Literaturgefluester

2018-10-15

Die Geburt der Ersten Republik im historischen Krimi

Dieser Tage findet in Österreich das größte Literaturfestival, nämlich „Österreich liest-Treffpunkt Bibliothek“ statt, das bisher immer mehr oder weniger an mir vorbei gegangen ist, was daran liegen mag, das ich nicht so eine Bibliothekleserin bin, sondern mit den städtischen Büchereifilialen und ihren strengen Bibkliothekarinen eher schlechte Erfahrungen gemacht habe und eher eine Büchersammlerin als Büchereileserin bin.

Aber dieses Festival gibt es schon seit Jahren und ich kann mich da an an Karten, beziehungsweise „Standard-Inserate“ erinnern, die darauf hinweisen.

Die Karten habe ich gesammelt, das Programm aber nie richtig erhalten, jedenfalls bin ich, glaube ich, zu solchen Veranstaltungen nicht besonders hingegangen und vor einigen Wochen wies mich der Alfred auf eine Veranstaltung hin, die im Rahmen dieser Aktion im Palais Epstein, beziehungsweise in der Parlamentsbibliothek stattfand.

„Endlich brachst du die Ketten entzwei – die Geburt der Ersten Republik im historischen Kriminalroman“, wo Andreas Pittler und Gerhard Loibersberger ihre Kriminalromane, die davon handelten, vorstellten.

Nun habe ich, was das Parlament und seine Veranstaltungen betrifft, ein eher gespaltenes Verhältnis, man muß seinen Ausweis herzeigen, vielleicht sogar seine Tasche auf ein Sicherheitsband legen oder in sie hineinschauen lassen, alles, was ich eigentlich nicht will und außerdem habe ich „Chuzpe“ schon 2010 gelesen.

Der Alfred ließ aber nicht locker und so habe ich mich doch angemeldet und das Palais Epstein ist auch sehr interessant, befand sich doch 1980 der Wiener Stadtschulrat darin und da bin ich einmal hingegangen und habe mich bei einem Hofrat Kraft vorgjestellt, weil ich das mein“ Akademikertraining“ im schulspsychologischen Dienst machen wollte.

Dann hörte ich, es sollte das „Haus der Geschichte“ werden, als sich der Stadtschulrat nicht mehr dort befand und jetzt befindet sich offenbar die Parlamentsbibliothek daran und es war mit den Sicherheitsmaßnahmen gar nicht so schlimm, wie befürchtet.

dieLesung fand im überdachten Innenhof des schönen historischen Gebäudes statt, die Parlamentsdirektorin Susanne Janistyn-Novak hat begrüßt, moderiert und eingeleitet hat dann die Leiterin der Parlamentsbibliothek Elisabeth Dietrich-Schulz und hat auf den November 1918 und die Republikgründung  und  auf das Buffet, das es anschließnd geben würde, hingewiesen und davor noch gesagt, daß die Soldaten, die 1918 vom Weltkrieg nach Hause kamen, im Durchschnitt fünfzig Kilo gewogen hätten.

„Uje, uje!“, habe ich gedacht und daran, daß ich 2014 auf einer Marktveranstaltung war, wo Sackerln ausgegeben wurden, wo die damaligen Tages- oder Wocherationen an Mehl und Zucker etcetera enthalten waren und befürchtet, daß sich das Buffet daran halten würden.

Es wurde dann etwas von Mohn- und Nußkipferl und Grammelpogatscherln erwähnt und in den beiden vorgestellten Büchern dreht es sich auch ums Essen, in dem von Andreas Pittler, der, was ich nicht wußte, Professor ist und 2004, das Ehrenkreuz der Republik bekommen hat, geht der Major Bornstein, am elften November ja ins Parlamentsrestaurant, wo sich die Speisekarte von Lachs- und Putegerichten biegt, er aber kein Geld hat, sich eines der Gerichte zu bestellen und Gerhard Loibelsberger im Frühjahr erschienener Roman „Schönbrunner Filiale“ schließt direkt daran an.

Es geht dabei um zwei Deserteure, einen Tschechen und einen Wiener, die am elften November oder so, wo der Kaiser abdanken oder verzichten mußte, in Schönbrunn einbrachen und die Küche stürmten, sie wurden dabei verhaftet und der Inspektor, der später Ministerialrat wird, geht in ein Restaurant in der Porzellangasse essen, wo es Gemüsegulasch und gefüllte Paprika ohne Fleisch gibt.

Das Buffet in der belle Etage im Palais Epstein war aber wohl gefüllt, es gab zu den schon erwähnten Grammelpgatscherln, Brötchen und zu den Nuß- und Mohnkipferln, auch noch Sacherwürfel und Schaumrollen.

Musik gab es auch und ich habe am Büchertisch, die Babysitterin entdeckt, die ich in den Neunzigerjahren eine Zeitlang für die Anna engagiert hatte, da ich neben der Betreuung meines Vaters und meiner Praxis in der Gumpendorferstraße Unterstützung brauchte.

Die hat jetzt eine Krimibuchhandlung in der Magdalenenstraße und die Loibelsberger und die Pittler- Bücher auf dem Büchertisch liegen und es war eine tolle Veranstaltung, obwohl ich Anfangs sehr skeptisch war und nur  widerwillig hingegangen bin.

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