Literaturgefluester

2018-05-25

Doppelzüngige Kremser Pointen

InKrems gibt es nicht nur das NÖ-Literaturhaus  in Stein, wo ein Teil der „Literatur und Wein“ stattfindet und die Kunstmeile mit der Minoritenkirche, wo eine zeitlang der „Kramer-Preis“ vergeben wurde, es gibt auch die Galerie „Kultur Mitte“ in der oberen Landstraße, wo ich höchstwahrscheinlich durch die Ruth hingekommen bin.

Jedenfalls hat sie dort eines ihrer Bücher vorgestellt, mit dem Robert Reisetexte gelesen und auch einmal eine Freundin hingebracht, die über die Mutter von Liszt referierte. Das letzte Mal war ich, glaube ich, anläßlich der Ausstellung zu „April in Stein“ dort, bekomme aber regelmäßig die Einladungen, die gleich in Doppelpack zu mir kommen und und in zwei Wochen stellt die Ruth dort ihr neues Buch vor, da ist aber der Alfred in Amerika und ich in Wien beim „Augustin-Grillfest“ höchstwahrscheinlich.

Aber heuer sind wir wieder mal am Freitag nach Harland gefahren, weil der Alfred vorher eine Vorlesung hatte und da habe ich eine Einladung zu einer Ausstellungseröffnung, kombiniert mit einer Buchpräsentation gekommen und weil ich ja in einem gewissen Rahmen sehr neugierig bin, habe ich dem Alfred vorgeschlagen,  hinzufahren und meine letzte Stunde so gestaltet, daß ich um fünf fertig war.

Denn der ehemalige Schuldirektor WilhelmMaria Lipp, 1955 in St. Pölten geboren, hat seinen ersten Gedichtband mit humoristischen Versen herausgegeben und das mit den Illustrationen des  1947 in Krems geborenen Zeichners Leo Leitner, der schon  2002 an Krebs verstorben ist, verbundern und da dessen Kinder jetzt einen Leo Leitner Förderverein gegründet und ein Werkverzeichnis herausgegeben haben oder werden, wurden seine Werke heute in der Galerie Wien Mitte präsentiert und die war sehr voll mit der Kremser Society.

Der Bürgermeister, der einmal Leo Leitners Arzt war, sowie die Tochter des Zeichners hielten einleitende Worte, Franz Kral der Galerie- Obmann, erzählte seine Schmankelrn zu dem Kremser Original, wie er ihn vorstellte und der Autor gab aus den vier Abteilungen seines Bandes jeweils Kostproben zum besten, die wie er es selbst bezeichnete, irgendwo zwischen Wilhelm Busch und Eugen Roth angesiedelt sind.

Also nicht unbedingt mein Literaturgechmack, aber ich schaue ja, wie ich immer schreibe, gerne über den Tellerrand. So hatte ich kein Problem damit und die Zeichnungen haben mir zum Teil auch sehr gut gefallen.

Es gab anschließend von der Tochter gestiftet, ein buffet mit großen Schinken und Bratenplatten, während es sonst ja eher Brötchen gibt und der Wein zur Selbstbezahlung ist. Diesmal war sogar ein Faß Bier aufgestellt, aber das ist nichts für mich, da ich mich ja fast auschließlich an Rotwein halte und während ich meine Bratenbrötchen gegessen habe, ist mir die KritLit und die Buchpräsenation von Robert Streibel zur Louis Mahrers „Bora“ eingefallen und ich dachte, ich könnte  Franz Kral nach ihm fragen, denn der war oder ist ja  kommunistischer Gemeinderat und Louis Mahrer war Kommunst und als ich diese Namen aussprach, wurde mir gleich sein Sohn Wolfgang gezeigt, der mir sehr viel und freundlich von seinem Vater erzählte und als ich dann wieder zu meinem Platz gegangen bin, um meine Brötchen weiterzuessen, habe ich entdeckt, daß hinter mir ein Plakat hing, das auf die Buchpräsentation und Ausstellungseröffung zu Louis Mahrers „Bora“ hinweis, die im April 2017 stattfand.

Da habe ich sicher auch die Einladung bekommen, aber nicht weiter beachtet. Man sieht die Stadt Krems ist eine kulturelles Fundgrube und wenn man aufmerksam genug ist, bekommt man auch die weniger bekannten Strömungen mit.

Zu Ruths Lesung werde ich wie schon erwähnt nichtbesuchen, bin aber gespannt, ob sie auch die Kremser  kulturelle Elite anzieht, aber wahrscheinlich muß sie da ihre Freunde mitbringen und ich habe ich Buch auch schon gelesen.

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