Literaturgefluester

2018-03-09

Ein Geständnis

Filed under: Bücher — jancak @ 00:26
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Das nächste, ebenfalls bei „Piper“ erschienene Buch ist der „Büglerin“ sehr ähnlich, auch wenn es viel konventioneller geschrieben ist. Es geht auch um Schuld- und Sühne, beziehungsweise um die Sinnsuche. Das Wasser spielt ebenfalls eine große Rolle und Raben schwirren als Metaphern durch den Raum und wenn man zur Biografie, der 1968 geborenen Thekla Chabbi, die Sinologie studiert hat, geht, erlebt man eine Überraschung, hat sie doch mit Martin Walser, der in Steinfests Buch ebenfalls erwähnt ist und der auch am Buchrücken zitiert wird, schon einige Bücher herausgebracht. Sie wird als Co-Autorin vom „Sterbenden Mann“ am Klappentext bezeichnet, was mich insofern etwas verwirrte, da es am Walser Buch keinen entsprechenden Hnweis gibt. Im Internet sind aber einige Interviews mit ihr und Martin Walser zu finden und da steht auch, daß einige Frauen, die mit oder über ihm ein Buch herausgegeben haben, nun selbst ein Buch geschrieben haben.

„Ein Geständnis“ ist auch Thekla Chabbis erster Roman. Ein Debut also  und wie gesagt, dem Steinfest Buch irgendwie sehr ähnlich, obwohl konventioneller, allerdings in zwei Erzählebenen geschrieben.

Es gdeht um Amelie, um, die wunderbare, das Adjektiv kann man irgendwo eine Zeile ober oder unter dem Namen finden und die hat eigentlich ein schönes Leben, wenn auch vielleicht ihren Sinn noch nicht so ganz gefunden.

Sie ist Wirtschaftsanwältin, von der Mutter einer Zahnärztin in diesen Beruf getrieben und am Anfang des Buches schreibt sie auch eine Kündigung an Herrn Kugler, ihren Chef und überlegt ob sie nicht ein paar Monate kellnern soll.

Diesen Brief schickt sie aber nie ab, denn sie hat einen Radunfall, wobei ihr eine Frau begegnet, die sich als Astrologin entpuppt, so bucht Amelie einen Astrologiekurs, der das Ganze wohl in Schwung bringt. Denn da lernt sie Mario kennen, aber eigentlich beginnt das Ganze vier Jahre später im Gefängnis, wo Amelie ihren Bewähruingshelfer Herrn Blum trifft, mit dem sie wöchentliche Gespräche führt, denn sie hat eine strafbare Tat, Anstiftung zum Mord, werden wir viel später erfahren, begangen.

In diesen zwei Erzählsträngen fließt das Buch dahin. Die wöchentlichen Gespräche mit dem siebzigährigen Blum, der sich eigentlich schon Penison befindet und später mit seiner Frau nach La Palma übersiedeln wird, während sie in ihrem früheren Leben, einen Steuerbetrüger namens Matt zu vertreten hat, von ihrem Chef zu dessen Vater, einem Galeristen geschickt wird, um einen Vertrag für ein Bild, das der Sohn in seiner Praxis haben will, zu unterschreiben, dabei Rosa Aldus kennenlernt, eine alleinerziehende Mutter, die eigentlich bei Kugler Senior arbeiten will, später aber die Geliebte von Kugler Junior wird.

Sehr köstlich sind die Treffen bei Amelies Mutter, die die Tochter, obwohl sie das nicht wil,l immer wieder zum Essen einlädt, da ist auch deren Freundin Philine dabei, man sieht auch Thekla Chabbis vberwendet seltene Namen, die will Projekte mit Flüchtlingen machen und ist enttäuscht, daß die so stur sind und nicht das machen was sie will. eine solche Szene kommt bei Steinfest übrigens auch vor.

Man sieht gesellschaftskritisch ist das Buch auch, oder überhaupt, denn Amelie torkelt von der Mutter in den Beruf gedrängt, irgendwie orientirungslos durchs Leben, hört die Mutter während sie Austern paniert und die besten Sektflaschen öffnet, Philine davon vorschwärmen, daß die Tochter beruflich bald aufsteigen wird und, als es Amelie einmal schlecht geht, drängt sich die Mutter trotzdem zum Kochen auf.

Dabei hat Philine einen Hexenschuß, die Mutter muß ihr helfen, der teure Fisch verbrennt und der Abend geht in die Hose, während Amelie, was der Chef nicht wissen darf, wöchentlich den Astrologiekurs besucht, dabei in die griechische Sagenwelt eintaucht und den seltsamen Mario kennenlernt.

Der ist Musiker, sehr scheu, so kommt es zu keiner Annäherung, obwohl er eine Internetseite hat, wo er seine Aktfotos zeigt und auch diesbezügliche Dienste anbietet. Bei Amelie scheint es aber nicht so klappen, so daß sie, ebenfalls sehr köstlich beschrieben und vielleicht von Martin Walser inspiriert, in einer Apotheke Viagra holen will, das dort nicht bekommt, sie muß in einer zwielichtige Spelunke viel Geld dafür zahlen. Das Zeug wirkt aber nicht, so geht sie stattdessen mit Mario und einer anderen Kursteilnehmerin namen Conny an einen See baden und als die dann ein paar Monate später schwanger ist, dreht Amelie durch könnte man sagen oder findet ihren Sinn.

Aber den findet sie ja erst später im Gefängnis, sie heuert jedenfalls die Russen Igor und Vladimir  an und, als sie ihren Koffer packt, um die nächste Zeit mit ihrer Freundin Luna, die alternative Reisen veranstaltet, nach Südafrika will, läutet die Poliztei bei ihr und bringt sie in das Untersuchungsgefängnis.

„Ein zum (leeren) Himmel schreiender Liebesroman, ein abgründig leuchtender Kriminalroman, ein erstaunlich konkreter Wirtschaftsroman und das alles EIN Roman. Eine Lese-Erlebnis! Das gelingt der Autorin durch ihre Erzählkunst. Mit einer fantastischen Genauigkeit schafft sie Poesie“, hat Martin Walser auf den Buchrücken schreiben lassen.

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