Mittlinger ist ja nicht depressiv, sondern hat eine Alzheimerdiganose bekommen, die sie ins Leben hinaustreibt und einen rumänischen Arzt kennenlernen läßt, aber die macht vielleicht auch ein  depressiv und so ist es wahrscheinlich auch, wenn man die Diagnose einer unheilbaren Krankheit bekommt, wie ich es die Journalistin Veronika Sieberer erleben ließ.

Da war mein Thema eigentlich die „Sterbehilfe“, weil ich mit dem Buch von Ernst Lothar nicht einverstanden war.

Es ist eine Behandlungsverweigerung daraus geworden und eigentlich ist die Veronika Sieberer, die ihren alten Nachbarn aus einer Krise heraushilt und seine Hüte aufträgt, auch gar nicht depressiv, sondern lebt ihr Leben selbstbestimmt bis zum Ende weiter, obwohl das Sterben ja sicher nicht so einfach ist.

Und das Thema „Alter werden“ und „Sterben“ gehört auch zu meinen Favoriten. Von ältereren Eltern aufgezogen, habe ich  schon einige Leute bis an ihr Ende begleitet, habe auch Sterbehilfeseminare gemacht und mich bei meinen psychologischen Unterricht an Krankenpflegeschulen mit diesem Thema beschäftigt, begleite manchmal Klienten durch diese Situation, werde selber älter und meine Pensionistennen, wie etwa die „Paula Nebel“, oder die alte Dame im „Novmbernebel“ sind auch rüstige Pensionistinnen, die dem Leben etwas abgewinnen und sich nicht unterkriegen lassen wollen.

„Beim Sterben sollte man zu Hause sein“ meinem zweiten „Nanowrimo“, an dem ich mich 2012 wieder beteiligte, ist sogar eine besonders betagte Frau die Heldin, nämlich die fünfundneunzigjährie Lea Weissensterner, die einen alten Herrn in einer Seniorenresidenz kennenlernt und seine Memoiren schreibt und besonders alte Menschen, nämlich neunzig bis hundertjährige kommen in meinen Texten auch immer wieder vor.

In den „Wiener Verhältnissen“ ist der Held ein jüdischer Schriftsteller, der Wien 1938 verlassen mußte und ich habe jetzt die depressiven Frauen verlassen, die mich aber, wie man sieht, immer wieder einholen und sich mit den arbeitslosen Frauen, den erfolglosen Schriftstellerinnen, den Älterwerdenden, an Krebs oder Alzheimer erkrankten etcetera, immer wieder überschneiden.

Interessante Themen, wie ich finde, und mich immer wieder, jetzt schon in über vierzig Bücher an sie heraunmache, damit vielleicht schon ein wenig ausgeschrieben bin, so daß ich schon länger „Nicht schon wieder eine depressve Frau!“, stöhne, mich aber dann doch immer wieder damit beschäftige und jetzt nur noch gespannt bin, ob es die „UnsichtbareFrau“, die ja wahrscheinlich auch ein wenig depressiv ist, obwohl sie jünger ist und an den blauschwarzen beziehungsweise prekären Verhältnissen leidet, in Buchform geben wird und im „Bibliotheksgespenst“ fällt mir ein, gibt es auch eine depressive Frau, nämlich die Lehrerin Therese Schwarzenberg, die ihrer Depression, beziehungsweise ihrer Freundin und ihrem Psychiater mit einem Bus von Wien zuerst nach Belgrad und dann über Graz, Linz und Salzburg bis nach Berlin fährt und dort von der realen Wirklichkeit nämlich den Anschlägen am Weihnachtsmarkt eingeholt, was eine auch depressiv machen kann oder eine solche weiterbestehen läßt.

Bei den depressiven Frauen hätten wir noch die „Karoline Wagner“ von 2006, da hat Erika Kronabitter den Text geschrieben, nachdem ich Szenen aus dem Buch 2005, bei der „Text und Kritikwerkstatt“ auf der Silvrettahöhe vorgetragen habe.

Da ist die Heldin eine  erfolglose Lebensberaterin, die in die Fängen des Nobelpreisbetrieb geträt, beziehungsweise eine sich versteckt haltende Frau beobachtet, die im Buch Larissa Lichtblau heißt, aber an die Nobelpreisträgerin von 2004 erinnern könnte, eine analphabetische Putzfrau und einen untergetauchten Zeitschriftenmagnaten gibt es auch und wir sind schon wieder im erfolgreichen oder erfolglosen Literaturbetrieb und nicht wirklich bei den depressiven Frauen und auch Mathilde Schmidt, die Frau aus der Pizzeria mit dem Glas Wein aus „Besser spät als nie“ ist das warhscheinlich nicht wirklich, zumindest nicht diagnostiziert.

Denn da hätten wir wahrscheinlich wirklich nur die Josepha Stock und die Thekla Morgenstein, aber beide sind höchstwhrscheinlich nie zu einem Psychiater gegangen.

Das taten nur Therese Schwarzenberg aus „Vor dem Frühstück kennt dich keiner“ und  Anna Augusta Augenstern aus den „Berührungen“ aber die ist  auch Autorin und will einen Roman schreiben, hat aber eine schlechte Kritik bekommen und geht deshalb zu Theo Hardenberg, der sie eigentlich auch mehr literarisch berät und da wäre noch die Selma aus der „Frau auf der Bank“, die selbsternannte Stadtsheriffa, die ist wahrscheinlich depressiv und geht ins AKH, hatte aber auch eine Psychose hinter sich.

Man sieht ganz schön verwirrend, der Schreiballtag einer erfolgfrei schreibenden Psychologin und Psychotheraueptun mit Überlappungen und Überschneiderugen.

Neugierig darauf geworden?

Da ich schon über vierzig selbstgemachte Bücher habe, habe ich jetzt sicher noch einiges vergessen.  Vergebe sie aber gerne, sofern sie noch nicht vergriffen sind, an die, die sich dafür interessieren, beziehungsweise  mir eine diesbezügliche Frage oder Kommentar schreiben möchten.

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