Literaturgefluester

2018-08-19

Der Schweiz-Urlaub

Sonnenuntergang am Bodensee

Sonnenuntergang am Bodensee

Zurück vom Urlaub melde ich mich wieder mit meinem mehr oder weniger literarischen Reisebericht aus der Schweiz, dem Land, das sehr schön und sehr teuer ist und in das es mich ähnlich, wie nach Holland und Skandinavien immer wieder hinzieht und mich auch sehr interessiert.

Es war mein sechster Schweiz-Aufenthalt, bin ich doch 1972 mit meinen Eltern, als die mich während meines drei monatlichen Pflichtpraktikum im Hospitz Hotel in St. Christoph besuchten, einen Tag dort gewesen und da kann ich mich erinnern, daß mein Vater Züricher Gschnetzeltes gegessen hat, weil das einer ja tun mußte, meine Mutter, meine Schwester und ich, aber Würstchen, Rösti oder Suppe, was mich offenbar so beeindruckt hat, daß ich es immer noch erwähne.

1984 haben wir die Ingrid aus der DDR am Plattensee mit der kleinen Anna besucht und da einen Schweizer, der wohl eher die DDRler, als uns eingeladen hat, besucht und waren da auch Zürich und als wir uns entschloßen, da das  Geschnetzelte zu essen, war es schon zwei vorbei und daher die Essenszeit vorüber.

Wir haben aber, kann ich mich erinnern, der Anna einen Kinderwagen dort gekauft. Dann waren wir einmal im Tessin, 2005 als mich die Erika Kronabitter zu der Text und <kritik Werkstatt auf die Silvretta-Höhe eingeladen hat, sind wir vorher in Grindlwald auf einem Campingplatz gewesen und sind auf den Spurren eines Courths-Mahler Romans nach Interlaken und sogar mit der Jungfraubahn gefahren und im vorigen Jahr mit der Ruth bei unserer Bodenseerundfahrt auch ein paar Mal dort, beziehungweise sind wir auch während der Schifffahrt lustig hinundhergehoppelt.

Über meine literarischen Schweizerlebnisse habe ich schon ein bißchen was geschrieben und mir auch einen Sack voll Schweizer Literatur eingepackt, als wir vor einer guten Woche losgefahren sind.

Zuerst nach Bregenz, wo wir auf einem Campingplatz am See übernachteten und einen Tag vorher hat mich ein Klient, als ich ihm sagte, daß ich nächste Woche auf Urlaub und in der Schweiz fahren werde gefragt, ob ich den an den Seen verbringe?

„Nein!“, habe ich geantwortet und die Städte Genf, Bern, Zürich aufgezählt, denn, die habe ich auch dem Alfred genannt, als er mich fragte, wohin ich in der Schweiz denn möchte?

Basel ist mir dabei, glaube ich, nicht eingefallen oder habe es mit Bern verwechselt, so daß wir noch eine Destinationsmöglichkeit für einen zukünftigen Urlaub hätten und an Seen, dem Zürcher- und den Genfer  haben wir unseren Urlaub sehr wohl verbracht, denn am nächsten Tag, den Samstag sind wir nach Genf gefahren, da haben wir in Bern schon mal Halt gemacht und dort Mittag gegessen und sind mit den Schweizer Preisen bei der geschnetztelten Leber, schon in Berührung gekommen, das Berner Geschnetzelte, habe ich, wie das Zürcher, das es im Mondseer-Rosenberger, der auch nicht gerade billig war, ausgelassen.

In Genf war es dann schwierig zum Camp hinzukommen, weil alles wegen dem Feuerwerk, das am Abend stattfand, abgesperrt war, so daß der Alfred sehr fluchte und sogar in eine Fußgängerzone hineingefahren ist.

Der Campingplatz lag ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, am See, so daß man direkt hingehen und banden oder Bootfahren konnte, aber ich bin ja keine Schwimmerin. So haben wir uns zwei Tage lang, die Stadt angesehen und ich habe auch ein bißchen versucht, meine Französisch Kenntnisse aufzufrischen, denn Genf liegt ja in der Französischen Schweiz jenseits der Röstigrenze, wie mich die mitgenommenen Reiseführer belehrten und dann gang es am Dienstag über einen kurzen Trip nach Frankreich, um auf der anderen Seite des Sees entlangzufahren über Fribourg, wo wir ein sehr gutes und mit zwanzig Franken auch sehr billiges Menu auf einer Restaurantterrasse einnahmen, nach Bern fuhren, wo der Campingplatz diesmal  an keinem See aber direkt an der  Aare lag, so daß wir am nächsten Tag am Fluß entlang in die Stadt marschierten, obwohl wir ein Bern Ticket hatten, aber ich liebe Stadtspaziergänge und da sind wir auch an einigen offenen Bücherschränken vorbeigekommen, die es im Gegensatz zu Zürich in Bern sehr reichlich gab und es gibt auch einen „Weltbild-Laden“ in der Hauptstraße, den ich eigentlich für sehr uninteressant gehalten habe, aber der Alfred blätterte in einen Reiseführer, so bin ich in den Keller zu den reduzierten Büchern und dann wieder hinauf und hoch einmal hinunter gegangen, weil da ein großer Abverkauf angekündigt war und da waren die Bücher mit Punkten markiert, die mit einem roten kosteten fünf Franken, es gab aber auch ein paar ein Franken Bücher und da war Franz Hohlers „Immer höher“ und Peter von Matts „Das Kalb von der Gotthardpost“ dabei, so daß ich meine Schweiz-Kenntnisse auch in Zukunft auffrischen kann, aber eigentlich war ich da schon im deutschen Buchpreisfieber, denn die deutsche Longlist wurde ja am vierzehnten August bekanntgegeben und da sind wir gerade in Bern eingetroffen.

Daß ich da wieder etwas erstaunt oder enttäuscht war, wie sehr sie von meiner eigenen Schätzung abwich, werde ich noch genauer beschreiben, aber Arno Geigers „Unter der Drachenwand“ war dabei und das lag auch auf dem Abverkaufstoß mit dem roten Punkt.

Nun ja es ist eine Frühjahrsneuerscheinung und Bücher haben offenbar ein sehr schnelles Ablaufdatum und da Arno Geiger ein Vorarlberger und kein Schweizer ist, hatte ich auf der Rückfahrt gleich mein erstes Buchpreisbuch zu lesen.

Wir besuchten aber noch die Bücherkästen, wo sich auch noch einiges Schweizerisches  fand und am Abend gab es auch eine Freiluftkino-Aufführung mit einem Überraschungsfilm, so daß wir auch da noch ein bißchen das Schweizer Kunst- und Sommer Feeling genießen konnten, obwohl ein Quentin Tarantino-Film gezeigt wurde.

Am Donnerstag sind wir dann nach Zürch gefahren und da lag der Camp wieder am See und war im Gegensatz zu dem in Genf sehr voll, weil der Platz auch für Tagesgäste offenstand, so daß sich die Zelte dicht aneinander befanden und vor einem am See die Leute badeten und die Kinder spielten.

Idyllisch schön war es aber auch und wir sind  in der Altstadt herummarschiert, die berühmte Bahnhofstraße auf und abgegangen, bei Sprüngli und beim Coop Schokolade für die Anna eingekauft, die dann im Auto heute ein bißchen weich wurde.

Zweimal haben wir das Zürcher Geschnetzelte und einmal Fisch bei „Fischers Fritze“ am Campingplatz gegessen. Die Buchhandlungen, ich glaube, fünf oder sechs Stück haben wir auch besucht und dabei auch wieder etwas Österreichisches eingekauft.

Ein paar Mal Hugo getrunken, um sich auszuruhen und ein internationales Theater Spektakel an der Landiwiese, zwischen bem Bürkliplatz und dem Camp gelegen, gab es auch, wo wir zwar ein paar Tage brauchten, um uns hinzutrauen, aber am Samstag ein paar schöne Tanz und Pantomineaufführungen verfolgten und auch für „Reverend Billy und seinem Chor“ abstimmen konnten, der für den Publkumspreis nominiert war.

Heute sind wir dann mit einem Sack voller Bücher, ich kann es ja nicht lassen und einem erweiterten Schweizbild über den Arlberg zurückgefahren, wo wir in St. Christoph Mittaggesessen und Bergkäse gekauft haben. Hin sind wir über München  und also nicht ganz so schön gefahren und jetzt geht es los mit dem Buchpreislesen, obwohl die Schweizer  Literatur  auch sehr interessant ist, aber da ist ja auch ein Schweizer, nämlich Adolf Muschg nominiert und dessen Buch habe ich in einigen Buchhandlungen liegen gesehen.

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2 Kommentare »

  1. Wundere mich immer wieder, was die Leute für tolle Urlaube machen!

    Kommentar von Karl Stubenvoll — 2018-08-21 @ 09:44 | Antwort

  2. Nicht so toll, wie in Amerika, aber auch sehr schön!

    Kommentar von jancak — 2018-08-21 @ 10:39 | Antwort


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