Literaturgefluester

2018-10-12

Walter muss weg

Filed under: Bücher — jancak @ 00:23
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Die nächste Neuerscheinung abseits der Buchpreislisten ist ein Krimi und zwar „Walter muß weg“, der erste Fall der „Frau Huber ermittelt-Reihe“ des 1970 geborenen Thomas Raabs, der mit seiner „Metzger-Reihe“ bekannt geworden ist und jetzt offenbar etwas Neues beginnt und es ist, wie soll ich schreiben, ein sehr bizarrer Krimi, im Stil eines Wolf Haas oder Thomas Raab natürlich, in dem sehr viel passiert und weil es sehr abgehoben geschrieben ist, ist das Mitkommen gar nicht so einfach.

Die Heldin ist die alte Hannelore Huber die in einem Dorf namens Glaubenthal lebt, die typische Dorfidylle halt, mit Pfaffer, Gemeindearzt, der gleichzeitig der Bürgermeister ist, einem Dorf oder Kleinstadtbordell und die ist Witwe geworden von ihrem Mann Walter und freut sich darüber.

Endlich kann sie aufblühen, ihr Leben genießen. Mitnichten denn beim Begräbnis passieren schon die skurrillsten Sachen. Da taucht zum Beispiel eine andere Witwe auf und weint vor sich hin und ein Staatssekreätr schmeißt Rosen in das Grab. Dann kommt  noch der Sohn des Bürgermeisters, der kleine Kurti, der Sarg geht auf und oh Schreck, es liegt nicht der Walter, sondern der Totengräber selber drin.

Auf diese Idee muß man erst kommen. Es geht aber munter weiter. Denn der Walter ist in besagten Bordell in den Armen einer Svetlana, die auch verschwunden ist, gestorben. Aber auch das ist nicht so, wie man glaubt, denn die Puffmutter erkärt der ermittlenden Hannelore, ihr Mann hätte Krebs im letzten Stadium gehabt und die Witwe keine Ahnung davon, nun ja nun ja.

Es gibt einen pensionierten Dorfschuldirektor, der in einem Cafe in der nahegelegenden Kleinstadt in der Nähe des Bordells, den Damen dort kostenlosen Deutschunterricht gibt.

Nun ja, die politische Lage wird  nicht nur in der Person des Staatssekretärs vorsichtig thematisiert. Es gibt  noch einen Wolf, der eigentlich einHund ist und ein kleines Mädchen namens Amelie, deren Mutter im Rollstuhl stitzt und das einersetzt sehr altklug ist, andererseits einen Sprachfehler hat, so sagt es immer „Witzkí“. Svetlanas Leiche wird im Moor gefunden, ein roter Socken und eine Beinprothese und es ist gar nicht so leicht, das Ganze zu spoilern, weil man die Handlung immer erst nach und nach erfährt, so daß die Berurteilung derselben gar nicht so einfach ist.

Die Handlung ist also an den Haaren herbeigezogen und blanker Nonsens, könnte ma sagen. Wahrscheinlich nicht und Thomas Raab hat beim Schreiben wahrscheinlich großen Spaß gehabt. Vieles wird angerißen und thematisiert, worüber man nachdenken kann.

Ob es den üblichen Krimileser gefällt, bin ich mir nicht so sicher. Aber spannend ist das Lesen allemal, so kann man auf die Fortsetzung der Reihe gerspannt sein. Den Adrian Metzger habe ich übrigens nie gelesen, sondern Thomas Raab nur bei einigen Lesungen daraus gehört und da hat er immer gefragt, ob es jemanden gibt, der kein Handy hat?

„Ich!“, könnte ich noch immer antworten. Aber das wird in diesem buch wahrscheinlich nicht thematisiert.

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