Literaturgefluester

2018-10-14

Frankfurter Buchmesse

Ich war, das habe ich schon geschrieben 2000 und 2002 mit dem Alfred in Frankfurt bei der Buchmesse, seither nicht mehr, weil uns das zu teuer war und als ich 2008 zu bloggen anfing, habe ich geschrieben, daß ich die Buchmesse deshalb auslessen werde und bin dann darauf gekommen, daß man sich die Lesungen auf dem blauen Sofa, bei 3 Sat und von ARD per livestream anschauen kann und habe dann die die freien Stunden der fünf Messetage vor dem Laptop verbracht und habe Frankfurt gesurft.

Damals gab es noch die kleinen Videos, der Messeblogger, die die Messeeindrücke schilderten, Türkei war das Gastland und da habe ich in einem der Videos Barbara Frischmuth gesehen, die eine türkische Autorin begleitet und gedolmetscht hat, und von der Messebloggerin nicht erkannt wurde, was mich sehr beeindruckt hat.

Ich habe hier auch Raffael Chirbes kennengelernt, der damals sein „Krematorium“ vorstellte.

Seither verbringe ich die Buchmessetage, so weit wie möglich vor dem Laptop und habe von meinen Kommetiererinnen auch einmal die Aufforderung bekommen, die Messe zu kommentieren, was man natürlich auch dann nicht kann, wenn man live vor Ort wäre und beim Surfen bekommt man ja nur Teile mit, ist aber sicher für eine literarisch Interessierte hochinteressant, obwohl mich JuSophie als sie mir noch kommentierte, einmal aufgefordert hat, mich mit den wichtigeren Dingen, als mit den Buchmessensurfen zu beschäftigen.

Da denke ich, eine Buchmesse ist für eine literarisch Interessierte wichtig, obwohl ich mich ja eigentlich das ganze Jahr mit büchern beschäftigte und heuer auch schon, glaube ich, sechzig oder siebzig Neuerscheinungen gelesen habe. Jetzt beim doppelten Buchpreisbloggen bin und noch an die dreißig Neuerscheinungen in meinem Badezimmer auf mich warten.

Obwohl in Frankfurt, das weiß ich auch, warten hunderttausend Neuerscheinungen, die Promis laufen herum,Preise werden verteilt und das Gastland ist diesmal Georgieen und da bin ich beim Buchpreislesen gerade bei meinem vierten Shortlistbuch, nämlich das von der Georgerin Nino Hartischwilli „Die Katze und der General“ und wenn ich damit fertig bin, werde ich ein von ihr übersetztes, nämlich der „Südseeelefant“ lesen.

Seit ich Buchpreisblogge werde ich von Verlagen auch manchmal zu Bloggertreffen eingeladen und heuer ist eine Karte von „Rowohlt“ zu mir gekommen, die mich am Donnerstag um fünf zu einer itialienischen Stunde, nämlich zu der Buchpräsentation von Paolos Giardano „Die Himmel stürmen“, da muß ich also auf das italienische Buffet verzichten. Da Buch ist aber am Dienstag zu mir gekommen. Das werde ich also später lesen und am Montag habe ich mich auch schon mit der einem Teil des Livestreams von der Buchpreisverleihung eingestimmt.

Am Dienstag war dann die Eröffnung, davon habe ich via lifestream nichts mitbekommen und am Mittwoch bin ich auch nicht sehr zum Bloggen gekommen, denn um zehn und um elf, je eine Stunde und dann bin ich zu einer Fortbildungsveranstaltung in die WGKK gegangen und anschließend in die „Alte Schmiede“ zu einer Lesung von Barbara Frischmuth und habe also zwischen meinen Stunden nur kurz auf dem „Blauen Sofa“, die Lesung oder das Gespräch mit der Buchpreisträgerin Inger Maria Mahlke gehört, während bei „ARD“Nino Haratischwilli saß und ein bißchen was über ihre Romanentstehung erzählte und mich erst am Abend ein bißchen durch die Videos durchgesurft, so daß ich da Wolf Haas, Eckhart Nickel und auch Lukas Rietzschel, dessen „Mit der Faust in die Welt schlagen“, ich ja kürzlich gelesen habe und bin auch aufs „Literaturcafe“ gegangen und habe dort einiges von der „Selfpublisher-Bühne“ gehört, wo wieder diese Statistik rezitiert wurde, daß die Leute weniger lesen und weniger kaufen und man sie dazu begeistern muß, sich die Hardcover, um zwanzig bis fünfundzwanzig Euro pro Stück zu leisten.

Nun ja, ich kaufe mir die Bücher nur aus den Abverkaufskisten, lese aber viel und hatte am Donnerstag wieder Stunden, dann eine längere Mittagpause, wo ich mir Dennis Scheck anhörte, um festzustellen, daß der einen komplett anderen Literturgeschmack besitzt, als ich.

Soll so sein und ist kein Wertzurteil, die mittwöcihge blaue Sofa-Diskussion über Grenzen und die Polarisierung zwischen links unds rechts, die ja derzeit herrscht, über die ich mich auch regelmäßig mit dem Uli streite und die mich auch sehr sehr beunruhigt und dann ging es weiter zwischen den beiden Bühnen, Inger Maria Mahlke war wieder dort und Nino Hiratischwili, deren Buch ich inzwischen beendet und besprochen habe.

Bodo Kirchhof, der Bp-Preisgträger von 2016 stellte seine neue Autobiografie vor.

Die 1970 geborene Anna Katharina Hahn, von der ich einige Bücher, aber noch nichts gelesen habe, ist oder war Stadtschreiberin von Mainz und hat in diesem Zusammenhang eine Dokumentation über Tauben mit dem ZDF gedreht, die auf dem blauen Sofa vorgestellt worde.

Vorher war Jonas Jonasson, der den „Hunderjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ geschrieben hat, auf dem Sofa und stellte den Nachfolger „Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten“ vor und hatte Verständnisschwierigkeiten, beziehungsweise keinen Dolmetscher, so daß der Moderator, der, glaube ich, Michael Sahr war, auf Englisch moderieren und übersetzen mußte.

Auf der ARD-Bühne wurde dagegen Alexa Henning von Langes, von der ich „Woher ich komme“ gelesen habe, neues Buch  „Kampfsterne“ vorgestellt.

„Tage mit Ora“ beziehungsweise Michael Kumpfmüller bin ich wieder am blauen Sofa begegnet und auf der Selfpublischerbühne gab es wieder Tips zum Schreiben, beziehungsweise die Vermeidung der häufigen Schreibefehler.

Bei 3 Sat gabs dann ein Video über dicke Bücher, wo sowohl das von Nino Haratischwili als auch der fünf Bücher Schieber von Philipp Weiss vorgestellt wurde, der sich auch auf der Buchmesse befindet und seine Bücher auffängt.

Das ist es ein wenig hektisch gewesen, denn ich habe mir zwei bis drei Videos gleichzeitig angeschaut, was wahrscheinlich gut zu dem Massenauftritt vor Ort passt. Dann sind wir wieder nach Harland gefahren, wo das Wetter so schön war, daß ich mich am Samstag mit dem Laptop und einer Jacke auf die Terrasse setzen konnte.

Juli Zeh um 9.30 auf dem blauen Sofa habe ich zwar versäumt, weil ich vorher  ein bißchen radfahren war. Dann wurde es philosophisch-politisch, denn es kam der Slowene Slavoj Zizek mit seinem „Lenin heute-Buch“ und forderte, daß wir die Welt überdenken und ein neues Lenin-Bild bekommen sollten.

Dann kam Dörte  Hansen, die in „Mittagsstunde“ ein Dorf in Nordfriesland beschreibt und das bisher an mir vorbeigegangen ist.

Karin Duve, die auch schon auf der dBp-Liste gestanden ist, hat in „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ein Buch über die Dichterin Annette von Drost- Hülshoff geschrieben.

Adolf Muschg, dessen Longlistbuch ich noch lesen muß, war am blauen Sofa und um zwölf wurde irgendwo auf der Messe der zweite Blogger-Award, diesmal in neun Kategoerien, verliehen. Uwe Kalkowsi, der Vorjahrssieger und diesmaliges dBp-Jurymitglied, hat moderiert. Ich habe mich diesmal nicht selber nominiert, bin also weit weg vom Fenster und bin anschließend wieder auf das blaue Sofa gegangen, wo Sigmund Freuds berühmte Patientin Dora, von ihrer Urenkelin Katharina Adler in dem Buch „Ida“ beschrieben wurde.

Adriana Altaras  stellte ihr neues Buch „Die jüdische Souffleuse“ vor, das ich auch noch lesen muß. Danach folgten die heurigen  Friedenspreisträgers des deutschen Buchhandels das Ehepaar Aleida und Jan Assmann mit ihren Büchern.

Maria Cecilia Barbetta eine von den deutschen Shortlistnominierten diskutierte und las aus „Nachtleuchten“ sowohl auf dem Sofa als auch beim ARD-Forum, so daß man gut hin und herschwitschen konnte und daß Norwegen im nächsten Jahr das Gastland ist, war auch überall hören und wurde mir auch schon mittels Pressemails mitgeteilt.

Am ende des intensiven Frankfurt-Surfing-Tages gab es die zur blauen Stunde wieder ein  Krimi  Speed Dating mit Bernhard Aichners „Bösland“, Natasha Korsakova „Tödliche Sonate“, Miroslav <nemec „Kroatisches Roulette“ und für mich erstaunlich, weil es ja kein wirklicher Krimi ist, Max Anas „Finsterwalde“, das Einzige, das ich von den vier schon gelesen habe.

Am Abend  hätten wir dann nach Krems in die „Kultur-Mitte-Galerie“ zu einer Vernissage von Beate Zelnicek zu einem Glas Wein und Brötchen fahren können. Ich habe es aber vorgezogen im Sinne meines Lesestaus beziehungsweise meiner überlangen Leseliste, die mich noch erwartet, vorgezogen mit dem „Blumensammler“ und einem Glas Schilcher-Sturm in die Badewanne zu steigen und am Samstag bin ich erst wieder erst sehr spät auf das Sofa gekommen, da vorher im Garten sehr viel wegzuräumen war, dann ging es mit dem Rad zum Markt, wo der Erntedank gefeiert wurde und wir uns mit der Doris Kloimstein getroffen habe.

Am Rathausplatz gab es im Rahmen des Literaturfestival „Blätterwirbel“, das derzeit in St. Pölten stattfindet, einen Thalia-Flohmarkt, wo ich mir vom Alfred zehn Bücher um je zwei euro kaufen ließ, die ich auch noch lesen muß, aber zuerst wieder ein bißchen nach Frankfurt, und da gab es um 14. 30, den slowakischen Autor Michal Hvorecky mit dem ich schon einmal von Bratislava nach Wien gefahren ist und den wir auch vor zwei Jahren im Cetrope-Workshop besprachen, der sein neues Buch „Troll“ vorstellte, in dem es um die Gefahren der schönen neuen oder alten Internetwelt geht und Frido Mann, von dem ich einmal in Leipzig das Buch „Mein Nidden“ kennenlernte, trat dann auf dem ARD-Forum auf, der ein Thomas Mann Enkel ist und jetzt ein Buch über das Thomas Mann Haus in Amerika, das jetzt zu einem Museum oder einer Stifutung umgewandelt wurde, geschrieben hat.

Dann hörte ich noch das Gespräch von Katja Gassner mit Max Czollek über sein politisches Sachbuch „Desintegriert euch“, ein Thema, das mich ja, nach dem ich jetzt soviel mit dem Uli diskutiere, sehr interessiert und dann ging es wieder in den Garten.

Danach bin ich ins Archiv gegangen, habe mir das „Lierarische Quartett“ angeschaut, daß am Freitag auf der Messe mit Dennis Scheck als Gast stattgefunden hat und habe mich ein bißchen durch das gesurft, was ich am Samstag und an den anderen Tagen versäumte, bin mit dem Video einer Book-Tuberin durch die Hallen gewandert und am Sonntag, als in der Paulskirche der „Friedenspreis des Buchhandelns“ vergeben wurde, bin ich mit dem Alfred nach Hundheim an der Donau zum Fototreffen von Alfreds Wandergruppe gefahren und habe damit auch den Buchmessensonntag versäumt.

Jetzt ist es vorbei, die Geschäfte abgeschlossen, die Bücher angesehen und ich habe mich, als ich nach Hause gekommen bin, noch ein bißchen auf das blaue Sofa und dort zur blauen Stunde begeben, weil dort die Finalisten des Schweizer Buchpreises, Peter Stamm, Gianna Molinari,  Vincenco  Todisco,  Heinz Helle, der jetzt in der Schweiz wohnt und mit Julia Weber verheiratet ist und Julia von Lucadou vorgestellt wurden, was ich sehr interessant fand.

Schade, daß der österreichische Buchpreis dort keine Stimme hat, aber den Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes gab es  in Frankfurt auch und die IG-Autoren mit ihrem Lit-Radio. Davon habe ich  nicht viel mitbekommen und jetzt ist das Buchmessen-Surfen vorbei, mein Buchpreis- und Herbstlesen geht weiter und die „Buch-Wien“ naht in einem Monat auch.

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