Literaturgefluester

2018-08-14

Gebrauchsanweisung für die Schweiz

Filed under: Bücher — jancak @ 08:51
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Gerechtigkeitsgasse in Bern

Gerechtigkeitsgasse in Bern

Der Alfred kauft mir ja vor unseren Reisen literarische Führer oder Gebrauchsanweisungen für die jeweiligen Länder.

So steht Thomas Küng „Gebrauchsanweisungen für die Schweiz“ mit einem Cover aus lauter Petit Fois mit dem Schweizer Wappen schon lange auf meiner Leseliste.

Denn ich schaue mir die Bücher immer erst dann an, wen ich mich schon in dem entsprechenden Land befinde und die Schweizer sind auch sehr nationalbewußt, haben überall ihr Schweizer Kreuz hängen. Es gibt nur wenige Länder mit einer viereckigen Fahne belehrte mich das Buch oder war es das „Auftritt Schweiz- Lesebuch“, das ich auch in meinem Gepäck hatte.

Es ist ein viersprachiges Land, Deutsch, Franhzösisch, Italienisch und Rätoromanisch und die Schweizer sprechen auch gar kein Deutsch sonder Schwyzer Dytsch, hängen überall ein „li“ an, das „Lädeli“ zum Beispiel, aber wenn man „Fränkli“ sagt, sind sie beleidigt, belehrt der 1956 in Zürich geborene Hörspielautor, Musikjournalist und Filmemacher, seine deutschen Leser, denn an sie scheint das Buch vorwiegend gewendet.

Also gehöre ich gar nicht zur Zielgruppe, habe es aber trotzdem gelesen und es war auch interessant, so einiges über das Schweizer Wesen zu erfahren, wenn mir auch das Buch, das, glaube ich, gar nicht so neu war, an manchen Stellen zu aufgesetzt lustig war, wenn Küng den Deutschen erklärt, sich ja nicht mit den Schweizern im Verkehr beispielsweise anzulegen, weil sie einem sonst anzeigen, Strafzettel, etcetera verteilen können.

Die Schweiz ist auch sehr teuer belehrt er seine Leser. Im Restaurant zahlt man gern das Doppelte und Dreifache, was man in deutschen Wirtshäusern gewohnt ist, auch das haben wir erfahren.

Aber für eine Woche werden Sie es schon aushalten!“, meint Küng, der das Buch mit einem deutschen Mitautor, nämlich Peter Schneider geschrieben hat. Auch das stimmt genau, nach zweimal Zürcher Geschnetzeltes, einmal um sechunddreißig, einmal um vierzig Franken, habe ich mich dann am Arlberg an den billigeren Wurstsalat gehalten.

Der Gründer des Roten Kreuz

Der Gründer des Roten Kreuz

Er gibt Einblicke in das Schweizerdytsch, erklärt Redewendungen und was sie gerade nicht heißen, erklärt, daß man keine Volkshochschulkurs fürs Rätoromanische vor dem Urlaub besuchen braucht, weil das ohnehin kaum jemand kann, erklärt das Bankwesen und das „Jassen“, das ein Schweizer Volkssport zu sein scheint und so geht es durch das Buch, wo man einiges Neues, einiges, was man wohl ohnehin schon wußte, erfährt und wie erwähnt, ich fand den Gastland Leipzig von 2014-Auftritt, der auch in einem Alphabet durch das Schweizerische Wesen führt, besser. Habe da oder dort erfahren, daß es den Wilhelm Tell gar nicht gegeben hat, obwohl ich an einem Zürcher Wirthaus die Aufschrift sah, daß der dort genau, wie Goethe gern verkehrte.

Es gibt Kapitel über das Essen und das Trinken und „Müsli“ darf man nicht sagen, weil damit das Mäuschen gemeint ist, aber wie bestellt man dann sein Frühstück, das, wie auch irgendwo steht, in den Fertigmischungen so angeboten wird, daß sich der Bircher wohl im Grabe umdrehen würde.

Es geht um das schulwesen, die Schweizer schicken ihre Kinder nicht so gerne in Privatschulen erklärt der Autor und um die Politik des Herrn Blocher, gibt im letzten Kapitel dann Anweisungen, was man seinen Gastgeber, wenn es einem gelingt, von einem Schweizer eingeladen zu werden, zum Essen mitbringen soll?

„Und schließlich: Sind Sie bei Schweizern eingeladen oder gehen mit Ihnen ins Restaurant, so müssen sie keine anderen Höflichkeitsregeln als in Deutschland beachten, einzig die: Die Schweizer haben Freude daran, wenn man mit Ihnen vor dem ersten Schluck Wen anstösst. Dazu sagt man schlicht „Prost“, blickt dem Gegenüber in die Augen und nennt noch einma den Namen. Das ist auch einer der Momente, wo Sie, wenn Sie wollen uind den Eindruck haben, dass Ihre Freunde auch wollen, Duzis machen können. „Ich bin der Peter. Prost Beat.“

Und das ist dann der Beginn einer wundervollen Freundschaft!“, meint der Autor wieder etwas belehrend und schließt hiermit seine Anweisungen und ja richtig, daß die Schweizer“komische“ Namen wie Beat, Urs oder Retro tragen, wurde auch erwähnt und wir, füge ich hinzu, waren schon vor über dreißig Jahren bei einem Schweizer eingeladen, den wir am Plattensee kennengelernt haben, als wir dort Alfreds DDR- Freundin Ingrid besuchten. Er hat uns ein oder zweimal bei sich schlafen lassen und einmal in ein Restarant eingeladen. Ob wir ihm eine Flasche Wein oder Mozartkugeln mitgebracht haben, kann ich mich nicht mehr erinnern.

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