Literaturgefluester

2018-04-25

Von der Dokumentationsstelle ins Belvedere

Jetzt war ich schon lange nicht in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur beim „Utopie-Workshop“, weil Osterferien, dann hat Stephan Teichgräber abgesagt, vorige Woche war unser literarischer Spaziergang und heute war ich mit Stephan Teichgräber allein und wir haben lange, wie er es am Ende nannte, ungeordnet durcheinander gepaudert.

Über das Buch „Die Kinetik der Lügen“, was ich eigentlich mitbringen wollte und die Frage, ob ein Buch über die Entstehung des „Frankensteins“ zur utopischen Literatur zählen kann?

Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ schon, das hat Stehpan Teichgräber gleich in sein Skriptum, das er im Workshop erstellen will, aufgenommen und dann gibt es auch schon das Programm für den „Literarischen Lenz im Centrope“, im „Theaterbrett“, das die Dokumentationsstelle ja veranstaltet.

Da war ich vor drei Jahren seither nicht mehr. Heuer habe ich wieder vor zu gehen und da lesen Franzobel aus dem „Floß der Medusa“, Anna Weidenholzer aus „Weshalb die Herren Seesterne tragen“, Rainer Kaiser Mühlecker aus „Fremde Seele, dunkler Wald“, Bücher, die ich schon gelesen habe und von den österreichischen Autoren noch, welch Überraschung Mechthild Podzeit-Jonke, wie sie sich ja jetzt nennt und dann noch ein paar mir unbekannte Tschechen und Ungarn, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Einen Vortrag über slowenische Literatur gibt es vorher auch noch und Stephan Teichgräber hat mir am Ende der Veranstaltung noch ungarische Bücher gezeigt, die er von einer Buchmesse in Budapest, wo er am Wochenende war, mitgebracht hat und dann ist es wieder sehr spannend und ein wenig abseits von meinem „Beuteschema“ ins Belvedere gegangen.

Das heißt so ungewöhnlich ist das auch nicht, denn ich interessiere mich ja für jede Form von Kunst und ins Belvedere, in die Gemäldeausstellung bin ich, kann ich mich erinnern, als Studentin öfter gegangen und auch einmal mit Dieter Schrage, als er noch lebte und es die „Augustin-Führungen“ noch gab.

Jetzt hat mich „Kremayr & Scheriau“ vor einer Woche angeschrieben und mich zu einer Buchpäsentation anläßlich der Ausstellung „Klimt ist nicht das Ende, Aufbruch in Mitteleuropa“ eingeladen, denn die Germanistin Margret Greiner hat eine Romanbiographie über Margarete-Stoneborough-Wittgenstein, die Schwester vonPaul und Ludwig Wittgenstein geschrieben und die wurde 1905 von Gustav Klimt gemalt, wie die Eröffnungsrednerin in ihrer Einleitung betonte.

Das Buch, das das Gemälde am Cover hat, lag am Bücherjtisch auf und die in München lebende Autorin hat sich, glaube ich, quer durch das Buch gelesen. Begonnen hat sie mit dem Wunsch der Mutter, daß sich die Tochter von dem Meister malen lasse, weil die gerade dabei war, sich mit einem Amerikaner zu verheiraten, der Vater hat das Gemäde bezahlt. Der Meister hat ein wenig gezögert, der Bruder Ludwig hat gemotzt. Am Ende waren alle begeistert und Margarete, die Kunstmäzenin, die den ererbten Reichtum als Verpflichtung sah, Gutes damit zu machen, hat sich mit ihrem Mann in Berlin niedergelassen und die zehn Zimmer-Wohnung ganz im Stil der Wiener Werkstätten eingerichtet, was Bruder Ludwig, als er auf Besuch kam, irriterte, denn mit solchen Gabeln konnte man nicht den von Margarete selbstgemachten Rinderbraten und wahrscheinlich auch nicht den Apfelstrudel essen.

Die Ehe der Beiden war etwas schwierig, sie lebten getrennt, waren aber nicht geschieden, Margarete kaufete auch ein Bild von Schiele, was ihre Schwester Hermine irritierte, weil zu freizügig. Die Nazis kamen, Margarete emigrierte nach New York. Ihr Mann hat sich 1938 in ihrem Haus in Gmunden umgebracht. Sie ist, glaube ich, nach Österreich zurückgekehrt und 1958 gestorben und ich habe von Margarete  Stoneborogh Wittgenstein, die Gretel gerufen wurde, noch nie etwas gehört, was sich jetzt etwas geändert hat.

Es gab dann noch Fragen an die Autorin, die sagte, daß sie sehr viel für ihre Bücher recherchiere. Sie hat auch schon eines über Emilie Flöge, Klimts Lebensgefährtin geschrieben und hält viel von den Wiener Fin de Sciecle-Frauen und dann sehr schnell romanhaft die Geschichte hinunterschreibe und jetzt kann ich mit meiner Eintrittskarte, die mir Ursula Rinderer freundlicherweise zur Verfügung stellte, bis August einmal in die Ausstellung gehen.

Wenn der Afred im Juni in Amerika ist und ich mit dem Korrigieren der „Unsichtbaren Frau“ fertig bin, ist wahrscheinlich Zeit das zu tun.

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