Literaturgefluester

2018-04-24

Wahre Geschichten von Ljuba Arnautovic und Zdenka Becker

Die 1951 in Kursk geborene Ljuba Arnautovic habe ich bei einer der „Edition Exil- Lesungen“ um Literaturhaus kennengelernt. Da hatte sie gerade einen der Preise gewonnen, sollte lesen, war aber irgendwie heiser und dann habe ich sie meistens bei einer Lesung von Karin Peschka mit der sie befreundet zu sein scheint, getroffen und sie auch ein paar Mal in der im  fünften oder sechsten Bezirk auf der Straße gesehen.

Nun hat sie bei „Picus“ ihr Debut herausgegeben, ein Buch das ich zwar angefragt habe, aber nicht zu bekommen scheine, was sehr schade ist, denn ich bin ja an Debuts sehr interessiert und das Thema erscheint mir auch sehr interessant.

„Im Verborgenen“ heißt der Roman und Manfred Müller hat ihn gerade eingeleitet, als ich den Veranstaltungssaal in der „Gesellschaft für Literatur“ betreten habe und es geht darin um den Krieg, beziehungsweise um eine Frau die im Krieg Juden versteckte und die Stelle aus der Ljuba Arnautovic gelesen hat, hadenlte von einem Juden, der seine Sachen am Donaukanal oder an der Donau abgelegt hatte und die sie findenden Polizisten gehen dann zu einer Aloisia, eine alte Frau die nicht seine Mutter ist, obwohl er sie im Abschiedsbrief so genannt hat und diese Aloisa war ein Bauernmädchen, das als Dienstmädchen bei den Eltern dieser Juden arbeitete und den Sohn oder Enkel offenbar aufgezogen hat.

Im anschließenden Gespäch stellte sich heraus, der Roman ist offenbar autobiografisch, obwohl als Fiktion geschrieben, denn die Geschichte von Ljuba Arnautovics Großmutter und sie hat einen österreichischen Vater und dessen Geschichte kommt auch in dem Buch, beziehungsweise in dem Folgeband vor, an dem Ljuba Arnautovic schon schreibt.

Sehr interessant, könnte man sagen und das betrifft wohl auch das nächste Buch, obwohl „Samy“ von Zdenka Becker kein Debut ist, und ich von der 1951 in Eger geborenen in Bratilava aufgewachsenen und in St. Pölten lebenden schon einige Bücher gelesen habe.

Es ist auch eine wahrs Geschichte, wie sie Manfred Müller erzählte, allerdings nicht die, der Großmutter oder des Vaters, sondern einer Frau, die sie in Amerika kennenlernte, als sie dort Writer in Residence war.

Die Frau hat offenbar in der DDR ein dunkelhäutiges Kind geboren, das dann nach der Wende oder schon vorher von den Neonazis diskriminiert wurde.

Zdenka Becker hat die Geschichte, an der sie zehn Jahre geschrieben hat, in die Slowakei verlegt und Samy ist der Sohn eines in Österreich lebenden indischen Psychiaters, wurde 1980 geboren, wächst bei seiner Mutter in Bratislava auf und wird in der Schule als Zigneuer beschimpft.

Auch sehr interessant, das bei „Gmeiner“ erschienene Buch, das ich wahrscheinlich ebenfalls nicht lesen werde. Dafür warten aber noch die „Töchter der Roza Bukovska“ auf mich, das ich mir einmal bei diesem Lyon Flohmarkt kaufte, um wieder den Bogen nach Österreich und St. Pölten zu spannen, wo ich Zdenka Becker machmal auf dem Markt treffe, wenn wir dort am Samstag unsere Würstel essen.

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2 Kommentare »

  1. Warum Sie überhaupt solche Veranstaltungen besuchen, ist mir rätselhaft. Sie kommen zu spät, beschweren sich aber darüber, das Buch von Arnautovic nicht vorab (gratis, nicht wahr?) erhalten zu haben. Wozu eigentlich? Sie lesen doch die Bücher ohnedies nicht, wie sie selbst angeben („… Buch, das ich wahrscheinlich ebenfalls nicht lesen werde.“). Sich zu erdreisten, Bücher (die Sie „wahrscheinlich nicht lesen werden“) zu kritisieren, sich als Expertin auszugeben, finde ich nicht nur unverschämt, sondern erbärmlich.
    Anstatt sich Halbwissen aus Interviews, Einschlagklappen (die Sie aber vielleicht auch nicht lesen) anzueignen, empfehle ich folgende Internet-Seite „Buchrezension schreiben – So geht’s!“ https://www.schreibsuchti.de/2013/03/28/buchrezension-schreiben-so-geht-s-tipps-fuer-aufbau-und-sprache/

    Elisabeth

    Kommentar von Elisabeth Kuntner-Aigner — 2018-04-25 @ 21:11 | Antwort

    • Liebe Frau Elisabeth!
      Dann werde ich versuchen Ihre Rätsel aufzulösen, obwohl Sie, wenn Sie in meinem Blog ein wenig lesen, wahrscheinlich draufkommen würden, daß das, was Sie mir vorwerfen, nicht stimmt!
      Ich komme zu spät! Warum tue ich das? Weil ich bis dreiviertel sieben in meiner Praxis war und dann an die zwanzig Minuten brauche, bis ich die Herrengasse erreiche und ich trotzdem die Lesung hören wollte, die mir sehr wichtig war.
      Ich lese, wie Sie auf meiner Leseliste https://literaturgefluester.wordpress.com/about/leseliste/ können, zwischen hundertfünfzig bis hundertfünfundsiebzig Bücher im Jahr und das ist, wenn man an den Durchschnitt der Österreicher und Deutschen von acht bis neun Bücher pro Jahr denkt, eigentlich sehr viel!
      Das Buch von Zdenka Becker werde ich wahrscheinlich nicht lesen, weil ich es nicht angefragt habe, das von Ljuba Arnautovic habe ich angefragt und jawohl, ich beziehe Rezensionsexemplare, lese dann die Bücher und schreibe darüber, wie Sie unschwer nachprüfen können und wenn Sie das tun, würden Sie an meinen eher langen Buchbesprechungen, Rezensionen würde ich sie nicht nennen, weil ich da einen eher persönlicheren Zugang habe, wahrscheinlich merken, daß ich kein „Halbwissen und Einschlagklappen“ wiedergebe, sondern meine persönliche Eindrücke und Empfindungen über das Gelesene und mir meine Gedanken darüber mache.
      Meist sind es auch meine Beziehungen zu dem Autor, wenn ich ihn oder sie kenne oder schon was von ihm oder ihr gelesen habe, die ich darin einflechte, so daß es eher literarische Portraits sind, die da entstehen.
      Ich habe mich im obigen Artikel mich auch nicht erdreistet zu kritisieren, sondern locker über die Veranstaltung geplaudert und gebe meine Meinungen auch eher wertneutral weiter. Verreiße oder beschimpfe eigentlich nie! Wo haben Sie etwas Derartiges in meinem Artikel entdeckt?
      Ich denke seine Meinung kann man äußern und wenn man an die dreißig Jahre drei bis viermal in der Woche zu literarischen Veranstaltungen geht, ist man vielleicht Expertin, auch wenn man nicht Literaturwissenschaft, sondern Psychologie studiert hat und ich behaupte auch gar nicht, daß ich das bin, obwohl ich mich irgendwie schon für kompetent im Literaturbetrieb halte!
      Danke für Ihren Buchrezensionstip, ich werde mir den Link gern ansehen, mich aber höchstwahrscheinlich an keine Anweisungen halten, sondern die Bücher, die ich lese, weiter so besprechen, wie ich es für richtig halte! Denn das ist ja das Tolle am Bloggen, daß das jeder so tun kann, wie er oder sie es will und ich betrachte das „Literaturgeflüster“ als mein literarisches Tagebuch, in dem ich meine Gedanken und Empfinden über den Literaturbetrieb an interessierte Leser widergebe!
      Warum Sie mich so gehäßig angreifen und meine Worte aus dem Zusammenhang reißen müssen, statt sich über mein literarisches Bemühen zu freuen und vielleicht mit Interesse über die von mir besuchten Veranstaltungen und die gelesenen Bücher lesen und sich dann selber darüber zu machen, ist mir nicht ganz klar und ich halte es auch nicht für notwendig, auch wenn Sie vielleicht besser rezensieren können!
      Wieviele Bücher lesen Sie eigentlich im Jahr, welche Veranstaltungen besuchen Sie und wie sprechen Sie über Bücher?
      Kommen Sie nie ins Kino oder zu einer Veranstaltung zu spät, weil sie vorher arbeiten müssen und schaffen Sie es wirklich, all die hunderttausend Bücher die es schon gibt und die noch jährlich neu dazu erscheinen, zu lesen?
      Das glaube ich eigentlich nicht und mache mich nicht darüber lustig, weil das ja auch nicht geht, liebe Grüße und lesen Sie mich weiter, denn dann könnten Sie mehr über mich und mein Schreiben oder Lesen erfahren!

      Kommentar von jancak — 2018-04-25 @ 21:24 | Antwort


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