Literaturgefluester

2018-09-12

Von der Wien-Bibliothek ins Literaturhaus

Ein Tag zur Faschismusaufarbeitung in Zeiten, wo die Rechten die „Antifa“ bekämpfen und im Netz diskutiert wird, ob Maxim Biller nicht vielleicht zur jüdisch ist, gab es in der Wien Biblitohek im Rahmen der 1938-Ausstellung eine Forschungsveranstaltung zur Rolle der städtischen Bibliotheken nach 1938, die Heimo Gruber hielt und sich gleich einmal entschuldigte, daß er viel zu viel vorbereitet hätte und also kürzen würde müßen.

Dann lagen die Bände mit den wissenschaftlichen Artikel zu dieser Problematik auf und Heimo Gruber verkündetete, daß er aus Zeitgründen den Bibiliotheksbestand weglassen würde müssen, das, was ich mir eigentlich erwartet und mich interessiert hätte und ging dann auf die Bibliothekare ein, die  1938 in den städitischen Büchereien meist ehrenamtlich mit Spesenersatz gearbeitet haben, die bis 1934 Arbeiterbibliotheken geheißen haben, dann schon einmal vom Kommunismus gesäubert wurden und nach 1938 natürlich judenfrei sein mußten.

Es hat damals die Pudel, beziehungsweise den Schalter gegeben, wo der Bibliothekar stand und ein Verzeichnis hatte, welche Bücher welchem Lesertyp ausgehändigt wurden und „Nein, das bekommst du nicht! Einen Krimi darst du nicht lesen! Nimm doch die verstaubte Grillparzer-Ausgabe habe ich selbst noch in meiner Hauptschulzeit erlebt.

1938 war das allgemein so üblich, es gab keine Freihandbibliotheken und einen Bibliotheksleiter, der schon vor 1938 gesäubert hat, sich dann beurlauben ließ und der Nachfolger hat handschriftlich seine Memoiren verfaßt und sich von der Schuld entschuldigt, die er eingegangen ist, weil er beim System mitgemacht hat. Die jüdischen Mitarbeiter wurdern entlassen, die anderen Juden durften sich nichts mehr ausborgen ind der Leiter hat sechshundert Schilder bestellt, wo „Juden Eintritt verboten!“, stand.

Der Bibliothesbestand hätte mich sehr interessiert, habe ich ja irgendwo eine Broschüre, wo drin steht, was sich die Arbeiter vor 1934 ausgeborgt und gern gelesen haben, ich glaube Sinclair Lewis oder war es Upton Sinclair und  nach dem wissenschaftlichen Vortrag, bin ich über den Bücherschrank, wo sich eine Dame schon alles Tolle zusammengesammelt hatte und „Das gehört mir!“, sagte, als ich danach greifen wollte, ins Literaturhaus gegangen, wo Erich Hackl sein neues Buch „Am Seil“ vorstellte, da gibt es zwar schon ein anderes von Thomas Lang, das so heißt, aber das ist offenbar nur bei mir  wichtig, daß meine Transgeschichte nicht „Paul und Paula“ heißen soll oder darf und das Thema passet zur Ausstellung, denn Erich Hackl. der faktionale hat wieder eine Geschichte darüber geschrieben, was damals im dritten Reich passiert ist. Denn da wurde ja nicht nur in Auschwitz geheiratet und die kleine Sidonie, der Fürsorgerin übergeben, die sie ins KZ brachte, sondern es hat auch ein Bergsteiger und Kunsthandwerker  namens Reinhold Duschka eine Frau und ihre kleine Tochter in seiner Werkstatt versteckt.

Die Frau und der Bergsteiger sind wahrscheinlich schon lang gestorben, die Tochter namens Lucia aber überlebte und ist zu Erich Hackl gegangen, um sich von ihm ihre Geschichte aufschreiben zu lassen und jetzt ist das Buch fertig, das nicht, wie man erwarten hätte können, auf die öst oder auch den dBp gekommen ist. Die Tochter hat ihre gesamte Familie zusammengesammelt und so war das Literaturhaus, als ich es um sieben erreichte pummvoll und ich bin solange in der erste Reihe vorne gestanden, bis mir eine Frau gesagt hat, daß ich weggehen soll. Es waren auch im Vorraum Stühle aufgestellt, die Kameraübertragung aber funktionierte nicht und irgendwann ist dieTochter dann aus Platzmangel am Podium sitzen geblieben, so daß ich den letzten freien Platz haben konnte, als den die fotografierende Lteraturhausmitarbeiterin verlassen hat.

Und die Lesung war sehr eindrucksvoll, die Werkstatt war im sechsten Bezirk. Wie alt die tochter war, war nicht genau herauszubekommen. Sie war aber schon älter, denn sie bekam schon ihre Regel. Also wahrscheinlich 1929 geboren. Sie hat aber sehr jung ausgesehen und Hackl las ganz genau, wie beschrieben, davon daß man in der Werkstatt still sein aber mitarbeiten mußte, dann ausgebombt wurde und am Schluß, als die Russen mit ihren Fellmützen aufmarschierten große Freude herrschte.

Katja Gasser moderierte, anschließend gab es Wein und Brötchen und das Publikum schien, wie ich bemerkte hauptsächlich aus der Familie zu bestehen und die Stimmung war so gut, wie sie in Zeiten, wie diesen, wahrscheinlich nur sein kann.

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2018-09-11

Die deutsche Shortlist

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 13:01
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Die vielen Urlaube, die ich in der letzten Zeit gemacht habe, scheinen mich komplett durcheinander gebracht zu haben. So habe ich die LL des deutschen Buchpreises diesmal erst verspäter am Campingplatz von Bern erfahren, dann zwar ziemlich gleich dank „Weltbild“ mit dem Arno Geiger zu lesen angefangen, gebloggt habe ich aber erst fast eine Woche später darüber und die Bücher auch bei den Verlagen erst dann angefragt.

Vierzehn Bücher sind davon inzwischen zu mir gekommen, auf zwei warte ich noch, der Rest kommt vielleicht nicht und ich lese mich derzeit langsam, langsam, da es ja noch die übrigen Herbstneuerscheinungen gibt, von denen einige schon in meinen Badezimmer liegen und es auch den österreichischen Buchpreis gibt,  durch das sechste Buch, Franziska Hausers „Die Gewitterschwimmerin“, was mir sehr gut gefällt.

„Die Drachenwand“, „Archipel“, „Lebt wohl ihr Genossen und Geliebten“, Sültzrather“ und Maxim Billers „Sechs Koffer“, habe ich schon gelesen und ich bin ja vorige Woche gleich nach dem die österreichische Longlist bekannt gegeben wurde, von der ich zum Glück schon fünf Bücher gelesen hatte und ich mir das Leseprobenheftchen besorgt hatte, mit dem Alfred und der Ruth, sowie Michael Kumpmüllers „Tage mit Ora“ und der „Gewitterschwimmerin“ auf eine Radtour um den Neusiedlersee aufgebrochen war und weil ja eine Woche verspätet, eigentlich bis heute früh der Meinung war, die Shortlst des dBps wird erst in einer Woche bekanntgegeben.

Dann habe ich die Schätzungen auf der Facebookseite gelesen und erfahren, daß die Jurysitzung schon war und es gibt sie ab zehn Uhr früh.

Und wer wird darauf stehen? Maxim Biller sicher, Nino Haratischwili höchstwahrscheinlich auch, dann  Angelika Klüssendorf, von den anderen war ich mir nicht ganz sicher, die Schätzungen der anderen Blogger gingen auch auseinander.

Also voila:

  1. Maria Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“, das ich noch nicht gekommen habe, obwohl mir „Fische“r ja vor zwei Jahren sehr viel geschickt hat.
  2. Maxim Biller „Sechs Koffer“, ist eine Novelle und das Ergebnis eines absoluten Selbstdarstellers und geht eigentlich überhaupt nicht über das jüdische Leben, ist aber sonst ganz spannend und interessant
  3. Nino Haratischwili „Die katze und der General“, ist eine eldendsdickes siebenhundert Seiten Buch, liegt auf meinen Stapel und wird von mir nach dem „Vogelgott“ und Loschützs „Schönem Paar“ gelesen.
  4. Inger Maria Mahlkes „Archipel“ was ich eigentlich eher langweilig und nicht so besonders außergewöhnlich empfunden habe
  5. Susanne Röckels „Der Vogelgott“, von Cornelius Hell oder Katja Gasser sehr empfohlen, siehe oben, hab ich eigentlich statt der „Gewitterschwimmerin“ auf die Radtour mitnehmen wollen, dachte aber dann, ich nehme lieber das dickere Buch, obwohl ich damit ja immer erst über zweihundert Seiten bin.
  6. Stephan Thome „Gott der Barbaren“ ist auch ein dickes Buch und liegt auch im Badezimmer, werde ich also langsam paralell mit den Neuerscheinungen und dem  öst Bp hinunterlesen. Bin gespannt auf den Preisträger, wo ich auf Maxim Biller oder Nino Haratischwili tippen würde. Mal sehen, ich bin gespannt und der „Jung und Jung“, natürlich, der steht  auch meistens mit einem seiner Bücher auf der kurzen Liste und hat damit auch schon gewonnen.

Wilde Worte im September

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:37
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Lydia Haider

Lydia Haider

Richard Weihs

Richard Weihs

Langsam langsam beginnen die literarischen Veranstaltungen, da hat es schon in der Vor- und Vorvorwoche was gegeben, die O-Töne waren mit dreißigsten beendet, die Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl schloß heute ihre Pforte und Richard Weihs begann seine „Wilden Worte“ mit Lydia Haider als Gästin, die ich kenne, weil sie schon einmal auf der „Alpha-Shortlist“ stand und einmal auch mit ihrer Zeitschrift zu Gast in der „Alten Schmiede“ war. Das Wetter ist jetzt wieder heiß und schön, der Sommer ist sozusagen zurückgekommen und Lydia Haiders Roman „rotten“ ist eigentlich eine Litanei und ist wieder, wie ihr ersten Buch bei „Müry Salzmann“, dem kleinen feinen Verlag, erschienen.

„Das Lager, der Steinbruch, der besudelte Boden“ steht auf Richard Weihs Aussendungsblatt und Lydia Haider hat sich um für die richtige Stimmung zu  besorgen, eine zweite Stimme und eine gedämpfte Beleuchtung besorgt und wurde für ihre Art des Vortrag vom Publkum auch sehr gelobt und das „rotten“ ist offenbar eine Zusammensammlung von Jugendlichen, die sich am Steinbruch von Mauthausen treffen. Dort ein Buch finden, wo die Namen, de einstigen Täter stehen, die jetzt, wie von unsichtbater Hand ausgerottet werden sollen. Die Bibel spielt dabei eine Rolle, wie die 1985 in Steyr geborene, beim anschließenden Gespräch erzählte.

Ihr drittes Buch schein auch schon geschrieben, bezieungsweise hat es einen langen Namen und dann kamen wieder die Wunschgedichte, beziehungsweise die Zettel auf denen man seine Wünsche eintragen sollte.

Andreas Schewein

Andreas Schewein

„Und auf Knopfdruck Urlaubsstimmung“, habe ich geschrieben und mir dann, glaube ich, noch die Worte: Weinlese, Neusiedlersee und Herbst gewünscht. Mal sehen, was Richard Weihs aus Ruths Urlaubsanregungen macht, eigentlich hätte ich mir auch was für Magdalena Kirchbergs Roman wünschen können, aber das ist mir erst später eingefallen, als die Wunschgedichte vom letzten Mal schon gelesen waren und  Andreas Scheiwein, den ich hier schon einmal hörte, wieder mit einem Gedicht die freie Wildbahn betrat, denn im Anschluß kann ja jeder vortragen, was er will und Andreas Scheiwein tritt am Mittwoch auch im „Bepbop“, einem Lokal in der Breitensserstraße auf, wo ich m  nächsten Samstag mit dem lieben Rudi lesen werde, weil der mich dorthin eingeladen hat.

Manchmal bekomme ich ja diesbezügliches Feedback und Andreas Scheiwein hat mich auch zu seiner Lesung eingeladen, beziehungsweise mir den Ankündigungszettel hingestreckt, wo ich gleich die Einladungen hinzulegte, die mir der liebe Rudi geschickt hat. Es kam dann noch ein zweiter Herr mit einem anderen Gedicht; bevor Richard Weihs, den Oktobertermin ankündigte, wo ich vielleicht auch hingehen werde.

2018-09-10

Und auf Knopfdruck Urlaubsstimmung

Filed under: Glosse,Reisebericht — jancak @ 00:00
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„Jetzt sind wir auf Urlaub!“, hat die Ruth am Donnerstag zu mir gesagt, als ich mit ihr und dem Alfred den Neusiedlersee entlanggeradelt bin.

„Es ist keine Sport- sondern ein Genußradeln, wir können uns Zeit lassen und den Ausflug genießen!“, noch ein oder zwei Mal hinzugefügt.

„Nun ja! Na klar!“, habe ich gedacht.

„Natürlich!“ und mich ein bißchen gewundert, daß sie das so extra betonte. Denn kann man auf Knopfdruck in eine solche Stimmung kommen?

Auf Knopfdruck natürlich nicht und normalerweise denkt man wohl auch nicht daran, daß man jetzt in Urlaubsstimmung kommt, wenn man die  Radtasche packt, das Bahnticket löst, sich in den Zug hineinsetzt und später zu Radeln beginnt.

Die Stimmung kommt wahrscheinlich dann von selber. Noch dazu, wo das Wetter ja sehr schön war, warm und sonnig und auch das Radfahren gut von statten ging.

„Wir sind zu schnell! Wir sollten eine Pause machen!“, sagte der Alfred zwar am Anfang öfter, offenbar weil er  an die gute Kondition nicht so ganz glaubte. Dann haben wir aber schon, um zwölf bei einem Heurigen in Donnerskirchen Mittagsrast gemacht, ein gutes und auch sehr billiges Menu zu uns genommen. Leberknödel- oder Grießnockerlsuppe, Surbraten mit Linsen. Haben Sturm oder auch ein „Lüfterl“, dazu getrunken, ein Gläschen Wein oder ein Bier und ich habe mir auch die Zitronennockerln mit Schlagobers und Erdbeersauce bestellt und damit die Urlaubsstimmung ganz von selber und ohne Knopfdruck in mir gespürt. Und am Nachmittag sind wir, um den See zu sehen,  nach Rust geradelt, sind  ein bißchen auf der Wiese gesessen und haben in das Wasser geschaut.

„Jetzt spüren wir die Poesie des Segelbootes!“, hat die Ruth gefordert, wohl um die Urlaubsstimmung  noch ein bißchen zu verstärken und zu verankern.

„Schreiben wir ein Gedicht über diesen Pullover!“, hat sie gemeint. Denn am Rand des Sees lag ein Stück Stoff, was zwar an sich nicht so besonders poetisch scheint. Aber natürlich man kann sich einige lyrischeZeilen  ausdenken, wie das Stück Stoff wohl an das Land gekommen ist?

Es könnte ein Badender vergessen haben oder ist es  aus einem Boot geworfen worden? Vielleicht hat von dort ein schönes Mädchen ihrem Liebsten zugewinkt und ihren Pullover dabei verloren?

Sich die Geschichte des Strandgutstpückes ausdenken, wenn man nur poetisch wäre. Aber ich schreibe  keine Gedichte und ein Pullover ist an sich auch kein sehr poetischer Gegenstand, sondern ein Gebrauchstück und die Urlaubsstimmung war auch schon da.

Ganz von selber und ohne Knopfdruck ist sie gekommen, als wir im Strandcafe auf den See und die Poolbar schauten, einen „Hugo“ schlürften und der Alfred von dem Schmalzbrot schwärmte, das er nachher bei einem Heurigen zu einem guten Glas burgenländischen Rotwein trinken wollte.

Der Heurige war dann ein Landgasthaus und das Schmalzbrot, ein Bauerntoast, denn das Gasthaus setzte auf internationale Küche, auf Bruschetta und  Prosciutto, beispielsweise.

Die Urlaubsstimmtung wurde aber am nächsten Tag durch einige Telefonate der Anna, die, die Nachricht von einem geschwollenen Bein der Oma und dem Tod der Mutter ihrer Pflegehelferin überbrachte, erschüttert und auch das Radeln am Rand der dicht befahrenen Landstraße von Sopron nach Balf, am freitäglichen Stoßverkehr erforderte, wohl mehr Konzentration als Urlaubsstimmung, aber die ist später wieder zurückgekommen und war auch in Apetlon vorhanden, als wir am Abend das Gasthaus Zum fröhlichen Arbeiter“ besichtigten und rätselten, ob sich dort die Arbeiter in der Zwischenkriegszeit oder wann auch immer getroffen haben, um bei einem Maß bier oder einem Stifterl Wein die Revolution zu besprechen.

Denn das Wetter war sehr schön, der Wein gut und auch das Radeln hat zumindest auf den mehr oder weniger gepflegten Radwegen, wo man auch die Weinlese beobachten und sich die reifen Trauben von den Lauben sozusagen in den Mund stecken konnte, Spaß gemacht.

2018-09-09

Um den Neusiedlersee

Filed under: Alltagsgeplauder,Reisebericht — jancak @ 20:14
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Blick von oberhalb Oggau auf den Neusiedlersee

Blick von oberhalb Oggau auf den Neusiedlersee

Sopron

Sopron

Um den Neusiedlersee bin ich ein paar Mal mit dem Alfred und der Anna geradelt, als sie noch ganz klein war. Da kann ich mich an ein Wochenende Anfang der Neunzigerjahre erinnern, als wir mit der Iris und ihren Kindern losgeradelt sind.

Ich habe gerade „Lore und Lena“ geschrieben und war diesbezüglich sehr beschäftigt, so daß ich die anderen ein paar Mal veroren habe und als wir dann mit dem Zug zurückgefahren sind, habe ich, glaube ich, versucht eine Szene zu schreiben, was einem Bestrunkenen aufgefallen ist, der auf Annas Antwort, was ich denn schreiben würde: „Die Mama schreibt ein Buch!“, die ganze Zeit wissen wollte, ob das Buch über ihn gehen und er drin vorkommen würde? Darüber hab ich, glaube ich, dann auch was geschrieben, was irgendwo, glaube ich, auch wo veröffentlicht wurde.

Am Tomalom Fürdö in Sopron

Am Tomalom Fürdö in Sopron

Ein kurzer Radweg von Sopron nach Balf

Ein kurzer Radweg von Sopron nach Balf

Dann wollten wir, glaube ich, noch einmal radeln, beziehungsweise, die Anna vom Neusiedlersee abholen, die dort eine Woche mit einer Freundin und deren Oma verbrachte. Wir waren aber zu spät daran, weil der Alfred unbedingt noch amMarkt von St. Pölten einkaufen mußte. Die Räder mußten wird auch aufmontieren, so daß die Anna schon in Wien war und wir mit ihr dann noch einmal hingefahren sind, aber ich glaube, nur zu einem Heurigen und gleich wieder zurück, weil, die Anna nicht mehr radfahren wollte.

Ja, ich hasse, zu spät zu kommen und unpünktlich zu sein, aber diesmal sind wir vier Tage von Donnerstag bis Sonntag mit der Ruth, mit der wir ja schon zweimal Rad gefahren sind, um den See gefahren und sogar ein kleines Stücken nach Sopron und alles hat ganz gut geklappt.

Obwohl man den See eigentlich nicht sehr oft und sehr gut sehen kann, aber die Radwege sind fast immer schön, von Sopron nach Balf hat es keinen gegeben, sonst aber schon, auch das Wetter war sehr schön und die Weinernte war auch überall zu beobachten, als wir am Donnerstag von Nejusiedl am See nach  Oggau geradelt sind und in Donnerskirchen bei einem Heurigen ein Menu und dann noch sehr gute Zitronennockerln gegegssen haben. Überall gab es schon Sturm zu trinken und in Oggau hatte der Alfred ein schönes Zimmer reserviert und wir sind, weil wir sehr flott unterwegs waren, noch nach Rust gefahren, um den See doch ein bißchen zu sehen.

Schloß Esterhazy in Fertőd

Schloß Esterhazy in Fertőd

Apetlon

Apetlon

Am nächsten Tag ist es dann über Mörbisch nach Ungarn gegagen und da hatten der Alfred beziehungsweise die Ruth vorgeschlagen, daß wir vom See noch weiter weg und nach Sopron radeln sollten, weil sie für eine Freundin etwas in einer Apotheke besorgen wollte.

Der Radweg von Mörbisch nach Sopron war zwar nicht ganz eben, aber gut zu befahren und wir haben bei einem Bad in einer Imbißstube einen sehr guten Fisch gegessen.

In Sopron, wo ich schon ein paar Mal im Zuge dieser Werbefahrten, die ich früher ganz gern gemacht habe, war, haben wir Kaffee getrunken, beziehungsweise Eis gegessen und sind am Freitagnachmittag auf einer dcht befahrenen Ausfahrtstraße nach Balf in das „Krodil-Panzio“ gefahren, wo der Alfred Zimmer reserviert hatte, was ich eigentlich nicht so gerne mache, aber gut geklappt hat.

Apetlon

Apetlon

Danach ging es am Samstag  über einen Stop beim Schloß Esterhazy, wieder nach Österreich und zwar nach Apetlon zurück, wo wir in einem  schönen Gasthaus übernachteten, das Gasthaus zum „Fröhlichen Arbeiter“ besichtigten und dann bei einem Heurigen ein Schmalzbrot, beziehungsweise eine Heurigenplatte aßen und am Sonntag über Ilmitz, Podersdorf nach Neusiedl zurück, wo wir wieder vom See nicht sehr viel gesehen haben, aber guten Wein und Sturm getrunken haben und ich durch die  Ruth auch einige literarische Impressionen über das Radfahrwochenende bekommen habe, die ich, glaube ich, noch verarbeiten werde.

2018-09-08

Sechs Koffer

Buch fünf der heurigen LL des dBp ist Maxim Billers „Sechs Koffer“ und der 1960 in Prag geborene, der seit 1970 in Deutschland lebt, ist wohl seit seinem Roman „Esra“, der irgendwie verboten wurde, bekannt und dann wurde er für die „Literarische Quartett -Nachfolge“ offenbar als MMR-Schimpfer engagiert, was er, wie manche meinen, sehr schwungvoll tat, ich aber auch unerträglich fand, weil ich keine so Schimpferin bin.

Den Erzählband „Wenn ich einmal reich und tot bin“, habe ich im Schrank gefunden, auf meine heurige Leseliste gesetzt, werde aber wohl nicht dazu kommen, die Neuerscheinungen haben Vorrang und das Buch, das, glaube ich, im September erscheinen sollte, wurde vom Verlag vorgezogen, weil es schon vorher im Quartett, wo er jetzt nicht mehr ist, besprochen wurde.

Vorher war, glaube ich, die LL-Verkündung und ab da habe ich schon sehr viel über es gelesen und gehört, noch bevor ich es im Briefkasten hatte.

In Zürich und in Bern lag es in den Buchhandlungen auf und die Booktuberinnen, die die LL besprachen, sagten einhellig, daß sie Biller nicht „leiden“ können, weil er zu negativ, beziehungsweise zu jüdisch sei.

Das Letztere ist wahrscheinlich so zu verstehen, daß die jungen Leute, die schon in der Schule davon gelernt haben, nicht immer über den Krieg lesen wollen und auch meinen, das wäre ein Kriterium auf die LL zu kommen, darüber zu schreiben.

Nun ist Maxim Biller sicherlich ein Selbstdarsteller. Das wurde auch im „Quartett“ so besprochen und das Buch ist, denke ich, eher eine Novelle oder eine Erzählung, als ein Roman mit seinen knapp zweihundert Seiten und es scheint, um die Familie Biller zu gehen, die von der UDSSR ja zuerst die die CSSR,  später nach Deutschland flüchtetet und der Großvater wurde 1960, in Maxim Billers Geburtsjahr in Moskau hingerichtet und einer von der Familie, die vier Söhne, die Schwägerin Natalia oder vielleicht auch die Mutter sollen dafür verantwortlich sein, weil ihn den Behörden denuniziiert.

Das ist die Auslagangslange und nun wird nicht, wie ich schon gelesen habe, in diesen sechs Perspektiven, die je einen Koffer haben, erzählt, sondern Biller erzählt und das geht ungefähr so, daß er weiß, was seine Mutter oder seine Schwester etcetera denken und was sie tun, wenn sie beispielsweise alleine im Bett liegen.

Ein omnipotenter auktorialer Erzähler also und das scheint auch  zu der Rolle, die Biller im Literaturbetrieb zu spielen scheint, zu passen.

Maxim erzählt also das Buch. Das heißt, er beginnt in den  Sechzigerjahren, als die Familie noch in Prag wohnte, der Vater „Schwejk“ übersetzte und dabei fluchte und klein Maxim den Vater fragte, ob Onkel Dima den Tate umgebracht hat?

Der, der Bruder des Vaters, wird gerade aus dem Gefängnis entlassen, worin er wegen versuchter Republikflucht für einige Jahre eingebuchtet war.

Dann gibt es noch Tante Natalia, Dimas Frau, aber auch die vorige Geliebte des Vaters, die ist Filmregisseurin und von ihr geht das Gerücht, sie hätte sich durch sämtliche Betten sämtlicher Regisseure und auch Funktionäre geschlafen.

Sie verfügt auch über Dimas Geheimakte, beziehungsweise findet die, der schon größere Maxim bei dem Onkel, als der, den Fünfzehnjährigen, da ist er schon geschieden, in seine Wohnung in Zürich eingeladen hat. In Zürich lebt auch Onkel Lev, der vierte Bruder, glaube ich, in Argentinien oder Brasilien und Lev weigert sich mit den Brüdern zu reden und so geht es in dem Büchlein dahin.

Ein jeder hätte ein Motiv gehabt, den Taten an den Staat zu verraten, der glaube ich, in einem Devisenschmuggel verwickelt war. Am Ende weiß man nicht wirklich was, aber Maxims Schwester Jelena, die in London wohnt, ist es schließlich, die ein Buch über diese Familiengeschichte geschrieben hat und  im letzten Kapitel nach Hamburg reist, wo die Familie inzwischen wohnt, um ein Interview zu geben.

Da wird sie auch gefragt, wer ist es gewesen, wer hat den Opa verraten? Und „Meine Schwester sagte lange nichts, die Moderatorin schluckte laut und unsicher, und schließlich sagte Jelena „Das geht niemanden etwas an. Das verstehen Sie doch, oder?“

„Nein, das verstehe ich eigentlich nicht“, sagte die Moderatorin höflich und plötzlich sehr streng, und dann erzählte ihr Jelena, wie es wirklich gewesen war.“

So endet das Buch und Spoilergegner, aufgepasst, ich habe nichts verraten, wer und wie es war, obwohl im literarischen Quartett von Sasha Mariana Salzmann, die im Vorjahr mit ihrem Debut, das mir nicht so gut gefallen hat, auf der Shortlist stand,  glaube ich, die Seitenzahl verraten wurde, wo man das nachlesen kann.

Denn das Buch ist an dieser Stelle aus und ich denke, dem guten Maxim ist hier ein wirklicher Streich der Selbstdarstellung, alles und auch gleichzeitig nichts auszuplaudern und sich dabei trefflich in den Mittelpunkt zu stellen, gelungen.

Auf dem ersten Blick ist man davon beeindruckt, auf dem zweiten fängt man vielleicht an sich zu fragen, was interessiert mich dieses Familiengeschichte und was wird hier wirklich erzählt?

Über den Krieg und den Holocaust, wie die jungen Blogger und You-Tuber befürchten, nicht viel, eher die Geschichte einer entwurzelten Familie, die ihre Geheimnisse nicht hergegeben will. Braucht sie auch nicht wirklich, denn ich habe nichts davon zu wissen, ob das jetzt Natalia, Dima oder jemand anders war und wieviel Maxim Biller bei seiner Familiengeschichte erfunden hat?

Die sechs Koffer im Titel sind wohl eine Anspielung auf die Heimatlosgkeit der Juden und, daß die sie immer bereithalten müßen, um auf der Flucht zu sein. Sasha Mariana Salzmann meinte, daß ihr die Koffermetapher in den jüdischen Geschichten auf die Nerven gehe und sie sie für abgedroschen hält.

Um Koffer geht es in dem Buch auch gar nicht, obwohl die Familie viel herumreist und von Moskau nach Prag von dort nach Hamburg, Zürich oder Montreal kommt und eigentlich würde man nur einen Koffer, nämlich den des allwissenden Übererzählers brauchen, aber der lebt, glaube ich, inzwischen in Berlin und geht immer in die „Kronenhalle“ zum Mittag-oder Abendessen, wenn er nach Zürich kommt.

2018-09-07

Lebt wohl, ihr Genossen und Geliebten!

Jetzt kommt Buch vier der LL 2018 des dBp, eines dessen Autorin, die 1955 in Rumänien geborene Carmen-Francesca Banciu, Tochter eines hohen Funktionärs, die 1990 nach Berlin zog und seit 1996 auch auf Deutsch schreibt, mir bisher völlig unbekannt war, das heißt das Cover mit dem aufmerksam machenden Titel, habe ich wohl schon Mal im Netz gesehen und eines in Versform platziertes, worüber man diskutieren kann, ob ein solches Requiem auf einen Vater, Roman genannt werden kann, das in etwa so beginnt:

„Für Vater waren drei Dinge wichtig

In der festgefügten Reihenfolge

Das Vaterland

Die Partei

Die Ehre der Familie“

Im Nachwort von György Dalos wird der Inhalt der  dreihundertachtundsiebzig Seiten kurz erzählt. Die im Ausland lebende Ich-Erzählerin Maria-Maria, diesen Namen habe ich im Text nicht gefunden, erfährt, daß ihr siebenundachtzigjähriger Vater beim Kartoffel holen, einen Unfall hatte und im Krankenhaus liegt. Sie hat selbst ihr Bein gebrochen und kann daher nicht gleich nach Bukarest fliegen. So hält sieKontakt zu seinen Geliebten Rebeca, die dessen frühere Sekretärin war und die er noch zu Lebzeiten der Mutter kannte und zu Daria, die die Mutter bis zu ihrem Tod pflegte. Dann reist sie hin, der Vater wird operiert und soll sich erholen, so erreicht sie in Venedig, wohin sie eines Arbeitsauftrages muß, die Todesnachricht.

Das wird dann sehr genau und eindringlich und trotz der versartigen Anordnung, erstaunlich realistisch erzählt. Als ich bei den Booktubern hörte, daß das Buch in Versform geschrieben ist, habe ich „Uje!“, gedacht, warhscheinlich wieder schwer zu lesen.

Ist es aber gar nicht, sondern eigentlich sehr leicht. Man ist schnell durch und hat trotzdem einen eindrucksvollen Einblick in die Beziehung der Tochter zu ihrem Vater bekommen, die sich auf sehr einprägsame Art mit vielen Wiederholungen und Flash backs von ihm verabschiedet.

Im Anhang steht dann noch, daß die Autorin fünfzehn Jahre an dem Buch geschrieben hat und, daß es an mehreren Orten, Deutschland, Rumänien, Griechenland, Venedig entstanden ist und ich denke, daß die ungewöhnliche Bearbeitung einen tiefen Eindruck macht. Man erfährt viel über Rumänien, die Diktatur, viel über den Vater, der trotzdem die Partei für ihn alles war, sehr poetisch war und Gedicchte geschrieben hat. Die Mutter stammte aus einer bürglichen Familie. Ihr hat der Vater keine Briefe geschrieben und sie zu ihrer Hochzeit auch nicht die bürgerlichen Handschuhe anziehen lassen. Die Briefe finden sich an Rebeca im Nachlaß und Daria, die viel jüngere zweite Geliebte hat Krebs und versucht zwischen Rebeca und der Tochter zu intrigieren. Sie verspricht dem kranken Vater ihn nach Hause zu holen und sagt den Ärzten und der Tochter etwas anderes und als die Tochter kommt, will der Vater nicht essen und trinken, nur schlafen. Die Ärzte erklären ihn trotzdem für gesund und operieren, also rasieren ihn und bohren ihm ein Loch in den Kopf erst, als ein hundert Euroschein zu ihnen gewandert inst. Der Vater stribt dann nur langsam und wird mit seinen Orden begraben, obwohl die Partei für die er gelebt hat, schon lange nicht mehr existiert.

Interessant und sehr eindrucksvoll von diesem Buch durch die Longlist erfahren zu haben, das sonst höchstwahrscheinlich an mir vorbei gegangen wäre und  „Gogol-„, schreibt György Dalos in seinem Nachwort, „hat die „Toten Seelen“ auch als Poem durchgehen lassen“, so denke ich, daß dieses Poem, das eigentllich nicht immer

„Daria kommt jetzt zum dritten Mal

Und will mir den Schlüssel bringen“,

sondern nur manchmal sehr poetisch ist, auch als Roman gelten kann. Erstens weil es auf der LL eines Romanwettbewerbes steht, zweitens weil man es durchaus so empfinden kann.

„Hat sich Vater den Sonntag ausgesucht

Ich bin in Venedig

Sonntag in Venedig

Todessonntag in Venedig

Tod in Venedig“

Auf die Shortlist denke ich, wird es wohl nicht kommen, trotzdem kann ich sehr empfehlen, sich mit dieser Variante der Gegenwartsliteratur zu befassen.

2018-09-06

Eva Rossmamanns Warnung vor dem Netz

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:14
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Die 1962 geborene ehemaige Politjournalistin Eva Rossmann hat ein neues Buch geschrieben, den neunzehnten Mira Valenski-Krimi,die meisten habe ich davon gelesen und diesmal hat sich die Hobby oder Leidenschaftsköchin, die mich zu meinem Geburtstag in der „alten Schule“ bekochte, das Internet und seine Fakt und Fakes herausgesucht.

Angesichts der widersprüchigen Meldungen, die man bezüglich der Unruhen in Chemnitz auf der einen und auf der anderen Seite lesen kann, ein sehr brisantes Thema, obwohl es bei Eva Rossmann gar nicht darum geht. Denn über „Patrioten“ hat sie vor einem Jahr geschrieben, jetzt sagte sie ihrem Interviewer bei der „Radio Wien“ Premiere im Dachgeschoß der Urania, wo ich ein paar Mal bei Barbara Neuwirths „Entladungen“ war, daß sie sich dieses Thema ausgesucht hat, weil sie mehr darüber wissen wollte.

Alfred hat mich auf die Veranstaltung vor einer Woche aufmerksam gemacht, Anmeldung erforderlich stand auf dem Mail, nachdem ich das getan hatte, kam zurück „Gewinner werden verständigt!, wie das auch bei Ö1 üblich ist, wo man dann nie etwas gewinnt oder nur sehr sehr selten, aber diesmal kam gleich das Glückwunschmail und so bin ich am Mittwoch nachdem meine Stunden gemacht und der Buchpreisartikel geschrieben und ich noch etwas Ärger wegen einer Spoilermeldung hatte, zur Urania marschiert und der Saal im Dachgeschoß mit der herrlichen Aussicht von der Terrasse war auch recht voll.  Eva Rossmann plauderte mit ihrem Moderator über das neue Buch, für mich eigentlich nicht sehr neue Sachen.

Man muß aufpassen, wem man seine Daten gibt und wenn man sein Smartphone online hat, ist man überall auffindbar. Die Daten werden verkauft und nicht gelöscht und einmal hat man dann seinen digialen Fußabtruck. Die Chinesen und die Inder sollen schon daran arbeiten, wo alle seine Vorlieben bekannt sind und man gute oder schlechte Punkte für Abweichungen oder Anpassung bekommt, was dazu führt, daß man dann keine reisen mehr machen oder die Kinder in keine gute Schule gehen können.

So was gabs, glaube ich, schon in der DDR ganz ohneI Internet. Eva Rossmann hat aber gut recherchiert mit Hackern gesprochen und dann wird ein Lebensmittelhändler ermordet oder hat er sich umgebracht, weil es im Netz über ihn Fakenews gab.

Sein Freund ist ein Hacker und verschwunden und Vesna, Mira und Vesna Sohn forschen nach. Der Sohn verschwindet dann auch und die beiden Frauen gehen nach Sizilien, um den Fall aufzuklären und Eva Rossmann hat dort oder bei den Sarden wegen ihrer guten Küche einen Teil des Buchs geschrieben. Einen Handlugsstrang mit dem Kanalnetz und dem „Dritten Mann“, der sich in dieses begibt, gibt es auch.

Nachher gab es leider nur weißen Wein aus Eva Rossmanns Lieblingsgegeng, Käse und einen Büchertisch der Seeseiten-Buchhandlung und als ich dort nach Bettina Wagner Ausschau halten wollte, um ihr zu sgen, daß ich die öst Bp diesmal sehr toll finde, war die zwar nicht zu sehen, das Leseprobenheftchen lag aber schon auf und drei PDFs für mein zukünftiges dreigleistiges Lesen habe ich inzwischen auch bekommen.  Da wird Eva Rossmanns „Im Netz“ wohl eine Weile liegen bleiben. Wenn ich es gelesen habe, stelle ich meine Rezension is Netz so daß alle sehen können, was ich darüber denke und auch wenn das nicht alle mögen, werde ich vermutlich auch wieder spoilern.

2018-09-05

Die dritte österreichische Buchpreisliste

Filed under: Buchpreisbloggen,Literaturpreise — jancak @ 14:27
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Nun ist sie da, wahrscheinlich schön hinter der großen Deutschen verborgen, die österreichische lange Liste zum österreichischen Buchpreis, den es nun schon das dritte Mal gibt und Hurrah, meine Wünsche scheinen diesmal erfüllt und ich werde, was, angesichts des wachsenden Bücherstapel im Badezimmer, der mir schon fast ein schlechtes Gewissen macht, sehr schön ist, nur fünf beziehungsweise acht Bücher lesen müssen, denn fünf  von der Langliste habe ich schon gelesen, vier im Frühling und das fünfte, das eigentlich auch eine Frühjahrserscheinung ist, als erstes dBp und das habe ich mir noch dazu im Abverkaufskeller des „Weltbild-Ladens“ in Bern um fünf Franken gekauft, beziehungsweise kaufen lassen.

Bei den Debut sind meine Schätzungen, die ich an Hand der gelesenen Bücher gegeben habe, nicht so ganz eingetroffenA aber da überwiegern, wie auch bei der Longlist, die O-töne, denn das diese eine Beziehung zum österreichischen Buchpreis haben, habe ich schon im Vorjahr festgestellt.

Alle drei, die darauf stehen, wurden bei den O-Tönen vorgestellt und daß Ljuba Arnautovics „Im Verborgenen“, das ich schon im Frühjahr angefragt habe, darauf stehen wird, war ich mir eigentlich besonders sicher, habe ich doch am Samstag beim verregneten Volksstimmefest bei Kaffee und Kuchen im Favoritner-Zelt gefragt, ob sie auf der Shortlist stehen wird?

„Das darf ich nicht sagen!“, hat sie geantwortet und nicht „Weiß ich nicht!“ oder „Wer schön!“ und dann davon gesprochen, daß es gerade nicht verfügbar wäre.

Also ein guter Schnitt, für die, die gerade Buch fünf des dBps beendet hat und eigentlich sehr schöne Bücher, obwohl interessant, das auch eines auf der Liste steht, das ich, sowie seinen Autor noch gar nicht kenne, aber das ist diesmal ein Einzelfall.

Also voila die Longlist und gleich, wenn vorhanden, die Verlinkungen:

  1. Mareike Fallwickl „Dunkelgrün fast schwarz“, hätte ich eigentlich nicht so erwartet oder auf die Debutliste getan, weil ja überall behauptet wird, daß es ein solches ist.
  2. Milena Michiko Flasars „Herr Kato spielt Familie“, wunderbar, denn das habe ich mir ja sehr gewünscht.
  3. Arno Geiger „Unter der Drachenwand“, die Doppelnominierung
  4. Gerhard Jäger „All die Nacht über uns“, das ist nun das mir unbekannte Buch und der mir unbekannte Autor aus dem „Picus-Verlag“
  5. .Hanno Millesi „Die vier Weltteile“, habe ich eigentlich nicht erwartet, aber fein, denn ich mag ja Hanno Millesi sehr, obwohl ich seine „Priessnitz-Preisverleihung“ versäumte.
  6. Margit Schreiner „Kein Platz mehr“ wieder fein, denn das habe ich mir gewünscht
  7. Robert Seetaler „Das Feld“ hätte ich auch erwartet, weil es ja bei den O-Tönen war.
  8. Heinrich Steinfest „Die Büglerin“, fein, fein, denn ich habe es ja sehr bedauert, daß es nicht auf der deutschen Longlist stand.
  9. Josef Winkler „Laß dich heimgeigen Vater, oder Den tod ins Herz mir schreibe“, habe ich eigentlich nicht erwartet, ist aber das sprachspielerische Buch auf der List und vielleicht das Siegerbuch, ein Büchner-Preisträger sollte ja gewinnen und schade, daß das heuer Peter Henisch nicht kann, das tut mir wirklich leid, wie ich auch sehr bedauere, daß Norbert Gstrein nicht auf die Liste gekommen ist.
  10. Daniel Wisser „Königin der Berge“, ein bißchen erwartet, weil bei den O-Tönen und große Freude, weil ich noch nichts von Daniel Wisser gelesen habe, mal sehen, ob es kommt?

 

Und nun die Debuts:

Wie schon geschrieben, wurden alle drei von Daniela Strigl für dieO-Töne ausgewählt, die eigentlich auch auf der Liste stehen könnte, also wie schon verraten:

1.Ljuba Arnautovic „Im Verborgenen“, die ich schon in der „Gesellschaft“ und bei den „O-Tönen“ daraus lesen hörte

2. David Fuchs „Bevor wir verschwinden“, das habe ich auch schon gedacht und freut mich sehr, weil ich es sehr interessant gefunden habe und

3.Marie Gamilscheg „Alles was glänzt“, was ich auch bei den „O- Tönen“ hörte.

Nun also fleißig in die Hände spuken und die Bücher, falls sie kommen, zwischen den deutschen, von dem ich inzwischen dreizehn Bücher auf der Liste stehen habe und fünf schon gelesen habe und den anderen Herbstneuerscheinungen, die  auch daraufstehen hätten könnten, einschieben und weil, was ich sehr bedauere Verena Roßbachers „Ich war Diener im Hause Hobbs“ nicht darauf gekommen ist, werde ich mir Franziska Hausers „Die Gewitterschwimmerin“ und Michael kupfmüllers „Tage mit Ora“ auf die Radtour, um den <neusiedlersee mit der Ruth und dem Alfred mitnehmen.

Und nun noch zur Jury, in der diesmal Bernhard Fetz vom „Literaturmuseum“, Konstanze Fliedl, jens Jessen, Evelyne Polt-Heinzl vom Literaturhaus und  Bettina Wagner von der Seestadt-Buchhandlung waren.

 

 

 

2018-09-04

Saisoneröffnung in der Gesellschaft für Literatur

Und die scheint, wie Manfred Müller in seiner Einleitung erklärte, traditionsgemäß etwas mit den Österreich-Bibliotheken oder dieser Außenministerium-Kulturtagung, bei der ich früher ein paarmal gewesen bin, zusammenzuhängen.

Jedenfalls sprach auch eine Frau Ulla Krauss-Nussbaumer und die legte den Bibliotheken beziehungsweise den anwesenden Bibliothekarinnen wahrscheinlich nahe, die lesenden Autorinnen auch zu ihnen einzuladen und die waren Susanne Gregor, die ich schon vor ein paar Monate im Literaturhaus aus ihrem neuen Erzählband „Unter Wasser“ zusammen mit Mareike Fallwickl lesen hörte und Angelika Reitzer von der ich jetzt schon länger nichts mehr hörte, da sie  nicht mehr in der „AS“ moderiert, um, wie sie damals sagte sich mehr ihrem Schreiben widmen zu können.

Das hat sie offenbar auch getan, ist doch schon im Frühjahr ihr neuer bei „Jung und Jung“ erschienener Roman „Obwohl es draußen kalt ist“ erschienen und diese Bücher wurden vorgestellt.

Bei Susanne Gregor ist es, wie Manfred Müller erklärte das dritte Buch. Das Erste ist noch in der „Exil Edition“ erschienen und ist durch einen Irrtum zu mir gekommen, die schon bei „Droschl“ erschienenen „Territorien“ habe ich mir mal bei einem Literaturhaus-Flohmarkt gekauft, aber noch nicht gelesen und bei „Unter Wasser“ dürfte die Autorin, die selbe Geschichte oder einen Teil von ihr, wie damals im Literaturhaus gelesen haben, nämlich die, wo die Ich Erzählerin ihren Mann Jakob verläßt und sich dabei an ein Abendessen mit Enno und Oia erinnert, wo sie sich am Balkon in Enno verliebt und Pia kurz darauf stribt.

Bei der 1971 in Graz geborenen Angelika Reitzer, die ja sehr lange sehr schöne Textvorstellungen in der AS moderierte, wo ich Valierie Fritsch, Anna Weidenholzer, Nadine Kegele, etcetera, kennenlernten konnte, ist es das fünfte Buch.

Das Dritte und das Vierte habe ich gelesen und dieses ist ein Liebesroman, das von einem Paar handelt, das schon zwei Kinder hat, das dritte wird erwartet und, um das Fotografieren beziehungsweise, um das Hören geht es dabei auch.

In der Diskussion ging es darum, daß man bei einem Liebesroman sehr aufpassen muß, damit er nicht kitschig wird und, ob die Frage, ob nicht nur bei Erzählungen, sondern auch bei Romanen jeder Satz sitzen muß, was Angelika Reitzer, die auch Literaturwissenschaftlerin ist und inzwichen am „Institut für Sprachkunst“ lehrt, energisch betonte.

Ein interessanter Abend, jetzt bin ich nur neugierig ob und was davon auf die östBpliste kommt, die Norgen verlautbart wird.

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